Ich würde Sie bitten, sich jetzt hinzusetzen, Ruhe einkehrt zu lassen, denn jetzt wird es spannend und historisch. Katrin Dils für Sie, Alain Hünnigen, die mit uns eine Reise in die Geschichte machen wird und die uns mehr zum Ein-Küchen-Haus, dem Verein zur Erforschung emanzipatorischer Rohmodelle erzählen wird. Katrin, bitte. Ich bedanke mich auf den Verein, bei den Organisatorinnen und allen Unterstützerinnen und für die tolle Einladung. Es ist eine Ehre, in dieser Programmierung nach den tollen Vorrednerinnen dran zu sein. Ich stelle mich bzw. Brutz vor, auch wenn ich kräutelohr physisch am Wesen bin. Wir, das Einfüchenhaus, Verein zur Forschung emanzipatorischer Wohnmodelle, sind ein interdisziplinäres Forschungskollektiv, bestehend aus meiner Kollegin Christina Schraml, die Urbanistin ist und Lehrende an der angewandten im Bereich Social Design in Wien und Historikerin Marie-Noëlle Jasper-Mahner und mir. Ich bin auch Historikerin. Gegründet 2021 haben wir bereits vorher in verschiedenen Konstellationen zum Wiener Ein-Küchen-Haus und der internationalen Ein-Küchen-Haus-Bewegung gearbeitet. Ausgangspunkt unserer Forschung sind die beiden Ein-Küchen-Häuser. Das erste Frauenwohnheim Heimhof, das 1911 errichtet worden ist, im 19. Wiener Gemeindebezirk und das zweite, das Familien-Ein-Küchenhaus, das 1922-23 eröffnet worden ist und 1925-26 durch die Gemeinde übernommen, erweitert wurde im 15. Wiener Gemeindebezirk. Wir untersuchen die Möglichkeiten, aber auch Grenzen historischer, kollektiver Wohnkonzepte und erforschen ihr Potenzial für unsere heutige Gesellschaft. Dabei sind für uns Fragen relevant wie, inwieweit hatten die Konzepte des sogenannten neuen Mannes, der neuen Frau, Einfluss auf die Gestaltung des Wohnens? Wie wurde die Mehrfachbelastung von Frauen und eine gerechtere, wenn ich an Sabine Ries und ihre Arbeit noch denke, Aufteilung der Sorge- und Reproduktionsarbeit diskutiert und welche Maßnahmen wurden gesetzt? Welche Vorstellungen von Geschlechterrollen, Sexualität und Gesellschaft spiegelt sich in ihnen? Alles Fragen und Bereiche, die sich auch rund ums Wohnen stellen. Inwieweit sind also die Lebensrealitäten und Herausforderungen von Frauen in dieser Epoche, der Zwischenkriegszeit, mit Fragen des Wohnens und gerechten Lebens verbunden? Und nicht zuletzt, welche Möglichkeiten und neuen Ideen können aus diesen historischen Konzepten erwachsen? Was bedeutet das für das große Thema Frauen und Wohnen? Das hier in der Bild illustrierten Bühne, so positiv und als Wiener Vorbild für die Welt präsentierte ein Küchenhaus, war kein Wiener Konzept. Die Idee geht zurück auf die radikale Frauenbewegung um 1900 und wird insbesondere mit Lilli Braun, einer Sozialdemokratin und Aktivistin, verknüpft. Und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden internationale, zahlreiche Projekte realisiert. Zum Beispiel neben Wien oder vor Wien in Kopenhagen, Berlin, Zürich. In Österreich gab es auch noch den Theresienhof in Graz. Vor 1918 wurde das Thema Frauen und Wohnen von privaten Initiativen aufgegriffen und umgesetzt. Neben Wohltätigkeitsvereinen, die von oben agierten für andere, die bedürftig sind und bei denen Aspekte wie Sittlichkeit eine große Rolle spielten, knüpften radikale Frauenrechtlerinnen an utopistische Modelle des 19. Jahrhunderts an und entwickelten diese weiter. Ein Küchenhäuser sind ein Beispiel dafür. Nach 1918 ist eine viel größere Aufmerksamkeit für uns Sichtbarkeit des Komplexes Frauen und Wohnen erkennbar. Diverse internationale Wohnprojekte zielten darauf ab, Wohnmöglichkeiten, unabhängiges Wohnen für Frauen zu schaffen. Möglichkeiten unabhängiges Wohnen für Frauen