Zwischen Seminar und Schnuller, zwischen Prüfungen und Familienverpflichtungen. So sieht, grob beschrieben, der Alltag studierender Mütter aus. Wir befinden uns gerade am Campus der Johannes Kepler Universität Linz und wollen uns mit der Frage auseinandersetzen, wie familienfreundlich das Studieren eigentlich ist. Wie steht es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Anlass dieses Beitrags war tatsächlich niemand geringerer als meine Schwester Sandra Traxler, die zweifacher junge Mutter ist und eben noch in ihrem Studium steht, die mir in diversen Gesprächen, die wir führen, auch immer wieder verdeutlicht, wie hürdenreich und herausfordernd das Studieren als junge Mutter, als Mutter generell sein kann. Liebe Sandra, warum hast du dich dazu entschlossen, dein Studium fortzuführen, trotz deiner Mutterschaft? Also der Abbruch des Studiums war für mich keine Option. Ich habe mich dazu entschieden, diese Doppelbelastung auf mich zu nehmen und habe mir dies auch zugetraut. auf mich zu nehmen und habe mir dies auch zugetraut. Und da habe ich es geschafft, dass ich die Motivation aufbringe, den Nächten voll und ganz dem Studium zu widmen. Also du lernst dann wirklich in der Nacht, während die Kinder schlafen? Ja, genau. Wie ist es mit der Anwesenheit in der Uni? Da hatte ich Glück, dass in meinem Fachbereich ein Fernstudium, ein multimediales Fernstudium angeboten wird. Und diese Möglichkeit habe ich auch in Anspruch genommen. Ich hatte beispielsweise eine Zulassungsklausur, die ich positiv bestanden habe. Ich hatte beispielsweise eine Zulassungsklausur, die ich positiv bestanden habe und somit auch berechtigt gewesen wäre, eine Abschlussklausur zu absolvieren und zwischendurch aber das zweite Kind auf die Welt gebracht habe. Aus diesem Grund hätte ich mir gut vorstellen können, dass das eine faire und angemessene Möglichkeit gewesen wäre, diese Abschlussklausur oder vor allem den zweiten Antritt der Abschlussklausur in ein nächstes Semester zu verlegen. Mir wurde dann erklärt, wenn ich die Möglichkeit der Beurlaubung eines Semesters in Anspruch nehmen würde, dass diese zweite Antrittsmöglichkeit in dieses Semester, in dieses beurlaubte Semester fallen würde und mir somit eigentlich eine ganze Chance Dieser Verlust erschien mir eigentlich als nicht vertretbar, weshalb ich diese Möglichkeit dann auch nicht in Anspruch genommen habe und mich vor allem deshalb dazu entschieden habe, ohne eine Pausierung des Studiums weiter zu studieren und diese Prüfungen abzulegen. Also für uns ist es wichtig, dass wir eine möglichst breite und diverse Studierendengruppe haben, auch attrahieren. Das heißt, wir versuchen, soweit es möglich ist, auf eine möglichst große Vielierenden, aber auch Studierenden mit Betreuungspflicht. Und auch da gibt es natürlich wieder Untergruppen. Das heißt, wir versuchen dort, wo wir die Ressourcen dafür haben, beispielsweise zu unterschiedlichen Zeiten Lehrveranstaltungen anzubieten. Denn diese Gruppen sind teilweise sehr heterogen in dem, was sie benötigen. Für die eine Gruppe sind Lehrveranstaltungen eher Nachmittag, Abend sind angenehm, attraktiv oder gut vereinbar, für andere ist es wieder eher am Vormittag. Das heißt, gerade in größeren Studienrichtungen versuchen wir das auch abzubilden und natürlich durch die Verwendung von digitalen Technologien bzw. separaten Studienprogrammen, beispielsweise Multimedia-Studium der Rechtswissenschaften, dass gewisse Präsenzwochen ein Fernstudium ist. Es ist eine Überlegung wert, das auch auszubauen und auszuweiten auf andere Fachbereiche. Warum sind es gerade Studien wie die Rechtswissenschaften? Es wird nicht in allen Studienrichtungen funktionieren, das muss man dazu sagen. Wir haben Studienrichtungen wie die Humanmedizin, aber auch Laborwissenschaften, wo es einfach notwendig ist, dass man hier ist, dass man vor Ort ist, dass man in den Laboren steht, dass man diese praktischen Erfahrungen schafft. Und es ist auch in vielen Studienrichtungen einfach ein sinnvoller Bestandteil, in den Diskurs wirklich im Hörsaal, in den Seminarräumen hineinzugehen. Das heißt, wir überlegen immer sehr genau, wo kann man welche Anteile digital anbieten und wo geht das einfach nicht, weil für uns natürlich schon auch die Ausbildungsqualität und der Kompetenzerwerb ein ganz wesentliches Element oder eigentlich die Hauptleitlinie sein muss. Also ich glaube, dass man da in den letzten Jahren und Jahrzehnten eigentlich sehr viel stärker in eine Modularisierung hineingegangen ist. Das heißt, ein Studium, und das kann man kritisch sehen, Modularisierung hineingegangen ist, das heißt ein Studium und auch das kann man kritisch sehen, das wird auch kritisch diskutiert, stärker in kleinere Blöcke aufzuteilen, anstatt sehr große Prüfungen zu haben, die dann vielleicht auch aus mehreren Teilleistungen bestehen, sodass das eigentlich auch ein Beitrag dafür ist, das Ganze auch in verträglicheren und vereinbaren Happen studieren zu können. Da geht auch was verloren, aber insgesamt ist das glaube ich trotzdem eine sinnvolle Weiterentwicklung, die solche Fälle wie Sie es schildern, eigentlich nur in relativ wenigen Konstellationen überhaupt möglich macht. Und man muss auch sagen, wir haben natürlich sehr viele Möglichkeiten für Prüfungsantritte. Prüfungen werden normalerweise dreimal im Semester angeboten. Man hat vier, fünf Versuche dafür. Das heißt, ich glaube, da gibt es eigentlich schon relativ viele Möglichkeiten. Ich würde mir wünschen, dass studierende Eltern oder Mütter, die motiviert oder eine große Motivation aufbringen und Disziplin, hier mehr Unterstützung seitens der Universität bekommen würden. Mit Kindern sieht die Situation so aus, dass ich so spät wie möglich mich zur Prüfung hinbegeben muss. Ich will mein Kind, das noch gestillt wird, so spät wie möglich ab. Das bedeutet eben, dass wenn mir eine Prüfung, die ich bereits positiv abgelegt habe, verfällt, nicht nur diese Prüfung verfällt, sondern auch dieser ganze organisatorische Aufwand wiederholt werden muss und nochmal von vorne aufgerollt werden muss, mit dem Hintergrundgedanken, dass dies eigentlich nicht wirklich notwendig wäre. Ja. nicht wirklich notwendig wäre. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass es sehr wichtig ist, eine kontinuierliche Disziplin aufzubringen, denn selbst mit einem unterstützenden Umfeld ist man am Ende des Tages sehr auf sich allein gestellt, denn im Endeffekt bin ich diejenige, die sich den Stoff aneignen muss und die auch die Leistung erbringen muss und die in der Zeit, in der mich jemand unterstützt, um die Kinder abzunehmen, auch keine Me-Time oder Self-Time habe. Das heißt, ich bin eigentlich durchgehend in einer Funktionsbereitschaft.