Thank you. Obrigada. Vielen Dank. Obrigado. Vielen Dank. Vielen Dank. Vielen Dank. Thank you. Thank you. © transcript Emily Beynon Thank you. © transcript Emily Beynon Thank you. Willkommen zum 9. Internationalen Menschenrechte-Festival, das heuer auch zum 9. Internationalen Symposium das Heuer Menschenrechte-Festival genannt wird. Ich habe den Begriff schon so oft genannt, dass ich gleich den neueren zuerst genannt habe. Warum Festival? Weil wir die Menschenrechte feiern wollen und weil wir heuer mit einer nie dagewesenen Fülle an Veranstaltungen auf dieses wichtige Thema hinweisen wollen. Heuer widmen wir uns ganz besonders dem Artikel 8, dem Anspruch auf Rechtsschutz. Mein Name ist Juliane Bayern und ich werde Sie heute durch diesen Abend führen. Mir zur Seite steht Gebärdendolmetscher Pascal Gamper und er wird gemeinsam mit Emilia Rasch dolmetschen. So wie Brigitte Fischer, die im Livestream simultan auf Englisch übersetzen wird. Im Namen der Bewusstseinsregion begrüße ich aufs Allerherzlichste alle hier im Saal, sowie alle unsere Ehrengäste und auch alle, die via Livestream dabei sind. Zu Beginn bitte ich den Hausherrn, wo ist er, Pfarrer Moses Tschukfu-Tschekfu, um ein paar Großmutterworte. Bitte. Danke, sehr geehrte Damen und Herren, voller Freude und Begeisterung darf ich euch, Sie im Namen unserer Pfarrgemeinde St. Georgien in Augusten zum Start des diesjährigen 9. Internationalen Menschenrechtssymposiums rechtzeitig begrüßen. Dass jedes Jahr der Auftakt dieses Menschenrechtssymposiums hier in unserem Johann Gruber Fahrheim stattfindet, ist uns als Fahrgemeinde eine große Ehre, aber auch ein Auftrag. aber auch ein Auftrag. Auf unserem Kirchenvorplatz steht ein Schiffszug, Passage gegen das Vergessen, welcher uns ständig zur Erinnerung ruft, wie Menschenrechte in der Zeit der Nationalsozialisten in unserem Pfarrgebiet verachtet und auch verletzt wurden. Heute bei diesem Symposium widmet sich dieses Symposium dem Artikel 8 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, welcher allen Menschen Anspruch auf Rechtsschutz gewährt. Ich möchte auch auf besondere Weise meinen Chef, den Bischof, begrüßen. in dessen Auftrag und in diesem Namen ich hier in St. Jürgen Gussen Assessor und als Priester tätig bin. Ich wünsche rege und fruchtbare Diskussionen und Auseinandersetzungen rund um diesen Artikel 8 und sage nochmals im Namen unserer Pfarrgemeinde St. Georgianer der Gusten, herzlich willkommen bei uns. Sie haben vielleicht bemerkt, dass ich beim Herrn Pfarrer auf die Nennung seines akademischen Grades verzichtet habe. dass ich beim Herrn Pfarrer auf die Nennung seines akademischen Grades verzichtet habe. Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich das für alle anderen Ehrengäste auch so beibehalte und nur ihre Funktionen benennen werde. In diesem Sinne begrüße ich nun alle Ehrengäste, die nicht auf der Bühne reden werden. Wenn Sie also jetzt hier nicht genannt werden, dann deswegen, weil Sie später noch etwas zu sagen haben. Ich begrüße ganz herzlich in unserer Runde Nationalrätin Sabine Schatz, Martina Gelsinger, die Kuratorin des Kunstprojekts an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Edith Bürgler-Schäubmeier in Vertretung von Direktor der Caritas Oberösterreich Stefan Pimmengstorfer. Und den Obmann der Liederregion Perg-Strodengau, Nikolaus Prinz. Applaus der Pfarre St. Jorgen, das Gedenkdienstkomitee Gusen, die Perspektive Mauthausen, die KZ-Gedenkstätte Mauthausen-Gusen, das Team Schwertberg der erweiterten Bewusstseinsregion sowie die VertreterInnen der Gemeinden, Schulen und Bildungseinrichtungen. Jetzt wäre es an der Zeit, die drei Bürgermeister der Bewusstseinsregion auf die Bühne zu bitten. Leider ist der heutige Vorsitzende Thomas Punkenhofer erkrankt. Und an seiner Stelle bitte ich für die Gemeinde Mauthausen Gemeinderat Walter Hofstetter auf die Bühne. Gemeinderat Walter Hofstetter auf die Bühne, dann für den Bürgermeister von