Als nächstes wird nun Frau Marlies Binder sprechen. Das ist der letzte Input vor der Pause. Und sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit alltags- und frauengerechten Wohnen, ist auch selbst Architektin und wird uns den Remisenhof vorstellen. Raumgerechten Wohnen, ist auch selbst Architektin und wird uns den Remisenhof vorstellen. Ein Projekt aus den 1990er Jahren aus Linz, was eigentlich so nach etwas klingt, was vielleicht heute auch ganz schön wäre. Überraschend, so wurde es mir auf jeden Fall von den Kuratorinnen gesagt, gab es seit den 1990er Jahren kein ähnliches Projekt mehr in Oberösterreich. Da fragt man sich, wieso, weshalb, warum. Ich bin sehr gespannt auf Ihren Input. Dankeschön. Mein Name ist Marlies Binder. Vielen Dank für die Einladung. Hören Sie mich? Ja. Vielen Dank für die Einladung. Sie sehen hier drei Frauen aufgeschrieben. Mein Name, dann den Namen meiner Partnerin, Irmgard Lusser. Wir zwei kommen aus Graz und Frau Architektin Heidemül Fellner, die aus Salzburg kommt. Wir drei Architektinnen haben dieses Projekt geplant und architektonisch umgesetzt. geplant und architektonisch umgesetzt. Dieses Projekt, das Frauengerechte Wohnen, geht auf eine Initiative einer Frauengruppe aus Oberösterreich zurück. Barbara Brammer war damals Landesrätin in Wohnbau und hat diese wesentlichen Fragen, wie wollen wir miteinander wohnen, gestellt. In Linz war es die Gemeinderätin Erika Rockenschaub, die ebenfalls zu dieser Gruppe dazugekommen ist. Es wurden Themen ausformuliert, eben wie soll die Wohnung ausschauen, wie groß ist der Bedarf an einer Wohnung von der Größe der Zimmer her, von der Größe der Wohnfläche und welches Raumangebot soll diese Wohnanlage bieten. Diese Fragen sind 1995 aktuell aufgrund Änderungen in der Familienstruktur, aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und dem Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Und so haben diese oberösterreichischen Frauen gesagt, wir wollen einen Wohnbau von Frauen geplant für die Bedürfnisse der Frauen. Man hat in der Wohnungsanlagengesellschaft WAG Linz einen optimalen Partner gefunden, der als Bauträger fungierte und es kam noch der Begriff alltagsgerecht hinzu. Man wollte sozusagen diesen Begriff Wohnbau für Frauen allgemein erfassen und das eben alltagstauglich konzipieren. Es wurde ein Wettbewerb ausgelobt, wo nur Frauen geladen waren. Also es war klar, es kommt eine Frau als Planerin zum Zug. In Folge von diesem Wettbewerb aber hat sich herausgestellt, dass zwei Projekte gut miteinander verschränkbar sind. Das war eben der Beitrag von uns aus Graz und der Beitrag von der Salzburger Architektin. In diesem Wettbewerb war in der Auslobung spezielle die Aufgabenstellung definiert. Es war zu dem damaligen Zeitpunkt so, dass es bereits in Wien ein Wohnprojekt gab, die Frauenwerkstatt, und auch in Salzburg ein Wohnprojekt mit dem Frauenthema als Schwerpunkt. hat sich mit diesem Thema in ihrer Dissertationsarbeit beschäftigt, wie diese Frauenwohnprojekte in Österreich, welchen Einfluss die haben und wie sie entstanden sind. Sie kommt nächste Woche hier nach Linz her und wird ihr Buch vorstellen, also sozusagen zur Projektsvorbereitung, was da alles gelaufen ist und was da notwendig war, dass dieses Projekt entstehen konnte. Das