Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leute, ich darf Sie herzlich begrüßen bei einem der vielen Hörstadtgespräche. Wir sind ja, glaube ich, schon seit 13 oder 14 Jahren auf Sendung. Heute haben wir einen ganz besonderen Gast. Ich bin der Peter Andrusch und bin heute Gastgeber gemeinsam mit der Jania Zawetz. Danke Peter. Heute ist Wolfgang Fadi Dorniger bei uns zu Gast. Also herzlich willkommen Fadi. Ich mache eine kurze Vorstellung, da dich wahrscheinlich die Community in Linz sehr gut kennt also muss man nicht so viel über dich erzählen aber du bist musiker komponist und sound künstler und bist jetzt seit 40 40 über 40 jahre teil der linzer kunst und musik szene viele kennen dich auch von der radioroh du hast nämlich einmal pro monat ich denke ja jeden ersten dienstag fadimat 105 genau mit der elektronische musik techno experimental in diese richtung genau und du warst und bist an vielen projekten und Festivals beteiligt, zum Beispiel Ars Electronica oder Linzer Klangwolke und natürlich Sounding Lens. Und deswegen sind wir heute hier, dass wir darüber ein bisschen sprechen. Und vielleicht ganz am anfang was ist eigentlich sounding lindt sounding lindt ist vorrangig eine sound map eine klang karte von der stadt linz dieat abrufen. T-Shirt sehen wir auch. Genau. Im Großaufnahmen. Ja, Sounding Linz. Und da kann man einfach Linz akustisch erkunden, auch aus der Ferne, natürlich auch als Linzerin. Und die Aufnahmen sind alle partizipativ. Das heißt, jede Linzerin, jeder Linzer kann einen klang der wichtig ist oder auch ärgerlich ist oder einfach verführerisch ist oder ein mysteriöses teil ist ein akustisches hochladen staut dann ein bisserl bis ich mal reinschaue, wieder was Neues da ist und dann wird geschaut, ob keine Rechte verletzt werden, Persönlichkeitsrechte, also so Gespräche mitschneiden. Im Wirtshaus gibt es nicht. Es gibt auch keine Popmusik. Wenn da jetzt jemand ein kleines Filmchen macht, das eigentlich recht nett wäre, aber dann eine Pop-Nummer drunter liegt, dann müssen wir es auch raustun. Es ist jeder eingeladen, solche akustischen Kleinode hochzuladen. Und man kann auch noch viel mehr tun. Also man muss nicht nur akustische Klangbilder der Stadt hochladen, sondern man kann auch Fotos von Orten, die einen spezie den Klang. Das ist ja wie Lesen. Also wenn ich jetzt einen Roman lese und da wird geschrieben, dass ich in Kairo in den Markt hineintauche, dann werden in meinem Kopf so Marktgeräusche, natürlich manchmal auch ziemlich falsche Marktgeräusche, aus unseren Hirnrinden hervorgespült. Das kann aus Hollywood sein, wo der Peter Ustinov dann durchmarschiert sozusagen. Also da muss man vorsichtig sein. Aber wenn man schon einmal so einen arabischen Markt betreten hat, dann kann man sich gleich beim Lesen des Buches dieses Klangbild in den Kopf reinholen. Und ähnlich ist es natürlich auch, wenn jemand spazieren geht in Linz und man hört dann, es sind drei unterschiedliche Bäume und immer wenn ein Sturm ist,, dann nehme ich eine Perücke mit, lege die über das Mikrofon und dann nehme ich diese wunderbare Macbeth-mäßige Klanglandschaft dieser drei Bäume auf. Du und wer hat eine Perücke zuhause? Das ist nicht Mist, du darauf kommst. Weil, wenn man keinen guten Windschutz hat, Perücken ein sehr guter Windschutz sind. Aber, um gleich so einen DIY-Basteltipp zu geben, also wenn man ein Aufnahmegerät hat und man hat keinen Windschutz, einfach in den Stoffladen gehen, so einen Stoffflusel kaufen, wo so richtig die Haare wegstehen. Und wenn man sich das zusammennäht oder zusammenklebt und das dann über das Mikro gibt, dann hat man auch einen wunderbaren Windschutz. Nicht so gut wie diese teuren professionellen. Aber wie gesagt, jeder, der Zugriff auf eine Perücke hat. Ich kenne einen, der viel aufnimmt. Der hat sich am Flohmarkt mal eine Perücke gekauft. Er sagt, das ist der beste Windschutz, den er je besessen hat. Das Sounding Lins könnte man ja als Porträt der Stadt sehen. Ich sage es nur zur Klarheit noch, dass ich auch bei dieser Klangwolke dabei war mit dem Fadi, die praktisch diese Plattform Sounding Lins geboren hat. Also nicht, dass wir da das verschweigen, dass wir da gemeinsam zusammenarbeiten. Aber was vielleicht interessant wäre für Besucher ist, man kann nicht ganz klar sagen, welche Formate kann man überhaupt dort erleben. Also wir haben Text, man kann reinen Text draufladen. Also ich habe schon angesprochen die Tonaufnahme, dann das Foto von einem Klangort, dann natürlich auch einen Text. Also wenn jemand sagt, hey, meine Fotoausschnitte sind immer schlecht und meine Tonaufnahmen taugen auch nichts, aber ich kann gute Texte schreiben, dann kann man natürlich auch sagen, okay, wie klingt Linzup bei meinen abendlichen Spaziergängen im Viertel an der Donau in Urfa, wenn ich mit dem Hund gehe?ücke und SV Urfaplatz sich versammelt haben, die sind heuer nicht da gewesen, weil es zu heiß war, immer noch zu warm ist. Die kommen ein bisschen später, würde ich mal sagen. Oder vielleicht kommen sie auch nicht, weil sie so wenig zu fressen hatten, dass vielleicht die Population so geschrumpft ist und es gar nicht mehr auffällt, dass die lagern. Aber vor Jahren waren da Tausende in den Bäumen und das war akustisch ein richtiger Auszustand. Ich habe auch eine Aufnahme davon. Gibt es da die Stare, die so in Schwärmen fliegen? Oder sind die später? Die, die, ich bin kein Vogel, ich liebe Vögel, aber ich habe kein Wissen über die Vögel, wann sie sind. Beim Singen bin ich schon ein bisschen besser. Ich weiß, wann sie singen. Wir füttern ja auch zu Hause die Vögel im Sommer. Und da kommen jeden Tag so 30 Hunde, die Spatzen. Die sind ja alle mit Attila nach Europa gekommen. Die sind so hinter dem Tross mit dem Essen, was runtergefallen ist, den Körnern, sind die mit nach Europa gekommen. Die sind dann in Ungarn, Finnland, so ein bisschen auseinander, heißt es. Und die hängen dann in unserer Tuje drin. Und in der Früh, wenn sie aufs Essen warten, sitzen sie wie