Herzlich willkommen Ihnen allen. Danke fürs pünktliche Erscheinen und nachdem Sie pünktlich erscheinen, fangen wir natürlich auch pünktlich an. Das ist unser Anspruch für heute gewesen. Ich freue mich sehr, dass Sie alle da sind, dass Sie in dieser Zeit die Zeit gefunden haben, dass sie hierher kommen. Nicht selbstverständlich. Wir werden heute Nachmittag gemeinsam forschen. Wir werden ganz sicher heute, ich sage so gegen 16.30 Uhr gestärkt hier diesen Raum verlassen, inspiriert diesen Raum verlassen und wir werden uns ganz, ganz viel mitnehmen. Wir haben wunderbare Vortragende hier und wir haben natürlich auch eine Diskussion gemeinsam, weil wir ja gemeinsam forschen wollen, dass wir gemeinsam alle etwas Und damit wir etwas mitnehmen und damit wir uns gegenseitig stärken, dafür sind wir heute da. Und das Schöne ist, dass wir so diesen Spagat schaffen oder viel mehr zusammenführen werden zwischen auf der einen Seite den wissenschaftlichen Erkenntnissen und auf der anderen Seite natürlich aus der Praxis. Die Menschen, die in der Praxis anderen helfen, Krisen zu bewältigen, die da sind oder man hat selbst vielleicht auch die eine oder andere kleinere oder große Krise, wo mitgebracht. Also es wird gefilmt und fotografiert. Ist Ihnen wahrscheinlich schon aufgefallen, steht auch an der Türe, dass Sie das wissen. Es gibt circa um halb drei eine Pause samt Kaffee und Kuchen, damit wir unseren Kalorienverlust, das das Hirn braucht, wieder austauschen können, also auffüllen können. Und am Ende gibt es natürlich auch eine Teilnahmebestätigung für Sie. Mein Name ist Claudia M., ich bin der rote Farben, heute sozusagen der Guideline. Und jetzt gleich zu Beginn freue ich mich, die Leiterin der Krisenhilfe Oberösterreich hier bei mir auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen, Katja Sieper. Einen wunderschönen guten Nachmittag auch von mir und ganz herzlich willkommen an Sie alle, geschätzte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. Auch in diesem Jahr liest sich unsere Anmeldeliste wieder wie ein Querschnittsüberblick über die oberösterreichischen Sozial- und Gesundheitsorganisationen, aber auch die Einsatzorganisationen. Ich freue mich sehr, dass wir wieder so viele von Ihnen und von Euch hier heute bei uns begrüßen dürfen. Normalerweise sage ich immer, man hält mich kurz. Dieses Jahr darf ich ein paar Minuten länger reden als sonst und zwar deswegen, weil die Krisenhilfe Oberösterreich bestehen in dieser Form dieses Jahr. Wir haben quasi unseren zehnten Geburtstag dieses Jahr und der Krisentag blickt auf eine fast genauso lange Geschichte zurück. Motiviert davon, dass unser Konzept der gemeinsamen Krisenarbeit im Trägerverbund von Promethe Oberösterreich, Exit Sozial, dem Roten Kreuz Oberösterreich und der Telefon- und Notfallseelsorge tatsächlich aufgegangen ist, haben wir uns 2018 gedacht, na dann machen wir gleich nochmal was Neues. Weil, weil, fahrt, wenn wir damit schon aufhören. Die Monika schmunzelt. Die Krisenhilfe Oberösterreich gab es damals also gerade zwei Jahre und wir wollten einen Raum für fachlichen Input und Austausch rund um Krisen schaffen und mit einem breiteren Kreis an Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen. an Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen. Prävention auch dadurch leisten, dass wir uns gemeinsam mit den herausfordernden und so oft tabuisierten Themen unserer Arbeit auseinandersetzen. Und was als kleines Experiment begonnen hat, in einem etwas größeren Besprechungsraum bei uns in der Scharitzer Straße, damals mit nicht einmal 40 Gästen, ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Schon im zweiten Jahr des Krisentags 2019 waren es gut 120 Gäste und heute füllen sie gemeinsam hier gut 250 Sitzplätze im Saal. Und wenn wir im Vorfeld gewusst hätten, wie groß das Interesse auch dieses Jahr ist, dann glaube ich, hätten wir noch einen größeren Raum geschaut, weil es wären noch mehr Plätze zu füllen gewesen. Ihr großes, euer großes Interesse zeugt davon, wie wichtig und relevant das Thema Suizidprävention auch heute nach wie vor ist. Ich habe auf der Anmeldeliste eine Vielzahl an neuen Namen entdeckt und gleichzeitig kann ich viele von Ihnen und von euch tatsächlich eigentlich schon so ein bisschen als Stammgäste bei unserem Krisentag begrüßen. Ich habe mindestens vier KollegInnen entdeckt, die tatsächlich schon 2018 beim ersten Krisentag waren und sich an diesen kleinen gesteckt vollen Raum erinnern können. kleinen gesteckt vollen Raum erinnern können. Und es freut mich auch ganz besonders, dass ich Sie, dich, Herr Landesrat Christian Dörfel, ganz herzlich wieder bei uns begrüßen darf. Ich habe es vorher schon kurz gesagt, ich finde es nicht selbstverständlich, dass du dir die Zeit nimmst, hier bei uns zu sein und den Nachmittag mit uns zu beginnen, weil du damit nicht nur die Wertschätzung für unsere Arbeit ausdrückst und für das Interesse, das die Menschen hier im Raum an dem Thema zeigen, sondern auch die Relevanz und Wichtigkeit von Suizidprävention einfach auch mit deiner Anwesenheit nochmal betonst. Danke dafür. Und auch eine unserer ersten Vortragenden von 2018, nämlich meine Kollegin Lisa Hack, Der erste Vortrag von 2018, nämlich meine Kollegin Lisa Hack, steht heute wieder auf der Bühne mit demselben Kernthema wie damals. Auch wenn sie es heute aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Ich habe nachgeschaut, damals war es Suizidalität bei jungen und älteren Menschen, heute ist es suizidales Erleben und Verhalten, psychodynamische Aspekte, Beziehung und professionelle Haltung. Und so wie sich die Blickwinkel unserer Vorträge über die Jahre verändert haben, so hat sich auch die Arbeit in der Krisenhilfe weiterentwickelt. Neben der telefonischen Krisenintervention, die wir nach wie vor rund um die Uhr leisten, unsere persönlichen Krisengespräche, die wir 365 Tage im Jahr tatsächlich bei uns im Kriseninterventionszentrum anbieten und unseren mobilen Einsätzen direkt bei den Betroffenen vor Ort, haben wir neue Kanäle erschlossen. 