erfahren Sie in der nächsten Woche in diesem Vortrag. Ich bin Architektin, ich kann Ihnen das eben aus der architektonischen Sicht berichten, wie wir an diese Aufgabe herangegangen sind. Als Grundstück wurde ein Bauplatz in Linzurfer ausgewählt, ein 7000 Quadratmeter großer Bauplatz am Fuß vom Böstlingberg in Alturfer. Aufgabenstellung war ein Wohnquartier für 116 Mietkaufwohnungen zu konzipieren, erweitert zu den Wohnungen auch ein Café, ein Eltern-Kind-Zentrum und Arztpraxen. Die Grundstückswahl ist optimal, es entspricht diesem Ansatz statt der kurzen Wege. Das Grundstück ist gut eingebunden mit fußläufiger Anbindung bis zum Hauptplatz ans Zentrum. Öffentliche Verkehrsmittel sind in der Nähe und Nahversorger und auch für Naherholung ist das Donauufer und auch der Böstlingberg als Grünraum gut erreichbar. So hat dieses Gebiet vor der Planung ausgeschaut. Es war eine ehemalige Remise. Der Bauplatz ist voll versiegelt, kein Grün. Im Nordwesten wird der Bauplatz von der Mühlkreisbahn begrenzt. Die Landgutstraße fasst den Bauplatz ein und die Hagenstraße. Man findet einen Blockrand vor als städtebauliche Struktur. Dann an dem Angelpunkt, wo die K-Straße mit der Straßenbahnrondelle sich befindet, ist ein denkmalgeschütztes Haus. Jetzt gehe ich weiter. Das sind die Daten. Das Grundstück ist 7 7000 Quadratmeter groß. Der Wettbewerb war 1997, Spatenstich 1999 und die Fertigstellung dann 2001. Also diese Wohnanlage ist jetzt 25 Jahre alt. Unser Entwurf aus dem städtebaulichen her hat vorgesehen, dass wir den Blockrand aufgreifen, das städtebauliche Muster, das es gibt. Das denkmalgeschützte Haus wird freigestellt, auch an der Hagenstraße wird eine straßenbegleitende Bebauung vor zwischen dem Haus entlang der Bahn und dem mittleren Haus, das ist unsere Wohngasse, von wo aus die Erschließungen der Wohnungen erfolgen. Und dieser dreieckige Bereich ist eine grüne Mitte, die eben für die Blockrandbebauung und auch für unser Wohnquartier einen Grünraum darstellt. Das ist das Modell. Man sieht eben das Bestandsgebäude von dem denkmalgeschützten Haus. Man sieht im oberen Teil das Haus entlang der Bahn, dann das Gebäude entlang der Hagenstraße, das mittlere Gebäude und entlang der Landgutstraße. entlang der Landgutstraße, bereits die Struktur von dieser Wohngasse. Die Wohngasse läuft aber nicht aus in die K-Straße, sondern das Haus entlang der Landgutstraße wird hereingerückt etwas. Dort entsteht eine Engstelle, sodass der Erschließungsbereich gefasst ist. der Erschließungsbereich gefasst ist. Die Siedlung ist autofrei. Die Siedlung bietet eben auch Tiefgaragenplätze an. Wichtig war uns auch noch, dass entlang der Straßenräume, die wir ja sehr kahl und sozusagen nur als Asphaltflächen vorgefunden haben, dass es dort Baumpflanzungen gibt. Auch war uns wichtig, die Geschossigkeit, dass sich das gut einbindet in das vorgefundene Stadtambiente mit vier Geschosse plus punktweise Dachaufbauten. Das mittlere Haus hat nur drei Geschosse und oben noch Dachkörper drauf. Dachkörper drauf. Das ist der Blick in diese Wohngasse, die eben sozusagenass jeweils vor den Wohnungen eine Zone, die privat genutzt wird. Vor dem Haus Bahn sind es kleine Terrassen, die den Wohnungen zugeordnet sind. Und vor dem mittleren Haus ist ein Grünstreifen und