WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:13.859
 Stasito, oh bel Moscardin, te chiamo bel copin e te metto in prison.

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00:00:30.719 --> 00:00:32.179
 Ich habe mir den Knie und den Bein von diesem Tragedor genommen.

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00:00:36.600 --> 00:00:37.340
 Wir befinden uns heute in der Linz AG, im Kunstforum der Linz AG,

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00:00:41.439 --> 00:00:42.039
 mit der Ausstellung Already, Not Quite Yet, The Act of Changing.

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00:00:45.039 --> 00:00:48.200
 Mein Name ist Michaela Kessler, ich bin bildende Künstlerin und bin zwischen Linz und Vorarlberg.

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00:00:48.479 --> 00:00:50.439
 Mein Name ist Anne Schinko.

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00:00:51.020 --> 00:00:54.520
 Ich bin bildende Künstlerin aus Oberösterreich

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00:00:54.520 --> 00:00:58.659
 und arbeite immer mit sehr vielen verschiedenen Techniken.

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00:01:04.620 --> 00:01:16.099
 Wir haben den Titel der Veränderung gewählt, weil Veränderung die eigentliche Konstante ist in unserem Leben in der Natur, aber auch in unserer Kunst.

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00:01:16.840 --> 00:01:25.939
 Der Veränderung sind keine Grenzen gesetzt und bei mir zeigt sich das so, dass ich immer wieder neue Techniken wählt, neue Herangehensweisen zu meinen Werken.

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00:01:26.840 --> 00:01:31.459
 Das ist eigentlich auf Neugier basiert, auf immer wieder was Neues ausprobieren wollen.

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00:01:32.239 --> 00:01:34.879
 Eben, wir haben den ja gemeinsam ausgewählt, die Anne und ich.

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00:01:35.519 --> 00:01:39.780
 Und bei meiner Arbeit und in diesem körperlichen geht es um dieses Körperwachstum

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00:01:39.780 --> 00:01:44.599
 und diese Veränderung von Körperlichkeit, was aber aus einem Inneren herrührt,

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00:01:44.760 --> 00:01:49.219
 also aus diesen verschiedenen Körperempfindungen und so wie man die dann fühlt

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00:01:49.219 --> 00:01:54.219
 oder wie der Körper riecht oder wie er schmeckt oder wie er sich eben anfühlt,

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00:01:54.959 --> 00:01:58.879
 aus diesen Momentaufnahmen manifestiert sich dann ein eigener Körper heraus,

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00:01:59.000 --> 00:02:02.659
 der durch diese längere Zeit zu einem eigenständigen Körper wächst

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00:02:02.659 --> 00:02:05.060
 und auch eine eigenständige Identität dann hat.

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00:02:05.060 --> 00:02:08.699
 Und da ist vor allem dieses Wachstum und ganz stark dieser Veränderungs.

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00:02:09.340 --> 00:02:15.400
 Und ja, im Gegensatz dazu steht aber eigentlich meine Thematik, mit der ich mich schon länger

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00:02:15.400 --> 00:02:16.879
 befasse in den letzten Jahren.

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00:02:17.960 --> 00:02:23.060
 Da geht es um eine Metaebene eigentlich, eher um ein Bewusstwerden von einer Dimension,

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00:02:23.939 --> 00:02:25.620
 die über das Physische hinausgeht.

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00:02:25.979 --> 00:02:32.580
 Das, was dann gleichzeitig das ist, was permanent in uns ist, was wiederum das Gegenteil ist eigentlich zur Veränderung.

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00:02:32.879 --> 00:02:36.199
 Und da befasse ich mich eigentlich immer mit verschiedenen Themenbereichen.

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00:02:37.219 --> 00:02:46.680
 Das Metaphysische ist eine Ebene, die für unsere Augen, für unsere physischen Augen unsichtbar ist, das ist eigentlich

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00:02:46.680 --> 00:02:50.360
 unsere Essenz, das, was da ist, wenn alles andere wegfällt.

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00:02:50.879 --> 00:02:55.680
 Wenn unsere Gedankenströme, unsere gesellschaftlichen Zwänge wegfallen, dann ist es das, was bleibt.

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00:02:56.159 --> 00:02:58.340
 Die Technik hat sich eigentlich von selbst ergeben.