2018 mit der Online-Beratung, also Sie hören schon, wir waren sehr motiviert am Anfang, sind es immer noch. Und 2022 dann mit dem Start der Chatberatung. Die Form der Begegnung mit den Menschen, die unsere Angebote nutzen, hat sich also zum Teil verändert. Das Thema Suizidalität ist geblieben. Gerade im digitalen Raum entstehen in der Arbeit mit suizidalen Krisen neue Herausforderungen in der Einschätzung, in der Intervention und in der Beziehungsgestaltung. Gleichzeitig bleibt Suizidalität auch in der direkten Begegnung, vor allem in ganz akuten Situationen, nach plötzlichen Verlusten oder anderen Unglücken, immer noch genauso für uns alle herausfordernd in der Begegnung mit diesen Menschen. genauso für uns alle herausfordernd in der Begegnung mit diesen Menschen. Dass wir dieses Thema in der Krise Halt geben, Suizidprävention in akuten Ausnahmesituationen, für unseren Krisentag im Jubiläumsiagau wählt haben, ist kein Zufall, sondern es war tatsächlich eine bewusste Entscheidung. Suizide verhindern durch Prävention und Akutintervention ist von Anfang an eines der zentralen Ziele der Krisenhilfe Oberösterreich. Und auch wenn sich vieles verändert und weiterentwickelt hat in den letzten zehn Jahren, ist und bleibt genau das eine unserer Kernaufgaben. Und in Zeiten, in denen Krisen, globale, regionale und persönliche, immer mehr zu werden scheinen, globale, regionale und persönliche immer mehr zu werden scheinen. Uns in all unseren Arbeitsfeldern, wie Sie und ihr alle hier sitzt, irgendwie immer mehr Menschen begegnen, die mit mehr als nur einer Belastung kämpfen, deren Leben enger, dichter und schwieriger wird, ist der Fokus auf das, was Halt geben kann, aus unserer Sicht besonders wichtig. Die Konfrontation mit Suizidalität in unserer Arbeit fordert auch uns immer wieder heraus, sowohl auf der persönlichen Ebene als auch auf der fachlichen. Beziehungsgestaltung wird zur wichtigen Intervention und die Idee, selbst handlungsfähig bleiben zu können, auch dann, wenn das Gegenüber droht, sich in seiner Einengung zu verlieren, ist wesentlich, dass wir Menschen in akuten Krisensituationen gut und tragend unterstützen können. Damit wir alle als Helfende in unseren unterschiedlichsten Arbeitssettings von der klassischen Beratung der mobilen Krisenintervention zum Beispiel beim Roten Kreuz oder auch in der Peer-Unterstützung, den Kolleginnen-Hilfssystemen der Einsatzorganisationen, aber auch dort, wo wir Menschen digital begegnen, noch mehr Sicherheit im Umgang mit auch suizidalen Krisen gewinnen können. Dazu hoffen wir heute Nachmittag mit den drei spannenden Vorträgen und auch der Talkrunde, einen kleinen Beitrag für euch alle leisten zu können. Und etwas, das immer Halt gibt, ist das Gefühl, nicht alleine zu sein. Das Gefühl, Verbundenheit und Zugehörigkeit zu empfinden. Und auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht ein wenig weit hergeholt klingt, ihr werdet es gleich verstehen, warum ich es trotzdem so sage, genau deswegen schätze ich tatsächlich auch den Krisentag so. Für uns intern ist eine Veranstaltung, die nur gemeinsam gelingen kann. Nicht nur wir, die heute hier vorne auf der Bühne stehen, tragen etwas zu seinem Gelingen bei, sondern dass diese Veranstaltung in der Form so möglich ist, das verdanken wir vor allem auch den Kolleginnen und Kollegen, die sich vielmehr im Hintergrund halten, die gar keine Freude hätten damit, wenn sie da vorne stehen dürften oder müssten. Die Sie oder ihr heute hier aber auch treffen könnt. Zum Beispiel unsere Kollegin Nina Fuchs, die sich im Hintergrund um die ganze Organisation kümmert, darum, dass wir alle hier sein können, dass ihr später einen Kaffee und einen Kuchen kriegt. Dem Kollegen Florian Schuster, der dafür sorgt, nicht nur, dass wir Grafiken und Einladungen haben, sondern auch, dass es Fotos von heute gibt. Unsere Kolleginnen aus dem Kriseninterventionszentrum, die sind leicht erkennbar, weil die tragen grün. Also die könnt ihr gut identifizieren. leicht erkennbar, weil die tragen Grün. Also die könnt ihr gut identifizieren. Die mit unseren Teamleiterinnen Gabi Murer und Daniela Ortner dafür sorgen, dass das Ganze hier vor Ort geschupft wird, dass ihr nachher nicht, hoffe ich zumindest, ich hoffe, ich verschenke jetzt nicht Vorschusslorbeeren, dass ihr nachher gut zu euren Getränken und eurem Kaffee und eurem Kuchen kommt. Und den Kolleginnen möchte ich allen danken, weil das Gefühl, Herausforderungen gemeinsam mit anderen begegnen zu können, macht vieles leichter. Und glauben Sie mir, wenn ich sage, solche Veranstaltungstage, auch wenn sie uns nicht in eine Krise stürzen, sie sind auch für uns immer wieder eine Herausforderung. Aber eine Herausforderung, die sich lohnt. Und zwar deswegen, weil so können Sie, könnt ihr alle heute Nachmittag nicht nur spannenden Vorträgen zuhören und in der Diskussionsrunde mit ins Gespräch kommen, einer Vielzahl von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Kolleginnen und Kollegen, die genau wie ihr selbst Menschen in schwierigsten Lebenssituationen begleiten, wenn auch vielleicht in ganz unterschiedlichen Arbeitssettings. Und ich darf euch jetzt deswegen schon einladen, die Zeit, die dann in der Pause für Austausch und Vernetzung zur Verfügung steht, tatsächlich zu nutzen und auch miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Und vielleicht auch da sowas wie Verbundenheit zu fühlen, uns in einer Gemeinschaft zu erleben von Menschen, die andere in Krisensituationen, wenn es eng wird, nicht alleine lassen wollen, sondern da ihren Beitrag leisten. Und ich freue mich mit Ihnen euch gemeinsam auf einen spannenden Nachmittag mit unseren Vortragenden und dann im Rahmen unserer Talkrunde. Eine kleine Bemerkung am Rande ist, wir sind ja relativ eng beisammen heute und ich weiß, es gehen so die großen Schnupfennasen um, die man dann ganz lange hat. Wir wissen es von Kolleginnen und Kollegen und wir alle schauen natürlich immer so drauf, dass wir selber gesund bleiben, damit wir da auch gut weiterwirken können. Wenn Sie mich heute schweißgebadet sehen, nein, es ist nichts Ansteckendes. Sie können tiefenentspannt zu mir kommen, es ist nur der Wechsel. Also nichts Ansteckendes und nur kein Mitleid. Ich halte es aus, ich habe leider einen Kaffee getrunken und ich hätte das nicht tun sollen, weil das rächt sich bei mir gleich super, wenn es dann da hinten zusammenrinnt. Also genau, wie gesagt, es ist nichts Ansteckendes, ich habe nicht eine große Verkühlung. 