Die Ausstellung behandelt die Nacht als Ort der Freiheit, aber auch der Gefahren und der Verwandlung. Die Nacht wird hier nicht nur als Abwesenheit des Tages verstanden, sondern auch als einen Raum des Überganges und als eine Zeitspanne, in welchem Unbewusstes und Bewusstes die Grenzen stark verschwimmen können. Wir haben die Ausstellung konzipiert durch unser Kollektiv Peinliche Poeten. Da wir im Kollektiv Fokus setzen auf das Medium Text, haben wir auch ein Scene konzipiert mit einem Open Call, wo verschiedene Leute Texte eingereicht haben zur Thematik die Nacht. Ich glaube, dass wir uns jetzt sehr lange schon mit ähnlichen Thematiken beschäftigen und jetzt schon die letzten zwei Jahre wirklich ein bisschen intensiver mit dem Thema spezifisch Vampir oder die Nacht, aber die Unterthemen der Nacht, die kommen schon immer irgendwie in den Arbeiten vor. Genau, zum Beispiel Sexualität, Konfrontation, Humor. Krankheit tatsächlich. Krankheit ist mal wieder gekommen. Ja, Psyche, also Mental Health war auch ganz groß. Und auch das Surreale, das Traumhafte, Schlaflosigkeit. Schönheit. Dunkelheit. Die Nacht ist so spannend für uns, weil eben genau dieser Kontrast, diese Ambivalenz stattfindet für uns, besonders in Bezug auf queerer Geschichte, zwischen die Nacht als ein Ort der Gefahr, aber gleichzeitig die Nacht als ein Ort, wo man sich entfalten kann und Schutz findet. entfalten kann und Schutz findet. Der Vampir ist ein Motiv der Grenzüberschreitung, auch des Begehrens. Der Vampir ist für mich ein Symbol für Grenzüberschreitung, für das nicht in die Norm passen und er ist Personifikation des Unmöglichen, des Magischen für mich. Der Vampir hat ja ganz viel Geschichte mit Religion oder mit religiösen Gruppierungen, die gegen Vampire vorgehen wollten und den Vampir zum Beispiel im Grab nochmal erstechen wollten oder andere Dinge. Und ich glaube, dieses Element hat mich so interessiert. Was ist, wenn man den Vampir, der verfolgt wird, in den Mittelpunkt stellt und ihn zum Gott werden lässt? Es ist nicht immer ganz klar, ist das ein Vampir, ist es ein Wehrwolf, ist es ein Wesen? Diese Dinge überschneiden sich immer wieder. Ein spannender Ansatz für mich im Motiv des Vampires ist die Unsterblichkeit oder der Versuch, die Suche nach der Unsterblichkeit und das auch als starker Kontrast zu unserem eigenen Erleben als Menschen, dass wir doch auch sterblich sind. Wir haben das Syrup ausgesucht, weil das Syrup eine sehr spannende Geschichte hat. Das Syrup war ein Etablissement. Hier wurde auch Sexarbeit geleistet und Menschen sind hier gekommen, um sich zu treffen. Und für uns ist es auch das Gegenteil von einem White Cube. Das verleiht auch den Bildern oder den Kunstwerken, die man hier zeigen kann, einen ganz anderen Charakter. Ich glaube, wenn die Nacht sprechen könnte, hätte sie bestimmt einige Geschichten über das Sirup auch zu erzählen und die Räume im Sirup sprechen auch ihre eigenen Geschichten. Und ich glaube, die Geschichte des Sirups gliedert sich super ein in unserer Ausstellung. Die Nacht hat so viele Themenbereiche, also es gibt einfach unendlich viel zur Nacht zu sagen. Wir würden uns freuen, wenn alle mit einem anderen Gefühl, mit neuen Ideen zur Nacht aus dem Sirup rausgehen.