Eigentlich wollte sie in Sarajevo Medizin studieren, doch der Krieg in Bosnien zwang Merima Milić-Alijagić in ein neues Leben: Ohne Deutschkenntnisse kam sie in den 1990er Jahren nach Österreich und arbeitet heute als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Wels. In der Sendung des ZZI – Zentrum für zeitgemäße Initiativen – spricht sie mit Damir Hamzić über den steinigen Weg der Integration und ihren Einsatz im Gesundheitsbereich. 

„Ich hatte wirklich ein schönes Leben in Sarajevo“, erinnert sich Alijagić an die Zeit vor dem Umbruch. Die Flucht nach Österreich erfolgte ungeplant und war von der Trennung von ihrer Heimat und ihren Eltern geprägt. Aufgeben kam für sie jedoch nicht infrage. „Wenn ich schon da bin, muss ich was machen“, beschreibt sie ihre Haltung. In Kirchdorf an der Krems wandte sie sich an das örtliche Krankenhaus und erhielt die Möglichkeit, trotz fehlender Deutschkenntnisse als Praktikantin tätig zu werden. Parallel dazu erlernte sie die Sprache – mit Büchern, Kassetten und viel Selbstdisziplin – und absolvierte erste Prüfungen im Rahmen des Anerkennungsverfahrens ihrer Ausbildung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Arbeitsbewilligung setzte sie ihre Ausbildung im Klinikum Wels fort, wo sie schließlich übernommen wurde. Heute ist Alijagić dort als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin tätig.  

Alijagić engagiert sich neben ihrer Tätigkeit im Krankenhaus auch gesellschaftlich, etwa in der transkulturellen Pflege sowie in Gesundheitsprojekten für unterschiedliche Communities. Dabei bringt sie ihre eigenen Erfahrungen als Migrantin ein und versucht, Brücken zwischen Patient*innen und Gesundheitssystem zu bauen. Diskriminierung habe sie zwar in ihrem beruflichen Umfeld kaum erlebt, sieht jedoch Herausforderungen im Alltag vieler Migrant*innen – insbesondere im Umgang mit Sprache und Bürokratie.  

Für Alijagić ist Integration keine Einbahnstraße, sondern Teamarbeit: „Da müssen wir alle zusammenarbeiten.“ Jungen Menschen rät sie zu einem langen Atem, denn Erfolg brauche Zeit. Auf die Frage nach ihrer Identität antwortet sie simpel: „Ich fühle mich als Mensch.“ 

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Verfasst von Rijalda Licina-Besic am 09.04.2026