so Weihnachtskugeln auf der Tour drauf, 30 Stück und wenn man dann mal so vorbeigeht, dann verschwinden sie in der Tour und dann hört man sie da drinnen. Diese Geräusche hatten wir früher nie, weil wir sie im Sommer nicht gefüttert hatten, die Vögel. Das ist wunderbar. Das ist so neben der Freistädter Straße dieser Verkehr, der jetzt ein bisschen weniger geworden ist. Ich denke, dass die Spritpreise schon ein bisschen Nachwirkung haben, aber sie fahren dadurch schneller. Also der Sound hat sich verändert, wird alles ein bisschen höher, schneller und die Vögel, die sind halt eine gute Ablenkung. So wie ein Sprengbrunnen, wenn sie dahin zwitschern, in großer Menge. Ja, das werde ich noch weiter machen, weil mir liegt jetzt da die... Es hat ja eine Zeit lang ein sehr modernes Citizen Science, ja? Ich habe das Gefühl, dass das jetzt wieder ein bisschen abflaut, aber da bin ich mir nicht sicher, ob das stimmt. Aber eigentlich ist ja SoundingLinz.at ein klassisches Citizen Science Projekt, oder? Könnte man das sagen? Also ich habe immer diese Soundmaps geliebt. Tom, war das auch wunderbar, als wir damals bei der Klangwolke entschieden haben, dass wir eine Soundmap von Linz machen. Es gab eine schöne Soundmap über die ganzen Unterführungen und Tunnel in London. Dann gibt es in Baskenland eine wunderbare Soundmap, wo ich auch eine schöne Geschichte erzählen könnte. Da gibt es eine Aufnahme von dem letzten Fuhrwerk. Das war ein spezieller Holzwagen, den die Leute mit dem eigenen Körper gezogen haben und auch öfter verstärkt mit großen Hunden. Gab es auch in Oberösterreich, also ich weiß das von der Erzählung von meinem Vater, wo von Alberndorf so der Hund den Wagen, den leichten mit Gemüse und Speck und was zu verkaufen war, nach Linz runtergefahren hat an den Markt. Dort war es ähnlich und diese Marktleute hatten einen super Trick. Die mussten bald aufstehen und in der Stadt sind sie später aufgestanden. Und wenn man nicht so bald aufstehen muss, damit man die Städter versorgt, dann will man natürlich diese Ankunft auch sehr theatralisch und sehr opulent gestalten. Und da haben die sozusagen an einer Narbe modifiziert, sozusagen ein Update eingeführt, wo das recht böse gequietscht hat. Und dann sind von allen Straßen in diese Ortschaften, aus den kleineren Ortschaften rundherum, die Leute, das hat richtig eine Tradition bekommen, sind die dann in diese Städtereien oder in die größeren Ortschaften, in die, sagen wir mal so, aus dem 200-Einwohner-Ort sind sie in den 2000-Einwohner-Ort gefahren. Sechs, sieben Straßen haben da reingeführt und überall hat es massiv gequietscht. Also die haben sich wie in einer Oper angekündigt in dieser Stadt. Und die haben zum Beispiel eine Aufnahme, da hat jemand seinen alten Wagen gefunden in der Scheune und dann haben sie eine Aufnahme mit diesem Quietschen gemacht. Das hat zu Zugriffen geführt auf dieser Page, das war gigantisch, weil da hat jeder eine Geschichte dazu gehört von der Großmutter, vom Großvater. Das war so ein, wir aus den Dörfern, wir fahren in die größere Stadt mit unseren Waren und wir machen uns bemerkbar. Also wir geben dem Ganzen eine Stimme. Man zeigt sich, man spricht etwas an und man gibt einer Idee oder einer Ware oder einer Dienstleistung einem Körper. Das ist ein schönes Beispiel. Wir haben ja eh bei Sounding Linz ganz am Anfang auch gefragt, was ist so in Linz der Sound, der sozusagen so prägnant ist und statistisch war einer der Top Sounds der Hund, der immer in diesem Spielzeugladen in der Landstraße war, der glaube ich in tausend Variationen dort gehangen ist, immer ein kleiner Hund, Batterie betrieben, der dann immer ein bisschen gebellt hat. Als Kind war das immer, meine Mutter wusste, das kostet 20 Minuten. Das musste eingeplant werden. Also das war so ein Sound-Signal. Und das haben auch viele erlebt. Darum war das im Ranking hoch. Natürlich die Glocken von Marien-Dom. Aber dieser Hund, der hat in Linz eine akustische Bedeutung. Ist ein Icon. Und wenn dieser Laden zusperrt, dann verschwindet das damit. Also ich habe eine Aufnahme gemacht und hochgeladen, damit das nicht nur in unserem Ranking ist, sondern dass so eine Aufnahme auch in der Sounding-Linz-Seite ist. Das Vorbild war also diese baskische Seite und dann hast du gesagt London unter Führungen. seite und dann hast du gesagt london unterführungen aber es gibt ja schon weltweit da ja ja ja zunehmendes bewusstsein über die wichtigkeit der akustischen umgebung es gibt auch seine online streaming geschichte wo zum beispiel aus den letzten unberührten Teilen dieses Planeten aus Amazonien, Kongo, live sozusagen übertragen wird aus diesen unberührten Landschaften. Und dann gibt es natürlich die ganz große Soundmap aus Berlin von unserem Freund Udo Noll, Radio Aporé. Das ist ein globales Ding und hat sicher 20.000 Klangeinträge oder was. Und man kann bei Aporé, weil der Udo Noll ein sehr guter Coder ist, kann man auch so akustische Reiserouten bestreiten. Also man könnte eingeben von Vigo über San Sebastian nach Perpignan, nach Nizza und dann nach Genua und dann kannst du zu Hause am Computer deine Buchhaltung machen und du hast dann diesen schönen Trip, wo dir Radio Appare Soundbeispiele aus dieser Reise vorspielen. Nur akustisch. Nur akustisch, ja. Man sieht natürlich auch über die Map, wo man ist. Und wenn man jetzt Linz hernimmt, also wenn man nur so Linz hernimmt, also ich bin mit dem Rad hergefahren und war viel los am Radweg. Das hat mich sehr gefreut. Wenn andere auch fahren, da kommt gute Stimmung auf. Aber ich fahre mal so an der Freistetterstraße weg bis dorthin zur Linzer Straße, dann geht es runter unter der Freistetterstraße durch, unter der Autobahn durch. Da kriegt man zur Zeit, seit Wochen kriege ich eine Melancholie, weil da diesen Leitenbach ausgetrocknet ist. Und wenn ich mir dann beim Vorbeifahren diesen Leitenbach anschaue, dann fehlt mir dieses sanfte Plätschern. Das ist einfach weg. Aber es ist auch der Verkehr schon fast weg. Wenn ich dann