WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:05.660
 Klima und Du

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00:00:05.660 --> 00:00:15.800
 Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin- und hergeschoben.

2
00:00:16.579 --> 00:00:20.620
 Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen?

3
00:00:21.320 --> 00:00:27.559
 Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die

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00:00:27.559 --> 00:00:32.820
 wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der freien Medien in Oberösterreich.

5
00:00:41.920 --> 00:00:47.679
 Herzlich willkommen. Marina Wetzelmeier begrüßt Sie zu dieser Ausgabe von Klima und Du,

6
00:00:48.020 --> 00:00:52.780
 die sich mit den erfahrensten IngenieurInnen im Wasserbau beschäftigt, den Bibern.

7
00:00:53.460 --> 00:00:58.619
 Durch die extreme Trockenheit und Hitze in diesem Sommer sind zahlreiche Bäche ausgetrocknet,

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00:00:58.619 --> 00:01:04.400
 unter anderem jene Bäche, die aus dem Mühlviertel nach Linz in das Urferaner Sammelgerinne fließen.

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00:01:05.799 --> 00:01:11.959
 Dort sind noch letzte Reste von Wasser erhalten geblieben, mit Hilfe von Biberdämmen. Franziska Turner und

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00:01:11.959 --> 00:01:18.340
 Fabian Holzinger beobachten seit vielen Jahren Biberfamilien in Linz. Sie gründeten das Biberlab

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00:01:18.340 --> 00:01:24.280
 und betreuen ein Gewässer-Revitalisierungsprojekt am Urferaner Sammelgerinne. Bei einem

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00:01:24.280 --> 00:01:26.019
 Lokalaugenschein erzählen sie,

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00:01:26.420 --> 00:01:29.280
 wie sie gemeinsam mit den Bibern gegen die Dürre kämpfen.

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00:01:30.159 --> 00:01:33.000
 Wir befinden uns da am Urferaner Sammelgerinne

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00:01:33.000 --> 00:01:36.239
 neben der Autobahn, der Müllgräs-Autobahn in Linz,

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00:01:36.939 --> 00:01:38.980
 an der Mündung des Höllmüllbachs.

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00:01:38.980 --> 00:01:40.840
 Auf der anderen Seite ist der Diesenleitenbach,

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00:01:40.920 --> 00:01:43.780
 der ist seit weit über zwei Wochen trocken.

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00:01:44.819 --> 00:01:46.180
 Und das Rinnsal, das wir

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00:01:46.180 --> 00:01:53.140
 da vom Höllmühlbach kommen sehen, das ist das letzte Wasser überhaupt, das da irgendwo zugeführt

21
00:01:53.140 --> 00:01:59.620
 wird. Der Haselbach, der eigentlich der größte Zufluss weiter unten, dann ist ebenfalls ausgetrocknet.

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00:01:59.620 --> 00:02:07.040
 Das Urferaner Sammelgerinne sammelt eben alle Müllviertlerbecher auf Linzer Stadtgebiet ein

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00:02:07.040 --> 00:02:12.439
 und führt sie dann am Kraftwerk Asten vorbei in die Donau.

24
00:02:13.740 --> 00:02:20.639
 Und im Rahmen eines Klimafondsprojekts machen wir, also Franziska Thurner und Frau Winn-Holzinger,

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00:02:20.639 --> 00:02:26.960
 also BivaLab, gemeinsam mit Blattfisch sowie dem Wasserbau, der Naturkundliche

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00:02:26.960 --> 00:02:33.539
 Station sowie der Wasserwirtschaft in Linz hier ein Renaturierungsprojekt durch.

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00:02:34.960 --> 00:02:46.879
 Und gerade in diesem extremen, trockenen Jahr haben wir jetzt sozusagen die Probe aufs Exempel in Sachen Wasserrückhalt.

28
00:02:46.879 --> 00:02:53.960
 Und eben alle Zuflüsse sind bis auf dieses kleine Rinnsaal hier ausgetrocknet.

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00:02:54.099 --> 00:02:58.520
 Aber auch bachabwärts vom Projektgebiet ist inzwischen alles trocken.

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00:02:58.719 --> 00:03:05.159
 Und wir halten hier eigentlich nur so auf 1,5 Kilometer möglichst viel Wasser

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00:03:05.159 --> 00:03:10.819
 mit Hilfe von 13 Biberdämmen und Biberdämm-Analogs, also Biberdamm-Imitaten,

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00:03:11.939 --> 00:03:17.259
 so weit so viel Wasser zurück, dass dann nur ein paar letzte Refugial-Habitate bestehen bleiben

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00:03:17.259 --> 00:03:19.080
 für Fische natürlich in erster Linie.

34
00:03:19.800 --> 00:03:23.159
 Das Biberlab verbindet Kunst mit Wissensvermittlung.

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00:03:23.659 --> 00:03:26.460
 Fabian Holzinger ist Musiker und Sounddesigner

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00:03:26.460 --> 00:03:32.479
 mit einem Schwerpunkt auf Field Recording und akustische Ökologie. Franziska Turner ist

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00:03:32.479 --> 00:03:38.759
 Medienkünstlerin und Universitätslektorin an der Akademie der Bildenden Künste Wien sowie an der

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00:03:38.759 --> 00:03:48.460
 Kunstuniversität Linz. Schon bevor sie das SpivaLab gegründet haben, beschäftigten sie sich in gemeinsamen Projekten mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.

