Märchenzauber mit Claudia Edermeyer. Hallo, herzlich willkommen, schön, dass du hier bist. Mein Name ist Claudia Edermeyer. Ich bin Märchenerzählerin und Autorin aus Linz-Urfa. Und auch mein Gast aus Margos Laros ist wieder da, Estrella, die Heinschnirkelschnecke. Estrella, ich habe eine Frage. Ja. Du hast eine Frage an mich? Ja. Mir ist aufgefallen, dass du ein Schneckenhaus hast, das links gedreht ist. Normalerweise sind die Schneckenhäigin, das ist aber ganz selten. Ich bin eine der vier Hüterinnen des Bodens, der Zauberwelt von Magos Laros. Aber jetzt hätte ich gerne eine Geschichte. Gut, dann setze ich dich wieder ab. Geschichte. Gut, dann setze ich dich wieder ab. Eine Geschichte, naja, nachdem du sprechen kannst, habe ich mir gedacht, erzähle ich eine Geschichte, ein Märchen von einem anderen sprechenden Tier, von einem sprechenden Kater. Vor langer, langer, langer Zeit, als die Erde noch jung war und die Märchen noch wahr waren, da lebte ein Müller in Deutschland. Und dieser Müller hatte drei Söhne. Und als der Müller starb, bekam der Älteste die Mühle, der Zweite bekam den Esel, und dem Dritten blieb bloß der Kater. Und als er sich so den Kater anschaute, murmelte er, was soll ich mit dir bloß anstellen? Am besten wäre es, wenn ich mir aus deinem Fell ein paar Handschuhe machen lass. Oh, das würd ich nicht. Weißt du, ich kann dich reich machen, zu einem Grafen machen, wenn du tust, was ich dir sag. Wenn du tust, was ich dir sag. Äh, ein Kater, der spricht. Was soll ich denn tun? Lass mir ein paar Stiefel anfertigen. Und so ging er zum Schuster und ließ ein paar rote Stiefel anfertigen. Der Kater zog das paar Stiefel an, nahm einen Sack mit Getreide und eine Schnur und ging damit in den Wald. Damals gab es einen König, der liebte nicht so sehr wie Rebhühner. Die Jäger gingen in den Wald, jagten ein Rebhuhn nach dem anderen und so wurden sie sehr selten. Der Kater aber, der ging tief hinein in den Wald. Er öffnete den Sack, streute das Getreide aus, legte die Schnur um den Sack und dann versteckte er sich. Nach einer Weile kam ein Rebhuhn dabei, pickte und verschwand in dem Sack. Ein zweites kam, ein drittes, ein viertes, ein fünftes. Der Kater schloss den Sack und machte sich auf den Weg zum König. Der Wächter ließ ihn vor zum König und der freute sich so sehr über das Geschenk, dass er den Sack mit Gold anfüllen ließ. Und so ging das eine ganze Weile. Der Kater durfte im Schloss ein- und ausgehen. Und der Müllersbursche wurde immer reicher und reicher. Eines Tages, da kam der Kater in der Küche vorbei, da hörte er, wie der Kutscher zum Küchenmädchen sagte, ach, heute wollte ich, heute wollte ich ausfahren mit meinen Freunden und dann Karten spielen. Aber nein, der König will unbedingt mit seiner Tochter in der Kutsche beim See vorbeifahren. Und als der Kater das hörte, eilte er sogleich zum Müllersburschen. Er sagte, wenn du willst, dass du ein Graf wirst oder noch mehr, dann tu, was ich dir sag. Komm mit zum See. Und als sie beim See waren, sagte er, zieh dich aus und spring ins Wasser. Ins Wasser? Es ist kalt. Tu, was ich dir sag. Und kaum hatte sich der Müllersbursche ausgezogen, sprang er ins Wasser und es war sehr kalt. Der Kater aber versteckte das Gewand und wartete. Es dauerte nicht lange, da kam die Kutsche vorbei mit dem König und der Prinzessin. Der Kater sprang der Kutsche in den Weg und rief, zu Hilfe, zu Hilfe, mein Herr, der Graf von und zu ist ins Wasser und, und, und, und, und, es ist kalt und Räuber haben sein Gewand gestohlen, zu Hilfe. Und der König, der war schon befreundet mit dem Kater und wollte unbedingt den jungen Mann kennenlernen, dem er die Ribhühner zu verdanken hatte. Und so schickte er einen Reiter aus, damit der ein Handtuch holte und frische Kleider. Endlich konnte er aus dem Wasser raus, zog sich an und setzte sich in die Kutsche. Der gestiefelte Kater aber, der sprang voran. Nach einer Weile erreichte er eine große Wiese und dort waren hundert Leute und mähten das Gras. Hey, ihr Leute, sagt, wem gehört denn diese Wiese? Dem Zauberer, »Dem Zauberer«, antworteten die Leute, »wenn euch euer Leben lieb ist, dann sagt ihr, die Wiese gehört dem Grafen von und zu.