Die erste Speakerin ist Sarah Zeller. Sie ist Leiterin und Vereinsobfrau des Projekts Juno, Zentrum für Getrennt- und Alleinlebende. Juno beschäftigt sich mit Wohnformen und Unterstrücksungsstrukturen für Menschen, deren Lebensrealitäten, Lebenssituationen oft im gängigen Wohnungsmarkt übersehen oder nicht beachtet werden. Ich bin sehr gespannt auf den Input. Bitteschön. Alles klar. Ja, schönen guten Nachmittag. Ich freue mich wirklich sehr, heute ich zuerst einen kleinen Überblick gebe, einen kleinen inhaltlichen Input gebe zum Thema alleinerziehendes Wohnen oder alleinerziehende auch generell ein paar Zahlen und Hintergründe und auch Ergebnisse aus unterschiedlichen Studien. Und im zweiten Teil werde ich unsere alleinerziehenden Wohnprojekte in Wien vorstellen. Ich habe meinen Vortrag jetzt bewusst nicht auf die Planungsaspekte gelegt, weil ja die Veranstaltung auch ein bisschen aus der Architekturbubble rauskommen sollte. Aber es gibt eben, wie gesagt, noch Zeit für Fragen. Das heißt, falls es dann doch noch Fragen aus der Architekturbubble gibt zu den Grundrissen und so weiter und so fort, stehe ich total gerne zur Verfügung. Grundrissen und so weiter und so fort stehe ich total gerne zur Verfügung. Genau, also ich bin Leiterin und Vereinsobfrau und auch eine von den Gründerinnen von Juno Zentrum für Getrennte und Alleinerziehende. Ein paar Worte nur zu dem Verein. Wir sind 2015, haben wir uns gegründet von drei Alleinerziehenden. Ich war eine von den drei Alleinerziehenden. Und wir sind wirklich aus unserem ersten Wohnprojekt raus entstanden. Das heißt, das Thema Wohnen und Wohnprojekte für Alleinerziehende liegt wirklich in der DNA von Juno als Verein. Unsere Arbeitsbereiche heute, das hat sich natürlich in den letzten zehn, elf Jahren auch immer wieder verändert. Es sind Beratungen, Workshops, offene Treffen, also viel Informations- und Beratungs- und Vernetzungsarbeit. Da geht es viel um Empowerment und Wohnen ist so unser Steckenpferdthema, unser Kernarbeitsbereich, wo wir diese Wohnprojekte für Alleinerziehende im geförderten Wohnbau planen und umsetzen. Wir machen aber auch Vorträge, ebenso wie heute, Wohnbau planen und umsetzen. Wir machen aber auch Vorträge, ebenso wie heute, und auch unterschiedliche Studien und alle möglichen Projekte rund um das Thema. Unsere Zielgruppe sind getrennt und alleinerziehende Mütter und Väter in Wien und Umgebung. Wir hatten einige Jahre jetzt auch eine kleine Zweigstelle in Niederösterreich, haben aber keine nachhaltige Finanzierung aufstellen können und mussten jetzt auch wieder schließen. Hier kommen ein paar Zahlen zum Thema Alleinerziehende. Das Thema ist einem ja mehr oder weniger vertraut. Ich habe hier mal ein paar wichtige Zahlen zusammengetragen, um auch ein bisschen das Bild von den Lebensrealitäten einzurahmen. Circa 20 Prozent von allen Familien in Österreich sind Einelternfamilien, ca. 70% von den Alleinerziehenden in Österreich haben ein Kind, also wirklich die große Mehrheit, ca. 83% von den Alleinerziehenden sind Mütter, das heißt Frauen und Wohnen ist nicht dasselbe wie Alleinerziehende und Wohnen. Alleinerziehende ist eine Familienform, völlig unabhängig vom Geschlecht, aber bei 83% ist schon klar, dass die Schnittmenge eine sehr große ist und dass einfach Alleinerziehendsein ein Frauenthema ist. Das Armuts und, na stopp, genau, da kommt noch eine wichtige Zahl, die ist leider schon recht alt. Die Zahl haben wir erhoben. Wir haben 2019 eine Studie im Auftrag der Stadt Wien gemacht zum Thema Alleinerziehenden, Wohnbedarfe und Wohnverhältnisse in Wien. Das heißt 2019, da war die Welt noch eine andere. Das war noch vor der Pandemie. Heute würde die Zahl sicher viel höher sein, aber schon 2019 war es so, dass 21 Prozent von den Alleinerziehenden in Wien schon mal von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht waren. Man kann