Langenstein Christian Aufreiter und den Bürgermeister von St. Jörgen an der Gusen Andreas Derntl, Sie sehen hier einen vollen Saal. Wir haben das neunte internationale Symposium. Nächstes Jahr gibt es ein kleines Jubiläum und wir haben eine Fülle von Programmpunkten. Noch nie so viele wie heuer. Das kann einen schon stolz machen, oder? Das macht der Techniker hinten. Funktioniert, hört man mich? Schönen Abend, danke für die Frage. Es macht einen stolz, dass man in den vollen Saal schaut. Nach neun Jahren Menschenrechte-Symposium und man sieht, wie sich der Saal füllt. Es sind immer mehr Personen, international, national. Das ist ein schönes Gefühl. Stolz, ich glaube, das trifft es ganz gut. Neun Jahre Menschenrechte-Symposium bedeutet neun Jahre Beständigkeit, aber auch neun Jahre Aktivitäten für Menschenrechte-Symposium bedeutet neun Jahre Beständigkeit, aber auch neun Jahre Aktivitäten für Menschenrechte. Und das ist eine schöne Symbolik. Und ich glaube gerade in der heutigen Zeit, wo es schwierig ist, wo rechtsstaatliche Prinzipien infrage gestellt werden, wo die rechtsstaatlichen Prinzipien weltweit ein bisschen unter Druck geraten, ist es wichtig, dass wir hier, da oder in unserer Region für Menschenrechte einstehen. Und da möchte ich dir Danke sagen, das Menschenrechtssymposium, kommen wir dann noch zu Dankesworten natürlich auch, aber ich glaube, es ist trotzdem auch schon wichtig, dass man sagt, dass das Menschenrechtssymposium nicht eine Einzel-, eine One-Man-Show ist, sondern eine Teamleistung. Und das ist eine erfolgende Leistung. Danke dafür. Danke auch an euch. Danke für euer Engagement für Menschenrechte. Das nennt die Welt, der jetzt da herobensteht. Da sagt man immer, grüß Gott, Aber ich glaube, wir sind Menschenrechte. Ich sage es wie bei einer großen Familie. Grüß sein. Mich freut es, dass ich da sitze. Da in Papagruber-Säule, aber auch im Livestream. Überall, wo man uns hört. Es ist ein Wahnsinn, was wir zusammengebracht haben. Ich sage Dankeschön. Und am meisten freut mich, wenn man da drüben schaut. Das haben wir leider nicht auf so richtig Livestream gemacht. Das sind die Volksschulen. Und die haben ein Haus der Menschenrechte für Kinder heute Vormittag gebaut. Und solltet ihr mal früher da sein, dann schaut euch das an, wie herzvoll die Kinder schon mitarbeiten. Und da möchte ich einfach für die Volksschulen der drei Gemeinden Danke sagen und uns ein schönes Programm in den nächsten paar Tagen. Die herzlichen Grüße unseres Bürgermeisters Thomas Bunkenhofer, der krankheitsbedingt leider nicht dabei sein kann. Es tut ihm wirklich sehr leid, weil er ja seit der Gründung praktisch auch als Bürgermeister für diese Bewusstseinsregion steht. Wir wollen aus der Geschichte lernen und wenn der Bundeskanzler unseres Nachbarlandes Menschen beurteilt nach ihrer Herkunft, ob sie in das Stadtbild passen oder nicht und wenn ein Nationalratspräsident einen Antisemiten im Parlament huldigt, dann denke ich, ist es gut, dass es diese Bewusstseinsregion, dieses Menschenrechte-Symposium und dieses Festival gibt, damit wir bewusst machen, wie wichtig Menschenrechte sind und daher bin ich sehr, sehr froh und sehr, sehr stolz, dass wir zum neunten Mal in dieser Region dieses Fest, dieses Symposium durchführen können und dass es so eine rege Teilnahme daran gibt. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Jetzt darf ich die VertreterInnen von Kirche und Politik auf die Bühne bitten und um kurze Großworte bitten. Es seien dies Landtagsabgeordneter Bürgermeister Anton Vorschau in Vertretung von Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landtagsabgeordneter Erich Wahl in Vertretung von Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landtagsabgeordneter Erich Wahl in Vertretung von Landesrat Martin Winkler, Nationalrätin Rosa Ecker in Vertretung von Landesrat Günter Steinkellner und Landtagsabgeordnete Dagmar Engel und Bischof Manfred Scheuer. Entschuldigung, es