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Maria Magdalena im Theater Phönix

von dorftv / am 08.10.2011
Tags Theater

Ein Stück von Franz Xaver Kroetz. Georg Ritter im Diskurs mit Harald Gebhartl.

Maria Magdalena
Regie: Esther Muschol.
Bühne: Georg Lindorfer.
Kostüme: Cornelia Kraske.
Lichtgestaltung: Ingo Kelp.
Musik: Wolfgang Peidelstein.
Inhalt

Die junge und naive Marie aus einem bayerischen Provinznest wird ungewollt schwanger. Vater des noch ungeborenen Kindes ist der skrupellose Bankangestellte Leo, der es einmal zu einem „Filialstellendirektor“ bringen will und diesem Ziel alles unterordnet. Zunächst bereit, Marie zu heiraten, weil er auf eine stattliche Mitgift hofft, löst er flugs die Verlobung, als er erfährt, dass sein Schwiegervater in spe finanziell ruiniert ist. Aber damit nicht genug: Maries Bruder Karl wird als Juwelendieb verhaftet und die Mutter fällt tot um. Marie sucht Trost bei Jugendfreund Peter, doch dieser rät ihr zur Abtreibung, denn auch er fürchtet um sein Ansehen, würde er sie mit einem unehelichen Kind von einem anderen Mann heiraten. Die Lage ist aussichtslos, Marie droht sich umzubringen. Doch statt Hilfe und Unterstützung zu bekommen, wird sie schamlos ausgelacht.

Franz Xaver Kroetz hat die Tragödie von Friedrich Hebbel zu einer grotesken Volkstheater-Komödie umgedeutet, in der die Begriffe Familie, Treue und Liebe zwar häufig bemüht werden, aber in Wahrheit keine Rolle mehr spielen. Gefangen im eigenen engen Kosmos, jagen die Figuren Profit, falscher Moral, Respektlosigkeit und ihrem Egoismus hinterher und zeigen eine Wirklichkeit, die in Auflösung begriffen ist.

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