Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin- und hergeschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der freien Medien in Oberösterreich. Herzlich willkommen. Marina Wetzelmeier begrüßt Sie zu dieser Ausgabe von Klima und Du, die sich mit den erfahrensten IngenieurInnen im Wasserbau beschäftigt, den Bibern. Durch die extreme Trockenheit und Hitze in diesem Sommer sind zahlreiche Bäche ausgetrocknet, unter anderem jene Bäche, die aus dem Mühlviertel nach Linz in das Urferaner Sammelgerinne fließen. Dort sind noch letzte Reste von Wasser erhalten geblieben, mit Hilfe von Biberdämmen. Franziska Turner und Fabian Holzinger beobachten seit vielen Jahren Biberfamilien in Linz. Sie gründeten das Biberlab und betreuen ein Gewässer-Revitalisierungsprojekt am Urferaner Sammelgerinne. Bei einem Lokalaugenschein erzählen sie, wie sie gemeinsam mit den Bibern gegen die Dürre kämpfen. Wir befinden uns da am Urferaner Sammelgerinne neben der Autobahn, der Müllgräs-Autobahn in Linz, an der Mündung des Höllmüllbachs. Auf der anderen Seite ist der Diesenleitenbach, der ist seit weit über zwei Wochen trocken. Und das Rinnsal, das wir da vom Höllmühlbach kommen sehen, das ist das letzte Wasser überhaupt, das da irgendwo zugeführt wird. Der Haselbach, der eigentlich der größte Zufluss weiter unten, dann ist ebenfalls ausgetrocknet. Das Urferaner Sammelgerinne sammelt eben alle Müllviertlerbecher auf Linzer Stadtgebiet ein und führt sie dann am Kraftwerk Asten vorbei in die Donau. Und im Rahmen eines Klimafondsprojekts machen wir, also Franziska Thurner und Frau Winn-Holzinger, also BivaLab, gemeinsam mit Blattfisch sowie dem Wasserbau, der Naturkundliche Station sowie der Wasserwirtschaft in Linz hier ein Renaturierungsprojekt durch. Und gerade in diesem extremen, trockenen Jahr haben wir jetzt sozusagen die Probe aufs Exempel in Sachen Wasserrückhalt. Und eben alle Zuflüsse sind bis auf dieses kleine Rinnsaal hier ausgetrocknet. Aber auch bachabwärts vom Projektgebiet ist inzwischen alles trocken. Und wir halten hier eigentlich nur so auf 1,5 Kilometer möglichst viel Wasser mit Hilfe von 13 Biberdämmen und Biberdämm-Analogs, also Biberdamm-Imitaten, so weit so viel Wasser zurück, dass dann nur ein paar letzte Refugial-Habitate bestehen bleiben für Fische natürlich in erster Linie. Das Biberlab verbindet Kunst mit Wissensvermittlung. Fabian Holzinger ist Musiker und Sounddesigner mit einem Schwerpunkt auf Field Recording und akustische Ökologie. Franziska Turner ist Medienkünstlerin und Universitätslektorin an der Akademie der Bildenden Künste Wien sowie an der Kunstuniversität Linz. Schon bevor sie das SpivaLab gegründet haben, beschäftigten sie sich in gemeinsamen Projekten mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Seit 2020 erforschen sie die Lautäußerungen von Bibern in Linz. Für mich ist es ein sehr interessantes Gebiet, weil es so zwischen Autobahn und Donauradweg liegt. Also eigentlich so ein bisschen ein vergessenes Gebiet, das sich aber jetzt sukzessive zu einer wirklichen Oase verwandelt hat. Also wir haben im letzten Jahr 1500 Bäume gepflanzt, wir haben viele Kleintierhabitate gemacht und was wir ganz aktiv versuchen und was uns auch glücklicherweise gelingt ist, wir arbeiten kooperativ, also wir arbeiten mit Bibern gemeinsam an der Dürre- und auch Hochwasserprävention. Biber sind eine Schlüsselspezies, das heißt dort, wo sich Biber ansiedeln, gibt es eine sehr hohe Biodiversität. Das heißt, durch die Form der Landschaftsarchitektur ergeben sich ganz viele neue Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen. Und was sehr, sehr schön ist, ist hier am Sammelgerinne konnten wir aufgrund von