wurde eine Nationalrätin vergessen zu erwähnen, Agnes Sirka-Brammer, verzeihen Sie mir. Herzlich willkommen. Wir müssen dann das weitergeben. Das schaut die Technik an. Bitte. Ja, hört man mich? Ich darf die besten Wünsche unseres Landesrats Martin Winkel übermitteln. Er wäre gerne selber hier, aber aus demündlichen Gründen leider nicht möglich gewesen. Ja, wir sind ja heuer in der Lage mehrere Jubiläum zu feiern. Also wir feiern 80 Jahre Ende des Krieges, 70 Jahre Republik. Jahre Ende des Krieges, 70 Jahre Republik. Wir feiern auch ein kleines Jubiläum hier in der Region, also zehn Jahre Gemeindeverband Bewusstseinsregion. Wurde damals in der Landesregierung beschlossen, leider auch nicht einstimmig auf Antrag der Gemeinden Mauthausen, St. Gürgen und Luftenberg. Und ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir uns hier in der Region für die Menschenrechte kümmern. Gerade der Artikel 8 Rechtsschutz ist ein ganz zentrales, wichtiges Instrument im Rechtsstaat, dass Menschen zu ihrem Recht kommen. Wir wissen, dass das auch bei uns noch nicht überall möglich ist, besonders Menschen, die benachteiligt sind, die behindert sind, die Pflege brauchen, haben oft nicht die Möglichkeit, sich selber um ihre Rechte zu kümmern und oftmals haben sie auch die Unterstützung nicht, die sie brauchen. Daher ist es, denke ich, ganz wichtig, dass wir darüber diskutieren, wie wir das sicherstellen, dass Menschen, die ohnehin benachteiligt sind, tatsächlich auch ihren Rechtsschutz und ihr Recht bekommen. tatsächlich auch ihren Rechtsschutz und ihr Recht bekommen. Ich denke, es ist auch ganz wichtig, dass wir in drei Tagen, also am 9. November, uns erinnern an die Reichspogromnacht 1938. Und wenn wir uns erinnern daran, dann müssen wir uns damit auch auseinandersetzen, dass an diesem Tag in Österreich, in Deutschland, im nationalsozialistischen Reich der Rechtsstaat zu Ende gegangen ist. Hetzer, Antifaschisten, Nationalsozialisten haben die Menschen dazu bewogen und aufgehetzt, ihren Rechtsstaat aufzugeben und sich gegen Menschengruppen zu stemmen und zu gehen und sie zu vernichten. In Wahrheit ist das die größte Vernichtung von Völkern, die sich in dieser Zeit passiert. Und es ist darum umso bedauerlicher und erschreckend, dass jemand, der in dieser Zeit als offen, als Antisemit aufgetreten ist, als Hetzer aufgetreten ist, sich zum Nationalsozialismus bekannt hat, hier in Österreich im Nationalrat, in unserem Parlament bemühtigt werden soll. Ich denke, da müssen wir Widerstand leisten. Danke. Ich schätze, Herr Bischof, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich stehe hier in tiefer Dankbarkeit. Dankbar dafür, dass Sie mit Ihrer Teilnahme eintreten für Menschenrechte. Dass Sie mit Ihrer Teilnahme zeigen, wie wichtig es ist, diese Menschenrechte immer wieder aufzugreifen und zu diskutieren. zeigen, wie wichtig es ist, diese Menschenrechte immer wieder aufzugreifen und zu diskutieren. Was am ersten Blick banal klingt, Anspruch auf Rechtsschutz in der Europäischen Menschenrechtskonvention abgebildet, bei uns in der Bundesverfassung, durch den Instanzenzug im Rechtsstaat scheinbar abgesichert. Es ist nicht abgesichert. Wir müssen immer wieder darum ringen und wir müssen immer wieder diese Begrifflichkeiten hervorholen und diskutieren. Der Erich Wahl hat es gerade angesprochen. Es ist ein bisschen so wie mit der Demokratie. Die Rechtsstaatlichkeit wird an den Rändern des politischen Spektrums immer wieder in Frage gestellt. Nicht nur im Ausland. Der Rechtsstaat wird immer dann zitiert, wenn er scheinbar hilfreich ist. Wenn er Schwierigkeiten hervorruft, dann wird sehr, sehr schnell gesucht nach alternativen Lösungen. Insofern ist es ganz, ganz wichtig, diesen Anspruch auf Rechtsschutz auch zu thematisieren und zu diskutieren. Ich bin sehr dankbar für das Eingangsstatement, nicht mehr Symposium der Menschenrechte, sondern Festival. Bei einem Festival stellt man etwas in den Mittelpunkt, was