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00:02:58.759 --> 00:03:03.060
 Irgendwie war mir einfach nur wichtig, mal mit irgendwas anzufangen in einer Zeit, wo

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00:03:03.060 --> 00:03:08.319
 das irgendwie sonst schwer war, weil das war 2020, wo ich dann irgendwie mit dem so mal begonnen habe.

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00:03:08.580 --> 00:03:12.479
 Und da war ich zu Hause und es waren nicht wirklich so Ressourcen da

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00:03:12.479 --> 00:03:15.000
 oder Räume, in denen man vielleicht Dreck machen konnte oder irgendwas.

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00:03:15.979 --> 00:03:20.120
 Und ich dachte mir, also das Thema Körper und vor allem die eigentliche Körperlichkeit

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00:03:20.120 --> 00:03:23.360
 und diese Veränderung, das hat mich immer schon sehr interessiert.

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00:03:23.360 --> 00:03:27.639
 Und am Anfang waren es ganz kleine Zeichnungen und schon mit Kuli.

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00:03:28.159 --> 00:03:31.219
 Aber das liegt vor allem auch daran, weil das sehr niederschwellig ist

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00:03:31.219 --> 00:03:33.439
 und weil ich einfach den Kugelschreiber auch immer hatte.

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00:03:33.919 --> 00:03:37.280
 Und ich dachte mir davor auch immer, alle Sachen und alle Werke,

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00:03:37.379 --> 00:03:40.520
 die ich davor gemacht habe, die waren eher konzeptioneller.

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00:03:41.080 --> 00:03:44.219
 Und dann waren immer so diese Gedanken und diese Konzepte

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00:03:44.219 --> 00:03:49.840
 und diese Überlegungen, wie man überhaupt etwas macht, zuerst mit Kugelschreiber aufgeschrieben oder skizziert.

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00:03:50.379 --> 00:03:59.340
 Ich denke, Kugelschreiber will man sofort, das Instrument, das man genommen hat, einfach nur, weil man es halt irgendwie, man braucht jetzt irgendwas schnell und das ist so unmittelbar.

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00:04:04.580 --> 00:04:04.680
 Und ich dachte mir dann, ja, also irgendwie, das ist irgendwie auch sehr elementar.

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00:04:09.340 --> 00:04:13.800
 Ich brauche ein Blatt Papier, einen glatten Boden und halt Kugelschreiber und mehr dann nicht. Und ich glaube, der Rest hat sich dann entwickelt, zuerst vom Kleinen und dann ins Größere.

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00:04:14.319 --> 00:04:20.319
 Und dann hat sich das mit diesen Strichen auch so irgendwann herauskristallisiert, weil es halt irgendwie Zeichnung ist.

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00:04:20.379 --> 00:04:23.779
 Aber mir ist eigentlich ja um diese Fläche geht, die sich verändert.

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00:04:24.199 --> 00:04:25.160
 Und darum geht es Ising ja auch mehr malerisch, obwohl es ja eigentlich um diese Fläche geht, die sich verändert. Und darum geht es

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00:04:25.160 --> 00:04:29.000
 Essing ja auch mehr malerisch, obwohl es ja eigentlich trotzdem Zeichnung ist.

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00:04:29.000 --> 00:04:35.180
 Das stimmt, das stimmt. Deswegen mache ich das immer wieder mit konkreten Themen. In dem Fall

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00:04:35.180 --> 00:04:40.939
 ist es zum Beispiel das Highlinen. Das ist eine Sportart, die ich seit längerem praktiziere. Das

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00:04:40.939 --> 00:04:46.000
 Bild ist entstanden mit meinem Partner gemeinsam, dem Juli. Und da geht es eben

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00:04:46.000 --> 00:04:51.339
 um diese Sportart, die was aber eigentlich viel mehr ist. Das ist eher was, eine mentale

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00:04:51.339 --> 00:04:59.199
 Gleichgewichtspraxis. Natürlich auch physisch, aber es geht sehr viel um das Mentale. Also Highlinern,

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00:04:59.199 --> 00:05:06.720
 ich kann es kurz erklären, für die, die es nicht wissen, da geht es darum, die Slackline, also ein Band aus Polyester oder

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00:05:06.720 --> 00:05:13.019
 Nylon, das wird auf mindestens 30 Meter Höhe gespannt und dann ist man da gesichert mit einem

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00:05:13.019 --> 00:05:20.220
 Klettergurt und einem Seil und man versucht dort drüber zu balancieren. Und ja, das lässt einen