Kartierungen wirklich eine hohe Dichte an seltenen Tieren und Pflanzen finden. Es gibt hier am Sammigerinne viele verschiedene Vögel. Zum Beispiel haben wir auch den seltenen Eisvogel schon beobachten können, für den wir eine Eisvogelbrutröhre gebaut haben. Es gibt auch Gelbspötter. Was wir sehr viel sehen, was schön ist, sind Würfelnattern in allen Größen. Die haben wir schon beobachten können, wie sie sehr große Fische verspeisen. Dann gibt es auch viele Libellenarten, zum Beispiel die Blauflügelprachtlibelle. Oder die gebänderte Prachtlibelle. Natürlich auch sehr viele Säugetiere neben den Bibern, also Fischotter, Iltis, Zwergmäuse. Oder auch natürlich aquatische Lebewesen, Fische wie Bachneunaugen. Fabian Holzinger hält ein Thermometer in das Wasser des Diesenleitenbachs. Die Wassertemperatur beträgt 17,4 Grad. Er ist zufrieden, sagt er. Am Höhepunkt der Hitzeperiode waren es bereits 28 Grad Wassertemperatur. Je mehr Hitze, desto weniger Sauerstoff ist im Wasser gelöst und dementsprechend haben die Fische sehr, sehr viele Probleme bei hohen Wassertemperaturen. Und 28 Grad ist schon sehr brutal. Für sehr viele Fische ist das schon an der Grenze zur Erträglichkeit. Die sind dann extrem gestresst und geschwächt schon. Bei den hohen Wassertemperaturen ist es so, dass wir natürlich kleinere Bereiche nur mehr zur Verfügung haben für die Fische. Und der Lebensraum stark geschrumpft ist. Da, wo wir jetzt stehen, sieht man, dass einiges los ist. Wir stehen da gerade im Schatten. Es gibt auch einen Uferbewuchs, da kann man sich als Fisch schön darunter verstecken und in so kleine Höhlen schwimmen. Das ist sehr wichtig da am Rand. Aber der Lebensraum ist natürlich auch viel, viel kleiner und das ist auch nur elementar. Was machen die Biber bei der großen Hitze? Da die Biber nachtaktiv sind, sind sie jetzt nicht ganz so betroffen wahrscheinlich, aber denen taugt das überhaupt nicht. Die sind sehr emsig dabei, immer neue Dämme zu bauen und zu verbessern und halten einfach möglichst lange, möglichst viel Wasser da. Und das haben wir jetzt wirklich schon reihenweise an Bächen. Überall trocknet es aus, nur dort, wo Biber wohnen, eben nicht. Sie bauen dann plötzlich auch Dämme an Orten, wo sie vorher nie gebaut haben und kümmern sich auch so um die Randgebiete vom Biber-Revier. Wir stehen hier vor einem BDA, also einem Biber-Dam Analog, der hier maßgeblich dazu beiträgt, dass weiter oben es schon zu stauen beginnt und hier eben ein schönes Refugial- habitat aktuell eben entstanden ist. Das haben wir gebaut. Wir hatten auch die letzten Monate Unterstützung von zwei Personen, die die Klimagartenlehre beim Magistrat machen. Und die haben ein Praktikum bei uns absolviert und haben uns zehn Tage unterstützt. Und mit denen haben wir unter anderem mehrere BDEs gebaut oder gewartet. Für den Bau solcher Biber-Dem-Analogs sind die Biber selbst die Lehrmeister. Man beobachtet die Biber ganz genau, was sie tun. Wir gehen in die Lehre bei den Bibern. Wir schauen lange zu. Sie verwenden verschiedene Baumaterialien. Sie verwenden Steine, Schlamm, Holz. Und die können sie sehr geschickt so miteinander verbinden, dass sie eben Biberdämme bauen. Ganz, ganz großartige dynamische Gebilde, die eben viele Lebewesen auch darüber wandern lassen. Also auch Fische können bei Biberdämmen gut wandern. Das schauen wir uns alles ab. Wir lernen und mittlerweile lässt sich das schon sehen, was wir da können. Wir haben einige Dämme, die sehr, sehr gut funktionieren. Und manchmal eben haben wir das Glück, dass wir untertags bauen und am Abend dann die Biber kommen, inspizieren, ob wir das ordentlich gemacht haben und dann weiterbauen. Leider wissen wir nicht ganz genau, wie