eine Bergolakonstruktion. Es sind Aufbauten, die als Kinderspielplatz dienen, Treppenanlagen, oben mit Glasfläche drauf, weil darunter befindet sich die Tiefgarage, sodass die Tiefgarage Licht erhält. rasche Licht erhellt. Die eigentlichen Wohnungen haben dann auch immer Gemeinschaftseinrichtungen, sprich das sind Wasch- und Trockenräume, Fahrradräume, Kinderwagenräume, die sind jeweils so angeordnet, dass sie in der Nähe von den Hauszugängen sind. Also das ist verteilt in der Wohnanlage und immer dort, wo ein Zugang ist, dort ist dann auch der Waschraum. Sozusagen wenn ich Wäsche aufhänge, ist das kommunikativ, weil ich sehe, wer geht ins Haus hinein. Und diese roten Flächen, das sind Gemeinschaftsräume, die eben größer ausgebildet wurden. Hier noch einmal, was entstanden ist, wie viel Grün diese Wohnanlage hat. Man sieht noch einmal die Wohnspiel- und Erschließungszone. Von hier aus gehen die Zugänge in das Haus Bahn und in das Haus Mitte. Diese beiden Häuser haben bereits Wohnungen im Erdgeschoss. Die Erdgeschosswohnungen sind aber so ausgebildet, dass die Privatheit der Wohnung gewahrt ist. Dadurch, dass wir Distanz zu den Wohngebäuden schaffen, gehen tut man in der Mitte von dieser Wohnerschließungszone. Das Haus Hagen und das Haus Landgut ist so konzipiert, dass im Erdgeschoss ein Café untergebracht ist. Im Erdgeschoss gibt es das Eltern-Kind-Zentrum und Arztpraxen. Also hier wohnt man nicht am Gehsteig, sondern die Privatheit ist gewahrt. Das ist ein Grundrissplan über das gesamte Gebiet. Wir haben für die Baukörper ein einheitliches Konstruktionsprinzip entwickelt mit Scheiben und Betonstützen. Unterschiedliche Erschließungssysteme, zum Beispiel hat das Haus Bahn, ist als Laubenganghaus konzipiert. Im Erdgeschoss sind lauter Maisonetten angeordnet. Die anderen Wohngebäude sind jeweils als Spenner konzipiert. Das heißt, von der Treppe aus gibt es dann links und rechts eine Wohnung. Jetzt zeige ich Ihnen die Grundrestruktur von diesem Hausbahn. von diesem Haus Bahn und die ersten zwei Geschosse sind für die Maisonetten freigehalten, weil sozusagen die Privatheit dort ist so, dass man sich zumindest ins erste Obergeschoss zurückziehen kann. Und im Erdgeschoss ist es so, dass zur Wohngasse hin ist jeder Maisonette eine kleine Terrasse vorgelagert, dann abgegrenzt zur Wohngasse mit Pflanztrögen und jeder Zugang hat dann eine kleine Gartentüre als privates Zeichen. Man erkennt hier, dass die Wohnung so organisiert ist, dass in der mittleren Zone, wir haben tiefe Baukörper von in etwa 13, 14 Meter, in der Mitte sind angeordnet die Sanitäreinheiten und entlang der Fassaden sind die Zimmer. In der Grundstruktur haben wir In der Grundstruktur haben wir gleichwertige Räume angeboten, das bedeutet in der Größe sind sie gleich, circa 13-14 Quadratmeter groß. Man kann die Räume zueinander schalten. Das zeige ich Ihnen dann im Grundriss genauer. Das ist jetzt zum Beispiel das System von einer Maisonette, die besteht aus 1, 2, 3, 4 Zellen im Erdgeschoss, eine fünfte und sechste Zelle, sprich ein Zimmer im oberen Geschoss. Und das kann man unterschiedlich nutzen. Hier ist dargestellt, Vater, Mutter, Kinder, zwei kleine Kinder, ein Jugendlicher. Hier ist es anders bewohnt. Was uns bei dem Gebäude auch wichtig war, war einfach