zu schaffen. Rechtsungleichheit war aber immer noch Thema, sprich verheiratete Frauen oder unverheiratete ledige Frauen zum Beispiel hatten natürlich trotzdem immer noch weniger Rechte. Stärker war jedoch Frauen und Wohnen mit Aspekten der Mehrfachbelastung, der Kehrarbeit und den verschiedenen Lösungsansätzen, diese zu reduzieren, verknüpft. Zu privaten Initiativen traten öffentliche Bauträger, wie es zum Beispiel in der Zeit des Roten Wiens, also der sozialdemokratischen Regierung seit 1919 oder 1919 bis 1934 bestanden hat und mit den Gemeinde- oder Sozialbauten initiiert wurden. Sozialbauten initiiert worden. Und davon, weil wir heute schon öfter gehört haben, die Stadt der kurzen Wege, das stammt auch aus dieser Zeit des Roten Wien. Und wenn man das in Bezug auf Frauen nachdenkt, dann ist zum Beispiel der Kindergarten im Gemeindebau oder im sozialen Wohnbau ganz wichtig, wo man quasi am Weg zur Arbeit die Kinder gleich im Haus noch zur Betreuung schicken kann. am Weg zur Arbeit die Kinder gleich im Haus noch zu betreuen schicken kann. Bis zum 19. Jahrhundert waren Frauen also aus der politischen Öffentlichkeit großzügig ausgeschlossen. Mit der Industrialisierung stieg die Erwerbsarbeit von Frauen stark an. Mitte der 1920er Jahre war knapp die Hälfte der Frauen zwischen 14 und 60 Jahren berufstätig. Immer mehr Frauen fordern mehr Rechte ein. Frauen erhielten 1918 das aktive, passive Wahlrecht in Österreich zumindest, was politische Mitsprache zum gewissen Grad ermöglichte. Zuvor waren es fast ausschließlich bürgerliche Frauenrechtsaktivistinnen in Vereinen organisiert. 1920er und 30er Jahre gab es dann einschlägige Diskussionen um Rollenverteilung der Geschlechter. Diskussion um Rollenverteilung der Geschlechter, der Geschlechter distinktiver und mehrfach Belastung und Überlastung mit unbezahlter Hausarbeit, Kinderbetreuungspflichten und Lohnarbeit dringlicher diskutiert. Gewisse Formen von Mental Load also angesprochen. Und das sieht man hier auch in dieser Grafik ganz gut, weil in unserer Vermittlungsarbeit, also Forschungs- und Vermittlungsarbeit, kommt ganz oft auch die Frage oder dieser Eindruck, dass die Mehrfachbelastung etwas recht Rezentes ist oder etwas Modernes. Oder die Leute im besten Fall einfach nur nicht verinnerlicht haben in den, sagen wir mal, vor 100 Jahren, 1920er Jahren. Dem war aber nicht so. Also das war ja genau das Problem und das war genau diese Herausforderung für die neue Gesellschaft, die neue Generation der erwerbstätigen Frauen, wie man dieses doch lösen könnte, auch über die Modenmodelle. Und sozialistisches, sozialdemokratisches Idealbild war aber nach wie vor, war zwar neu, aber nicht so radikal, wie wir es vielleicht heute denken würden. Die Frau war berufstätig, selbstständig, zugleich sollte sie aber Kinder haben, verheiratet sein, natürlich in einer heteronormativen Partnerschaft sein und im besten Fall in einer Kleinfamilie leben. Wohnbau, die man eher erhalten hat, wenn man diese Konstellation getroffen hat. Das Ideal entsprach aber nicht unbedingt der Wirklichkeit, wie es immer so war in der Geschichte oder auch in der Gegenwart und den tatsächlichen Lebensrealitäten von Frauen, also Gender Gap, unterschiedliche Gehälter, die Krisezeiten, auch im Ersten Krieg und in der Nachkriegszeit. Alle diese Konzepte und Überlegungen standen erwerbstätigen Frauen im Mittelpunkt. Erleichterungen bei der Hausarbeit oder Kindererziehung für nicht erwerbstätige Frauen wurde zum Beispiel nicht berücksichtigt. Heute haben wir ja auch schon gehört, also diese natürliche Aufgabe, auch wenn man es politisch sehr radikal denkt, auch diese Zeit des Roten Wiens, wurde aber