wieder rausfahre und r wieder rausfahren drauf auf den damm und wenn ich nicht gleich runter fahren habe ich natürlich auch wieder die autobahn völlig in meinem akustischen fokus wenn ich es eilig habe dann muss ich durch aber sonst fahr ich immer runter und ich fahr auch sobald es geht zur donau raus in der hoffnung einen bieber zu sehen und da merkt man aber schon wieder wie die don Donau das Wasser den Schall super transportiert. Also das ist dann schon wieder so ein ganz neues Erlebnis. Also wenn ich da mit dem Rad reinfahre, bin ich im Leben. Wenn ich im Auto fahre, ja das passiert auch öfter, weil wir was einkaufen müssen, da bin ich von allem abgekoppelt. Da bin ich de facto, die Menschen sind weit weg, die Natur ist weit weg, man schaut in diesen Tunnel rein und ist von allen entkoppelt. Und das ist ein sehr trauriger Zustand, der genau gegenteilig ist beim Radfahren. Also beim Radfahren, da bin ich taktil, da bin ich in der Natur, ich höre etwas. Und wenn man Zeit hat beim Herfahren, wenn man sagt, ich fahre langsamer, da nimmst du dann auch viele Sachen wahr und dann erlebt man die Stadt. Und das ist dann nicht immer nur gleich Kritik an der Stadt, sondern da passieren öfter wunderbare Momente, Zufälligkeiten. Mein Hauptding selbst, wenn ich aufnehme, für mich ist ja so ein Thema Natur und Technologie in einem massiven Konflikt, der wiederum ganz neue Zeichen freilegt. Zum Beispiel einer meiner Lieblingsaufnahmen ist, wir fahren mit dem Auto zur Penale nach Venedig. Auf der SS 13 vor Bordonone müssen wir stehen bleiben. Also wir waren das zweite Auto, das hinter dem Bahnschrank zu stehen gekommen ist. Ich mache die Tür auf und ich habe vorher in den Tunneln aufgenommen runter nach Udine und dann auf einmal passiert es, dass der Verkehr, dieser Drone, der dort ist, auf einmal völlig weg ist. Man hört Zikaden, man hört Vögel. Und wir warten auf einen Zug, der ein Waggon war. Und der hat dann seine kleine Piep abgeschossen. Und kaum war der Zug weg, hat man gehört, wie die Motoren angehen. Wir haben auch die Tür zugeschlagen. Ich habe dann noch den Drone aufgenommen eine Zeit. Und das sind so die Aufnahmen, die ich suche. Also wo so eine Situation entsteht, wo Technik entweder naturfrei liegt oder umgekehrt. Zum Beispiel mit einem Hydrofon ins Wasser gehen ist einfach wunderbar. Auch schockierend also. Wieso schockierend? Diese Unterbootmotoren, die bei schnellen Booten sind, die müssen ja tiefer liegen, damit wenn das Boot rausgeht beim schnellfahren der Motor und die Turbine eine gute Kraft überdrehen. Die machen ein Klangbild rauf bis 10k mit einer riesen Lautstärke. Also Fisch möchte ich keiner sein dort wo so ein yacht motorsport hafen ist während die außenborder die sind ein bisschen dezenter also die sind vom klangbild auch nicht so hoch auf in der frequenz und sie sind ein bisschen dezenter das ist einem nicht bewusst wenn wenn ich meinen kopf ins wasser rein geht und schnorkele oder tauche, da höre ich so einen schönen, diffusen Klang und da ist jedes Klirren von einer Kette oder von einem Motorboot, ist so ein schönes Klangerlebnis. Und da wird man dann wieder zum Ökologen, wo man sagt, hey, der Schall im Wasser, der ist fünfmal so schnell und der verliert auch kaum an Leistung. Containerschiff durch die Weltmeere tuckert, das hörst du hunderte Kilometer. Darum stranden ja öfter Wale, weil sie ihre Bezugspunkte in der Natur nicht mehr finden. Also das ist schon eine ziemlich spannende Sache und noch spannender wird es, wenn man dann mit einem Mikrofon in die Sömpfe reingeht, in die Alten. Da gibt es dann Klänge, die auch nochmal interessant sind. So Gasentladungen in dem Ganzen. Also das sind Sachen, die mich interessieren. Bei Sounding Lins gefällt mir, was die Leute bringen. Meine Aufnahmen, die sind okay, weil die kenne ich ja, aber am meisten freue mich Aufnahmen, die von außen reinkommen, wo zehn verschiedene Sprachen drinnen waren und wo ganz andere Geräusche waren wie beim Supermarkt, sage ich mal, der österreichischen und internationalen Konkurrenten. Fragen? Ja. Ich wollte nur fragen, können Leute auch mit dem Handy aufnehmen? Oder was ist jetzt der Unterschied? Also natürlich mit dem Aufnahmegerät ist es viel bessere Qualität, aber jetzt, das Aufnahmegerät ist relativ teuer, aber kann man dann auch mit dem handy aufnahme hochladen ja also die handy aufnahmen sind zum teil wirklich großartig aber sie sind nicht die wirklichkeit aber mit dem teuren field record ist es auch nicht die wirklichkeit ja und mit unseren eigenen ohren ist es auch nicht die wirklichkeitkeit, weil der Peter anders hört. Gut, der hat sich seine Ohren schon reniert. Mit den Bands, wo die Schlagzeuge ihm die Becken ins Ohr geben. Mit unserer Band. Ja, vielleicht, wie wir noch Schlagzeuge gehabt haben. Aber wir alle hören ja anders. Jeder da in diesem Studio herinnen hört anders. Also es gibt nicht so ein Ding, wo man sagt, das ist jetzt gut, man könnte es jetzt hernehmen und natürlich nach Frequenzen und Dynamik genau analysieren und dann könnte man schon, aber dann ist auch wieder, ist das Aufnahmengelände wirklich so linear? Also jedes Mikrofon nimmt anders auf. Also es gibt eh keine authentische Geschichte und all das, was ich mit dem Ohr gehört habe, habe ich nie auf einer Aufnahme gehabt. War immer anders. Und wenn man jetzt das Handy hernimmt und da gibt es ja dann schon so Features wie Dolby, die sind schon verdammt gut, aber die sind besser, wenn man ein Gespräch aufnimmt und viele Umraumgeräusche im Café sind. Da gibt man ein Speech und dann wird alles andere weggeblendet. Ich habe aber schon Aufnahmen gemacht, weil ich nichts anderes mitgehabt habe. Bei so einer ASE-Eröffnung habe ich sie einfach hingelegt, auf Aufnahme genommen, drückt und die Aufnahme war großartig. Ich bin ums Eck gesessen, also das war wirklich gut. Also man kann mit dem Handy gut aufnehmen, man sollte aber reingehen mit der Aufnahme-App und anklicken WAV oder AIV, also unkomprimiertes Soundfile, man