Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen im Kepler Salon. Damen und Herren, herzlich willkommen im Kepler Salon. Jene, die hier sind in der Rathausgasse, aber auch jene, die im Livestream heute Abend bei uns dabei sind. Wozu dieses Theater? Diese Frage stellen sich Peter Grobmüller und ich eigentlich schon seit zwei Jahren im Kontext dieses Formats im Kepler Salon. Und es ist mir wirklich eine große Freude, das wunderbare Netzwerk aus Kunst, Kultur, Theater, Literatur von Peter hier immer wieder zu Gast zu haben, vor allem mit dem Fokus auf Theater. Liebe Julia Windisch-Bauer, herzlich willkommen im Kepler Salon. Dankeschön. Lieber Peter, ohne lange Vorrede oder eine weitere Vorcheln, belästigen und zwar folgendermaßen. Julia Windischbauer spielt diese besondere Figur ganz fabelhaft, undurchschaubar, ungewöhnlich. Die österreichische Schauspielerin kann ihre Mimik ganz lange einfrieren, ohne dass der Hauch einer Gefühlsregung zu erkennen ist. Bis ein kleines Zucken um den Mund, ein leichtes Heben der Augenbrauen verrät, was sie denkt. Das war die Süddeutsche Zeitung vom 15. Mai. Sie ist, und das ist magisch, spielend zu dieser einzigartigen Figur geworden und zur gleichen Zeit ist sie ein junger Mensch um die 30, wie halt andere auch. Was sagt sich, das sagt sich leicht, aber die künstlerische Leistung ist spektakulär, so wie diese Serie spektakulär gelungen ist. Das war die Wochenzeitung Die Zeit vom 28. Mai. Das schriftgewordene Leben dieser Frau, die auf alle Konventionen pfeift und ihr Widerstandspotenzial entdeckt, ist so unkonventionell, dass es uns in der Gegenwart erstaunt. Und Julia Windischbauer brilliert in der Titelrolle der kleinen Geste mit überwältigender Intensität. Oberösterreichische Nachrichten vom 9. Mai. Die Rolle, über die wir da sprechen, ist die Atheilism. Manche von Ihnen mögen diese Ära auf Arte schon gesehen haben. Und ich gehe davon aus, Sie teilen diese Einschätzung. Darüber werden wir später noch länger plaudern. Sie kennen das Prozedere, wir werden jetzt ins Gespräch kommen. Nachher haben Sie alle die Möglichkeit, alle Fragen, die Sie schon immer der Julia Windischbauer stellen wollten, zu stellen, inklusive unseres Publikums im Internet. im Internet. Ila Windepitschbauer wurde 1996 in Linz geboren, ist in Leonding aufgewachsen. Parallel zum Gymnasium besuchte sie die Musical Theatre Academy in Buchenau. Sie begann ein Studium der Anglistik und Theaterwissenschaften in Wien. Doch ehe das so richtig begonnen hatte, war sie auch schon wieder weg und studierte an der Otto-Falkenberg-Schule in München Schauspiel. Während ihres Studiums wurde sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und der Matthias Lilienthal. Wenn ich irgendwas falsch sage, fäust man sofort ins Wort. Absolut. Die Inszenierung The Vacuum Cleaner, in der sie die Titelrolle gab, wurde 2020 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und auf diese Rolle folgten fünf Nominierungen zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres des Fachmagazinstheaters heute. Von 2020 bis 2023 spielte sie im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, ab September 2023 am Wiener Burgtheater. Auch dort hat sie rasch wieder gekündigt. Zwischendurch hat sie aber auch bei den Salzburger Festspielen in Nathan der Weise, wer es gesehen hat, wird es nie vergessen, in der Regie von Ulrich Rasche und mit Valerij Schaplano, wer in der Titelrolle als Nathans Tochter Recher begeistert. Julia, warum hast du ursprünglich das Studium geschmissen oder vielmehr warum warst du am Anfang noch nicht bereit, dich eindeutig zum Schauspiel zu bekennen? Ich muss erst einmal sagen, dass ich mich total freue, weil ich ehrlich gesagt nicht gewusst habe, wie viele wunderbare Gesichter man da so anschaut, wenn man da so sitzt. Die Menschen, die jetzt natürlich über die Kamera zuschauen, sehen das jetzt nicht, aber ich finde es voll toll, dass ich irgendwie in dieser Stadt Linz, in der ich so als Künstlerin noch nicht mehr gewirkt habe, als wir mal am Landestheater beim Weihnachts, bei dieser Weihnachtsveranstaltung oder beim Crossing Europe da irgendwie zu sein und so viel, dass ihr euch da alle die Zeit genommen habt, finde ich einfach voll cool. Also danke. Und natürlich auch dir, Peter, aber dazu komme ich später. Also zur Frage zurück. Das war ja eigentlich so, dass ich ganz früh mein Opa, der hat in Linz-Dornach, da gibt es quasi diese Kirchen und da gibt es quasi einen Saal daneben und da hat es die Theatergruppe Linz-Dornach gegeben, wo mein Opa Josef Heubel da irgendwie immer mitgespielt hat und ich war da als Kind halt immer dabei und als Heranwachsende. Und der Peppi hat mich manchmal dann mitgenommen zu einer Probe oder so und das war für mich wahnsinnig eindrucksvoll. Und gleichzeitig war der Peppi, glaube ich, auch der, der von Anfang an eigentlich gesagt hat, du bist eigentlich die Schauspielerin, Julia. Und das war einfach früher ein tolles Gefühl. Und gleichzeitig ist man dann aber auch in so einem schulischen Ding drinnen. Und ich war da auf der Hammerling und habe Naturwissenschaften gemacht, habe keine Ahnung gehabt von Physik, Mathe, Biologie, weiß ich nicht. Es war aber wichtig, das zu machen. Und da haben mich meine Eltern irgendwie bestärkt, dass es gut ist, dass man die Matura irgendwie macht. Das habe ich einer selten geglaubt. Aber dann irgendwann hat sie sich eingelöst, dass es nicht schlecht war, das durchzuhalten. Und dann habe ich gedacht, ich glaube, das ist doch ein bisschen ein zu unsicherer Job, das so Schauspielerin sein. Ich habe das auch noch nicht ganz verstanden, wie das so ist, weil mein Opa hat das ja nur so als Laien-Schauspieler gemacht, hat damit kein Geld verdient. Und alles andere war so weit weg, weil ich dann auch gedacht habe, in Linz, was ist zu dem Zeitpunkt in Linz draht worden? Es hat das Linzer Landestheater gegeben, wo ich natürlich alles gesehen habe, mit meiner Oma immer, aber sonst nicht recht viel mehr für mich damals zu dem Zeitpunkt. Und dann war es irgendwie viel leichter zu sagen, ich interessiere mich für Englisch, ich mache jetzt einmal diesen herkömmlichen Weg und ich schreibe mich dazu einmal ein, dann sind alle beruhigt, inklusive Familie und ich mache das jetzt einmal. Und dann bin ich aber in Wien gesessen, in dieser ersten Theaterfilm- und Medienwissenschaftenvorlesung und habe gedacht, was ist jetzt mit dem Typen da los, der rät vom Theater und erklärt das und ich denke die ganze Zeit nur, ich halte das nicht aus, ich muss ja da aufhören. Ich will das gar nicht verstehen eigentlich, ich will das ausprobieren, wie das ist. Und war dann ehrlich gesagt bei sehr wenigen Vorlesungen, sehr, sehr wenigen, zwei an der Zahl und habe zu dem Zeitpunkt dann glücklicherweise am Landeshauptzimmer Linz dieses Freispiel Radikal 2015, glaube ich, war das machen dürfen. Und gleichzeitig am Wiener Burgtheater in so einer Jugendgruppe, die Wiener Brut. Und eigentlich hat das meine ganze Zeit gefressen und hat mir da viel reingegeben. Und dann war das Studium ein bisschen nebensächlich. Warum die Otto-Falkenberg-Schule? Hast du das sonst wo probiert? Ja, auf jeden Fall habe ich es probiert. Man kommt ja dann da irgendwie so an, in in diesen Freispiel- oder Theaterkursen. Und dann habe ich gemerkt, boah, viel, viel Leute bewerben sich da schon an Schauspielschulen. Ich habe nicht einmal gewusst, was man machen soll. Und dann haben die gesagt, du brauchst drei Monologe. Aha, was ist überhaupt ein Monolog? Oder von wo soll ich den hernehmen? Aus welchem Stück? Und dann habe ich erst einmal, ich habe mir ein Max-Reiner-Seminar beworben. Ich bin hingefahren und habe gedacht, hey, bei mir läuft es eigentlich voll, es passt irgendwie super und ich werde bestimmt da weiterkommen. Und dann war ich in der ersten Runde raus und war ein bisschen enttäuscht, aber habe gedacht, ich lasse mir das jetzt nehmen, nicht nehmen, ich probiere das weiter. Dann habe ich eine Nummer für Musical vorgesprochen, aber eigentlich nur, weil ich meine Schauspielmonologe probieren wollte, aber dann war in der ersten Runde Singen und bin ich schon beim Singen ausgefallen. Es hat sich dann nicht so ganz so ausgegangen. Und dann war ich in Leipzig, in Rostock, in Frankfurt, in Wien, an der anderen Schule in Wien, nochmal vorsprechen. Und dann war im Sommer, quasi am 28. Juni vor zehn Jahren, actually dieses Jahr, da war in der Otto-Falkenberg-Schule die letzte Runde und ich habe das eigentlich nur gemacht, weil man alle Schauspielschulen machen sollte und ich habe nur erst im Februar angefangen mit zu bewerben. Deswegen war das dann noch offen und dann haben die echt gesagt, wir könnten uns das mit dir vorstellen und du hast einen Studienplatz. Und das war ein ganz, ganz toller Moment, weil zum ersten Mal dieser Gedanke, dass man das wirklich machen kann. Und ich meine, man muss dazu sagen, die Otto-Falk-Märk-Schule gehört irgendwie zu den renommiertesten, tollsten Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum. Und das habe ich aber eigentlich auch nicht gewusst. Ich habe gedacht, super, ich habe einen Platz zum Studieren. München, teure Stadt, aber wird schon werden. Und genau, und dann ist das irgendwie möglich worden. Aber da muss ja irgendwas passiert sein. Da müssen Sie ganz besondere Knöpfe in der Ausbildung gedruckt haben, weil du bist ja schon während des Studiums an die Kammerspiele engagiert worden. Ja, das hat mich auch gefreut. Das war ganz toll, weil die Otto-Falkenberg-Schule ist so aufgegliedert, dass man typischen Szenenunterricht hat und eben auch Gesangsunterricht, Sprechunterricht, körperlichen Unterricht, alles mögliche. Und aber auch für Eigenarbeiten machen darf, wo ich selber als Regisseurin tätig habe, sei es kennen, was natürlich für jemanden wie mich, der ich kann ja nicht genug irgendwie kriegen oder so, war das irgendwie super. ich kann ja nicht genug irgendwie kriegen oder so, war das irgendwie super. Und dann hat es auch Workshops gegeben und ich habe dann so einen Workshop gemacht mit der Nico Hümpel von Nico and the Navigators, das ist so eine Berliner Tanztheater- Gruppe und da war dann auf einmal, ich weiß noch, wir sind dann von der Bühne runter, wir haben uns verbeugt bei der zweiten Vorstellung und dann bin ich rausgegangen und dann habe ich dann den Intendant von den Kammerspielen da rausgekommen und gesagt, ich habe gedacht, ich brauche es nicht. Wieso? Der war da gerade drinnen, der hat sich das angeschaut. Ich weiß nicht, wohin mit mir. Und dann ist fünf Tage danach ein Anruf gekommen, ob ich nicht einmal einen Kaffee trinken möchte. Dann haben wir mal einen Kaffee getrunken. Gut, gratis Kaffee, bin ich dort. Nein, das war der, bis zu dem Punkt, was Ja. Jetzt meint man in so zehn Jahren und wo du auch jetzt aufgeschlagen bist, sei immer alles dringend nach oben gegangen. Aber ganz so war es ja nicht, weil vielleicht magst du, es war auch Platz für Zäsuren in dieser Zeit, vielleicht magst du mir kurz die Situation erzählen, wie klar war, der Vertrag wird dort nicht verlängert und welche Tür dann nach diesem Niederschlag aufgegangen ist. Ja, das war ganz komisch, weil ich habe natürlich irgendwie da in der Schauspielschule so einen Lauf gehabt. Und weil es