die Schallbelastung von der Mühlkreisbahn wurde im Grundriss berücksichtigt, dass eben die Schlafräume in Richtung der ruhigen Wohngasse hin orientiert werden. Das obere Zimmer ist ja schon sozusagen eine Ebene höher und wir hatten spezielle Schallschutzfenster, wurden uns zur Verfügung gestellt. Das Haus Mitte ist jetzt in der Konzeption ähnlich, wiederum diese mittlere Zone, die den Nassräumen vorbehalten ist und diesen Zimmern in verschiedener Ausformung. Es gibt auch Wohnungen, die haben nur drei Zimmer und Wohnungen, die haben eben wieder diese vier Einheiten. In der Mitte die Zone, wo es die Nassräume gibt. Das sieht dann zum Beispiel so aus. Das sieht dann zum Beispiel so aus. Das ist jetzt eine Wohnung, die hat 48 Quadratmeter, also wirklich bescheiden in der Größe. Es gibt ein Zimmer, ist jetzt definiert für das Kind. Dann die Nasseinheit in der Mitte, eine Küche mit Essplatz und trennbar ein Bereich, wenn zum Beispiel ein Alleinerzieher oder eine Alleinerzieherin hier drin wohnt. Also die hat ein Fenster immerhin und kann sich abtrennen. Und zwar dadurch, dass wir diese Wohnungen immer mit Schiebeelementen ausgestattet haben. immer mit Schiebeelementen ausgestattet haben. Schiebeelement gibt es eben zwischen dem Zimmer und der Wohnküche und auch Schiebeelement gibt es hin in Richtung des Vorraums. Die Wohnungen sind durchgebunden, das heißt wir haben Licht von zwei Seiten und man kann die Wohnung auch optimal lüften. auch optimal lüften. Das ist jetzt eine Standardwohnung, die eben aus vier solchen Zellen besteht. Wiederum das Thema, dass der Bereich Wohnen, Küche, Essen zueinander geschaltet werden kann oder man kann es trennen. Also ganz nach dem Bedarf, der eben an diese Wohnung gestellt wird. Das ist jetzt so eine Wohnung zum Beispiel, wo eben Küche, Essplatz und Wohnen zueinander geschaltet werden können. Dem vorgelagert ist ein großzügiger Freibereich. werden können. Dem vorgelagert ist ein großzügiger Freibereich. Das ist jetzt eine Wohnung als Beispiel aus dem Haus entlang der Hagenstraße. Da wurde jetzt extra noch einmal die Lodger mit Glasschiebeelementen ausgestattet und mit Beschattungselementen. Und Glasschiebeelemente deswegen, weil doch die noch einmal den Schall von der Straße nehmen würden, abdämpfen. Das ist in die andere Richtung die Aufnahme, dass das 25 Jahre alt ist, sozusagen am Fernsehgerät abzeigt es her. Aber sonst ist das einfach ein aktueller, schöner Grundriss und wirklich ein großzügiges Wohnen. Eben die Blicke gehen durch, das Licht geht durch, man sieht hinten das Fenster, auch von der anderen Seite kommt Licht herein. Und man muss sagen, diese Wohnungen sind im Rahmen vom sozialen Wohnbau errichtet. Das ist die Situation der Lodger. Hier eben sogar noch zusätzlich ausgestattet mit den Glaselementen und mit den Beschattungselementen. Erweitert den Wohnraum noch einmal. Das ist jetzt ein Beispiel von so einem Gemeinschaftsraum, der kann verschieden genutzt werden, im Alltag als Wasch- und Trockenraum. Da werden Wäschespinnen aufgestellt und in diesem gelben Ei, da drin sind die Waschmaschinen und die Bügelmaschinen. Und wenn ein Siedlungsfest gefeiert wird, dann werden die Spinnen entfernt und man hat viel Platz. Das Ganze ist eben, wie ich schon erzählt habe, immer so