Ja moin und willkommen zu Go Queer! Jetzt wo wir wieder Wahlfreiheit haben, erreichen uns ganz andere positive News aus dem Norden. Eine erstmals landesweite CSD-Schirmherrschaft. So anders ist man hingegen nicht so progressiv, aber mehr dazu in den News. Filmisch wird's ebenfalls fischig, wenn auch nur im Namen eines Kabarets. Heute mit einem Gastsprecher, Travis. Außerdem könnt ihr euch auf Frühling und The History of Sound freuen. Die katholische Kirche zeigt sich weiterhin gespalten bezüglich der Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen. Diesen April hatte der Münchner Erzbischof Reinhard Marx eine Empfehlung ausgesprochen, Segnungsfeiern für homosexuelle Paare durchzuführen. Parallel wurde eine Handreichung mit dem Titel »Segen gibt der Liebe Kraft« erstellt, die Seelsorger unter anderem zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ermutigen soll. Die Antwort aus Rom war ernüchternd. Papst Leo XIV. zeigte kein Einverständnis und verwies auf ein Schreiben namens »Fiducia supplicans« vom Dezember 2023, in dem der vorherige Papst Franziskus Vorgaben zu Segnungen gemacht hat. Der Erfurter Bischof Ulrich Neimeyer findet eine eigene Einordnung. Er möchte dem Wunsch aus Rom entsprechen und befürwortet keine Segnung homosexueller Ehen, ermutigt aber zu pastoralen Begleitungen queerer Menschen in anderen Situationen, wie beispielsweise der Segnung einer gemeinsamen Wohnung. Die Theologin Julia Knob kritisiert hingegen die Linie des Papstes. Hier würde weiterhin eine Verurteilung homosexueller Lebensweise vorgenommen, obwohl die gesellschaftliche Realität bereits anders aussieht. Die deutsche Kirche habe sich geöffnet. Jens Ehebrecht zum Sande von der Initiative Out in Church geht sogar noch weiter. Er fordert eine gleichwertige kirchliche Trauung homosexueller Ehen, gesteht aber ein, dass die Situation festgefahren ist. Mit der Initiative Out in Church kämpft er generell gegen Diskriminierung queerer Menschen in der Kirche. Was für ein Konflikt in der katholischen Kirche. Spannungen zwischen Gemeinden und Vatikan oder wie es Jens Idebrecht zum Sander ausdrückt, zwischen reformierteren und konservativen Kräften innerhalb der Kirche, das schreit doch nach einer Reformation. Würde mich nicht wundern wenn bald ein martin luder herkommt und 99 thesen auf das bord der wittenberger gemeinde postet ich sehe schon kommen europa versinkt daraufhin 30 jahre im glaubenskrieg und anschließend haben wir zwei separate kirchen freue mich schon auf die jesus unterm regenbogen bilder alle schleswig holsteinischen csds können sich über prominente politische Unterstützung freuen. Daniel Günther, Ministerpräsident des Bundeslandes, hat pauschal seine Schirmherrschaft für die ca. 20 Veranstaltungen zugesagt. Angesichts steigender Fallzahlen der Hasskriminalität gegen LGBTQ-Menschen im nördlichsten Bundesland ist es ihm ein Anliegen, ein deutliches politisches Signal zu setzen. So sagt er, Vielfalt wolle gelebt, gefeiert und verteidigt werden. Die Christopher Street Days in Schleswig-Holstein seien deshalb auch Ausdruck von Mut und Zusammenhalt. Er begleitet die CSDs aus Überzeugung und möchte auch die meist ehrenamtlichen Organisatoren der Veranstaltungen ideell und öffentlichkeitswirksam unterstützen, um die Anliegen der queeren Community stärker in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu tragen. Außerdem ist ein Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und Verbänden geplant. Dies ist im Rahmen des Aktionsplans Echte Vielfalt 2.0 geplant, in dem