Ein herzliches Willkommen im Kepler Salon an diesem schönen Sommerabend. Es ist eine weitere Ausgabe der Transversalen Echos. Was sind die Transversalen Echos? Das ist eine Kooperation mit der Kunstuniversität Linz, mittlerweile seit zwei Jahren und heute die letzte Ausgabe für diese Sommerspielzeit des Kepler-Salons und ich habe gleich eine gute Nachricht. Gemeinsam mit Gitti Vasecek, der Vizerektorin an der Kunstuniversität Linz, wird diese Reihe weitergehen. Da geht ein Dank an die Rektorin Mag. Brigitte Hütter von der Kunstuniversität Linz und an Rektor Koch von der Johannes Kepler Universität, dass diese Kooperation weiterlaufen kann und wir auch ab Herbst, Winter weitere sechs Ausgaben gemeinsam gestalten werden. Darum darf ich vorab einmal meine Co-Gastgeberin Gitti Wasitschek begrüßen. Herzliches Willkommen, liebe Gitti. Heute geht es um Entwerfen als Haltung, Architektur als politische Praxis zwischen Gestaltung und Zerstörung. An meiner Seite begrüße ich zwei Architekten, zwei Lehrende. als politische Praxis zwischen Gestaltung und Zerstörung. An meiner Seite begrüße ich zwei Architekten, zwei Lehrende. Das ist zum einen Markus Vogel und Sigi Atheneder. Schön, dass ihr da seid. Danke für die Einladung. Vorweg ein paar Informationen ad personam. Markus Vogel an meiner Seite ist international versierter Architekt, Stadtplaner und Partner im Studio Urbane Strategien in Stuttgart. Er studierte Architektur und Stadtplanung an der TU München der TU Delft, der Akademie der Bildenden Künste Wien, Uni Wien, Universität Innsbruck und Universität Stuttgart. An der Universität von Buenos Aires in Argentinien warst du von 2017 bis 2022 Professor titular vom DAAD geförderten Walter Gropius Lehrstuhl der Fakultät für Architektur, Design und Urbanismus. Und weitere zwei Jahre vertratst du dann den Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an der Universität Stuttgart. Und du bist ein ausgewiesener Experte für Stadtentwicklungsprozesse, unter anderem im Südamerika und seit 2025 leitet Markus Vogel nun die Abteilung Städtebau am Institut für Architektur an der Kunstuniversität Linz. Sigi Ateneder gehört zu jener Generation von Architektinnen und Architekten, die Gestaltung konsequent mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden. Er ist Professor für nachhaltige Architektur und räumliche Entwicklung an der Kunstuniversität und leitet sowohl das Institut für Architektur als auch international ausgerichtete Studio Base Habitat und prägt damit maßgeblich den Diskurs über zukunftsfähiges Bauen. Sein Weg führte von Linz über Hongkong bis nach London und an das MIT. Und bereits früh hast du Verantwortung übernommen, unter anderem bei einem Entwurfs- und Bauprojekt in Südafrika. Im Zentrum deiner Arbeit stehen Fragen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Gerechtigkeit, die Rolle von Architektur in globalen Transformationsprozessen und das Potenzial von regenerativen Materialien. Also eine ganz große Bandbreite. Zum heutigen Thema habt ihr einen Input mitgebracht und ich möchte euch gleich das Wort übergeben und ihr führt uns ein in die Thematik des Entwerfens als Haltung. Ja, zuerst einmal herzlich willkommen, vielen Dank Ihnen allen fürs Dasein. Wir freuen uns schon sehr darauf. Vielen Dank an euch beide für die Einladung. Wir sind sehr froh, hier zu sein. Du hast uns gerade vorgestellt, das sind natürlich alles die wichtigen Themen, die uns so umtreiben. Und wir freuen uns sehr, wenn wir das mit euch teilen können, weil das ist auch das, wofür wir brennen. Das ist auch das, wofür das Architekturinstitut an der Kunstuni steht. Vielleicht sogar die ganze Kunstuni, würde ich mir dazu sagen, trauen. Und wir meinen, das sind sehr, sehr wichtige Themen. Und deswegen freuen wir uns umso mehr hier zu sein. Genau und aus dem Grund haben wir eigentlich nur einen ganz, ganz kurzen Input, um ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns sehr, dass es dann hoffentlich ein offenes Gespräch auch wird und wenn wir aber dann merken, okay, da ist ein Themenfeld, was Sie wirklich brennend interessiert, dann haben wir auch Fallbeispiele oder Projekte auch da, aber wir wollen jetzt keinen halbstündigen Diskurs machen und dann kommt man ins Gespräch, sondern wir wollen es eigentlich eher versuchen, wirklich auf spezifische Fragen ihrerseits dann auch mit Projekten eingehen zu können. Vielleicht trotzdem noch als Einstieg, vor allem Einstieg, Sie sehen es auf dem Screen, das DA, das DA, das ist eben die Architektur, das Architekturinstitut ist ja ganz neu. Wir waren bis Ende 25 eine Abteilung und seit 1.1.26 sind wir tatsächlich ein eigenes Institut, das uns sehr stolz macht. Es ist aber nicht nur, weil wir glauben, dass das sinnvoll ist, sondern eben Brigitte Hütter wurde schon angesprochen, das Rektorat, die haben das auch sehr unterstützt. Und ja, wir haben schon gesagt, wir haben gute Themen, wie wir glauben. Und es ist auch das ehemalige, die Abteilung und das Institut mit einem großen Wachstum verknüpft. Wir haben sehr viele junge Leute, die sich genau für diese Themen interessieren und deswegen auch dieser Schritt. Und weil trotzdem viele noch nicht so richtig am Schirm haben, dass man in Linz auch Architektur studieren kann, mein Appell an Sie alle, Enkelkinder, Verwandte, Bekannte, sagt Ihnen, wie toll die Ausbildung bei uns hier ist und schickt sie zu uns. Die Zulassungsprüfungen starten wieder bald und wir sind froh, wenn wir gute, engagierte junge Leute bei uns begrüßen dürfen. Gut, ich starte mal los. Jetzt war ich zu schnell. So sieht das Institut für Architektur mittlerweile aus. Ich komme dann eh noch oder wir kommen noch auf die Geschichte zurück, aber dass Sie ein bisschen einen Überblick haben, wie sich das so gestaltet. Sie sehen in der Mitte die vier durchgezogenen Kreise, das sind die sogenannten Entwurfsstudios. Das ist so das Herz- und Kernstück unserer Architekturlehre. Ich fange rechts an, Studiotypologie, Professorin Anna Wickenhauser, Studiostädtebau, der Markus sitzt neben mir, Studioraumkultur, Professor Michael Zinner, der sitzt da hinten, unser geschätzter Kollege und das Studio BES Habitat, Cornelia hat es schon erwähnt, darf ich leiten. Es gibt dann noch andere Abteilungen wie Überholz, wo wir uns spezifisch mit dem Holzbau beschäftigen. Auch, wie soll man sagen, vor 20, 30 Jahren belächelt worden. Mittlerweile gehören wir, der Ingenieurbau in Österreich, der Holzbau zu den Weltführern. Und es ist ganz normal, dass man mit Holz hohe Gebäude, komplexe Gebäude bauen kann. Da war auch die Kunstuniversität einmal mehr wie der Vorreiterin. Und dann gibt es noch den Bereich, jetzt sind wir auf der rechten Seite, der Baukultur. Das ist eine Stiftungsprofessur vom Land Oberösterreich. Wir sind die einzige Universität im deutschsprachigen Raum, darüber hinaus wissen wir es nicht, aber die eine explizite Professur für Baukultur hat. Und dann gibt es noch den Bereich, die Abteilung Konstruktion, relativ frisch, weil wir, und da kommen wir später noch darauf zurück, weil es für uns sehr, sehr wichtig ist, dass wir keine Luftschlösser bauen, sondern dass das, was wir planen und entwerfen und umsetzen wollen, Luftschlösser bauen, sondern dass das, was wir planen und entwerfen und umsetzen wollen, dass das auch konstruktiv verankert ist, dass man das wirklich bauen kann, dass das steht, dass das solide ist. Darum auch die Konstruktion mit diesem Link in die Praxis. Auf das werden wir noch mehr kommen. Es gibt ein Bachelorprogramm. Jetzt kann ich, glaube ich, weiterschalten. Bachelorprogramm, jetzt kann ich glaube ich weiterschalten, es gibt eben diese sieben Abteilungen, sechs Professuren, wir sind ungefähr 25 lehrende, fixe Staff, wir haben knapp 30 externe Lehrende noch dazu, es gibt noch Studienassistenzen und mit dem Kollegen Lang habe ich vorher darüber gesprochen. Vor 20, 30 Jahren waren es ungefähr 60 Studierende, die wir hatten. Mittlerweile haben wir 150. Und es gibt eben ein Bachelorprogramm, zwei Masterprogramme und zwei postgraduale Programme. Ein bisschen zur Geschichte. Da wirst du eigentlich, du Gitti, viel prädestinierter darüber zu reden, weil du hast viel mehr von dem mitbekommen als ich. Aber ich wollte das auch zeigen, damit wir ein bisschen wissen, wovon reden wir, wo kommen wir überhaupt her, wie hat sich das Ganze entwickelt, dass 1947 die Kunstschule der Stadt Linz gegründet wurde. Das ist weithin bekannt. Ich habe jetzt nur so ein bisschen aufgelistet, wo es mit Architektur zu tun hat, beziehungsweise eben auch mit dem Städtebau. 1973 ist die Meisterklasse Innenarchitektur, Fritz Goffitzer, gekommen, die Lehrkanzel mit Günter Feuerstein, Umraumgestaltung, der aus Wien nach Linz gekommen ist, der leider keine Professur bekommen hat, sondern nur eine Lehrkanzel. Da gibt es so Unipolitiken, über die wollen wir jetzt den Mantel des Schweigens breiten, aber da gibt es auch allerhand zu entdecken. Ab 1990 dann dezidiert das Architekturstudium, auch der Fritz Goffitzer, da gab es aber damals, der hatte praktisch zwei Jobs, der war Rektor teilweise und auch Leiter der Architekturklasse. Und 1996, wirklich ein wichtiger Punkt für uns, die Meisterklasse Architektur bzw. dann Architekturabteilung hat Professor Roland Kneiger übernommen. Und die Lehrkanzel für Städtebau und Wohnungswesen hieß es damals Professor Wilfried Posch. Roland Kneiger war eben lange Zeit für die Architekturabteilung verantwortlich. eben lange Zeit für die Architekturabteilung verantwortlich. 2008 ist dann Wilfried Bosch in die Pension gegangen, Studium Urbanistik hat Sabine Pollack übernommen, wird vielleicht der eine oder die andere kennen. 2018 durfte ich die Architekturabteilung übernehmen, 2019 ist Roland emeritiert. Und schon damals hatten wir dann eben die, oder vier Studios, Architektur, Professor Kneiger, das Space Habitat, die Schulraumkultur vom Kollegen Zinner und die Urbanistik Sabine Pollack. Auf der Ebene hat sich dann einiges getan. Roland ist dann emeritiert. Das Studio wurde dann Typologie genannt von Anna Wickenhauser, die jetzt bei uns ist. Die Stiftungsprofessur kam 1924 und 1925 eben das Studiostädtebau mit Markus Vogel, der hier neben mir sitzt. 