Was war die Stolz-Anlage? oder als Gestapo-Leitstelle. Der Bau dieser Stollen, dieser Anlagen war eng mit Forced Labor, mit Zwangsarbeit verbunden. Das heißt, es wurden Zwangsarbeiter eingesetzt, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge wurden eingesetzt, unter anderem aus dem KZ-Außenlager Linz 2, Bertrand Bertz, im Übrigen haben wir nicht eingeladen. Im Übrigen haben wir nicht eingeladen. Die Arbeitsbedingungen waren schlecht, brutal, gefährlich. Stollen hier, gerade beim Schlossbergstollen, müssten durch massiven Granit und Gneis gesprengt werden. Das war körperlich anstrengend, das war technisch aufwendig, es war lebensgefährlich. Der Schlossbergstollen selbst ist mit rund 1,3 Kilometern Länge die größte Anlage in diesem Linzer Stollensystem. Hat mehrere Eingänge, am Tunnelplatz beispielsweise, wo wir dann noch herauskommen bei der Donaulände, auch beim heutigen Römerbergtunnel, der den Schlossbergstollen durchschneidet. Man sieht es, wenn man durch den Römerberg Tunnel durchführt, auf einer Höhe von rund einem Meter sind noch Eingangstüren. Es gibt auch einen unterirdischen Aufgang in Richtung Schlossmuseum, das werden wir dann später sehen. Die Anlage war vermutlich, es wird immer kolportiert für bis zu 10.000 Menschen, ist oft geschrieben, vorgesehen aus den Akten, die ich im Stadtarchiv ausgehoben habe, ist eher mehr von 6.000 Menschen die Rede, also sagen wir mal von 6.000 bis 10.000 Menschen, je nachdem, wo man da reingrebt in den Akten. Im Innern befindet sich unter anderem, da befand sich ein Maschinenraum für die Belüftung, eine erste Hilfestation, ein Wachraum, eine Wehrmachtdienststelle, eine Großküche mit Lagerräumen, Sanitärräume, ein Giftungsbereich, ein Mutter-Kind-Bereich, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Wahrscheinlich gab es auch ein Lazarett, wahrscheinlich auch, wir werden das dann nachher sehen, so etwas wie eine Kapelle, könnte man sagen. Und ihr habt es auch aus dem Plan vielleicht ein bisschen entnehmen können, den ich ja zugeschickt habe, noch gestern. Hinter den Eingängen gibt es dann Schleusen, verwinkelte Gänge, werden wir dann ebenfalls sehen, die Schleusen, die vor allem den Druck und Splitterwirkungen von Bomben entgegenwirken sollten. Belüftung werden wir auch sehen, die so schräg nach oben verlaufend Richtung Fensterstollen, Richtung Donnerlände sich ziehen. Dadurch ist auch ein ziemlicher Luftzug im Tunnel. Ein Luftzug, der unter anderem hier auch bei einer künstlerischen Arbeit dann verwendet wurde. Das werden wir dann am Ausgang sehen. Im Stollen, wie gesagt, relativ konstante Bedingungen. Ich schaue mal in die Runde. Alle gut an, sagen gut. Renate, die habe ich leider nicht geschickt, die Mail. Aber du weißt es, du bist gut an, sagen. Etwa 10 Grad Temperatur, rund 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. So, genug geredet. Und ich würde sagen, wir gehen uns an. Von den Zugängen her sieht man hier das, was Thomas Philipp am Anfang erwähnt hat, so eine Betonsperre für den Fall eines direkten Granattreffers bei so einem Zugang zum Fluchtstollen. Man ist sozusagen auf diese dicke Betonmauer getroffen und ist links und rechts in kleinen Türen davon in den Inneren des Stollen gelangt, damit durch die Druckwelle keine Personenschäden entstehen, für den Fall eines direkten Treffers direkt vor dem Eingang. Eine große Infrastruktur in den Stollen, sehr organisierte Trinkwasser, Toilettanlagen, ärztliche Versorgung, ein seelischer Beistand. Es gibt ganz in der Nähe vom Ausgang einen kleinen Kapellentrakt, das waren immer Priester heran, sonst war immer jemand unterstützt oder versucht zu trösten. Also ein gesamtes Feld kann man sozusagen, wie eine kleine Stadt in der Stadt und das pro Stollen, damit