durchaus nicht von den männlichen Politikern eingefordert. Oder einer, sagen wir mal, Aufbruch der Geschlechterrollen. Das, was man gemerkt hat, wir brauchen die erwerbstätigen Frauen für die Gesellschaft, für die Politik, für die Wirtschaft natürlich. Aber wenn die dann zu Hause wegfallen, was machen wir? Die Wirtschaft natürlich, aber wenn die dann zu Hause wegfallen, was machen wir? Wegfallen, was machen wir? Frauenerwerbsarbeit war eine zentrale Kategorie, entlang dieser Debatten und die moderne Gesellschaft geführt worden. Auch bei Mein Küchenhaus wurde der sogenannte volkswirtschaftliche Standpunkt als mindestens so bedeutend wie der weibliche vermittelt. Mit Wirtschaftlichkeit, mit Ökonomisierung argumentiert, auch in diesem Bühneartikel, den wir zuvor gesehen haben. Ganz besonders, fast alle setzten an bei Vereinfachung der Care- und Reproduktionsarbeit durch Rationalisierung, Technisierung, Auslagerung. Im Fokus der Debatten ebenso wie der Maßnahmen stand die Küche, denn sie war jener Raum, an dem Überlegungen um Frauen, Wohnen, Care-Arbeit gleichsam kulminierten und um den die Debatten von Modernisierung, Frauenemanzipation und die Reform der Hausarbeit ausgetragen wurden. Das erste Einküchenhaus um 1910 richtete sich an ledige Frauen, die erwerbstätig waren und unabhängig, selbstständig oder selbstbestimmt wohnen wollten. Das zweite Einküchenhaus richtete sich dagegen explizit an Paare, von denen beide PartnerInnen erwerbstätig sind, mit und ohne Kindern. Beide verknüpften die Auslagerung von Care-Arbeit und Vergemeinschaftigung in genossenschaftliche Organisation und inkludierten soziale Gemeinschaftseinrichtungen wie zum Beispiel Terrassen, Gesellschaftsräume, aber auch diese neue Generation an Kindergärten. Das zweite Ein-Famil-Einküchenhaus adressierte eben die Familien und die erwerbstätige Frau als Teil dieser partnerschaftlichen Gemeinschaft. Das Bild allerdings der erwerbstätigen Frauen in Berufen, die höhere Ausbildung verlangten, Lehrerinnen, Beamtinnen, Büroarbeit, ist die Zielgruppe des Ersten. Dieses wandelte sich aber. Der Typus der klassischen ledigen Lehrerin am Ende des 19. Jahrhunderts wurde unwichtiger. Erwerbstätigkeit von Frauen der Mittelschicht wurde nach 1918 sozusagen mehrheitsfähig oder zumindest gesellschaftlich anerkannter. Nicht nur aus ökonomischen Gründen, wie vor allem bei ArbeiterInnen, sondern auch als Form der Lebensgestaltung. Damit gewann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an Bedeutung. Auch bauliche Maßnahmen in den Gemeindebauten des Roten Wien zum Beispiel sollten es Frauen erleichtern, Erwerbsarbeit und Care-Arbeit zu organisieren. Dieses richtete sich aber traditioneller nicht an Industriearbeiterinnen oder genau die ärmlichen Frauen, Milieu bedingt, sondern an dieser neuen Generation der Mittelschicht oder wenig verdienenden, aber erwerbstätigen Frauen. Das Modell des Einküchenhauses war radikaler, konsequenter, betraf ureigene Aufgaben von den Frauen und griff stärker in das Zusammenleben ein. Kochen und vielfach Essen als sehr individuelle, private Tätigkeit wurden ausgelagert und vergemeinschaftet. Dies wurde vor allem ökonomisch begründet und unterscheidet das Ein-Küchen-Haus von vielen gegenwärtigen Wohnmodellen mit gemeinsamen Küchen. Hier vor allem setzt die Kritik an dem Modell an. Sowohl von interviewten Fabriksarbeiterinnen, einige kennen vielleicht Käthe Leicht, das Studie So leben wir, wo sie hunderte Fabriksarbeiterinnen gefragt hat zu verschiedenen Fragen der Lebensherausforderungen und Lebensrealitäten. Sie hat auch ganz gezielt gefragt Bewohnerinnen in einem Küchenhaus und zum Beispiel hat sie gefragt, schmeckt