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00:03:49.120 --> 00:03:53.840
 Seit 2020 erforschen sie die Lautäußerungen von Bibern in Linz.

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00:04:16.000 --> 00:04:16.259
 Für mich ist es ein sehr interessantes Gebiet, weil es so zwischen Autobahn und Donauradweg liegt.

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00:04:23.259 --> 00:04:29.839
 Also eigentlich so ein bisschen ein vergessenes Gebiet, das sich aber jetzt sukzessive zu einer wirklichen Oase verwandelt hat. Also wir haben im letzten Jahr 1500 Bäume gepflanzt, wir haben viele Kleintierhabitate gemacht und was

42
00:04:29.839 --> 00:04:34.240
 wir ganz aktiv versuchen und was uns auch glücklicherweise gelingt ist, wir

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00:04:34.240 --> 00:04:40.579
 arbeiten kooperativ, also wir arbeiten mit Bibern gemeinsam an der Dürre- und auch

44
00:04:40.579 --> 00:04:55.000
 Hochwasserprävention.

45
00:05:00.180 --> 00:05:00.839
 Biber sind eine Schlüsselspezies, das heißt dort, wo sich Biber ansiedeln,

46
00:05:03.240 --> 00:05:03.480
 gibt es eine sehr hohe Biodiversität.

47
00:05:07.199 --> 00:05:12.300
 Das heißt, durch die Form der Landschaftsarchitektur ergeben sich ganz viele neue Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen. Und was sehr,

48
00:05:12.300 --> 00:05:17.939
 sehr schön ist, ist hier am Sammelgerinne konnten wir aufgrund von Kartierungen wirklich eine hohe

49
00:05:17.939 --> 00:05:26.240
 Dichte an seltenen Tieren und Pflanzen finden. Es gibt hier am Sammigerinne viele verschiedene Vögel. Zum Beispiel haben wir

50
00:05:26.240 --> 00:05:32.360
 auch den seltenen Eisvogel schon beobachten können, für den wir eine Eisvogelbrutröhre

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00:05:32.360 --> 00:05:40.519
 gebaut haben. Es gibt auch Gelbspötter. Was wir sehr viel sehen, was schön ist, sind Würfelnattern

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00:05:40.519 --> 00:05:46.100
 in allen Größen. Die haben wir schon beobachten können, wie sie sehr große Fische verspeisen.

53
00:05:46.959 --> 00:05:51.800
 Dann gibt es auch viele Libellenarten, zum Beispiel die Blauflügelprachtlibelle.

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00:05:52.300 --> 00:05:54.759
 Oder die gebänderte Prachtlibelle.

55
00:05:55.759 --> 00:06:03.279
 Natürlich auch sehr viele Säugetiere neben den Bibern, also Fischotter, Iltis, Zwergmäuse.

56
00:06:03.279 --> 00:06:09.319
 Oder auch natürlich aquatische Lebewesen, Fische wie Bachneunaugen.

57
00:06:11.980 --> 00:06:15.319
 Fabian Holzinger hält ein Thermometer in das Wasser des Diesenleitenbachs.

58
00:06:16.660 --> 00:06:19.839
 Die Wassertemperatur beträgt 17,4 Grad.

59
00:06:20.180 --> 00:06:27.040
 Er ist zufrieden, sagt er. Am Höhepunkt der Hitzeperiode waren es bereits 28 Grad Wassertemperatur.

60
00:06:27.399 --> 00:06:36.199
 Je mehr Hitze, desto weniger Sauerstoff ist im Wasser gelöst und dementsprechend haben die Fische sehr, sehr viele Probleme bei hohen Wassertemperaturen.

61
00:06:36.199 --> 00:06:43.040
 Und 28 Grad ist schon sehr brutal. Für sehr viele Fische ist das schon an der Grenze zur Erträglichkeit.

62
00:06:43.459 --> 00:06:46.819
 Die sind dann extrem gestresst und geschwächt schon.

63
00:06:47.699 --> 00:06:54.199
 Bei den hohen Wassertemperaturen ist es so, dass wir natürlich kleinere Bereiche nur mehr zur Verfügung haben für die Fische.

64
00:06:54.879 --> 00:06:57.540
 Und der Lebensraum stark geschrumpft ist.

65
00:06:57.980 --> 00:07:00.379
 Da, wo wir jetzt stehen, sieht man, dass einiges los ist.

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00:07:00.480 --> 00:07:01.620
 Wir stehen da gerade im Schatten.

67
00:07:02.279 --> 00:07:10.600
 Es gibt auch einen Uferbewuchs, da kann man sich als Fisch schön darunter verstecken und in so kleine Höhlen schwimmen.

68
00:07:11.180 --> 00:07:16.680
 Das ist sehr wichtig da am Rand. Aber der Lebensraum ist natürlich auch viel, viel kleiner und das ist auch nur elementar.

69
00:07:17.220 --> 00:07:19.620
 Was machen die Biber bei der großen Hitze?

70
00:07:20.019 --> 00:07:26.339
 Da die Biber nachtaktiv sind, sind sie jetzt nicht ganz so betroffen wahrscheinlich, aber denen taugt das überhaupt nicht.