man sich auch, wenn man so lange drinnen sein muss, auch versorgen kann, das heißt was zu essen etc. Sonstige andere Dinge. Das war alles hier herinnen und durchaus gut organisiert. Was man sehen wird, ist wie gesagt diese ansatzweise Gegebenheiten von einer Topfsteinbügel. Die werden es überall im Schleim gesehen. Da sehen Sie wieder Gegebenheiten. Das ist ein Zugang, der hätte zu einem Haus geführt. Das wäre so eine Gegebenheit, wo man diesen Putz haben. Lass uns mal ein wenig drüberfahren. Das heißt, den müssen wir ein bisschen anfüllen mit Licht. Genau, wenn wir jetzt das Licht ausmachen. Machen Sie einmal kurz das Licht auf. Sehen Sie, dass man da ein bisschen eine hellere Stelle hat. Das heißt, das ist so eine Orientierung. Da gibt es Pfeile, ähnliche Sachen, Durchgänge, die so markiert sind, damit man Orientierung für den Fall eines Lichtausfalles hat. Sie werden schon merken, Sie werden auch nicht mehr ungefähr wissen, wo wir sind. Würden wir geradeaus weitergehen, wären wir beim Römerberg stehen. Also man geht wirklich immer Ecken, Ecken, Ecken und man verliert wirklich relativ schnell die Orientierung. Sehen Sie immer wieder, das ist zum Beispiel ein bisschen ein L, das sind abgemauerte Kojen, für was sie genau sind, wissen wir nicht, könnte sein, dass das ein Rückzugsort war, für quasi stillende Mütter etc. oder dass man zum Beispiel was hat, wo Verletzte versorgt werden, wäre möglich, weil es so Kojen sind. Die führen dann oben weiter und gehen auf den Hauptgang wieder zurück, wo wir waren. Da vorne ist sozusagen das Wasser-Paseu und es ist gleichzeitig auch Treppenverbindung mit dem Schlossmuseum. Sieht aus, als wäre es Eis, ist es aber nicht. Es ist sehr rau, weil es Kalk ist. Ab dem Jahr 1950, Sie können gerne drauf schauen, ist 25.000 Liter Trinkwasser. Das ist das gesitterte Wasser, von dem ich vorhin gesprochen habe. Das ist sozusagen das Wasserreservat für die Stolz. Und die Treppe, die hier rauf geht, führt weiter nach oben und würde im Westtrakt des Schlosses enden. Wurde ja auch als Kaserne genutzt das Schloss und als Kommandostation und die sind da runter geflohen. Also die sind, wenn Bombenalarm war vom Schloss, runter in den Stollen geflohen. Die haben die Treppe genutzt. Wir schauen einfach einmal weiter. Das glaube ich haben wir wieder alle. Wir schauen einfach einmal weiter. Das glaube ich haben wir wieder alle. Jetzt wickt er es ein bisschen. Wir haben eine ganze Reihe von Stollen. Insgesamt sind es über 14 Kilometer Stollen, sagt man, hat Linz gehabt. Alles zusammen, also die ganzen Gänge zusammengefasst, wo man Leute unterbringt, was sehr viel ist. Man sieht ja, es gibt immer so Quergänge etc., die dann wieder in Quergänge führen. Da ist eine Tür, dann ist wieder ein Quergang, da ist eine Tür, dann ist wieder ein Quergang. Sie haben sehr viele Nebenteile, das ist wie ein Netz, wenn man sich das anschaut, wenn man mal weiß, was das ist. Aus dem einfachen Grund, dass man sehr viele Leute unterbringen musste. Also man geht da raus, dann hat man einen Quergang, dann hat man wieder ein wenig eine Verschachtelung und dann kommt das selber wieder. Nein, es sind teilweise Netz und teilweise sind Sackgassen. Manchmal schon, aber da müsste man wissen, dass man am selben Punkt wieder ankommt. Wenn man es nicht weiß, wenn man von der verkehrten Seite geht, sieht, wie soll man sagen, die Kreuzung anders aus. Das ist uns selber schon aufgefallen, weil man dann sagt, da muss ich doch gewesen sein. Dann geht man wieder zurück und sagt, das kenne ich doch, weil ich es von einer Seite kenne. Wenn ich von der anderen Seite komme, erkenne ich es nicht gleich. Das ist gar nicht so leicht. Ich habe gesagt, viele, teilweise Sackgassen, das ist eine Sackgasse. Man