Am 14. Feb. 2024 | 19:00 Uhr

Denk.Mal.Global 2024: Soziale Bewegungen in Oberösterreich - brauchen wir mehr Ungehorsam?

Created at 16. Feb. 2024

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by dorf

Ziviler Ungehorsam zwischen Störung und Pflicht. Wie können soziale Bewegungen die Welt verändern?

In unserer Demokratie gibt es eine lange Geschichte verschiedener Formen des zivilen Ungehorsams. In der Vergangenheit mussten demokratische Fortschritte wie zum Beispiel das Frauenwahlrecht in England meist von den Betroffenen gegen harten Widerstand der Politik erkämpft werden. Ziviler Ungehorsam wird auch in wissenschaftlichen Kreisen als Teil von demokratischen Gesellschaften diskutiert, auch wenn er disruptiv ist und gegen bestehende Gesetze verstößt. Rezente Störaktionen in Klima- und Umweltbewegungen ließen währenddessen Kritik an der Legitimität von Zivilem Ungehorsam laut werden mit dem Vorwurf, Aktivist:innen würden den Bewegungen eher schaden.
Muss gesellschaftlicher und demokratischer Fortschritt immer mit Mitteln des Zivilen Ungehorsams erkämpft werden? Unter welchen Umständen ist Ziviler Ungehorsams wirksam und angebracht? Welche Bewegungen gibt es im Globalen Süden, welche Initiativen sind lokal zu verorten? Was haben diese Bewegungen gemeinsam? Diesen Fragen geht die Vortragsreihe Denk.Mal.Global 2024 an vier Abenden nach.

Dieser Vortrag geht zentralen Fragestellungen lokaler Bewegungen nach: Was machen soziale Bewegungen speziell in Oberösterreich aus? Wie versuchen heute Akteur:innen in Bewegungen Veränderung zu erreichen? Welche Methoden stehen ihnen zur Verfügung, und wo müssen sie Grenzen ihrer Möglichkeiten erkennen? Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit lokale Bewegungen optimale Bedingungen haben? Die Referent:innen können anhand zahlreicher Praxisbeispiele zu einem großen Teil aus ihrer eigenen Arbeit zeigen, wo es gelingt einen Hebel wirksam anzusetzen, wie Bewegungen planvoll mit Zivilem Ungehorsam arbeiten und wie soziale Bewegungen mit Erfolg und Misslingen umgehen.

Referent:innen:
Nadja Meisterhans forscht zur autoritären Krise der (neo)liberalen Demokratie in der psychoanalytischen Tradition der frühen Frankfurter Schule (Kritische Theorie) und ist Professorin für Politische Philosophie an der Karlshochschule/International University in Karlsruhe.

Eva Seebacher ist (Gemeinschafts-)Gemüsebäuerin und Regionalentwicklerin in OÖ. In ihrem beruflichen wie ehrenamtlichen Engagement orientiert sie sich an Klimaschutz und einem guten Leben für Alle. Sie hat an der BOKU Umwelt- und Bioressourcenmanagement studiert und ist im Freien Radio B138 sowie im Frauenarbeitskreis der ÖBV Via Campesina Austria aktiv.

Mirko Javurek ist Mechatroniker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Strömungslehre an der JKU. Er ist in zahlreichen sozialen Initiativen in OÖ aktiv, u.a. Sprecher der Foodcoop Franck Kistl, Co-Koordinator der Scientists for Future OÖ, ehemaliger Obmann der Radlobby OÖ, Aktivist bei der Letzten Generation uvm. Als Saxophonist wirkt er in zahlreichen Bands musikalisch mit.

Jan Aigner ist Softwareentwickler und bei den Fridays for Future in Linz aktiv.

Moderation: Stefan Robbrecht-Roller

VHS Linz in Kooperation mit Südwind OÖ.

Live gesendet am 14. Februar 2024, Wissensturm Linz

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