71
00:07:27.079 --> 00:07:33.079
 Die sind sehr emsig dabei, immer neue Dämme zu bauen und zu verbessern

72
00:07:33.079 --> 00:07:37.420
 und halten einfach möglichst lange, möglichst viel Wasser da.

73
00:07:37.420 --> 00:07:40.319
 Und das haben wir jetzt wirklich schon reihenweise an Bächen.

74
00:07:40.480 --> 00:07:44.680
 Überall trocknet es aus, nur dort, wo Biber wohnen, eben nicht.

75
00:07:45.579 --> 00:07:50.660
 Sie bauen dann plötzlich auch Dämme an Orten, wo sie vorher nie gebaut haben und kümmern

76
00:07:50.660 --> 00:07:53.720
 sich auch so um die Randgebiete vom Biber-Revier.

77
00:07:58.279 --> 00:08:05.899
 Wir stehen hier vor einem BDA, also einem Biber-Dam Analog, der hier maßgeblich dazu beiträgt, dass

78
00:08:05.899 --> 00:08:11.459
 weiter oben es schon zu stauen beginnt und hier eben ein schönes Refugial-

79
00:08:11.459 --> 00:08:17.579
 habitat aktuell eben entstanden ist. Das haben wir gebaut. Wir hatten auch die

80
00:08:17.579 --> 00:08:24.300
 letzten Monate Unterstützung von zwei Personen, die die Klimagartenlehre beim

81
00:08:24.300 --> 00:08:25.339
 Magistrat machen.

82
00:08:26.139 --> 00:08:29.920
 Und die haben ein Praktikum bei uns absolviert und haben uns zehn Tage unterstützt.

83
00:08:30.100 --> 00:08:34.940
 Und mit denen haben wir unter anderem mehrere BDEs gebaut oder gewartet.

84
00:08:35.399 --> 00:08:40.100
 Für den Bau solcher Biber-Dem-Analogs sind die Biber selbst die Lehrmeister.

85
00:08:40.100 --> 00:08:43.059
 Man beobachtet die Biber ganz genau, was sie tun.

86
00:08:43.240 --> 00:08:54.019
 Wir gehen in die Lehre bei den Bibern. Wir schauen lange zu. Sie verwenden verschiedene Baumaterialien. Sie verwenden Steine, Schlamm, Holz.

87
00:08:54.720 --> 00:09:05.539
 Und die können sie sehr geschickt so miteinander verbinden, dass sie eben Biberdämme bauen. Ganz, ganz großartige dynamische Gebilde, die eben viele Lebewesen auch darüber wandern lassen.

88
00:09:05.820 --> 00:09:08.820
 Also auch Fische können bei Biberdämmen gut wandern.

89
00:09:09.480 --> 00:09:10.700
 Das schauen wir uns alles ab.

90
00:09:11.080 --> 00:09:14.740
 Wir lernen und mittlerweile lässt sich das schon sehen, was wir da können.

91
00:09:15.200 --> 00:09:17.460
 Wir haben einige Dämme, die sehr, sehr gut funktionieren.

92
00:09:17.559 --> 00:09:21.700
 Und manchmal eben haben wir das Glück, dass wir untertags bauen und am Abend dann die Biber kommen,

93
00:09:22.259 --> 00:09:26.100
 inspizieren, ob wir das ordentlich gemacht haben und dann weiterbauen.

94
00:09:26.379 --> 00:09:31.600
 Leider wissen wir nicht ganz genau, wie sie es jetzt genau finden, was wir machen.

95
00:09:32.000 --> 00:09:35.139
 Aber wir hoffen, wir sind gute Lehrlinge.

96
00:09:35.759 --> 00:09:39.519
 Die Biber wissen sehr, sehr genau, wo die besten Plätze für Dämme sind,

97
00:09:39.600 --> 00:09:42.840
 wo man mit wenigsten Arbeit die meiste Wirkung erzielt.

98
00:09:42.840 --> 00:09:43.960
 und wenigsten Arbeit die meiste Wirkung erzielt.

99
00:09:46.460 --> 00:09:46.879
 Und in dem Fall, bei dem Damm hier,

100
00:09:51.220 --> 00:09:51.779
 haben wir eben der Höllmüllbachmündung vorgelagert,

101
00:09:55.240 --> 00:09:59.500
 um das Mündungsgebiet zu überfluten und das möglichst lange unter Wasser zu halten.

102
00:10:00.539 --> 00:10:03.879
 Was man bei dem Damm jetzt in der extremen Trockenheit,

103
00:10:03.919 --> 00:10:07.700
 die wir heuer haben, gut sieht, ist das Grundproblem.

104
00:10:08.419 --> 00:10:12.440
 Es kommt einfach weniger Wasser nach als verdunstet.

105
00:10:13.399 --> 00:10:21.659
 Sprich kontinuierlich, aber doch zeigen sich hier auch die Grenzen von Bivoderm Analogs natürlich auf.

106
00:10:22.080 --> 00:10:43.080
 Die funktionieren immer noch sehr gut und wir können da jetzt viele, viele Wochen das alles hinauszögern, aber man sieht es bei dem ganz gut, er verliert an Stauwirkung. Einfach, weil die Menge an Wasser, die oben reinkommt, auf Dauer kleiner ist als die Menge, die da verdunstet und zu Wasserdampf wird wieder.

107
00:10:43.100 --> 00:10:43.600
 die da verdunstet und zu Wasserdampf wird wieder.