2026, ich habe schon gesagt, die Gründung des Instituts mit diesen sieben Abteilungen. So ein bisschen als Einführung, damit Sie das einordnen können, worum es da überhaupt geht. Und diese Geschichte ist vielleicht auch deswegen wichtig oder nicht ganz uninteressant, weil jetzt haben Sie gelesen da oben, Meisterklasse, da kommt ja viel her von der universitären Ausbildung, Lehre. Da gab es die großen Meister und die haben das geleitet. Vielleicht auch ein bisschen schon die Analogie zur Architektur, wie das funktioniert hat. Wir kennen alle die großen Meister. Da muss man nicht gendern, weil das waren eh hauptsächlich Männer. Zumindest sind die bekannt geworden. Die Frauen, die wurden immer klein gehalten und die waren im Hintergrund. Und da hat sich natürlich sehr, sehr viel getan. Also von dieser Meisterklasse, wo es diesen einen strahlenden Chef gibt, zu einer Entwurfsmethodik auch, um das geht es ja auch heute, wo es wirklich um das Gemeinschaftliche geht, wo es um eine Vielfalt geht, wo es darum geht, den Studierenden auf Augenhöhe auch zu begegnen, wo es nicht darum geht, dass wir ein Wissen haben, das wir anderen einfüllen, sondern wir entwickeln einfach gemeinsam Lösungen für alle, für die Herausforderungen, die es halt so herumgibt. Da sind wir schon beim Was. Also die Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall ein sehr großes Thema. Die Zirkularität mittlerweile gehört ein bisschen zusammen, aber natürlich auch das Soziale. Wie wollen wir zusammenleben? Da werden wir jetzt dann in weiterer Folge noch näher darauf eingehen. Haben Sie schon die Orientierung herausgehört? Wir sind sehr projektorientiert. Wir haben fast ausschließlich oder eigentlich ausschließlich reale Kontexte, reale Projekte. Also Michael Zinner sitzt da, ein Bürgermeister kommt zu uns, sagt, schau, ich habe einen Leerstand, die letzten Projekte, ich habe einen Leerstand in der Mitte vom Dorf. Die Leute wollen nur draußen Einfamilienhäuser bauen, wie macht man das, was können wir da machen? Michael Zinner fährt mit seiner mit seinem Team dahin, da wird recherchiert und wir entwickeln für konkrete Orte konkrete Projekte. Darf ich da gleich zwischenfragen? Na klar. Wie wird das Budget abgegolten oder ist das dann ein Studentenprojekt oder ist es eine Mischung aus beiden oder wie kann man sich das vorstellen, wenn es in einen anderen Tag kommt? Es ist auf jeden Fall eine Mischung. Die Zeiten, dass jemand, es wird immer noch versucht, zu uns zu kommen, ihr seid eh eine Uni und das geht gratis, aber das machen wir nicht, da machen wir nicht mit. Da gibt es mittlerweile fixe, ich schaue wieder in deine Richtung, gibt einen Tarif sozusagen. Da gibt es mittlerweile fixe Tarife. Für die, die es nicht gehört haben, 12.000 Euro. Das ist aber nicht so, dass wir das Geld einstecken, sondern da gibt es dann eine Jause, da gibt es eine Reise dorthin, vielleicht gibt es Übernachtungskosten. Man holt sich Expertinnen und Experten dazu, die zu diesem spezifischen Thema noch arbeiten, als Input für die Studierenden. Also das ist da alles drin. Und ganz wichtig, es gibt eine Publikation. Das sind wunderschöne, wenn Sie uns besuchen möchten, können Sie alles gerne mitnehmen. Wir haben jetzt leider nichts dabei, aber das ist alles gut dokumentiert. Wunderschöne Büchlein zu jedem Projekt, wo dann eben auch die Gemeindebürgermeister, Gemeindesekretäre, die haben dann was vorliegen, das man herzeigen kann und wo das gut dokumentiert ist. Also keine Gratisarbeit, aber natürlich nicht in einer Dimension wie ein Architekturbüro. Wir sind ja auch keine Architekturbüros. Das sind Konzepte, die wir machen. Wenn weitergemacht, ich bin viel zu lang oder nein wenn super wenn weitergemacht wird dann wird es an einem architekturbüro übergeben oder die können dann weiter arbeiten nur mit der finanzierung her doch es ist total wichtig dass uns das uni ganz klar ist wir bilden für den Markt aus. Und wenn wir quasi gratis arbeiten, würden wir auch den Markt zusammenhauen für die Leute, die ausgebildet werden. Also darum muss das auch ihnen Geld wert sein. Können wir bitte kurz den Würfel haben? Michael, du brauchst den Würfel, sonst verstehen wir dich nicht. Das ist ein Mikro? Ich wollte nur sagen, wir sagen zum Bürgermeister ganz bewusst, wir sind kein Architekturbüro, es ist keine Konkurrenz zu den Betrieben, die wir hier sind, sondern die kommen ja, weil sie nicht wissen, was sie wollen und tun sollen meistens, sage ich jetzt einmal salopp, das heißt, wir sind eine kulturelle Machbarkeitsstudie und versuchen Ideen zu ventilieren von erwartbar bis verrückt. Und die Bürgermeister, bisher wie gesagt meist nur Männer, wissen dann von uns auch, dass sie sich einen Teil eines Risikos eingehen, aber gleichzeitig etwas kriegen, was sie sich nicht erwarten können oder konnten vorher und so ergänzt sich das sozusagen zum Markt, weil es ist eine Suchbewegung der Gemeinde, die wir unterstützen und es ist keine professionelle Planung. Also ich glaube, das ist auch das, was man so oftmals als Phase Null bezeichnet. Also was wollen wir eigentlich überhaupt und ich glaube, die ist oftmals entscheidend. Und da hilft es natürlich eben schon, wenn man mit einer akademischen Erfahrung natürlich mit der Energie von jungen Studierenden auch hineingeht. oder der Gemeinderat kann dann sagen, ja, es ist ja ein studentisches Projekt, wenn es also wirklich auch scheitern sollte. Interessant ist aber, dass es oftmals der Türöffner ist, um dann weiterzugehen. Und ich glaube, das ist eine ganz, ganz, auch dahingehend wieder ein Beitrag, den Universität hinauswirken, in die Gesellschaft hinauswirken, in die Fragestellung, die es eigentlich auch gibt und die wir natürlich heute Abend mit Ihnen auch diskutieren wollen. Aber das ist, glaube ich, ein sehr, sehr gutes Beispiel, wo die Kunst-Uni Linz natürlich sehr aktiv vor Ihnen auch diskutieren wollen. Aber das ist, glaube ich, ein sehr, sehr gutes Beispiel, wo die Kunst und die Linz natürlich sehr aktiv vor Ort auch unterwegs ist. Ja, wir müssen jetzt nicht jeden Begriff durchkauen, aber klar, die kulturelle Reflexion ist jetzt schon dargelegt aus meiner Sicht, dass wir angewandt forschen, auch die Anwendung, der konkrete Fall, die konkrete Aufgabe ist uns total wichtig. Und es ist aber nicht so, dass eben, wie ich vorher schon meinte, dass wir da die Lösung haben und dann sagen, wir müssen das nur so und so machen und dann passt alles. Sondern das ist natürlich ein Nehmen, ein Forschen, ein Experimentieren zum Teil auch, muss man auch sagen, in einem sehr positiven Sinn. Das ist natürlich ein Nehmen, ein Forschen, ein Experimentieren zum Teil auch, muss man auch sagen, in einem sehr positiven Sinn. Das ist uns wichtig. Und die unteren beiden Begriffe, nämlich die Gemeinschaftlichkeit und die Verantwortung, das ist überhaupt das Essentielle. Also Gemeinschaft habe ich schon gesagt. Wir versuchen da in Teams zu arbeiten, auch mit dem Mittelbau, also die Assistentinnen und Assistenzen und die Studierenden. Und, und da kommen dann noch ein paar Folien, wir verstehen die Architektur schon auch eine Profession, die einfach für sehr vieles verantwortlich ist. Der Raum, der uns da umgibt, wo wir herumgehen, Gebäude, das ist alles geplanter, gebauter Raum. Und insofern entsteht auch diese Verantwortlichkeit. geplanter, gebauter Raum und insofern entsteht auch diese Verantwortlichkeit. Und im Zentrum, für uns auch wichtig, da hängt alles das zusammen, das Entwerfen. Also wir schreiben schon auch Texte und machen auch andere Dinge, aber der Entwurf ist uns total wichtig. Also eben, wie ich vorher schon meinte, das zentrale Fach, zwei Tage dafür in der Woche sind nur für den Architekturentwurf bereitgestellt. Mittwochs, Donnerstags sitzen die Studierenden, wir haben wunderbare Räume, sitzen die Studierenden im Atelier und entwerfen mit unseren Teams gemeinsam, arbeiten an diesen Projekten. Und vielleicht rentiert es sich auch heute Abend mit Ihnen zu diskutieren, was bedeutet dieser Begriff, das Entwerfen und was wir damit eigentlich auch meinen? Vielleicht drei zentrale Themen. Noch einmal das Klima, die Ökologie, Soziales und Ökonomie. Noch ein Zusatz eben, dass das auch genau die Facetten der Nachhaltigkeit sind, die so gemeinhin kolportiert sind. Jetzt muss man immer ein bisschen vorsichtig sein. Die Nachhaltigkeit diskutieren wir intern auch sehr kritisch, muss ich sagen. Da gibt es nämlich, das ist Ihnen sicher allen bekannt, da gibt es auch einige Stolpersteine. Also einerseits wird die Nachhaltigkeit zum Teil missbräuchlich verwendet. Die großen Konzerne, die größten Verpester von unserer Luft, von unserer Umwelt, haben alle Nachhaltigkeitsberichte. Wenn man das liest, dann meint man, das sind die Retter dieser Welt und in Wahrheit ist nichts dahinter. Das sogenannte Greenwashing, auch ein Phänomen, das kommt auch in der Architektur sehr häufig vor. Rem Kohlhaus hat, ich glaube es ist schon 20 Jahre her, einmal gesagt, auf den Plänen und Publikationen müssen nur viele grüne Sträucher und Bäume eingezeichnet sein, dann ist es ein gutes Projekt. Und in der Wahrheit, wenn man dann anschaut, was wirklich gebaut wird, sieht das ganz anders aus, weil die Bäume solche Wurzelräume haben, wo maximal Gras wächst. Also es ist uns bewusst, dass das ein Begriff ist, mit dem man vorsichtig umgehen muss. Und wir machen das auch. Und die Studierenden, wir vornehmen das auch eigentlich ganz gut auf. Nichtsdestotrotz, diese Bereiche des Klimas bzw. der Ökologie, des Sozialen und der Ökonomie auch in einem sehr weitreichenden Sinn. Wir sind nicht diejenigen, die sagen, die Wirtschaft ist schlecht oder alle, die halt wirtschaftstreibend sind oder die Industrie, das ist alles schlecht. Nein, überhaupt nicht. Aber Wirtschaft umfasst halt auch Leistbarkeit und solche Dinge. Das ist auch Wirtschaft, das ist auch Ökonomie. So, da gehe ich jetzt schnell drüber, weil das wissen alle, nichtsdestotrotz, ich möchte auch nicht müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen. Ich glaube, das ist eine 24er, mittlerweile haben wir die 1,5 zumindest im großen Teil Europas schon erreicht. Also wir sehen alles, so kann es nicht weitergehen. gehen. Und wir sehen leider auch, und das ist vielleicht dann schon weniger bekannt, dass ein sehr großer Teil von diesen CO2-Belastungen, nämlich fast 40 Prozent, auf den Gebäudebestand einerseits, das ist der obere Kuchen, und auf den Bau selber und auf die Baumaterialien zurückzuführen ist. Das heißt, je nach Studie, so 36 bis 39 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes kommen vom Gebäudebestand und vom Bauen. Das heißt, wir haben da einen riesengroßen Hebel. Und Sie sehen jetzt noch diese 11 Prozent aufgedröselt, was da die großen Faktoren sind. Unten Zement, ein Drittel Keramik, das heißt alles, was gebrannt ist, Ziegelherstellung, Fliesen und so weiter. Keramik, das heißt alles was gebrannt ist, Ziegelherstellung, Fliesen und so weiter. Und dann natürlich noch der Stahl, die wirklich großen Faktoren, was den CO2-Ausstoß betrifft. Das heißt, wir in der Architektur, im Bauen, haben einen unglaublichen Hebel, was jetzt die ganze Klima-Krise und so weiter betrifft. Und mit diesen Zahlen arbeiten wir auch. Nur ein Beispiel, das sind die CO2-Emissionen eben von der Zementproduktion. Sie sehen, wie unglaublich das angestiegen ist. Wir sind mittlerweile bei 1500 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Und wenn Beton ein Land wäre, wäre es der drittgrößte Emittent von CO2. Die nächste Geschichte, das Soziale, uns ist das allen ein Begriff, die Individualisierung, Einsamkeit, vor einigen Jahrzehnten, da hieß es die Ich-AG, alle sind ihres Glückes Schmied und wir müssen da nur laufen, die Erzählung vom Kapitalismus. Und das hat schon ein Stück weit auch in diese Richtung geführt. Jetzt kriegen wir die Rechnung präsentiert, nämlich auch was jetzt den sozialen Zusammenhalt oder eben auf der anderen Seite den sozialen Zerfall betrifft. Ungerechtigkeit, die Gesellschaften