Georg Materna I Bildung - Medien – Demokratie Tagung Kritische Medienkompetenz 2022

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Created at 17. Oct. 2022

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by COMMIT

Bildung - Medien – Demokratie Tagung Kritische Medienkompetenz 2022

Tagung | Digitalisierung/Media Information Literacy /(MIL) 3. – 4. Oktober 2022

Demokratie ist in vielfältiger Weise auf ein robustes und qualitätsvolles Mediensystem angewiesen, aber auch auf Bürger/innen, die sich unter den vielen Angeboten zurechtfinden und Medieninhalte selbst bewerten und nach ihren Bedürfnissen mitgestalten können. Diskussionen um die gesellschaftlichen Auswirkungen von „Fake News“, die personalisierte Anzeige von Medieninhalten auf Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen oder Diskriminierung durch Hass im Netz machen es deutlich: die Fähigkeit zu einem kompetenten und kritischen Umgang mit Medien wird in unserer Gesellschaft immer relevanter.

Technisch vermittelte Medien durchdringen zunehmend fast alle Bereiche des Alltags, bestimmen maßgeblich unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit und verändern so auch unser Handeln und unsere Beziehungen zu anderen. Medien bilden somit eine Grundlage für das Verständnis von Demokratie und politischem Handeln.

In der Tagung nehmen wir eine Bestandsaufnahme der Mediennutzung in Österreich vor: Welche gesellschaftlichen Gruppen nutzen welche Medienangebote und welche Veränderungen können dabei beobachtet werden? Wie ist es um das Vertrauen in Medien bestellt? Vor welchen strukturellen und institutionellen Herausforderungen stehen Medien in Österreich? Wie können Bürger/innen selbst mitgestalten?

Auf Basis dieser Fragen diskutieren wir Handlungsansätze für die Erwachsenenbildung: Welche Rolle spielen dabei Mediennutzungskompetenzen und Fähigkeiten zur kritischen Reflexion von Medienangeboten und Mediennutzung? Wie gehen Erwachsenenbildner/innen und ihre Einrichtungen selbst mit der Thematik um? Welche Ansätze bestehen zur Vermittlung dieser Kompetenzen und sind diese zeitgemäß? Wie sind Demokratiebildung und kritische Medienkompetenz miteinander verknüpft?

Die Tagung widmet sich damit der Entwicklung von Medien und Demokratie rund um zunehmende Desinformation, Polarisierung und „Datafizierung“ der Gesellschaft. Dabei werden diese Herausforderungen für den Bereich der Erwachsenenbildung und Community Medien diskutiert und Handlungsansätze für Demokratie- und Medienbildung arbeitet.

Die Veranstaltung findet in Kooperation des bifeb mit COMMIT – Community Medien Institut statt.

 

Abstracts:

Thema 1 (Input und Q&A):

Bedeutung von Medienpluralismus für demokratische Gesellschaften – Befunde für Österreich. Maren Beaufort (European University Institute)

Ein durch die gesellschaftlichen Transformationsprozesse bedingter Wandel des Demokratieverständnisses geht auch mit einem Wandel der öffentlichen Sphäre und damit der Rolle der Medien einher, wobei Pluralität der Schlüssel zu jeder Form demokratischer Öffentlichkeit zu sein scheint. Nun besteht in Österreich laut Media Pluralism Monitor des Center for Media Pluralism and Media Freedom ein Risiko, dessen Bedeutung für die demokratische Ordnung im Rahmen dieses Vortrags beleuchtet werden soll.

Dr. Maren Beaufort erforscht am European University Institute das Phänomen der Desinformation im öffentlichen Diskurs und im regulatorischen Umfeld. Seit 2016 nimmt sie am Medienpluralismus-Monitor der Europäischen Kommission teil. In der Arbeitsgruppe „Media, Politics, and Democracy“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften liegen ihre Schwerpunkte u.a. in den Bereichen: Medienpluralismus, Medienkompetenz, Demokratie und Medien und Medienumgebungen im Wandel.

Thema 2 (Input und Q&A):

Die postdigitale „Neue Unübersichtlichkeit“. Paradoxien, Dilemmata und Konsequenzen des Wandels von Öffentlichkeit und Meinungsbildung aus medienpädagogischer Sicht Georg Materna (JFF München)

Habermas Buch „Die Neue Übersichtlichkeit“ erschien bereits 1985, der Titel des Buches ist jedoch weiterhin Programm: Sich einen Überblick über den digitalen Wandel und seine Auswirkungen zu verschaffen, ist kein einfaches Unterfangen – und wird auch diesem Input nicht gelingen. Dennoch gibt es aus medienpädagogischer Sicht einige Punkte, die von besonderem Interesse sind.

Ausgehend von drei Thesen wird mein Input Schlaglichter auf den Forschungsstand zum Wandel von Öffentlichkeit und politischer Meinungsbildung werfen. Eingehen möchte ich dabei zum einen auf strukturelle Veränderungen und zum anderen darauf, wie junge Menschen in ihrem alltäglichen Medienhandeln mit diesen umgehen. Dafür werde ich u. a. auf Studien eingehen, die am JFF in den letzten Jahren durchgeführt wurden. Abschließend werden daraus entstehende Konsequenzen für die Bildungsarbeit kritisch reflektiert und zur Diskussion gestellt.

Produzenten: Bundesinstitut für Erwachsenenbildung - bifeb
& Community Medien Institut - COMMIT

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