« Und die Leute fürchteten sich vor dem sprechenden Kater und waren einverstanden. und waren einverstanden. Der Kater aber, der sprang weiter, erreichte ein Kornfeld, auf dem standen 200 Leute und mähten das Korn. Hey, ihr Leute, wem gehört das Kornfeld? Dem Zauberer, dem Zauberer. Wenn euch euer Leben lieb ist, dann sagt ihr, das Kornfeld gehört dem Grafen von und zu. Und die Leute fürchteten sich so sehr, dass sie einverstanden waren. Der Kater aber sprang weiter und erreichte einen Wald, in dem 300 Leute das Holz fällten. Hey, ihr Leute, wem gehört der Wald? Dem Zauberer, dem Zauberer. Wenn euch euer Leben lieb ist, dann sagt ihr, der Wald gehört dem Grafen von und zu, soß... Und die Leute fürchteten sich so sehr, dass sie einverstanden waren. Der Kater aber sprang weiter, bis er das Schloss des Zauberers erreicht hatte. Der Zauberer kam heraus. Der Kater warf sich vor ihm auf die Knie und rief, Der Kater warf sich vor ihm auf die Knie und rief, ihr seid es, ihr seid der Zauberer, nicht wahr? Ja, das bin ich. Ist es richtig, dass ihr euch in jegliches Tier verwandeln könnt? Das stimmt. Könnt ihr euch auch in so etwas Riesiges, Gewaltiges wie einen Elefanten verwandeln? Und noch ehrsichs der Katerfassar stand der Zauberer als Elefant vor ihm. Ach, das ist ja wunderbar. Könnt ihr euch auch in so etwas Gefährliches wie einen Löwen verwandeln? Und schon stand der Zauberer als brüllender Löwe vor ihm. Das ist ja wunderbar. Ihr seid wahrhaftig mächtig, aber könnt ihr euch auch in so etwas Kleines wie eine Maus verwandeln? Und schon fiepte die Maus verwandeln. Und schon fiepte die Maus vor dem Kater hin und her. Der aber sprang auf die Maus, packte sie und fraß sie von den Barthaaren bis zur Schwanzspitze auf. Und dann tat er, was alle Kater tun, wenn sie gefressen haben? Er fing an, sich zu putzen. In der Zwischenzeit fuhr die Kutsche mit dem König, der Prinzessin und dem Müll, ah nein, dem Grafen von und zu durch das Land. Nach einer Weile erreichten sie die große Wiese. Der König ließ die Kutsche anhalten und rief, Hey ihr Leute, wem gehört die Wiese? Und was haben sie gerufen? Nein, nicht dem Zauberer, dem Grafen von und zu. Ihr habt eine große Wiese«, sagte der König und ließ den Kutscher weiterfahren. Die Kutsche fuhr weiter und erreichte das Kornfeld. Der König ließ Wiese anhalten und rief, »Ihr Leute, wem gehört das Korn?« »Dem!« » Grafen von und zu. Der König nickte anerkennend und ließ weiterfahren. Sie reichten den Wald, widerrief der König. Wem gehört der Wald? Dem Grafen von und zu. Ihr seid sehr reich, junger Graf, sagte der König, und der Bursche nickte nur. Endlich erreichten sie das Schloss. Der gestiefelte Kater eilte auf die Kutsche zu, öffnete sie, half der Prinzessin, dem König und auch dem jungen Grafen von und zu heraus. und auch dem jungen Grafen von und zu heraus. Sie wanderten durch das Schloss und es kam, wie es kommen musste. Die Prinzessin verliebte sich in den Müllers, ach, in den Grafen von und zu und die beiden heirateten. Und als der König zu alt war, um zu regieren, wurde der Müllers, nein, der Graf von und zu, der neue König und die Prinzessin wurde seine Königin. Tja, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ach ja, und der Kater, das habe ich vergessen, der wurde der erste Minister. Thank you.