0732 21 77. Diese wichtige Nummer haben in den letzten zehn Jahren ganz viele Menschen gewählt. Ganz viele Menschen sind natürlich auch online irgendwie an die Krisenhilfe herangetreten, in persönlichen Gesprächen, an Tagen wie heute. Und dass das überhaupt möglich ist, dafür braucht es natürlich auch die öffentliche Hand. Es braucht Menschen, die sich einsetzen, die unterstützen. Und da finde ich die öffentliche Hand so schön, weil sie ist eine Hand, die natürlich auch geben kann. Und in diesem Fall tut sie es auch. Und er hat ja schon Dank bekommen. Ich sage noch einmal Danke und bitte um die Großworte vom Landesrat für Soziales, Integration und Jugend, Christian Dörfel. Herzlich willkommen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, grüß Gott und herzlich willkommen beim heut heurigen Krisentag. Ich möchte mich herzlich bedanken für die Einladung, die ich natürlich selbstverständlich angenommen habe. Es muss nicht extra erwähnt werden, denn es ist schon meine Aufgabe als Sozialreferent, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass wir Menschen, die in schwierigen Situationen sind, dass wir denen auch gut und professionell helfen können. Und darauf ausgerichtet ist das gesamte soziale Oberösterreich, das soziale Netz, das aus verschiedenen Organisationen besteht und auch verschiedene Aufgaben hat. Denn jede schwierige Situation hat es so mit sich, dass man am Anfang glaubt, man ist alleine. Und daher ist es wichtig, dass man ständig signalisiert, da gibt es jemand, der dir hilft. Und die schwierigen Situationen äußern sich ja nicht öffentlich, sondern sie entstehen. Und sie entstehen vielfach mit finanziellen Schwierigkeiten, Wohnungsnot, andere Probleme, die vielleicht für manche Personen überhaupt kein Problem sind, weil sie da ein Patentrezept haben. Aber für andere ist das schon mal eine große Herausforderung. Und wenn diese Herausforderung nicht gemeistert werden kann, verschärft sich die Situation. Und dann stehen wir vor der größten Krise und ich bin jetzt kein Experte, aber dann stehen wir vor der größten Krise, wo jemand überlegt, ist es nicht besser, mein Leben zu beenden. Und in dieser Situation ist das Allerschwierigste, wie kann ich jemandem helfen, beziehungsweise wie komme ich darauf, dass der in dieser Situation ist, der oder die. Denn man kann ja, niemand kann in die Personen hineinsehen. Und oft sind es genau die Personen, die am lustigsten sind, die überall dabei sind, die aber tatsächlich eine schwere Bürde mit sich tragen, aber nicht fertig werden, diese Bürde auch zu beseitigen oder jedenfalls so zu erleichtern, dass sie wieder eine Perspektive in ihrem Leben sehen. Meinem Vorgängern auf der einen Seite, die damals vor zehn Jahren einen weisen Entschluss gefasst haben und den Auftrag gegeben, aber auch ehrenamtlichen Helfern quer durchs ganze Land hier tatsächlich in den kritischen Situationen Hilfe leisten. Das heißt die Krisenhilfe Oberösterreich ist sozusagen die Speerspitze des sozialen Oberösterreich und da dürfen wir wirklich stolz sein und wir werden das auch heute Abend entsprechend noch feiern. Auch wenn es ein erstes Thema ist, ein gelungenes Projekt, darf trotzdem auch ein Jubiläum noch dazu feiern, darf trotzdem entsprechend gewürdigt werden und auch gefeiert werden. Heute Nachmittag ist natürlich der fachliche Teil. Der Grießentag, ich war im Frühjahr schon da, da war eher der Schwerpunkt, wie geht man denn um, wenn ein Suizid passiert im Umfeld, dieses Mal geht es um Suizidprävention. Und wir haben letzte Woche eine Pressekonferenz gehabt und ich habe die Katja damals gefragt, gibt es das überhaupt? Kann man das überhaupt verhindern? Suizidprävention, wie soll denn das möglich sein? Und sie hat gesagt, wir sind die Profis. Es ist schwierig, macht ihr keine Gedanken, wir sind die Profis. Es ist schwierig, ich stelle mir es nur unheimlich schwer vor und daher bin ich nur wirklich dankbarer, nur dankbarer, dass es euch gibt, die euch um das Thema annehmen und dass ihr auch heute da seid, um fachlichen neuen Input zu erhalten, um Menschen zu helfen. Denn das eine ist die Hilfe, die persönliche Hilfe. Das ist extrem wichtig. Aber genauso wichtig sind zwei andere Dinge, die sich im Vorfeld abspülen und eigentlich in der Öffentlichkeit sich abspülen. Das eine ist, es gibt die Krisenhilfe. Es gibt eine Möglichkeit, wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann habe ich eine Nummer, dort rufe ich an oder ich schreibe und mir kann geholfen werden. Das ist das Erste. Das heißt aber, man muss zunächst einmal Suizide als Tabuthema abschwächen. Es wird immer in irgendeiner Form ein Tabuthema bleiben, denn niemand redet darüber gerne. Aber es ist wichtig, dass wir trotzdem darüber reden, dass wir das in der Gesellschaft verankern, aber gleichzeitig auch dazu sagen, jeden kann es treffen, jeden kann es treffen, ohne Ausnahme, aber es gibt jemanden, der dem oder der hilft, aus dieser Situation herauszukommen oder diese Situation zu bewältigen. Also Öffentlichkeitsarbeit und das ist unser gemeinsamer Auftrag, den wir auch versuchen bestmöglich zu erfüllen. Das zweite ist Sicherheit zu geben dem persönlichen Umfeld. Da spreche ich jetzt nicht nur von der Familie, sondern es sind die Arbeitskollegen, das sind die Vereinskollegen. Oft hört man, man war ja das gewusst. Das heißt, und zwar leider erst immer dann, wenn ein Suizid bereits passiert ist, dann wird überlegt, hätte ich die Signale hören