sich vorstellen, um wie viel höher diese Zahl heute ist. Wenn wir von den Alleinerziehenden reden, dann sprechen wir nicht nur von den Alleinerziehenden, sondern auch von den Kindern in den Familien. Das heißt, hier reden wir wirklich von Kindern, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Genauso bei dem Armuts- und Ausgrenzungsrisiko. Auch da werden quasi die Alleinerziehenden genannt, aber im Endeffekt geht es da genauso um die Kinder. Und in Österreich ist das Armuts- oder Ausgrenzungsrisiko bei Einelternfamilien liegt bei 43% und bei der Gesamtbevölkerung bei 17%. Und das sind auch einfach sehr, sehr große Unterschiede, wo man sieht, in was für einer prekären, prekäreren Lebenssituation Einelternfamilien in Österreich leben. 2020 war es so, dass wir 43 Prozent die Wohnkosten eine erhebliche finanzielle Belastung dargestellt haben im Vergleich zu 20 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Auch da ist der Unterschied einfach enorm. Und auch da sind die Zahlen heute sicher noch mal um einiges höher. Aber diese älteren Zahlen gibt es einfach keine aktuellere Erhebung. Hier habe ich noch einen kleinen Auszug. Also ich beziehe mich jetzt immer wieder auch aus unserer Studie von 2019. Das ist zwar, wie gesagt, nicht mehr ganz aktuell, aber es ist tatsächlich einfach das einzige Schwerpunkt, die einzige Schwerpunktstudie zu dem Thema, wo wirklich sehr detailliert einiges abgefragt wurde. Gemeinschaftliches Wohnen ist natürlich immer wieder auch Thema, gerade in Bezug auf Alleinerziehende, weil natürlich profitiert man von einer guten Gemeinschaft. Wir merken aber immer wieder, das ist ein zweischneidiges Schwert, weil Gemeinschaft natürlich auch bedeutet, ich muss mich um die Gemeinschaft kümmern. Ich muss da auch Ressourcen reinstecken und Alleinerziehende haben tendenziell weniger Ressourcen. Insofern hat uns das interessiert. Wir haben abgefragt, welche gemeinschaftlichen Wohnformen die Alleinerziehenden ansprechen. Man sieht in der Grafik alles, was links ist. Also das Gelbe ist, spricht mich sehr an. Es ist vielleicht von hinten nicht so gut lesbar. Gelbe ist, spricht mich sehr an. Es ist vielleicht von hinten nicht so gut lesbar. Gelb ist, spricht mich sehr an. Dann dieses Helllila ist, spricht mich eher an. Das Dunkellila ist, spricht mich eher nicht an. Und das ganz Dunkle, das spricht mich gar nicht an. Und wir haben dann eben unterschiedliche Wohnformen abgefragt, gestaffelt nach dem Grad an Gemeinschaft. Also wie nah lebt man dann tatsächlich auch in der Wohnung zusammen im Sinne von den Grundrissen? Und wie verbindlich ist auch die Gemeinschaft? Und wie viele Rückzugsmöglichkeiten habe ich oder auch nicht? Dann wird zuerst eben abgefragt, die Wohngemeinschaften. Da sieht man eben, das sind recht wenige, die gelb oder helllila sind. Dann haben wir Clusterwohnungen abgefragt, also wo man doch einen größeren privaten Bereich hat, eventuell sogar zwei Zimmer, eventuell ein eigenes Bad. Je nachdem, wie genau eine Clusterwohnung ausgestaltet ist, das ist dann schon ein bisschen mehr. Dann haben wir abgefragt, eine eigene Wohnung mit Gemeinschaftsräumen, gemeinschaftliche Außenflächen und Gemeinschaftsküche für alle Hausbewohnerinnen für 40 bis 90 Haushalte. Das ist so das Setting, wo in Wien der geförderte Wohnbau sich viel drin bewegt. Das sind dann nochmal mehr geworden. Und dann haben wir abgefragt, gemeinschaftsorientiertes Wohnprojekt mit anderen Alleinerziehenden. Also wenn zwischen 10 und 30 Prozent der Wohnungen im Gebäude für Alleinerziehende reserviert sind, das ist dann im Prinzip das, was die Alleinerziehenden am meisten angesprochen hat. Man sieht also Gemeinschaft, ja, aber, kann man vielleicht zusammenfassen. Wir haben auch die Wohnbedarfe in Bezug auf die Wohnungen abgefragt. Das wird heute sicher ähnlich sein wie damals. Die wichtigsten Faktoren bei der