sind gespalten, egoistisch unfähig, was da alles vorkommt. Globale Krisen, multiple Krisen. Und das hat schon auch alles ein Stück weit mit Architektur, mit den Planen, mit dem Bauen zu tun. mit den Bauern zu tun. Gerechtigkeit, Gleichheit, sozioökonomische Situation, auch in Österreich, die reichsten 5% haben ungefähr die Hälfte des Vermögens. Das sind alles Dinge, die wissen wir so grundsätzlich. Es schadet aber trotzdem nicht, sich das immer wieder vor Augen zu führen. Oder auch, da muss man gar nicht immer in die Welt hinausschauen, im Bezirk Rohrbach, die merken auch, dass das Leben teurer wird, Lebensmittel sind nicht mehr leistbar für viele. Und natürlich, was jetzt ureigens auch die Architektur und das Bauen betrifft, das Wohnen wird immer teurer. Wir sehen hier in den letzten 20, 25 Jahren einen Faktor 2,5 höher. Das sind alles die Sachen und die Friederike Otto und auch andere, das ist nur exemplarisch herausgegriffen, die sagt halt, all diese Krisen und all diese Sachen, das Soziale, das Ökologische, das Ökonomische, das hat alles miteinander zu tun und wir tun gut daran, dass wir die Dinge miteinander denken und auch miteinander zu lösen versuchen. Und das ist das, was wir machen wollen. Jetzt nur zwei Publikationen oder Bücher. Ich habe es vorhin schon das Gemeinschaftliche angesprochen. Also das sind auch für uns so ein bisschen Referenzen immer wieder. Also wir müssen das gemeinsam machen. Wir müssen die Kräfte bündeln. Wir müssen das alle, die interessiert sind, die engagiert sind, die da mitmachen wollen, die müssen an Bord, damit wir das herumreißen, damit wir da eine andere Kultur des Planens und des Bauens auch zustande bringen. Und wie machen wir das und wo machen wir das? Das schaut ungefähr so aus bei uns an der Universität. Sie sehen, der Nachwuchs ist auch schon mit dabei. Wir nehmen diesen Arbeitsauftrag sehr, sehr ernst. Wir arbeiten, der Vorteil von der Kunst-Union ist, wir haben relativ kleine Gruppen, wir haben Zulassungsprüfungen, wir können uns die Studierenden aussuchen. Die Studierenden kommen auch explizit zu uns wegen dieses Programms und wegen dieser Haltung. Und das freut uns natürlich sehr. Wir haben, wie gesagt, tolle Räume und wir versuchen gemeinsam unser Bestes, um diese Herausforderungen, die wir da jetzt so geschildert haben, anzugehen. Auch wenn es manchmal nicht ganz so leicht erscheint. Ja, also das Intro von meiner Seite mal fertig. Ich weiß jetzt nicht, habt ihr schon Fragen auf Lager? Oder auch aus dem Publikum? Ich habe ganz viele Fragen. Ich würde im Publikum keine Fragen wegnehmen. Vielleicht jetzt gerade zur letzten Folie. Was unterscheidet tatsächlich die Architekturausbildung in Linz von anderen Architekturausbildungen? Ein bisschen hast du es schon angerissen, aber wenn man das jetzt einmal so jemandem erklärt oder wenn sich jemand interessiert für Linz, was würde das sein? Ich kann dir vielleicht jetzt einfach einmal sagen, warum ich jetzt aus Stuttgart mich an die Kunst und Linz beworben habe. Genau eigentlich, weil die Basis unseres Zusammenlebens ist eigentlich erstmal sozusagen die Sozialität, das Gemeinsame. Wir sind eine Stadtgesellschaft, wir sind eine europäische Gesellschaft, wir haben eine Verantwortung global gesehen. Und ich glaube, das ist so eine Grundbasis, die die Kunst-Uni Linz erstmal hat und die sie auch sicherlich im deutschsprachigen Raum auch wirklich bekannt gemacht hat. Das Zweite ist natürlich schon auch die Schule, die Roland Kneiger sozusagen so wirklich auch entwickelt hat, weil es einfach eine andere Schule war. Linz ist ja nach wie vor sozusagen so die kleinste Architekturschule Österreichs und das hat natürlich den großen Vorteil, dass man viel ausprobieren kann. Das ist wie so ein kleines Segelschiff, das einfach mal Sachen testet, agil ist, beweglich ist. Und das ist auch sozusagen so, finde ich, die Kraft, die auch die Faculty auch hat. Und wenn Sie jetzt einfach mal sehen, diese ganze Thematik, du hast es nochmal in Holzbau erwähnt, aber auch der Lehmbau. Natürlich gab es auch Absolventinnen wie Anna Heringer etc., die das Ganze natürlich auch in die Welt gebracht haben. Aber das ist jetzt mittlerweile Standard an den großen Schulen. Aber wo hat es unter anderem mitbegonnen, ist schon sozusagen eigentlich das, was, also natürlich gab es ein paar andere kleine Schulen auch, aber eben das war schon auch etwas, was aus Linz dann einfach auch kam. Und natürlich an so einem Ort zu arbeiten, diese Beweglichkeit, diese Agilität, dieses Umfeld, sich jetzt zu fragen, in all diesen Herausforderungen, also wir reden ja von der Bauwende, eben das mal wirklich ernst zu nehmen, zu sagen, eigentlich haben wir schon genug gebaut. Leben eines Gebäudes. Also das heißt eigentlich diese Idee, was kann ArchitektIn oder Architekt sein, was kann es bedeuten? Ja, wo soll ich das besser diskutieren als an so einer kleinen, agilen Schule mit einem Umfeld der Künste, die uns auch immer wieder positiv herausfordert. Und ich glaube, das ist eine ganz, ganz große Kraft, die von diesem kleinen agilen Haus auch ausgeht. Wobei sieben Abteilungen erscheint mir eh nicht so klein. Also kann Linz als Universitätsstandort mit der Kunst-Uni Architektur zu studieren durchaus mithalten mit größeren Städten, oder? Ja, also die Quantität ist auf jeden Fall so, dass das gut aufgestellt ist, finde ich auch. Aber es geht tatsächlich schon um den Inhalt. Also der Inhalt ist, und da stimme ich mit Markus überein, ich meine, Roland Kneiger hat tatsächlich und auch dann im Zusammenspiel mit Rainer Kanon hier später, aber die haben schon wegweisend da die Schienen gelegt mit dieser Ausrichtung. Also wir dürfen auch, wenn wir das historisch einordnen, da war Club of Rome in den 70er Jahren, wo es schon die Publikation gab, der Limits to Growth, der Brundtlandbericht, all das und in diesem Geist hat der Roland schon diese Architekturabteilung damals noch schon gegründet. Also die Ökologie, die soziale Verantwortung, das ist unsere DNA. Das hatten wir von Anfang an sozusagen und das wird jetzt weitergeführt. Und ich meine, ein klein wenig sind wir schon stolz darauf. Also die Themen, die wir seit 2004, jetzt fängt die ETH an und die TU München und in Wien machen sie das. Die Themen, die wir seit 20 Jahren machen, jetzt auf einmal wird das überall en vogue. Und da sind wir schon ein bisschen stolz drauf. Und jetzt ist es für uns aber auch Ansporn, dass wir wieder weiterdenken und wieder in die nächsten Themen uns hineinarbeiten. Für jene, die BES Habitat nicht kennen, möchtest du das kurz erklären? Ja, sehr, sehr gerne. Also wir hätten jetzt, wir haben schon was im Petto sozusagen, also wir hätten schon Bilder. Dann mache ich das, oder? Ja, unbedingt. Ich hole mir dein Approval. So, wo ist es denn? Also Base Habitat ist eben eines dieser Studios, die bei uns für den Entwurf hauptsächlich zuständig sind. Und bei Base Habitat ist es das Besondere, dass wir eben, Cornelia hat es vorgelesen, dass wir uns mit nachhaltigen Materialien, mit regenerativen Materialien beschäftigen. Das heißt in erster Linie Lehm. Wir machen auch mit Holz Sachen. Wir versuchen Stroh zu verwenden. Eine neue Sache ist Myzel, also die ganzen Pilzgeschichten, war gerade jetzt erst in den Nachrichten, was das eigentlich für eine Dimension hat und all diese Baustoffe. Und das zweite Wichtige ist, wir fahren auf Baustellen und setzen die Entwürfe, die wir machen, auch mit unseren eigenen Händen um. Das heißt, die Studierenden fahren irgendwo hin, ich zeige euch dann ein paar Projekte und bauen mit den eigenen Händen das, was sie vorher entworfen haben. Und das ist für uns eine unglaublich tolle und bereichernde Situation, weil ich kann euch sagen, ich kann Ihnen sagen, die kommen als andere Menschen zurück von solchen Baustellen. Wir wollen mit einem, das ist jetzt eh schon herausgekommen, mit einem abgehobenen Bild von Architektur nichts zu tun haben. Also, dass da irgendwie sich Spinnereien überlegt, das man eh nicht bauen kann und irgendwie formalistisch ist. Wir möchten, dass die jungen Leute die Bedeutung von dem, was sie tun, erkennen, irgendwo hinfahren, die kulturellen Kontexte kennenlernen und zu wissen, was der Strich, den sie auf dem Plan gezeichnet haben, dann in der Realität bedeutet, weil sonst bleibt das immer so ein bisschen abstrakt, wenn man das selber tut, dann sieht das ganz anders aus. Projekte. Da unten hat das begonnen, 2004, das ist das erste Projekt, ein Projekt in Südafrika. Ein Heim für Kinder mit Beeinträchtigungen, die wirklich unter schwierigsten Lebensbedingungen südlich von Johannesburg in einem der sogenannten Townships in Blechhütten gewohnt haben. Da haben wir das für die hingebaut, diese Infrastruktur. Also ein Küchenhaus und ein Therapiehaus. Anna Heringer ist schon gefallen. Das ist die Masterarbeit von der Anna Heringer. Das ist eine Dimitri-Schule in Bangladesch, kennen Sie vielleicht, publiziert, hat den Aga Khan Award für diese Schule bekommen und ist eines unserer wirklich tollen ersten Projekte vom Studio. Auch Sie sehen Lehm, Bambus natürlich, ein unglaublich toller Baustoff. Wir versuchen natürlich auch immer Baustoffe zu verwenden, die vor Ort wachsen, die man nicht um die halbe Welt schippern muss. Das ist eins meiner Lieblingsprojekte, weil da sehr viel von dem zusammenkommt, was ich vorhin gesagt habe. Das ist ein Dorf im Norden von Indien, Lepradorf, also das sind sozusagen die ausgestoßenen, noch einmal von der untersten Kasse, die mit denen niemand was zu tun haben will, die leben dort. Und die hatten das Problem, da gibt es auch Kinder natürlich und kein Lehrer, keine Lehrerin wollte dorthin. So konnten die ihre Kinder nicht unterrichten. Und wir haben eine Art Gemeindezentrum gebaut und hinten raus sind Lehrerwohnungen, Lehrerinnenwohnungen. Und das hat dem Ort so viel Kraft gegeben, dass die den Lehrerinnen anbieten konnten, wenn ihr zu uns kommt, kriegt ihr eine Gratiswohnung. Und das hat dazu geführt, dass die Kinder in die Schule gehen konnten. Sie sehen hier Baustellen, Betrieb, Lähmziegel. gehen konnten. Sie sehen hier Baustellen, Betrieb, Lähmziegel. Und das hat dazu geführt, dass die ein tolles Angebot hatten, dieser kommunale Raum und hier die Wohnungen für die Lehrer. Und da passen die sozialen Dinge zusammen, die ökologischen Dinge und die ökonomischen Dinge, wie wir meinen. Jetzt ist es halt so, dass das BSHB, dieses Studio, am Anfang sehr, sehr viel im sogenannten globalen Süden, früher hat man Dritte Welt gesagt, im globalen Süden gemacht hat. Ich bin 2018 dann angetreten und habe gesagt, ja, das ist gut und schön, wenn wir das machen, aber es ist auch ein, warum ist das nicht ein Thema auch für uns? Wir, den Vorwurf und das ist durchaus ernst zu nehmen, den wir uns gefallen lassen müssen, ist ja, ihr baut eure schönen Häuser da mit Beton und Glas und ich weiß nicht was und wir, dann kommt ihr zu uns und sagt, wir sollen da unsere Lehmhütten bauen. Und insofern, Nachhaltigkeit und diese Dinge, über die wir gesprochen haben, sind natürlich auch bei uns ein Thema. Ich greife jetzt da eins heraus. In