müssen? Oder welche Signale waren es überhaupt? Und daher glaube ich, ist eine wichtige Botschaft, die Gesellschaft, das Umfeld zu sensibilisieren, aber ihnen gleichzeitig auch irgendwie Tipps zu geben, obwohl Tipp jetzt vielleicht ein bisschen zu oberflächlich ist, aber ein Handwerkszeug zu geben, wie man denn mit solchen Situationen umgeht. Und das, was ich mitgenommen habe aus meiner Arbeit, wie gesagt, ich bin kein Experte, aber das Schlechteste ist, nichts zu tun. Und auch dafür bin ich dankbar, dass ihr diese Aufgabe übernehmt und sensibilisiert. Wir versuchen das auch nicht nur im Sozialressort, sondern auch im Jugendressort, wo wir mentale Gesundheit, Workshops anbieten, natürlich altersgerecht. Aber da geht es auch nur darum, den Freundeskreis zu sensibilisieren und dass es keine Schande ist, darüber zu sprechen, wenn es einem mal schlecht geht. Aber gleichzeitig den Freundeskreis oder die Umgebung dafür zu sensibilisieren, dass das nicht heruntergespielt wird und schon gar nicht lächerlich gemacht wird, sondern dass das tatsächlich ein ernstes Problem ist, den wir sich gemeinsam auch annehmen müssen. Und das Dritte ist, dass wir Leute ermutigen, auch wenn es schwierig ist. Und natürlich ist es immer leichter gesagt als getan. Wir müssen die Leute ermutigen, auch wenn es schwierig ist. Und natürlich ist es immer leichter gesagt als getan. Wir müssen die Leute ermutigen, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sich nicht zu scheuen. Mutig zu sein. Mutig zu sein, Hilfe anzunehmen. Und ich glaube, das ist die größte Hürde eigentlich noch. Denn man kommt in so einen Strudel rein, das hast du in verschiedensten Bereichen des Sozialen, aber da ist nirgendwo so dramatisch, sondern wenn tatsächlich die Gefahr eines Suizids besteht. Mutig zu sein, Hilfe anzunehmen auch. Das Angebot steht, höchst professionell, wirklich super. Ganz Österreich beneidet uns um dieses oberösterreichische Netzwerk der Krisenhilfe. Aber es muss auch angenommen werden. Und das ist auch unser Auftrag, den Leuten zu signalisieren und immer wieder zu sagen, es ist keine Schande, wenn es dir schlecht geht. Es ist keine Schande, wenn du glaubst, es geht nicht mehr weiter. Es ist keine Schande, wenn du sagst, ich sehe keinen Ausweg mehr. Aber es wäre eine Schande, wenn du die Hilfe nicht annimmst, die wir dir anbieten. Und alle technischen Möglichkeiten stehen zur Verfügung, rund um die Uhr. Und dafür so ein herzliches Dankeschön. Ich wünsche allen heute einen sehr fruchtbringenden Nachmittag, einen fachlichen Dialog, dass sie gestärkt aus der heutigen Veranstaltung herausgehen und mit frischem Mut und Zuversicht, Kraft letztlich, aber auch Optimismus, dass sie ihre Aufgabe, die sie entweder beruflich oder ehrenamtlich übernommen haben, zum Wohl der Menschen, die in einer wirklichen Krisensituation sind, auch entsprechend ausführen können. Also danke noch einmal für Ihren Einsatz und ich wünsche Ihnen alles, alles Gute bei Ihrer wertvollen Tätigkeit. Vielen Dank. Und das war schon ein richtiger Tipp, weil oft sind es Kleinigkeiten. Oft ist es dieses Ansprechen, dass man einfach jemand fragt, was denn leicht los ist. Oft ist es nur dieses immer mal Sorgen, irgendwie wirkst du als ob. Und das kann schon der entscheidende Satz gewesen sein. Und Sie haben es ja gesagt, alle Möglichkeiten, die wir haben, und natürlich sind die digitalen Möglichkeiten in den letzten zehn Jahren, die haben sich verändert, die sind enorm groß geworden, aber zugleich ist es auch enorm schwierig, digital, online. Wie kann ich Prävention online betreiben? Wie kann ich diese digitale Welt richtig gut nützen? Und das ist jetzt auch gleich unser Einstiegsforschungsthema, das wir hier haben werden. Er ist Psychologe, er ist Psychotherapeut, Mitarbeiter im Kriseninterventionszentrum der Krisenhilfe Oberösterreich, eben mit Schwerpunkt Chat und Online-Beratung. Herzlich willkommen, Martin Schmid. Dankeschön. Gut, ja, herzlichen Dank für die einführenden Worte und danke auch für die Möglichkeit, da heute sprechen zu dürfen. Ich werde heute über Suizidalität in der schriftlichen Onlineberatung sprechen. Warum mache ich das? Weil ich einer von den zwei fachlich Verantwortlichen für unsere Onlineberatungsangebote in der Krisenhilfe Oberösterreich bin. in der Krisenhilfe Oberösterreich bin. Genau, und bevor ich jetzt fachlich einsteige, möchte ich Ihnen trotzdem ganz kurz schildern, was sind denn eigentlich unsere Online-Beratungsangebote? Irgendwie bin ich ein bisschen... Nein, das habe ich ausgeschalten. Genau, wir haben ein Angebot der Mail-Beratung. Das ist quasi wie E-Mail. Man meldet sich auf einer Plattform an. Beratung-Krisenhilfe.ooe.at. Und das kann man sich wirklich wie Webmail vorstellen. und da kann zum Beispiel drinnen stehen, mir hat meine Partnerin, mein Partner verlassen, es ist eine liebe Person verstorben und irgendwie möchte ich da jetzt drüber schreiben. Man schreibt uns das, bekommt sofort eine Antwort, wo man herzlich willkommen geheißen wird und wo einfach auch drinnen steht, du, wenn es ganz dringend ist, bitte anrufen, aber, und da sind wir doch relativ schnell, innerhalb von 48 Stunden startet ein Beratungsprozess. Das heißt, es ist dann so, dass unsere BeraterInnen antworten und sagen, fein, dass du da bist, hört sich viel heftig an bei dir, magst mir nur erzählen, xyz. Und so entsteht dann ein Beratungsprozess über mehrere Wochen, meistens bis zu zehn Wochen. Wir schreiben so circa einmal pro Woche, Klientinnen nutzen es unterschiedlich. Manche schreiben täglich kurze Nachrichten, manche schreiben einmal pro Woche eine lange Nachricht. Wir sagen immer sowas wie, ich werde mich am Montag um 15 Uhr wieder bei dir melden. Und so entsteht da ein recht feiner Beratungsprozess. Das ist mal das eine Angebot von uns, die Mailberatung beziehungsweise asynchrone Onlineberatung. Das zweite Angebot, das wir haben, ist die Chatberatung. Da sind wir schon jetzt nur einen Schritt weit synchroner und noch niederschwelliger. Die