Wohnungssuche sind Wohnkosten, der Zustand der Wohnung. Das sagt auch sehr viel aus, finde ich, dass der Zustand der Wohnung gleich auf Platz zwei kommt. Wir hören das bei uns in der Beratungsstelle auch immer wieder, dass die Alleinerziehenden mit ihren Kindern in Wohnungen wohnen, wo sie keine Heizung haben. Also hatte ich gerade am Freitag eine Beratung in dem Winter, dass nicht ordentlich geheizt werden kann in der Wohnung. Und das ist leider kein Einzelfall. Verfügbare Freiflächen sind auch wichtig und die Raumanzahl ist natürlich auch wichtig. Und die Raumanzahl ist auch so eins von diesen Aspekten, wo man eben bei den Alleinerziehenden nochmal genauer hinschauen muss, wie bei den Paarfamilien, wo sich eben die Bedürfnisse doch unterscheiden. Einfach weil quasi die Einheit Eltern aus einer Person besteht, statt aus zwei Personen und das dann bei dem Zählen mit den Personen und auch den Zimmeransprüchen auch einen Unterschied macht. Ja, weitere wichtige Faktoren, langfristige Wohnlösungen, temporäre Wohnlösungen nur kurz nach der Trennung und der Notsituation, Wohnküchen als Schlafzimmer nicht passend, das ist alles nicht überraschend. Das mit den Wohnküchen als Schlafzimmer nicht passend. Das ist alles nicht überraschend. Das mit den Wohnküchen als Schlafzimmer nicht passend ist, aber tatsächlich wird immer noch oft so angenommen, dass eben eine Alleinerziehende mit einem Kind gut in einer Zwei-Zimmer-Wohnung aufgehoben ist, aber in der Zwei-Zimmer-Wohnung ist halt ein Schlafzimmer und eine Wohnküche. Das heißt eigentlich, wenn man nicht im selben Bett oder im selben Raum schlafen will, dass eben das Elternteil in der Wohnküche schläft. Und das ist immer das Elter Elternteil in der Wohnküche schläft. Und das ist immer das Elternteil, was in der Wohnküche schläft. Das Kind kriegt immer das eigene Zimmer. Das habe ich noch nie gehört, dass es anders wäre. Wir haben auch die Wohnbedarfe im Wohnumfeld abgefragt in Bezug auf eben das Quartier. Was ist da wichtig? Wichtig ist die sichere Wohnumgebung, Anbindung an öffentlichen Verkehr, Grünanlagen in der Nähe, Nähe zur Schule, Kinderbetreuungseinrichtungen, also alles, wo man sieht, das ist eigentlich eine Stadt der kurzen Wege, die da wichtig ist, wo alle wichtigen Dinge auch in einem möglichst nahen, in einem möglichst kleinen Wohnumfeld auch oder möglichst nah einfach sind an der Wohnung. Im Grunde sind die Wohnbedarfe in Bezug auf das Wohnumfeld ganz ähnlich wie bei den meisten Eltern. Da gibt es jetzt keine großen Unterschiede. Manche Aspekte sind vielleicht da ein bisschen anders als dort, aber im Großen und Ganzen ist es dasselbe. Der Unterschied ist, dass Alleinerziehende in ihrem Alltag massiv beeinflusst werden davon, ob es diese Dinge gibt oder nicht gibt, einfach weil es in der Familie kein zweites Elternteil gibt, keine zweite erwachsene Person gibt, die Dinge mit abpuffern kann. Wenn was nicht funktioniert, dann ist es immer eine Person, die alles stemmen und ausbaden muss. Und es gibt einfach diesen zweiten Pufferteil nicht. Das heißt, und das betrifft jetzt nicht nur das Wohnumfeld und das betrifft auch nicht nur das Quartier, das betrifft alle politischen Maßnahmen, alle Maßnahmen in der Familienpolitik, in der Sozialpolitik. Wenn was gut funktioniert, dann sieht man es meistens daran, ob es für die Alleinerziehenden gut funktioniert und wenn was nicht gut funktioniert, dann trifft es die Alleinerziehenden als eine von den ersten Bevölkerungsgruppen, einfach weil die viel unmittelbarer den Rahmenbedingungen ausgesetzt sind. Die Schaffung von einer sicheren Wohnumgebung, das haben wir uns auch nochmal genauer angeschaut, weil Sicherheit kann ja ganz unterschiedliche Dinge bedeuten. In dem Fall heißt es unter anderem, dass den Kindern möglichst viel Selbstständigkeit ermöglicht wird, dass einfach die Kinder möglichst früh auch schon