Kleink haben wir einen Gemeinschaftsgarten gebaut. Migrantinnen sind in dem Kloster untergekommen. Die Leute von vor Ort haben so einen Garten bewirtschaftet und die haben keine Behausung gehabt. Die haben nichts gehabt, wo sie die Sachen waschen konnten, wo sie das lagern konnten. Und das war, ich glaube, 2018 ungefähr. Das war so das erste Projekt in Österreich oder in Europa, dass wir, Sie sehen, eine Stammflammwand. Und auch da haben wir wieder eben diese soziale Initiative unterstützt. Wir waren damals schon, da haben noch nicht sehr viele davon gesprochen, wir waren damals schon die Recycler und die zirkulären Menschen, weil Gitti, du wirst es vielleicht noch zum Teil erkennen, wir haben vom alten Uni-Standort, also haben wir die Sachen abgebaut frühzeitig, als die Baustelle gekommen ist und die guten Dinge haben wir zwischengelagert und wir haben nur auf den Moment gewartet, bis wir einen Einsatz dafür hatten und dann ist das Projekt gekommen, da haben wir dann die alten Paneele und Türen und so weiter, haben wir dort wieder eingebaut. Da haben noch nicht sehr viele davon gesprochen, dass man das machen könnte. Da gab es noch keine Bauteilbörse und all das. Ja, und so geht es halt weiter. Jetzt muss ich wirklich aufpassen, weil es viel zu lang wird. Ja, es gäbe viele zu sagen. Ein wirklich Herzensprojekt ist auch das hier im Norden Thailands. Eine unglaublich tolle Frau aus Salzburg ist da vor vielen Jahren hingegangen, hat ein Waisenheim übernommen dort oder gegründet. Und diese tolle Frau hat gesagt, sie muss das irgendwie größer machen und die brauchen eine Beschäftigung, hat ein Reisfeld gekauft, vier Hektar, und wollte dort ein nachhaltiges Zentrum für Landwirtschaft hinbauen, damit die gesunde Lebensmittel zum Essen haben, damit sie einen Job haben, eine Ausbildung, weil da gibt es keine Jobs und wenn die das lernen, wie man das macht, dann ist das ein Vorteil für die und da haben wir diese Infrastruktur gebaut für dieses Zentrum. Bandoy heißt es. So sieht es dort aus. Wir haben Teiche angelegt, Bananenstauden. Ihr seht da, da wachsen die Bananen hinten. Und das ist natürlich für die Kinder auch eine unglaublich tolle Sache. So, jetzt höre ich auf, sonst wird es viel zu lang. Sie sehen, es gäbe noch ganz viele Projekte, aber das ist Besshabitat. Über wie viele Semester läuft so ein Projekt? Kannst du das exemplarisch an einem sagen? Also von der Kontaktaufnahme bis zur Recherche, Planung, Entwurf und dann Umsetzung. Ja, am Anfang, als wir noch sehr naiv waren, haben wir das so heruntergeraddelt, wie man so schön sagt. Das wäre gekommen, wir sind hingefahren, haben uns das angeschaut, geplant und dann gleich auf die Baustelle. Das machen wir jetzt nicht mehr. Das funktioniert nicht, weil das überfordert uns und die und überhaupt alles. Also das Planen und das Bauen ist jetzt ziemlich entkoppelt. Also mindestens ein Semester dazwischen. In der Regel funktioniert so eine NGO oder irgendjemand kommt auf uns zu und sagt, sie hätten gerne dieses und jenes, dann überprüfen wir das, schauen uns das an. Und wenn wir alle, auch im Team, apropos, wenn wir im Team uns einig sind, dass wir das machen wollen, dann gehen wir da hin, schauen uns das an und dann planen wir und dann gibt es eine Phase von einem halben Jahr, einem Jahr und dann geht erst die Baustelle los. Es ist auch nicht so, also das ist die Einführung, das habe ich noch nicht gesagt, aber die Einführung vom Base Habitat Master 2018, die hat natürlich auch zur Konsequenz gehabt, wenn im Curriculum steht, dass es ein Baustellensemester gibt, dann musst du halt auch eins liefern. Und insofern haben wir diesen Prozess auch entkoppelt. Es gibt auch Baustellen, wo wir nichts oder nicht viel entwerfen und es gibt auch Entwerfen halt auch eins liefern. Und insofern haben wir diesen Prozess auch entkoppelt. Es gibt auch Baustellen, wo wir nichts oder nicht viel entwerfen und es gibt auch Entwerfen, die wir nicht bauen. Also es ist nicht so, dass das immer ein geradliniger Prozess dadurch ist. Ich glaube, es ist schon auch sehr, sehr wichtig, weil es natürlich jetzt im globalen Süden natürlich auch sehr, sehr viel Kritik an diesen Design-Bild-Projekten gab, die halt einfach aus europäischen Architekturschulen oder aus nordamerikanischen Architekturschulen, dann fährt man zwei Wochen runter, baut und dann ist man wieder weg. Und genau dieses dann ist man wieder weg, ist eigentlich genau das große Problem, wo jetzt, ich finde es sozusagen so, dass es eben auch eine städtebauliche Verantwortung gibt. Und ich glaube, das muss es gehen. Es muss darum gehen, dass man Vertrauen aufbaut in die Communities. Und das braucht Zeit. Und das geht dann nicht sozusagen in einem drei Wochen Workshop mit Studierenden, sondern das braucht wirklich, also gerade jetzt in vulnerablen Bereichen von Städten oder auch am Land. Das ist so etwas, was wir als Design Think nennen, wo wir sagen, okay, was kann oder was braucht ihr eigentlich? Also wieder diese Idee der Phase Null. Und dann ist es aber sehr, sehr wichtig, dass man in den Dialog geht. Also dass man auch die Menschen vor Ort ernst nimmt mit ihren Ideen, aber auch mit ihrem Wissen und natürlich zusätzlich auch mit dem lokalen Material. Und das ist eigentlich die große Ressource. Und dann kann ein Projekt mit Studierenden nur ein Startschuss sein, damit man eigentlich die lokale Community sozusagen so stärkt und ihnen dann eigentlich die Möglichkeiten gibt, das weiterzuentwickeln. Und ich glaube, das ist eigentlich sehr, sehr wichtig. Also eben nicht hingehen, wir machen, dann sind wir wieder zurück, dann haben wir vielleicht, dann haben die Studis auch was in ihrem Portfolio, sondern es geht wirklich auch darum, auch hier eine Verantwortung zu tragen, die wir gerade eben in informellen Siedlungen, dort, wo Menschen wirklich benachteiligt sind, wo eigentlich auch jetzt eben in dem Sinn Architektur, die klassische Architektur auch nicht hinkommt, dass sie da tätig seid und sagt, auch ihr habt ein Recht auf Schönheit, ihr habt auch ein Recht auf gute Räume und ihr sollt euch auch einrichten können in dieser Welt und nicht nur diejenigen, die Geld haben. Aber ich glaube, es ist sehr, sehr wichtig, dass wir über Jahre hinweg mit diesen Communities zusammenarbeiten und irgendwann gibt es mal eine Staffelübergabe, ja, auf alle Fälle, aber die funktioniert nicht jetzt sozusagen, wenn nur das Projekt einfach fertig ist. Vielleicht noch ein Satz als Ergänzung des Projektes, das ich Ihnen gerade gezeigt habe, also da waren wir, glaube ich, sechs Jahre, also sind immer wieder andere Studierende hingefahren, die Zeit auf der Baustelle ist grundsätzlich ein Semester, also drei bis vier Monate verbringen die Studierenden dort. Und da eben, das waren viele verschiedene Gebäude. Es hat 2018 begonnen und ich glaube 2024 waren wir jetzt einmal das letzte dort. Und daneben das Casablanca in Portugal, da sind wir jetzt glaube ich das dritte oder vierte Jahr. Also das sind dann die Projekte, wo es auch für uns gut ist, weil es eine Kontinuität gibt und weil genau das, was der Markus gerade beschrieben hat, möglich ist. Ich schaue da jetzt gleich einmal ins Publikum. Es gibt vermutlich schon erste Fragen. Ich darf den Stefan bitten, eine Frage da und dann dort fürs Mikrofon bitte. Einmal dort. Ja, super, danke. Frage zu Base Habitat und zu den Projekten. Also Sigrid, du hast ja erwähnt, dass das eben nicht nur so ist, dass das in weit entfernten Ländern, sondern dass man eben auch jetzt bei uns vor Ort und in ländlichen Gemeinden da unterwegs ist. Jetzt sind wir ja hier in Linz und jeder und jede die Stadt ein bisschen kennen. Wir wissen, dass es da aus, wie heißt der Prophet im eigenen Land oder so? Wie stehen da die Möglichkeiten oder hat man Möglichkeiten oder ist es realistisch? Wie ist die Aushandlung mit der lokalen Politik? Weil anderswo scheint das ja sehr willkommen zu sein. Wie ist das hier und wie schauen die Möglichkeiten hier aus? Ja, da sage ich jetzt nur einen Satz und dann übernimmst du. Eher schwierig, um es vorsichtig auszudrücken. Also mit der Elb-Noch-Vorg vorgängigen Administration war es noch schwieriger. Mir kommt schon vor, dass die neue Stadtführung etwasulücken, genug zu tun grundsätzlich, auch strukturell. Aber da gibt es noch Verbesserungspotenzial und ich habe deswegen auf den Markus verwiesen, weil der Markus ist mehr Diplomat als ich zum Teil. Und ich habe das Gefühl, dass da mehr geht, wenn der Markus anklopft beim Magistrat. Und das ist gut so, weil der Markus anklopft beim Magistrat. Und das ist gut so, weil der Markus kommt jetzt aus Stuttgart zu uns her und hat einen Start von 0 auf 100 in zwei Sekunden hingelegt, kennt schon ganz viele Protagonistinnen und ist schon gut bekannt dort und ich habe ein gutes Gefühl. Dass du das sagst, aber natürlich, glaube ich, ist es schon auch wichtig, dass man unbequem ist. Also jetzt eben nicht nur damit man ein Projekt bekommt, so Honig ums Maul schmieren, sondern es geht schon auch darum zu sagen, wo brennt die Hütte. Und natürlich brennt die Hütte global, aber sie ist natürlich auch in den Städten, wo wir sind. Ich habe jetzt einen Punkt mitgebracht. Ich überspringe das Ganze jetzt mal ganz, ganz kurz, wo es darum geht, dass es uns wichtig ist, eben in dieser Idee, dieses Design Think, etwas vorzubereiten. Und gemeinsam mit meiner Büropartnerin Martina Baum, die den Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an der Uni Stuttgart hat, haben wir die Theorie des praktischen Städtebaus sozusagen erfunden, nicht erfunden, aber vielleicht eigentlich zusammengetragen. Jetzt denken Sie sich ja jetzt, die Städtebauer, die sind doch auf dieser großen Ebene unterwegs, aber Städtebau beginnt im Kleinen und Städtebau beginnt eben auch wieder mit den Communities vor Ort und das hier war ein dreitägiger Workshop in Sao Paulo auf der Biennale, wo es uns darum geht, wie können wir Architekturelemente eigentlich einsetzen, um den Stadtraum ganz, ganz schnell zu verändern. Aber ich möchte auf ein Projekt hinkommen, was vielleicht eine Möglichkeit ist, damit dann in Anführungszeichen etwas mehr danach kommt. Das Projekt Vielplatz in Berlin, wir wurden von einer Community in Berlin-Schöneberg angefragt, ihnen zu helfen, weil es gibt dort ein altes Trambahn-Depot. Wunderschön, mitten im Kiez, also im Grätzl sozusagen. Da ist die Polizei drin, hat dort sozusagen, hebt da Autos, die in irgendwelche Kriminalfälle verwickelt sind, auf. Deswegen ist es auch sozusagen so ziemlich gut geschützt. Und die wollen ein Polizeimuseum draus machen. Der Kiez sagt aber, ich brauche Raum, wir brauchen Raum, wir wollen uns treffen, wir wollen einen Ort haben, wo wir sein können. Sie sehen hier das vielleicht in Vekante Schöneberberger Rathaus. Hier ist diese Remise, wunderbar und das ist eigentlich so der ganze Kiez. Der war aktiv vor der Pandemie und hat eigentlich schon die Politik gefordert, wir wollen. Aber dann kam die Pandemie und die Politik war natürlich froh, dass auf einmal sozusagen jegliche Manifestation nicht da war. So wird es dann auch geschützt, diese