cool war, weil ich meine eigenen Projekte gemacht habe. Und das haben dann auch Leute cool gefunden, dass ich da den Mut gehabt habe. Und das hat mich einfach voll gut gefühlt. Auch in der Gruppe. Und diese Falkenberg-Schule ist direkt im, die teilen sich in so einem Innenhof wie die Kammerspiele. Das heißt, es war voll daheim und es war echt toll. Und dann war das quasi im Oktober 2019, da habe ich ja gerade erst ein halbes Jahr dort gearbeitet, kriege ich einfach eine SMS von dieser damaligen Intendantin, Sechsteiler, so à la liebe Julia Windischbauer, wir können leider Ihren Vertrag nicht verlängern, alles Gute für die Zukunft. Ich habe gedacht, ja, das ist super für die erste Kündigung, sehr freundlich, wahnsinnig zugewandt. Cool. Und dann habe ich erst einmal gewarnt und dann war ich irgendwie, die Mama, meine Mama ist übrigens auch da, hallo, und die Mama arbeitet da in der Nähe vom Wolfgangsee und dann kam ich, ich kann mich erinnern, bin in ein Auto gestiegen und bin am Wolfgangsee gefahren und war ganz viel spazieren und stillstehen und auf den See schauen und traurig sein und so. Und dann habe ich aber noch einsteigen können bei dem AFO, das AFO ist das Kürzel für das AbsolventInnen-Vorsprechen, was man am Ende von einer Schauspielschulzeit hat macht, wo ich eigentlich nicht teilnehmen hätte sollen, weil ich ja schon einen Vertrag gehabt habe eigentlich. Schulzeit hat gemacht, wo ich eigentlich nicht teilnehmen hätte sollen, weil ich ja schon einen Vertrag gehabt habe eigentlich. Und dann habe ich aber dadurch die Menschen vom Deutschen Theater kennengelernt und die wollten auch einen Kaffee mit mir trinken. Und ich dachte, gut, nur gratis Kaffee heute in Berlin diesmal, okay, dann trinken wir einen Kaffee. Und dort habe ich auch vorgesprochen, habe Anna Lenk kennengelernt und genau, so ist es dann. Habe ich das dann irgendwie gut verarbeitet und dann ist es ja weitergegangen. Dann war noch Corona, aber ich war ja einer von diesen sehr privilegierten SchauspielerInnen, die einen Festvertrag gehabt hat in der Zeit und durchbezahlt worden ist, im Gegensatz zu vielen anderen freiberuflichen, selbstständigen Menschen. Genau. Und dann spielst du dort kaum zwei Jahre und dann gibt es einen Herrn Kuschel, der Kontakt zu dir aufnimmt. Ja, da war ich lustige Geschichte. Ich habe damals einen Film, ich arbeite ja ab und an als Produzentin und ich habe einen Film gemacht mit der Elena Wolf, die ja vielleicht einigen von euch ein Begriff ist, ganz tolle Schauspielerin, Regisseurin, studiert gerade an der Filmakademie in Wien, Regie und wir haben quasi unseren Debütfilm miteinander vorgelegt, Paradies heißt der und da war ich gerade in Hamburg, weil ich bei einem Konzert war von einer Künstlerin, deren Musik ich haben wollte, aber für kein Geld, weil ich habe kein Geld mehr gehabt. Das heißt, ich wollte dann unbedingt zu texten nach dem Konzert und habe dann quasi mir diese gesamte Nacht mit der halt, wo bringt man halt dann in Hamburg? Ist man auf der Schanzel, wie das da heißt? Keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob jemand schon mal von euch in Hamburg war. Ich denke schon. Und am nächsten Tag bin ich total verkordert, wach auf, freue mich mega, dass ich die Rechte habe. Und dann ruft mich auf einmal das Burgtheater an und sagt, Julia, wir könnten dich nächstes Wochenende nach Wien fliegen. Willst du mit dem Martin einen Kaffee trinken? Ich so, naja, gut, dann fliegen wir. Ja, das fliegen wir. Ja, das war völlig absurd und sehr schön, genau. Okay, jetzt hast du quasi in so kurzer Zeit alles eingelöst, wonach andere Bühnenschauspieler ihr Leben lang streben und es nie erreichen und trotzdem hast du dann die Chutzpäck gehabt zu sagen, okay, jetzt habe ich mir das alles angeschaut, ich kündige. Wie war der Prozess vom alles erreicht zu haben bis zu dem, okay, ich schaue mir jetzt was anderes an? Ja, ich versuche mich kurz zu halten, das ist natürlich irgendwie schon lang, super, zwei Stunden, herrlich. Gut, das war so, dass ich eigentlich, ich bin dann zwar 23, habe ich mein Regie-Debüt, Color Starling, in Albanien gedreht. Und dieser Dreh war, also das war quasi die Zeit, da habe ich gleich am DT noch fertig gespielt, dann Salzburger Festspiel gemacht, gleichzeitig den Film produziert und habe dann in Wien angefangen. Das heißt, dieses Jahr war völlig verrückt. Und bin dann dementsprechend erschöpft, nach diesem Dreh in Wien angekommen und habe dann da angefangen zu proben und zwei Produktionen gemacht, eine mit Jan Bosse, eine mit Ulrich Rasche, die voll toll waren. Und dann noch eine Zusage für dieses Eti-Projekt gekriegt und dann habe ich aber gemerkt, dass alle diese Theatersachen, die ich da jetzt gerade so mitkriege, an denen ich selber teil bin, wo man mal Regieperson zum Kaffee trifft, da ist es ganz wenig um politische Themen gegangen. Und ganz wenig eigentlich hat es nur eine Schnittfläche gehabt mit dem, was mich privat beschäftigt, was für Podcasts ich höre, was für Bücher ich lese, was für Themen ich diskutiere in meinem Freundeskreis. Dass sich das nicht deckt eigentlich mit der Form von Unterhaltungstheater, die absolut wichtig ist und nicht wegzudenken ist, auf jeden Fall. Aber ich finde, es braucht vor allen Dingen in einem Haus wie dem Burgtheater auch da ein ganz starkes Gegengewicht mit politischen Abenden. Und das habe ich ein bisschen vermisst. Und ich glaube, das habe ich eigentlich am Deutschen Theater Berlin auch schon ein wenig vermisst. Das heißt, das hat sich wahrscheinlich schon ein bisschen länger aufgebaut. Und dann habe ich gleichzeitig, war ich dann in Amsterdam zum Vorbereiten und am Niederländisch lernen. Ja, aber ich muss das, das gehört ja dazu. Entschuldige, ich spreche es euch nicht her, aber es war, es ist ja schon ein bisschen was passiert. Und war dort und habe eigentlich dort gemerkt, Entschuldige, ich spreche jetzt nicht nachher, aber es ist ja schon ein bisschen was passiert. Ich muss schon sagen. Und war dort und habe eigentlich dort gemerkt, dass ich das, was ich da machen darf, so politisch zu werden und mich mit einer für mich so inspirierenden und aufrüttelnden Person auseinanderzusetzen, das ist für mich der Inbegriff von diesem Handwerk, das ich gelernt habe irgendwie und dem ich mir verschrieben habe und dem ich mir ja immer verschreiben möchte. Und wenn ich das aber weiterhin so tun möchte, dann muss ich jetzt sagen, das Burgtheater ist so privilegiert und es ist so super und man verdient echt okay und Wien ist ein super Staat, aber ich bin nicht die Künstlerin, die es einmacht. Und dann, finde ich, ist es die Verantwortung, die ich mir und anderen Kunstschaffenden entgegenbringen muss, zu sagen, ich gehe. Und dann, glaube ich, im selben Atemzug möchte ich aber ist es die Verantwortung, die ich mir und anderen Kunstschaffenden entgegenbringen muss, zu sagen, ich gehe. Und dann, glaube ich, im selben Atemzug möchte ich aber auch noch betonen, dass ich natürlich, ich bin sozusagen, habe keine Verantwortlichkeiten gegenüber Kindern. Ich habe keine Verantwortlichkeiten gegenüber Eltern, die zu pflegen sind oder Großeltern, die zu pflegen sind oder sonst sowas. oder sonst sowas. Deswegen bin ich quasi auch glücklicherweise jetzt nicht in dieser Position an so einem Theater engagiert bleiben zu müssen, um dieses monatliche Einkommen zu haben. War es auch das Medium, das dich ausgespuckt hat oder waren es lediglich die Inhalte? Ich liebe Theater. Ich weiß auch nicht, was ich tue ohne Theater. Ich spüre nur die Vorstellung, ich habe schon seit eineinhalb Jahren keine Produktion mehr gemacht und vermisse es schon. Ganz arg. Ich glaube, es waren eigentlich die Inhalte. Und auch die Stückauswahl, weil wenn man jetzt nur mal jemand ein Stück von irgendeinem Entschuldigung, von irgendeinem Typen, es gibt so viele tolle Frauen, die so viele tolle Stücke geschrieben haben. Die möchte ich dir ehrlich gesagt zeigen auf die Bühnen von Österreich und von Deutschland und von der Schweiz und überhaupt und nicht immer nur diese alten Klassiker von Männern. Ihr versteht glaube ich, was ich meine. Und es war im Februar 2024, du warst in den Endproben von Iphigenie und dann ist was passiert. Jetzt sind wir dort. Dann habe ich eine E-Mail gekriegt, da haben wir eine furchtbare Probe gehabt. Es war alles voll schlecht, was ich probt habe. Und dann gehe ich in die Kabine und denke, was tue ich mir auch in meinem Leben? Und dann sehe ich eine E-Mail von meiner Agentin zum Live-Casting, Einladung Live-Casting. Es gibt quasi im Filmbereich gibt es einmal ein E-Casting, da muss ich mit dem Handy mir aufnehmen und eine Szene spielen oder es gibt dann einen weiteren Schritt eines Live-Castings, wo man halt dann vor Ort quasi ist und die Regieperson kennengelernt und möglicherweise SpielpartnerInnen. Und da hat es dann gehasst, ich sollte bitte ganz schön nach Berlin. Und ich habe gedacht, ich bin aber in Wien, ich bin in Endproben. Das heißt, wir proben zwölf Stunden, also oder, das darf man ja nicht so sagen, wir proben offiziell acht Stunden. Lauen, lauen. Ja, also ganz normaler Acht-Stunden-Tag, den man da absolviert in den Endproben. Wie kann ich nach Berlin fliegen? Dann habe ich den Uli Rasche, der mittlerweile eher langjähriger Weggefährte von mir ist, angefleht, dass ich bitte nach der Probe sofort zum Flughafen kann. Und der Tag war insofern verrückt, weil mein Partner zu dem Zeitpunkt in Bochum beruflich angesiedelt war. Dann war ich in der Früh noch in Bochum. Fliegen, furchtbar, aber es ist an dem Tag nicht anders gegangen. Bin an dem Tag in der Früh von Bochum nach Wien geflogen, dann mit dem Taxi zur Probe, hab geprobt, dann mit dem Taxi zum Flughafen, dann wieder nach Berlin und dann vom Berliner Flughafen mit dem Taxi zu diesem Casting links und war dann um 18 Uhr noch dort. Unglaublich aufgeregt. Und bin dann aber dem Hagei Levi begegnet, der der Regisseur von der Serie ist. Ja, und wahrscheinlich sagt man dann so, es war ein Match. Das war wahnsinnig großartig, weil der Hagei so eine wertschätzende Art und Weise hat, die ich natürlich jetzt in der Zusammenarbeit noch viel mehr kennenlernen habe dürfen. Aber ich da gleich beim Casting gedacht habe, ich spiele da jetzt gerade was und der sagt, yeah, great, great, yes, ja, ja, ja, no, no, do it, yes. Und ich bin so, das kriegst du normalerweise ja nicht zum Spielen beim Casting, da sind immer alle so ganz kalt und hart und man darf ja auch nicht singen. Und wir melden uns. Wir melden uns, ja, wir melden uns per E-Mail bei ihrer Agentur. Das war voll toll. Du warst jetzt auch eine der Ersten, die sich der Herr Geile wie angeschaut hat, sondern da war in den Niederlanden vorher schon ein bisschen ein Vorprozess. Wie war das? Und warum ist es dann eigentlich erst zu dir zum Casting gekommen? Immer wenn ich das erzähle, finde ich das selber so arg, weil eigentlich haben die, also die Eti Hillesim war Niederländerin, also ihre Mutter war Russin, aber auf jeden Fall Niederländerin. Die haben, also die Produktion, das ist eine niederländisch-deutsch-französische Co-Produktion, die haben ein halbes Jahr in den Niederlanden gecastet und haben ein Amt gefunden. Das ist aus meiner Perspektive immer ein bisschen schwieriger zu