merkt, es gibt größere Gänge. Das ist zum Beispiel, das wäre der Weg zu den Toiletten gewesen. wäre zum Beispiel der Weg zu den Toiletten gewesen. Also da wäre der Weg zu den Toiletten. Man sieht da hinten so eine kleine Einbuchtung, wo eine Tür ist. Gleich dahinter wären die Toilettenanlagen gewesen. Alles, was man da noch sieht, sind die Abmauerungen und mehr oder weniger das Loch, wo die Toiletten draufgestanden waren. Und dahinter ganz große Betonflächen, Antriebsgegebenheiten für Generatoren, weil man da offensichtlich eine Luft hinein gesagt hat. Wir haben am Schlossberg weder Granit noch Gneis noch sonst was. Das ist ein Mischgestein. Und das ist wieder der Grund, warum, ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist, das Schloss selbst war ja kurz vorm Zusammenfallen nach dem Krieg, nicht weil es einen direkten Treffer hatte, sondern durch die Erschütterungen der Bomben und die unterschiedliche, wie soll man sagen, Elastizität der Steine, hat es das gerüttelt und war fast auseinandergefallen. Das wäre sozusagen diese kleine Kapelle, wo man nur immer dieses eingeritzte Kreuz sieht. Zur Trostgegebenheit nach Priester da waren und das ist sozusagen dieser kleine Kapellentrakt. Da wundern Sie sich dann nicht, dass da Vorbaum ist. Wir hatten einmal einen Einbruch mit Sprayern. Das haben wir mal reinigen müssen. War das während dem Bau von der Lüftanlage? Nein, danach. Wir haben ja auch die Sicherungen immer wieder verschärft. Irgendwann haben wir es angeschraubt. Wir haben ja eine Verantwortung, dass sich da keiner verirrt. Wenn da jemand reingeht und drei mehr ums Eck geht, kann es sein, dass wir ihn nicht mehr finden. Also es ist ein bisschen gefährlich, was die jungen Damen und Herren, die das gerne machen, manchmal nicht im Kalkül haben, wenn sie sowas machen. Bieten wäre es eilig, der ist dahin, klar, aber dass wir noch kurz zusammensitzen und ein bisschen noch darüber reflektieren, was da jetzt mit dem Schlossbergstollen was man selber kennt, wie der Zugang ist und auch, das ist ein bisschen unser Ansinnen schon, ein bisschen zu überlegen, ja, bleibt das so? Gibt es Möglichkeiten, den Schlossbergstollen und überhaupt die Stollensysteme im Sinne einer Erinnerungskultur auch aufzubereiten. Es gibt ja verschiedene Initiativen immer wieder, auch dazu auf politischer, ein bisschen auf wissenschaftlicher Ebene, aber da einen zusätzlichen Impuls zu setzen, das wäre uns wichtig. Wie gesagt, die Aufarbeitung, was diese Zeit angeht, die liegt etwas brach. Das darf man nicht vergessen. Weil wir die Elternsemester angesprochen haben, wir haben schon immer wieder Leute, die das tatsächlich als Kinder selbst erlebt haben und das war so prägend, dass sie es wissen. Aber auch die, wie soll man sagen, verschwinden aus natürlichen Gründen, weil sie langsam alle eine Zeit haben, wo sie dann einfach einmal nicht mehr da sind. Und dann kannst du sie nicht mehr fragen. Wir haben schon Formate, wie gesagt, der Heinl, der sehr viel über den Stellen macht, hat ein Themaformat mit Senioren Erinnerungskaffee, nennt er das, wo es eben über Themen Austausch gibt, wo er versucht, die Erinnerung sozusagen anzuwerfen, damit er ein wenig überprüfen kann, wie haben die das erlebt oder manchmal, das hat er gar nicht gewusst und kriegt damit wieder einen Input, wo er suchen kann. Aber es gibt halt sehr wenig und die haben sehrhen sehr oft auf Initiativen einzelner Personen. Es bräuchte sozusagen schon ein bisschen einen Gesamtauftrag, wie man das angreift. Ja, es ist einfach ein großer Unterschied, ob ich auf der Uni erzähle, wie das damals war oder ob sie selber spüren, was in den Stollen passiert ist. Und speziell meine Studenten aus der Ukraine und aus