angeordnet, immer bei den Wohnungszugängen mit Glaselementen sehr transparent gehalten, sodass das offen und einladend ist. Das ist das Café, das im Haus an der Landgutstraße ist. Das ist das Café, das im Haus an der Landgutstraße ist. Das ist aber heute nicht mehr Café, sondern heute heißt es Grün. Sie wissen das besser, Sie in Linz. Das hat einen anderen Namen bekommen und ist ein Eltern-Kind-Zentrum oder ein Begegnungszentrum Grün-Schnabel. Eltern-Kind-Zentrum oder ein Begegnungszentrum Grünschnabel. Das ist der Blick noch einmal in die Wohngasse. Man sieht sozusagen, das Asphaltband ist für den Zugang gedacht. Die Rasengittersteine, die stellen schon eine Distanz dar und den Wohnungen vorgelagert Die stellen schon eine Distanz dar und den Wohnungen vorgelagert sind diese privaten Bereiche, die durch Pflanztrüge und Ranggerüste eingefasst werden. oder Steinbelag und in Abfolge gibt es Spielplätze, Sandkisten und Balancegeräte ganz oben. Baumpflanzungen waren uns auch sehr wichtig. Hier noch einmal dieses Konzept der unterschiedlichen Freiräume. Die Wohngasse, darunter die Tiefgarage mit direkten Zugängen zu den Gebäuden, mit direkten Zugang zu den Liften. Und das sind eben attraktive Hauszugänge. Im Gegensatz dazu gibt es dann auf der Seite in Richtung Blockrand den grünen Innenhof. Dadurch, dass alle Bereiche einsehbar sind, ist auch eine soziale Kontrolle gegeben. Es war in der Auslobung damals, vermeiden von Angsträumen war ein Thema. Das ist das Haus Bahn in Richtung der Wohngasse. Man sieht jetzt eben hier Sandkiste, den Spielplatz. Dann dahinter ist so eine Stufe hoch. Das ist das Oberlicht zur Tiefgarage. Da ist eine Glasplatte drauf. Und es war uns auch ein Anliegen, dass der Kinderspielplatz kein abgegrenzter Bereich ist, sondern dass die Kinder dürfen überall spielen. Die können eben die Hauszugänge nützen, sie können diese Betonstufen nützen. Und wie gesagt, diese Zone ist autofrei. Man sieht hier noch, dass das Haus drei Treppenhäuser aufweist, die hinauf zum Laubengang führen. Unten die Maisonette-Wohnungen, darüber die Geschosswohnungen und das Dachgeschoss ist noch einmal extra ausgebildet, ist schon viel luftiger gehalten und ergibt jetzt eben auch, wenn man die Anlage vom Böstlingberg aussieht, eine strukturierte Silhouette. Das ist die technische Zeichnung dazu. Noch einmal aus der Perspektive der Wohngasse heraus. Man sieht, dass die Leute untereinander auf ihren Terrassen Kontakt aufnehmen, dass sie aber geschützt sind von der eigentlichen Zugangsfläche. Das ist die technische Zeichnung vom Hausmitte in den Fassaden. So ist es gebaut worden. Das war der Bauplatz in der Bauzeit. Jetzt ist es ein grüner Innenhof geworden. Das ist der Blick in Richtung Hagenstraße. Das ist der Bereich entlang der Gleisanlage von der Mühlkreisbahn. Hier wurde ein öffentlicher Geh- und Radweg errichtet. Und oben sieht man die Laubengänge. Da zeige ich Ihnen jetzt ein Bild. Der Laubengang wurde dann etwas breiter als die Norm vorschreibt ausgebildet, sodass vor jeder Wohnung noch eine Bank Platz hat und sich jeder vor seiner Eingangstüre einen Blumenstock stellen kann. Das ist die Situation eben entlang der Gleise. Es war uns auch wichtig, dass wir die Körper nicht sozusagen rundum schließen, sondern dass es Zäsuren