sollte nicht diese komprimierten nehmen, weil die Smartphones neuer Generation von den wirklich guten Herstellern, die haben so und so schon ihre AI-Staff-Sachen laufen, wo x-mal in manchen Fällen werden 20 verschiedene Aufnahmesourcen abgeglichen und dann wird etwas zusammengebaut. Auch bei den Fotos. Das ist ja so und so schon eine ganz andere Form der Dokumentation. Also man kommt weiter weg vom Original damit, obwohl die Sachen verführerisch gut klingen. Man kann es tun damit. Es ist nichts Schreckliches, es ist auch nichts Verwerfliches, wenn man mit dem Handy aufnimmt. Ganz im Gegenteil, man kriegt trotzdem eine schöne Aufnahme hin. Es ist sogar oft nicht diese Frage oder diese vermeintliche Suche nach einem Original oder etwas Echtem das Interessante, sondern der Vergleich zwischen verschiedenen Aufnahmen. Also dass man da oft viel mehr rauslesen kann als die Suche nach diesem heiligen Gral. Darum finde ich es ja so toll, dass Sounding Linz was Partizipatives ist und nicht ein Privatprojekt von ein paar Leuten, die dann sagen, wir haben alles kuratiert und wir sind die Heiligen und wir nehmen die ganz heiligen Sachen von Linz auf. Das ist dann so ein Schrein, wo dann alle niederknien und sich verbeugen. Sondern es ist ja schön, dass so viele Leute mitmachen, weil dadurch entsteht ein ganz diverser Blick auf die Klanglandschaft von Linz. Also das ist dann, jeder hört anders, jeder erlebt anders, jeder hat andere akustische Marker und Vorlieben. Das wäre eher langweilig, wenn das meine Privatseite wäre. Also das wäre eine Katastrophe. Das wäre immer meine Suche nach dem, was ich als spannend. Dann entsteht ein Katalog über Jahre, wo einfach würde man sagen, dann wirklich so ein Abbild von Linz entsteht. Wir sind erst am Beginn. Unsere Aufnahmen, das ist schon ein ganz guter Querschnitt. Aber richtig spannend wird es, wenn mehrere Generationen über längere Zeiträume aufnehmen, wenn man auch sieht, wie Sachen aus der Stadt verschwinden. Hättest du damals nicht mich zur Eisenbahnbrücke gejagt, um sie aufzunehmen, gäbe es diese Aufnahmen nicht. Und jetzt haben wir da auf der neuen Brücke Marker von der Eisenbahnbrücke, wo die Leute sagen, aha, jetzt sehe ich ein Bild einer Eisenbahnbrücke, ich höre Geräusche. Und dieser verblödete Dorninger hat dann noch komische Sachen auf das Gländer und hat dann mit Spulen und Magneten so die Eigenresonanz des Stahls der Brücke aufgenommen. drüber gefahren sind ich habe ja phantom schmerzen gehabt über monate wenn ich über die neue eisenbahn brücke gefahren bin weil dieses geklappt geknattert von den am radweg von diesen gitter gefällt hat dass ich bin darüber gefahren und er will dass er fehlt was da fehlt was da fehlt was das hat mir massiv gefällt also das sieht man ja auch sehr du, warum ich froh bin über die neue? Ich habe so furchtbare Höhenangst und da habe ich immer durchgesehen bis unten. Das ist ein grauenhaftes Erlebnis gewesen. Ich habe oft den Umweg dann über die Autobahnbrücke oder über die Nibelungenbrücke genommen, weil ich das nicht ausreite. Und jetzt hast du doch eine sehr bequeme Brücke. Ja, mit Sitzplätzen und so weiter. Mit Sitzplätzen und so weiter. Öfter fragen mich, wenn ich mit dem Rad drüber fahre, Touristen, wo was Interessantes in Urfa ist. Die sitzen dort und genießen den Strom, ab und zu fährt ein Boot drunter durch. Das ist übrigens auch akustisch toll, die Stücke. Akustisch toll, ja, sehr schön. Und die Leute sitzen sich ja nicht umsonst hin. Der Verkehr, der dahinter ist, ist nicht so massiv. Die Straße klingt auch ganz gut ab, diese Brücke. Die Eisenbahnbrücke war viel lauter, weil diese ganze Eisenkonstruktion immer in Resonanz war. Natürlich ist die andere Betonoberfläche auch in Resonanz, aber in so tiefen Bereichen, wo wir sie nicht hören oder nur schwer hören. Also wenn ich über die Autobahnbrücke gehe, über die alte, das geht ja jetzt nicht mehr, jetzt muss man auf den Spangen draußen gehen, aber auf der alten, und da sind Laster, drei, vier, gleichzeitig hat sich der Boden bewegt. Und ich habe da mal so diese Resonanz aufgenommen. Also das findet alles in ganz tiefen Bereichen statt. Aber man spürt es, hört es aber nicht. Hören tust du nur, wenn der Belag zu singen beginnt. Ich bin der Meinung, dass zwei Sachen bei Sounding Linz einfach essentiell sind. Das ist die Beteiligung. Also jeder da draußen, der sich das anschaut, einfach mal so Augen zumachen und überlegen, was ist so bei mir, wenn ich das Fenster aufmache, was ist unten auf der Straße im Park, was ist dort, wo die Kids abhängen. Und ist was dabei, was interessant ist, um es hochzuladen auf sounding links jeder kann hochladen und unterschiedliche medien also audio tonaufnahmen auch mit unterschiedlichen formaten dann fotos dazu oder videos also das sind ja die Smartphones großartig. Hochwasser, man filmt runter und nimmt die Verwirbelungen am Brückenpfeiler auf, die wirklich akustisch spannend sind und ist auch schön, wenn man die Bilder sieht. Dann gibt es natürlich Aufnahmen, die so und so spannender sind, wenn man es mit dem Video hat. Wir haben da so Aufnahmen von Linz- Musikanten, das hat der Sam gestartet, wo einfach jemand mit so seinem Eisen, wie nennt man das, wo man Güter damit fahren kann, per Hahn, so aus den Lastern raus, mit vier Rollen und einer Hubbühne und der zieht die über den Gehsteig, wo verschiedene Bänder sind, glatte und dann welchebühne und der zieht die über den Gehsteig, wo verschiedene Bänder sind, glatte und dann welche mit Steinen. Jedes Mal, wenn es um Steine geht, dann wieder. Oder die Rolltreppe, die macht. Und dann andere Liedmusikanten, Baustelle, wo dauernd ein Schlägel bei der Bau der neuen Eisenbahnbrücke und das Ganze über die Donau drüber. Also das ist dann so wie, da denkt man sich, okay, jetzt sind wir bei Pierre Schäffer, jetzt wird die Musik konkret zu einem Instrument, zu einer Klangoffenbarung. Und ich bin da gestanden und habe dann gleich mein Handy genommen und habe mir