Remise, dass da ja keiner rein kann. Und wir haben mit Studierenden in 72 Stunden eine mobile Tramwarnhaltestelle, weil es war ja das ehemalige Tramwarndepot. Und wir haben die Vielplatz genannt, weil da drin ist ja viel Platz. Und haben dann eigentlich auch so eine Prozesskarte, die sehen Sie dann hier sozusagen wie so ein Liniennetzplan, dann eigentlich auch entwickelt und gesagt, mit dieser Einladung wollen wir eigentlich, dass das Viertel wieder zusammenkommt und haben also eben versucht, in insgesamt einer Woche vor Ort auch tätig zu sein. Aufgabe war natürlich für die Studierenden auch, dass dieses Projekt nichts kosten sollte. Also sie haben von uns 50 Euro bekommen und mussten sich natürlich die Materialien zusammensammeln, auch in diesen 72 Stunden, was denn halt eigentlich, also was denn gehen würde oder was nicht gehen würde. Sie sehen dann sozusagen, klar, Studierende zeichnen schnell, konstruieren schnell und dann ist natürlich die Frage, wie kann man das bauen? etwas sehr, sehr Wichtiges in einer Architekturausbildung, dass es nicht nur um da oben geht, sondern dass ich das einfach auch in der Hand begreife und einfach auch ein Material spüre und eigentlich auch sehe, was kann ich mit meinen eigenen Händen auch tun. Und wir sind dann mit dieser Haltestelle an verschiedenen Orten gewesen, haben dann sozusagen unsere Spuren nachgezeichnet mit Sand. Binnen zehn Minuten war die Polizei da und hat natürlich gefragt, was wir denn da machen etc. Aber natürlich, der Sand geht ja auch wieder weg. Also haben gesagt, das tut uns jetzt leid, aber der nächste Regen kommt bestimmt. Und so waren das natürlich so ephemere Spuren, die wir im Stadtteil dann auch hinterlassen haben. Da sehen Sie dann die Gruppe, wie sie unterwegs ist. Für die Studierenden natürlich auch interessant, weil sie ins Gespräch mit den Menschen dann eigentlich auch kommen und merken, dass wahnsinnig viel Wissen in den Nachbarschaften einfach auch da ist. Und das gilt, dieses Wissen aufzugreifen, bevor man jetzt eben zum Magistrat kommt mit dem Projekt, sondern eigentlich eher zu sagen, wir haben das Viertel studiert, wir wissen, um was es denn auch geht. Da sehen Sie uns dann beim Diskutieren, beim Entwerfen. Sie sehen dann hier sozusagen unseren Fahrplan, was denn alles eigentlich auch möglich wäre. Und Sie merken natürlich auch, das haben wir uns dann von den Wiener Linien ausgeliehen, sozusagen wie so ein Schild ausschauen könnte. Dann baut man natürlich mitten in der Nacht. Und dann am Freitag kamen 200 Bürgerinnen und Bürger und auch der Bezirksbürgermeister. Das ist Schöneberg, eigentlich eine Großstadt mit 120.000 Einwohnern. Also halb so groß wie Linz. Aber der Bürgermeister kam, weil er gemerkt hat, hoppla, da passiert was. Und auf einmal waren die Bürgerinnen und Bürger wieder im Austausch mit dem Magistrat. Und es hat sich die Bürgerinitiative entwickelt. Und jetzt beginnt man, das Ganze zu diskutieren. Und dann sind wir weg. Dann sind wir mit unseren Studierenden wieder weg, weil wir eigentlich die BI, also die Bürgerinitiative, sozusagen ihr wieder Raum gegeben haben. Jetzt liegt es an denen. Und dann kommt vielleicht ein Projekt. Und dann käme vielleicht dann wieder auch etwas, was Space Habitat sozusagen so weiter bearbeiten könnte. Aber wichtig ist, glaube ich, dieses lokale Wissen ernst zu nehmen, aufzunehmen, zu bündeln und daraus auch Aktionen zu machen und eventuell auch etwas über eine kurzfristige Zeit dann auch zu testen. Ja, ich möchte wieder einen Sprung in den globalen Süden wagen, was vorher angesprochen war. Und ich habe da einiges mitbekommen, also was zum Beispiel der Roland Neiger da unternommen hat mit den Lehmbauten im südlichen Afrika. Und meine Frage ging in die Richtung, gibt es da Ansätze zu Kooperationen auf einer institutionellen Ebene, was ja in Richtung Nachhaltigkeit wichtig wäre. Gibt es Interesse von den lokalen Architekten oder Architekturzentren oder Universitäten, damit da auf der Ebene ein Austausch passiert und es wahrgenommen wird, dass das spezifische Wissen, die spezifische Baukultur im Norden, im globalen Norden wahrgenommen wird, geschätzt wird und von daher ein auf partnerschaftlicher Basis geführter Austausch zustande kommt. Gibt es solche Ansätze, Überlegungen, das wäre in Richtung Nachhaltigkeit gedacht? Also als wir da waren, also das erste Projekt oder die ersten Projekte in Südafrika, da war es sehr, sehr schwierig. Wir haben das versucht. Wir waren an der Uni in Johannesburg und die haben es tatsächlich einmal geschafft, auf die Baustelle mit Studierenden auch, aber wir haben da eher so Unverständnis geerntet. Also die haben gesagt, was macht sie da und warum kommt sie da her und die haben halt auch eine andere Art von Architektur im Kopf gehabt, ehrlicherweise. Die haben Architektur nicht mit einem Township in Verbindung gebracht. Und dann kommen da auch noch Mädchen und bauen da mit ihren eigenen Händen was. Also das war schon eher strange. Wir haben aber immer versucht, die Hand auszustrecken und was wir bei BaseHabitat auch haben, wir haben eine Summerschool alle zwei Jahre, wo wir wirklich auch Menschen von der ganzen Welt zusammenbringen und da haben sich schon sehr viele Kontakte ergeben, auch zu Lehrenden, wo einfach dieses Multiplikatoren-Denken sich gut etablieren kann. Also es wird besser, kommt mir vor. Ich gebe auch dem Markus, weil der hat viel bessere Kontakte, also jetzt formelle Kontakte, Richtung Lateinamerika, Südamerika. Bei BES habe ich da selber mit Afrika gibt es vereinzelt Kontakte, in den südostasiatischen Raum zum Teil auch. Aber es wird besser, aber es ist noch nicht so, wie wir uns das wünschen würden, auf einer institutionellen Ebene die Kooperation. Weil eben viele Architekturschulen kommen mir vor, im globalen Süden, da gehen erstens einmal die Studierenden hin, die aus wohlhabenderen Familien kommen und da ist einfach die Architektur, wie Architektur gedacht wird, vielfach noch eine andere oder eine konventionellere, wie wir sie eigentlich nicht oder nie verstanden haben. Aber da geht es dann um Kondominiums und einfach die schönen Bilder zu erzeugen. Ich glaube, was Sie ansprechen, es ist nicht einfach, aber interessant ist schon, dass wir, oder zumindest auch das ist das, was ich jetzt nach Linz auch bringen kann, in Lateinamerika gibt es ein sehr, sehr spannendes Netz an Architekturschulen, die wirklich die gleiche soziale Haltung teilen wie wir. Ich glaube, das ist auch ein guter Anknüpfungspunkt. Aber was natürlich schon auch nochmal entscheidend ist, dass eben viele der großen Architekturschulen dort eigentlich eine klassische Architekturlehre machen über die Architekturmoderne, die halt nordamerikanisch, europäisch ist. Und wenn man dann dort mit dem Walter-Gropius-Lehrstuhl dann da hinkommt, dann hat der DAD, der Deutsche Akademische Austauschdienst, der diese Professur finanziert hat, ja eben schon auch nochmal diese Idee gehabt, ja, wir bringen das Wissen dorthin. Ich sage Ihnen, es ist genau andersrum. Und ich glaube, dass wir wahnsinnig viel von diesen Kulturen lernen können, was eben wirklich dieses handwerkliche Wissen, der Umgang mit der Natur, der Umgang miteinander, den auch anbelangt. Und wir arbeiten seit 2019 mit zwei Partneruniversitäten im Ballungsraum von Buenos Aires. Zusammen dort eine Stadt, San Martín, 600.000 Einwohner, 50 Prozent informelle Siedlungen. Und da gibt es dann auch Siedlungen, da gibt es ein großes Volkslied in Lateinamerika, die Carcova, das ist dort der Ort, wo Diego Maradona sein Kokain holt. Also so funktioniert es da. Und dort haben wir angefangen, in diesem Kennenlernen, in diesem Vertrauen aufzubauen, eine Volksbibliothek zu unterstützen, die von einem jungen Mann, Waldemar, der war zehn Jahre im Gefängnis und war im Gefängnis als der Mann bekannt, der liest. Also seine Familie hat ihm nicht Essen gebracht, sondern Bücher. Und diese Volksbibliothek oder diese kleine Bibliothek, der steht oben drauf, Achtung, ein Buch bedeutet Freiheit. Und der ist natürlich sehr, sehr clever gewesen, dass in seiner Zelle auf einmal kein Platz mehr war, weil lauter Bücher ja da waren. Und so hat er seinen Raum gefordert, also hat gesagt, wir könnten noch eine Bibliothek im Gefängnis machen. Und so hatte er dann sozusagen jeden Tag Freiheit, weil er konnte ja seine Zelle verlassen und in diese Bibliothek gehen. Und in Lateinamerika oder in Argentinien hat man das Recht, auch im Gefängnis zu studieren. Das heißt, er hat mich mit anderen Gefängnisinsassen zusammengetan und dann haben sie auf ihr Recht das Studium eingefordert. An dieser UNSAM-Universität, also der lokalen öffentlichen Universität, gab es aber kein Jurastudium. Das heißt, sie hat Soziologie studiert. Und Waldemar hat mittlerweile eben abgeschlossen als Soziologe, ist an seiner Doktorarbeit und hat diese Bibliothek gegründet und wollte für gerade die Kinder und die jungen Frauen den Ort haben, wo sie diese Enge dieser informellen Siedlung, dieser männlichen Gewalt, die in diesen informellen Siedlungen sind, wo sie dem entkommen können. Und wir haben eigentlich als Architektinnen diesen sozialen Prozess begleitet. Das heißt also, dieses Aufbauen von Vertrauen, diesen sicheren Ort zu schaffen, dieses Recht auf Stadt einzufordern, das hat dann die Architektur manifestiert. Und dann waren wir auch bei unserem ersten Bauprojekt und ich habe auch gedacht, wir machen das dann so, wie man es halt kennt. Man zeichnet alles, man schreibt alles aus, man hat es ordentlich detailliert. Dort funktioniert das nicht so. Da muss man schauen, was gibt es denn vor Ort? Welche Schraube ist denn verfügbar? Welches Holz ist denn verfügbar? Also es gibt eine ganz, ganz andere Kultur des Bauens. Aber wenn man die mal verstanden hat, und das funktioniert jetzt eben auch dort mit den Partnerunis, dass dort wirklich auch Fächer so ähnlich wie Base Habitat angeboten werden und Studierende wirklich vor ihrer Masterarbeit wirklich ein Projekt vor Ort im Viertel dann auch wirklich realisieren und bauen müssen. Und das passiert jetzt so auf dieser institutionellen Zusammenarbeit. Manchmal sind wir als Entwerfende mit dabei, manchmal kommen wir auch für einen Workshop dann auch hin. Aber ich glaube, was sehr, sehr wichtig ist, dass die Energie vom Ort ausgehen muss. Das kann man nicht von uns aus dorthin exportieren. Aber was wir mitbringen können, ist dieser Diskurs auf Augenhöhe und dieses Voneinander-Lernen-Wollen. Und ich glaube, das ist die schönste Bereicherung. Und du sagst es, die Studierenden kommen ganz, ganz anders zurück. Und ich glaube, das ist auch so etwas, was diese Projekte dann auch wirklich leisten können, dass Studierende merken, dass wir hier leider Gottes in einer wahnsinnigen Insel der Seligen nach wie vor leben und dass es eigentlich auch eine andere Architektur bräuchte, um für den gesellschaftlichen Diskurs andere Parameter auch setzen zu können. Und ich glaube, das ist sehr, sehr entscheidend. Also ich finde, das ist sehr, sehr entscheidend. Also ich finde, dass wir sehr, sehr viel von den Communities und auch von den