108
00:10:48.279 --> 00:10:48.639
 Biberdämm-Analogs müssen so wie das natürliche Vorbild, die Biberdämme,

109
00:10:51.179 --> 00:10:51.539
 regelmäßig gepflegt und angepasst werden.

110
00:10:55.000 --> 00:10:59.580
 Oft beginnt ein klassischer Tag am Sammelgerinde damit, dass wir mit dem Fahrrad mal das Gelände abfahren und schauen, wo gibt es was zu tun.

111
00:11:01.240 --> 00:11:04.419
 Das sind dann sehr vielfältige Arbeiten, die da zu tun sein können.

112
00:11:04.580 --> 00:11:06.759
 Meistens sind es Reparaturarbeiten.

113
00:11:06.759 --> 00:11:11.700
 Jetzt spezifisch, wo wir so mit der Dürre kämpfen, haben wir viel Zeit in den Warthosen

114
00:11:11.700 --> 00:11:18.519
 verbracht und haben die BDAs repariert oder adaptiert, je nachdem in welchem Zustand sie

115
00:11:18.519 --> 00:11:20.620
 waren und je nachdem wie der Pegelstand war.

116
00:11:20.620 --> 00:11:27.000
 Ansonsten haben wir natürlich auch uns gekümmert um die Eindämmung des

117
00:11:27.000 --> 00:11:31.200
 japanischen Staudenknotenreichs. Wir stehen da jetzt auch gerade vor einer Ankündigung

118
00:11:31.200 --> 00:11:38.080
 von unserer Projektpartnerin Heda Malicki. Sie kümmert sich hier um die Sensenmat und

119
00:11:38.080 --> 00:11:42.519
 macht außerdem einen Neophyten-Flashmob. Da trifft man sich und tut gemeinsam eine

120
00:11:42.519 --> 00:11:47.840
 Stunde lang sich auspowern, indem man Neophyten ausreißt oder Rhizome gräbt.

121
00:11:48.679 --> 00:11:53.340
 Und ich glaube, das können wir durchaus größer gedacht lernen von Bibern.

122
00:11:54.480 --> 00:12:03.500
 Wir sollten sie kleinteilig um unsere Infrastruktur und Bäche und Gewässer sind ja unsere Infrastruktur lebenswichtig,

123
00:12:04.539 --> 00:12:07.620
 einfach kleinteilig dauerhaft darum kümmern.

124
00:12:07.899 --> 00:12:17.000
 Die Biber zeigen es vor, die kümmern sich jede Nacht um ihre Infrastruktur und verbessern die und reparieren die.

125
00:12:17.820 --> 00:12:30.600
 Ein von Menschen gebauter, betonierter Darm kann nie diese Qualitäten aufweisen wie ein Biberdamm, weil ein Biberdamm eben ein ganz dynamisches Gebilde ist, das ganz verschiedenen Lebensraum auch schafft.

126
00:12:30.600 --> 00:12:39.700
 Also Fische können sich im Damm verstecken, kleinere Fische. Dann ist es so, dass durch verschiedene Pegelstände wird auf der Seite etwas ausgeschwemmt.

127
00:12:52.519 --> 00:12:53.039
 Wir haben immer kleinere Gänge und Kanäle, wo Fische wandern können und dieses Zusammenspiel aus abgedichteteren Dämmen und daneben aber kleineren Armen, die sich ergeben.

128
00:13:00.720 --> 00:13:08.000
 Also es ist eben nicht eine betonierte Wand, wo gar nichts durch kann, sondern ein sehr schönes, dynamisches Gebilde. Von dem gehen vielleicht auch viele Vorurteile aus, wenn man daran denkt, menschengebaute

129
00:13:08.000 --> 00:13:14.259
 Staudämme wirken sehr kompakt, sehr undurchlässig und daher kommt vielleicht das Vorurteil, dass man

130
00:13:14.259 --> 00:13:21.500
 sagt, ja Biberdämme, die sorgen für Hochwasser zum Beispiel. Biber gibt es seit 15 Millionen Jahren,

131
00:13:21.720 --> 00:13:25.639
 seitdem sind die IngenieurInnen im Wasserbau und das alles

132
00:13:25.639 --> 00:13:30.879
 ist eigentlich ein ganz großartiges System, das ohne uns Menschen fantastisch gut funktioniert

133
00:13:30.879 --> 00:13:35.480
 hat. Wir haben eingegriffen, wir haben Veränderungen gemacht und aus diesem Grund haben wir auch

134
00:13:35.480 --> 00:13:39.419
 ganz viele Probleme, mit denen wir uns gerade beschäftigen müssen. Da geht es ganz wichtig

135
00:13:39.419 --> 00:13:49.919
 immer darum, Konfliktprävention zu betreiben und zu schauen, was brauchen wir Menschen, was brauchen unsere Freundinnen, unsere tierischen Freundinnen rund um uns

136
00:13:49.919 --> 00:13:52.820
 und alle anderen Pflanzen und Lebewesen natürlich.

137
00:13:52.820 --> 00:13:58.460
 Und mit einem Blick auf die multiplen Krisen gilt es Lösungen zu finden,

138
00:13:58.940 --> 00:14:02.639
 die einem konvivialen Zusammenleben entsprechen.