gedacht, okay, Tonaufnahme, nee, da muss man jetzt ein Video machen, damit die Leute sehen, okay, der Musikant ist diese Baustelle. Also ab und zu macht es auch Sinn, dass man mit einem Video aufnimmt, weil dann etwas klarer wird und dann natürlich texte schreiben und man kann natürlich auch wenn man sagt okay ja ich habe ein super thema ich habe mir jetzt das angeschaut was an podcasts auf sounding linds ist könnte auch jemand einen podcast gestalten weil einfach ein thema interessant ist. Hast du einen statistischen Überblick, wie viele Beiträge es gibt? So 550 Beiträge sind auf der Page. Mittlerweile die Zugriffe weit über eine Million. Unique Visitors auf Sounding Lins. Bei den Podcasts stehen wir dort wo wir bei der klangwolke gestanden sind auch bei den klangspaziergängen aber klangspaziergänge sind momentan kein so ein thema das war damals interessant als als schulungs tool für die klangwolke 2020, um den Leuten sozusagen das Hören nahezubringen. War da Lockdown, oder? War da Lockdown, oder? In Corona-Zeiten schon. Du hast ja auch einen schönen Podcast gemacht über den Zoo, als deine Familie da war und wo sich alle anders erinnern konnten an Geräusche, die dann vielleicht gar nicht im Zoo waren. Sehr schöner Beitrag. Ja, es ist, wir merken uns öfters andere Klänge als die, die wirklich wo waren, weil man ab und zu sich selbst so gern verführt in ein Bild hinein und dann merken wir, wie wir mediengesteuert sind. Ich habe vor kurzem so eine authentische Aufnahme gehört von einem Kriegsschauplatz in der Ukraine. Das hat absolut nichts mit dem zu tun, was man im Kino von Hollywood im Sounddesign hat. Bei dem Hollywood-Soundtrack fürchte ich mich nicht, aber bei dem, was ich dort gehört habe, habe ich mich gefürchtet, weil man dort immer noch die Stille hat. dort immer noch die Stille hat. Da beginnt keine Musik, kein Text, nichts Heroisches, sondern es ist einfach Stille. Die Explosion geht weg und in diesem leeren Raum stellt man sich natürlich die Frage, was ist jetzt? Was ist da jetzt passiert? Und da wird natürlich dann dieser akustische Einschlag noch viel stärker, weil wir uns das Schlimmste vorstellen, weil wir das ja nur aus der Entfernung kennen. Noch schlimmer wird es, wenn man dann längere Zeit dort ist und sich daran gewöhnt und dann auch lesen kann, wie diese Geräusche tun. weil man dann akustisch nur mehr getriggert ist von diesen temporären Wirklichkeiten und das Hören dann nur mehr auf das fokussiert ist. Das erinnert mich an, ich habe vier Kinofilme in meinem Leben vertont, wie man sagt, der Begriff ist schon, und ich habe bei keinem einzigen eine vernünftige Beschreibung bekommen vom Regisseur, was er sich wünscht. Es war immer, das soll so klingen wie dort. Also da sieht man aber wie wir hören. Das ist nicht, weil er das nicht konnte oder vielleicht nicht verstanden hat, sondern er hat keine Sprache dafür gehabt. Vielleicht ist auch dafür das Sounding Lins so ein kleines Tool, um hören zu lernen. Unbedingt, vor allem mit den Texten. Es gibt einen wunderbaren Text über die Föst in der Nacht aus der Nähe. Wenn man das liest, da geht dann wirklich diese Industrielandschaft auch akustisch in den Ohren auf, aus dem, was wir so gesampelt haben. Also klar, wenn ich jetzt zum Beispiel in eine fremde Stadt fahren würde und es würde dort so ein Sound in Linz geben, würde ich mich sofort vorbereiten. Also das wäre mal gleich das Ding, wo ich mal schaue, wo komme ich an, wo wohne ich, wo ist mein Hotel und dann würde ich mal schauen, was ist da rund ums Hotel. Und ich würde sofort meine Wege, die ich durchgehe, zum Beispiel ich fahre zu einem Festival, würde ich sagen, okay, dort ist ein Konzert, dort ist das und dann würde ich mir meine Wege aussuchen und dort hingehen. Ein Freund von mir, Patrick Franke, ein Bird-Nerd würde ich mal sagen, Bird Nerd, würde ich mal sagen, der hat ein Buch herausgegeben, wo er beschrieben hat, Orte rund um Leipzig und in Leipzig, wo gewisse Vögel zu einer gewissen Zeit gut zu hören sind. Er hat Aufnahmen gehabt, aber die Aufnahmen hat er nie veröffentlicht, weil er gesagt hat, das Buch ist viel wichtiger, weil das in den Köpfen etwas anderes bewirkt, als wenn man die Geräusche liefert. Ja, dann ist es eine Ware. Genau. Und mit dem Buch können dann Leute, wenn sie das Buch haben, können sie sagen, so, wir wollen am Sonntag einen Spaziergang machen, lasst uns doch dorthin gehen, weil dort kann man so gut diesen Vogel vielleicht hören. Dann gehen die alle hin, setzen sich hin und auf einmal hören sie einen Vogel. Natürlich werden alle annehmen, dass es dann dieser Vogel ist. Muss ja gar nicht sein, aber mittlerweile gibt es Apps, wo man dann Aufnahme drücken kann und dann ja, es ist dieser Vogel. Bei Vögeln gibt es einfach so eine wunderbare Bibliothek aus England von einer Universität, wo man wirklich lernen kann welche Vögel es sind. Und wenn auch drei, vier miteinander Geräusche machen, die listen das auf und das ist natürlich dann schön, vor allem wenn du Kinder mit hast, die haben dann ein ganz anderes Erlebnis. Du gehst an einen Ort, wo du weißt, Mitte Mai könnte dieser Vogel dort wunderbar singen. Naja, und weißt du, was vielleicht auch so toll ist, wozu ja Sound & Glitz auch animiert, dass man wohin geht, um zu erleben, dass Hören immer was Räumliches ist. Und oft hat man ja, wenn man es nur über Lautsprecher hört, gar nicht diese Gewissheit, dass Hören immer räumliches ist. Und oft hat man ja, wenn man es nur über Lautsprecher hört, gar nicht diese Gewissheit, dass Hörer immer räumlich sind. Und das Buch finde ich sehr interessant. Ich war gestern oben im Schloss und da haben sie ja diese Glaswand, die bei diesen Arkaden war, dort wo man reingeht zur Römischen und zur Altertumsausstellung, die sind ja weggekommen. Wenn man jetzt dort steht, hat man das Gefühl, da war wie eine Glasne, es keinen Sinn ergibt, dass man sowas hintut. Und da sind auch so schöne Bogen, ähnlich wie die, wenn man am Brückenkopf bei der Apotheke Richtung Badgasse