sie es jetzt genau finden, was wir machen. Aber wir hoffen, wir sind gute Lehrlinge. Die Biber wissen sehr, sehr genau, wo die besten Plätze für Dämme sind, wo man mit wenigsten Arbeit die meiste Wirkung erzielt. und wenigsten Arbeit die meiste Wirkung erzielt. Und in dem Fall, bei dem Damm hier, haben wir eben der Höllmüllbachmündung vorgelagert, um das Mündungsgebiet zu überfluten und das möglichst lange unter Wasser zu halten. Was man bei dem Damm jetzt in der extremen Trockenheit, die wir heuer haben, gut sieht, ist das Grundproblem. Es kommt einfach weniger Wasser nach als verdunstet. Sprich kontinuierlich, aber doch zeigen sich hier auch die Grenzen von Bivoderm Analogs natürlich auf. Die funktionieren immer noch sehr gut und wir können da jetzt viele, viele Wochen das alles hinauszögern, aber man sieht es bei dem ganz gut, er verliert an Stauwirkung. Einfach, weil die Menge an Wasser, die oben reinkommt, auf Dauer kleiner ist als die Menge, die da verdunstet und zu Wasserdampf wird wieder. die da verdunstet und zu Wasserdampf wird wieder. Biberdämm-Analogs müssen so wie das natürliche Vorbild, die Biberdämme, regelmäßig gepflegt und angepasst werden. Oft beginnt ein klassischer Tag am Sammelgerinde damit, dass wir mit dem Fahrrad mal das Gelände abfahren und schauen, wo gibt es was zu tun. Das sind dann sehr vielfältige Arbeiten, die da zu tun sein können. Meistens sind es Reparaturarbeiten. Jetzt spezifisch, wo wir so mit der Dürre kämpfen, haben wir viel Zeit in den Warthosen verbracht und haben die BDAs repariert oder adaptiert, je nachdem in welchem Zustand sie waren und je nachdem wie der Pegelstand war. Ansonsten haben wir natürlich auch uns gekümmert um die Eindämmung des japanischen Staudenknotenreichs. Wir stehen da jetzt auch gerade vor einer Ankündigung von unserer Projektpartnerin Heda Malicki. Sie kümmert sich hier um die Sensenmat und macht außerdem einen Neophyten-Flashmob. Da trifft man sich und tut gemeinsam eine Stunde lang sich auspowern, indem man Neophyten ausreißt oder Rhizome gräbt. Und ich glaube, das können wir durchaus größer gedacht lernen von Bibern. Wir sollten sie kleinteilig um unsere Infrastruktur und Bäche und Gewässer sind ja unsere Infrastruktur lebenswichtig, einfach kleinteilig dauerhaft darum kümmern. Die Biber zeigen es vor, die kümmern sich jede Nacht um ihre Infrastruktur und verbessern die und reparieren die. Ein von Menschen gebauter, betonierter Darm kann nie diese Qualitäten aufweisen wie ein Biberdamm, weil ein Biberdamm eben ein ganz dynamisches Gebilde ist, das ganz verschiedenen Lebensraum auch schafft. Also Fische können sich im Damm verstecken, kleinere Fische. Dann ist es so, dass durch verschiedene Pegelstände wird auf der Seite etwas ausgeschwemmt. Wir haben immer kleinere Gänge und Kanäle, wo Fische wandern können und dieses Zusammenspiel aus abgedichteteren Dämmen und daneben aber kleineren Armen, die sich ergeben. Also es ist eben nicht eine betonierte Wand, wo gar nichts durch kann, sondern ein sehr schönes, dynamisches Gebilde. Von dem gehen vielleicht auch viele Vorurteile aus, wenn man daran denkt, menschengebaute Staudämme wirken sehr kompakt, sehr undurchlässig und daher kommt vielleicht das Vorurteil, dass man sagt, ja Biberdämme, die sorgen für Hochwasser zum Beispiel. Biber gibt es seit 15 Millionen Jahren, seitdem sind die IngenieurInnen im Wasserbau und das alles ist eigentlich ein ganz großartiges System, das ohne uns Menschen fantastisch gut funktioniert hat. Wir haben eingegriffen, wir haben Veränderungen gemacht und aus diesem Grund haben wir auch ganz viele Probleme, mit denen wir uns gerade beschäftigen müssen. Da geht es ganz wichtig immer