alleine unterwegs sein können, nicht ständig beaufsichtigt werden müssen, ohne dass man als Elternteil Angst haben muss, dass das nächste Auto sie niederführt. Das heißt also Verkehrsberuhigung, Sichtbeziehungen rund um die Wohnung, soziale Kontrolle, Absturzsicherungen, alle diese Dinge, von denen wirklich alle Familien mit kleinen Kindern profitieren und alle Menschen profitieren, da sind wir wieder so ein gutes Leben für alle. Das ist jetzt nichts oder diese ganzen alleinerziehenden Wohngeschichten und die ganzen Frauenwohngeschichten, das ist ja wirklich gut für alle. Da geht es im Endeffekt, hängen wir es auf an Bevölkerungsgruppen, aber alle profitieren davon. Die Herausforderungen beim Wohnen sind für Alleinerziehende in erster Linie mal definitiv das niedrigere Haushaltseinkommen. Also wir haben auch gesehen eben bei der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung, wie viele Alleinerziehende davon wirklich betroffen sind. Ein niedrigeres Haushaltseinkommen ist eh logisch. Es gibt quasi nur ein Lohneinkommen im Haushalt. Kindesalimente fließen für erschreckend viele Kinder in Österreich überhaupt nicht. Es gab jetzt eine Unterhaltsstudie. Ich glaube, es sind die Hälfte von den Kindern in Einelternhaushalten, für die überhaupt keine Zahlungen fließen. Also das liegt sehr auf der Hand, dass es ein niedrigeres Haushaltseinkommen gibt. Zusätzlich noch dazu, dass man natürlich Erwerbsarbeit und Care-Arbeit alles irgendwie unter einen Hut spannen muss. Ja, und niedrigeres Haushaltseinkommen bedeutet eben auch kleinere beziehungsweise schlechtere Wohnraum im Sinne von eben eine Wohnung nehmen müssen, wo man eventuell nicht ordentlich heizen kann. 35 Prozent von den Alleinerziehenden in Wien, das ist wieder eine Zahl aus unserer Studie, schlafen in der Wohnküche oder gemeinsam mit ihren Kindern in einem Zimmer, weil sie sich kein eigenes Schlafzimmer leisten können. Das heißt, 35 Prozent von den Alleinerziehenden haben kein Zimmer für sich, sondern teilen sich entweder mit der Küche oder mit ihren Kindern das Zimmer. sicher auch deutlich höher sein, finde ich eh schon erschreckend hoch, weil bei solchen Themen geht es natürlich auch immer um, wie kann ich Konflikte in der Familie austragen, habe ich einen Rückzugsbereich für mich, wie können wir gut miteinander leben oder auch nicht. Der Zugang zu leistbaren und passenden Wohnungen für Alleinerziehende ist erschwert. Ressourcenmangel und Benachteiligungen, ich glaube jede und jeder hier, der die schon mal eine passende, günstige Wohnung gesucht hat, weiß, wie viel Zeit das braucht und wie viel Energie man da reinstecken muss, bis man wirklich was Günstiges findet, bis man was Passendes findet. Die meisten Alleinerziehenden haben 16 Stunden Arbeitstage mit bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die sind einfach wirklich vom Aufstehen bis Niederlegen mit Dingen beschäftigt. Man hat einfach nicht so viel Zeit für die Wohnungssuche, wenn man das alleine machen muss und sich das nicht mit einem zweiten Elternteil auch aufteilen kann. Ein wichtiger Punkt aus unserer Studie war auch, dass es einen großen, großen Mangel an leistbaren Vierzimmerwohnungen gibt. Wir haben vorhin gesehen, in ganz Österreich ist es so, dass 70 Prozent von den Alleinerziehenden ein Kind haben. In Wien ist der Anteil interessanterweise deutlich niedriger. Also da gibt es, da sind es glaube ich 60 Prozent. Das heißt, 40 Prozent von den Alleinerziehenden in Wien und 30 in ganz Österreich haben zwei, drei, vier. Wir haben bei uns auf der Interessentenliste auch fünf und sechs Kinder zum Teil. Und den Wohnraum dann zu finanzieren, das wird einfach sehr schnell überhaupt nicht mehr leistbar. Und das war wirklich ein ganz klares Ergebnis an unserer Studie, dass da mehr hingeschaut werden muss, dass es leistbare Vier-Zimmer-Wohnungen auch gibt für Alleinerziehende