gibt, sodass der Maßstab gewahrt bleibt und immer wieder Durchblicke gibt. Das ist die Situation entlang der Hagenstraße. Hier haben wir Baumpflanzungen vorgenommen und man sieht diese Veranden mit den Glas- und Schiebeelementen. Das Erdgeschoss ist frei von Wohnungen. Arztpraxis, Gemeinschaftsraum, Eltern-Kind-Zentrum sind untergebracht. Das ist der Eingang in die Siedlung mit dem Café Remisenhof, jetzt eben Grünschnabel. Dann war unser Leitsatz, die Qualität des Wohnens liegt nicht alleine in der Privatheit der Wohnung, sondern in der niveauvollen Gestaltung und Benützbarkeit des Umfeldes. Frau Antonia Forster hat mir dankenswerterweise Fotos zur Verfügung gestellt und man kann sehen, was innerhalb von 25 Jahren, wie das benutzt wird und wie das angenommen wird und auch wie es gepflegt wird. Man sieht, dass dieses Thema Ranggerüst und Abgrenzung voll gelungen ist. Es ist wirklich durchgrünt und die Leute markieren auch noch ihre kleinen Zugänge zu den Maisonetten. Das war im Jahr 2001 und so sieht das heute aus. Die Baumpflanzungen, das hat sich wirklich voll entfaltet, auch der räumliche Abschluss in Richtung Karstraße, die Wohngasse ist räumlich gefasst und einfach schön durchgrünt. räumlich gefasst und einfach schön durchgrünt. Das ist der Blick zurück, dort wo ich vorher die Schallschutzwand hergezeigt habe. Hier sieht man auch ein Treppenhaus, da war es uns wichtig, dass das möglichst luftig und licht ist. Man sieht, dass die Treppe einen Betonbalkalken, auf dem die Stufen aufgebracht sind. Das ist transparent und durchsichtig. Und daneben angeordnet ist ein Wasch- und Trockenraum, sozusagen eine Kommunikationsmöglichkeit. Noch einmal die Treppe von innen, aus der Treppe heraus der Blick in die Wohngasse und so sieht das heute aus. Das ist voll begrünt, diese Spielgeräte gibt es immer noch, sind 25 Jahre alt, das wird angenommen. die Situation, wo dieses Begegnungszentrum Grünschnabel ist. So hat es früher ausgesehen, vor 25 Jahren und so ist es heute. Das ist die Situation der Hagenstraße, wo wir eben die Baumpflanzungen vorgenommen haben, um das Grün des Böstlingbergs tiefer in die Stadt hereinzuziehen. Und so präsentiert sich das heute. Das ist der Eingang mit Blick in die Wohngasse. Und ich sage danke für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank. Darf ich kurz? Ich wollte nur gratulieren zu dem Projekt. Wir wohnen ganz in der Nähe in einem Haus aus den 70ern und da sieht man schon den Unterschied. Ich finde, es ist extrem fortschrittlich und jeder, der Kinder hat, weiß, dass auch so eine Zone, wo die Kinder Radl fahren lernen, also ich stelle mir das so toll vor, wir haben auch Freunde, die dort wohnen und wenn ich sie denn jetzt sage, ich habe das Gefühl, das ist auch gut in die nächste Generation, es sind jetzt vielleicht nicht mehr so viele kleine Kinder, aber es mischt sich schon wieder. Und ich kann nur sagen, ich als Mutter finde das und als Familie, auch mit der sozialen Kontrolle eben, was Sie gesagt haben. Es ist ja, ich möchte das Kind sehen. Und wenn ich in einem Block wohne und ganz unten ist ein nicht einsehbarer Garten, dann muss ich mit runter gehen. Also es hat so eine Qualität, das wollte ich Ihnen nur als Rückmeldung geben. Vielen Dank für diese Projektvorstellung. Meine