das Essen in einem Küchenhaus? Und man kann doch nicht essen, also in Häusern, wo eine zentralisierte Küche besteht, wo die Angestellten, die Köchinnen oder die Herrichterinnen Angestellte der Genossenschaft sind, dann hat man ja nicht so das gute Essen von der Frau, von der Mutter, von der Oma, die gleich diese Familie unter Bedrohung sah. Bis zum gewissen Grad ist das Konzept ein offenes, durchlässigeres. Die Bewohnerinnen hatten zwar fixe Tische im Speisesaal, doch berichteten Zeitzeuginnen von Gesprächen von spontanen Tischgemeinschaften. Frauen sollten nicht nur von Care-Arbeit, sondern auch vom Kochen befreit werden. Bewohnerinnen konnten so ganz die Gleichberechtigung zumindest in einer Art wohnen, wenn sie sie auch in der Realität nicht leben konnten. Allerdings die ausgeladenen Tätigkeiten wurden ebenso fast immer von Frauen durchgeführt. Und es reproduzierte sich so auch weiter genderspezifische Tätigkeiten. Auch bekamen die Angestellten von der Genossenschaft recht wenig bezahlt. Also wie gesagt, die Köchinnen, Wäscherinnen, Büglerinnen, alles, was man als Bewohnerin quasi das Service in Anspruch nehmen konnte, war auch recht kostspielig. Und viele, wie wir aus der Forschung gesehen haben, viele Bewohnerinnen haben das auch gar nicht in Anspruch genommen und mussten sich dann erst in ihren Kleinstwohnungen, wo es keine Küche, keine richtige gab, sondern nur eine Kochnische, zurechtfinden. Ledige Frauen, das hatten wir heute auch schon im Gegenwartsbezug als Thema, war natürlich auch eine große Herausforderung für die Gesellschaft der Nachkriegszeit. In Käthe Leichters Studien zum Beispiel machen sie eine eigene Analysekategorie aus. Das erste Einküchenhaus bot im Gegensatz zu klassischen Wohnheimen karitativer Vereine Frauen die Möglichkeit, unabhängig zu leben. Das macht die Anziehungskraft des Modelles auch bis heute aus. Emanzipatorisch, partizipatives und selbstbestimmtes Wohnen. Natürlich im Kontext der damaligen Zeit. Wenn auch Bedarf und Interesse an Wohnmodellen für alleinstehende Frauen bestand, wurden wenige Projekte realisiert. Es gab zwar Modelle wie die Kleinstwohnungen für berufstätige Frauen, wie sie von Margarete Schütteli-Hotzke entworfen worden sind. Es wurden aber ganz wenige ledigen, sogenannte ledigen Wohnungen im Gemeindebau etwa realisiert. Und wie wir heute gehört haben, ist es auch immer noch eine Herausforderung. Aber obwohl sich die Familiarisierung in allen Schichten, in Österreich zumindest, erst in den 1950er und 60er Jahren durchgesetzt hatte, wurde sie eben in dieser Zeit der 1920er und 30er Jahren bereits vorbereitet. Und orientierte sich die Mehrheit der Bauträger, zum Beispiel auch die Gemeinde Wien, an der Systemeinheit Familie. Immer mehr an der Kleinfamilie. Trotz aller Dominanz der Kleinfamilie als gesellschaftlichen Ideal, stellen die Gemeinschaftsräume der Gemeindebauten Möglichkeiten Räume dar, für geschlechtergerechte Reformen des Wohnens, Lebens und Arbeitens. Also man weiß zum Beispiel von einigen Bewohnerinnen, die als Schwestern im Haus gewohnt haben, sich diesen Genossenschaftsbeitrag angespart haben, aber dann eigentlich nie Geld hatte für dieses Modell, die zentrale Küche oder den Speisesaal zu besuchen. Und deswegen haben sie sich dann einfach Brote geschmiert oder Suppen gemacht in ihrer eigenen Wohnung. Dafür war auch bekannt, dass sie in das sozialistische oder sozialdemokratische Jugendrecht engagiert waren und viele Partys geschmiert oder Suppen gemacht in ihrer eigenen Wohnung. Dafür war auch bekannt, dass die in der sozialistischen oder sozialdemokratischen Jugend recht engagiert waren und viele Partys geschmissen haben. Also es