139
00:14:04.019 --> 00:14:08.940
 Und in Sachen Durchwanderbarkeit von Biberdämmen und BDAs,

140
00:14:09.039 --> 00:14:11.200
 wo es eben sehr viele Missverständnisse gibt,

141
00:14:11.799 --> 00:14:14.980
 aufgrund der Bauweise kann man bei Biberdämm-Analogs,

142
00:14:14.980 --> 00:14:17.779
 die wir bauen, natürlich auch aktiv nachhelfen.

143
00:14:18.120 --> 00:14:22.700
 Wir sehen da neben dem Damm so einen kleinen Überlaufkanal,

144
00:14:23.580 --> 00:14:29.779
 der da in mehreren kleinen Stufen vorbei am Damm das Wasser runterbringt

145
00:14:29.779 --> 00:14:33.360
 und den Damm passierbar macht für Fische.

146
00:14:37.159 --> 00:14:42.039
 Hier entlang vom Weg gibt es viele kleine Interventionen, die wir machen.

147
00:14:42.659 --> 00:14:50.740
 Da gibt es zum Beispiel hinter uns eine Benniershecke, das ist eine Totholzhecke, die eben ein schönes Kleintierhabitat ist.

148
00:14:50.740 --> 00:14:55.600
 Wir haben auch verschiedene Steinmauern gebaut und Ziel ist, an vielen

149
00:14:55.600 --> 00:14:58.899
 verschiedenen Orten kleine Maßnahmen zu setzen.

150
00:14:58.899 --> 00:15:05.460
 Für Eidechsen und Schlangen. Genau, zum Beispiel die Würfelnatter.

151
00:15:12.480 --> 00:15:12.639
 Die ist zwar gern im Wasser, aber eigentlich haben wir ganz viele verschiedene Schlangenarten.

152
00:15:16.639 --> 00:15:31.259
 Außer der Kreuzotter haben wir fastke bis zu uns herunter ausgetrocknet.

153
00:15:31.860 --> 00:15:42.139
 Und ab da beginnt jetzt eben ein größeres Refugialhabitat, das auch aufgrund eines BDAs, der da vorne ist, eben so entstehen konnte.

154
00:15:42.440 --> 00:15:47.700
 Und da sehen wir, es tummeln sich die Fische, da ist wirklich einiges los und das erfüllt mich jetzt mit Freude,

155
00:15:47.840 --> 00:15:52.399
 weil das heißt, das klappt immer noch, obwohl wir schon ganz dringend auf Regen hoffen.

156
00:15:52.860 --> 00:15:55.159
 Also ohne den BDE wäre hier kein Wasser mehr.

157
00:15:55.879 --> 00:15:59.779
 Dass sich hier Fische tummeln können, ist auch jenen Menschen zu verdanken,

158
00:15:59.779 --> 00:16:03.340
 die eine Fischrettungsaktion im Haselbach durchgeführt haben.

159
00:16:03.940 --> 00:16:09.519
 Neben der guten Zusammenarbeit mit unseren städtischen KooperationspartnerInnen

160
00:16:09.519 --> 00:16:16.419
 und wie auch Blattfisch gibt es da in der Gegend zum Glück auch ein paar andere Menschen,

161
00:16:16.820 --> 00:16:20.639
 denen das Gebiet und die Tiere da ein Anliegen sind.

162
00:16:21.080 --> 00:16:25.720
 Zum Beispiel während der extremen Trockenheit und vor allem während der Zeit, wo der

163
00:16:25.720 --> 00:16:27.259
 Haselbach darauf jetzt

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00:16:27.259 --> 00:16:29.840
 ausgetrocknet ist, die letzten Wochen,

165
00:16:30.620 --> 00:16:31.620
 waren da immer wieder so

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00:16:31.620 --> 00:16:33.320
 kleine Grüppchen an

167
00:16:33.320 --> 00:16:35.919
 so zwischen 11 und 13

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00:16:35.919 --> 00:16:37.559
 jährigen, sehr

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00:16:37.559 --> 00:16:39.700
 super motivierten Menschen,

170
00:16:39.840 --> 00:16:41.620
 die da auch sehr, sehr viele Fische

171
00:16:41.620 --> 00:16:43.440
 rausgeholt haben mit dem Kescher und

172
00:16:43.440 --> 00:16:44.500
 übersiedelt in die

173
00:16:44.500 --> 00:16:47.840
 letzten Refugialhabitate am Sammelgerinner.

174
00:16:49.139 --> 00:16:52.820
 Und das ist natürlich extrem viel wert.

175
00:16:53.379 --> 00:17:01.559
 Als ihr begonnen habt mit dem Projekt, was habt ihr sich da vorgenommen oder vorgestellt und wie ist das jetzt gewachsen?

176
00:17:02.259 --> 00:17:05.559
 Vorgenommen, vorgestellt ist wirklich eine schwierige Frage.

177
00:17:06.099 --> 00:17:07.799
 Im Grunde kann man es gleich so beantworten.