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00:05:20.220 --> 00:05:30.500
 sehr stark mit Angst auseinandersetzen natürlich, aber eine surreale Angst, weil es ist ein sehr, sehr sicherer Sport. Aber ja, man beschäftigt sich

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00:05:30.500 --> 00:05:34.819
 so weit und es geht darum, darüber hinwegzukommen und trotzdem weiter

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00:05:34.819 --> 00:05:40.839
 weiterzugehen. Also die Großformatigen, die sind von der Rolle. Das heißt also, das

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00:05:40.839 --> 00:05:44.420
 Format wird erst bestimmt, wenn wirklich auch der Körper fertig ist und nicht

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00:05:44.420 --> 00:05:45.100
 umgekehrt.

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00:05:46.000 --> 00:05:50.180
 Und das möchte ich auch so, weil dann geht es ja irgendwie um diese weiblichen Körper

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00:05:50.180 --> 00:05:52.480
 und diese Weiblichkeit, die sich diesen Raum nimmt.

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00:05:53.000 --> 00:05:56.699
 Und dann wird bestimmt, wann halt die Rolle abgeschnitten wird.

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00:05:56.839 --> 00:06:00.180
 Und ich sitze dann wirklich mit dem ganzen Körper auch selber drauf,

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00:06:00.420 --> 00:06:01.939
 weil sonst geht es ja auch gar nicht.

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00:06:02.199 --> 00:06:07.920
 Und es muss auf dem Boden liegen, weil an der Wand würde der Kugelschreiber auch nicht funktionieren, weil dann hört er ja auf zu rinnen.

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00:06:09.100 --> 00:06:17.360
 Und das ist zum einen irgendwie ja total anstrengend, weil man halt sitzt und kniet und so dauernd.

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00:06:18.060 --> 00:06:25.540
 Aber dann ist es auch wie ein Überraschungsmoment, weil halt wenn man am Boden irgendwas zeichnet und es ist Großformatik, dann gibt es ja diesen Verzerrungseffekt auch.

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00:06:25.899 --> 00:06:28.060
 Das heißt, es ist nicht so, wie man es halt irgendwie gleich sieht.

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00:06:28.660 --> 00:06:32.019
 Und das ist auch irgendwie zum Teil gut,

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00:06:32.560 --> 00:06:35.439
 weil wenn man drauf sitzt, sieht man auch immer nur einen Teil.

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00:06:35.980 --> 00:06:39.540
 Und das macht es intuitiver, weil man arbeitet da gerade dran

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00:06:39.540 --> 00:06:42.899
 mit diesen Emotionen, die man halt hat und lässt das weiter wachsen.

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00:06:43.339 --> 00:06:50.040
 Und dann macht man sich gar nicht so einen Kopf mit allem, was schon da ist. Und dann wächst das zusammen und irgendwann entsteht dann diese

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00:06:50.040 --> 00:06:51.480
 Figur und dieser Körper.

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00:06:57.800 --> 00:07:06.160
 Meine ganz letzten Arbeiten, die hängen dort hinten, Da habe ich mich eigentlich ganz bewusst mit der Dimension des Spiels

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00:07:06.160 --> 00:07:07.319
 auseinandergesetzt, also

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00:07:07.319 --> 00:07:09.500
 der anfänglichen Freude,

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00:07:10.079 --> 00:07:11.199
 der kindlichen Freude,

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00:07:11.939 --> 00:07:13.959
 warum man überhaupt zum Malen, zum Zeichnen

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00:07:13.959 --> 00:07:14.560
 anfängt,

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00:07:15.279 --> 00:07:17.759
 weil ich das für mich

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00:07:17.759 --> 00:07:19.819
 empfinde es ganz wichtig, dass man das

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00:07:19.819 --> 00:07:20.879
 aufrechterhaltet.

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00:07:21.819 --> 00:07:23.620
 Wenn dann irgendwann mal Erwartungshaltungen

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00:07:23.620 --> 00:07:25.279
 reinkommen, gesellschaftliche

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00:07:25.279 --> 00:07:28.920
 Vorgaben, dann kann man das schnell verlieren. Und deswegen habe ich bewusst versucht, da

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00:07:28.920 --> 00:07:33.779
 wieder hineinzugehen. Und ich finde das ein ganz interessantes Spiel, weil es ist, du

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00:07:33.779 --> 00:07:39.019
 bist da frei drinnen. Da gibt es keine Regeln, da gibt es keine Grenzen. Und aus dem Grund

92
00:07:39.019 --> 00:07:45.860
 kann man sich eigentlich auch wieder sehr gut mit sich selber, mit seinem authentischen Ich verbinden. Das Ich, das war,

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00:07:46.079 --> 00:07:47.860
 das da war, bevor jegliche

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00:07:47.860 --> 00:07:49.819
 gesellschaftliche Zwänge da waren.