geht. Nur da oben ist es akustisch völlig trocken, während wenn man da Richtung Badgasse geht eine so schöne, lebendige Akustik ist, wo ich mir jedes Mal denke, da sollte man eigentlich Gesang oder Saxophon aufnehmen, früher morgen, wenn kein Verkehr ist und so. Weil dort Reflexionen durch den Bau, durch dieses barocke Gebäude sind, die so schön klingen, wie du es in einem Effektgerät, ja gut, man könnte die akustischen Räume aufnehmen und dann das sozusagen als Impulsreferenz in einem Impulsreferenzsaal verwenden, aber wenn man dort aufnimmt, dort ist eine riesen Lebendigkeit. Und dort oben ist es fast, die schauen fast identisch aus, sind ein bisschen weiter und akustisch ganz anders. Und das sind Erfahrungen, die interessant sind. Also du siehst eine Architektur und du denkst dir, eigentlich müsste es so klingen, wie die du schon kennst. Anderes Material, andere Dimensionen, daneben die Wiese, ein Putz, der ganz anders ist und schon klingt es anders. Und das sind natürlich faszinierende Momente, wo natürlich auch Sonning Linz in die Richtung gehen kann, wo Leute einfach durch das Lernen, sagt, ich muss von da nach dort und ich habe mein Handy mit und dann horche ich mir die Sachen an, lese die Texte dazu und dann gehe ich diesen Weg ab. Und mit dieser Erfahrung kann man auch viel gestalten im eigenen akustischen Leben. Eine Erfahrung aus meiner eigenen Geschichte. Irgendwann haben wir uns Lärmschutzfenster einbauen lassen, weil die Fenster so verbraucht waren. Bei den alten Holzfenstern, die einfach entsorgt wurden, nachdem sie auch nicht mehr zu sanieren waren. Da hast du den Wind gehört, den Regen gehört, die Vögel gehört, natürlich massiv den Verkehr gehört. Und dann hast du auf einmal Lärmschutzfenster, 43 Dezibel drin. Und dann sitzt du in dem Raum und denkst dir, hallo, was ist das für ein Raum? Du bist völlig entkoppelt. Was haben wir dann gemacht? Wir haben uns eine alte Uhr aufgehängt, die dick macht. Du hast ein Loch reingebohrt ins Fenster, dass du wieder was hörst. Das wäre kontraproduktiv gewesen. Aber wir haben begonnen, die Räume dann akustisch ganz minimal und sanft zu bespielen. Im Sommer ist es eh gleich, da hast du gekippt, offen und so weiter, da kommt eh was rein. Aber es war schon eine Erfahrung, die super sonderbar war. Auf einmal hast du einen Lebensraum, du hast die Lebensqualität erhöht, verbessert und gleichzeitig leidest du darunter. Das ist wie bei den Lärmschutzwänden. Genau. Es gibt ja das Buch von Tarek Leitner, das ist schon sehr alt, ich glaube 10 oder 15 Jahre alt, wie hässlich Österreich ist. Er hat das vor allem aus der visuellen Perspektive geschrieben, aber das könnte man ja auch akustisch so sehen. Es geht immer mehr darum dass man die leute trend durch ihre geschubte eigentlich ist er geht schon so weit dass man sich vor allem schützen und aber bei der schallschutz ist er völlig irre finde inzwischen also früher war eine zugfahrt an der westbahn richtung wien eine fremdenverkehrswerbung. Jetzt ist es einfach ein die Fahrt zum Hauptbahnhof, wo du von Wien gar nichts mehr siehst, keinen Wiener Wald mehr. Also das ist jetzt touristisch nicht mehr verwertbar, diese Zugstrecke. Aber man hat eine Dreiviertelstunde gewonnen von Wien nach Wien. Ab und zu ist mal ein Defekt und dann fährt man wieder so über die wachau und dann dort haben sie keine das sieht man wieder mal schöne teile von österreich aber es ist so aber es macht nichts mehr weil er jedem verdammten zug auf sein handy schaut also also nicht raus na ja aber schaut doch keiner raus weil alles und so Handy schauen. Also es könnte noch so schön sein. Oder dort, wo nicht geschaut wird, wo nur gefilmt wird, wenn du mit dem Zug nach Hallstatt fährst. Die ganzen Asiaten, die haben dann immer das Handy am Fenster und filmen jeden Meter auf dieser romantischen Strecke. Da wird nicht ins Handy geschaut. Aber auf allen Zugstrecken, der Westbahn schaut wieder jeder ins Handy. Also wir haben uns so und so von allem entkoppelt. Wir sind ja so und so zur Zeit in einer Medienfalle und die Medienfalle haben wir in der Hand. Jetzt haben wir selbst Sounding Lins gemacht, um diese Medienfalle noch zu vertiefen. Um diese Medienfrage noch zu vertiefen. Da würde ich widersprechen. Ich glaube, dass Sounding Lins mehr aus dem Menschen herausholt und auch mehr schenkt und mehr diskursiver ist und viel mehr neue Kontexte herstellt, als es zumacht. Also Sounding Lins ist nicht TikTok oder Instagram, wobei es auch auf Instagram großartige Projekte gab, wo großartiger Inhalt abgebildet worden ist. Aber ich glaube, dass Sounding Lins keine Medienfalle ist und dass Sounding Lins nur dann funktioniert, wenn man die Erfahrungen, die man im Medium gemacht hat, in der Wirklichkeit selbst erfährt und erfahren will. Oder wenn man aufnimmt dafür und es dann reinstellt, um es zu teilen. Man könnte sagen, dass es eine Aufforderung ist, selbst zu erleben, weil die Welt spricht ja zu uns. Ja, ja. Und wir dürfen nicht verlernen, selbst zu sprechen. Also wirklich selbst zu sprechen. Wenn ich jetzt eine Rolle einnehme, etwas Besonderes, Tolles zu machen für so im Abenteuerstil, man macht eben was und springt wo runter und macht das für TikTok oder so. Da gehst du in eine Rolle rein. Es ist ja viel spannender, wenn man selbst etwas richtig kommuniziert, etwas tut mit dem Medium. Wir müssen uns ja befreien von dem, was die Algorithmen an Wichtigkeit mit uns erzeugen. Wir müssen den Algorithmen ja zeigen, dass sie völlig unnütz sind. Das ist ja das Entscheidende. In dem Moment, wo wir das machen, was die Algorithmen von uns fordern, erstens machen wir bald alle dasselbe, dann ist es eh wurscht, dann stirbt das Medium an Belanglosigkeit. Jetzt sterben die ganzen Sachen an diesem AI-Slop. Also die bringen sich eh selbst um. Wir brauchen da gar keine Revolution anzetteln. In dieser ganzen kommerziellen kapitalistischen Ordnung bringen sie sich eh selbst um. Also müssen die Leute lernen, mit den Medien ihre eigene Sprache, ihre