178
00:17:08.599 --> 00:17:10.160
 Das Bestmögliche

179
00:17:10.160 --> 00:17:10.900
 da

180
00:17:10.900 --> 00:17:13.819
 rausholen und

181
00:17:13.819 --> 00:17:16.099
 möglichst viel an

182
00:17:16.099 --> 00:17:17.920
 Habitaten und

183
00:17:17.920 --> 00:17:19.940
 Arten, wo wir immer noch neue finden,

184
00:17:20.740 --> 00:17:22.039
 da erhalten

185
00:17:22.039 --> 00:17:23.660
 und Ökosysteme

186
00:17:23.660 --> 00:17:30.519
 verbessern. Und das Verbessern machen wir jetzt auf naturbasierten Lösungen gründend.

187
00:17:31.079 --> 00:17:34.759
 Wir machen hier Low-Tech-Gewässer-Revitalisierung.

188
00:17:34.960 --> 00:17:38.000
 Wir kommen hier mit den Fahrrädern, wir haben unseren Fahrradanhänger,

189
00:17:38.420 --> 00:17:41.660
 der steht jetzt gerade vor uns, da sind drauf eine Schaufel,

190
00:17:41.799 --> 00:17:45.880
 ein Kescher, um ein paar Fische zu retten, ein Kübel, eine Wartose,

191
00:17:46.059 --> 00:17:47.440
 je nachdem, was man gerade braucht.

192
00:17:47.700 --> 00:17:52.960
 Und das sind grundsätzlich neben ein paar Astscheren die Materialien und Werkzeuge,

193
00:17:53.079 --> 00:17:54.640
 die wir hier verwenden.

194
00:17:54.839 --> 00:17:59.079
 Also da kommt für gewöhnlich kein Bagger vorbei, da kommt auch kein Rasenmäher, sondern

195
00:17:59.079 --> 00:18:03.319
 das wird alles in kleinen Portionen per Hand gemacht.

196
00:18:03.319 --> 00:18:03.839
 in kleinen Portionen per Hand gemacht.

197
00:18:06.119 --> 00:18:06.980
 Und das ist auch das Herzstück vom Projekt,

198
00:18:12.039 --> 00:18:12.319
 dass eben an vielen Stellen gleichzeitig kleinere Maßnahmen gemacht werden,

199
00:18:14.819 --> 00:18:14.980
 im Gegensatz zu dem, wie wir Menschen es gewohnt sind,

200
00:18:19.059 --> 00:18:22.799
 dass eigentlich kommt eine Baufirma, die baut irgendwas und die fordert dann wieder und dann ist es erledigt. Und so funktioniert aber Revitalisierung nicht.

201
00:18:22.920 --> 00:18:25.339
 Wir brauchen Menschen, die regelmäßig da sind,

202
00:18:25.880 --> 00:18:30.000
 die an vielen Stellen gleichzeitig arbeiten und das minimalinvasiv.

203
00:18:31.779 --> 00:18:35.299
 Ja, und die Rahmenbedingungen verändern sich ja dauernd.

204
00:18:35.559 --> 00:18:46.440
 Also vor zwei, drei Jahren, wie wir angefangen haben, wäre so eine extreme Trockenheit und Hitze eigentlich undenkbar gewesen. Und das wird jedes Jahr anders und schlimmer.

205
00:18:47.119 --> 00:18:51.259
 Und das erfordert natürlich eine sehr zeitnahe Anpassung.

206
00:18:51.759 --> 00:18:59.440
 Und man fährt einen Tag eine Runde und sieht da jeden Tag irgendwo neue kleine Tätigkeiten,

207
00:18:59.599 --> 00:19:01.319
 die irgendwas verbessern könnten.

208
00:19:02.220 --> 00:19:06.380
 Es ist im Grunde ein ewiges Lernen und ich glaube, das darf auch

209
00:19:06.380 --> 00:19:11.500
 nicht aufhören oder kann eigentlich nicht aufhören. Wir finden zum Beispiel immer nur

210
00:19:11.500 --> 00:19:17.940
 nach Jahren jetzt neue Arten da und denen kann man natürlich dann irgendwie auch Lebensraum

211
00:19:17.940 --> 00:19:27.380
 schaffen oder bei der Mahd dran denken. Unsere Kollegin Hedda Malicki, die für die Sensenmatte zuständig ist, die mäht

212
00:19:27.380 --> 00:19:36.799
 eben dann sehr selektiv und mosaikartig, sprich es gibt möglichst große Vielfalt. Also der 20

213
00:19:36.799 --> 00:19:43.160
 Meter vorne neben dem Weg zum Beispiel haben wir schon zweieinhalb Jahre nicht gemäht und das sind

214
00:19:43.160 --> 00:19:46.779
 jetzt so eineinhalb, zwei Meter Stauden und die werden

215
00:19:46.779 --> 00:19:52.599
 sehr regelmäßig von Zwergmäusen genutzt. Die bauen da so kleine schöne Kugelnester rein. Die

216
00:19:52.599 --> 00:19:57.940
 würden sich da natürlich nie ansiedeln oder länger bleiben können, wenn man da regelmäßig mäht.

217
00:19:57.940 --> 00:20:06.819
 Gleichzeitig sind andere Arten natürlich auch angewiesen darauf, dass ab und zu mal gemäht wird. Und die Hedda geht

218
00:20:06.819 --> 00:20:13.519
 da eben sehr, sehr kleinräumig, adaptiv vor. Also da wird wirklich so einen Meter bestimmte

219
00:20:13.519 --> 00:20:17.160
 Pflanze stehen gelassen, die nächsten zwei Meter wieder gemäht und so weiter.