95
00:07:50.319 --> 00:07:52.100
 Und gerade im Erwachsenenalter, glaube ich,

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00:07:52.100 --> 00:07:53.699
 ist es sehr therapeutisch auch,

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00:07:54.259 --> 00:07:56.160
 weil man sich da wieder

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00:07:56.160 --> 00:07:57.879
 mit einer Ebene verbindet,

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00:07:58.040 --> 00:07:59.360
 die eben auf Neugier basiert,

100
00:07:59.660 --> 00:08:01.879
 aber auch auf Vertrauen, dass auch immer alles

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00:08:01.879 --> 00:08:03.360
 sich gut geht, weil es

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00:08:03.360 --> 00:08:04.680
 keine Regeln gibt.

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00:08:05.819 --> 00:08:09.339
 Und ja, man geht dann eigentlich ein bisschen von dem Mentalen weg,

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00:08:09.519 --> 00:08:14.660
 wo wir als Erwachsene geprägt sind und geht eigentlich mehr ins reine Fühlen über.

105
00:08:15.160 --> 00:08:19.579
 Und das finde ich eigentlich recht schön und ich will jetzt mehr in diese Richtung weitergehen.

106
00:08:20.839 --> 00:08:22.680
 Ja, also Dokumenten sind sie.

107
00:08:22.879 --> 00:08:31.399
 Das heißt, wenn man sie bei sich aufhängt und längerfristig irgendwo haben möchte, dann muss man sie natürlich rahmen, wie halt jede Zeichnung, weil sonst ist sie auch nicht geschützt.

108
00:08:31.399 --> 00:08:41.299
 Und da dann halt mit Museumsglas, damit das natürlich auch mit dem Licht geschützt ist. Und mit dem Patzen, das geht eigentlich. Das werde ich sehr oft gefragt.

109
00:08:45.559 --> 00:08:50.940
 ich sehr oft gefragt, aber es ist, ich glaube auch durch die Geschwindigkeit und vielleicht auch die Marke vom Kugelschreiber irgendwie, also da habe ich nie wirklich Probleme. Manchmal

110
00:08:50.940 --> 00:08:54.919
 gibt es so kleine Stellen, aber nur durch das, wie groß es ist, fällt das ja auch gar

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00:08:54.919 --> 00:09:01.120
 nicht so auf. Also ich würde sagen, das ist sehr minimal und am Schluss, es ist trotzdem

112
00:09:01.120 --> 00:09:05.519
 sehr praktisch für mich, weil das kannst du ja auch überall machen.

113
00:09:11.679 --> 00:09:12.700
 Also man braucht ja nicht wirklich ein Atelier dazu, solange man halt einfach einen sauberen, glatten Boden hat, wo dieser Platz zur Verfügung steht.

114
00:09:16.879 --> 00:09:17.480
 Und irgendwie Kugelschreiber gibt es überall zu kaufen. Kugelschreiber muss nicht trocknen.

115
00:09:21.539 --> 00:09:25.740
 Du kannst es sofort mitnehmen und ich würde sagen, die Vorteile überwiegen. Hauptsächlich diese Zeit und diese Dauer, die man da halt in Anspruch hat,

116
00:09:26.620 --> 00:09:30.220
 weil das halt eben ein Strich ist und nicht eine Fläche mit einem Pinsel,

117
00:09:30.340 --> 00:09:33.820
 was dann halt wieder die Waage hält, weil das braucht halt ewig.

118
00:09:34.759 --> 00:09:37.500
 Meine Ateliersituationen sind eigentlich immer unterschiedlich,

119
00:09:37.580 --> 00:09:39.279
 ein bisschen, weil ich bewege mich sehr viel.

120
00:09:39.860 --> 00:09:43.240
 Manchmal bin ich an einem Ort bei mir zu Hause und darf dort malen.

