DER GARTEN DANACH

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Created at 13. Jul. 2021

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by Hugo

Video mit Christoph Wiesmayr und Wiltrud K. Hackl

Hollabererhof im Industriegebiet Linz

 

Der Garten danach ist der Garten davor. Im Garten… Format gemeinsam mit Architekt und Rurbanist Christoph Wiesmayr (schwemmland) widmen wir uns diesmal Themen wie Bodengedächtnis und Umweltgeschichte. Was speichert der Boden einer Stadt, was geht durch Versiegelung verloren, was bleibt erhalten? Welche Daten lassen sich erheben, welche Rückschlüsse ziehen und welche Geschichten (neu) erzählen?

Welcher Garten ist der Garten nach dem Garten? Können wir uns Wildheit überhaupt noch vorstellen? Der Garten für Danach bietet einerseits Umwelthistoriker*innen, die sich mit dem Danach im Boden auseinandersetzen, Kulturwissenschafter*innen, die dem Werden (in) der Natur nachgehen, andererseits praktische Übungen wie z.B. ein Probeliegen (für Danach) in der Erde, Gatschtreten, ein Blick ins persönliche Danach und vieles mehr. Und: als besonderes Highlight konnten wir die Lesung von & mit Sebastian Janata (Ja Panik) von April in den Garten (Hollaberer Hof, Estermannstrasse 11, 4020 Linz) verschieben.

PROGRAMM

DER GARTEN DANACH 9. JULI 2021
Programm

15.00     EINLASS
begleitet & begrüßt von KRISTINA GORKE

16.00     BEGRÜßUNG
kurze Inputs
CHRISTOPH WIESMAYR & WILTRUD K. HACKL

16.30     STATIONEN

*ERDLESUNG                                  nach Anmeldung (Kassa)            IM GELBEN HAUS
Einem Zenmeister gleich ermuntert JOSEF FORSTER die Menschen, die zu ihm ins Gelbe Haus kommen, mit einem Staberl ein wenig in der Erde zu zeichnen, die vor ihnen in der Vitrine liegt. Er deutet die entstehenden, vergänglichen Bilder.

*ERDBAD / ERDDUSCHE              nach Anmeldung (Kassa)            KREUZGRUBE
Menschen legen sich in eine Erdgrube. Sie können dabei wahlweise sanft von Erde berieselt werden oder einfach nur liegen, die umgebenden Erdschichten ertasten und begreifen. Danach oder dazwischen geht’s unter die (Wasser)Dusche

*RUNDGANG                                                 durchgängig                     GEMEINSCHAFTSGARTEN
Spaziergang durch den Gemeinschaftsgarten – was braucht es, um mitten in der Stadt „unser“ Essen wachsen zu lassen? Welche Dünger stehen uns zur Verfügung? Wie beeinflussen wir durch die Nutzbarmachung des Bodens unsere Nahrung?

*NACHHALL (REVERBERATION)               durchgängig                     GRUBERGRUBE
Ist es möglich, die Geschichte eines Flusses an seinem Klang zu erkennen? Flüsse schreiben ihre Geschichte stetig neu. Anhäufungen und Abtragungen bedingen diese präzise Unschärfe und bringen stetig neue Schichten zum Vorschein. Häufig sind diese wässrigen Gefährten charakterisiert durch ihre Trübheit, ein Blick auf den Grund ist nicht möglich. Könnte aber ein bewusstes Zuhören, einen Einblick in die schlammigen Welten eröffnen? CHRISTINA GRUBER sammelt in Portugal Tonaufnahmen von Flüssen, um deren Geschichte, aber auch deren ökologischen Zustand einzufangen. Veränderte Flussläufe und versickerte Flüsse, die einst ins Meer mündeten, ertönen nun in der Grubergrube in Linz.

*MERMAIDMICROBES                                17.00 – 17.30                   HULDAGRUBE
Wasserlandschaften werden zunehmend als Orte wahrgenommen und diskutiert, an denen Visionen von einem gleichberechtigten Leben entworfen werden könnten. Wässrige Utopien, die als Zufluchtsorte idealisiert werden, wenn es auf der Erdoberfläche zu heiß, kriegerisch oder aus anderen Gründen unbewohnbar geworden ist. Landschaften, die gleichzeitig rücksichtslos ausgebeutet und zerstört werden. Aulandschaften wie jene, in denen der Hollabererhof einst lag, wurden zurückgedrängt, und mit ihnen Bewohner:innen wie Hulda, das Donauweibchen. Geblieben ist der feine Donausand tief im Erdreich, der noch vom Wasser und von Hulda erzählt. Ist die Erinnerung an sie im Donausand gespeichert? Was bedeutet der Verlust des Lebensraums für mythische Gestalten und unsere Sehnsucht nach Leben und Treibenlassen unter Wasser?

*GATSCH FÜR KRÖTEN                               16.30 – 20.00                   IN EINER LATSCHEN
die Wechselkröte braucht jährlich eine Kuhle mit frischem Wasser, in die sie laichen kann. Dafür können wir ihr mit unseren blanken Füssen den perfekten Unterbau bereiten.

*TINY FOREST                                 durchgängig                     AM GELÄNDE
Erkundungen im Mikroforst mit PETER SOMMER. Welche Pflanzen und nach welchem Prinzip wurden geplfanzt? Welche Verbindung gehen die Pflanzen mit dem Boden ein? Was war vor uns da, was haben wir verdrängt, was wollen und können wir zurückholen?

 

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