sagen, da würde ich natürlich gerne auf den Hagai referieren, der jetzt nicht da sein kann. Und dann hat das aber quasi nicht gepasst, sie für jemanden zu entscheiden. Und weil ja der Julius Spier, ihr Therapeut, er von einem Deutschen hat gespielt werden müssen, weil er war ein Deutscher aus Berlin, sind sie einfach das Casting nach Deutschland gegangen. Und dann hat die Nina Haun, die Castingdirektorin, irgendwie... Ich habe bei der auch davor noch nie ein Casting gehabt, aber die hat irgendwie gedacht, ich weiß nicht, da tun wir mal ein Foto dazu und dann war halt mein Gesicht da. Und der Herr Gey sagt immer, ich habe damals ein Crowdfunding-Video aufgenommen für meinen Film Color Starling. Einfach, weil wir Geld gebraucht haben und weil wir nicht großartig dann noch gefördert worden sind. Das hat er gesehen und das hat er eigentlich cool gefunden. Und für alle, die die Serie noch nicht gesehen haben, also diesen Psychologen, von dem die Julia gerade gesprochen hat, das spielt auch ein gewisser Sebastian Koch, also das ist jetzt nicht irgendeine Besetzung, der übrigens, glaube ich, gerade im neuen Batman von Christopher Nolan, vor zwei Wochen ist er wieder da, jetzt auch eine Rolle gekriegt hat, aber bis dorthin auch schon mit Steven Spielberg und so weiter gedreht hat und sie kennen ja möglicherweise erst das Leben der anderen. Hast du damals schon gewusst, was eine Zusage zu dieser Rolle alles bedeutet? Also das Niederländisch lernen und, und, und, und. Und du hast ja, weil du vorhin gesagt hast, es sei interessant, was du alles liest und deine Podcasts anbuchst, die du bis dorthin nicht gelesen hattest, waren eben die Wörterbücher, die Tagebücher und Briefe von Ette Hillesum. Ja, ich habe das leider wirklich, ich habe sie quasi nicht gekannt. Ich habe den Namen einmal irgendwo aufgegriffen oder so, aber ich habe den jetzt nicht wirklich so zuordnen können. Und also ich glaube in dem Moment, das war nämlich, wir haben die Iphigenia-Premiere am Burgtheater gehabt und am nächsten Tag, am Samstag um neun in der Früh, ich habe die ganze Woche gewartet auf die Zu- oder Absage, rief mir mein Agentiner und sagt, Julia, sitzt du hin? Jetzt sage ich dir was, dass ich das gekriegt habe. Und dann habe ich mich voll gefreut, aber habe noch nicht annähernd überrissen, was das heißt und was für eine Größenordnung das auch stattfindet. Weil ich davor, ich habe ein bisschen Kinoerfahrungen sammeln dürfen, ein bisschen Fernseherfahrung, tolle Theatererfahrungen, aber noch nicht in einer internationalen Serienproduktion mit dabei sein dürfen. Und insofern war das dann irgendwie schon crazy. Ich habe mir schon für das Casting die Gesamtausgabe von ihren Tagebüchern sozusagen, auch mit den Briefen, die sie aus Westerbork geschickt hat, dann besorgt. Und die dann aufs Sorgfältigste angefangen durchzuarbeiten und Fragen zu stellen und telefoniert angefangen mit dem Chagai und Duolingo gemacht, weil die zweite Herausforderung, die ja noch die kleine Herausforderung war. Ich frage mich immer, wer tut das? Aber jetzt weiß ich es. Nein, ich muss es leider, es ist wirklich eine Werbeeinschaltung, weil Duolingo und Bubble, ich habe beides, ich habe jeden Tag, ich habe so eine große Bildschirmzeit gehabt, weil ich so viel Niederländisch gelernt habe, weil das war ja quasi diese kleine Herausforderung, dass ich diese Sprache ja noch nicht gesprochen habe. Und sie muss es ja fließend sprechen, ohne Akzent. Und irgendwie nach drei Wochen nach der Besetzung habe ich einmal bei der Produktion angerufen und war so, Leute, aber wie stellt ihr euch das vor? Ich brauche irgendwie jetzt ein Sprachtraining, weil du linguistisch schon super, aber es muss halt vielleicht noch ein bisschen besser werden. Genau, und dann habe ich einen ganz tollen Dialekt-Coach, also einen Dialekt-Trainer zur Seite gestellt bekommen und eine Sprachlehrerin. Das ist dann alles ganz gut gegangen. Vielleicht für alle, die das Glück noch vor sich haben, diese Serie zu sehen, vielleicht können wir kurz einmal auf die Person, auf die Frau eingehen. Es gibt keine größere Expertin für Etty Hillesum wahrscheinlich mittlerweile als du, als dich. Vielleicht magst du ein bisschen was darüber erzählen. Ja, also ich glaube, grundsätzlich über Etty kann ich mir nur sagen, man muss diese Tagebücher gelesen haben. Es hat mein Leben von Grund auf verändert. Nicht nur als Schauspielerin, sondern mehr als Mensch. Eti Hillesim war eine niederländische Jüdin, die 1914 in Middelburg in den Niederlanden geboren worden ist. Ihre Mutter ist aus Russland geflohen, ihr Vater war Lehrer. Die sind dann viel herumgezogen in den Niederlanden, von Ort zu Ort. Hat quasi ihre Kindheit sehr an vielen verschiedenen Plätzen verbracht. Sie hat zwei jüngere Brüder gehabt, Jaap und Mischa. Die waren, glaube ich, einmal zwei und einmal vier Jahre jünger, wenn ich das jetzt nicht ganz so hinunterbringe. Und hat sich dann irgendwann entschieden, sie möchte jetzt studieren gehen und sie geht nach Amsterdam und hat dann eben dort ein Studium begonnen und hat aber eigentlich währenddessen diese Karriere der Autorin für sich auserkoren. Und hat er, genau so steht es da drinnen, geschrieben, ich möchte die größte niederländische Autorin aller Zeiten werden. Sie ist quasi durchaus zu Beginn dieser Tagebücher, das hat sie 1941 angefangen zu schreiben, auf Anraten ihres Therapeuten Julius Spier, weil ihre Freundin, also in der Serie, das muss man jetzt nochmal differenzieren, Claire Bender, spielt Lizzie sozusagen, die ein Sammelsurium ist von weiteren weiblichen Persönlichkeiten aus ihrem Leben, ungefähr aus drei oder vieren, die sie eben umgeben haben. Und eben eine Freundin von ihr, die war eben Assistentin von diesem Julius Spier, ein Chirologer, ein Handleser, also durchaus ein bisschen ein interessantes Feld. Aber es ist eine fragwürdige Wissenschaft. Ja, das geht so weit, das ist nicht ausdrücklich, aber du hast es ja erledigt. Genau, und hat mit Depressionen gekämpft seit vielen, vielen Jahren und ist dann eben auf Anraten dieser Freundin zu diesem Therapeuten gegangen. Und der hat dann gesagt, unter anderem hat er unterschiedliche Sachen an die Hand gegeben, wie sie damit umgehen kann. Und eins davon war Tagebuch schreiben. Und das hat sich dann angefangen eben 1941 und hat dann in einem Zeitraum von ungefähr anderthalb Jahren elf Tagebücher geschrieben. Das sind so ganz dünne und so ungefähr A5 glaube ich. A4, A5. Große Bücher in einer furchtbar unleserlichen Handschrift. Wirklich, man kann es nicht lesen. Wir haben uns abgemüht. Es ist unfassbar. In Amsterdam kommen sie ja noch im Jüdischen Museum, liegen die ja nur aus, kann man sich anschauen. Und hat sie eben in diesen Tagebüchern eigentlich wahnsinnig nach innen weiterentwickelt. Weil es einen Switch gegeben hat von dieser doch auch neurotischen, sehr fahrigen Persönlichkeit, die nach äußerlicher Anerkennung gestrebt hat, nach äußerlichem Zuspruch und nach Berühmtheit und Anerkennung gestrebt hat, nach äußerlichem Zuspruch und nach Berühmtheit und Anerkennung. Und eigentlich, es sind knapp tausend Seiten, wo man diese Briefe nur dazu zählt, in dieser ganzen Ausgabe, wo man das liest, merkt man wirklich von Tag zu Tag, sie hat nicht jeden Tag geschrieben, sie hat das auch nicht so ernst genommen, aber wie sie von Tag zu Tag immer mehr zu dieser inneren Form von Demut findet, die sie eigentlich am Schluss überzeugt hat, weil natürlich Nazis, das war natürlich die Zeit des Holocausts und es hat dann irgendwann hat es die Einrichtung des Jodischen Rats, des jüdischen Rats in Amsterdam, auch in anderen Städten und dann hat sie sozusagen über einen Kontakt nur aus Daventer, des jüdischen Rats in Amsterdam, auch in anderen Städten. Und dann hat sie sozusagen über einen Kontakt nur aus Deventer, wo sie eben auch eine Zeit lang gewohnt hat, hätte sie dort anfangen können zu arbeiten, damit sie nicht deportiert wird. Und es hat eben in den Niederlanden ein Lager gegeben. Das war früher so eine Form von Geflüchtetenlager, wo Geflüchtete, die in die Niederlande gekommen sind, dort quasi ankommen hätten können sollen, unter wirklich nicht besonders menschenwürdigen Zuständen, Umständen. Und dieses Lager wurde anders genutzt dann und wurde als Durchgangslager Westerbork, so kennt man das auch heute noch, genutzt, um dort JüdInnen hinzudepartieren, um sie dann von dort aus ab 1941 oder 1942 dann mit den Zügen in den Osten, nach Auschwitz, nach Bergen-Belsen, nach Saarüberg, nach Mauthausen zu deportieren. Und sie hat das in erster Linie mal angenommen und hat gesagt, ja, okay, dann mache ich das jetzt. Aber sie hat sich eigentlich, das liest man in dem Tagebuch auch auch heraus, eigentlich die ganze Zeit so schlecht gefühlt, warum sie jetzt dieses Privileg hat, nur weil sie halt irgendwie da einen Freund in Kontakt hat und sie dafür retten konnte und deswegen nicht deportiert wird. Und gleichzeitig hat sie aber auch einen Umgang mit ihrer Krankheit, Depression, gefunden, dass sie gesagt hat, sie kann jetzt das nutzen, dieses Ganze, was sie von einem Julius Spier gelernt hat und was sie in sich selber gefunden hat. Da kommt jetzt zum Beispiel auch das Knien dazu, was sie gemacht hat. Oder diese Atemübungen, dann gibt es auch so Übungen, wo sie so an die Wand, die Wand so zur Seite presst. Es gibt so eine Form vonungen, wo sie so an die Wand, die Wand so zur Seite presst. Es gibt so Form von Wrestling, das sie mit diesem Julius-Spiel durchgeführt hat und das waren alles Sachen, wo sie dann irgendwann gedacht hat, ich muss eigentlich, ich kann jetzt nicht in Amsterdam in diesem Jodischen Rat Büroarbeit machen und dabei mithelfen, dass so viele tausende Jüdinnen deportiert werden und eigentlich hilft ihr mit, obwohl der Gedanke ja schon so an Ort von Perversion eigentlich nicht zu übertreffen ist, so eine Einrichtung überhaupt herzustellen. Und da sie dann gesagt hat, sie geht jetzt nach Westerbork, sie geht da freiwillig hin und sie mechert dort eigentlich den Menschen, die alle so leiden unter dem, dass sie von ihrer Familie getrennt wurden, weil manche zum Beispiel geflüchtet sind oder sie versteckt haben, manche schon deportiert worden sind, geht dorthin und gibt Menschen eine Form von psychologischer Unterstützung und spiritueller Anlaufstelle. Und das hat sie dann auch gemacht, bis sie im September 1943 dann doch überraschend, damit hat sie auch nicht gerechnet, auf einen Zug in Richtung Auschwitz gesetzt wurde. Und dann, es gibt quasi nur einen Zettel, der nur zurückgeblieben ist. Und da steht irgendwie, wir verlassen das Lager singend. Genau, und deswegen ist der Todestag der 30. November 1943, obwohl man nicht weiß, ob das der richtige Tag ist, wurde auf jeden Fall in Auschwitz ermordet. Genauso wie ihre Mutter, ihr Vater und ihr einer Bruder direkt und ihr anderer Bruder nur zwei Jahre später. Weil ich wollte jetzt fragen, ob du meinst, dass sie eingepreist hat, dass sie aus dem Lager nicht zurückkehren wird in dem Moment, wo sie sich quasi als Hilfe selbst angeboten hat. Meinst du, war das damals schon bei ihr Kalkül? Ich meine, man hatte damit rechnen müssen de facto, dass eine Rückkehr höchst unwahrscheinlich ist oder dass zumindest nicht damit zu rechnen ist. Meinst du, das