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00:09:43.679 --> 00:09:45.200
 Das Bild ist eigentlich entstanden

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00:09:45.200 --> 00:09:51.639
 ursprünglich auf einem Festival dieses Jahr und habe das dann fertig gemalt zu Hause. Also es ist

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00:09:51.639 --> 00:09:56.299
 unterschiedlich. Manchmal male ich, ich wohne in einem VW-Bus, meistens manchmal arbeite ich von

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00:09:56.299 --> 00:10:01.659
 dort aus, je nachdem wo ich mich gerade befinde eigentlich. Natürlich in so einem großen Format

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00:10:01.659 --> 00:10:05.519
 ist es besser, man hat mehr Platz zum Malen.

126
00:10:05.519 --> 00:10:10.159
 Ich glaube viele Leute sehen die Zeichnung und Striche mehr als Umrandung.

127
00:10:10.159 --> 00:10:15.320
 Du machst diese Umrisse und das ist dann eine Skizze und der Inhalt ergibt sich dann,

128
00:10:15.320 --> 00:10:19.639
 weil man schon bestimmte Sachen vom Kopf weiß, wie das aussehen muss und was das wäre.

129
00:10:19.639 --> 00:10:24.159
 Oder man muss es noch irgendwie mit Farbe füllen.

130
00:10:24.159 --> 00:10:29.740
 Aber für mich ist der Strich mehr auch so ein Werkzeug, Fläche zu gestalten und Fläche zu machen.

131
00:10:30.000 --> 00:10:35.019
 Und wie so Faserigkeit auch entstehen kann oder so Muskelfasern oder Hautstrukturen.

132
00:10:35.700 --> 00:10:41.019
 Es ist zwar ein sehr langsamer Prozess, aber es funktioniert trotzdem sehr gut und auch sehr intuitiv.

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00:10:41.759 --> 00:10:46.659
 Und durch dieses Wachsen, das dann langsam geht, habe ich auch nicht das Gefühl,

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00:10:46.759 --> 00:10:51.360
 dass ich gleich wissen muss, was ich eigentlich mache, sondern das kann sich entwickeln, ohne dass

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00:10:51.360 --> 00:10:55.360
 ich weiß, ich mache jetzt so einen Körper oder es soll jetzt eine Hand rauskommen oder was auch

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00:10:55.360 --> 00:11:01.620
 immer man da drin sehen mag. Das sind im Schluss einfach nur monotone Striche und die sich durch

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00:11:01.620 --> 00:11:08.000
 das Machen irgendwann dann zu etwas manifestieren. Ich habe da vorne eins, das heißt A Pattern of Us.

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00:11:08.000 --> 00:11:16.000
 Da geht es darum, wie unsichtbare Strukturen und Geschichten über Generationen hinweg

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00:11:16.000 --> 00:11:20.000
 sich wieder reproduzieren.

140
00:11:20.000 --> 00:11:23.000
 Da ist der Hintergrund, das sind gehäkelte Quadrate.

141
00:11:23.000 --> 00:11:25.279
 Die habe ich gemeinsam mit meiner Oma gemacht.

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00:11:25.899 --> 00:11:29.059
 Und da, das widerspiegelt eigentlich so fraktale Strukturen.

143
00:11:30.340 --> 00:11:34.799
 Das sind ja quasi immer Formen, die sich wo wiederfinden, aber immer leicht verändert,

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00:11:34.919 --> 00:11:38.720
 genauso wie eben in Familien selber und den einzelnen Mitgliedern.

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00:11:39.539 --> 00:11:44.059
 Und im Vordergrund dazu habe ich meine beiden Großmütter und mich gemalt.

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00:11:44.799 --> 00:11:45.120
 Unsere Körper sind quasi ineinander verschmelzend. Vor der Grund dazu habe ich meine beiden Großmütter und mich gemalt.

147
00:11:48.139 --> 00:11:48.720
 Unsere Körper sind quasi ineinander verschmelzend.

148
00:11:51.799 --> 00:11:51.899
 Und da geht es eben auch darum, um Sachen, die wir mitkriegen,

149
00:11:54.899 --> 00:11:55.480
 die wir vielleicht gar nicht wissen, Muster, die wir weiterführen.

150
00:12:00.139 --> 00:12:03.620
 Aber für mich ist da ganz wichtig, dass man eben das auch bewusst werden, das bewusst machen kann, um dann auch zu sagen,

151
00:12:03.779 --> 00:12:05.620
 hey, ich werde das jetzt nicht so weiterführen,

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00:12:06.080 --> 00:12:08.559
 um aus diesen Mustern auszubrechen und etwas Neues zu schaffen.