darum, Konfliktprävention zu betreiben und zu schauen, was brauchen wir Menschen, was brauchen unsere Freundinnen, unsere tierischen Freundinnen rund um uns und alle anderen Pflanzen und Lebewesen natürlich. Und mit einem Blick auf die multiplen Krisen gilt es Lösungen zu finden, die einem konvivialen Zusammenleben entsprechen. Und in Sachen Durchwanderbarkeit von Biberdämmen und BDAs, wo es eben sehr viele Missverständnisse gibt, aufgrund der Bauweise kann man bei Biberdämm-Analogs, die wir bauen, natürlich auch aktiv nachhelfen. Wir sehen da neben dem Damm so einen kleinen Überlaufkanal, der da in mehreren kleinen Stufen vorbei am Damm das Wasser runterbringt und den Damm passierbar macht für Fische. Hier entlang vom Weg gibt es viele kleine Interventionen, die wir machen. Da gibt es zum Beispiel hinter uns eine Benniershecke, das ist eine Totholzhecke, die eben ein schönes Kleintierhabitat ist. Wir haben auch verschiedene Steinmauern gebaut und Ziel ist, an vielen verschiedenen Orten kleine Maßnahmen zu setzen. Für Eidechsen und Schlangen. Genau, zum Beispiel die Würfelnatter. Die ist zwar gern im Wasser, aber eigentlich haben wir ganz viele verschiedene Schlangenarten. Außer der Kreuzotter haben wir fastke bis zu uns herunter ausgetrocknet. Und ab da beginnt jetzt eben ein größeres Refugialhabitat, das auch aufgrund eines BDAs, der da vorne ist, eben so entstehen konnte. Und da sehen wir, es tummeln sich die Fische, da ist wirklich einiges los und das erfüllt mich jetzt mit Freude, weil das heißt, das klappt immer noch, obwohl wir schon ganz dringend auf Regen hoffen. Also ohne den BDE wäre hier kein Wasser mehr. Dass sich hier Fische tummeln können, ist auch jenen Menschen zu verdanken, die eine Fischrettungsaktion im Haselbach durchgeführt haben. Neben der guten Zusammenarbeit mit unseren städtischen KooperationspartnerInnen und wie auch Blattfisch gibt es da in der Gegend zum Glück auch ein paar andere Menschen, denen das Gebiet und die Tiere da ein Anliegen sind. Zum Beispiel während der extremen Trockenheit und vor allem während der Zeit, wo der Haselbach darauf jetzt ausgetrocknet ist, die letzten Wochen, waren da immer wieder so kleine Grüppchen an so zwischen 11 und 13 jährigen, sehr super motivierten Menschen, die da auch sehr, sehr viele Fische rausgeholt haben mit dem Kescher und übersiedelt in die letzten Refugialhabitate am Sammelgerinner. Und das ist natürlich extrem viel wert. Als ihr begonnen habt mit dem Projekt, was habt ihr sich da vorgenommen oder vorgestellt und wie ist das jetzt gewachsen? Vorgenommen, vorgestellt ist wirklich eine schwierige Frage. Im Grunde kann man es gleich so beantworten. Das Bestmögliche da rausholen und möglichst viel an Habitaten und Arten, wo wir immer noch neue finden, da erhalten und Ökosysteme verbessern. Und das Verbessern machen wir jetzt auf naturbasierten Lösungen gründend. Wir machen hier Low-Tech-Gewässer-Revitalisierung. Wir kommen hier mit den Fahrrädern, wir haben unseren Fahrradanhänger, der steht jetzt gerade vor uns, da sind drauf eine Schaufel, ein Kescher, um ein paar Fische zu retten, ein Kübel, eine Wartose, je nachdem, was man gerade braucht. Und das sind grundsätzlich neben ein paar Astscheren die Materialien und Werkzeuge, die wir hier verwenden. Also da kommt für gewöhnlich kein Bagger vorbei, da kommt auch kein Rasenmäher, sondern das wird alles in kleinen Portionen per Hand gemacht. in kleinen Portionen per Hand gemacht. Und das ist auch das Herzstück vom Projekt, dass eben an vielen Stellen gleichzeitig kleinere Maßnahmen gemacht werden, im Gegensatz zu dem, wie wir Menschen es gewohnt sind, dass eigentlich kommt eine Baufirma, die baut irgendwas