sehr, sehr wertvoll ist. Wir müssen jeden Tag darum ringen. Menschenrechte sind kein Ergebnis, Herr Pfarrer, werte Ehrengäste, darf heute Landeshauptmann, Stellvertreter Dr. Manfred Heimbuchner hier vertreten und liebe Grüße übermitteln. Ich bin ja nicht zum ersten Mal hier. Dieses Symposium schafft jedes Jahr Raum für Austausch und schlägt Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und wir alle wünschen uns das bis in die Zukunft. Menschenrechte mit dem heurigen Schwerpunkt des Festivals, den Rechtsschutz. Und dafür gebührt große Hochachtung und ich stehe auch nicht an, mich bei allen zu bedanken, die das ermöglichen, das heißt bei den Organisatoren, bei den Vortragenden, aber auch bei den Teilnehmern, so wie Sie heute hier sind. Es gibt auch morgen eine Diskussion in der Arbeiterkammer, wo die Jugend eingebunden ist, wo ich auch dabei sein darf. Und all diese Veranstaltungen tragen zum gesamten Gelingen bei. Und in diesem Sinne wünsche ich allen Veranstaltungen, die noch stattfinden, einen guten Verlauf und wünsche mir angeregte Diskussionen. Sehr geehrte Ehrengäste, sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mich als allererster bedanken für die Einladung und vor allem für die engagierte Arbeit. anstatt traditionellen Grußworten jetzt mich einzureihen mit Grußworten, einfach einen Appell an Sie alle richten und vielleicht an die Menschen, die uns draußen zuschauen. Wir leben in einer Zeit, das wurde schon angesprochen, die sehr polarisierend ist und wo wir oft einmal glauben, auch den unterschiedlichen Parteien oder Fraktionen zugehörig, dass wir vielleicht manchmal zu unterschiedlich sind. Und ich glaube, es ist wichtiger denn je, dass wir solche Anlässe, so ein Symposium, diese wertvolle, engagierte Arbeit auch nutzen, um uns aufzuzeigen, dass es oft so gar nicht ist und dass ein kleines Händereichen oder ein kleines Wort und schon darüber wieder hinweg helfen kann, dass wir näher zusammen sind, als es draußen vielleicht gerade den Anschein macht. Ich halte nichts davon, dass wir uns gegenseitig etwas ausrichten, auch wenn manche politischen Äußerungen nicht erwünscht sind. Ich glaube, es wäre gut daran, in unseren jetzigen sehr unsicheren oder manchmal angstmachenden Zeiten einfach dieses Miteinander hervorzukehren. Und wenn wir hier damit anfangen und das nach außen tragen, dann bin ich mir sicher, dass wir die Menschenrechte, die momentan genauso wie zum Beispiel Frauenrechte in Gefahr sind, dass wir die schützen und dass wir sie bewahren können und dass wir die Stimmung, die momentan wahrgenommen wird, auch wieder in eine andere Richtung drehen können. Ich sage deshalb Danke an alle, die sich tagtäglich dafür einsetzen, auch wenn der Gegenwind noch so stark ist. Und ich ermutige uns alle, dass wir es ab morgen einfach besser machen. Vielen Dank. Liebe Freunde und Freundinnen des Menschenrechtsfestivals, aber auch des Symposiums, ich kann nämlich auch mit dem zweiten etwas anfangen, nämlich da wird etwas zusammengelegt. Es ist aber auch ein Bild, ein Ausdruck für das Gelage, für das gemeinsame Mal. Und das soll ja durchaus auch stattfinden, ist mit Freude, mit einem Fest verbunden. der katastrophischen Unrechtsverhältnisse in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges möglich gewesen. Davor hat es natürlich schon Ansätze gegeben, aber erst diese abgrundtiefen Erfahrungen haben die Menschenrechtserklärung universal möglich gemacht. haben die Menschenrechtserklärung universal möglich gemacht. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde, heißt es im Artikel 3, glaube ich. Ja, die Rechte, die gleichen Rechte, alle sind gebunden an Freiheit, sonst wären sie Zwang, Terror, Willkür und sie sind gebunden an Würde. Sonst wäre ja die Gleichheit abstrakt, bloß vielleicht bürokratisch, würde aber nicht dem guten Leben oder auch dem Recht und der Gerechtigkeit dienen. Ich wünsche allen, die hier zusammenkommen, nachdenken, dass sie von der universalen Geltung der Menschenrechte ergriffen sind. Natürlich wird das nicht abstrakt negiert, aber in der Kongression gar nicht so selten verletzt, halbiert, abgestuft. Die Menschenwürde, so heißt es, war andersbar. Die Menschenwürde ist nicht mehr unandersbar. Solche Überschriften kann man in deutschen Zeitungen und Zeitschriften und Büchern durchaus lesen. kann man in deutschen Zeitungen und Zeitschriften und Büchern durchaus lesen. Wir dürfen hoffen und wir sind davon überzeugt, dass die universelle Geltung der Menschenrechte auch durch uns zum Durchbruch kommt, nämlich durch die Anerkennung aller, aber auch durch die Bestätigung, durch das konkret eingelöste leben aller ich hoffe dass wir in den nächsten tagen dem recht und der gerechtigkeit der würde und der freiheit aller Bevor wir jetzt wieder den schönen Seitenklängen lauschen, habe ich noch die Ehre, Ihnen Grußworte vorzulesen. Und zwar sind das die Grußworte von Charlotte Herrmann, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde, die leider nicht persönlich anwesend sein kann. Sehr geehrte Damen und Herren, leider kann ich dieses Jahr nicht persönlich hier sein, möchte aber ein paar Gedanken mit Ihnen zum Thema Anspruch auf Rechtsschutz teilen. Dieser Anspruch auf Rechtsschutz bedeutet, dass jeder Mensch das Recht hat, sich gegen Unrecht zu wehren und Gerechtigkeit zu suchen. Dieses Prinzip finden wir nicht nur in unseren Gesetzen, sondern auch in der jüdischen Religion. Im Judentum spielt Gerechtigkeit eine zentrale Rolle. Schon in der Tora heißt es, Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen. Das zeigt, jeder Mensch hat das Recht und auch die Pflicht für Gerechtigkeit einzustehen. Rechtsschutz bedeutet also nicht nur, dass Gerichte entscheiden. Es geht auch darum, dass wir Verantwortung übernehmen, dass niemand im Unrecht alleingelassen wird. Im jüdischen Glauben ist das Teil einer gerechten und mitfühlenden Gemeinschaft. Er ist Ausdruck der Würde des Menschen und seines Vertrauens in die Gerechtigkeit. Wenn wir also vom Anspruch auf Rechtsschutz sprechen, geht es um mehr als Paragraphen. Es geht um ein menschliches und moralisches Prinzip. Darum, dass jeder Mensch Würde und Schutz verdient. Danke den Organisatoren, dass sie auch dieses Jahr wieder ein so wichtiges Thema zum Schwerpunkt des Symposiums machen. Charlotte Herrmann. Zu Beginn sind wir schon in den Genuss der schönen Seitenklänge gekommen. Jetzt muss ich Ihnen das Ensemble auch einmal vorstellen. Die musikalische Umrahmung des heutigen Abends stammt vom Ensemble Zammt-Zupft der Landesmusikschule St. Georgen an der Gusen unter der Leitung von Elisabeth Schöring-Huber. Bitte. piano plays softly Thank you. © transcript Emily Beynon Thank you. ¶¶ ¶¶ Thank you. © transcript Emily Beynon Applaus Seit drei Jahren setzen wir bei der Eröffnung des Menschenrechte-Symposiums-Festivals auf die Stimmen junger Menschen aus dieserler, Volksschullehrerin und engagierte Unterstützerin des Menschenrechtssymposiums. Fanny Eichinger, Studentin, Aktivistin und persönliche Assistentin der Lebenshilfe. Adnan Coçalic von der Sozialistischen Jugend St. Georgen an der Gusen und Sarah Minichberger von der Landjugend Langenstein StSt. Georgen-Luftenberg. Sarah, darf ich mit dir beginnen? Komm ruhig ein bisschen näher nach vorne. Entschuldigung, Franziska, mein Fehler. Franziska, du bist Volksschullehrerin, Volksschulpädagogin. Was bedeuten für dich die Kinderrechte? Kinderrechte sind für mich ein grundlegender Ausdruck von Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Kinderrechte sollen uns daran erinnern, dass Kinder ganz egal von welcher Herkunft, welche Religion sie haben, unter welchen Bedingungen sie groß werden, immer das Recht darauf haben, gesehen, gehört und geschützt zu werden. Besonders bewegt mich das Recht der Beteiligung und der Meinungsfreiheit, denn oft werden Kinder zwar gehört, aber nicht wirklich ernst genommen. Gerade als