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„3 knaben schwarz“ + Matthias Mollner live im „Lames“ in St. Pölten am 20. August 2013

von Otto Tremetzberger / am 26.08.2013

„3 knaben schwarz“ + Matthias Mollner live im „Lames“ in St. Pölten

Eine Aufzeichnung aus dem LAMES in St. Pölten vom Dienstag, 20.8., 17-19 Uhr:

Musik, Diskussion und Performance – und das alles auf dem außergewöhnlichen Gelände der Kulturinitiative „La musique et sun“ am Spratzerner Kirchenweg zu St. Pölten! „3 knaben schwarz“ wagen gemeinsam mit dem bildenden Künstler und Performer Matthias Mollner einen Betriebsausflug raus aus Wien, nach dem Motto „Go West“ (at least 70 km). Die Crew von dorftv kommt ihnen gleichsam auf halbem Weg entgegen, also „Go East“ (at least 120 km).
Die Geschichte dieser Konstellation ist noch frisch, die persönlichen und künstlerischen Verflechtungen der einzelnen Protagonisten untereinander dafür mehr als abendfüllend. Zunächst soll die Musik sprechen, und so wird der Livestream eröffnet mit einer ca. halbstündigen Spielerei der „3 knaben schwarz“, als da sind:

Schwester Schwarz alias Christoph Schwarz: Komposition, Stimme, Gitarre, Eigenbauspielzeug
Arno Splinks alias Ernst Reitermaier: Akusmatisches Gerümpel
Bruder Franz Boff alias Helmut Neundlinger: Klarinette, Teamgeist

Die Musik des Trios hört sich im ersten Moment an wie ohrenbetörendes Singin’Songwritin’, verrät aber bald seine Neigung zu subtilen Ausfällen, verspielten Falltüren und überraschenden Wendungen. Drei Universen mit eigenständiger und teils gemeinsamer Geschichte schmelzen hier zusammen, und jeder definiert seinen Platz dadurch, dass er sich auf die anderen zubewegt.

Mit dorf tv. - Moderator Otto Tremetzberger sprechen die drei Herren im Anschluss über die gemeinsame Arbeit und wie es dazu kam, aber auch über ihre jeweiligen Erfahrungen in künstlerischen Gruppenkonstellationen. Was sind die Reibeflächen zwischen individueller Entfaltung und der Arbeit an der kollektiven Ästhetik? Wie verhält es sich mit der sozialen Gruppendynamik? Wie hält man die Balance zwischen größtmöglicher Freiheit und notwendiger kollektiver Verbindlichkeit?

Irgendwann im Verlauf des Gesprächs wird sich der Künstler und Performer Matthias Mollner ins Bild schleichen und die Diskussion kreativ zu unterwandern beginnen. Sein Körper wird ins Bild wachsen und allmählich größer werden als alle Fragezeichen, die zu diesem Zeitpunkt über den Diskutanten schweben, und dennoch wird Mollner den „3 knaben“ Platz lassen dafür, dass sie ihn spielend und agierend begleiten.

Auch darüber wird noch geredet werden, oder besser: ganz allgemein über die Bedeutung des Performativen bzw. Aktionistischen in Mollners Arbeit und auch in jener der „3 knaben schwarz“. Welches Verhältnis entwickelt der Körper dabei zum offenen, ungeschützten, zum öffentlichen Raum? Warum gibt es in Mollners Arbeiten eine Tendenz, „klassische“ Räume künstlerischer Artikulation wie Galerie, Museum oder Bühne zu meiden? Welche Erfahrungen lassen sich für künstlerische Arbeit aus solch überraschenden und oft konfrontativen Settings ableiten?

Irgendwann gegen 19 Uhr, wenn die Luft auf eine angenehme Weise draußen ist, wird sich der Vorhang wieder schließen, und auf beiden Seiten wird es heißen: „Go West“ bzw. „Go East“. Nur diesmal eben jeweils in die andere Richtung ....

Dank an:
Saniel Seitz und Patrick vom LAMES für Location und Ton.

Kamera und Schnitt:
Otto Tremetzberger, dorf tv

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