war Teil ihrer Gedanken? Auf jeden Fall. Glaube ich. Aber man muss schon sagen, die Eti hat zu dem Zeitpunkt, wo sie, ich glaube, sie ist 1942 im, weil der Julius Spier ist nämlich dann verstorben, der ist an einer Lungenkrebs, Lungenkrankheit eben verstorben, 1942 im Juli, glaube ich. Und da hat sie ja immer zurückfahren können und war an seinem Sterbebett sozusagen da bei ihm und hat da zum Beispiel den Han, ihren Lebenspartner oder WG-Kollegen, wie man das heute vielleicht sagen wird, immer wieder in Amsterdam besuchen können, was ja ein Unterschied war zu ganz vielen anderen Menschen, die von dort nicht mehr weggekommen sind. Das heißt, sie hat eigentlich schon dieses Privileg gehabt, mal nach Amsterdam zu fahren. War es nicht einmal im Monat oder sowas? Oder sie war dann noch länger, weil es dann noch mal so einen Depressionsschub gehabt hat im Winter 1942, 1943 in Amsterdam für vier Monate, glaube ich sogar. Aber ich kann mir das nicht vorstellen, wie das ist, wenn man in so einem Lager ist. Ich kann es, wie soll ich mir das auch vorstellen können? Aber ich kann mir das nicht vorstellen, wie das ist, wenn man in so einem Lager, ich kann es, wie soll man sich das auch vorstellen können, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich nicht drüber nachdenke. Jetzt hat Hagel, wie sagt man, wenn ich den Namen falsch ausspreche? Hagel, es ist im Hebräischen, das H ist so ein H. Ja, Hagel. Lustige Geschichte, kurze lustige Geschichte, zwischendurch zur Aufklärung. Und zwar habe ich ja Niederländisch gelernt. Und im Niederländischen ist immer das G so ein Chach oder so. Und Chagai heißt natürlich Chagai. H-A-G-A-I. Und dann habe ich aber irgendwann so viel Niederländisch geredet, dass ich dann irgendwo in Griechenland getroffen habe. Irgendwie eine Probe gehabt in Griechenland, weiß ich nicht. Da habe ich gesagt, hey, Chagai. Weil ich so im Niederländischen treten wollte. Er war wirklich so, nein, das ist kein Geil. Sie ergeben ihn immer. Ja, das war ein kleiner Fauxpas, aber er hat es mal verziehen. Aber der hat einen Kunstgriff gewagt, der natürlich final grandios ist. Er hat es nicht in die historische Realität gestellt, alle jene, die die Serie noch nicht gesehen haben, sondern es spielt heutig. Man sieht keine Nazi-Uniformen, man sieht irgendwann einmal abseits oder nicht einmal zentral im Bild Soldaten stehen. Aber das ist es schon, alles andere, die Menschen tragen heutige Gewänder, man sieht heutige Autos parken. Im Prinzip war es mir auch die historische Verortung noch nicht, weil am Anfang ist gleich die Szene, wo die Studierende Hilli Syme ihren Professor begleitet und wenig später, ich will gar nicht zu Hilli verraten, er fährt sich halt, das ist dann ein paar Szenen später, dass er sich selbst umgebracht hat, weil er die Universität verlassen musste. Bis zu dem Zeitpunkt ist noch nicht klar, in welcher Zeit befinden wir uns da. Und jetzt, wo ich davon erzögere, gefasst ein bisschen ganz laut. Weil der schlaue Kniff dieser Umsetzung ist, dass es ohne mit dem Vorschlaghammer draufzuschlagen, ein Signal dafür ist, all das, was damals in Wahrheit passiert ist, möglicherweise wieder hinter jeder Ecke lauert. Habt ihr über diese Ästhetik irgendwann einmal diskutiert? War das im Prinzip schon im Konzept, wie du damit konfrontiert bist? Oder inwieweit ist das bei euch besprochen worden? Es sind ja sechs Drehbücher. Wie ich die ersten vier gelesen habe, habe ich das noch gar nicht außer gelesen. Da war das auch noch nicht so klar. Aber das war halt im Februar 1924, also sechs Monate eigentlich vor Produktionsbeginn, vor Drehbücher. Wie die ersten vier gelesen habe, habe ich das noch gar nicht außer gelesen. Da war das auch noch nicht so klar, aber das war halt im Februar 24, also sechs Monate eigentlich vor Produktionsbeginn, vor Drehstart. Und dann hat sich aber relativ schnell herauskristallisiert, auch weil ich dann die Szenenbildnerin quasi getroffen habe oder das gesamte Team, den Kameramann kennengelernt habe, dass das der Versuch ist, dass wir versuchen, genauso, weil wenn man das Tagebuch liest, die ersten 100 Seiten, denkst du, es passiert heute. Es ist nichts daran, deutet auf 1940 hin, nichts daran. Nur, dass vielleicht kein TikTok vorkommt oder weiß ich nicht, sonst was. Und wenn ich dich kurz unterbrechen darf, auch all jene, die sich die Lektüre, im CHBEC-Verlag ist das Buch übrigens erschienen, so in Riemen. Man glaubt tatsächlich, es erzählt uns eine Frau aus der Gegenwart. Diese Gedanken sind so derartig in die Zukunft greifend, die diese Frau damals umgetrieben hat, aber nur bitte. Ja, aber absolut genau das war früher. Es ist so die Form von Menschlichkeit, die diese Zeitlosigkeit irgendwie bedingt, habe ich das Gefühl, die sie mitbringt und diese Auseinandersetzung damit. Und es gibt vielleicht den Film, den vielleicht der, die einer oder andere von euch schon gesehen hat, Transit von Christian Petzold mit Franz Rogowski. Vor einigen Jahren ist ein ganz toller Film, der in Marseille, der 1940er Jahre spielt, die Verfilmung von einem Roman von Anna Siegers. Wo sie Petzold auch damit auseinandergesetzt hat, wie kann man so eine Zeitlosigkeit erzählen. Und das war der Versuch, den wir sozusagen unternommen haben. Wie kann man dieses Schlimme, diese furchtbare, eigentlich ohne Worte zu beschreibende Zeit des Holocausts, verbildlichen, ohne die Sachen zu reproduzieren, die man schon aus so vielen Verfühungen kennt und eigentlich schon so ein Trankvent ist, dass man das nur auf die eine oder andere Art und Weise und schwarz-weiß und komische Frisuren und komisches Gewand so abstempeln und von sich weghalten kann. Und uns war es eigentlich, und der Haggai spricht jetzt von uns, aber natürlich ist der Haggai eher ein Schöpfer, klar. Wichtig, dass das mit uns alle was zu tun hat, auch heute und auch morgen und auch in 100 Jahren noch was mit uns zu tun haben wird, was da passiert ist. Möglicherweise haben Sie von dem Regisseur sogar schon was gesehen, ohne es möglicherweise noch bewusst zu erinnern. Der hat zum Beispiel den Kunstgriff gewagt, mit immer Bergmann-Szenen einer Ehe die Geschlechtrollen zu tauschen. Das lohnt sich auch, weil es auch sehr zeitgemäß ist, dass man das einmal probiert und das geht auf mit Jessica Chastain in der Hauptrolle. Aber wie war es dann dennoch? Wie du am Set warst, wie dann der ganze Cast zusammengekommen ist und ich meine, Sebastian Koch wird natürlich gesagt haben, glücklicherweise spielt Julia Windischbauer mit, mit der wollte ich immer schon mal spielen. Wie, ich meine, er, sowas wie ein Weltstar in den Oscar-prämierten Filmen mit dabei gewesen, wie war eure Begegnung und wie war vor allem möglicherweise ein Wachsen einer Akzeptanz? Gegenseitig natürlich, ja. Das ist so eine gute Frage, Peter, ich bin so froh, dass du dich stößt, weil das war gar nicht so easy. Weil ich war dann irgendwie, ich habe die Rolle dann schon gehabt, eineinhalb Monate, und dann bin ich nur mit so einem Casting nach Berlin gefahren, aber quasi um die anderen, um vier Spiele, Da habe ich irgendwie vier Männer kennengelernt in der Bekanntheit, in dem Alter und habe gedacht, na Servus, wer läuft denn da bei der Diya einer? Okay, ganz cool bleiben. Und so eben auch Sebastian Koch, ich glaube, der war der Dritte an dem Tag. Und der Sebastian hat sich gewünscht, schon das erste Mal mit mir ein persönliches Gespräch zu machen. Und ich dachte, okay, persönliches Gespräch, trinkt man nur mal einen Kaffee mit der Maus. Genau, und dann hat er mich schon ganz schön geprüft. Ich glaube, der wollte schon wissen, weil ich ja davor an filmischer Karriere einen Kinofilm vorzuweisen gehabt habe. Den war er noch nicht einmal draußen. Und sonst nur Paradies und Theater, aber da hat er nichts gesehen gehabt. Das heißt, der hat mich glaube ich schon, der war schon so ein bisschen, warum spielt denn jetzt diese unbekannte Oberösterreicherin eigentlich eine Niederländerin? Komplett alles ist verwirrt. Und dann haben wir uns aber eigentlich angefangen zu verstehen, aber vor allen Dingen eigentlich über diese Figuren. Weil diese Verbindung, die zwischen Etty und Julius ist, natürlich eine Form von Verbindung ist, da gibt es eine romantische Seite, es gibt eine sexuelle Seite, aber es gibt eigentlich diese Form von spirituellem gegenseitigem Verständnis. Und auch so eine physische Seite, ich meine, ihr rangelt da miteinander. Das ist ja auch metaphorisch für etwas, das ist ja nicht nur raffen. Auf jeden Fall. Genau, und dann war ich natürlich auch, ich habe natürlich auch mal schauen müssen, dass ist ja nicht nur raffen, sondern... Genau, und dann war ich natürlich auch, ich habe natürlich auch mal schauen müssen, dass ich jetzt nicht komplett, weil du wirst dir dann unserem Kollegen auch ganz normal begegnen, auch wenn du denkst, mit wem hat denn der schon gedreht, was hat denn der schon gemacht? Aber dann ganz cool und dem einfach so zu begegnen, das war jetzt wie jeder Kollege mit Respekt und mit Humor und mit gescheite Fragen und... Aber war da also eine Fallhöhe von wegen, dass sie gesagt haben, Wie jeder Kollege mit Respekt und mit Humor und mit gescheiten Fragen. Aber war da eine Fallhöhe von wegen, dass Sie gesagt haben, Julia, dieser kleine Campingwagen war jetzt deine Behausung und für ihn ist ein mobiles Wohnheim hingestellt worden, wo Sie die Tiere aufgehalten haben? Naja, ich bin ja dann eigentlich gern beim Drehen, weil ich glaube, da möchte ich dann lieber eher was von mir teilen, weil weil ich beim Drehen da ist schon so viel Aufmerksamkeit auf die an so einem Tag, alle zappeln an dir herum und alle blicken und es hat Tage gegeben, da waren 150 Kompars innen da und dann checken die das natürlich alle, dass du das bist und dann, du hast keine freie Sekunde und dann bin ich eigentlich ganz gern so spartanisch und möchte glaube ich auch, um das ein bisschen auszugleichen, dass man sich so wichtig fühlt, aber ich denke, ich bin ja auch nicht wichtiger. Es ist jetzt nur in dem Moment kurz in dieser komischen Realität von ich spüre jetzt an dem Tag diese Hauptrolle in dieser Serie, um so am Boden zu bleiben, um das so auszugleichen, ist mein Anspruch ein einen großen Trailer, ein besseres Mittagessen jetzt nicht so vorhanden. Und da gibt es einfach Kollegen, die handhaben das ein bisschen anders. Okay, also dir genügt Kaffeetringer. Weil du es gerade gesagt hast, zwar quasi von den Worten oder von den Gedanken entlehnt, da kommt jetzt die Oberösterreicherin und die spielt jetzt die jüdische Niederländerin. War jemals für dich sowas wie, und wir haben es ja in den vergangenen Jahren wirklich bis zum Übermaß diskutiert, kulturelle Aneignung ein Thema? Auf jeden Fall. Das habe ich mir schon bei der E-Casting-Anfrage, habe ich schon gedacht, hey, aber ihr checkt schon, dass ich nicht jüdisch bin. Oder hoffe ich, habe ich jetzt irgendwie gedacht, bin ich davon ausgegangen. Und dann habe ich den Ragaiba getroffen in diesem Abend im Februar eben in Berlin und habe das auch gleich angesprochen, weil mir das voll wichtig war. Und dann hat er gesagt, dass das für ihn keine Rolle spielt, weil Eti hat eine Form von Spiritualität, die sie mitbringt, die nur bis, ehrlich gesagt, nur bis zu einem gewissen Grad mit