Bildungsangebote, Beratungsstrukturen und Programme zur Förderung von Vielfalt in Behörden, Schulen und Unternehmen beschrieben sind. Zum internationalen Tag gegen Homobie und Transphobie am 17. Mai startete die CSD-Saison im Norden und geht noch bis September. Wusstet ihr, dass Wacken einen eigenen CSD hat? Dieser bildet nämlich den nordischen Abschluss im September. Generell ist es insane, dass ganze 20 CSDs in diesem einen Bundesland zusammenkommen. Von wegen, im Norden ist nichts los. Wobei, zugegeben, nach 9 Euro Ticket-Tourismus auf Sylt und Wahltourismus auf Pöhl ist Erfahrung mit Großveranstaltungen gegeben. Warum nicht auch CSD-Tourismus nach Wacken? Willkommen bei Aktenzeichen XY ungelöst. Der heutige Fall stellt uns vor die Herausforderung, Aktenzeichen XY ungelöst. Der heutige Fall stellt uns vor die Herausforderung, Vorurteile, Ideologie und Populismus auszusortieren, um ein unverfälschtes Urteil fällen zu können. Es geht um eine Polizeikommissarin in Nordrhein-Westfalen, der eine Beförderung verwehrt wird, weil sie trans ist. Oder mutmaßlich nicht ist. Diese hatte ihren Geschlechtseintrag urkundlich im Rahmen des Selbstbestimmungsgesetzes ändern lassen. Nun wird der Verdacht erhoben, dass dies nur erfolgte, um mithilfe der Frauenförderung schneller befördert zu werden. Zur Unterstützung des Verdachtes werden Aussagen der Verdächtigen herangezogen, wonach sie meinte, bei ihrer Trauung im kommenden Jahr nicht mit dem weiblichen Geschlechtseintrag heiraten zu wollen und dann wieder ein Mann zu sein. Der Anwalt der Verdächtigen erklärte indes, dass diese Äußerungen scherzhaft und ironisch gemeint seien. Dennoch sind bereits Konsequenzen zu spüren. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte vorerst, dass das Polizeipräsidium die Beamtin bei den letzten Beförderungen nicht berücksichtigen durfte, weil ein Beförderungsausschluss während eines laufenden Disziplinarverfahrens zulässig sei. Hier lägen Zweifel an der Eignung vor, die aus besagten Äußerungen resultieren. Das ist echt eine Zwickmühle. Haben die Rechten doch Recht mit ihrer Behauptung, Männer würden das Selbstbestimmungsgesetz ausnutzen, um Frauen besser auf den Sack gehen zu können oder sich, wie hier in dem Fall, andere Vorteile zu erschleichen? I mean Männer. Oder will man uns hier nur Glaub glauben machen, dass es so wäre? Die Polizei in NRW war schon einige Male wegen Queerfeindlichkeit in den Schlagzeilen. So wurde ein Kölner CSD-Besucher 2021 von Polizisten niedergeschlagen und als Schwuchtel beschimpft. Neben weiteren Schikanen. Geahndet wurden die Taten nicht. Und ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung. In dem Fall muss ich das auch nicht. Dafür gibt es Gerichte. Sollten die Anschuldigungen zu Unrecht erhoben worden sein, dann natürlich Shame an Polizei NRW. Und falls doch was dran ist, gehört dieser seltene Fall natürlich geahndet. Damit andere, die unter das Selbstbestimmungsgesetz fallen, geschützt werden und nicht unter Generalverdacht fallen. Im Wiener Stadtteil Margarethen ist im Mai ein schwuler Shop attackiert worden. Der Gate Store verkauft Toys und Unterwäsche, möchte aber auch Ort für Begegnungen sein und führt mit der Gate Gallery Ausstellungen durch. Am 2. Mai-Wochenende stellte die Polizei allerdings zerstörte Scheiben an der Eingangstür fest. Ein bislang unbekannter Täter habe diese mit einer Prosecco-Flasche eingeworfen und dies anschließend mit seinem Handy fotografiert. Für Eigentümer Thomas Wucherer sieht das nach einem gezielt homophoben Anschlag aus. Gegen