Pädagogin nehme ich Kinder oft sehr selbstbewusst wahr, sobald sie selbst entscheiden dürfen oder sie einfach ernst genommen werden und im Klassenrat oder so Themen diskutiert werden. Das ist immer recht schön zu sehen, wie groß so ein Kind dann werden kann. Für mich bedeutet es Kinderrechte zu leben, dass ich zuhöre und zwar wirklich aktiv zuhöre und nicht nebenbei irgendwas anderes mache und das Gemeinsame, also das Gesprochene dann auch reflektiere und mit dem Kind bespreche. Genau, dann das Zutrauen, dass ich dem Kind etwas selbst zutraue und es darin bestärke in seiner eigenen Tat. Und dass ich etwas zulasse und zwar eben, dass das Kind auch Fehler machen darf und das ganz okay ist, weil durch Fehler lernen wir und niemand ist perfekt und das soll das Kind lernen. Das Kind braucht einfach sichere Räume, dass es sich frei entfalten kann und eben das Beste aus sich selbst herausholen kann. Und ich denke, das Schönste, was wir am Kind mitgeben können, ist es eben ernst zu nehmen, denn ein Kind, das heute ernst genommen wird, ist morgen ein Mensch, der andere Menschen ernst nimmt. Und das ist einfach für mich eines der wichtigsten Sachen, die wir bewirken können. Danke. Danke. Fanny, du warst bildungspolitisch stark tätig, wurdest gezwungenermaßen mit Social Media stark konfrontiert und das Thema Mental Health ist so besonders bedeutsam für dich geworden. Kannst du uns darüber etwas erzählen? Jetzt wird es ehrlich, das ist ein sehr persönliches Thema, general mental health und es beschäftigt wirklich sehr viele Jugendliche. Wir werden in einer Welt groß, die extrem viel von uns erwartet und wenn man selber noch mehr von sich selber erwartet, ist es teilweise manchmal etwas überfordernd. Selbstinszenierung, Social Media, der Druck, dass man immer mehr möchte. Diese Themen haben mich schon früh irgendwie beschäftigt. Ich glaube, es hat schon angefangen, als ich so 12, 13 war, dass ich mir irgendwann so gedacht habe, okay, ich will irgendwie mehr sein und habe mich dann teilweise einfach, glaube ich, daheim einfach ein bisschen eingeschlossen, so wie Rapunzel. Und war einfach selber so unzufrieden mit mir selber, dass ich mich gar nicht mehr so richtig präsentieren wollte. Und habe dann wirklich, weil ich mich andererseits so zugehörig gefühlt habe in irgendeiner Gruppe, in der Schule, bin ich dann halt eben politisch aktiv geworden und habe da irgendwie Gleichgesinnte kennengelernt und das hat mir extrem geholfen, dass ich halt irgendwie mit Menschen arbeite, die so das Gleiche im Sinn haben wie ich. Und dann in späterer Folge kommt natürlich immer mehr Social Media dazu, wo wir einfach gerade als junge Frauen extrem unrealistische Bilder gezeigt bekommen, wie man zu sein hat als Frau. Wie man sich irgendwie darstellt, wie dünn die Teile sein müssen und wie glatt die Haut sein muss. Und es ist einfach voll schwierig, als junge Frau da irgendwie zu bestehen und irgendwie jedes Mal zu sagen, okay, ich bin so, wie ich bin. Ich bin schön und ich darf mich irgendwie präsentieren und das war gerade auf Social Media immer wieder schwierig. Ich glaube, was oft vergessen wird, Social Media hat trotzdem ganz viel mit Selbstinszenierung zu tun, also man kann sich auf eine gewisse Art und Weise einfach darstellen, was dann oft einfach nicht mehr so viel mit der Realität zu tun hat. Und das ist extrem schade. Genau. Ich bin dann in späterer Folge auch in Therapie gegangen und das würde ich wirklich jeder Person empfehlen, die irgendwie selber damit ein bisschen Probleme gehabt hat, mit Selbstwert und einfach mit Phasen, wo es einem nicht so gut geht. Das hat mir wirklich geholfen und ich würde mir wirklich wünschen, dass das einfach auch so auf Schulebene, Schulpsychologinnen mehr eingesetzt werden, einfach, dass man da ein bisschen dagegen wirkt. Genau, und wird es wirklich jedem ans Herz legen, dass man sich einfach Hilfe sucht, wenn es einem immer nicht so gut geht. Danke. Danke für die