dem jüdischen Glauben in dem Sinne sozusagen zu verbinden ist und sie auf vieler anderer Glaubensrichtungen quasi bedient und das für sich irgendwie übersetzt. Ja, und dann habe ich eigentlich einfach meine Aufgabe gesehen. Ich habe viel recherchiert. Ich war in Westerbork, ich war in der Schule damals in Mauthausen, ich war in allen möglichen jüdischen Museen und war natürlich in dieser Produktion auch von vielen jüdischen Menschen, die teilweise jetzt gerade auch in Israel leben oder die Menschen, die in den Niederlanden leben, die aber sozusagen diesen Background haben. Ich habe mich da irgendwie umgeben und mich da so fallen lassen und das hat gemacht, was ich vielleicht ein bisschen kann, sozusagen diesen Background haben, habe mich da irgendwie umgeben und mich da so fallen lassen und das hat gemacht, was ich vielleicht ein bisschen kann, dass man so versucht, dass man so aufmacht und alles einerlässt und da nichts zumacht. Jetzt hat sich ja ihr mit dieser Produktion auch in eine politisch brisante Zeit geschlittert. Durchaus. Ein israelischer Regisseur über eine im KZ der Nazis zur Tode gekommene Jüdin, das erfährt momentan nicht überall, ich sage mal, große Akzeptanz wegen der kriegerischen Verheerungen im Nahen Osten. War das bei manchen Filmpräsentationen, die ihr erlebt habt oder auch sonst im öffentlichen Diskurs, sei es soziale Medien, ist das irgendwann einmal, ich sage einmal, problematisiert worden? Ich glaube, in der Öffentlichkeit in Deutschland, das beziehe ich jetzt bewusst auf Deutschland, weil ich da irgendwie gerade mehr Zeit einfach verbringe und da wohne halt, gibt es sozusagen nicht genügend Raum in der Öffentlichkeit, um daraus eine Debatte zu machen. Was ich aber auch schade finde, weil ich hätte wahnsinnig gern, ich habe einige Interviews gegeben zu der Serie und hätte mich wahnsinnig gern auf mehr politische Debatten eingelassen, aber dadurch, dass es so eine Form von Vorsicht gibt, die finde ich vor allen Dingen manchmal in einer journalistischen Arbeit eigentlich eher von Nachteil ist, hat es dazu noch nicht geführt. Ich glaube, was für mich voll eindrucksvoll war, ich habe im Jänner die Chance gehabt, nach Israel zu fliegen. Ich habe das lange überlegt, ob man da überhaupt gerade hinfliegen kann. Und da ist Eti ab November dort im Kino gelaufen und ich habe gedacht, ich möchte das einmal dort erleben, ich möchte das dort sehen und ich habe gefragt, ob ich für Q&A kommen kann und bin dann da hingeflogen und war fünf Tage in Tel Aviv und in Jerusalem und habe dort eben Q&A, also wir haben so ein Panel Talk und ein Interview gehabt und das war wahnsinnig eindrucksvoll, das dort zu erleben und wir sind auch am Screening auf einer Ansicht Netanyahu Demo gegangen, weil die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, die sozusagen auch in Europa oder in den USA arbeiten, viele israelische Filmschaffende, sind jetzt auch nicht ganz so ganz im Reinen mit dem, was dort sozusagen in der obersten Regel passiert. Und das finde ich zusammenzubringen, dass die Form von Hass, die sie einschleicht, in gewisse brutale Regimes, dass das eigentlich das ist, wogegen wir alle gemeinsam kämpfen müssen und nicht nur gegen den Staat Israel und auch nicht dagegen, dass Menschen, die den Staat Israel verteidigen wollen. Menschen, die den Staat Israel verteidigen wollen. Ich möchte jetzt, glaube ich, am liebsten mit Eti ihre Worte sagen, aber man muss zuerst so diesen Teil von Hass in sich selber auch vernichten, damit man überhaupt darüber hinaus schauen kann. Das ist jetzt ein bisschen besser gesagt, aber ihr könnt es, ihr werdet es ja alle lesen. Aber jetzt ist ja oft, ich meine, du beobachtest zum Teil die Äußerungen deiner Kolleginnen und Kollegen ja auch. Wir kriegen es zum Teil bei den Wiener Festwochen mit. Wir haben es auch beim Song Contest mitgekriegt, welche Proteste da gegen den Staat Israels in der Öffentlichkeit vorkommen sind. Hast du irgendwelche Botschaften, irgendwelche Rempler gekriegt von eben Kolleginnen und Kollegen, die mahnen, das können wir in dieser Zeit jetzt nicht machen? Null, kommen wir null. Okay, Gott sei Dank. Ich kriege die Frage, ob ich jüdisch bin. Und die beantworte ich natürlich immer mit Nein. Was interessant war, dass ich in Israel ein Interview hatte mit einer linken Zeitung. Und wurde dann gefragt, ob wir in Österreich und Deutschland eigentlich über den Holocaust lernen. Und ich wollte da eigentlich schon aus und wollte sagen, ja, was glaubst du denn? Was mir da dann hoffentlich damals ist, bist du nicht, alles andere war sowas von verkehrt. Und habe mich dann auch nicht in der richtigen Position gefühlt, eigentlich um für Österreich und Deutschland zu sprechen. Ich kann ja nur von meiner Schulerfahrung berichten. Aber habe die Frage eigentlich, jetzt im Nachhinein finde ich die Frage immer wieder spannender. Quasi aus einer israelischen linken Perspektive, ob genügend da auch in so Ländern wie Österreich und Deutschland gemacht wird. Ja. Ein Thema möchte ich mit dir auch noch durchgehen, und zwar, so wenig wie sich die Ethik geschont hat, hast du auch du geschont, bei den Dreharbeiten, wie dann auch im Film oder in der Serie zu sehen ist. Immer wieder gibt es Nacktszenen von dir. Und mich interessiert, ob das für dich gleich klar war, dass das völlig okay ist. Und dann würde ich auch gerne wissen, wenn ja, es war okay, weil sie haben stattgefunden, unter welchen Rahmenbedingungen finden die jetzt statt? Ich muss dir jetzt ganz kurz quasi sagen, weil ja, es war okay, weil sie haben stattgefunden. Unter welchen Rahmenbedingungen finden die jetzt statt? Ich muss dir jetzt ganz kurz quasi sagen, weil ja, es war okay, weil sie haben stattgefunden. Ich möchte darauf hinweisen, weil ich war letzte Woche beim Deutschen Filmpreis, wo ein Regisseur wie Wim Wenders, den ihr vielleicht alle kennt, auf einer Bühne wirklich vor diesen ganzen Leuten und auch applaudiert kriegt dafür, dass er eine Debatte über Zensur aufmacht, wenn es gibt einen Film, den er gemacht hat, vor 50 Jahren? Er war 25 und Natasja Kinski war 13. Es gibt eine Szene, wo sie eben oben ohne ist und ein Mann ihr nahe kommt. Oder ihr könnt es ja alle selber nachlesen, am besten. Deswegen ist es nicht immer okay, auch wenn es schon gedreht ist, dass das, also ein kurzer kleiner Hinweis ist. Der Unterschied ist, du bist erwachsen, glücklicherweise. Das ist ein großer Unterschied, aber ich weiß auch von Kolleginnen, die im Nachhinein nackt sind und so nicht mehr drehen würden. Und damals hat es nicht die genügend Intimacy-Coordination gegeben oder die Aufmerksamkeit, um zu sagen nein. Deswegen ist es leider, ich glaube, das Thema bleibt und auch, wenn ich erwachsen bin, es ist trotzdem, gibt es ja immer dieses komische, verschobene Machtverhältnis von einem männlichen Regisseur oftmals und von einer erfahreneren, erfolgreicheren, größeren Macht-Blababla-Person gegenüber einer Schauspielerin, die sie entblößen muss. Das ist einfach ein sehr, sehr heikles Thema und ich bin voll froh, dass es jetzt mittlerweile seit einigen Jahren endlich so etwas gibt wie Intimacy-CoordinatorInnen. Das sind Personen, die kommen ans Set, mit denen hat man davor schon Proben und Telefonate und dann wird alles abgeklärt. Dann hat man so ein System, wie ich sage, zum Beispiel diese Szene, diese Zone ist halt rot, da darf der Kollege nicht dran greifen oder man klärt, küsst man mit Zunge, küsst man ohne, was für eine Form von Intimitäten zu was für einer Form kommt es und das finde ich wichtig und das sollte es noch mehr geben, weil das einfach, dann ist das auch, diese Sechstel und die da, da ist jetzt nur, glaube ich, nur eine in der Serie gelandet, aber das war eigentlich, ich war da voll nervös, vor allem, weil das ja mit älteren Männern war, die glücklicherweise auch voll cool mit ihrem Lebenspartner, der viele Jahre älter ist. Genau, Leopold Witte, das ist so ein niederländischer Schauspieler und auch Comedian, ein sehr, sehr lustiger Mensch, der war auch sehr nervös, weil es war auch seine erste Sexzene. Und das heißt, wir sind uns so ein bisschen begegnet, was tun wir jetzt, wie gehen wir damit um? Und das war aber voll cool, weil diese Intimacy-Koordinatorin, wir haben so eine Choreografie gehabt, dass es eigentlich war wie bei einem Stunt. Wie das man halt übt, aha, und dann macht man die Faust und dann machst du so und dann tue ich, ah, so war das. Und das war irgendwie echt, ja, das hat eigentlich total, das hat Spaß gemacht und das war für mich auch voll toll, weil es gibt ja dann an solchen Tagen immer Closed Set, das heißt alle Bildschirme außer vom Studio sind quasi bedeckt und es sieht nur die Regieassistenz und die Kamera halt und die Tonperson. Manchmal ist auch nur das Mikro herinnen gelassen. Das heißt, man ist wirklich intim, einfach in diesen Momenten. Und ja, ich glaube, am Anfang ich habe gewusst, wenn ich dieses Projekt mache, wenn mir das zutraut wird, dann natürlich mache ich das. Und ich weiß auch, dass der Hagai ein ganz sensibles Auge und Herz dafür hat. Und da hat er für mich immer den Raum gegeben zu sagen, so, Pause. Ich trinke jetzt mal Cola, da machen wir nachher weiter, ich muss mich kurz beruhigen. Das sollte selbstverständlich sein, aber das ist es leider noch nicht. Die Dreharbeiten haben insgesamt gute drei Monate gedauert, stimmt das? 55 Drehtage. Und jetzt muss man sagen, schauen Sie sich das an, die Julia ist quasi in jeder Szene. Das muss eine Intensität sein, die man sich als Bürohengst, wie ich einer bin, kaum vorstellen kann. Wie ist der Nachher gegangen? Was für eine Frage. Ja, irgendwie war so, das war am 13. Dezember war der letzte Drehtag und dann haben wir nur so eine Party gemacht, aber wir waren alle völlig fertig. Ich habe nur, unsere letzte Szene war wirklich die letzte Szene in der Serie. Und dann sind wir in dem Zug halt noch gesessen, weil die haben einen Zug gemietet für die letzte Szene und wir haben nur eine Stunde halt fahren müssen, weil die haben das, wir waren halt schon früher fertig und dann sind wir in dem Zug halt noch gesessen, weil die haben einen Zug gemietet für die letzte Szene und wir haben nur eine Stunde halt fahren müssen, weil wir waren halt schon früher fertig und dann sind wir in dem Zug gesessen, haben alle gewarnt und Champagner hat es gegeben. Und dann habe ich, ich habe schon gewusst, ich habe so viel gearbeitet, ich habe einfach drei Monate lang, Mama und Papa sind einmal nach Berlin gekommen, um wirklich diese Version von mir zu erleben, wo ich sage, ich bin nur so müde, nur schlafen. Lieb das Daseins. Danke das Daseins und meine Reifen wechselst. Wirklich Chapeau, vielen Dank nochmal. Genau, und dann habe ich gewusst, ich muss, ich möchte so, ich habe das ganze Jahr so viel gearbeitet, ich möchte so gerne in die Sonne. Aber es ist 13. Dezember, was tue ich jetzt? Und dann bin ich in ein Flugzeug gestiegen und bin auf eine Fuerteventur geflogen, habe dort meinen Partner getroffen und dann bin ich in ein Flugzeug gestiegen und bin auf frühe Adventure geflogen, hab dort meinen Partner getroffen und dann bin ich eine Woche, ich wollte eigentlich irgendwie am Strand liegen, ich bin eine Woche nur im Bett gelegen. Wir haben uns Essen bestellt, ich