220
00:20:18.380 --> 00:20:23.240
 Ein Teil unseres Projekts beschäftigt sich auch damit, beruhigte Flächen zu generieren,

221
00:20:23.440 --> 00:20:26.779
 sprich Flächen, wo nicht dauernd Hunde zum Beispiel durchlaufen.

222
00:20:27.119 --> 00:20:30.119
 Ein einfaches Beispiel wäre jetzt, wir haben eine brütende Entenmutter,

223
00:20:30.440 --> 00:20:32.920
 die auf ihren Eiern sitzt und das ist natürlich sehr wichtig,

224
00:20:33.140 --> 00:20:36.220
 dass nicht dauernd Hunde vorbeilaufen und die aufschrecken.

225
00:20:36.880 --> 00:20:40.359
 Das Projekt ist ein Beispiel dafür, was Klimaschutz in der eigenen,

226
00:20:40.579 --> 00:20:42.480
 unmittelbaren Umgebung bewirken kann.

227
00:20:43.059 --> 00:20:45.400
 Franziska Turner spricht über ihre persönliche

228
00:20:45.400 --> 00:20:53.599
 Motivation. In Zeiten wie diesen, die auch von viel Überforderung und Angst geprägt sind,

229
00:20:53.900 --> 00:20:59.880
 wie sollen wir das mit der Klimakrise irgendwie bewerkstelligen, hat sie bei uns das Credo

230
00:20:59.880 --> 00:21:05.240
 entwickelt, wir tun da etwas, wo wir sind. Und das ist irgendwie dann auch wieder ein

231
00:21:05.240 --> 00:21:11.400
 bisschen weniger furchteinflößend, weil wenn man sich vorstellt, dass alle dort etwas tun,

232
00:21:11.400 --> 00:21:17.279
 wo sie sind, dann ist das vielleicht schon machbar. Und dann kommen wir da her und machen

233
00:21:17.279 --> 00:21:21.319
 unsere Tätigkeiten und dann setzt man Bäume und dann fährt man an dem Baum jeden Tag

234
00:21:21.319 --> 00:21:26.619
 vorbei und dann wächst er und dann gießt man ihn und dann ist er einfach auf einmal zwei Meter größer.

235
00:21:27.299 --> 00:21:31.579
 Und das wird man nie vergessen, dass das der Baum ist, den man selber gepflanzt hat.

236
00:21:31.740 --> 00:21:38.500
 Genauso ist es so, dass wenn man mal die Fische da rausgeholt hat und in ein anderes, von einer kleinen Pfütze in eine große Pfütze gebracht hat

237
00:21:38.500 --> 00:21:45.200
 und dort dann Tage später immer noch Fische sind, dann fühlt man sich, als hätte man etwas Sinnvolles gemacht.

238
00:21:45.380 --> 00:21:49.380
 Und ich glaube, das ist etwas, wo wir uns hier jeden Tag neu verbinden,

239
00:21:49.920 --> 00:21:52.559
 das Gelände kennenlernen, eine Beziehung aufbauen

240
00:21:52.559 --> 00:21:59.160
 und in eine Form des Zusammenlebens auch treten mit diesem Raum.

241
00:21:59.619 --> 00:22:05.160
 Ich glaube, es ist im Grunde inzwischen ähnlich, wie wenn Leute einen Garten haben.

242
00:22:06.359 --> 00:22:10.299
 So sind wir da und machen lauter kleine Sachen.

243
00:22:12.259 --> 00:22:20.079
 Und man lernt das ganze Ökosystem kennen, Individuen, einzelne Tiere,

244
00:22:20.079 --> 00:22:23.380
 die da immer an den gleichen Stellen anzutreffen sind.

245
00:22:23.359 --> 00:22:24.819
 die da immer an den gleichen Stellen anzutreffen sind.

246
00:22:31.880 --> 00:22:32.240
 So fühlt man sich irgendwann dann richtig verantwortlich eigentlich für dieses kleine Stück Wasser und Land.

247
00:22:35.099 --> 00:22:35.500
 Wir kennen dann die Biber, die vorbeischwimmen.

248
00:22:42.079 --> 00:22:42.960
 Und wir sehen wieder die Fischotter-Mama mit ihren zwei Jungen auf der Wildkamera und sehen, dass sie gewachsen sind.

249
00:22:46.480 --> 00:22:46.960
 Und das sind, glaube ich, lauter Dinge, die mir sehr helfen,

250
00:22:48.980 --> 00:22:50.160
 die Probleme, die da liegen, anzupacken.

251
00:22:55.579 --> 00:23:00.519
 Gerade wir im Kapitalozean sozialisierte, unter Anführungszeichen, moderne Menschen müssen das, glaube ich, auch wieder verlernen bis zu einem gewissen Grad,

252
00:23:00.759 --> 00:23:03.640
 dass die großen Lösungen eben gibt,

253
00:23:03.640 --> 00:23:09.319
 sondern es sind auf allen Ebenen sehr, sehr viele kleinteilige Sachen,

254
00:23:09.559 --> 00:23:11.700
 die irgendwas besser machen.

255
00:23:12.180 --> 00:23:15.200
 Und die großen Lösungen gibt es nicht.

256
00:23:15.779 --> 00:23:19.500
 Und das müssen wir eben auch in der Umsetzung beachten,

257
00:23:19.700 --> 00:23:23.839
 dass nicht die Millionenprojekte sein müssen.