mit mehr Kindern. Jetzt komme ich zu unseren Wohnprojekten. Also genau seit 2015 planen und realisieren wir Wohnprojekte für Alleinerziehende im geförderten Wohnbau in Wien. Das sind Kooperationen mit gemeinnützigen Bauträgern. Die Zielgruppe von den Wohnprojekten sind Alleinerziehende, teilweise auch getrennte Eltern. Also es gibt ja alle möglichen Betreuungsmodelle zwischen 100-0 und 50-50, also Doppelresidenz oder Wechselmodell. Die meisten von unseren Angeboten im Verein sind für alle offen, aber die Wohnprojekte haben wir bis auf zwei alle wirklich für Alleinerziehende vorbehalten. Wir haben zwei Wohnprojekte, die auch für andere Betreuungsmodelle offen sind. Aber hier geht es auch einfach um ökonomische Rahmenbedingungen. Unsere Wohnprojekte sind derzeit vor allem im Rahmen von größeren Neubauprojekten in Stadtentwicklungsgebieten, wo einfach gut und nachhaltig und langfristig und auch weitsichtig geplant wird. Da gibt es eine gute Infrastruktur in Bezug auf Kinderbetreuungspätze, Schulen, Nahversorgung und so weiter, ärztliche Infrastruktur. In allen Wohnbauten gibt es Gemeinschaftsräume, die alle mitverwenden können. Da schon wir bei unseren Wohnprojekten eben, dass zumindest einer davon auch ein Kinderspielraum wird, den die Alleinerziehenden dann auch gut, wo sie Dinge auslagern können aus ihrer Wohnung, die natürlich tendenziell sehr knapp sind vom Platz. Und die Leitidee von unseren Wohnprojekten ist gemeinschaftliches und leistbares Wohnen für Getrennte und Alleinerziehende. Das ist nicht mehr ganz aktuell. Inzwischen sind mehr Wohnprojekte von uns besiedelt. Inzwischen sind es 14 Wohnprojekte, die besiedelt sind, mit insgesamt eben mittlerweile über 170 Wohnungen. Vier davon sind als Clusterwohnungen gruppiert und damals elf weitere Wohnprojekte mit insgesamt 240 Wohnungen sind in Entwicklung und in Bau. Die Alleinerziehenden bekommen unbefristete Hauptmietverträge direkt mit den Bauträgern. Der Bauträger hat auch immer die Letztentscheidung. Das heißt, die haben wirklich ein langfristiges, sicheres Zuhause. Und wenn jemand wieder auszieht, können wir die Wohnungen auch über Juno wieder an die nächste Alleinerzieherin oder an den nächsten Alleinerzieher vergeben. Das ist in fast allen von unseren Wohnprojekten mit den Bauträgern so vereinbart. in fast allen von unseren Wohnprojekten mit den Bauträgern so vereinbart. Die gemeinschaftlichen Aspekte und die Niederschwelligkeit von den Projekten stehen im Vordergrund. Das ist auch unsere Rolle in der ganzen Sache. Dazu komme ich gleich noch. Und was wir sehr gerne mögen, sind Wohnungsverbünde, wo zum Beispiel ein ganzes Stockwerk von normalen Wohnungen, also jetzt einfach autark funktionierenden Wohnungen, also die wirklich an Alleinerziehende angepasste Wohnungen sind, aber alles in ihrem privaten Wohnbereich haben. Also insofern normale Wohnungen, wo aber ein ganzes Stockwerk zum Beispiel Juno-Wohnungen sind und man dann im direkten Wohnumfeld auch viele Alleinerziehende in der Nachbarschaft hat. Das funktioniert sehr gut, eben weil da die Gemeinschaft was sehr Freiwilliges ist, was sehr Unverbindliches auch ist, wo ich mich gut auch in meine eigene Wohnung dann zurückziehen kann. Unsere Rolle ist in diesen Wohnprojekten die Mitentwicklung von dem Projekt. So früh wie es geht, betrifft die Grundrisse, den Wohnungsmix, die Verortung, wo genau im Haus sind dann die Wohnungen für die Alleinerziehenden, die Gemeinschaftsräume, was soll in diesen Gemeinschaftsräumen stattfinden. Und das ganze soziale Konzept im Endeffekt entwickeln wir idealerweise auch von Anfang an mit. Es ist eben eine gute Zusammenarbeit mit Bauträgern, ArchitektInnen, FreiraumplanerInnen und alles, was zu der Entwicklung von so einem größeren Wohnprojekt eben dazugehört. Und wir bekommen ein fixes Wohnungskontingent vom Bauträger zugesagt von Anfang an. Zum Beispiel