Studierenden dort vor Ort lernen. Und das würde ich natürlich jetzt gerne auch mit Linzer Studierenden auch wieder weitertragen. Aber es ist eine sehr, sehr wichtige Verantwortung, die wir haben, aber eben nicht in dem, dass wir das Wissen dorthin bringen, sondern eigentlich, dass wir gemeinsam Wissen entwickeln. Ich schaue ins Publikum. Dann habe ich eine Anschlussfrage. Welche Fähigkeiten brauchen dann Architektinnen, sage ich jetzt mal so, 2040? architektinnen so geht es damals so 2040 also die löschen rente na ja ich meine dass es so nicht weitergehen sollte wie es in den letzten weiß ich nicht jahrzehnten sogar war das ist uns glaube ich bewusst da hat es halt kein Halten gegeben. Die Immobilienbranche hat verdient ohne Ende. Die Architekten und Architekten waren zum Teil Erfüllungsgehilfen. Die anderen, die anders gedacht haben, haben keine Jobs gehabt. Und eben, so kann es und soll es nicht weitergehen. Ich meine, was wir jetzt versuchen, ist, also die Haltung wurde jetzt schon vielfach genannt, also klar, du hast es vorhin gemeint, wir müssen, es gibt einen Markt oder es gibt Architekturbüros und wir sollten auch ausbilden, dass die dann dort arbeiten können oder dass sie selbstständig als ArchitektInnen arbeiten können. Aber was uns und da spreche ich glaube ich auch für dich, aber du kannst eh noch, wichtig ist, also die müssen eine Haltung dazu entwickeln, was bedeutet das eigentlich, was wir da machen. Und dazu ist es einfach wichtig, die Gesellschaften zu verstehen, da ist es wichtig, das politisch zu verstehen, was da los ist. Es kommt ja nicht von ungefähr, warum das im lateinamerikanischen Raum passiert, weil das war politisch schon immer anders. Also wir wissen alle, was da für Regierungen auch zum Teil waren und so weiter. Und für das versuchen wir sie zu sensibilisieren. Ich meine, ich habe es vorhin schon versucht anzusprechen, es braucht auch nicht viel, weil die kommen ja mit dem Anspruch schon zu uns. Ich weiß nicht, das hat jetzt nicht unbedingt unmittelbar mit der Architektur zu tun, aber wir haben einen Kleiderschrank oder ein Kleiderregal bei uns am Institut, wo die Studierenden die Kleider, die sie nicht mehr brauchen, hinhängen und wenn jemand anderer die braucht, dann nimmt er die von dort wieder mit. Und das sind alles so Sachen, ich meine, als Otto-Normalverbraucherin würde man sagen, ja, okay, Tauschbörse, aber für die ist das ganz normal. Also das ist nichts Außergewöhnliches jetzt, sage ich mal. Und ich meine, so in diese Richtung könnte und sollte es schon gehen. Also so ein bisschen weg vom Besitzen, eher aufs Nützen, was da ist. Wir sprechen jetzt sehr viel, du hast es vorher schon angesprochen, über das Nicht-Bauen. Also wir reden davon, dass Architektur nicht automatisch bedeutet, neu irgendwo irgendwas hinbauen zu müssen. Es steht schon sehr, sehr vieles herum. Ich hatte jetzt gerade wieder eine Masterarbeit bei mir zum Beispiel, wo es um Einfamilienhäuser geht. Riesengroßes Thema, wir wissen alle, was das bedeutet. Wir pflastern die Felder und Wiesen zu für relativ wenig Wohnraum. Eine einzige Zahl, wenn wir in jedes Einfamilienhaus von Österreich sechs Menschen hineinbringen, brauchen wir keinen einzigen Wohnbau, brauchen wir kein einziges Hochhaus und das muss man sich einmal vorstellen. Also das würde ja von den Quadratmetern her und so weiter, würde das ja locker gehen. Es ist nur schlecht verteilt. Und ein Bewusstsein für das zu schaffen und nicht irgendwo ein schönes Haus hinbauen zu wollen oder von mir aus auch ein funktionales Haus, sondern sich zu überlegen, was ist denn los, was ist kulturell los, was ist in der Gesellschaft los, wie können wir beitragen, dass es besser wird, dass es anders wird. gesellschaftenlos, wie können wir beitragen, dass es besser wird, dass es anders wird. Das wäre so unser Anspruch. Und das sollen sie aus meiner Sicht 2040 können, wissen, wie man das macht. Und da wird man aber auch nicht bang. Also die wissen das heute schon zum Teil. Und eben, wir arbeiten gemeinsam daran. Also das wollte ich eigentlich auch gerade sagen, dass junge Studierende zu uns kommen, die natürlich eine ganz, ganz große Kritik an dieser Bauproduktion einfach auch haben. Und gleichzeitig, denke ich, ist es trotzdem auch unsere Verantwortung, auch klassische Prinzipien der Lehre, also jetzt zum Beispiel das Fügen von Material. An keiner Uni wird das Verkleben von Material gelehrt. Der Markt da draußen verklebt aber alles. Also das heißt eben schon diese klassischen konstruktiven Prinzipien, wie füge ich etwas, welche Materialien gehen zusammen. Ja klar, wenn ich da draußen einen Baumarkt habe mit 50.000 unterschiedlichen Baumaterialien, das ist verrückt. Und dass ich das natürlich dann nicht irgendwie so einfach entsorgen kann, ist auch eigentlich relativ klar. Und deswegen, glaube ich, haben wir schon sozusagen so nicht das Dilemma, aber wir müssen diesen Spagat schaffen zwischen dem, was schon baukonstruktive Lehre ist und gleichzeitig aber eben auch wieder Sachen zu denken, wie gehe ich jetzt einfach oder wie mache ich jetzt einfach auch Umbau? Ja, weil natürlich in jedem Umbau immer ganz, ganz viele Sachen drinstecken, die ich nicht so sehe. Also das eine ist jetzt eben zu sagen, okay, das reiße ich ab, das baue ich dann irgendwie neu dazu, aber dann wirklich vor Ort zu sein und dann entscheiden zu können, okay, was muss ich jetzt tun? Ich glaube, dass eine Architekturlehre anders wird, aber dass sie sehr, sehr entscheidend sein kann, wie wir wirklich mit unserem Bestand umgehen und wie wir ihn einfach auch wirklich transformieren, damit es auch wieder besser wird. Also ich denke mal, unser Leben soll ja gelingen, aber wenn wir so weitermachen wie bisher, dann sind wir halt jetzt halt endgültig in der Sackgasse. Und die jungen Menschen, und ich glaube, das ist auch so eine Motivation für uns als Lehrende, das macht schon auch Spaß, mit deren Anliegen und mit deren Haltung, mit der sie zu uns kommen, sie darin eigentlich auch zu unterstützen. Das ist auch hier ein sehr, sehr interessantes Geben und Nehmen. Das heißt, es gibt Diskussionen, die euch überraschen? Absolut, ja. Ich meine, die sind zum Teil und zu Recht und klarerweise viel radikaler als wir. Wir sind ja auch schon nicht mehr ganz jung und da passieren schon Dinge, da denkt man sich, aha, das haben wir jetzt noch nicht gedacht und so geht es auch. Und überhaupt, dieses Together, das gemeinsame, gemeinschaftliche, also das erreicht jetzt schon eine Dimension, das war bei meiner eigenen Studienzeit noch undenkbar. Wir sind noch eher so gedrillt worden, oder du musst jetzt das Genie sein, oder du musst jetzt liefern und Konkurrenz und so weiter. Also da hat sich massiv was geändert. Da kann ich auch Anekdoten erzählen, du bist irgendwie in einer Sackgasse, kommst nicht weiter mit der Gruppe, die sagen, geh raus, verschwinde, oder komm in einer halben Stunde wieder, wir reden jetzt drüber. Und vorher gibt es, und denkst du, das ist nicht lösbar, wie soll man das jetzt auf einen grünen Nenner bringen, und du gehst raus und kommst wieder, die sagen, so, wir haben die Lösung, wir haben jetzt alles durchbesprochen, so machen wir es, alle sind an Bord. Und dann denkst du, unglaublich, oder? Also wir hätten das nicht geschafft. Und andererseits gibt es halt eben auch wirklich so Punkte. Wir haben ja auch alle unsere Planungsbüros. Da ist es eigentlich relativ klar, ich kann gar nicht jetzt in so einer Korrektur mit einem Studierenden oder mit einer Studierenden dann sagen, ja, das ist die Lösung. Auch wir müssen ja entwerfen, wir müssen das zeichnen, wir müssen das entwickeln. Und deswegen auch dieses gemeinsam daran arbeiten und wirklich eigentlich auch da wieder diese Schwarmintelligenz eigentlich zu nutzen und zu sagen, hey, gemeinsam ist es doch viel, viel einfacher, als wenn ich jetzt wirklich wieder, in Anführungszeichen, die Persönlichkeit ausbilde, die alles kann. Nein, es ist auch schön, was nicht zu wissen und den anderen fragen zu können, wie denkst du darüber? Was denkst du? Ja, also ich finde das total schön, also so wie ich das verstehe, wird ja eigentlich Architektur beim BES Habitat oder auf der Uni so gelebt, dass der Entwurf mit einem Prozess beginnt, oder? Mit einem Sensorium und einer Wahrnehmung. Und gleichzeitig ist es ja so, dass die künstliche Intelligenz ja irgendwie so total mechanisch und entkoppelt vor sich hin gepromptet wird, sage ich mal. Und mich würde eigentlich interessieren, wie das wahrgenommen wird von euch, wo da die Reise hingeht in der Architektur mit diesen neuen Methoden und Mitteln, die ja glaube ich trotz alledem in der Städteplanung etc. vielleicht auch Ausmaße annehmen wird, die nicht so sein sollten in meiner Idealvorstellung, aber trotzdem vielleicht auch etwas mit sich bringen, das nicht so schön ist, weil man glaubt, man kann es einfach prompten, die Lösung. Vielen Dank für die Frage. Ich glaube, wenn wir jetzt so weitermachen würden, wie die klassische Architekturproduktion stattfindet, dann wird das KI übernehmen. Also dann braucht es uns nimmer. Aber wenn wir jetzt genau diese Punkte, gesellschaftliche Transformation, Klimakrise etc., auch dieses Vor-Ort-Sein, dieses mit den Menschen arbeiten, wenn wir das ernst nehmen und dann eben uns den Mitteln der Technologie benutzen, dann macht es dann schon auch Sinn. Und das ist zum Beispiel sehr interessant, in dem Fall, das war nur in Stuttgarter Zeiten, Einführung in den Städtebau, drittes Semester, eine KI-Übung. Und die KI-Übung sollte Bilder generieren von diesen Vorstellungen der Studierenden. Und nur die KI-Bilder waren gut, wo die Studierenden ausreichend viel Vorleistung gebracht haben. Also eigentlich schon gesagt haben, so wollen wir das eigentlich. Und dann kann KI schon sozusagen das Handwerkliche unterstützen. Aber wenn ich nicht weiß, was ich will als Entwerfender oder als Entwerfender, diese Empathie, die kann ein Prompt nicht ersetzen. Und jetzt in dem Sinne geht es uns vielmehr jetzt darum, wie können wir das sinnvoll in die Lehre einbauen, wie können wir verantwortungsvoll, also es gibt ja bei uns im Master wirklich auch ein Fach, das heißt KI, wie können wir die Studierenden sozusagen so begleiten, dass sie dieses Mittel auch sinnvoll einsetzen? Da hätte ich nur eine Anschlussfrage. Ist das jetzt sozusagen was, wofür sich Linz entschieden hat oder ist das ein allgemeiner Trend, sage ich mal, in der Architektur? Weil ich glaube ja trotzdem, dass er sich aufdröseln wird. Es werden ja nicht alle diese Haltung entwickeln. Oder ist es sichtbar, dass man schon ja trotzdem, dass er sich auftröseln wird. Es werden ja nicht alle diese Haltung entwickeln. Oder ist es sichtbar, dass man schon erkennt, dass vielleicht Partizipation einen Sinn macht, oder diesen Weg zu ändern? Du meinst jetzt unsere generelle Haltung? In der Architektur generell. Also sozusagen, wenn man den Blick öffnet in Europa oder über die Ländergrenzen hinweg. Weil ich glaube, es gibt ja verschiedene Schulen oder so wie ein Bauhaus eine eigene Form von Schule war und da hat es damals andere