eigene Erfahrung zu finden. Und natürlich gibt es Psychologen, die sagen, dass diese Aggressivität der neuen Medien in den Köpfen der Kids schon massiven Schaden verursachen und enorm viel verändern. Also wie man die wieder in einen Diskurs und in ein reflektiertes gesellschaftliches Segen zurückbringt, das ist schon eine Challenge. Andererseits wiederum kenne ich das von zwei Töchtern eines befreundeten Paares. Die haben, als sie so zwölf bis sechzehn waren, versucht, in irgendeine dieser großen Shows zu kommen, mit Tanzen, Singen und Blödsinn machen. Haben es nie geschafft und die sind jetzt sehr selbstbewusste Menschen geworden. Obwohl sie vier, fünf Jahre ihres Kind- und Jugendlichenseins nichts anderes wollten, als in einer so verdammten, verblödeten Show zu landen. Das ist ja Fernsehen, oder? Ja, das war noch... Jetzt sind wir in einem algorithmischen, in einem ganz anderen, in einer ganz anderen, sage ich mal, Waschmaschine, die nicht nur in einer Richtung wäscht, sondern die auch reingeht in die kleinsten Zellen unserer Erlebnisse und fast reingeht bis in die Zellen, weil wir alles dafür tun. Ich bin da sehr unsicher, weil man muss ja nur in erinnerung rufen was also von den fachleuten gesagt wurde als die eisenbahn eingeführt worden ist also die geschwindigkeit wird alle verrückt machen und es wird sehr massenhaft krankheiten geben die durch die geschichte nichts davon ist eingetreten also ja ja ich finde das so zwischen dem was du es gesagt hast und und dem dass er entspannt bin was das betrifft der für den oder zu den linds fragen wenn man auf die landkarten schaut, am Computer, ist da erkennbar eine besondere Verteilung? Wo gibt es viele Aufnahmen, wo gibt es viel Auseinandersetzung mit der Umgebung, wo sind leere Gebiete? Kannst du das ein bisschen überblicken? Viele leere Gebiete, leider. Bald sich alles so im Zentrum. Und die Brücken sind sehr anziehend. Das weiß ich, weil ich mit den Studenten so oft aufnehme. Und die haben immer was aus diesen Ecken an Land gezogen. Ich glaube, dass das Urbane einfach auch seine spannende Klangarchitektur hat. Wenn man zum Beispiel in Urfa aus der Straßenbahn in Unterführungen geht, das ist akustisch einfach großes Kino. Und das zieht einfach an. Oder wenn man unter der neuen Völsbrücke ist mit diesem ganzen Verkehrswahn, der noch gar nicht so richtig begonnen hat. Das geht erst los. Ich bin vor kurzem mit dem Bus nach Dresden gefahren. Da werden die Autobahnstücke langsam vollständig fertig. Und da wird dann eine Lawine runterkommen. So Schweden, Triest, Schweden, also von der Nordsee ans Mittelmeer und wieder rauf. Da wird dann der Klang noch mal eine andere Dimension kriegen. Aber wenn man unter der Vössbrücke steht, besonders auf der Linzer Seite, das ist akustisch wirklich großartig, großes Kino. Ich stehe da öfter, wenn ich mit dem Rad durchfahre, bin richtig berauscht von diesen Drones, von diesen metallischen Flächen. Also das ist pure Musik für mich. Und dann habe ich aber selbst Erlebnisse gemacht, die einfach wunderbar waren. Ich habe es ja noch nicht abgeschlossen. Also mein Ziel ist ja für Sounding Lins den nördlichsten, den südlichsten, den östlichen und den westlichen Punkt aufzuhalten. Den östlichsten und südlichsten habe ich schon gemacht. Vom Stadtgebiet. Vom Stadtgebiet. So richtig rausgesucht, wirklich auf den Punkt. Und am östlichsten Punkt habe ich mein Aufnahmegerät mit dem Windschutz hingestellt. Genau an den GPS-Punkt. Und dann bin ich zur Seite gegangen und da sind dann schon, das hört man auch auf der Aufnahme, sind schon mal so zehn Moskitos auf das Tier, auf den Windschutz geflohen. Auf die Böse. Ja, auf das Fell, auf das künstliche Fell. Und als sie dann mitgekriegt haben, da ist kein Tier dahinter, haben sie mich gejagt. Ich bin mit ungefähr 15 Stichen von dort geflohen. Also das war richtig Körpereinsatz. Eine totale Idylle, obwohl sehr nah eine Straße ist, wegen diesem ganzen Badesee, der da ist. Ist es das Breschinger See? Nein, das ist Pichling. Ich habe das gar nicht vermutet. Ich habe immer im Bresching da oben beim Truppenübungsplatz den östlichsten Punkt vermutet, bis ich mal auf die ganze Karte geschaut habe und da in der Nähe von diesem Badesee, wo du zahlen musst, dieser Badesee, also nicht der Bichlner See, der Aussee, der könnte Aussee heißen. Also dort in der Nähe, dort ist der Punkt, da ist auch eine Dreigemeinde, die Grenze ist in der Nähe, ja, dort ist der Punkt. Da ist auch eine Dreigemeinde, Grenze diese in der Nähe, wo die Gemeinde Linz auf die Gemeinde Asten und auf die Gemeinde Sterek oder Berg trifft. Darum ist ja da... Aber das ist am Südufer, oder? Das ist ja... Oder am rechten Ufer? Nee, auf der Linzer Seite, also nicht drüben im Ufer und nicht in der Mühlviertler Seite. Es ist auf der Linzer Seite. Und das Südlichste wiederum ist, da bist du am Land. Ich bin da sozusagen am Friedhof in Ebelsberg, bin ich den Hang raufgefahren und knapp vor der Autobahn nach rechts gefahren, dann unter einer Brücke der Autobahn durch und dann noch fünf, sechs Kilometer geradelt und bin dann am südlichsten Punkt angekommen. Da sind Felder, das ist Landwirtschaft, das ist so ein romantischer Platz. Ich habe dann ein Foto gemacht, da siehst du in der Ferne die Industrie und die Häuser von Linz. Und das ist völlig entkoppelt. Also die Autobahn ist da auch wie eine Zäsur. Da musst du wissen, wo du überhaupt in die Stadt reinkommst. Sehr schöne Gegend. Der westlichste Punkt ist dann St. Margareten rauf, dort wo dieser eine Turm ist, wo man Richtung Villering fährt. Und der nördlichste ist dann, wo so eine Abzweigung links nach Kirschlag geht, rechts rauf ist dann der nördlichste Punkt. Das ist auch völlige Idylle. Natürlich hörst du dann mit Sicherheit dort den dreispurigen Verkehr von der Straße rauf nach Helmhanshöht. Hauslgraben. Hauslgraben, ja. Aber im Süden von Linz sind viele Löcher. Im Industriegebiet sind die Löcher gar nicht so groß. Das ist gar nicht so schlecht ausgefüllt. Da hat