war nicht einmal in der Lage, irgendwas zu kochen, ich war nur völlig fertig. Und ich war, glaube ich, so traurig, weil das so wichtig war. Es war so ein Inhalt, der in meinem Leben war, den darf man einfach nicht selbstverständlich nehmen und das war mir bewusst, so ein Inhalt, der in meinem Leben war, den darf man einfach nicht selbstverständlich nehmen. Das war mir bewusst, glücklicherweise, war mir das die ganze Zeit bewusst, dass ich nichts davon selbstverständlich nehmen darf, viel selbstverständlich nehmen darf. Aber das hat mich dann schon eine Weile begleitet. Dann vergeht geraume Zeit, dann passiert sowas wie eine Nachsynchronisation, dann ist der Schnitt fertig, dann kommt das Werk tatsächlich einmal in die Öffentlichkeit und ich kann mich erinnern, wir haben telefoniert, da hast du irgendwer erzählt, so quasi, rade einmal, wer bei dem Filmfestspiel in Venedig gerade irgendwie an die Schweider gesessen ist beim Frühstück. Magst du das noch kurz erzählen? Und magst du vielleicht den Reflex des Publikums bei den unterschiedlichen Festivals, wo du jetzt überall warst nachzählen? Ich weiß jetzt gerade nicht mehr, wie sie heißt Mir ist nämlich so eine Hollywood-Schauspielerin Also der Dings, der von Wie heißt der jetzt? Hier, Frankenstein? Ja, ja, ja Wie heißt denn der Regisseur von Frankenstein? Der Film, der... Das ist ein ganz toller, berühmter Hollywood-Regisseur. Ja, wurscht. Kennst du ja alle gut. Während du redest, fällt er mir ein. Die eine von diesem Film, von dieser... Mir fällt das nicht ein, ist ja wurscht, egal. Aber es war halt wirklich dieses Moment, den man sich so vorstellt. Ich fahre einmal in meinem Leben auf die Biennale nach Venedig und bin in dem Star-Hotel. Sitzen wirklich die Leute dann neben einem Frühstückstisch und du musst selber nur schauen, dass ganz cool dein Bagel oder was da dann ist. Genau, und danach war dann eben Israel und dann waren wir in Lille beim Serious Mania und dann haben wir haben jetzt im letzten Monat irgendwie, oder die letzten anderthalb Monate so eine ganze Tour durch wir waren in Amsterdam, Berlin, Hamburg, Rom, Paris und dann waren die anderen noch in Straßburg, Marseille. Ich weiß, keine Ahnung. War eine kleine Tour. Und es war ganz schön viel und ganz schön toll, weil so viele Leute ins Kino gegangen sind. Weil ihr habt natürlich alle die Möglichkeit, das zu schauen, auf dem iPad, auf einem Computer, auf einem Fernseher oder auf einem Beamer. Aber es war schon toll, das im Kino zu erleben, mit Leid und sozusagen diesen Raum von Trauer und aber auch Hoffnung gleichzeitig, dass der in so einem gemeinsamen Vakuum entstehen kann. Das war eines der größten Geschenke. Warum ist das eigentlich so? Es war Binge-Wau. Das war eines der größten Geschenke. Warum ist das eigentlich so? Es war Binge-Watching. Ich habe bis auf die letzte Folge fünf im Gang und für die letzte habe ich mir dann ein bisschen eine Pause genommen. Und ich habe es fast ein bisschen störend gefunden, dass die Filme jeweils dann unterbrochen waren. Warum ist es nicht im deutschsprachigen Raum auch zu einer Kinopräsentation gekommen? Das finde ich auch schade, weil in Paris und in Tel Aviv und Jerusalem ist es ja ganz, ganz regulär im Kino gerannt, als einmal ein Dreiteiler und also die ersten drei und dann nochmal die nächsten drei oder sogar sechs Stunden mit einer Pause von einer Stunde oder so. Und es gibt tatsächlich in Deutschland, in Österreich haben wir es abprobiert, aber dadurch, dass Österreich vom Geld her auch nicht drin ist und keine österreichische Produktionsfirma, war es in Österreich ja nochmal viel schwieriger. Gibt es quasi kein Vertrauen daran, dass genügend Menschen zu dem Thema sie sechs oder drei bis sechs Stunden ins Kino setzen? Und dann gibt es natürlich auch nur so ein bisschen Hintergrundding mit so Sendern und Arte ist drinnen und die ARD, SVR ist drinnen, das ist dann so Branchen zeigt, das ist jetzt ein bisschen, glaube ich, langweilig zum erklären. Bei deiner Produktion von Nathan der Weise bei den Salzburger Festspielen war vorher ein Riesengeschrei, dass Valerij Cieplanova den Nathan spielt. Ich habe heute am Vormittag das große Glück gehabt, mit der Roxane Duran, mit der neuen Bullschaft zu sprechen und ich habe sie gefragt, was für eine Rolle sie außer der Bullschaft noch interessieren würde. Bei dem Salzburger Festspiel hast du gesagt, na klar, der Jedermann. Na nun nicht. Jetzt reißt es dich schon. Na nun nicht. Das kann ich für dich in dem Raum schon mal sagen. Ich hätte beim Jedermann mitspielen sollen. Diese Geschichte ist dann ganz interessant ausgegangen, diese Feinheiten der Spur. Aber du, was ist mit einem Jedermensch? Wie wäre es in Salzburg? Es könnte nicht so schlimm sein, dass eine Frau oder eine non-binäre Person oder vielleicht einmal ein schwarzer Jedermann war. Arg, Österreich, arg. Nur dazu, wie die einmal ein schwarzer Jedermann. Org, Österreich, org. Nur dazu, allein wie die Figurenaufstellung beim Jedermann ist, da muss man ja nicht gerade etwas umdunkünsteln, das wäre mehr als plausibel, dass es umgekehrt genauso sein könnte. Ehrlich gesagt denke ich, jede Person, die irgendwie spielend ist, hätte ein Anrecht darauf, weil es Jedermann, auch wenn das mit Mann in dem Wort drin steht, es steht für jeder Mensch. Das heißt, egal was für wir, was ein Mensch für ein Gender hat, was ein Mensch für eine Hautfarbe hat, egal was für ein Background, sollte es eigentlich jeder spielen können. Und ich finde es eine spannende Sache von den Salzburger Festspielen, wo wir ja nochmal draufgekommen sind, dass es 2026 ist und nicht 1956. Und jetzt kommen wir zum ganz exklusiven Teil, den sind nur Sie erfahren heute. Was hat sich möglicherweise aus den Konsequenzen von Ette ergeben? Möglicherweise auf der Bühne, möglicherweise im Film? Ja, gell? Naja, also ich glaube, am besten zusammenfassen kann ich es mit Absagen. Okay. Und zwar ist das natürlich auch so, da hat man mal einen Erfolg und hat so eine tolle Rolle und so eine tolle Herausforderung. Und was super ist, seit so einem halben Jahr gibt es Castingeinladungen von einer anderen Größenordnung, die ich bisher gewohnt war. Das heißt aber, automatisch konkurriert man mit Ultrastars und mit Leuten, die was schon gedreht haben und noch was. Und das heißt dann, erst einmal die ganzen Castings, die ich gemacht habe, waren jetzt alles nur Absagen. Das heißt, ich bin gerade zu dem jetzigen Zeitpunkt arbeitslos. Aber ist auch nicht so schlimm. Ich kann glücklicherweise nur von einem Geld von Etty leben. Und mache weiterhin Castings und freue mich eigentlich drauf. Ich glaube, das ist ja typisch so, dass wenn dann was rauskommt, das dauert jetzt mal eineinhalb Jahre, bis das Leute sehen, bis sie sich etwas vorstellen können, bis dann Leute einladen. Aber eigentlich, ich habe am Freitag jetzt eine Absage von einem so tollen Projekt gekriegt, das ich so gerne gemacht habe. Dann habe ich einmal zwei Stunden gewarnt, dann habe ich eine Parole getrunken und dann habe ich eigentlich gelacht, weil ich gedacht habe, Julia, das ist eigentlich das, was du immer wolltest, weil ich wollte immer die Chancen haben ich wollte eingeladen werden zu so einem Casting ich wollte zeigen können, was ich kann, was nicht passt, dann passt es nicht aber die Chance habe ich gekriegt und es ist voll fair, dass das sich jetzt noch nicht so einlöst, ich bin mir sicher das kommt noch nicht, ich spiele noch mal Theater. Ich wollte gerade sagen, ich wollte dich gerade nur wegen schubsen, weil so ist es ja nicht. Ja, irgendwie. Ich habe den Matthias Lilienthal, der mir damals in dieser Vorstellung war, Matthias Lilienthal war der ehemalige Intendant der Münchner Kammerspiele, der damals da war und mich dann engagiert hat, mit dem ich einen Kaffee getrunken habe. In dem Fall hat mich der Chefdramaturg von der neuen Volksbühne, weil der Matthias geht jetzt an die Volksbühne Berlin, hat mich angerufen, um einen Kaffee zu trinken. Und wir haben einen getrunken. Und ich darf ein Stück machen mit dem Toshiki Okada, einem ganz fantastischen japanischen Regisseur, dem ich 2019 schon mal begegnet bin. Und das wird nächstes Jahr im Februar in Berlin Premiere haben. Da freue ich mich schon. Wir werden einen Bus chartern und gemeinsam aufbauen. Bitte, wirklich. Oder wir müssen ein Gastspiel organisieren. Das wäre was für das Landestheater. Das wäre cool. Jetzt würde ich aber auch noch gerne wissen, wir haben ja damals im Movimento bei deiner eigenen Produktion, Kalas Darling, geplaudert. Und da war ja auch die Perspektive so ein bisschen in Richtung österreichischer Filmpreis. Welchen Verlauf hat das genommen? Also, das ist beim österreichischen Filmpreis, das ist ja der große Preis in Österreich. Es gibt natürlich nur Diagonale, Viennale und so, aber der österreichische Filmpreis ist natürlich sehr groß. Und da gibt es für alle möglichen Filme von großen Produktionsfirmen und also von so Independent-Filmen wie meiner das war, so ein Vorgehen, dass man 21 Screenings braucht in Österreich, verkaufte Screenings, also Vorstellungen von einem Film, um daran teilnehmen zu können. Und das habe ich irgendwie organisiert, sogar ohne Verleih, da bin ich ganz stolz drauf. Und dann war das da quasi zur Auswahl und dann ist es sich aber trotzdem nicht ausgegangen, weil man dann von diesen Mitgliedern der Akademie sozusagen da nominiert werden muss. Und das war dann voll schade. Und da war ich auch ein bisschen geknickt, weil ich gedacht habe, jetzt habe ich schon mit 36.000 Euro einen Film gemacht und so viel dafür gegeben. Und ihr wollt jetzt wirklich in dieser Endauswahl von diesem österreichischen Filmpreis nur die Filme, die alle nicht unter einer Million Geld gehabt haben zur Verfügung. Und ich habe ja alle anderen Filme auch geschaut. Das heißt, ich bin nicht nur wegen meinem Film traurig, sondern wegen so vielen anderen tollen Filmen, die auch so kleinere Produktionen sind oder Produktionen, wo die Regisseurin auch Frauen übrigens ein bisschen jünger sind, die dann einfach da nicht vertreten sind. Und da denkst du, also das ist dasselbe in Deutschland. Ich bin in der Deutschen Filmakademie auch und da werden auch immer noch dieselben Nasen nominiert. Und ich freue mich einfach, wenn sich da irgendwann mal etwas tut in diesem Bereich. Aber nichtsdestotrotz kommt dir etwas daher. Und zwar spielst du da eine Figur, die ein Stück Land inklusive Wald erbt. Im Weinviertel? Waldviertel. Waldviertel, Entschuldigung. Vielleicht magst du über das ein bisschen was erzählen. Das gefällt mir schon ganz besonders. Das ist ein ganz toller Film. Ich bin auf den so stolz. Den hat eine Freundin von mir gemacht. Katharina Rabl heißt sie. Die kommt aus Niederösterreich, aus dem Waldviertel. Richtig dabei raps an der Taja in der Nähe. Quasi da, echt fast tschechische Grenze. Und die Kathi hat Dokumentarfilmregie studiert in München an der HFF. Das ist eine ganz renommierte Filmhochschule. Und hat aber gesagt, sie möchte in einem Abschlussfilm keinen Dokumentarfilm machen, sondern sie möchte einen Spielfilm machen. Und hat dann so viel Mut zusammengenommen und hat gesagt, ich schreibe jetzt das Drehbuch. Mit Carla Christobal zusammen, also quasi einer anderen Drehbuchautorin. Und dann war