einen klassischen Einbruch spricht, dass die großen Schaufenster besser geeignet wären als die kleinen Fenster der Tür. Darüber hinaus berichtet er von einer Häufung queerfeindlicher Vorfälle. Jede Woche wurde auf die Fenster gespuckt und auch die Pride-Fahne vor dem Eingang sei einmal heruntergerissen worden. Von offizieller Seite kann auch nicht bestätigt werden, ob es sich tatsächlich um ein queerfeindliches Motiv handelt. Die Ermittlungen laufen weiter. Mit einer Prosecco-Flasche? Und ihr seid euch sicher, dass es nicht ein unzufriedener Kunde war? Wobei, nein, eine gute Schwuppe würde keinen Tropfen Prosecco verschwinden. Nicht mal für einen Quickie. Also News-Quickie. Ihr wisst, was kommt. Mit dem Partysong Bangaranga hat die bulgarische Sängerin Dara den 70. Eurovision Song Contest in Wien gewonnen. Sie setzte sich am 16. Mai mit 516 Punkten klar in Jury- und Publikumswertung durch. Für Bulgarien ist es der erste ESC-Sieg überhaupt. Auf Platz 2 landete Israel, gefolgt von Rumänien, Australien und Italien. Wettbüro-Favorit Finnland kam nur auf Rang 6. 2027 richtet Bulgarien den Wettbewerb aus. Rang 6. 2027 richtet Bulgarien den Wettbewerb aus. Die Niederlande wollen den Christopher Street Day in Amsterdam zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären lassen. Es wäre das erste queere Großereignis mit diesem Status. Der Kulturrat empfahl die Nominierung wegen der Bedeutung für queere Sichtbarkeit. National gilt der CSD seit 2019 als immaterielles Kulturerbe. Die Einreichung bei der UNESCO ist für 2027 geplant. Der LSVD Plus hat eine eigene Jugendorganisation gegründet. Auf dem 38. Verbandstag in Berlin entstand die LSVD Plus Queere Jugend. Sie richtet sich an junge, queere Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. Ziel ist mehr politische Teilhabe und Selbstorganisation. Die Berliner Beratungsstelle Maneo zählte 723 queerfeindliche Angriffe. Der Jahresbericht 2025 dokumentiert Beleidigungen, Bedrohungen und Übergriffe. 165 Fälle ereigneten sich auf Straßen und im ÖPNV. Die Dunkelziffer schätzt Manneo auf bis zu 90 Prozent. The Bearded Mermaid ist ein Independent-Film von Nicolas Belachambre und Arthur Delamont. Im Mittelpunkt stehen die Menschen rund um ein Trans-Kabarett in Dieb. Unterschiedliche Figuren, unterschiedliche Lebenssituationen, unterschiedliche Probleme. Was sie verbindet, ist die Kabarett-Gemeinschaft, in der sie zumindest zeitweise einen Ort finden, an dem sie sein können, wie sie wollen. Der Film erzählt dabei weniger eine klassische Handlung, sondern zeichnet eher ein Bild. wollen. Der Film erzählt dabei weniger eine klassische Handlung, sondern zeichnet eher ein Bild. Ein Bild von queeren Lebensrealitäten, Unsicherheiten, Gemeinschaft und der Suche nach Glück. The Bearded Mermaid wirkt dabei wie ein filmisches Slice of Life Portrait, das seine Figuren über einen nicht genau bestimmten Zeitraum begleitet. Auffällig ist, dass der Film dabei fast nichts erklärt. Es gibt keine klassischen Expositionsszenen, keine Dialoge, in denen Figuren sauber erklären, wer sie sind, was sie wollen oder warum sie etwas tun. Als Zuschauer muss man sich selbst aufmerksam bleiben und sich die Zusammenhänge erschließen. Das ist einerseits erfrischend, weil viele große Produktionen heutzutage fast nur als Second-Screen-Erlebnis funktionieren, andererseits hätte etwas mehr Exposition dem Film gut getan. Denn diese fehlenden Erklärungen betreffen nicht nur die Figuren, sondern auch Szenenwechsel und Handlung. Beispielsweise sind Figuren plötzlich in