sich mal jemand die Mühe gemacht und hat viel da unten aufgenommen. Bindermichl ist schwach, Spallerhof ist schwach. Was da so rausgeht an der Zugstrecke Richtung Leonding ist schwach. Was dann an der Zugstrecke Richtung Süden runter, wo geht es da runter? Das ist ein sehr ausgedünnter bereich also also bitte in diesen ausgedünnten bereichen wenn sie da arbeiten wohnen bitte und spannende akustische erlebnisse haben aufnehmen und schicken ja ich glaube wir werden die letzte runde gehen der vater noch vorgestellt so plattform ist ja erfordert viel engagement und viele ressourcen was braucht man denn um das langfristig zu erhalten der betreiber ist dem verein das ist gut der verein ist noch sehr jung und wir müssen uns jetzt, wir haben uns ja schon großartig etabliert damals bei der Klangwolke, aber irgendwie müssen wir uns jetzt in den Alltag hinein etablieren. Das heißt, wir brauchen für spannende Projekte Geldgeber. Nächster Schritt ist die Erneuerung der Page hin zu besserem Handling, besserer Selbstverwaltung, was für uns sehr wichtig ist, dass jeder was tun kann, weil die Tools simpler sind als sie jetzt sind. Ich bin ja der einzige, der glaube ich diese Architektur dieser ganzen Seite versteht in dem Verein. Immer ist der Betrieb das größere Problem, nicht der dauerhafte Betrieb. Ja, also wir müssen einfach schauen, dass wir Vertrauen erzeugen können bei unterschiedlichen Geldgebern, damit wir diese Seite lange am Leben erhalten können und dass wir spannende Projekte rundherum entwickeln können. Und es würde auch Sinn machen, von Linz hinaus zu gehen, ins ganze Bundesland. Da würde ich es aber nicht so angehen wie bei Linz, sondern da würde ich eher schwerpunktmäßig sagen, okay, mal Gewässer. Da es schneller Überforderung sein kann. Ja, wo man dann einfach sagt, okay, man sucht sich ein thema raus was wirklich spannend ist und um auch exemplarisch aufzuzeigen was da möglich ist bei dir noch was auf dem tapet na ich wollte gerade dies fragen beyond links oder ist das nur auf der linz begrenzten zum beispiel in slowenien und dann würde ich sound aber will nicht auf Radio Apo Re hochladen, aber Sounding Lins zum Beispiel. Oder es passt schon dieser Bezug zu Lins zum Beispiel. Ah, ich habe diese Erinnerung aus Slowenien und ich bringe diesen Sound mit zum Beispiel. Da müsste man dann ein bisschen reden. Also bis jetzt sind wir sehr linzlastig. Und es gibt eine Idee, das Ganze mal auf Oberösterreich ein bisschen auszuweiten. Ob wir eine globale, so wie Radio Appare macht das sehr gut. Also es würde keinen Sinn machen. Ich würde da eher mehr in den Content reingehen, wo man sagt, okay, was sind Themen, die im Moment wirklich interessant sind, die man akustisch abbilden sollte? Also ich sehe das, da muss man ganz präzise überlegen, was man tut. Will man ein Museum werden, wo man sagt, wir nehmen alles auf, bevor es verschwindet? Das ist durchaus interessant. Aber ist das eine Hauptaufgabe? Ist es nicht vielleicht spannender zu zeigen, wo gibt es noch so letzte Enklaven, wo man das Gefühl hat, die Zeit ist stehen geblieben? Das könnte auch vor 100, 500, 800 Jahren so geklungen haben. Es gibt Plätze in Venedig, wenn du da sitzt, die Augen zumachst, könntest du sagen, okay, jetzt bin ich bei Shakespeare, Kaufmann von Venedig. Du hörst nichts, kein Flugzeug, kein Boot. Kein Flugzeug in Venedig ist schwer. Doch, doch, ich habe solche Momente gehabt, das war berauschend. Und dann hörst du deine glocke deine glocke du wirst jemand aus dem fenster raus schimpfen in italienisch und nicht auf englisch dann weißt du okay es könnte jetzt sondern macht man die augen zu und hat ein wunderbares gefühl also solche orte heben in oberösterreich wo man sagt hier kannst du ich habe versucht mal eine waldaufnahme zu machen im Müllviertel für ein Theaterstück, wo ich einfach so Vögelgeräusche, Wind in den Ästen und wo ich den Boden, wenn man drüber geht, so schön hört, Äste, die knacken und so, weiche Schritte, Moos und so, wunderbaren Platz gefunden. Und alle drei Minuten habe ich dann ein Auto schalten gehört, diesen Gegenhang rauf, der ungefähr vier Kilometer entfernt war. Da fahren sie dann mit ihren hochgemotzten Autos, schalten dann genau rauf, fahren richtig mit 15, 20 Liter Spritverbrauch dann diese Steigung rauf. Und die hörst du in der Aufnahme. Da musst du dann wieder ausblenden, eine Überblendung machen, was fürs Theater ja gepasst hat. Aber das wäre ja dann spannend bei so einem Projekt wie Sounding Linz, dass du dann diese Dinge drinnen hast. Oder Aufnahme im Nationalpark Kalkalpen. Ich muss jetzt mit diesem postkulturpessimistischen Ding aufhören, weil wir schon über der Zeit sind. Dieses Beispiel muss ich noch abliefern. Ich stehe im Winter in einem Wald auf 1200 Meter Nationalpark Kalkalpen. Man hört da und dort einen Raben und man hört Schnee von Bäumen fallen. Es war unglaublich. Man hat die Kälte richtig hören können, es war wunderbar. Ich schalte das Aufnahmegerät ein und meine Ohren haben die Flugzeuge weggeblendet, weil es so schön war. Ich bin da so in einem romantischen Klangbild, ich habe nicht zugehört, ich habe auch keinen Kopf herauf gehabt. Wo die Mikrofone mir das vielleicht, aber meinirn hat der müll weg gefiel das hören was kreatives genau ich bin da gestanden und war richtig gott ist das schön ich habe richtig die kälte gehört ich hätte die gerade bestimmen können beim hören und zu hause im studio das ganze eingelegt. Hey, Flugzeug. Hey, Flugzeug. Noch ein Flugzeug. Mit dem hören wir es auf. Mit der Flugzeugvision von Patti Dorlinger. Das Schöne war ja, dass ich das weggeblendet habe und dass das Mikrofon so brutal ist und das aufnimmt. Und das ist ja eigentlich so, wo man sagen könnte... Patti, ich schneide dich jetzt ab. Wir sind wirklich schon in der Zeit. Danke, Fadi, fürs Kommen. Ja, Nea, vielen Dank, dass du mit mir... Ja, danke für die Einladung. Und ich freue mich natürlich schon auf das nächste Hörstückgespräch, natürlich wieder auf DorfTV. Und tschüss!