Mailberatung vorhin, da muss ich eine Account erstellen, allerdings ist die E-Mail-Adresse schon optional, also man muss nicht zwingend eine angeben. In der Chatberatung ist es so, da nehme ich einmal einen Nutzernamen, der kann jedes Mal ein anderer sein. Also das heißt, da nenne ich mir einmal Ironman, einmal Captain America und einmal Ultron und bin irgendwie, also jedes Mal ein anderer. Wir sind immer Montag bis Freitag von 18 Uhr bis 21 Uhr da und in dieser Zeit komme ich vorbei, gebe den Namen an und habe dann ein Chatfenster von bis zu 30 Minuten, wo ich wieder über die gleichen Themen sprechen kann. Also was auch immer meine Krise ist, was mich auch gerade überfordert, das können wir da im Chat besprechen. Genau. Und warum machen wir das jetzt? Das eine, warum ist, wenn es heutzutage, es war gerade wieder ein Artikel im Standard, mit Menschenreden oder vor allem mit jüngeren Menschenreden, die sagen, man ruft halt einfach an, ja, das Telefon ist nicht mehr das Medium, das vor 10, 15 Jahren einmal gewesen ist, sondern da ist jetzt einfach auch was Neues da und das ist eben schriftliche Onlineberatung oder schriftliche Beratung. Oder schriftliche Beratung. Aber irgendwie geht uns doch viel, viel ab. Wir haben keine Gestik, wir haben keine Mimik, die Stimmen fördern uns. Wir sind mit einer totalen Kanalreduktion konfrontiert. Und kann ich so überhaupt beraten? Kann man nur im schriftlichen Setting beraten? Und dazu möchte ich kurz einen Text vorlesen. Ja, liebe Lotte, jetzt wird es mir deutlich, wie du meine eigene Hälfte bist und bleibst. Dazu möchte ich kurz einen Text vorlesen. unentfernt von dir bin, so wird mein Zustand höchst seltsam. Auf der einen Seite bin ich gewaffnet und gestählt, auf der anderen wie ein rohes Ei, weil ich versäumt habe, mich zu harnischen, wo du mir Schild und Schirm bist. Möglicherweise denkt man sich, naja, könnte schon sein, dass es da ein paar Therapiethemen gibt. Geschrieben hat es ein gewisser Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1784. Was möchte ich damit sagen? Ich möchte damit sagen, dass es nicht erst seit der Präsentation vom ersten iPhone so ist, dass schriftliche Kommunikation für Begegnung, für emotionalen Austausch genutzt wird, sondern es wird gemacht, seit man Büder an Höhlenwände mäht. sondern es wird gemacht, seit wir Büder an Höhlenwände mähen. Seitdem nutzen wir Schrifte oder irgendwie Medien zur Begegnung. Und genau das machen wir eben auch in der Onlineberatung. Jetzt dürfen wir da noch ein bisschen einen fachlicheren Blick drauf. Warum schriftliche Onlineberatung? Weil die Anonymität ganz ein zentraler Faktor ist. Es geht häufig wirklich darum, dass ich einfach, dass ich die Sicherheit brauche, ich will nur nicht, dass wer meinen Namen kennt. Und das kann ich in der Onlineberatung einfach steuern. Ich will nicht, dass wer mein Gesicht sieht. Und das kann ich in der Onlineberatung steuern. Wir haben auch, und das erleben wir in der Online-Beratung durchaus häufig, ganz starke, man nennt das offene Problemkommunikation, heißt nichts anderes, es wird viel weniger um den heißen Brei herum geschrieben. Wir sind viel schneller beim Punkt aus diesem Schutz außer. Und da steht jetzt noch höhere Selbstkontrolle, Emotionalität dosieren. Viele Menschen tun sich schwer, wenn sie das erste Mal zur Krisenberatung in die Therapie kommen und die Vorstellung von einer Person, die immer fremd ist, Tränen zu zeigen, irgendeine Berührung zu zeigen, ist unheimlich schwer. In der Onlineberatung kann ich, und ich sage es jetzt salopp, Rotz und Wasser weinen, während ich die Nachricht schreibe, habe aber trotzdem die Kontrolle, dass ich diese Nachricht strukturiert, seriös und in meinem Tonfall schreibe. Ich kann mein Gesicht wahren, so in dem Sinn. Und genau das ist einer von den zentralen Punkten, warum schriftliche Angebote einfach so fein sind. Schutz vor Bewertung, das spielt genau da rein. Und eine Sache, die ich immer wieder betone, wenn ich eine hilfreiche Psychotherapie gehabt habe, denke ich mir meistens mal, vor zwei Jahren, was mir eine Therapeutin zu mir gesagt hat, was war das genau? Kann ich mich nicht mehr erinnern. Irgendwie, es war gut, aber wo ich es hin, wenn ich nicht ein genaues Tagebuch geführt habe. Diese Beratungsverläufe, die habe ich immer zur Verfügung. Also das heißt, da kann ich quasi immer darauf zugreifen, ich habe ein Übergangsobjekt und das ist eben was, was man nicht unterschätzen darf, was einfach ein feiner Zugang ist. Dann sind wir bei Punkten, die natürlich sowieso stimmen. Schreiben ist per se heilsam und therapeutisch. Dann sind wir bei Punkten, die natürlich sowieso stimmen. Schreiben ist per se heilsam und therapeutisch. Ich glaube, dass das fast alle von Ihnen kennen, dass einmal, wenn ich ein Problem habe, das aufschreiben, dann muss ich es in Struktur bringen. Wir denken uns oft, ich weiß mein Problem, ich habe mein Problem eh die ganze Zeit in Gedanken und sobald ich es zu Papier bringen muss, zu Bildschirm bringen muss, bin ich auf einmal in einem denke ich mir, boah, jetzt muss ich richtig überlegen, wie beschreibe ich denn das, wie kriege ich denn da eine Struktur ein, wie kriege ich da Ordnung ein und dann habe ich die Struktur und die Ordnung drinnen. Ich muss mit mir selber kommunizieren und oft auch wirklich so, dass ich sage, ich nehme da jetzt eine Erzählerposition, eine Außenposition ein, mache den Schritt zurück und kann von außen drauf schauen. Und das sind schon so wesentliche Punkte, die in der Onlineberatung einfach wirksam und hilfreich sind. Und eine letzte Sache, die auf die Birgit Gnaz, Pionierin der Onlineberatung, zurückgeht. Ich glaube, es wird keiner auf die Idee kommen, zu sagen, dass die Herr-der-Ringe-Filme, so gut sie auch sind, besser sind als das Buch oder die Bücher. Wir wissen, dass das, was wir lesen, uns auf einer ganz anderen... Und es muss nicht Herr-der-Ringe sein. Wir wissen, dass so Lesen ein Buch, dass man da einfach unheimlich berührt