Birmingham, ohne dass vorher wirklich klar wurde warum. Als Zuschauer ist man erstmal verwirrt, ein einfacher Satz als Übergang zwischen den Orten hätte da schon geholfen. Auch die Figurenzeichnung leidet darunter. Einige Mitglieder des Cabaret Ensembles sind schwer voneinander zu unterscheiden und bleiben eher Skizzen als vollständig ausgearbeitete Charaktere. Man spürt, dass sie durchaus durchdacht sind, aber nicht immer die Tiefe bekommen, die sie verdient hätten. Bei zwei Figuren funktioniert das deutlich besser, die anderen bleiben leider etwas blass. Vielleicht lag das am Budget, vielleicht an der zu geringen Laufzeit. Die Struktur des Films ist dabei ebenso ungewöhnlich. Es gibt viel Musik, aber The Bearded Mermaid ist kein Musical im klassischen Sinn. Es ist etwas Eigenes zwischen Porträt, Musikfilm und Milieustudie. Und gerade das funktioniert überraschend gut. Selbst wenn man Musicals nicht besonders mag, wirkt die Musik hier nicht störend, sondern passend zur Welt des Films und den Auftritten im Kabarett. Handwerklich ist The Bearded Mermaid solide, aber nicht überragend. Man merkt, dass es sich um eine Low-Budget-Produktion handelt. Das Schauspiel ist gut, aber nicht durchgehend stark. Einige Einstellungen sind hingegen wirklich schön und fangen die melancholische, leicht raue Atmosphäre sehr gut ein. Problematisch ist leider die Handkamera. Ob bewusst oder unbewusst, manche Szenen wirken nicht lebendig oder unmittelbar, sondern einfach nur wackelig. Trotz der negativen Punkte ist The Bearded Mermaid ein interessanter Film. Er ist nicht leicht einzuordnen, weil er etwas Eigenes versucht, nicht alles daran funktioniert. Die fehlende Orientierung, manche sprunghafte Übergänge, die unruhige Kamera und die teils blassen Figuren verhindern, dass der Film wirklich großartig wird. Gleichzeitig erzählt er aber etwas Wichtiges. Er zeigt Menschen, die ganz unterschiedlich leben, lieben, kämpfen und scheitern. Und er zeigt, wie eine Gemeinschaft helfen kann, zumindest für kurze Momente Halt und Glück zu finden. Gerade weil der Film so wenig erklärt, kann man als Zuschauer eigene Erfahrungen in diese Leerstellen legen. Dadurch entsteht eine Melancholie, die nicht nur aus der Handlung kommt, sondern aus dem, was der Film im eigenen Leben berührt. Deshalb bekommt The Bearded Mermaid trotz seiner Schwächen 3,5 von 5 Sterne. Eine Empfehlung gibt es vor allem für erwachsene Zuschauerinnen und Zuschauer, fünf Sterne. Eine Empfehlung gibt es vor allem für erwachsene Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich auf ruhiges, melancholisches und etwas experimentelleres Kino einlassen wollen, der einfach nur abschalten möchte und dabei eindeutige Figurenführung und klassische Dramaturgie erwartet, wird vermutlich eher enttäuscht. Wer aber schon ein paar Dinge erlebt hat und versteht, warum Gemeinschaft manchmal nicht alles heilt, aber trotzdem wichtig sein kann, könnte von diesem Film berührt werden. Pour ce soir, Régine, mais pas que, Dalida mourir sur scène, et surtout, welcome to Burlesque de Cher! Tu veux un conseil chérie? Tu tournes la tête. Tu as tout ce qu'il faut ici. Ok. L'art le plus noble est de rendre les autres......leurs. Ça aurait été compliqué Beluga? Le soir de fête qui se termine. Je t'ai trouvé incroyable ce soir. S'en est compliqué, mes loups-gares? Le soir de fête qui se termine. Je t'ai trouvé incroyable ce soir. Genre un mec comme toi aime bien le cabaret. J'ai plus envie de briller, j'ai envie d'être aimée. Alors je crois que... Je vais bientôt te