ich beim Casting und irgendwie hat es gepasst, dass ich diese Rolle spielen darf und den Film haben wir letztes Jahr im Juli gedreht, im Waldviertel. Und das ist die Geschichte von Frieda, die 30 ist, die als erste in ihrer Familie vom Bauernhof weggegangen ist und in große Staden nach Wien und die dort Psychologie studiert und einfach irgendwie so was reißen möchte, als Erste in der Familie und alle haben eh schon gesagt, bist du blöd, warum gehst du jetzt nach Wern? Wir haben einen Hof, du musst Traktor fahren, geht nicht. Und dann kommt der Anruf, gerade in dem Moment, wo sie quasi ihre Doktorarbeit fast abschickt an ihre Betreuerin, dass ihre Oma verstorben ist. Sie sitzt in Zug, fährt aufs Land und auf einmal wird klar, dass ihr ein Teil von diesem Wald zuerfällt, dass sie quasi ein Teil von dem Wald erbt. Und mehr will ich nicht verraten, aber ich glaube, der Film, also wir haben jetzt beim Filmfest München die Weltpremiere Ende Juni. Und ich schätze mal, dass wir Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres auf jeden Fall einen österreichischen Kinostart hinkriegen werden und vielleicht ja auch nochmal im Movimento so eine kleine Begegnung stattfinden kann. Und ich würde mich sehr freuen, da euch alle wiederzusehen. Jetzt hast du für Color Starling nahezu alles gemacht, inklusive Transport, Drehbuch, Regie, Hauptdarstellerin und dann noch das eigene Geld eingesteckt. Würdest du das wieder machen? Nie wieder. Nie wieder. Das war ein totaler Moment, das Color Styling zu machen, das war so wichtig, weil ich mir selber etwas beweisen wollte. Und mir, glaube ich, auch meine eigene Unabhängigkeit noch mal so irgendwie vor Augen führen wollte. Und ich habe aber zu dem Zeitpunkt, das kann ich schon auch sagen, ich habe zu dem Zeitpunkt eben Nathan gemacht. Mit der Gage hast du das finanziert? Genau, und ich habe bei dieser Gage zum ersten Mal einen fünfstelligen Betrag auf meinem Konto gehabt. Ich habe noch nie davor fünfstellig gehabt. Ich bin wirklich ultra reich. Ich kann, glaube ich, eigentlich ein Haus kaufen. Ich habe es wirklich, es war mir einfach nicht, die Verhältnismäßigkeiten waren mir überhaupt nicht klar. Und dann habe ich gedacht, ja super, ich bin reich, ich zahle jetzt einen Film. Ich mache jetzt was Gutes, ich mache jetzt Kunst aus meinem Geld. Weiß ich auch nicht, wirklich. Mit Geld auf die Seiten legen habe ich überhaupt nicht nachgedacht, weiß ich auch nicht. Und genau, und diese ganzen Sachen, auch dass ich da noch mitgespielt habe, das war eher mehr so ein Ding von, aber ich muss das selber machen, nur weil mir gerade keiner eingefallen ist, der es so gut wie ich hinkriege, was voll das perfektionistische Schasdenken ist. Ich bin an dem am Arbeiten, ich glaube, es dauert noch ein bisschen, aber es gibt einen Teil von mir, der so war oder so ist. Aber ich freue mich, ich bin gerade am Treatment schreiben. Treatment ist so der nächste Schritt, also der erste Schritt vor dem Drehbuch von meinem nächsten Film, in dem ich auf gar keinen Fall nur mehr mitspielen werde und ich werde ihn auch nicht produzieren. Ich möchte ihn nur inszenieren und schreiben. Und du willst uns jetzt wortexklusiv erzählen, warum es in dem Film geht? Nein. Das kann ich wirklich nicht. Ich bin selber nur am Suchen. Ein paar von euch kennen das ja bestimmt mit unterschiedlichen Projekten, die man für sich selber oder für die Arbeit oder was auch immer macht. Da muss man das nur kurz ein bisschen im Geheimen halten, damit es dann nachher Flügel kriegt und fliegen darf. Die Zeit verfliegt. Ich muss die Menschen zu Wort kommen lassen. Also bitte, wenn jemand Fragen hat, nutzen Sie die Chance. Sie ist einmalig. Bitte bei Handzeichen. Die Menschen wollen nichts wissen. Bitte. Der Würfel kommt geflogen. Genau, damit die Menschen im Internet auch verstehen. Frau Windischbauer, gratuliere, dass Sie in jungen Jahren schon Ihre Leidenschaft zu ausleben haben können. Zwei Fragen. Viele junge Menschen machen eine Ausbildung in Schauspielschulen. Nicht jeder, nicht jede hat die Möglichkeit auch Fuß zu fassen. Da würde mich ein bisschen interessieren, wie Sie das erleben bei Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht nicht so ein Glück haben dort zu landen. Und das Zweite, nachdem Sie Erfolg haben, hat man immer Angst, dass der Erfolg abreißt? Schmunzeln. Vielen Dank für die zwei sehr, sehr ausgewählten Fragen. Bei der ersten Frage ist es natürlich das, was mir da passiert ist,, hat viel mit Glück zu tun. Ich merke, dass es so schmerzhaft ist, wenn man mit Menschen, die nah bei einem stehen, mit denen man befreundet ist, wenn es einfach wirklich überhaupt nicht rennt. Wenn du vier Jahre in dieser Schauspielschule alles gibst, was du hast, und du machst dann auch wirklich 40 Vorsprechen an Theatern, und nirgendwo hat es hier, ich kenne KollegInnen, die machen 60 Castings in vier Jahren und du kriegst dann eine Ein-Tages-Rolle bei der Wapo Bodensee, was super ist, aber das ist, du kannst eigentlich nicht von dem Job leben, du kannst das nicht machen. Und ich glaube, mein Wunsch ist, ich glaube, das ist ja das, warum ich mich entschieden habe, ich möchte nicht nur Schauspielerin sein, ich möchte auch Filmemacherin sein, ist, dass ich gedacht habe, was uns alle, die ganzen Leute, die das studieren, ob auf öffentlichen oder privaten Hochschulen, die sich dem Fach Schauspiel verschreiben, das sind alles Leute, die wollen Geschichten erzählen. Und man wird in diesem Studium so darauf hintrainiert, dass man das sozusagen in diesem Bouncing mit einer Regie macht und dass man sich darauf einlässt, was super und wichtig ist. Aber ich glaube, es gibt einen Moment von dieser Selbstermächtigung zu sagen, okay, nehmt von euch alle, hat gerade Lust mich zu inszenieren, mir eine Bühne zu geben, mir zuzuhören, meiner Stimme Raum zu geben, mich zu repräsentieren. mir zuzuhören, meiner Stimme Raum zu geben, mich zu repräsentieren. Ich nehme sie selber in die Hand. Und es ist sicher auch so, dass es nicht, dass dieses Glück, was ich gehabt habe für meinen Film mit Salzburg, mit dem Geld, das war ein großes Glück, das hat nicht jeder. Aber ich glaube, dass wenn man Banden bildet, wenn man sie trifft, wenn man sie austauscht, wenn man ehrlich darüber ist, dass man gerade eigentlich echt richtige Durststrecken hat, dass man dann was reißen kann. Dass man sie dann berühren kann, dass man nicht verkümmert mit dem ganzen Empathiegefühl, das man vier Jahre lang eingekämmert hat, kriegt. Und dass man so trotzdem Geschichten erzählen kann. Das hoffe ich. Reden wir in zehn Jahren nochmal. Und die zweite Frage? Ob man Angst hat, dass der Erfolg abbrechen wird? Ja, natürlich. Natürlich. Ich sage es ehrlich, gerade frage ich mich das jeden Tag. Ja, ich habe viel Angst. Ich glaube, das ist auch, was ich vorher gesagt habe, dass ich schon glaube, dass wieder Kassen kommen. Und dann hat nur eine Absage gekommen und dann denkst du dir, vielleicht war es halt mal 5 Minutes of Fame und dann ist es wieder vorbei. Aber eigentlich, ich habe Lust, ich bin mit meiner Mama vorhin, haben wir einen Kaffee getrunken und haben länger geratscht. Und die Mama hat mich gefragt, was ich eigentlich als nächstes mache für ein Engagement. Ich hoffe, das ist okay, dass ich das teile, bestimmt. Jetzt ist es schon zu spät. Ja, genau. Die Mama hat mich gefragt, was für Engagement hast du jetzt eigentlich als nächstes? Und dann habe ich ziemlich harsch oder forsch geantwortet und habe dann gesagt, ich habe keins und es ist aber gerade nicht wichtig. Weil eigentlich, ich habe mich so, diese ganzen zehn Jahre, ich habe mich so über meinen Beruf, über meinen Erfolg definiert, weil ich so viel Zuspruch gekriegt habe und so viel Glück gehabt habe, dass ich gerade eigentlich denke, hey, irgendwie, ich habe mir morgen eine Fahrradtour ausgesucht, ich fahre nach Katzdorf auf, 50 Kilometer. Darauf freue ich mich. Ich habe früher geiles Essen gekocht vorgestern. Ich fliege meinen Bruder besuchen in Schottland am Wochenende mit meiner Schwester. Ich versuche zuzuhören bei Leuten, die es nicht so gut geht. Und versuche ab und an auch den Spaß an dem Ganzen nicht zu verlieren. Das ist eigentlich das, was für mich vielleicht gerade Erfolg viel mehr ausmacht. Bitte der Würfel da drüben. Danke. Mich würde interessieren, weil ich bin immer nur am Lesen der Tagebücher und bin total fasziniert von der Frau. Das ist das erste Mal, dass ich mir eigentlich denke, die hätte ich gern so vieliert, weil für mich in den Tagebüchern natürlich andere Dinge vielleicht wichtiger waren, wo ich dann gesagt habe, ja jetzt zum Beispiel das Verhältnis zur Mutter, das wird eigentlich kaum thematisiert, oder ihre inneren Kämpfe letztlich auch mit ihrer Erkrankung oder sei es die monatliche Regelblutung, die sie fertig gemacht hat und wie sie dann lernt eigentlich auch mit dieser Krankheit zu leben. Also diese Auswahl eigentlich, was dann in der Serie gezeigt worden ist im Zusammenhang mit dem Buch oder im Vergleich zum Buch. Darüber haben wir so viel diskutiert in dieser Produktion, weil das natürlich, du hast ein tausendseitiges Dokument, wo gefühlt jeder Satz, du müsstest eigentlich jeden Satz benennen, weil die Art und Weise, wie sich vieles handelt, von Thema zu Thema, wie sollst du das, ich meine, sie wollten ja am Anfang einen Film machen, dann haben sie sich eher entschieden für sechs Stunden Serie, aber wie sollst du das alles mitnehmen und dann gibt es ja im Film ja nur so viele andere Ebenen, die gleichzeitig bedient werden müssen. Das heißt, da hat es natürlich irgendwie so eine Aussortierung gegeben von Themen. Und es gibt auch Themen, die ich drin vermisse oder so, die ich schotte oder die waren da zum Beispiel diese Auseinandersetzung und dieser Umgang mit der Krankheit, Depression. Da hätte ich einfach aus persönlichen Gründen hätte ich gerne noch mehr einfach in der Serie erlebt. Und das ist aber nicht die Entscheidung gewesen, da gibt es noch mal eine andere Form von von Spiritualität, glaube ich einfach auch und deswegen ist es wahrscheinlich, ey, ich glaube, du machst das komplett richtig. Ich glaube, es ist gut, das Buch zu lesen und die Serie zu schauen, um sie dieser Frau irgendwie anzunähern, weil egal auf welche Kanäle man es genießt, am besten auf allen nur möglichen. Ich glaube, es bringt dann irgendwie an einen ganz schönen Ort. Ah, da hinten bitte. Erstens mal vielen lieben Dank für die Ausführungen. Finde ich mega beeindruckend. Vielen Dank. Zum einen aus persönlicher Sicht oder Lebenserfahrung und zum anderen im Hinblick auf die Rolle von Ethnilism. Was Sie da erlebt haben und was vielleicht auch für die Generation jetzt oder in der Zeit, in der wir leben, welche Ressource da drinsteckt. Einfach so Gedanken oder in Teilen vielleicht eher offene Frage. Vielen Dank für die schöne Frage und überhaupt auch für das Kompliment. Danke. Also ich finde, für mich ist Empathie in dieser jetzigen Zeit mit der Lebenserfahrung, die ich nur habe in diesen 29 Jahren, wovon ich mich vielleicht an 25 gescheit erinnern kann, ist für mich eine der radikalsten Formen von Politik. Vor allen Dingen von einer politischen Haltung, die man tagtäglich anwenden kann. Und Empathie ist auch etwas, wenn man da sitzt und