Enthüfe gegeben, denke ich mir, gibt es vielleicht jetzt auch Leute, die glauben, sie können das halt mit der KI machen oder wie sind da die Trends oder wie nimmt sich das wahr? Naja, das geht in die Richtung, die der Markus schon erwähnt hat. Also so die konventionelle, herkömmliche Architekturproduktion, die wird das natürlich ausnützen und da wird ganz viel halt dann Arbeitsersparnis sein, weil du kannst halt irgendeinen Grundriss hinzeichnen und sagen, mach mir da ein Schlafzimmer-Apartment rein und dann ziehe ich da ein bisschen und da und das rechnet in realer Zeit sozusagen, wie das dann optimiert ausschaut. Aber das ist ja genau das, was wir nicht möchten. Ich meine, wir machen es jetzt, also wir können es auch nicht negieren oder ignorieren. Also wir versuchen den Studierenden zu vermitteln, das ist ein Werkzeug. Wir haben ja auch andere Werkzeuge, das ist auch ein Werkzeug und das muss man verantwortungsvoll einsetzen. Und ich glaube auch, neben der Empathie, die die Maschinen ganz sicher nicht haben, ist es auch an der Kreativität, also nicht das flache Kreativität, sondern das wirkliche Schaffen von etwas. Weil ich meine, die KIs, die trainieren ja nur mit dem, was schon da ist. Und ich weiß nicht, ob es eine Sydney-Oper, einen Eiffelturm oder eine Elbphilharmonie geben würde, wenn KIs entwerfen. Weil das sind, also nur drei Beispiele, aber das sind so einzigartige Dinge. Und das würde man alles verlieren, wenn dieses kreative Momentum von Menschen, von realen Menschen, dann verloren geht. Dann würde man immer nur aus dem Alten schöpfen. Wir wissen ja schon, dass zum Beispiel diese KIs Sexismen und so weiter repetieren, weil sie einfach anhand dieser Daten, die halt jetzt immer verwendet wurden, trainiert werden. Und so wäre es dann auch bei der Architektur. Dann suhlen wir uns da im eigenen Gewurschtel die ganze Zeit. Das wäre furchtbar. Und ich finde es dahingehend auch nochmal interessant, Ihre Frage. Und das ist das Schöne am Entwerfen. Also wir werfen etwas in eine Zukunft, von der wir nicht wissen, wie sie ist. Wir projizieren etwas. Dafür werden wir natürlich dann, wenn es dann irgendwann fertig ist, immer kritisiert, was habt ihr euch schon wieder dabei gedacht. Aber was schon auch nochmal dahingehend interessant ist, dass dadurch ja auch eine andere Zukunft gedacht werden kann und nicht die Weiterführung dessen, was schon da ist. Und das spüren wir zum Beispiel jetzt auch in der Stadtplanung, wenn die ganzen Fachgutachten, sei es Lärm oder auch Mobilität, es wird ja nur fortgeschrieben. Und auf einmal kriegen wir dann einfach Zahlen, wo wir sagen, sei es Lärm oder auch Mobilität, es wird ja nur fortgeschrieben. Und auf einmal kriegen wir dann einfach Zahlen, wo wir sagen, dann können wir da nicht irgendeinen Wohnbau hinsetzen, weil dann ist der Verkehr zu stark. Aber dass dort diese Kolleginnen und Kollegen eine andere Zukunft denken, also Verkehrsplaner etc., gibt es nur ganz, ganz wenige. Aber dann ist es wieder interessant, wenn man die sogar auch an Bord hat, es gibt ja auch in den Disziplinen super gute Leute, also gerade auch in Österreich, dann kommt aber wieder eine klassische Stadtplanung und kann sich das nicht vorstellen. Und ich glaube, das ist wirklich wahrscheinlich unsere Hauptaufgabe, dass wir uns wieder andere Zukunft vorstellen können. Und natürlich ist es dann so eine Aufgabe, wahrscheinlich geht es dann ein, zwei Jahre vielleicht nicht so toll, aber danach könnte es ja auch anders werden. Und ich glaube, das ist etwas, wo wir einfach beginnen müssen. Und das kann mit ganz, ganz kleinen Schritten passieren. Aber ich glaube, wir brauchen auch, und auch das kann Architektur schon auch machen, sich die Räume, wie wir zusammenleben wollen, anders vorzustellen. Und ich glaube, da braucht es die Kreativität und da braucht es diese Orte, wo diese Kreativität gelebt werden darf. Und das sind halt die Architekturfakultäten. Natürlich, ich lerne auch. Jetzt ist durch den Beitrag bei mir schon wieder weitergegangen. Es passt vielleicht ein bisschen dazu, was ich eh sagen wollte. Jetzt war die Frage, kann KI solche Zukunfte entwerfen? Das ist mir jetzt gerade auch eingefallen. Aber was ich sagen wollte, ist, das Thema mit einem Instrument, wie man das nutzt und dass eigentlich ganz was anderes dabei herauskommt, wenn man weiß, was man sagen will, ist ja nicht neu. Ich kenne es aus der Musik. Es gibt sinnlose Perfektion und Virtuosität, wo nichts dabei rauskommt. Alles stimmt, aber es ist sinnlos. Und das ist eigentlich überhaupt kein neues Thema. Und woher jetzt sozusagen diese lebendige Kreativität kommt, das ist der interessante Punkt. Aber ich glaube, das liegt genau an dem, was ihr da sagt und macht. Ja, das war's. Danke für den Kommentar. Ich möchte nochmal zurückkommen auf die Einfamilienhäuser, weil der Trend, der geht danach wie vor dem Land unheimlich zu den Einfamilienhäusern. Warum sind die Mehrfamilienhäuser noch immer nicht so präsent da? Ist der Mensch noch nicht bereit, in der Gemeinschaft zu leben bei uns? Oder wo müsste man ansetzen? Ist das bei den Bürgermeistern? Weil dort, gerade am Land und auch in der Stadt ist trotzdem der Bürgermeister immer wieder der, der das Sagen hat auch Ja klar ist der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin hoffentlich auch sind das Ansprechpartnerinnen sie sind auch Baubehörde erster Instanz in Wahrheit, also das ist ja auch nicht ganz unrelevant. Aber ich meine, wir haben heute schon öfter darüber gesprochen, es braucht so einen Sinneswandel oder ein anderes Bild von der Zukunft, das wir uns vorstellen können. Wenn das immer noch das Idealbild ist, im Häuschen mit Zaun rundherum und mit Vater, Mutter, zwei Kindern zu leben, dann wird es schwer. Weil wie willst du solchen Menschen ein Mehrfamilienhaus schmackhaft machen? Aber ich glaube schon, dass es auch, also es gibt wirtschaftlichen Druck, dass das nicht mehr ganz so einfach ist, also bei den Preisen, die wir jetzt sehen. Aber ich glaube schon auch, dass das Verständnis ein bisschen größer wird, schön langsam. Aber da muss es einfach so, da müssen wir in die Gesellschaften, da müssen noch mehr Leute als Sie kommen zu solchen Veranstaltungen und Bewusstsein dafür zu wecken. Weil ich meine, wir dürfen auch den Bürgermeistern, egal welches Couleur, da muss man schon auch sagen, da sind ganz viele, die sind super in Ordnung. Das Problem ist nur, die wollen ja wieder gewählt werden. Und wenn die sagen, du kannst schon dir viele, die sind super in Ordnung. Das Problem ist nur, die wollen ja wieder gewählt werden. Und wenn die sagen, ja, du kannst schon dir dein Haus wünschen, aber das gibt es bei mir nicht. Wir bauen ein Mehrfamilienhaus dahin und da ziehst du jetzt ein, dann werden die sagen, Dankeschön, auf Wiedersehen, gehe ich woanders hin. Also das sind auch dann die Zwischenfragen. Es ist schon verwunderlich, dass in der Bundesrepublik Deutschland wirklich junge Familien immer, das ist nach wie vor das Bild, also ich glaube, die Bausparkassen haben das super, dieses Bild uns in den Kopf hineingesetzt und das geht nicht mehr raus. Und deswegen, ich würde jetzt schon sagen, so ist es in Deutschland besser, der Gesetzgeber probiert wahnsinnig viel. Bloß jetzt in dem Sinn ist der Markt nach wie vor enorm störrisch. Und es gibt halt eben leider Gottes nicht diese Thematik, wo wir eigentlich ansetzen müssten, wir jetzt einfach wirklich Menschen, die jetzt allein in einem großen Haus wohnen, ihnen ein anderes Angebot zu machen, damit dieses Haus wieder freigegeben wird. Und ich kann eine Kommune im Ballungsraum Eching, die uns mal angefragt haben, eben ging es um Erdpachtgrundstücke, politisch total umkämpft. Und dann waren aber zwei Familien da, die gesagt, die ein Haus auf Erdpachtgrundstück hatten, die gesagt haben, unsere Kinder wollen ja das Haus sowieso nicht, die sind sowieso schon ganz woanders. Was wir jetzt wollen, wäre eigentlich, dass du als Kommune uns ein Mehrgenerationenhaus baust, wo wir reingehen können, damit das Haus wieder freigegeben wird. Also ich glaube, unsere Aufgabe wird sein, Angebote zu schaffen. Und da müssen wir jetzt eigentlich die Kommunen überzeugen, zu sagen, bitte hört auf mit euren Einfamilienhaus-Wohngebieten, lasst uns innerorts zentral gut Ärzteversorgung, Lebensmittelversorgung, wenn wir das schaffen, dann glaube ich, kommen wir auch von diesem Bild weg. Ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, aber klar, in Deutschland, man baut einmal und dann isst man dafür immer. In den Niederlanden gehe ich als junger Mensch in eine Wohnbiografie. Ich kaufe vielleicht mal eine Zeit lang ein Reihenhaus, aber dann verkaufe ich es auch wieder und ziehe woanders hin. Und deswegen hat man in Rotterdam in den letzten Jahren ganz, ganz viele Hochhäuser gebaut, weil natürlich diese älteren Menschen zurückziehen in die Stadt, wo sie Arztversorgung etc. auch haben. Aber eben, dass man eben so eine Wohnbiografie nicht am Eigentum, sondern eben, ich bin mal da, ich bin mal dort. Vielleicht könnte das auch eine Möglichkeit sein, um diesem Dilemma aus dem Weg zu gehen. Ich möchte noch ganz kurz auf ein Vorgespräch, dann habe ich da zwei Wortmeldungen, auf unser Vorgespräch nochmal zurückkommen mit dem Hintergedanken des Entwerfens. Wir haben gesprochen über diese genormten Reihenhaussiedlungen. Ich fahre täglich dran vorbei, wenn ich hierher fahre nach Linz. Und dann haben wir aber im Vergleich dazu diese wunderbar individuellen Projekte von BSHB-DAT gesehen. Wie geht es einem da als Architektin und Architekt? Irgendwann muss er diese Dinge am Reißbrett auch planen, diese standardisierten Schuhschachteln. Ja, das soll jetzt keine Ausrede sein, aber wir haben vorhin darüber diskutiert dann noch. Ich glaube, Architektinnen sind, vielleicht weiß es jemand besser, aber ich glaube, bei 13 Prozent der Gebäude sind Architektinnen involviert. Weil wir haben ja in Österreich das Problem, manche werden es nicht so sehen, aber dass die Baumeister auch entwerfen dürfen und vieles, was da so herumsteht und was uns nicht so ganz gefällt, ist auch gar nicht von Architektinnen oder Architekten entworfen. Das ist die eine Seite. Die andere ist natürlich, es gibt auch, wie es schlechte Bäcker oder Tischler oder weiß ich nicht was gibt, gibt es auch Architektinnen, die eben vielleicht nicht diese Haltung haben, die da mitmachen und die halt einfach auch ihr Architekturbüro haben. Aber diese Realität wird im Studium bei euch auch beleuchtet und mitgedacht. Klar. Also wir machen jetzt zum Beispiel gerade so jetzt auch noch die Endzüge unserer Ausstellung Linz in Arbeit im AFO, wo zwei Studierendengruppen eigentlich wirklich sich um ein Einfamilienhaus, Wohngebiet auch wirklich kümmern und überlegen, okay, was könnten diese Zukunft denn einfach auch sein und wo sind die Parameter, die wir ändern müssen. Und das fängt halt dann dahingehend an, dass man natürlich über eine Community-Arbeit eventuell lokale Genossenschaften gründet, wo dann einfach alle Familien ihre Grundstücke einbringen. Und auf einmal habe ich schon Spielraum, wenn