Märchenzauber mit Claudia Edermeyer Ja hallo, herzlich willkommen. Schön, dass du hier bist. Mein Name ist Claudia Edermeyer. Ich bin Märchenerzählerin und Autorin. Und ich habe wieder meinen Gast mitgebracht. Hallo? Ist es schon wieder soweit? Welche Geschichte hast du heute mitgebracht? Von einem Tier? Nein, heute habe ich euch eine Geschichte und dir auch eine Geschichte mitgebracht von einem ganz besonderen Kaiser. Ich setze dich wieder ab. Vor langer, langer, langer Zeit, als die Erde noch jung war und die Märchen noch wahr waren, da lebte ein Kaiser. Und dieser Kaiser, der liebte nicht so sehr wie seine Kleider. der liebte nicht so sehr wie seine Kleider. Von anderen Regenten, von Königen oder Kaisern hieß es, der Kaiser ist im Rat, der Kaiser kümmert sich um seine Leute. Aber von diesem Kaiser hieß es nur, der Kaiser ist in der Kleiderkammer. Und eines Tages erfuhren auch zwei Betrüger von seiner Vorliebe für schöne Kleider. Und so traten sie zum König und sagten, Majestät, wir weben einen ganz besonderen Stoff, aus dem wir ganz besondere Kleider anfertigen. aus dem wir ganz besondere Kleider anfertigen. Denn dieser Stoff ist für alle unsichtbar, die für ihr Amt nicht taugen oder die zu dumm sind. Und als der Kaiser das hörte, dachte er, ist das nicht wunderbar? So kann ich feststellen, wer von meinen Ministern zu dumm ist für sein Amt. Das werde ich tun. Und so beauftragte er die beiden Männer, diesen Stoff zu weben. Als Anzahlung erhielten sie Gold und Geld und außerdem noch Seide. Und die beiden machten sich gleich ans Werk. Sie bauten einen Webrahmen, spannten Fäden aus Luft und fingen mit dem Weberschiffchen an, durch die Luft zu weben. Hin und her, her und hin. Nach einer Woche war der Kaiser neugierig. Er rief seinen ersten Minister zu sich und sagte, schau nach, schau nach, wie weit sie sind. Und als der Minister in das Zimmer eintrat, erschrak er, denn er sah nichts. Kein einziges Stückchen Stoff auf dem Wiebstuhl. Die beiden Männer aber eilten auf ihn zu und sagten, seht nur, seht nur diese Farben und dieses Muster. Und da dachte er bei sich, bin ich dumm? Bin ich unfähig für mein Amt? Eigne ich mich nicht als Minister? Und so tat er, als würde er alles sehen. Er lobte die Farben und die Formen des Musters. Und voller Begeisterung kehrte er zum Kaiser zurück. Der Kaiser wartete ungeduldig einen Tag, zwei Tage, drei Tage. Dann rief er den zweiten Minister zu sich und sagte, schau nach, schau nach, wie weit die Weber sind. Als der zweite Minister eintrat, blieb er erschrocken stehen, denn er sah nichts. Er dachte an die Worte des ersten Ministers, der hatte den Stoff gesehen. Aber er ließ sich nichts anmerken, trat zum Webstuhl und lobte den Stoff in den allerhöchsten Tönen und eilte zum Kaiser zurück. Der belohnte die beiden Weber und die versprachen ihm, in einer Woche fertig zu sein, denn da war die große Prozession des Kaisers. Und in dieser Woche fuhren sie mit großen Scheren durch die Luft, nähten mit Nadeln ohne Zwirn. Und als die Woche vorüber war, riefen sie den Kaiser mit den beiden treuen Ministern zu sich. Der Kaiser zog sich splitternackt aus und mit großen Gesten. Der Kaiser blieb wie erstarrt stehen. Er sah nichts. Die beiden Minister, sie lobten die herrlichen Kleider, aber er konnte nichts sehen. War er etwa zu dumm? Eignete er sich etwa nicht als Kaiser? Aber er ließ sich nichts anmerken, schlüpfte in die luftigen Kleidungsstücke und zuletzt banden ihm die beiden Betrüger eine große Schleppe um, die sie den beiden Ministern in die Hände drückten. Als der Kaiser aus dem Schloss trat, war es mit einem Augenblick mit einem Mal totenstill. Erschrocken hielten die Leute die Luft an für einen kurzen Augenblick. Und dann begannen sie zu reden Ach, sind die Kleider des Kaisers nicht herrlich? Sind sie nicht wunderbar? Ach, wie schön sind sie anzusehen! Schließlich aber erklang die Stimme eines Kindes Hey Mama, der Kaiser ist ja nackt! Hohoho, hört nur die Stimme der Unschuld. Der Kaiser ist nackt. Der Kaiser ist nackt. Und so ging der Ruf durch die Leute. Der Kaiser aber merkte, dass er Betrügern aufgesessen war. Er straffte die Schultern und vollendete die Prozession. Er straffte die Schultern und vollendete die Prozession. Ob er von seiner Vorliebe für schöne Kleider geheilt war, das erzählt das Märchen nicht. Was glaubst du? Wer weiß? Thank you.