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00:12:08.860 --> 00:12:13.460
 Ich glaube, das Konzept, das besteht nur darin, dass ich halt einfach weiß, um was es mir geht.

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00:12:14.240 --> 00:12:18.720
 Um diese Körperemotionen, die sich dann manifestieren sollen und die sich wachsen und verändern.

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00:12:19.500 --> 00:12:24.379
 Und ich glaube, das ist eigentlich schon, mir ist nur wichtig, dass ich weiß, warum ich es mache

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00:12:24.379 --> 00:12:26.320
 und was ich halt eigentlich mache. Ich weiß, ich mache Zeichnungen und es geht mir darum, das ist eigentlich schon, mir ist nur wichtig, dass ich weiß, warum ich es mache und was ich halt eigentlich mache.

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00:12:26.399 --> 00:12:29.559
 Ich weiß, ich mache Zeichnungen und es geht mir darum, das jetzt umzusetzen.

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00:12:30.539 --> 00:12:34.700
 Aber Konzept an sich, dass ich jetzt bestimmte Sachen plane, das gibt es eben nicht.

159
00:12:34.700 --> 00:12:40.799
 Und das ist für mich auch eine größere Befreiung, weil da ist es halt irgendwie weniger verkopft.

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00:12:40.899 --> 00:12:43.399
 Und im Schluss gibt es ja eigentlich kein richtig und falsch.

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00:12:45.639 --> 00:12:51.320
 verkopft und im Schluss gibt es ja eigentlich kein richtig und falsch. Also dann habe ich nicht das Gefühl, irgendwas nicht gut gemacht haben zu können, weil es sich ja sowieso erst entwickelt.

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00:12:51.320 --> 00:12:59.799
 Farbe ist eigentlich eine Frequenz, die etwas bewirkt bei uns, also eine Schwingung,

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00:12:59.799 --> 00:13:08.120
 die entweder Ruhe vermittelt, die Aufregung vermittelt kann, die Wärme vermitteln kann.

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00:13:08.879 --> 00:13:12.179
 Und insofern greife ich gerne auf Farbe zurück.

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00:13:12.740 --> 00:13:16.039
 Ich mache das aber eigentlich ganz intuitiv in dem Moment, wie ich mich fühle.

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00:13:19.740 --> 00:13:26.860
 Ich glaube, die Striche haben sich dann immer mehr so geschlossen, am Anfang zumindest.

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00:13:28.039 --> 00:13:33.100
 Und als ich das gemerkt habe, dass es sich so um diese Kanten herum bewegt,

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 ist mir wichtiger geworden, dann nachher auch diese Kanten offen zu lassen.

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00:13:38.840 --> 00:13:41.200
 Irgendwie auch mehr als bewusster Akt dazu.

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00:13:41.779 --> 00:13:46.000
 Aber es ist dann trotzdem auch, auch wenn diese Kanten geschlossen wirken,

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00:13:46.679 --> 00:13:49.399
 ist es nie so, dass sie dann mit einer Linie durchgezogen sind.

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 Und das ist für mich auch so,

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00:13:51.059 --> 00:13:53.299
 weil das jederzeit auch an dieser Stelle

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00:13:53.299 --> 00:13:54.659
 wieder weiter wachsen könnte.

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00:13:55.500 --> 00:13:57.580
 Also man könnte da weiter diese Striche machen

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00:13:57.580 --> 00:13:59.860
 und dann wird es auch nicht anders ausschauen

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00:13:59.860 --> 00:14:01.360
 und auch nicht so, als ob da noch irgendein Teil

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 dazu hingefügt worden wäre,

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00:14:03.720 --> 00:14:10.500
 sondern halt einfach dieses Schließen mit den Strichen hat irgendwie auch einen eigenen Prozess und eine eigene Ästhetik,

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00:14:10.500 --> 00:14:15.759
 wo das trotzdem irgendwie unendlich weitergehen könnte, wenn man es halt so entscheidet.

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00:14:15.759 --> 00:14:28.340
 Ich glaube in den letzten Jahren habe ich mich mehr interessiert für Violetttöne. Aber das ist wirklich ganz abhängig vom Moment, wie ich mich fühle.