ich sozusagen so diese Grundstücksgrenzen schon mal sozusagen so wegnehme. Und das ist ein sehr, sehr spannender Prozess. Und andererseits glaube ich eben schon, ist unsere große Aufgabe, Stadt wieder lebenswert zu machen. Dass Kinder auf der Straße spielen können. Straße ist öffentlicher Raum und Straße ist nicht sozusagen fürs Automobil da. Und das ist, glaube ich, so ein ganz, ganz großer Punkt, wo wir, natürlich hat auch die Politik ihre Verantwortung, die Raumplanung, aber wir haben nicht die Konzepte gebracht, dass Wohnen in der Stadt attraktiv, sicher und natürlich einfach auch für alle leistbar ist. Und ich glaube, das ist schon wieder eine Aufgabe, die jetzt natürlich auch, weil wir ja den Bestand haben, lohnenswert ist und die nicht so leicht jetzt auch mit KI, also selbst wenn ich dann ein Haus befliegen kann und eigentlich sozusagen sofort einen 3D-Zwilling habe dieses Hauses, das Soziale kann ich damit nicht abbilden, diese Prozesse. Und von daher glaube ich, ist da wahnsinnig viel Arbeit auf uns zu. Und die ist natürlich herausfordernd und schön. Und vielleicht kann man dann auch zeigen, so wie es Harry Glück, der Wiener Architekt mit Alt-Erla wollte, dass das ja einfach 3000 Einfamilienhäuser sind. Und Alt-Erla gibt mir recht. Ich meine, das ist das Haus oder die Anlage mit der größten Mieterinnenzufriedenheit in ganz Wien. Also es, glaube ich, braucht architektonische Konzepte, die anders sind. Ich glaube, wir haben halt, ein Satz bitte noch, wir haben halt mit den gebauten Strukturen, haben wir auch die sozialen Strukturen haben wir auch die sozialen Strukturen umgebaut. Also das Einfamilienhaus gibt es ja nicht. Seit Menschengedenken, das ist ja ein relativ junges Phänomen. Aber was ich da mit Individualisierung usw. gezeigt habe, da gab es ja Interessen dahinter. Die Reifersenbank und das Lagerhaus sind ja durchaus nicht abgeneigt, dass es so eine Entwicklung gibt. Und dann brauchen wir auch noch Autos, weil wir müssen ja da hinfahren. Und das hängt ja alles zusammen. Und dann wohnt eine ältere Frau, weil wir Männer sind zu deppert und sterben früher, weil wir nicht auf uns schauen. Die wohnt dann in so einem Haus auf 250 Quadratmetern und weiß nicht, wie man das jetzt machen soll. Und die jungen Familien haben keinen Ort zum Wohnen. Und wir haben aber das, was früher gang und gäbe war, die Großfamilie, das Dorf, wo man aufeinander geschaut hat, wo das einfach in die Strukturen eingeflochten war, das haben wir weggebaut. Und jetzt müssen wir alles Mögliche erfinden, Altenheime und das und das und das brauchen wir. Vielleicht wäre das auch ein Ansatz oder wir diskutieren darüber, was kann man da wieder einführen. Es gibt in den Städten hauptsächlich wieder, das sind auch trotzdem die Orte der Innovationen, wo man Altenheime oder altersgerechtes Wohnen mit Studierenden-WGs zum Beispiel kombiniert und solche Dinge. Kindergarten mit älteren Wohnen kombiniert, wo man in Wahrheit dann künstlich das wiederherstellt, das was wir eigentlich schon alles hatten. Nur haben wir es im Laufe der Moderne oder auch später dann noch einfach abgeschafft, weil es eben in diese Richtung ging. Naja, es ist ja auch ein gutes Geschäftsmodell. Bloß halt das große Problem ist, dass der Boden halt nicht vermehrbar ist. Und wir jetzt eben schauen müssen, wie wir mit dem Restboden, den wir noch haben, die Fragen der Klimakrise etc. auch lösen können. Ich habe die Uhr im Blick und habe noch zwei Wortmeldungen. Ja, an und für sich ist eh viel gesagt worden von dem, was ich fragen wollte, weil es klingt ja im Prinzip nicht so, als wäret ihr die Ersten in der Kette. Es gibt die Förderpolitik, es gibt die Gemeinden, es gibt ganz, ganz viele Agenda-Zukunftsprojekte mit Soziologen, mit der Bildung, mit und so weiter und so fort. Und all diese Projekte, die ihr jetzt zum Schluss auch genannt habt, wie Genossenschaften, Wirtshauskultur, pflegende Entitäten und so weiter und so fort. An dem arbeiten sehr, sehr viele. Und jetzt wollte ich einfach fragen, wie schaut es da mit der Interdisziplinarität aus? Also wir sind jetzt in dem Sinn Architektur, ich sage es dann immer für den Städtebau, wir sind eine Interdisziplin und wir sind eine einladende Disziplin. Wir können gar nicht ohne die Quartiersarbeit, ohne die Soziologie, ohne die Geografie. Wir können ohne diese Disziplinen überhaupt nicht zusammenarbeiten, wenn es um Transformationen von Vierteln, von Grätzeln und so weiter auch geht. Und was wir festgestellt haben, bei einem Projekt, ich hatte das auch in meiner Antrittsvorlesung gezeigt, das ist täglich ein radikal öffentliches Gebäude. Was interessant war, dass unsere Berufskollegen gesagt haben, das haben wir ja schon alle, also eben Jugendzentrum und so weiter. Wir haben aber dann in einer Ausstellung jeden Tag eine andere soziale Gruppe eingeladen. Sozialarbeiter etc. Und die waren enorm daran interessiert, weil sie in ihrem Beruf nie das Räumliche sehen. Und wir haben sozusagen so diesen räumlichen Aspekt auch hineingebracht. Und ich glaube, der Raum kann nämlich wahnsinnig viel. Und nicht sozusagen so alles trennen, sondern der Raum kann enorm viel Komplexität aufnehmen. Und deswegen hat diese Zusammenarbeit eben gerade mit den sozialen Institutionen macht wahnsinnig viel Spaß, weil wir ein bisschen reingeben können, aber wir kriegen auch wahnsinnig viel Erfahrung und auch Energie, die diese Gruppen einfach auch haben, auch zurück. Und deswegen, es geht gar nicht ohne die anderen. Also wir sind nicht Selbstzweck als Disziplin. Ich habe noch eine Frage und zwar, jetzt ging es ja viel um Einfamilienhäuser und wie kommen wir als Gesellschaft irgendwie auch Altersgruppen und unterschiedliche Bubbles wieder zusammen und so weiter. Das haben Sie ja angesprochen. Und jetzt ist meine Frage, Sie haben in Südamerika gearbeitet und ja auch ganz viele Projekte im globalen Süden mit Studierenden begleitet. Und jetzt ist meine Frage, was kann man in der Architektur sozusagen aus diesen Communities lernen? dann kann man in der Architektur sozusagen aus diesen Communities lernen, was kann man davon jetzt irgendwie auch in den europäischen Raum, in den jetzt besonders deutschsprachigen Raum sozusagen von den Leuten lernen, wie man zusammenleben kann und ja, so Gesellschafts- und Lebensformen sozusagen, weil das haben Sie ja ganz oft auch angesprochen, dass man nicht nur, dass man dorthin geht und was macht, sondern dass man eigentlich viel mehr mitnimmt und auch die Studierenden ganz verändert zurückkommen. Genau, das wäre so meine Frage. Das ist ja schon eine Frage. Ich würde sagen, was wir kennengelernt haben, ist, dass diese Gesellschaften, es ist alles prekär, aber dadurch sind die wahnsinnig resilient. Also die fallen nicht um, wenn es nur ein Problem gibt, sondern die haben immer Plan A bis Plan F. Die sind handlungsfähig. Und das ist wirklich das Verrückte. Also eine kleine Geschichte, für die haben wir noch Zeit. Das war während der Pandemie. Ich war hier in Europa. Waldemar ruft mich an und sagt, wir haben ein großes Problem. Die Stadtgemeinschaft will eine Straße durchs Viertel bauen. Und da ist aber ein Altar vom Volksheiligen, vom Gaudito Gil, das ist der Robin Hood von Lateinamerika. Und das Viertel steht Kopf und da ist Konflikt da. Markus entwirft eine Kapelle. Und dann habe ich also was skizziert mitten in der Nacht, ihm sofort zurückgeschickt, damit er ein Bild hat. Und dann versucht er mit diesem Bild das Ganze zu befrieden. Am nächsten Nachmittag rufen mich meine Professoren, Kollegen von dieser lokalen Universität an und sagen, Markus, was hast du da angestellt? Dann ich so, was, ich habe doch Waldemar nur eine Skizze geschickt, damit der Konflikt, die Hälfte der Kapelle war gebaut. Die Leute haben sofort gesagt, okay, wir besetzen den Ort, weil dann haben wir ihn. Und deswegen auch, also da auch das machen, einfach mal tun. Und wenn Fehler passieren, dann passieren Fehler, dann kann man sie wieder korrigieren. Aber eben das nämlich wahnsinnig viel und wirklich auch eine, trotz dieses nicht einfachen Lebens, eine große Lebensfreude, eine Würde. Und das ist schon so etwas, wo wir einfach aufgrund unseres Überflusses manchmal einfach echt, also, und das ist, glaube ich, was ganz, was ganz wichtig. Man kann mit wenig wahnsinnig viel erreichen. Ich hätte auch noch eine Anekdote, wenn wir noch Zeit haben. Ja, bitte, ich wollte dich jetzt auch noch, also ich fand das ein sehr schönes Schlusswort von dir, Markus, und darf dich, Sigi, jetzt noch um den Gedanken abschließend bitten. Ja, genau. Also so ein bisschen eine entspanntere Herangehensweise. Ich meine, wir sind alle unendlich gestresst und getrieben und ich weiß nicht, Burnout und so weiter. Und ich meine, da können wir sehr, sehr viel lernen von anderen Gesellschaften. Erstens einmal, ich bin sehr viel herumgekommen, nicht nur bei Best Habitat Projekten. Und eins ist klar, überall dort, wo Menschen leben, denen es nicht so gut geht, herrscht die größte Gastfreundschaft. Also du kannst in, ich weiß nicht, in Amman oder in Jaffa keine fünf Minuten gehen, ohne dass du auf einen Kaffee eingeladen wirst. Wenn du in den reichen Vierteln herum bist, gibt es nur hohe Zäune, da ist nichts. Also das können wir auf jeden Fall lernen. Und eine Anekdote habe ich vom ganz ersten Projekt, das ich vorhin gezeigt habe. Wir haben da gearbeitet, wirklich viel und anstrengend und sehr viele Stunden. Und da geht es halt zack, zack, zack, weil wir das so gewohnt sind. Und wir haben betoniert und wir brauchen einen Rüttler, das ist das, damit man den Beton verdichten kann. Und einer hat uns versprochen, er bringt uns den Rüttler und natürlich kommt nicht und kommt nicht und kommt nicht, kommt zwei Tage zu spät, schon längst betoniert, alles fertig, kommt zwei Tage zu spät, sagen wir, hey, was ist mit dir? Oder warum zwei Tage zu spät? Sagt er, ja, ich habe einen Freund getroffen, den habe ich zehn Jahre nicht gesehen. Das wird doch wohl wichtiger sein, mit dem zu reden und ein Bier zu trinken, als euch diesen blöden Rüttler zu bringen. Und ich meine, das bringt einen schon zum Nachdenken. Also wir ärgern uns da und stressen uns da ab, weil wir so getrieben sind, weil Termine und so weiter und so fort. Und ich meine, die haben nichts, also im Vergleich zu uns wirklich nichts. Aber die Freundschaft oder das Zusammentreffen mit seinem Freund war ihm viel mehr wert und der konnte überhaupt nicht verstehen, wie hysterisch wir jetzt sind wegen diesem Drum da. Und da habe ich mir schon gedacht, da kann man sich auf jeden Fall was mitnehmen. Vielen Dank, Sigi Ateneder, Markus Vogel, für diesen wunderbaren Einblick in diese Haltung, die dem Studium der Architektur an der Kunstuniversität Linz zugrunde liegt. Und ich habe für mich noch mitgenommen, als Gedanken, also diese Gestaltung von Formen und Gebäuden, dass dem ja eigentlich das Entwerfen von Lebensweisen zugrunde legt. Und das nehme ich mir persönlich jetzt mit und sage euch beiden nochmal herzlichen Dank fürs Dasein und auch dir, Gitti, als Gastgeberin. Dankeschön. Vielen Dank. Danke auch. Vielen Dank.