war dann doch ein Ort, wo es nicht so klassisch Kleinfamilien ausgerichtet war. Also das sind diese Themen, die über so ein Haus, wie das Ein-Küchen-Haus oder so ein Wohnmodell und Wohnprojekt, wie das Ein-Küchen-Haus oder so ein Wohnmodell und Wohnprojekt wie das Ein-Küchen-Haus diskutiert worden sind. Also es war medial sehr brisant. Ich würde jetzt sagen, unser Eindruck in der Forschung ist, dass die politischen Gegner des Hauses eben eher diesen Verfall, den ich schon genannt habe, der Familie gesehen haben, aber auch ganz oft diesen Zugang nicht hatten und eigentlich mehr Zugang gehabt hätten. Also das kam auch und wie Sie es hier vielleicht auch herauslesen können, war das auch eine Zeit, wo quasi Dienstbotinnen oder Hausgehilfinnen oder der Job quasi professionalisiert waren, weil die ja wirklich gleichgesetzt haben wie Sklavenarbeit um 1900 und ganz schlechte Lebenssituationen oder Arbeitsbedingungen hatten. Und das Ein-Küchen-Haus wurde immer so als Vorzeigemodell genannt, wie man quasi Haushalt oder Angestellte, professionalisierte Angestellte einbinden kann in die Berufswelt, ohne dass sie abhängig sind von Privatfamilien. Und so wurden auch die Bilder gezeichnet. Also das sieht man jetzt hier nicht bei den Illustrationen, bei den Texten schon. Auch die, sagen wir mal, radikalen Frauenmagazine waren sehr recht vorsichtig bei der Bewerbung, um vermutlich auch ihren Geschlechtergenossen jetzt nicht abzutörnen bei diesen radikalen Projekten. Also es wurde hier, wird es natürlich ikonisch dargestellt, von der abgeschafften, überforderten Hausmutter sozusagen, die jetzt Zeit zum Lesen hat, aber in den Texten steht dann auch immer dabei, aber sie hat dann einfach auch mehr Zeit, sich um ihren Mann zu kümmern und ihm die Schlappen zu bringen, zum Beispiel, wenn er nach Hause kommt von der Arbeit, weil sie ja natürlich trotzdem früher nach Hause kommt, um das Heim schon mal vorzubereiten. Und auch wenn wir uns jetzt nicht sehr auf das Haus und das Gebäude gestützt haben, nachdem wir in Linz sind, also alle sind herzlich eingeladen, wenn sie in Wien sind und Interesse haben, uns auch zu kontaktieren. Wir machen regelmäßig Führungen oder eben Vermittlungsprogramme mit Schulen, Workshops, wo es um die Frage, wie wollen wir wohnen gehen, spezialisiert auch das letzte Projekt mit dem Frauenservice in Wien, wo wir mit jungen Mädchen über Herausforderungen, natürlich ist es immer eine Milieufrage, also wenn man einen Migrationshintergrund hat, hat man andere Herausforderungen, als wenn man in ein kurz situiertes Gymnasium geht, von den Wohnbedürfnissen. Da kam dann oft, dass das im Ferienhaus zu Krisen kommt. Also bei denen, die nicht im Alltag in ihren überfüllten Wohnungen quasi die Probleme haben. Es gibt auch einen Film, einen Werbefilm. Wenn wir dann keine Zeit mehr haben, geben wir auch den Link durch, der in so einer Reihe von Topos, ORF Topos zu sehen ist auf der Seite. Und das ist auch ganz interessant. Also wer hat diesen Film vorgestellt? Das war auch meistens der Architekt und nicht die Frauenrechtsaktivistinnen wie Auguste Fickert oder Marianne Heinisch, die war zwar anwesend oft. Genau, das war auch sehr traditionell. Also hier sieht man dann so ein Pärchen, ein bisschen wie das schlechte Vorher, das gute Nachher. Das haben wir in der Vermittlungsreihe auch aufgenommen, weil ganz vielen und gerade natürlich den Jungen oder den Kindern und den Schülerinnen und Schülern nicht bewusst ist, wo das eigentlich herkommt. Für die ist der Gemeindebau ja Altbau oder Substandardwohnen. Viele haben das ja schon genannt. Heute kommt auch die gegenwärtige Wohnungsnot in der Forschung immer wieder