und die fordert dann wieder und dann ist es erledigt. Und so funktioniert aber Revitalisierung nicht. Wir brauchen Menschen, die regelmäßig da sind, die an vielen Stellen gleichzeitig arbeiten und das minimalinvasiv. Ja, und die Rahmenbedingungen verändern sich ja dauernd. Also vor zwei, drei Jahren, wie wir angefangen haben, wäre so eine extreme Trockenheit und Hitze eigentlich undenkbar gewesen. Und das wird jedes Jahr anders und schlimmer. Und das erfordert natürlich eine sehr zeitnahe Anpassung. Und man fährt einen Tag eine Runde und sieht da jeden Tag irgendwo neue kleine Tätigkeiten, die irgendwas verbessern könnten. Es ist im Grunde ein ewiges Lernen und ich glaube, das darf auch nicht aufhören oder kann eigentlich nicht aufhören. Wir finden zum Beispiel immer nur nach Jahren jetzt neue Arten da und denen kann man natürlich dann irgendwie auch Lebensraum schaffen oder bei der Mahd dran denken. Unsere Kollegin Hedda Malicki, die für die Sensenmatte zuständig ist, die mäht eben dann sehr selektiv und mosaikartig, sprich es gibt möglichst große Vielfalt. Also der 20 Meter vorne neben dem Weg zum Beispiel haben wir schon zweieinhalb Jahre nicht gemäht und das sind jetzt so eineinhalb, zwei Meter Stauden und die werden sehr regelmäßig von Zwergmäusen genutzt. Die bauen da so kleine schöne Kugelnester rein. Die würden sich da natürlich nie ansiedeln oder länger bleiben können, wenn man da regelmäßig mäht. Gleichzeitig sind andere Arten natürlich auch angewiesen darauf, dass ab und zu mal gemäht wird. Und die Hedda geht da eben sehr, sehr kleinräumig, adaptiv vor. Also da wird wirklich so einen Meter bestimmte Pflanze stehen gelassen, die nächsten zwei Meter wieder gemäht und so weiter. Ein Teil unseres Projekts beschäftigt sich auch damit, beruhigte Flächen zu generieren, sprich Flächen, wo nicht dauernd Hunde zum Beispiel durchlaufen. Ein einfaches Beispiel wäre jetzt, wir haben eine brütende Entenmutter, die auf ihren Eiern sitzt und das ist natürlich sehr wichtig, dass nicht dauernd Hunde vorbeilaufen und die aufschrecken. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, was Klimaschutz in der eigenen, unmittelbaren Umgebung bewirken kann. Franziska Turner spricht über ihre persönliche Motivation. In Zeiten wie diesen, die auch von viel Überforderung und Angst geprägt sind, wie sollen wir das mit der Klimakrise irgendwie bewerkstelligen, hat sie bei uns das Credo entwickelt, wir tun da etwas, wo wir sind. Und das ist irgendwie dann auch wieder ein bisschen weniger furchteinflößend, weil wenn man sich vorstellt, dass alle dort etwas tun, wo sie sind, dann ist das vielleicht schon machbar. Und dann kommen wir da her und machen unsere Tätigkeiten und dann setzt man Bäume und dann fährt man an dem Baum jeden Tag vorbei und dann wächst er und dann gießt man ihn und dann ist er einfach auf einmal zwei Meter größer. Und das wird man nie vergessen, dass das der Baum ist, den man selber gepflanzt hat. Genauso ist es so, dass wenn man mal die Fische da rausgeholt hat und in ein anderes, von einer kleinen Pfütze in eine große Pfütze gebracht hat und dort dann Tage später immer noch Fische sind, dann fühlt man sich, als hätte man etwas Sinnvolles gemacht. Und ich glaube, das ist etwas, wo wir uns hier jeden Tag neu verbinden, das Gelände kennenlernen, eine Beziehung aufbauen und in eine Form des Zusammenlebens auch treten mit diesem Raum. Ich glaube, es ist im Grunde inzwischen ähnlich, wie wenn Leute einen Garten haben. So sind wir da und machen lauter kleine Sachen. Und man lernt das ganze Ökosystem kennen, Individuen, einzelne Tiere, die da immer an den gleichen Stellen anzutreffen sind. die da immer an den gleichen Stellen