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Kräftiges Lebenszeichen des Widerstandes gegen die A26-Autobahn

Created at 20. Apr. 2026

by Solidarwerkstatt

Ein kräftiges Lebenszeichen setzte der Widerstand gegen die A26-Autobahn: Rund 400 Menschen zogen gestern in einem langen Demonstrationszug, musikalisch begleitet vom Gegentonorchester, vom Volksgarten durch die Landstraße zum Linzer Hauptplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Motto der Demonstration, zu der 25 Organisationen aus dem Verkehrswende-, Umwelt-, Klima- und Bürgerinitiativenbereich aufgerufen hatten: „ZUKUNFT STATT A26-AUTOBAHNBAU!“.

In Aufruf, Reden und Transparenten wurde immer wieder betont: Die A26-Autobahn wird von der Politik mit dem Versprechen, Linz vom Autoverkehr zu entlasten, verkauft. DAS IST EINE LÜGE! Selbst die Zahlen der ASFINAG gehen von 30.000 zusätzlichen Autofahrten täglich infolge der Autobahn aus. 87% der Linzer Straßen werden dadurch – zum Teil erheblich - mehrbelastet. Der Autoverkehr in der Linzer Innenstadt steigt durchschnittlich um 32% an. Autobahnen mitten durch die Stadt zu bauen, ist in Zeiten der Finanz- und Klimakrise an Absurdität nicht zu überbieten.

Zumindest 1,2 Milliarden Euro sollen für die Autobahn ausgegeben werden. Mehr als das Fünffache wie zu Beginn geplant. Ein Fass ohne Boden. Dieses Geld fehlt uns für eine zukunftsfähige Verkehrswende, insbesondere beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs: Der Ausbau der Mühlkreisbahn, die rasche Durchbindung zum Hauptbahnhof durch Stadtbahn bzw. Hafenbahn kann den Pendler:innenverkehr auf die Bahn verlagern und zehntausende Arbeitsplätze im Linzer Industriegebiet umweltfreundlich erschließen. Auch der Radverkehr führt in Linz immer noch ein Schattendasein: mit 10 Prozent Anteil am Gesamtverkehr hat Linz nur halb so viel wie Graz oder Salzburg. Da gibt es noch viel Potenzial, das durch ambitionierte Maßnahmen erschlossen werden könnte.

Besonders empörend fanden die Teilnehmer:innen, dass die politisch Verantwortlichen in Linz schon zum zweiten Mal eine Volksbefragung über die Zuzahlungen der Stadt Linz für diese Autobahn (mindestens 60 Millionen Euro!) verhindert, obwohl ausreichend Unterschriften dafür gesammelt wurden. Mit winkeladvokatischen Argumenten wurde erneut der Wille von über 7.000 Linzerinnen und Linzern auf Mitbestimmung überfahren. Warum haben die politische Verantwortlichen so viel Angst vor der Meinung der eigenen Bürgerinnen und Bürger?

Die Demonstration hat gezeigt: Der Widerstand gegen dieses völlig aus der Zeit gefallene Steinzeitprojekt ist nicht unterzukriegen. Unser Engagement für zukunftsfähige Alternativen ist lebendig und wächst. In diesem Sinne war die Ansage von Witha Hölzl, Moderatorin der Demonstration, auch ein Versprechen für die Zukunft: „Es geht um gemeinsamen Widerstand für eine Sache, die die nächsten Generationen und unser aller Zukunft massiv beeinflusst. Setzen wir ein gemeinsames Zeichen und werden wir laut!“

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