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Behind the blue - Dagmar Höss

Created at 26. Feb. 2024

169 Ansichten
by rita

https://www.maerz.at/event/behind-the-blue/

Artist Talk: Donnerstag, 15. Februar 2024, 18.30 Uhr
mit Dagmar Höss spricht Gabriele Spindler, Kunsthistorikerin und Kuratorin des
österreichischen Pavillons der Biennale von Venedig 2024

Behind the Blue
Dagmar Höss

Ein Wasserfall aus ozeanblau gefärbtem Stoff strukturiert den Ausstellungsraum. Blau als vielfältige Farbe des Wassers ist das tragende Element der aktuellen Arbeiten von Dagmar Höss. Es verbindet mehreren Serien von Cyanotypien, Fotografien und die Lichtinstallation „Be Water“ – ein von Bruce Lee entliehenes Zitat, das die Anpassungsfähigkeit und die gewaltige Kraft des Wassers umreißt.

Unbestritten haben Körper wieder stärkere Präsenz als Thema und Material in der zeitgenössischen Kunst. Und vor allem in feministisch-künstlerischen Positionen. Die Thematisierung des Körpers, vor allem des weiblichen Körpers als Politikum, spielt(e) in vielen Arbeiten von Künstlerinnen, durch viele Epochen und Kunstbewegungen hinweg, eine zentrale Rolle. Denn Körper ist eines der „großen Themen“ feministischer Dekonstruktion.

In den teils eigens für die Ausstellung entwickelten Werkserien beschäftigt Dagmar Höss vor allem der eigene Körper. Auf den ersten Blick abstrakte Formen, doch bei genauerer Betrachtung sind Rundungen, Falten und Wölbungen als Fragmente eines weiblichen Körpers zu erahnen.
Einige Serien sind als Cyanotypien ausgearbeitet, ein bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickeltes Edeldruckverfahren. Typisch für diese auch als Blaudruck oder Eisenblaudruck bekannte Technik, sind die cyanblauen Farbtöne. Die Cyanotypie basiert auf der Lichtempfindlichkeit von auf Papier aufgebrachten Eisensalzen, die unter UV-Einstrahlung wasserunlösliche Kristalle bilden.

In intensivem Blau verschmelzen Hintergrund und Person miteinander, tauchen ineinandergreifende, beinahe skulpturale Formen auf, nur um sogleich im diffusen Blau der Cyanotypien zu verschwinden.
Auf einzelnen Arbeiten folgen gestickte oder genähte Linien den Körperformen, die sie wie Wasserlinien umspielen. Handstickerei oder Maschinennähte strukturieren die Bildflächen und schaffen gleichzeitig Verbindungen zueinander.

Dagmar Höss: arbeitet als Künstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin, wobei sie diese Bereiche projektbezogen auch gerne vermischt. Nach einem Studium an der Kunstuniversität Linz absolvierte sie ein Postgraduate-Programm für Kurator*innen am Institut für Kulturwissenschaften Wien. Ihre meist konzeptionellen Werke reichen von raumbezogenen Installationen und fotografischen Arbeiten, über Siebdrucke und Collagen, bis hin zu Stick-Experimenten. Sie ist unter anderem Mitglied der Künstler*innenvereinigung MAERZ Linz und dem Künstler*innen-Haus Wien. Zuletzt waren ihre Arbeiten auf der Kunstmesse Parallel Vienna, in der Galerie der Kunstsammlung des Landes Oberösterreich und im Nordico Stadtmuseum Linz zu sehen.

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