Als der Schweizer Schriftsteller Max Frisch 1965 den Satz „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen“ schrieb, brachte er ein Problem auf den Punkt, das bis heute nachwirkt. Die sogenannten Gastarbeiter*innen wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren nach Österreich geholt, um den Arbeitskräftemangel in der boomenden Wirtschaft auszugleichen. Man brauchte Hände für die Fabriken, die Baustellen und die Schwerindustrie. Doch hinter jeder Arbeitskraft stand ein Mensch – mit Hoffnungen, Ängsten, Familien und einer eigenen Geschichte.
„Ganz normale Männer“ – so nannte der Historiker Christopher Browning 1993 sein Buch über ein Polizeibataillon, das am Holocaust mitwirkte. Es bestand aus ganz gewöhnlichen Leuten, nicht aus Monstern. 20 Jahre später zeigte der Soziologe Stefan Kühl: Nicht nur die Männer waren „ganz normal“, sondern auch die Organisationen, die die Verbrechen ermöglichten, funktionierten nach den Logiken ganz normaler Organisationen.
Ein Zimmermann kommt zur Beratung. Er hat im Streit mit seiner Frau die Tür eingeschlagen. Die Frau ist mit dem Kind zur Mutter gegangen. Was ihn in die Männerberatung treibt, ist nicht Einsicht – zumindest nicht sofort. Es ist die Angst, die Beziehung zu verlieren. Wochen später, nach einem neuerlichen Streit, in dem seine Frau verletzende Worte findet, sagt er zu seiner Frau: „Hör auf, das tut mir weh." Sie sieht ihn verblüfft an und hört auf. Er selbst schämt sich dafür. „Ich bin mir vorgekommen wie die ärgste Memme", berichtet er hinterher.
Die Autorin Marlen Schachinger-Pusiol bringt auf den Punkt, worum es in der neu erschienenen Anthologie Wannst net fort muaßt, so bleib? geht: um Herkunft und Identität, um Orte, die prägen, und um die Frage, ob Heimat etwas ist, das bleibt – oder etwas, das man mitnimmt.
Wenn im Mai der Eurovision Song Contest nach Wien kommt, wird die Stadt wieder zur Bühne für ein internationales Millionenpublikum. Doch neben Glitzer, Pop und großer Show stellt sich auch die Frage: Wie inklusiv ist dieses Event wirklich? Im Studioformat Das Dreieck diskutierten die Moderatorinnen Katja Ilnizki (FS1) und Katharina Obermayer (OKTO) mit Matthias Friedrich, dem Deputy Head of Event des ORF, sowie der OKTO-Moderatorin Ivana Veznikova über den Weg zu einem inklusiven Großevent.
Im Wiener Veranstaltungsraum Depot wurde am 16. März 2026 nicht nur über Feminismus gesprochen, sondern auch über Macht, Gewalt, Solidarität und die Frage, wie politische Kämpfe miteinander verbunden werden können. Moderiert von Stefanie Klamuth diskutierten die Journalistin Sophia Boddenberg und die Pädagogin, Aktivistin und Forscherin Marcela Torres.
Eigentlich wollte sie in Sarajevo Medizin studieren, doch der Krieg in Bosnien zwang Merima Milić-Alijagić in ein neues Leben: Ohne Deutschkenntnisse kam sie in den 1990er Jahren nach Österreich und arbeitet heute als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Wels. In der Sendung des ZZI – Zentrum für zeitgemäße Initiativen – spricht sie mit Damir Hamzić über den steinigen Weg der Integration und ihren Einsatz im Gesundheitsbereich.
„Das Prinzip „Wirkung“ ist das Unheilsprinzip der Medien und dieses Unheilsprinzip heißt Werbung.“
Mit dieser These eröffnet Armin Thurnher, Herausgeber und ehemaliger Chefredakteur der Wochenzeitung Falter, am 11. März 2026 im Café Central in Linz eine Debatte über die Krise des Journalismus in Österreich.
Immer mehr Schulen in Österreich wagen derzeit ein Experiment: drei Wochen ohne Social Media. Schüler*innen verzichten bewusst auf TikTok, Instagram und Snapchat, um zu sehen, wie sich ihr Alltag ohne permanente digitale Reize verändert. Während einzelne Schulen solche „Social-Media-Fasten“-Phasen testen, wird auf politischer Ebene bereits schärfer diskutiert: Soll Social Media für Jugendliche künftig ganz verboten werden – und wenn ja, wie sinnvoll wäre das?
Welche Rolle haben Mädchen in der Geschichte gespielt und welche Rolle sollten sie in der Zukunft spielen? Im Linzer Lentos Kunstmuseum fordert die Philosophin und Künstlerin Elisabeth von Samsonow unsere Wahrnehmung heraus: Sie erhebt das „Mädchen“ zur revolutionären Schlüsselfigur unserer Gegenwart.