denkt, na super, aber wenn jetzt solche völligen Deppen sich anfangen zu bekriegen, offen oder unterschwellig, was kann ich eigentlich da verändern? Und ich kann wohnen gehen, ich kann mir irgendwie keine Zeitung lesen? Und ich kann wählen gehen, ich kann Zeitung lesen, ich kann mich unterhalten, ich kann marginalisierte Stimmen zuhören, aber das Wichtigste, glaube ich, was man von meiner Überzeugung nach machen kann, ist, empathisch zu bleiben, weil es ist so schwer, es ist so mühsam, dass man das jeden Tag aufrechterhält. Und es gibt ja, ich meine, ich finde, da bieten ja die Tagebücher von Ed Helisham unterschiedliche Orten an, wie man sich dem nähert und wie man bei sich bleibt und nicht verloren geht in dieser Flut von negativen Nachrichten oder von persönlichen Schicksalen und Schicksalsschlägen, dass man trotzdem das irgendwie behalten kann, so eine Form von Licht und das Lichtersägen gegenüber. Aber das Gegenüber so weit von dir entfernt zu sein scheint, wie nur das Wahnsinn hat. Wo ich glaube, ich auch denke, für mich ist es schwierig mit AfD-WählerInnen, wenn ich von einer Demo bin, mich zu unterhalten. Ich finde es schwierig, aber ich muss es eigentlich machen, weil das ist mein Zugeständnis an die Demokratie. Das ist mein Zugeständnis an empathisches Miteinander, ein Gespräch zu führen. Dankeschön. Politischer Inhalt von Kunst und Kultur, möglicherweise auch politische Beteiligung. Wie empfindest du die Debatte einerseits und das andere des Vorgehens, zum Beispiel jetzt im Kontext der Wiener Festbuchung von Milrau, also jetzt den Herrn Thiel einzuladen, dann eine öffentliche Debatte darüber zu entfachen und obwohl ja im Prinzip losgelöst jetzt von der politischen Seite, sprich der Kulturstadträtin in Wien, waren ja eigentlich die Widersprüche gar nicht so groß. Und dann den Herrn Till wieder auszuladen und wie möglicherweise auch die Öffentlichkeit damit umgegangen ist, während des ganzen Prozesses. Wie hast du das verfolgt? Ich glaube, ich bin davon überzeugt, dass man schon ganz genau weiß, wie man einlädt. Und dass man in so einer verantwortungsvollen Position das entscheiden zu können, sich dessen bewusst sein muss in dem Moment. Und ich glaube, es gibt marginalisierte Stimmen, die für mich interessanter sind. interessanter sein. Und die würde ich eigentlich, während ich in dieser verantwortungsvollen Position würde ich gerne mehr Raum geben. Wir können es jetzt beide nur aus der Distanz vermutlich bewerten, aber vielleicht weißt du mehr darüber. Im Nachhinein hat es so ausgeschaut, es sei einfach der Name nur für Theatertonner gestanden. Möglicherweise war es nicht einmal tatsächlich Absicht, es dann am Schluss auch zu exekutieren und durchzuziehen. Wie empfindest du diesen Umgang, der im Prinzip ja nur in die Aufmerksamkeit einzahlt, im Kontext eines künstlerischen Festivals? Ja, sehr interessante Frage. Ich glaube, eine Form von Aufmerksamkeit zu generieren ist ja auch was, mit dem unsere Gesellschaft sich gerade irgendwie tagtäglich auseinandersetzt, weil die Aufmerksamkeitsspanne ja immer geringer wird durch so Plattformen wie YouTube Shorts oder diese Instagram Reels oder TikTok oder wie es noch alles heißt. Und ich kann mir schon vorstellen, dass es da gewisse Namen, gewisse Aussagen oder sowas auf eine Form polarisieren, dass es dann eigentlich zuträglich ist, auch an einer Branche oder einer Kulturbranche, die ja dann manchmal auch von gewissen anderen Menschen komplett außer Acht gelassen wird. Ich glaube aber, wenn es nur um so aufmerksamkeitsheischende Gründe geht, dann finde ich das irgendwie verkehrt. Da fühle ich mich nicht wohl damit. Da würde ich dann lieber eher leise sagen, da steht der Satz mit viel Inhalt oder so und mit viel dahinter. Also wäre auch so ein großes Wort oder Zuschreibung. Aber befinden wir uns jetzt gerade in dem Wettbewerb um Aufmerksamkeit, weil wir weiter südlich haben wir die in einer Bandbreite ihres kulturellen Schaffens, aber auch in einer gewissen Bandbreite der Qualität, wie Florentina Holzinger, die gerade die Biennale durchwirbelt und weltweit für Schlagzeilen sorgt. Wieso sind wir in der Kunst mittlerweile an diesem Punkt angekommen, dass die Aufmerksamkeit nur mehr mit solchen künstlerischen Mitteln zu erreichen ist? Weil es gibt ja da unheimlich poetische Arbeiten. Im Arsenale findet man wirklich tolle Geschichten, allen voran Indien oder Chile. Das ist wirklich großartig. Und ich vermisse es wahnsinnig in der medialen Debatte, dass die hinterher fallen. Da kann ich dir nur absolut zustimmen. Okay. Ich weiß noch nicht, ob ich die Richtige bin, das zu beantworten. Wahrscheinlich würde ich mir auf diese Frage eigentlich ein Panel anschauen mit einer Soziologin. Ich weiß nicht, ob jemand von euch als Soziologin tätig ist, aber sonst können wir ja dann auch darüber reden eigentlich. Ich weiß gar nicht, was ich da... Aber vielleicht kann man kurz die Position wechseln, inwieweit triggert oder berührt oder verführt ihr das als Kunstpublikum? als Kunstpublikum? Ich versuche eigentlich, ich beantworte die Frage nicht ganz, ich weiß, aber ich versuche gerade eigentlich, die Filme, die ich konsumiere, und ich muss ehrlich gesagt gestehen, ich konsumiere gerade viel mehr Filme und Serien als Theater, weil ich so viel gerade unterwegs bin, dass ich das gerade irgendwie, keine Ausrede, ich solltetet mehr ins Theater gehen. Aber ich schaue gerade, dass ich viel, viel, viel langsame Filme schaue. Und versuche ich quasi, ich lese gerade eigentlich viel, das mache ich gerade nur mehr als Filme schauen und da eine Form von Langsamkeit zu generieren, die so ein Gegengewicht ist zu dem Draußen und zu dem Rauschen und zu dem Fühlen und so. Ja, mehr kann ich dazu gerade zum jetzigen Zeitpunkt nicht formulieren. Hast du die Hoffnung, dass das Pendel wieder in die Richtung ausschlägt, dass das möglicherweise auch die Medien sind, zu denen wir in einer Form von Sehnsucht nach Langsamkeit, nach analogen Darreichungsformen wieder greifen? Oder sind wir ganz einfach in der digitalen Spirale und da werden wir noch länger gefangen sein? Ich glaube, digitale Spirale aus dem kommen nicht mehr aus, weil das in so vielen Lebensbereichen einfach schon Einfluss hat. Ehrlich gesagt, ohne Google Maps, ich bin auch ehrlich, ich weißommen nicht mehr raus, weil das in so vielen Lebensbereichen einfach schon Einfluss hat. Ehrlich gesagt, ohne Google Maps, ich bin auch, ich sage es ehrlich, ich weiß es nicht mehr so gescheit wie mit einer Landkarte. Wir können auch nicht mehr zusammenblecken. Nein, dann schießt du am Lenker. Aber ich glaube schon, dass die Form von Gemeinschaft, die wir alle, wenn wir individuelle KonsumentInnen sind, mit unseren iPads, mit unseren iPhones oder Handys halt, dass das hoffentlich sie wieder ein bisschen drehen wird. Ich meine, es gibt jetzt in Deutschland ja einen Anstieg von KinobesucherInnen unter einer gewissen, also relativ junge Leute, die wieder mehr ins Kino gehen, weil schauen, ob das dann ja einen Trag weiter hat, dass das wirklich so bleibt. Aber ich glaube, wenn wir als Gesellschaft das nicht gemeinsam hinkriegen, dass wir uns verabreden, um gemeinsam etwas Digitales zu konsumieren oder auch etwas Analoges zu konsumieren, aber diesen Gemeinschaftsfaktor, den darf man nicht außer Acht lassen, der ist nicht zu vergessen, weil gemeinsame Erinnerungen schon, glaube ich, das sind, was man am längsten hat, was man am längsten berühren darf. glaube ich, das sind, was man noch am längsten hat, was man am längsten berühren darf. Ich schaue noch einmal sehnsüchtig in die Runde, ob ein Bedarf nach Antwort noch besteht. Bitte, da hinten. Ist eine vorgefasste Grenze da? Ich sage einmal, wenn das Geld anklopft, wie beim Brandauer der Bound, oder Tarantino mit Weiß und Oskar Werner Fahrenheit, so ein wenig in die Richtung Besuch der alten Dame, dass man generell sagt, Abblendung, wenn das große Geld irgendwo anklopft, Hollywood sprich, oder mich interessiert die Grenze, wie weit geht man und wie weit verkauft man sich auch, wenn ein Mördergas da ist? Ja, das ist eine gute Frage. Ich glaube, das ist auch genau so eine Frage, über die man in zehn Jahren noch mal reden muss, weil ich habe da natürlich irgendwie Ansprüche an mich und möchte mir da auch treu bleiben. Und nichtsdestotrotz bin ich natürlich auch eine Person, die gewisse finanzielle Ausgaben hat. Und da muss man natürlich schauen, was macht man oder so. Aber was für mich auf jeden Fall klar ist, dass so die Entscheidungen, die Sachen, die ich abgesagt habe in den letzten Monaten, sind Entscheidungen für die Arbeitslosigkeit in dem Falle, aber weil ich mit dieser oder jener Regieperson, weil ich der Person nichts zu sagen habe, weil mich diese Person nicht inspiriert, weil ich die politisch nicht interessant finde, weil ich den Umgang mit Flinters nicht interessant, also mit Frauen zum Beispiel nicht interessant finde oder die grundsätzliche politische Ausrichtung mich nicht interessiert, dann muss die Person diesen Film ohne mich machen und würde mich eigentlich freuen und merke ja auch, ich reihe mich da ja auch nur ein in eine Reihe von SchauspielerInnen, die irgendwie ehrlich genug zu sich selber sind und dann sagen, hey, mach deinen Film lieber ohne mich und wenn wir jetzt uns alle an die Hand nehmen würden und alle sagen würden, mach deinen Film ohne mich, weil du bist nicht, es ist nicht okay, wie du bist, wie du dich verheuerst, dann würde die Person ganz schön alleine darstellen. Und das fand ich gut. Ich glaube so. Danke. Danke. Würden Sie die Botschaft am Donplatz übernehmen? Nein. Auf gar keinen Fall. Auf gar keinennehmen? Nein, auf gar keinen Fall. Auf gar keinen Fall? Nein, auf gar keinen Fall. Es war schon mal im Gespräch, aber ich bin wirklich, es tut mir leid, die Bullschaft, ich freue mich für alle Schauspieler, die das machen. Ich hoffe, sie verdienen gut und ich hoffe, sie haben keinen blöden Kerl als jedermann. Aber ich warte auf jeden Mensch und ich habe Geduld und Zeit und sie werden irgendwann auch rufen. Sie hätten das perfekte Alter und auch das Aussehen und was ich höre, alle Schauspielerinnen schreien begeistert, ja, wenn sie angerufen werden, wollen sie die Botschaft übernehmen, ja! Sophie Reuss zum Beispiel, die war ganz begeistert. Wann war Sophie Reuss die Botschaft übernehmen? Ja! Sophie Reuss zum Beispiel, die war ganz gut bereist. Ja, Sophie Reuss, wann war Sophie Reuss die Botschaft? Oh, das ist schon eine Zeit lang. Das ist schon eine Zeit her, genau. Es ist quasi, glaube ich, eine Zeit her, dass die junge Schauspielerin auch die Rolle sehen, die gefühlt zwei Szenen hat und nur auf Oberflächlichkeiten reduziert wird. Deswegen freue ich mich, wenn es eine neue Interpretation irgendwann mal geben wird von diesem tollen Stück. Jeder Mensch, ich kann es auch gerne selber schreiben, die Überarbeitung. Sofern keine... Bestehen noch Bedürfnisse? Ansonsten würde ich jetzt sagen, du hast den Abend wunderbar beendet. Herzlichen Dank für dein Dasein. Deine Karriere, wenn wir da warten können. Alles Gute, danke für Ihr Kommen und Ihr Interesse. Schönen Abend noch, bleibst vielleicht noch ein bisschen bei uns. Danke fürs Kommen, später einen schönen Nachhauseweg. Vielen Dank. Thank you.