Russland, deren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, da drinnen als Zwangsarbeiter gearbeitet haben, da wird das natürlich dann schon ganz, ganz, ganz, ganz emotional. Es wäre halt irrsinnig wichtig, dass man jetzt alle Stollen Gedenkkultur aufmacht, dass man die Leute dazu einlädt, Schulen dazu einlädt, Universitäten dazu einlädt. Kommt und schaut euch das an und spürt die Geschichte, gerade in Zeiten wie diesen. Wenn man will, wenn der politische Wille da wäre, dann könnte man da kleine Führungen machen und das der Öffentlichkeit zeigen und das Ganze kontextualisieren und erklären, was da passiert ist, wie das entstanden ist. Also einfach ganz einfache Dinge. Ich wundere mich, dass das noch nicht passiert ist. Der Reiz liegt vor allem in der Möglichkeit des sinnlichen Erlebbaren, dass jemand da durchgeht und dann nicht dabei etwas fühlt und einen Eindruck der Situation hat, das gibt es nicht. Daher ist es so, wie wenn man ins Konzentrationslager Auschwitz fährt auf einer Exkursion. Dort ist es körperlich auch anstrengend durch diese ganze Größe und durch die körperliche Betroffenheit und Involvierung aus dem sinnlichen Erlebnis. Ich glaube, Bewusstsein gerade bei jungen Leuten, bei Schülern, Kindern also wenn man da durchgeht, dann kriegt man mit, was da passiert ist und ich glaube, das schafft einfach ein ganz anderes Bewusstsein, als wenn man es nur in einem Buch liest oder in der Schule durchnimmt. Das glaube ich auch, dass das ein Thema wäre. Also wie man das besser mit der Erinnerungskultur machen kann, da bin ich natürlich nicht die Expertin, aber ehrlicherweise ist es ja aktuell überhaupt nicht in irgendeiner Form bespielt. Also man könnte es überhaupt einmal andenken, sozusagen kulturell und auch historisch zu bespielen. Und ich finde es vor allem voll schade, weil wir hatten ja jetzt das Glück, so eine Führung zu machen. Das war total interessant. Vor allem, weil ich mir denke, wir leben alle seit Jahrzehnten in Linz. Das ist unsere Heimat und niemand von uns kennt das und hat es gesehen und deswegen war es für die Bereicherung. Und ich finde, dass man das nicht nur kleinen exklusiven Gruppen vorbehalten soll, sondern dass mehr Leute, möglichst alle Leute die Möglichkeit haben. Ich denke, wir sollten schon in Linz noch stärker darüber nachdenken, wie wir so verschüttete oder nicht mehr sichtbare Schichten der Vergangenheit ein bisschen sichtbarer machen, auch vielleicht diskutieren, zur Frage stellen, sagen, wie gehen wir denn heute damit um. Das sind jetzt einerseits die Stollen, aber das sind auch viele Sachen oberhalb, die man eigentlich gut sehen kann, die Nibelungenbrücke oder die Wohnbauten aus der Zeit oder unterschiedlichstes Erbe, das aus der Zeit noch da ist. Steyr hat zum Beispiel einen sehr beeindruckenden Stollen der Erinnerung oder Karl-Rams-Initiative, Karl-Rams-Meyer- und Mauthausen-Komitee, die auch in so einem ehemaligen Luftschutzstollen einfach jetzt so eine begehbare Ausstellung auch haben zu diesen Themen, zu Zwangsarbeit, zu Steuer, MNS. Also das wäre natürlich jetzt ein totales Vorzeigemodell. Es ist die Frage, ob das so da auch umsetzbar ist. Also ich denke, das sind halt auch baulich oft sehr, sehr schwierig. Also ob man jetzt wirklich diese gesamte Stollenanlage dauerhaft öffnen kann, stellen wir schwierig vor. Jetzt ist die Sonne, jetzt können wir Zigaretten rauchen, jetzt können wir Mittagessen gehen. Aber damals, als die Leute rausgekommen sind, haben wir nicht gewusst, leben die Kinder noch, lebt die Frau noch, lebt der Mann noch, gibt es mein Haus noch, wie schaut die Zukunft aus? Und das ist halt ein ganz anderer Zugang und von daher ist es irrsinnig wichtig, niemals zu vergessen und das immer wieder, gerade in Zeiten wie diesen, daran zu erinnern.