quitter, maman. Je suis désolé pour tout à l'heure. Il y a des moments, des sentiments qui reviennent, qui remontent à la surface et ça me fait penser à Armand. Only falling on me, I'm not even really ready Maybe when I'm back to the ground On a invité à performer à Brighton, au Broadway Cabaret! Non, inaudible. Der Der Film Frühling aus dem Jahr 2021 ist ein stiller und gefühlsvoller Liebesfilm. Die Geschichte handelt von jungen Menschen, die ihren Platz im Leben suchen. Im Mittelpunkt steht die Figur Rose, gespielt von Emma Maddock. Sie wirkt zuerst schüchtern und zurückhaltend. In der Schule wird sie gemieden, aber die beliebte Tyler verliebt sich in sie. Mit der Zeit gelingt es Rose immer mehr Gefühle zu zeigen. Dadurch wirkt ihre Rolle ehrlich und sehr menschlich. Im Film geht es um die Kleinmomente. Viele Szenen zeigen Blicke, Gespräche und stille Augenblicke. Gerade das macht den Film besonders. Man spürt die Unsicherheit der Figuren. Gleichzeitig merkt man auch ihre Hoffnung und ihre Sehnsucht nach Nähe. Sehr gelungen ist die Stimmung des Films. Die Kamera vermittelt ein Gefühl, als wäre man mit im Raum. Oft sieht man Natur, Straßen oder einfache Orte aus dem Alltag. Die Musik bleibt meist leise im Hintergrund, passt aber sehr stimmig zu den Situationen. Dadurch können die Gefühle der Figuren wirken. Der Film nimmt sich Zeit und wirkt dadurch angenehm. Die Schauspieler sind großartig. Besonders Emma Maddock überzeugt in ihrer Rolle. Sie schafft es, Gefühle ohne große Worte auszudrücken. Kleine Gesten und Blicke reichen aus, damit man versteht, was Rose denkt oder fühlt. Das macht ihre Darstellung stark und emotional. Insgesamt ist Frühling ein ehrlicher Film über das Erwachsenwerden, über Liebe und über Unsicherheit. Der Film zeigt, wie schwer es sein kann, seinen eigenen Weg zu finden. Gleichzeitig macht er Mut, offen für neue Gefühle zu sein. Für Fans von ruhigen Dramen ist dieser Film eine gute Empfehlung. Unbedingt ansehen! Which did you like? Ummm... I'm gonna start somewhere. How long have you been back? Six months. You skipped grades in England or here? Um... when I took the placement test, sir. Ooh. Hey. Hey. Hey. Terima kasih telah menonton! One day you'll look back at this time and wish it lasted forever. I don't think so. The History of Sound ist ein Film der Kontraste und der Zwischentöne. Der Großteil der Handlung spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Lionel Worthing wird als musikalisches Talent erkannt und erhält ein Musikstipendium. So verlässt er früh die elterliche Farm in Kentucky und lernt am Konservatorium in Boston David White kennen. Dieser sammelt Melodien oder Lieder und hat diesbezüglich so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis. Er schwärmt von einer Liederreise mit seinem Onkel in England und dass dies die schönste Zeit seines Lebens war. Lionel ist fortan mit von dieser Idee angesteckt, doch noch mehr von David selbst, sodass die beiden eine Art Beziehung anfangen. Der erste Weltkrieg treibt sie allerdings wieder auseinander. Während David dienen muss, kehrt Lionel auf die elterliche Farm zurück und hört lange Zeit nichts mehr von seinem Schwarm, bis eines Tages doch ein Brief eintrifft und ihn auf eine Reise einlädt, in der es darum geht, traditionelle Lieder zu erfassen und für die Nachwelt festzuhalten. Sofort sagt er zu, obwohl sein Vater erst kürzlich verstorben ist und er seine bereits kränkelnde Mutter quasi allein mit der Arbeit auf der Farm zurücklässt. Nun erleben David und Lionel auf dieser Reise die