werden kann. Und genau deswegen haben die schriftlichen Beratungsangebote durchwegs ihre Berechtigung. Und jetzt nochmal der Blick drauf zum Thema, wegen dem wir heute da sind. Warum bei Suizidalität? Genau aus dem Grund, den wir schon gehört haben. Weil Suizidalität immer noch etwas sehr stark Stigmatisiertes und Tabuisiertes ist. Das heißt, was passiert, wenn ich jemandem sage, manchmal habe ich den Gedanken, dass ich nicht mehr leben mag. Immer gerade. Irgendwie ist das jeden Tag da. Was kommt da raus? Es sind ganz viele Schamgefühle dabei. Das kann ich doch nicht sagen. Das kann ich meinen Eltern, meinem Partner, meinen Kindern nicht antun. Was werden die sich denken, wenn ich das erzähle? Genau das habe ich wieder die Sicherheit der Online-Beratung dabei. Es geht auch um Selbstkontrolle und um Sicherheit. Wir werden heute noch hören, dass es natürlich nicht so ist, dass jeder Mensch, der sagt, manchmal denke ich mir, dass ich nicht mehr leben möchte, sofort mit der Kavallerie ins Krankenhaus geführt wird. Das passiert nicht. Glücklicherweise passiert das nicht. Aber die Sorge ist oft da. Also das ist so, wenn ich sage, da passiert dann gleich irgendwas. Und da braucht es dann auch einfach Online-Angebote, die diese Sicherheit noch ein Stück weit gewähren. Genau. Und was wirkt jetzt in der Online-Beratung? Nicht überraschend, Beziehung, Beziehung, Beziehung. Auf das werden wir dann im nächsten Vortrag auch noch einmal genauer eingehen. Es geht ganz viel darum, diese Gedanken auszuhalten, da sein zu lassen und einfach die Menschen empathisch und wertschätzend zu begegnen. Die Frage ist jetzt, wie mache ich das im schriftlichen Setting? Und da möchte ich jetzt einfach ein Stück weit darauf eingehen. Der Gerhard Hindenberger hat den Begriff der Oraliteralität in die Onlineberatung eingeführt. Damit ist eine Annäherung an geschriebener und gesprochener Sprache. Ganz einfach. Heißt einfach, ich sollte nicht in dem Deutsch, in dem Gestetze verfasst sind, mit Menschen kommunizieren, die ich irgendwie erreichen will, sondern ich muss da was einbringen, was das Ganze irgendwie persönlich macht. Wir schreiben interaktionsorientiert, sprechen die Leute oft direkt mit Namen an. Wir dann, Deutschlehrer werden das für einen Albtraum halten, wir dann ganz viel nicht festschreibend formulieren. Wir schreiben im Konjunktiv, wir schreiben, das rucht sich irgendwie extrem belastend an. Wir schreiben, kann es sein, dass... Also wir stülpen nichts über. Ich probiere, so wenig Aussagesätze wie möglich zu schreiben, einfach damit ich etwas präsentiere und die KlientInnen sich dann entscheiden können, nehme ich das oder nehme ich es nicht. Beispiel, ganz einfach. Puh, da bin ich selber erst einmal sprachlos, wenn ich das lese, liebe Susanne. Das heißt, dieses Ansprechen von liebe Susanne zum Schluss macht gleich ein bisschen mehr Beziehung und Begegnung ein. Einfach auch zu sagen, ich bin sprachlos. Also das heißt, ich lese eine Nachricht und denke mir, boah, da ist so viel drin und da weiß ich im ersten Moment wirklich nicht, was ich darauf schreiben sollte. Dann ist das auch schon eine feine Form der Begegnung, wenn ich das einfach genau so zurückmache. Oder ein Beispiel, das ich bei Studierenden immer wieder bringe. Als ich ihre letzten Zeilen gelesen habe, was ihr Vater da zu ihnen gesagt hat, da war in meinem Kopf sofort ein Antwortsatz formuliert. Richtig viel Energie war in diesem Antwortsatz drinnen. Ich wollte schreiben und sie sind einfach ruhig geblieben. Mit drei Fragezeichen wollte ich das schreiben. Ein kurzes Nachdenken hat mich dann aber zurückgehalten und ich denke jetzt, dass es erstmal viel besser wäre, sie zu fragen, was sie da so ruhig bleiben hat lassen. Was ich da mache ist, ich biete etwas an, nehme es im gleichen Moment zurück, das heißt, KlientInnen können sich entscheiden, nehme ich es, nehme ich es nicht. Und ich stelle dafür aber meinen inneren Prozess zur Verfügung. Also das heißt, ich kann einfach so, das ist bei mir da gewesen. Als erstes wollte ich da sagen, werde ich. Mach da was dagegen, wenn so mit dir geredet wird. Und dann kommt der Gedanke, naja, das wird da wahrscheinlich jeder sagen, aber irgendwie weiß ich nicht, irgendwie scheint es ja wichtig zu sein, warum das nicht funktioniert. Und das waren jetzt zwei so sehr, sehr kurze Einblicke in das, wie wir online beraten. Und jetzt würde ich Sie gerne einfach quasi auf eine ausschnittsweise Reise mitnehmen, immer wieder Theorie verschränkt, wie man auf eine Nachricht, die bei uns, also die ist natürlich konstruiert, aber durchaus der Realität angepasst, wie man darauf reagieren könnte. Wir kriegen eine Nachricht, die lautet da, es ist einfach scheiße. Irgendwann will ich einfach nicht mehr kämpfen, es reicht. Immer schon ein Leben lang. Als Baby habe ich um Zuneigung kämpfen müssen. Ich verabschiede mich, ich gehe jetzt. Für immer endgültig. Bring mich um, will nicht mehr leben. Reicht endgültig. Jetzt aus verfickte Welt. Es ist einfach so scheiße, ich fasse es nicht. Wenn man das liest, einfach auch schon die, da sind ein paar Tippfehler drinnen, die sofort auffallen. Da hat man die Energie, mit der das geschrieben worden ist. Die Anspannung, die da beim Tippen da gewesen ist, das muss auch sofort abgeschickt werden. Das springt einem da richtig entgegen. Und jetzt geht es darum, wie würde ich darauf reagieren? Und ich verzichte jetzt auf irgendeine Struktur mit Liebeschreiberin oder so, sondern einfach, wie würde würde das Mail anfangen? Gut, dass du da bist. Ich hoffe wirklich sehr, dass du meine Zeile noch liest. Ich würde mich einfach freuen, wenn ich nochmal von dir lese. Und gleich hier möchte ich auch schreiben, all die Gedanken, die du beschreibst, der Wunsch zu sterben, das hat dir Platz. Gut, dass du da bist. Mit dem fange ich an. Das ist natürlich ein banaler und klingt jetzt einfacher Satz, aber mit dem spreche ich eigentlich gleich aus der Theorie zwei unterschiedliche Sachen an. Wir wissen, also