Frage ist, könnten Sie bitte ein bisschen näher darauf eingehen, wie das im Vorfeld organisatorisch abgelaufen ist und wie diese Ausschreibung in Zusammenarbeit mit dem sozialen Wormträger WAC dann entstanden ist? Wurmträger Wack dann entstanden ist? Also wir sind ja sozusagen zu dem Zeitpunkt der Wettbewerbsausschreibung zu dem Projekt gestoßen, weil wir eingeladen wurden. Es wurden zehn Architektinnen aus ganz Österreich geladen und diese Ausschreibung hat eben beinhaltet mit Schwerpunkt auf alltagsgerecht, mit Schwerpunkt auf flexibel nutzbare Räume in der Wohnung, Räume, die zuschaltbar sind und so Schlagworte wie eben angstfreie Bereiche, keine dunklen Ecken. Und wie es jetzt aber wirklich im Vorfeld passiert ist, wir wissen eben, dass es die SPÖ-Frauengruppe gegeben hat, die das initiiert haben und diesen Wettbewerb eingefordert haben. Aber genau zu diesem Thema kann Ihnen eben dann Frau Architektin Sabina Ries noch Genaueres erzählen. Also bemerkenswert ist es ja, dass es nicht aus der Architektenschaft gekommen ist, sondern eben aus einer Frauengruppe heraus, die gesagt haben, wir finden dieses Thema ist so wichtig, wie wollen wir wohnen, welche Nachbarschaft wollen wir? Und zu diesem Thema möchten wir Frauen befragen, die in ihrer Planung uns da eine Lösung vorschlagen sollen. Weil es jetzt gerade schon zweimal dankenswerterweise von der Frau Binder erwähnt worden ist, möchte ich eine herzliche Einladung zu dem Vortrag oder zu der Buchvorstellung von der Sabina Ries aussprechen. Am 11. März im Ahr vom Architekturforum Oberösterreich in unserer Reihe Theorie im Keller um 19 Uhr ist eben die Sabina Ries zu Gast und stellt ihr Buch vor, Frauengerechter Wohnbau. Und da wird man dann mehr auch über die Geschichte des Frauengerechten Wohnbaus in Österreich erfahren nochmal. Ja, danke. Ich habe noch die Frage mit frauengerechten Wohnen, war ja das Ziel. Ist es jetzt so, dass da auch mehrheitlich Frauen wohnen? Oder eben auch, ich glaube, es war die Altersfrage auch ein Thema am Anfang, oder? Also ist es speziell an Frauen gerichtet, an ältere Personen oder ist es einfach sehr durchschnittlich? Es ist an alle, oder an unterschiedlichste Benutzergruppen gerichtet. Sei es Jungfamilie, sei es Alleinstehende, Alleinerzieher, Studenten. Was wir eben noch angeboten haben, war, dass Sie sehen hier, es gibt immer so Kopfbauten, ich weiß nicht, ob Sie das Wort zuordnen können. Es gibt in dieser, zum Beispiel im Haus Bahn, gibt es die Standardwohnungen mit vier Zimmern. Aber wir haben auch ganz kleine Studios angeboten. Immer dort, wo die Treppe ist, sind ganz kleine Räume von circa 30 Quadratmetern. Und da war unsere Vorstellung, diese Wohnungen werden nur kurzzeitig vermietet, mit kurzen Mietverträgen, sodass man sich zu seiner Wohnung, im Fall, dass zum Beispiel die Großeltern zuziehen wollen oder sei es, dass ein Jugendlicher schon selber wohnen möchte, dass man sich so einen Raum dazu mieten kann. Dass es also innerhalb der Siedlung eine Flexibilität gibt. Es ist aber nur ein Raum, nicht mit Bad und Kücheneck. Wohl, schon. Ich denke zum Beispiel an Mindestpensionistinnen. Ja, ich zeige Ihnen den Grund, als wenn ich das so schnell schaffe. Ich denke zumindest an Mindestpensionistinnen, die nicht nur in einem zugeschalteten