eben 20 Wohnungen für Juno in Geschoss XY. Und die können wir dann mitentwickeln und auch an die Alleinerziehenden weitergeben. Diese Weitergabe passiert dann im Reservierungsprozess. Der startet sechs bis neun Monate vor Bezug. Wir informieren die Alleinerziehenden über das Projekt. Wir beraten sie auch. Da ist viel Sozialarbeit auch dabei, viele Überlegungen zu Finanzierungen, zu Entscheidungen. Das gehen wir alles mit denen durch. Es ist auch eine soziale Wohnungsreservierung im Sinne von, wir schauen uns die Lebenssituationen von den Alleinerziehenden an und vergeben auch anhand von gewissen Kriterien dann die Wohnungen. Wir haben eine sehr, sehr lange Interessentenliste, also deutlich, deutlich mehr Interessenten, als wir Wohnungen haben werden in den nächsten Jahren. Und da muss man eben so ein bisschen schauen, dass man zu ausgewogenen und auch so gerechten wie möglichen Lösungen kommt. Genau, die Dokumentations- und Einkommensprüfung machen wir auch. Also wir nehmen dem Bauträger da im Endeffekt auch ein gutes Stück Arbeit ab. Nach der Besiedelung kümmern wir uns auch noch ein bisschen ums Community-Building. Unsere Idee ist eben eine lebendige Nachbarschaft, eine Alleinerziehenden-Community. Die soll natürlich nicht isoliert sein in diesem Haus, aber sogar in einer Stadt wie Wien mit so vielen Alleinerziehenden wie in Wien, haben wir ganz oft bei uns Alleinerziehende, die sagen, sie haben das Gefühl, sie sind die einzige Alleinerzieherin oder der einzige Alleinerzieher in Wien oder auf der Welt. Und das würde man kaum denken. Aber wenn man halt in der persönlichen Bubble gerade niemanden hat, dann fühlt man sich halt sehr alleine. Und die Idee ist auch, die Alleinerziehenden miteinander zu vernetzen, dass man sich nicht so wie eine Alien-Familie unter lauter Paarfamilien fühlt, sondern auch das Gefühl hat, okay, da gibt es andere, die verstehen mich und ich verstehe die. Ja, da ist einfach nochmal aufgelistet, ProjektpartnerInnen und Rollen, das habe ich jetzt gerade schon vorgestellt. Und wir begleiten auch Stakeholder bei der Konzeption und bei der Planung und Umsetzung von alleinerziehenden Wohnprojekten. Ein großes Interesse und ein großes Anliegen von uns ist es, die Wohnprojekte auch außerhalb von Wien anzustoßen, die aus Wien rauszubringen, weil es im Grunde ein Konzept ist, was überall funktioniert, wenn alle wollen. Und genau, also wir arbeiten daran. Es ist aber viel Arbeit. Das Ziel dabei ist eben Wissens- und Erfahrungstransfer, Aufbau von weiteren alleinerziehenden Wohnprojekten in anderen Regionen. Wir haben auch in Kooperation mit der Stiftung Alltagsheldinnen in Deutschland eine Infobroschüre Gutes Wohnen für Alleinerziehende rausgegeben für alle Stakeholder rund um alleinerziehendes Wohnen, Frauenwohnen, Wohnbau generell. Ich habe den Link da reinkopiert. Könnte für alle PolitikerInnen, PlanerInnen, BauträgerInnen wirklich interessant sein. Und wir sind auch jederzeit ansprechbar für alle Fragen. Da sind noch zwei Links, wo wir mit unseren Wohnprojekten auch vorkommen, einmal im ZDF und einmal im ORF und Quellen und Literatur, falls sich jemand noch weiter einlesen möchte. Ja, ich bin soweit am Ende. Danke für eure Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf Fragen. Vielen Dank. Wir haben eine Frage zum Beitrag, den Juno in der Projektentwicklung leisten kann. Also ihr bringt euch schon relativ früh ein. Hat das Auswirkungen auf die Grundrisse und auf die Konzeption von den Wohnungen oder geht es eher um das Prozessbegleitende? Geht auch um die Grundrisse. Also es sind keine, dabei finden wir das Rad nicht neu, es geht eher um Details, auf die wichtig ist zu achten. Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Architektinnen und Architekten sich gut auskennen, auch mit diesen Dingen und dann auch Gutes einplanen können, aber das im Laufe von einem mehrjährigen Planungsprozess dann vieles wieder in Vergessenheit gerät, weil in so einem Planungsprozess einfach viel passiert und wir sind auch so ein bisschen dazu da, um auch immer wieder daran zu erinnern, dass jetzt eigentlich auf einer, dass zum Beispiel eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern viel zu groß und viel zu teuer ist für eine Alleinerzieherin mit einem Kind, dass der 65 Quadratmeter passender wäre. Dass man die Wohnküchen kleiner machen sollte, damit noch ein zweites Zimmer dazu passt, ein zweites Schlafzimmer. Also das sind alles keine neuen Erfindungen. Es geht eher darum, auf die Details hinzuweisen und dann auch gewisse Dinge einfach durch den Prozess durchzubringen. Aber das sind Wohnungen, die funktionieren für andere genauso. Also wenn da irgendwann keine Einelternfamilie mehr drin wohnt, kann auch jemand anders drin wohnen. Das ist natürlich für die Bauträger auch immer wichtig, dass das nachnutzbar bleibt. Eine Frage zum Kontingent. Wie kommt ihr dazu und wie ist das entstanden oder wer tritt an euch ran? Weil das ist ja ein wichtiges Moment. Wie komme ich? ist es so, dass in den Bauträgerwettbewerben in Wien das Thema Alleinerziehendes Wohnen in der Ausschreibung genannt wird als verpflichtender Teil. Also alle Bauträger, die sich darum bewerben, um dort bauen zu dürfen, müssen Wohnmodelle für Alleinerziehende zeigen, idealerweise in Zusammenarbeit mit einer sozialen Organisation. Wir haben mit unseren Wohnprojekten zwar schon angefangen, bevor dieser Schwerpunkt gekommen ist, aber im Grunde geht es um die soziale Nachhaltigkeit und darum, dass die Stadt Wien in ihrer sozialen Wohnbauplanung die soziale Nachhaltigkeit als eine von fünf Säulen definiert hat, wo einfach jeder Bauträger gute Konzepte bringen muss, gute Lösungen bringen muss, damit er überhaupt eine Chance hat in diesem Bauträgerwettbewerb. Und eben der politische Rahmen ist total wichtig und ist wirklich ausschlaggebend. Und die Bauträger kommen auf uns zu, eben weil sie wissen, sie müssen für die Wettbewerbe was Gutes bringen. Und viele Bauträger haben auch wirklich selber gute soziale Ideen und haben da auch wirklich ein eigenes Interesse auch dran. wirklich ein eigenes Interesse auch dran. Kurze Vertiefungsfrage zu dem Punkt. Gibt es bereits wirkliche Kontingente, also quantitative Kontingente, die die Stadt Wien in die Wettbewerbe reinnimmt? Nein, leider nicht. Das wäre natürlich ganz wünschenswert, das wäre super, weil man dann die Bauträger natürlich auch ein bisschen mehr darauf festtageln könnte. Es ist quantitativ nicht definiert, es ist auch nicht zu 100 Prozent verpflichtend, also es gewinnen auch Beiträge, die nicht mit sozialen Partnerorganisationen zusammenarbeiten, die selber die Vergabe an die Alleinerziehenden machen wollen, wo man dann auch nicht genau weiß, kommen die Wohnungen dann wirklich der Zielgruppe auch zugute? Das kann man dann im Nachhinein auch schwer mehr feststellen. Also da wäre sicher auch noch Nachbesserungsbedarf. Gibt es bei den gemeindeeigenen Projektentwicklungen irgendwelche Sätze oder Aktivitäten von der Stadt Wien? Bei den gemeindeeigenen? Also wir arbeiten nur im geförderten Wohnbau und nicht im gemeindeeigenen Wohnbau. Deswegen kann ich dazu jetzt nicht so viel sagen. Aber soweit ich weiß, ist bei den gemeindeeigenen, also beim Gemeindebau, gibt es einfach die Zugangskriterien, die man für dieses Wohnticket braucht. Und die gelten für die Gemeindewohnungen und für einen Teil von den geförderten Wohnungen. Und so wird es halt mit den Zielgruppen gesteuert. Aber es ist bei den Gemeindewohnungen gibt es keine Zielgruppen definierten Zuteilungen. Das kann ich sicher sagen. Migration, alleinerziehende Migrantinnen, haben die eine Chance, also finanziell und so? Ja, ja, ja, ja, also ganz viele Alleinerziehende bei uns haben Migrationshintergrund. Das hat auch