nach der interpersonalen Theorie vom suizidalen Verhalten, dass es zwei ganz wesentliche Aspekte gibt, die Suizidgedanken bedingen, auslösen. Das eine ist Perceived Burdensomeness, der Gedanke, ich bin eine Last für andere. Die anderen sind doch ohne mich besser dran. Ist was ganz Typisches, was wir in der Arbeit immer wieder lesen. Das zweite ist, ich bin nicht Teil von einer wertgeschätzten Gruppe. Das heißt, ich kehre irgendwie nirgends dazu, mir fehlt reziproke Fürsorge. Ich bin nicht Teil von einer wertgeschätzten Gruppe. Das heißt, ich gehe irgendwie nirgends dazu. Mir fehlt reziproke Fürsorge. Und alleine mit so einem Satz, wenn ich eine Nachricht so anfange, wirke ich dem ein bisschen entgegen. Das heißt nicht, dass das damit weg ist. Das ist schön, aber so funktioniert es leider nicht. Aber damit tue ich einmal an. Ganz zentral auch, ich freue mich, wenn ich wieder von dir lesen darf. Das ist ein Satz, den wir relativ gerne nutzen, einfach zu sagen, hey, ich interessiere mich für dich, ich interessiere mich, wie das ausgeht. Und dann fangen wir schon sachte an zum Normalisieren. Die Gedanken, die du beschreibst, der Wunsch zu sterben, das hat hier Platz. Ich mache damit was, ich tue eben genau diesen, schreibe mir gerne mehr davon, sch zu sterben, das hat hier Platz. Ich mache damit was, ich tue eben genau diesem, schreibe mir gerne mehr davon, schreibe davon, das hat einen Platz. Das ist nicht tabuisiert. Vor allem auch, ich bin jetzt bei der Einordnung, ich halte das aus, ich bin nicht überfordert damit. Du kannst mir das einfach schreiben. Und genau, also was wir machen ist, Beziehung anbieten. Wie würde ich weiter vorgehen? Ich würde dann schreiben, es muss gerade so verdammt viel sein. Beim Lesen deiner Zeilen, da war so viel Druck, so viel Wut spürbar, das muss gerade so verdammt wehtun. Schon als Baby musstest du um Zuneigung ringen, drum kämpfen. Das Selbstverständliche der Welt wurde dir vorenthalten. Deshalb, ja, ich kann deine Gedanken nachvollziehen. So willst du einfach nicht mehr weiterleben. Ich habe mir jetzt erlaubt, da zweimal das verdammt zu markieren. Ich bin einmal darauf aufmerksam gemacht worden, dass das schon, also überrascht, eine überraschte Rückmeldung kriegt, dass ich verdammt schreibe. Bei der Ausgangsnachricht hätte man auch scheiße schreiben können. Also, es ist einfach, wir müssen authentisch sein, wir müssen uns irgendwie an die Klientinnen andocken und da nutze ich solche Wörter. Das hat mit Konkurrenz, das hat mit Authentizität zu tun, dass ich einfach, ja, dass ich probiere anzudocken. Ein ganz, ganz zentraler Satz mit dem Wort verdammt, das muss gerade so verdammt wehtun. Schmerzerleben ist eine zentrale Variable, wenn es um Suizidgedanken geht. Es ist sogar in der modernen Forschung eher so, dass man sagt, diese wirkliche Absicht, ich will nicht mehr leben, um die geht es nicht. Es geht immer darum, ich will, dass dieses Gefühl aufhört, ich will, dass dieser Schmerz aufhört, ich will, dass dieses unaushaltbare Mischmasch an Emotionen, das in mir da ist, oder auch Schmerzen, können auch körperliche Schmerzen sein, ich will einfach, dass das vorbeigeht. Und das anzusprechen ist einfach ein ganz zentraler Punkt, wie man eben in Kontakt kommen kann. Und dann bin ich natürlich auch ein bisschen suggestiv und schreibe, so willst du einfach nicht mehr weiterleben. Das ist so nicht in der Nachricht drinnen gestanden, aber ich bin jetzt noch nicht so weit davon weggegangen, aber allein mit dem Satz sage ich, so wie es jetzt ist, geht es nicht, aber vielleicht gibt es eine andere Art und Weise, auf die wir es irgendwie hinkriegen. Also wiederum diese sachte, lebensbejahende Rolle einnehmen, was da mit dem letzten Satz passiert ist, ist ganz zentral, wobei ich gleich dazu sage, wir müssen das immer unter dem Primat der Empathie sägen. Also es geht immer zuerst darum, zu verstehen, Verständnis, oder Verstehen ist viel gesagt, einfach da sein lassen, was die Person schreibt, was die Person gerade erlebt und nicht zwingend dann gleich, aber schau, da gibt es auch etwas Positives, weil mit dem werde ich nicht weit kommen. Ich muss zuerst einmal verstanden haben, wie es den Menschen geht. Vom Rory O'Connor habe ich da jetzt ein Zitat eingenommen. I believe that being trapped by unbearable pain is key to understanding suicide as I consider it to be central to the final common pathway to suicide. Ich glaube, für mich war das einfach so eine ganz zentrale Erkenntnis, dass es immer um Schmerz erleben geht. Und da habe ich jetzt noch etwas dazu gebaut. Beispielantwort. Beim Lesen deiner Nachricht wird deine Verzweiflung deutlich. So wie sich das bei dir gerade anfühlt, so willst du einfach nicht mehr, lese ich daraus. Großer Schmerz kann manchmal so überwältigend sein, dass man einfach nur mehr weg vom Schmerz will. Dieses Ansprechen vom Schmerz ist einerseits ein Ausdruck von Verständnis und andererseits auch etwas, auf das ich mich zurückziehen kann. Wir sind voll oft sprachlos und ohnmächtig, wissen nicht, was wir schreiben sollen. Und wenn ich dann im Hinterkopf habe, da tut einfach gerade etwas weh, den Schmerz ansprechen, der da ist, das kann ich immer irgendwie. Und das ist etwas, was einfach sehr, sehr hilfreich ist. hoffe, da ist irgendwo ein Anteil, der weitermachen will. Ganz klar, nicht so wie bisher, nicht auf diese Art, aber vielleicht auf eine andere Art und Weise. Sprich, wir machen das Gleiche wie vorhin, also vielleicht auf eine andere Art und Weise, aber ich spreche nur, du hast dich gemött. Ich tue eigentlich, partialisieren würde man das jetzt aus der theoretischen Perspektive auszunennen, ich spreche den Anteil an, der sich gemeldet hat und schaue, was hat denn der zu sagen. Irgendwo scheint es da Ambivalenz zu geben und alles, was Ambivalenz ist, alles, was ganz sicher bin ich mir noch nicht ist, das sprechen wir an und auf das fokussieren wir uns hin. Da werden wir heute auch noch ein bisschen was dazu hören und das ist einfach