vor. So haben sogenannte Elendquartiere unter anderem in Wien ausgesehen. Und natürlich mit diesen neuen Programmen der Licht, Luft und neuen sozialen Wohnen des Roten Wiens wurde das dann auch immer so, das ist natürlich ein gegenwärtiger, aber grundsanierter Gemeindebau, aber ich wollte das ein bisschen zeigen, wie das damals immer beschrieben worden ist. Aus diesen heruntergekommenen Altbau-Subterrankenllern kamen diese leuchtenden Gemeindebauten auf einmal. Natürlich programmatisch und Werbung. Genau, und hier sieht man von der Rückseite, dass Familie in einem Küchenhaus im 15. Bezirk, also das ist an der Schmelz bei der Jonstraße, Entschuldigung, falls es zu Wien spezifisch ist, hier noch ganz viele Freiflächen. Also es gibt auch ganz viele immer noch kleinen Gartensiedlungen, aber da gab es einfach auf die Fläche, um zu bebauen. Und der 15. ist auch ganz ein traditioneller Arbeiterbezirk, aber auch ein traditioneller bürgerlicher Bezirk. Also viele verbinden ja auch mit dem Einküchenhaus immer die Genossenschaft, die natürlich aus dieser bürgerlichen Frauenrechtsbewegung stammte. Aber ich meine, ich würde das mit Gegenwart immer noch, wer hat die Zeit, sich so aktivistisch zu bedienen? Also wir hatten das heute auch schon mit den Alleinerziehenden. Man hat dann keine Zeit mehr, sich politisch zu organisieren vielleicht. Also ich würde das immer noch nicht als überraschend empfinden. Genau, entschuldige, jetzt bin ich... Genau. Und es gab auch mehrere Phasen oder immer wieder alle paar Jahrzehnte kam dieses ehemals historische Wohnprojekt vor und darüber wurde berichtet. Ich glaube, wir hatten einen Plan, Einsicht von diesem Stiegenhaus, also das wurde im Film so dargestellt, um diese Rationalisierung und Ökonomisierung der Haushalt darzustellen. Zuerst sieht man ganz viele Hausfrauen, die die Einkäufe alle alleine raufschleppen müssen und dann gibt es einfach die Angestellte von der Genossenschaft, die den Großeinkauf erledigt und da natürlich auch einiges eingespart wird. Ich hoffe, wir haben dann noch zwei Minuten, um reinzutreffen können. Und ich möchte aber jetzt noch, wenn ich da so ein bisschen durch diese historischen Fotos flicke, noch ein Direktzitat von diesem damaligen sehr großen radikalen Projekten nennen, dass man so ein bisschen die Stimmen auch aus der Geschichte hört. Sie wohnt ja in einem Küchenhaus. Und als Berufstätige außer Haus hat sie mit ihrer Häuslichkeit nichts zu tun. Aufräumen, reinigen und kochen, das tun andere, die ebenfalls berufstätig, aber im Haus dafür entlohnt werden. Ohne von den anderen als sogenannter dienender Geist angesehen zu werden. Keine häusliche Sorge oder Arbeit beschwert die berufstätige Frau. Ohne Sorge weiß sie ihre Kinder gut aufgehoben und betreut, während sie in ihrem Büro sitzt. Es gab einige Kritikpunkte, die ich schon genannt habe. Darauf wurde oft von den Unterstützerinnen und Unterstützern so geantwortet. Leider hat die Hausfrau, die diese Mitteilung machte, recht. Aber nicht vielleicht deshalb, weil der Großhaushalt teurer wirtschaftet als der Einzelhaushalt. Das gerade Gegenteil lässt sich ihr Leichtigkeit beweisen. sondern einfach deshalb, weil unser heutiges Wirtschaftsleben auf so niedrigen Löhnen aufgebaut ist, dass die unbezahlte Hausarbeit der Frau zur Notwendigkeit wird. Das heißt aber doch nichts anderes, als für die Frau die Notwendigkeit des Acht-Stunden-Tages grundsätzlich zu leugnen. Dies gilt sowohl für die berufstätige Frau, die nach achtstündiger Arbeitszeit ihren Haushalt bestellen muss, als auch für die Frau als Hausfrau und Mutter. Denn Mutter sein ist ein ebenso schwerer und verantwortungsvoller Beruf wie irgendein