258
00:23:23.839 --> 00:23:25.079
 Die braucht es manchmal auch, aber es bräuchte oft vielmehr die winzig kleinenprojekte sein müssen. Die braucht es manchmal auch,

259
00:23:25.240 --> 00:23:30.200
 aber es bräuchte oft viel mehr die winzig kleinen Projekte dafür,

260
00:23:30.359 --> 00:24:06.619
 umso mehr. Wenn wir hier arbeiten, kommen oft Menschen vorbei, die fragen, was macht ihr da, die sehr interessiert sind, die sich bedanken, die fragen, ob sie mithelfen können.

261
00:24:06.859 --> 00:24:11.319
 Ich glaube, es gibt auch quer durch die Gesellschaft viele Menschen, die etwas Sinnvolles tun wollen

262
00:24:11.319 --> 00:24:16.819
 und die sich freuen, wenn man ihnen ein gutes Angebot macht, wo sie denn etwas Sinnvolles tun können.

263
00:24:17.339 --> 00:24:20.059
 Zum Beispiel invasive Pflanzen entfernen.

264
00:24:20.059 --> 00:24:25.400
 Aber das ist ganz spezifisch etwas, wo wir uns riesig drüber freuen. Und das ist eine sehr anstrengende Arbeit.

265
00:24:26.099 --> 00:24:28.500
 Und da muss man auch Rhizome ausgraben.

266
00:24:28.660 --> 00:24:36.259
 Und da gibt es dann manchmal sehr motivierte Teenager, die gerne sich auspowern und die dann große Wurzeln ausgraben.

267
00:24:37.039 --> 00:24:40.039
 Also das ist wirklich etwas, wo man sich sehr einfach einbringen kann.

268
00:24:40.039 --> 00:24:44.140
 Da gab es auch verschiedenste Gruppen, die sich hier angemeldet haben und mitgeholfen haben.

269
00:24:45.200 --> 00:24:47.200
 Ja, und man kann wirklich sehr, sehr viel machen.

270
00:24:47.420 --> 00:24:53.400
 Also diese kleinen Oasen befinden sich ja wirklich überall in unserer direkten Umgebung.

271
00:24:53.500 --> 00:24:57.220
 Man muss nicht irgendwie groß in den Nationalpark immer.

272
00:24:58.319 --> 00:25:02.000
 Gerade außerhalb von Nationalparks, direkt in unseren Siedlungsgebieten,

273
00:25:03.140 --> 00:25:05.579
 bräuchte man ja mehr Wasserrückhalt, mehr

274
00:25:05.579 --> 00:25:14.319
 Biodiversität und funktionierende Ökosysteme, die ja auch Hand in Hand gehen mit Kühlkorridoren,

275
00:25:14.480 --> 00:25:19.779
 mit Bächen. Wissen über die Biber zu vermitteln, ist ein wichtiger Teil der Arbeit von Biberlab.

276
00:25:20.240 --> 00:25:26.259
 Menschen aller Altersgruppen, die sich für die zweitgrößten Nagetiere der Welt und ihre Lebensweise interessieren,

277
00:25:26.660 --> 00:25:29.500
 können zum Beispiel an Biber-Spaziergängen teilnehmen.

278
00:25:30.059 --> 00:25:32.940
 Außerdem gibt es verschiedene Workshops und Vorträge.

279
00:25:33.559 --> 00:25:38.339
 Mehr Informationen dazu gibt es auf der Website biverlab.at.

280
00:25:39.259 --> 00:25:46.019
 Das Gewässer-Revitalisierungsprojekt am Urferaner Sammelgerinne läuft übrigens mit Ende des Jahres aus.

281
00:25:46.400 --> 00:25:52.519
 Und das ist natürlich eine große Frage, wie wird es weitergehen mit dem Gebiet, wer wird sich zukünftig darum kümmern.

282
00:25:53.339 --> 00:26:05.140
 Und so hoffen wir, dass es hierfür Lösungen geben wird, dass wir weiterhin hierher kommen können und mit ein Teil davon sein, dass sich dieses Gebiet so schön entwickelt.

283
00:26:05.599 --> 00:26:09.700
 Sagt Franziska Turner, die mit Fabian Holzinger darüber berichtet hat,

284
00:26:10.059 --> 00:26:14.039
 wie sie mit Trockenheit und Hitze am Urferaner Sammelgerinne umgehen.

285
00:26:14.700 --> 00:26:47.259
 Vielen Dank auch für das zur Verfügung stellen der Ton kommerziellen Sender in Oberösterreich.

286
00:26:47.700 --> 00:26:56.220
 Das sind Radio Froh, das Freie Radio Freistaat, Radio B138, das Freie Radio Salzkammergut und DorfTV.

287
00:26:56.220 --> 00:27:00.180
 Zu hören und zu sehen ist die Sendung wöchentlich um 13 Uhr.

288
00:27:00.640 --> 00:27:09.599
 Außerdem kann man sie unter cba.media als Podcast nachhören und als Video unter dorftv.at nachschauen.

289
00:27:10.259 --> 00:27:15.539
 Mein Name ist Marina Wetzelmeier und ich bedanke mich fürs Einschalten. Bis zum nächsten Mal.

290
00:27:21.019 --> 00:00:00.000
 Klima und Du