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00:14:28.340 --> 00:14:35.320
 Und ich mache das sehr intuitiv, welche Farben ich wählen will. Da ist natürlich jetzt eher

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00:14:35.320 --> 00:14:40.539
 Sonnenuntergangsstimmung und da habe ich mich natürlich dann auf diese Farben konzentriert

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00:14:40.539 --> 00:14:42.980
 und habe die bewusst so gewählt.

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 und habe die bewusst so gewählt.

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00:14:51.299 --> 00:14:51.480
 Also die Arbeit hinter mir zum Beispiel,

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00:14:53.299 --> 00:14:53.559
 das heißt, die heißt Liebste Steckenpferde.

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00:14:57.179 --> 00:14:57.320
 Eine Arbeit, wo mehrere Körperlichkeiten zu sehen sind,

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00:15:00.720 --> 00:15:01.620
 weil die ist auf einer Residency, habe ich die angefangen.

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00:15:03.740 --> 00:15:06.419
 Und da ging es darum, dass ich da im alten Werk für einige Zeit kurz beschäftigt

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00:15:06.419 --> 00:15:11.639
 war in Deutschland und dann musste man mit den Menschen vor Ort umgehen und halt irgendwie auch

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00:15:11.639 --> 00:15:16.740
 dazu ein Kunstprojekt machen und da, ich weiß nicht, da habe ich dann das autobiografische

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00:15:16.740 --> 00:15:24.120
 Gespräch mit denen geführt, mit demenzkranken Menschen und dann merkt man halt irgendwie,

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00:15:24.120 --> 00:15:30.320
 was wiederholt sich und was will man vergessen und was will man nicht vergessen und auch irgendwie, dass das nicht nur

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00:15:30.320 --> 00:15:35.179
 mit dem Kopf zusammenhängt, sondern eben auch viel mit dem Gefühl und mit dem Herz an was man sich

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 erinnert, weil Menschen, die dann ihren Namen vergessen haben und wenn, haben vielleicht

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00:15:40.399 --> 00:15:46.240
 irgendwie dann ein Tier gestreichelt und an dieses Gefühl können sie sich aber erinnern und wissen, was das ist.

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00:15:46.320 --> 00:15:48.679
 Sie können nicht mehr aussprechen, was es bedeutet oder so,

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00:15:48.960 --> 00:15:52.360
 aber halt dieses Gefühl und diese Emotion ist dann trotzdem da.

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00:15:52.860 --> 00:15:56.100
 Und ich wollte eben so diese Einblicke und von diesen Erzählungen

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 oder auch von diesen Eindrücken da dann auf eine Art festhalten,

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00:16:01.240 --> 00:16:05.940
 wie es dann auch weiter wächst und so vielleicht auch verfälscht wieder wird, weil

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 diese Menschen ja auch durch dieses ständige Erinnern

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 ja wieder andere Sachen erinnern,

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 die es vielleicht gar nicht gibt, aber die man halt gern

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 gehabt hätte, weil

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 durch jedes Mal erinnern diese Erinnerung eigentlich

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00:16:15.860 --> 00:16:16.659
 verfälscht wird.

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 Wie schaut das Lecklein in der Kunst aus?

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00:16:21.899 --> 00:16:23.980
 Eigentlich ist das ganze Leben ja ein Teil von

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 Kunst, also es kommt darauf an, wie man das lebt, oder?

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 Und in dem Sinn ist Slacklinen, alle Bewegung ist Kunst.

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 Aber in meinem Fall ist es natürlich jetzt so bildlich dargestellt.

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 Also da geht es genau um ein konkretes Erlebnis,

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 das ich dieses Jahr gemeinsam mit meinem Partner und der Community von Argentinien in Patagonien erlebt haben darf.

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 Also wir haben zwei 53 Meter Highlines aufgebaut in den Bergen und waren dort für eine Woche

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 und haben dann dort unser Gleichgewicht geübt und quasi unsere Ängste ausgestanden.

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00:17:00.340 --> 00:17:11.099
 Genau, also es ist eigentlich eine aktive Meditation, kann man so sagen, weil man versucht dabei im Hier und Jetzt zu bleiben, uns immer auf den jetzigen Moment zu konzentrieren.

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 Man lernt, dass man seine Gedanken konkret auswählen kann und dass negative Gedanken runterwerfen und positive Gedanken eigentlich oben stehen lassen bleiben.