anderer. Und wie oft leidet er unter der Überlastung der Frau in der Hauswirtschaft. Hier könnte doch das Ein-Küchen-Haus eine wichtige Aufgabe erfüllen, indem der Frau die Sorge um die Hauswirtschaft abgenommen wird, gewinnt sie Zeit und Kraft, sich mit der Erziehung ihrer Kinder erst wirklich zu befassen und dem Mann die Batschen zu bringen. Ja, vielen Dank. Das war mein Beitrag und ich möchte Ihnen, wenn wir noch Zeit haben, genau noch einen Ausschnitt aus diesem Werbefilm zeigen. Das waren in den letzten Jahren diese Bilder, die wir gemacht haben und wo wir doch ein bisschen archäologische, architekturhistorische Forschung auch betrieben haben. Je länger man sich natürlich mit einem Bau auseinandersetzt, desto mehr Spuren können sich auch eröffnen. Ich wollte noch davor trotzdem etwas anmerken zu unseren Aktivitäten, weil vielleicht können Sie sich vorstellen, wir haben heute auch schon viel über Außen und Innen und von oben nach unten gesprochen. Natürlich meine Kollegen und ich waren Teil der Ausstellung damals des Roten Wiens 2019 bis 2020 und haben mit den Führungen begonnen. So hat sich eben unsere Aktivität ergeben und danach haben wir den Verein gegründet. Aber was uns aufgefallen ist, dass heute dieser Bau, der immer noch ein Gemeindebau ist, ein sehr schwieriger Bau ist, also schon lange nicht mehr saniert. Es gibt auch soziale Wohnungen dabei, also vor allen Dingen von Bewohnerinnen und Bewohnern, die gerade aus dem Gefängnis gekommen sind oder eine Art Resozialisierungsprozess umgehen. Und wir waren dann natürlich ein Störfaktor. Wir kommen da rein ins Haus, erzählen über diese prächtige Geschichte und dann sehen wir aber die Bewohnerinnen und Bewohner bei uns vorbeigehen, die eigentlich nur Probleme haben im Haus mit dem Zusammenleben oder mit einfach Shortcomings von dem Haus selber, das in die Jahre gekommen ist. Und deswegen haben wir versucht, diese Bewohnerinnen und Bewohner mehr einzubinden. Also die, die natürlich wollen und partizipatorisch wieder tätig sein wollen. Viele wussten gar nichts von der großen Geschichte des Ein-Küchen-Hauses. Und in den letzten Jahren hat natürlich nicht nur mit uns zu tun, also Savina Ries hat natürlich auch in diesem Rahmen, in dieser Programmierung viel beigetragen und sind aber eigentlich trotzdem recht stolz, dass wir doch einige Dinge aktivieren konnten. Also diese Dachterrasse, die jahrzehntelang eigentlich unbenutzt war, weil viele Bewohner auch gar nicht wussten, Bewohnerinnen, dass es die eigentlich gibt. Und die war ganz zentral natürlich bei der Errichtung. Und wir hatten dann ein Projekt mit den Wohnpartnerinnen und Wohnpartnern. Ich schätze mal, die wird es in Linz auch geben. Die haben uns auch immer ein bisschen geholfen, natürlich mit dieser Sozialkomponente und haben Filmscreenings veranstaltet mit dem Film, aber auch mit anderen von Kollegen. Und das war sehr erfolgreich. Und auch die Neubegrünung sozusagen dieser Freiflächen auch mit anderen von Kollegen. Und das war sehr erfolgreich. Und auch die Neubegrünung sozusagen dieser Freiflächen ist durchaus initiiert worden durch diese Begehungen. Zuerst war die Stadt da auch ein bisschen rigide, weil sie gemeint haben, das geht nicht statisch, das ist zu schwer. Und dann konnten wir aber die historischen Pläne vorzeigen. Und dann gab es nicht mehr viel Einwand. Und heute hängen die Wiener Wohnenaushänge dort, dass es eben dieses Urban Gardening mittlerweile gibt. Genau. Mit Blick auf die Uhr würde ich vielleicht Fragen ein bis zwei annehmen. Gibt es die? Eine Frage? Nein. Sonst sind wir sehr zeiteffektiv und gehen weiter. Danke Katrin. Genau, alle können zu mir kommen natürlich.