anzutreffen sind. So fühlt man sich irgendwann dann richtig verantwortlich eigentlich für dieses kleine Stück Wasser und Land. Wir kennen dann die Biber, die vorbeischwimmen. Und wir sehen wieder die Fischotter-Mama mit ihren zwei Jungen auf der Wildkamera und sehen, dass sie gewachsen sind. Und das sind, glaube ich, lauter Dinge, die mir sehr helfen, die Probleme, die da liegen, anzupacken. Gerade wir im Kapitalozean sozialisierte, unter Anführungszeichen, moderne Menschen müssen das, glaube ich, auch wieder verlernen bis zu einem gewissen Grad, dass die großen Lösungen eben gibt, sondern es sind auf allen Ebenen sehr, sehr viele kleinteilige Sachen, die irgendwas besser machen. Und die großen Lösungen gibt es nicht. Und das müssen wir eben auch in der Umsetzung beachten, dass nicht die Millionenprojekte sein müssen. Die braucht es manchmal auch, aber es bräuchte oft vielmehr die winzig kleinenprojekte sein müssen. Die braucht es manchmal auch, aber es bräuchte oft viel mehr die winzig kleinen Projekte dafür, umso mehr. Wenn wir hier arbeiten, kommen oft Menschen vorbei, die fragen, was macht ihr da, die sehr interessiert sind, die sich bedanken, die fragen, ob sie mithelfen können. Ich glaube, es gibt auch quer durch die Gesellschaft viele Menschen, die etwas Sinnvolles tun wollen und die sich freuen, wenn man ihnen ein gutes Angebot macht, wo sie denn etwas Sinnvolles tun können. Zum Beispiel invasive Pflanzen entfernen. Aber das ist ganz spezifisch etwas, wo wir uns riesig drüber freuen. Und das ist eine sehr anstrengende Arbeit. Und da muss man auch Rhizome ausgraben. Und da gibt es dann manchmal sehr motivierte Teenager, die gerne sich auspowern und die dann große Wurzeln ausgraben. Also das ist wirklich etwas, wo man sich sehr einfach einbringen kann. Da gab es auch verschiedenste Gruppen, die sich hier angemeldet haben und mitgeholfen haben. Ja, und man kann wirklich sehr, sehr viel machen. Also diese kleinen Oasen befinden sich ja wirklich überall in unserer direkten Umgebung. Man muss nicht irgendwie groß in den Nationalpark immer. Gerade außerhalb von Nationalparks, direkt in unseren Siedlungsgebieten, bräuchte man ja mehr Wasserrückhalt, mehr Biodiversität und funktionierende Ökosysteme, die ja auch Hand in Hand gehen mit Kühlkorridoren, mit Bächen. Wissen über die Biber zu vermitteln, ist ein wichtiger Teil der Arbeit von Biberlab. Menschen aller Altersgruppen, die sich für die zweitgrößten Nagetiere der Welt und ihre Lebensweise interessieren, können zum Beispiel an Biber-Spaziergängen teilnehmen. Außerdem gibt es verschiedene Workshops und Vorträge. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Website biverlab.at. Das Gewässer-Revitalisierungsprojekt am Urferaner Sammelgerinne läuft übrigens mit Ende des Jahres aus. Und das ist natürlich eine große Frage, wie wird es weitergehen mit dem Gebiet, wer wird sich zukünftig darum kümmern. Und so hoffen wir, dass es hierfür Lösungen geben wird, dass wir weiterhin hierher kommen können und mit ein Teil davon sein, dass sich dieses Gebiet so schön entwickelt. Sagt Franziska Turner, die mit Fabian Holzinger darüber berichtet hat, wie sie mit Trockenheit und Hitze am Urferaner Sammelgerinne umgehen. Vielen Dank auch für das zur Verfügung stellen der Ton kommerziellen Sender in Oberösterreich. Das sind Radio Froh, das Freie Radio Freistaat, Radio B138, das Freie Radio Salzkammergut und DorfTV. Zu hören und zu sehen ist die Sendung wöchentlich um 13 Uhr. Außerdem kann man sie unter cba.media als Podcast nachhören und als Video unter dorftv.at nachschauen. Mein Name ist Marina Wetzelmeier und ich bedanke mich fürs Einschalten. Bis zum nächsten Mal. Klima und Du