die Rolle, die wir einnehmen. So läuft Online-Beratung ab. So probieren wir irgendwie Verständnis aufzubauen und wertschätzend empathisch mit KlientInnen zu kommunizieren. Weiter geht es dann und da habe ich mir jetzt erlaubt, das trotzdem einfach so hinzuschreiben, wir fragen dann nach, wir öffnen Erzählräume, einfach so, dass wir schriftlich erzählen, erzählen wir mal, wie schaut denn der Leben allgemein gerade aus, wie ist der Alltag, bist du in Ausbildung, bist du gerade zu Hause, was ist der Alltag, wir klären speziell im Chat eine ganz klassische Suizidalität ab. Da gehört dann auch dazu, dass ich sowas schreibe wie, manchmal mache ich mir vor die, also so wie du schreibst, mache ich mir gerade vor die Sorgen, hast du vielleicht schon Medikamente gekauft? Hast du dich daheim liegen und irgendwie Vorbereitungen getroffen? Und dann schaut man einfach, was passiert. Sehr oft kommen dann ehrliche Antworten und sehr oft kommt man auch zu Vereinbarungen, zu Lösungen, die man treffen kann. Wir stärken Ambivalenzen, wir zeigen Alternativen auf. Manchmal bieten wir auch einen Wechsel auf den Kanal Telefon oder überhaupt auf persönliche Gespräche an. Es kommt immer wieder vor, dass wir direkt aus dem Chat, aus der Online-Beratung, aus Menschen zu uns einladen. Ich sage gleich dazu, das ist möglich. Wenn es sich auftut, machen wir es auch. Aber aus einer Online-Perspektive ist es mit Vorsicht zu genießen, weil jemand, der uns schreibt, der schreibt uns. Der hat schon einen Grund, warum er nicht angerufen hat und warum er nicht seinen persönlichen Termin ausgemacht hat. Und das müsste man bei Klientinnen einfach immer im Hinterkopf haben, dass es ganz, ganz wichtig ist. Das ist einfach wichtig. Aus einer BeraterInnen-Perspektive, das ist mir jetzt an der Stelle einfach auch noch wichtig zu sagen, da ist das Online-Angebot oft sehr herausfordernd erlebt, weil eben einfach diese Distanz, diese Kontrolle, die KlientInnen haben, die ist bei uns natürlich mit nur viel mehr Ohnmacht verbunden. Wir können oft nichts tun, außer signalisieren, dass die Hand ausgestreckt ist. Das ist voll viel, aber das fühlt sich trotzdem auch oft unzufriedenstellend an. Da ist unser Appell einfach, oder das, wie wir damit umgehen, Intervision, Supervision, mit Leuten darüber reden, das ist im Übrigen bei Online-Angeboten voll super, weil während ich beim Telefonat oder am Gespräch immer den Filter meiner eigenen Erinnerung, meiner eigenen Erzählung drinnen habe. Den Chat und den Mailverkehr, der ist eins zu eins genauso da, wie er geschehen ist. Und das macht es sehr viel, das macht es auch sehr authentisch, wenn man da Besprechungen macht. Wenn es wirklich mal so ist, dass wer komplett aus dem Kontakt geht, dann bleiben wir trotzdem bei der Authentizität. Ich merke einfach die ganze Zeit, wie verdammt verzweifelt du bist. Ich bin da, schreib mir gerne weiter, aber ich bin jetzt auch ganz offen. Ich habe wirklich gar keine Daten von dir. Ich weiß nicht, wer und wo du bist. Das heißt, wenn du den Chat verlässt, dann werde ich auch keine Rettung oder so verständigen können. Aber hier im Chat, da bin ich da und würde mich freuen, wenn du noch weiter mit mir schreibst. Also da sind wir einfach aus dem, was sind meine Möglichkeiten, bin ich offen, halte die Hand hin und motiviere dazu, dass die Klientinnen einfach weiter dranbleiben. Ich möchte jetzt auf keinen Fall mit dem abschließen, weil wirkliche Kontaktabbrüche kommen vor. Wir schauen dann auch, dass wir das gut auffangen und da sind wir, finde ich, recht fein aufgestellt da in der Krisenhöfe. Aber meistens ist es so, dass Klientinnen, die das so erleben, darüber reden, verstanden werden, dass das unheimlich als hilfreich erlebt wird und dass einfach sehr konstruktive und feine Beratungsprozesse möglich werden. Beratungsprozesse möglich werden. Grundsätzlich war ich jetzt bei einem Ende meiner Schilderung. Ein, zwei Minuten muss ich mir noch nehmen. Weil wenn man über Online-Beratung, EDV und sonst was redet im Jahr 2026, ist nur ein Elefant im Raum, den ich bisher nicht angesprochen habe, nämlich künstliche Intelligenz. Wie gesagt, ich kann das jetzt nur sehr kurz ansprechen. Grundsätzlich ist oft so das Bild da, oder wir erleben es, ich habe eh schon Chat-Chip, die gefragt hat, das Gleiche gesagt wie Sie, Herr Schmid. Ich erlebe es im Chat auch so, schreibe ich da eh mit einem Menschen, ja, Sie schreiben mit einem Menschen, dann beweisen sie es einmal, dass es KKI sind. Es ist als Thema da, anekdotische Evidenz, ohne dass man das überprüft, dann ist es so, dass die Mailberatung, dass wir da tatsächlich erleben, dass das ein bisschen weniger angenommen wird, einfach weil diese 48 Stunden bis 2022 einfach sehr kurz waren und jetzt habe ich Medien, die sofort eine Antwort geben, der Chat, meinem Gefühl nach, ungebrochen genutzt wird. Meine Hypothese war halt auch, ich habe es zuerst schon gesagt, es ist Beziehung, Beziehung, Beziehung, dass einfach das Wissen, da sitzt ein Mensch auf dem anderen End der Leitung quasi, dass das schon so viel ausmacht, dass es zentral und wichtig ist. Also selbst wenn ich genau das Gleiche schreibe wie Chat, Schippe, die, ist noch ein Effekt dabei, weil ich als Person das halt lese und weil das dann das andere kann man trotzdem nicht Beziehung nennen, zumindest nicht in dem klassischen Sinn. Auf der anderen Seite bin ich weit weg davon, Angebote zu verteufeln. Wenn KI hilfreich sein kann, dann müssen wir es nutzen. Ich denke mal, da wäre es verkehrt zu sagen, das darf nicht genutzt werden. Aber wir sind einfach nur am Anfang. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass wir nicht gleich darauf hinschauen, wir werden jetzt alle ersetzt, sondern dass wir eher darauf hinschauen, was kann es uns denn wirklich sinnvoll für Arbeit abnehmen, die uns dann zur tatsächlichen Beratung überbleibt, aber das ist ein anderes Thema und damit sage ich ganz herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und davon die Urbild.