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 Als der Schweizer Schriftsteller Max Frisch 1965 den Satz

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 »Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen« anschrieb,

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 brachte er ein Problem auf den Punkt, das bis heute nachwirkt.

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 Die sogenannten GastarbeiterInnen wurden in den 1960er und 1970er Jahren nach Österreich geholt,

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 um den Arbeitskräftemangel in der boomenden Wirtschaft auszugleichen.

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 Viele Menschen verließen ihre Heimat in der Türkei oder im ehemaligen Jugoslawien,

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 um hier unter schweren Bedingungen zu arbeiten.

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 Man brauchte Hände für die Fabriken, für die Baustellen und die Schwerindustrie.

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 Doch hinter jeder Arbeitskraft stand ein Mensch mit Hoffnungen, Ängsten, Familien und einer eigenen

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 Geschichte. Mehr als ein halbes Jahrhundert später erlebt Frisch, Zitat, eine bemerkenswerte

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 Renaissance auf TikTok. Unter dem Titel, sie riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen,

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 erzählen Kinder und Enkelkinder von Gastarbeiterfamilien von den Lebenswegen ihrer Eltern

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 und Großeltern. Sie zeigen Fotos aus den ersten Jahren in Österreich und Deutschland, berichten

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 von harter Fabrikarbeit, engen Wohnungen und Erfahrungen mit Diskriminierung. Dass Salzburg

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 nun Österreichs erstes Denkmal für Arbeitsmigration im Herbst 2026 errichten wird, ist deshalb mehr

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 als nur ein symbolischer Akt. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Lebensleistungen der

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 GastarbeiterInnen endlich sichtbar gemacht werden sollen. Während die ÖVP und die FPÖ in Salzburg

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 das Denkmal ablehnen und argumentieren, dass direkte Maßnahmen wichtiger seien als ein

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 statisches Denkmal, übersieht diese Sichtweise einen ganz entscheidenden Punkt. Erinnerung und Wertschätzung sind ebenfalls ein Teil gesellschaftlicher Integration.

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 Besonders in Oberösterreich wäre so eine Debatte längst überfällig.

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 In Linz sind bislang jedoch keine konkreten Pläne für ein vergleichbares Denkmal bekannt.

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 Die Geschichte der GastarbeiterInnen in Österreich ist eben nicht nur eine Geschichte wirtschaftlicher Notwendigkeit.

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 Sie ist auch eine Geschichte von Verzicht, Entwurzelung und enormer Leistung. Österreich verdankt ihnen nicht nur Arbeitskraft,

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 sondern einen wesentlichen Teil seines Wohlstands. Wer ihre Geschichte also sichtbar macht,

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 würdigt damit auch ihren Beitrag zur Gesellschaft.