Raum... Gleich bin ich dort. Das ist dort, wo die Bretten sind. Davor in Richtung Wohngasse ist eine Gassonier angeordnet mit Bad und Klo und Küchenzeile und einen Raum. Kleinstwohnung. Okay, wir haben hier noch eine Frage und dann ein kurzes Statement von der Sabine Ries, die uns darüber was sagen kann und dann gibt es die Pause. Ich habe keine Frage, ich möchte nur dort ansetzen, wo die Vorrednerin gefragt hat, wie das mit dem Verfahren damals war. Das war ein Riesenwirbel. Ein Riesenwirbel in ganz Linz, der ausgegangen ist auch von den männlichen Kollegen, selbstverständlicherweise. Es war zufällig genau in der Zeit, wo wir uns selbstständig gemacht haben. Und wo kommen wir denn dahin, wenn die Frauen sich selber einen Wohnbau errichten und jede soziale Gruppe für sich selber einen Wohnbau beansprucht? Als nächstes müssen wir einen Wohnbau nur für Behinderte machen und als nächstes müssen wir einen Wohnbau nur für Ausländer machen, war die große Aussage damals. Also das war, hört sich jetzt alles total nett an, aber das war ein Riesenwirbel unter der Architektenschaft, nicht Innenschaft, sondern Architektenschaft. Nicht Innenschaft, sondern Architektenschaft. Ich weiß nicht, wie die Jury besetzt war, aber ich glaube auch die, da waren schon Männer auch drinnen. Also das war schon paritätisch besetzt, aber ich bin sehr froh und dankbar, dass sie das durchgesetzt hat und dass diese Bilder auch zeigen, dass sich das lohnt, weil ich glaube, Frauen denken anders. Danke. Ich darf da anschließen und auch mich bedanken für die Buchvorstellungsankündigung kommende Woche. Ich habe eben gerade, ist heute erschienen im Verlag TU Wien Academic Press, quasi meine meist zehn Jahre alte Dissertation, wo ich eben all diese Pionierinnenprojekte, die in Österreich in den 90er Jahren quasi entwickelt wurden, aus dem frauenpolitischen Kontext mit dem Ziel, einerseits mehr Planerinnen in den öffentlich geförderten Wohnbau zu bringen, um ihre Kompetenz zu zeigen und andererseits auch Qualitätskriterien im geförderten Wohnbau aufzunehmen, die bis in die 90er Jahre eigentlich nicht üblich waren. Und man hat diesen Schwerpunkt auch auf Frauen und auch ihre Familien gelegt, um auf diesen Maßstabsebenen, die wir heute auch schon gehört haben, also zu Wohngebäuden und auch Wohnumfeld hier bessere, alltagstaugliche, menschengerechte, der Begriff ist heute auch schon gefallen, Raumqualitäten zu entwickeln, damit hier quasi Bedürfnisse, Alltagsbedürfnisse von Familien besser gelebt werden können, umgesetzt werden können im öffentlich geförderten Wohnbau, der ja mit Steuergeldern finanziert ist und eine lange Tradition hat in Österreich, aber eben bis in die 90er Jahre hier viele Kriterien gar nicht integriert hatte. Und der Stand damals war auch, dass kaum weibliche Planerinnen, also in der Architektinnenschaft gab es diesen höheren Planerinnenanteil, wie wir ihn heute haben, noch nicht. Also demnach war das auch ein Ziel, hier die Kompetenzen von Planerinnen auch sichtbar zu machen. Und man hat in Österreich eben fünf ähnliche Projekte dieser Art initiiert, alle aus diesem frauenpolitischen Kontext heraus und hat eben mit Frauenwettbewerben versucht, hier quasi auch diese Kompetenzen sichtbar zu machen und Frauen die Bühne zu geben. Danke.