den Grund, dass die geförderten Wohnungen, die über die Stadt Wien zu bekommen sind, dass man die nur mit einem bestimmten Aufenthaltstitel bekommt. Also man braucht einen Daueraufenthaltstitel, wenn man aus einem Drittstaat kommt. Und man muss seit einer gewissen Zeit in Wien Hauptwohnsitz gemeldet sein. Das ist bei unseren Wohnprojekten nicht so. Da gibt es andere nicht so strenge Voraussetzungen. Und natürlich Migrationshintergrund, ökonomische Situation hängt natürlich auch alles zusammen. Also wir haben auf jeden Fall viele Alleinerziehende mit Migrationshintergrund und die haben genauso Aussichten wie alle anderen auch. Wir schauen uns eben dann die sozialen Situationen an in den Familien. Aber grundsätzlich ja, ja, voll. Wie alt sind jetzt die ältesten Projekte, die ihr umgesetzt habt? Und wie sind so die Vorstellungen, wie das in die Zukunft geht? Also wenn Alleinerziehende nicht mehr mit den Kindern im Haushalt sind, die können ja dann dort wohnen bleiben und wie kann man dann sicherstellen, dass später auch noch wieder die Wohnungen für Alleinerziehende da sind? Gerade wenn jetzt so Wohngemeinschaften mit ganzen Stockwerken oder sowas vorhanden ist. Ja, also das erste Wohnprojekt, das ist glaube ich 2017 besiedelt worden. Das war ganz klein noch und das waren auch noch Wohngemeinschaften, die wir da geplant haben. Das war auch für uns unser erstes Projekt. Wir haben das ja alles selber auch entwickelt. Also wir mussten ja auch erst lernen. Wir planen sowas nicht mehr, weil einfach so eine klassische Wohngemeinschaft im geförderten Wohnbau, im Erstbezug einige Rahmenbedingungen mit sich bringt, die wirklich kompliziert sind. Also es ist so eben, wie gesagt, die Alleinerziehenden bekommen einen Hauptmietvertrag, einen unbefristeten Hauptmietvertrag. Das geht auch gesetzlich gar nicht anders. Das ist auch gut so, weil sie wissen, sie sind sicher, sie müssen nicht irgendwann raus aus dieser Wohnung, wenn sie vielleicht einen neuen Partner oder Partnerin kennenlernen. Das hat natürlich den Nachteil, dass die Zielgruppe irgendwann verwässert. Und wenn wir jetzt ein ganzes Stockwerk haben mit alleinerziehenden Wohnungen, dann ist klar, dass da in 15 Jahren, spätestens wenn die Kinder erwachsen und aus dem Haus sind, dass da nicht mehr nur Alleinerziehende drin wohnen. Das ist auf jeden Fall so. Wir versuchen das über den Hebel von dem Wiedervergaberecht zu lösen. Das funktioniert natürlich nicht immer, weil die Wohnungen sind super, die sind günstig. Da bleibt man dann eventuell auch, wenn die Kinder aus dem Haus sind, gerne drin. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Im Moment sind wir bei uns im Prozess noch nicht an dem Punkt, wo viele Kinder erwachsen sind und ausziehen. Die werden jetzt alle erst langsam kommen, so in das Alter. Und ich glaube, da werden wir auch noch für uns eine Strategie entwickeln müssen, wie wir damit umgehen. Also ob wir vielleicht mit den Bauträgern auch Kooperationen starten können, dass vielleicht eine Alternativwohnung angeboten wird. Also es gibt da unterschiedlichste Überlegungen, aber natürlich das Mietrechtsgesetz steht über allem. Genau, wir versuchen das halt über die Wiedervergabe zu regeln. Dankeschön für die guten Fragen. Ich hätte noch ganz kurz, wenn es eine schnelle ist. Stichwort Niederschwelligkeit. Wie erreicht es hier die Alleinerziehenden aus unterschiedlichen Kreisen? Wir sprechen uns schnell rum, haben wir festgestellt. Also die Alleinerziehenden sind oft gut miteinander vernetzt, auch in unterschiedlichen Communities und Zusammenhängen, Mundpropaganda und Google-Suche. Das sind so die Wege, wie die Alleinerziehenden zu uns kommen und das funktioniert auch gut. Also wir müssen tatsächlich eher schauen, dass wir, Entschuldigung, das sollte kurz sein, vielleicht können wir nachher noch mehr ins Teil gehen. Dankeschön, Frau Zöller.