offenen Worte. Adna, du warst heuer Teilnehmerin beim Erasmus-Plus-Projekt in Barcelona Stoppt Gewalt an Frauen. Ihr habt euch dort Gewaltpräventionsprojekte für Frauen angesehen. Was hast du dir von dort mitgenommen? Ja, also ich war heuer im Frühjahr, im April, war ich in Barcelona. Gemeinsam mit elf anderen Teilnehmerinnen aus Österreich und Italien haben wir uns dort ganz viele verschiedene Themen angeschaut. Speziell ist es darum gegangen, um die spanische Gesetzeslage zur Gewalt an Frauen und auch deren Gewaltpräventionsmaßnahmen, was die wirklich aktiv umsetzen im Land. Warum genau Spanien. Spanien ist einfach sehr fortschrittlich in dem Thema, was in der EU ein fortschrittliches Land ist. Was habe ich mir von dort mitgenommen? Ich habe mir ehrlich gesagt ganz viele Dinge mitgenommen. Erstens einmal den Fakt, dass es nicht nur junge Leute wie mich gibt, die das Thema interessiert, also Frauengewalt, dass man das stoppt, sondern dass das ein weltweites Thema ist, was leider so viele Frauen auf dieser Welt betrifft. Und konkret habe ich mir ein Gesetz mitgenommen, was ich gerne mit euch teilen würde, was auch jetzt immer mehr in Österreich an Sprache nimmt, ist das Gesetz nur Ja heißt Ja. Das bedeutet, dass sexuelle Handlungen untereinander nur erlaubt sind, gesetzlich erlaubt sind, wenn auch alle Beteiligten dem zustimmen. Und genau das haben wir als eben der Themenwissenschaft in Barcelona heute sehr deutlich und lange diskutiert haben. Vielen Dank. Sarah, als Elementarpädagogin sind dir die Kinderrechte sehr wichtig. Als Mitgliederreferentin der Landjugend schaust du darauf, dass es eine gute Kommunikationsbasis untereinander gibt. Und dann gibt es noch ein besonderes Engagement in einer Männerdomäne der Freiwilligen Feuerwehr. Erzähl uns doch bitte darüber. Ja, ich bin Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Pürach und das mit ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel Stolz. Ja, das stimmt. Mit ungefähr zehn Jahren bin ich der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten und habe von Anfang an gewusst, das ist genau meins. Und ich möchte einfach was tun für die Gemeinschaft, für unsere Gesellschaft. Jetzt stehe ich da, zehn Jahre später, und es hat sich so viel getan. Es war so eine intensive und so eine prägende Zeit. Ich bin nun vier Jahre im Aktivstand und zwei Jahre schon taugliche Atemschutzträgerin und ja, auch wir Frauen können das Atemschutzgerät auf die Schultern nehmen. Und ja, das ist gar nicht alles so selbstverständlich eigentlich, dass ich bei der Feuerwehr bin. Aber das, was für mich zählt, ist, dass wir einfach die Arbeit und die Disziplin, den Einsatzwillen genauso bringen. Egal, welches Geschlecht man hat. Egal, ob man Mann oder Frau ist. Es ist ganz egal. Und im vergangenen Jahr feierten wir zehn Jahre Frauen bei unserer Feuerwehr. Und ich betone da wirklich das Wort feiern, weil es wurde nicht nur auf Statistiken und auf Zahlen zurückgeblickt, sondern einfach auf die Anerkennung, die wir mittlerweile im Feuerwehrwesen kriegen. Denn es ist egal, wenn ihr Haus brennt und ihr Kind befindet sich in dem Haus, ist es egal, ob da ein Mann oder eine Frau hineingeht. Hauptsache, die größte Hauptsache ist, dass das Kind dort lebendig rauskommt. Und unser Feuerwehr bringt das wirklich schon gut rüber. Wir leben diese Gemeinschaft, diese Gerechtigkeit gegenüber Frauen. Und ein Feuerwehr ist eine Teamarbeit. Und ein Team braucht einfach Vielfalt. Und genau da sind wir auch wieder bei den Menschenrechten. Gleiche Chancen, gleiche Anerkennung, aber auch gleiche Unterstützung. Und ich möchte einfach, dass diese gelebte Gerechtigkeit, was wir bei unserer Feuerwehr gegenüber Frauen schon haben, einfach auf unsere ganze Gesellschaft überträgt. Dankeschön. Von den jungen Stimmen zu jemandem, der seinerzeit der jüngste Präsident in der Geschichte des Landesgerichts Wien dazu ernannt worden ist. Er ist auch Obmann des Vereins