nach seinen Aussagen schönste Zeit von Lionels Leben. Doch auch diese Zeit geht vorbei und trotz allen Sehens auf eine Fortsetzung hört er gar nichts mehr von David. So erklärt sich der Filmtitel und gleichzeitig spielt die Liebe eine Rolle. Doch The History of Sound ist viel mehr, was man sich allerdings erschließen muss. In erster Linie ist der Film sehr ruhig. Die ersten Teile wirken lang, aber die Zeit braucht man. Denn der Streifen transportiert sehr viel zwischen den Zeilen. Wir müssen interpretieren, müssen erkennen, was zwischen den Szenen passiert, die uns der Film zeigt. Gerade in der zweiten Hälfte erschließen wir uns darüber viele Zusammenhänge, die wir im ersten Teil einfach noch nicht wussten, teils vielleicht auch übersehen haben. Bald erscheint insbesondere David in einem anderen Licht. Naiv habe ich ihn zunächst so hingenommen, wie der Film ihn uns präsentiert hat, doch dann wird klar, dass er viel mehr Mysterium in sich trägt, von dem wir einiges im späteren Verlauf lösen können. Darüber hinaus ist die Bildsprache des Filmes beeindruckend. Die ärmlichen Verhältnisse auf der Farm oder auch wenn die beiden jungen Männer durch die Lande ziehen und im Freien campen, wirken unbequem und so stark anders, als wenn Lionel zeitweise nach Europa aufbricht und dort erst in einem Chor singt, später sogar einleitet. Die eher naive erste Hälfte des Films steht in Kontrast zur Schwere der zweiten Hälfte. Und generell ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht, wenn der Film letztendlich einen Zeitsprung um über 40 Jahre nach vorn macht. Krass, wie sehr sich die Gesellschaft auch damals schon innerhalb eines solch kurzen Zeitraums geändert hat. Am Ende geht man nachdenklich aus dem Film, hat vielleicht sogar ein Tränchen im Auge und fragt sich, ob man die Menschen um sich herum wirklich kennt. Kritikpunkte habe ich keine bedeutenden. Man könnte an der Besetzung der Hauptrollen kritisieren, die älter wirken als die Personen, die sie verkörpern sollen. Man könnte dem Film gerade zu Anfang sein langsames Tempo vorwerfen, aber das lässt sich alles leicht ertragen. Also konzentrieren wir uns darauf, was uns The History of Sound gibt. Melancholisch gedankenversunkene Kinostimmung. Klang ist unsichtbar. Aber spüren kann man ihn. Er kann etwas berühren, er kann was in Schwingung bringen. Denkst du manchmal darüber nach, wie dein Leben mal aussehen soll? Keine Ahnung. Ein Hobby von mir, Melodien sammeln, Balladen, Lieder. Komm mit. Haltet mal die Hand an den Hals. Und jetzt summt. Könnt ihr was spüren? Das ist Klang. Beunruhigt es dich, was wir da tun? Was wir tun? Naja, das. Das beunruhigt mich nicht. Ich bewundere dich. Ich rück diese Woche ein. Don't sing love songs, you'll wake my mother. Ich rück diese Woche ein. Auf in den Krieg. She's sleeping here right by my side. In her right hand is silver. Ich hab das Gefühl, es geht gerade was zu Ende. She says that I can't be your bride. Ich habe das Gefühl, es geht gerade etwas zu Ende. Es geht etwas zu Ende? Was hat denn angefangen? Du hast noch dein ganzes Leben vor dir. Ein erfolgreiches. Du hast keine Ahnung, was ich weiß und was ich sah. Wie Dinge laufen. Verzeihst du mir, wenn ich mich umdrehe? Und damit schicken wir euch Flux in den Pride Month. Die Zeit von Rainbow Washing, CSD, Iglaas und schrillen Outfits. Und ihr wisst, was das sendungstechnisch heißt. Mit dem Queer-Film-Sommer der Öffentlich-Rechtlichen gibt's hier zwei Sendungen Filmvorstellungen pur. Freut euch schon mal drauf. Bis dahin, euer Rob und Travis.