Am 2. Apr. 2025 | 16:30 Uhr
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Wertekonflikte und Radikalisierung – wie schafft die Gesellschaft jungen Menschen Perspektiven?

Created at 4. Apr. 2025

307 Ansichten
by Martin Wassermair

Bei Martin Wassermair waren Kenan Güngör (Soziologe, Integrationsexperte) und Maynat Kurbanova (Journalistin, Autorin) zu Gast.

Live gesendet am Mittwoch, 2. April 2025, 16.30 – 17.30 Uhr

Der Stachel im Fleisch CLXXIII

Seit dem Anstieg der Fluchtbewegungen im Jahr 2015 zeigt sich auch in Österreich die Tendenz, gesellschaftspolitische Themen wie Asyl, Migration und Integration in der öffentlichen Debatte vorrangig als sicherheitspolitische Herausforderungen zu verhandeln und mit dem Thema Radikalisierung zu verknüpfen. Häufig wird in diesem Zusammenhang ein Fokus auf muslimische Jugendliche gelegt. Die Tendenz, Extremismus vorwiegend im islamischen Kontext als Problem zu sehen, hat ganz allgemein schwerwiegende Folgen. Einerseits sind Muslime und Musliminnen dadurch einer zusätzlichen Stigmatisierung ausgesetzt. Auf der anderen Seite wird damit der Fokus auf islamistischen Extremismus eingeengt, was wiederum zur Folge hat, dass andere Formen der Radikalisierung, die zum Teil auch in der Mitte der Gesellschaft verortet sind, vernachlässigt werden. Hinzu kommt die Gefahr, dass von realen gesellschaftlichen Phänomenen wie Rassismus, Rechtsextremismus oder struktureller Benachteiligung am Arbeitsmarkt abgelenkt wird, wovon junge Menschen ganz besonders betroffen sind.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen daher u.a. Fragen, wie der öffentliche Diskurs um Extremismus und Jugendliche in der österreichischen Gesellschaft einzuordnen sind, worauf es bei der Vermittlung von Wertepluralismus ankommt und auf welche Weise zum Teil radikalisierte Jugendliche mit Vertrauen und Zuversicht im Gemeinwesen ihren Platz finden können.

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