Justizgeschichte und Rechtsstaat, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Wert des Rechtsstaates als Garant für die geschützte Ausübung der Menschen- und Freiheitsrechte erfahrbar zu machen und die Bedeutung rechtsstaatlicher Institutionen näher zu bringen. Wir könnten keinen besseren Festredner finden, uns den heurigen Schwerpunktartikel der Menschenrechtekonvention näher zu bringen und er ist auch verantwortlich für die Aufhebung des NS-Urteils gegen Johann Gruber und somit für seine vollständige Rehabilitation. Begrüßen Sie mit mir Präsident Friedrich Forsthuber. Vielen herzlichen Dank. Ich hoffe, es geht gut mit dem Mikrofon. Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist mir eine große Ehre und Freude, und ich sage es jetzt hier ganz bewusst mit ganz viel Stolz, dass ich hier in dieser Bewusstseinsregion Mauthausen, St. Georgen, Gusen sein darf. Mauthausen war ich natürlich schon ein paar Mal, aber ich bin das erste Mal hier. Und Sie werden sich fragen, warum bemüht sich ein Präsident des Landesgerichtes für Strafsachen in Wien darum, die Erinnerung, das Bewusstsein an diese schlimmen Zeiten zu transferieren. Transferieren, dass es nicht in Vergessenheit gerät, dass noch vor etwas mehr als 80 Jahren Willkür und Rechtlosigkeit auch in unserem Lande geherrscht haben. Ich kann Ihnen sagen, was mich bewegt. Es bewegt mich immer, wenn ich an Orten stehe, die mit dieser furchtbaren Geschichte aufs Engste verbunden sind, wie auch Gusen. Und wie das Landesgericht für Strafsachen Wien, denn im Landesgericht für Strafsachen Wien befindet sich die Gedenkstätte In Erinnerung an rund 1200 Menschen, die während der Nazizeit aufgrund von Unrechtsurteilen der nationalsozialistischen Justiz, die gleichgeschaltet war und Teil des Systems, des Regimes war, zum Tode verurteilt worden sind. Darunter 640 Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer taten dies nicht in einer Organisation, sondern individuell in einem Augenblick, wo sie das Gefühl hatten, Nein sagen zu müssen. Und ich glaube, dieses Bewusstsein, auch Nein sagen zu müssen gegenüber Intoleranz, gegenüber Hass in den sozialen Medien, gegenüber den Shitstorms, gegenüber der Schnelllebigkeit dieser Zeit und gegenüber Populisten, die uns einreden wollen, dass starke Männer die Probleme unserer Zeit besser lösen als der demokratische Rechtsstaat. Probleme unserer Zeit besser lösen als der demokratische Rechtsstaat. Meine Damen und Herren, wir dürfen nicht vergessen, dass uns der demokratische Rechtsstaat braucht. Immer dann, wenn wir in der Geschichte beobachtet haben und auch heute noch beobachten müssen, dass Demokratien verloren gehen, dass demokratische Rechtsstaaten ausgehöhlt werden und letztlich in Hybridregime oder sogar in Diktaturen münden, erkennen wir, dass das Volk versagt hat. Das Souverän hat seine Rechte manipuliert, durch Schlagworte und Populisten selbst aufgegeben. Wir waren zu wenig wehrhaft. Und ich glaube, wir müssen uns bewusst machen, dass der demokratische Rechtsstaat ein Gesellschaftsvertrag ist. Und wenn die Mehrheit der Bevölkerung diesen Gesellschaftsvertrag nicht mehr mitträgt, dann gehen auch die Menschenrechte verloren. Und was beinhaltet dieser Vertrag nun? Wie können wir den demokratischen Rechtsstaat aufrechterhalten? Durch das Vertrauen in seine Institutionen. Vertrauen, auch ein Wert, den ich hier in die Waagschale werfe, ein sehr wichtiger. Denn wenn das Vertrauen in die Politik, in den Gesetzgeber verloren geht, wie viele Menschen sagen so flapsig dahin, diesen Gaunern kann man eh nicht trauen. Und dann sage ich zu jemandem, der mir unlängst das erzählt hat, dass er in die Politik und die Politiker kein Vertrauen hat, sage ich, wo kommst du denn her? Er kam aus einer niederösterreichischen Marktgemeinde. Ich habe gesagt, vertraust du dem Bürgermeister, den Gemeinderäten? Sagt er, na denen schon, die treffe ich ja im Wirtshaus, mit denen können wir reden. Sage ich, aha, sind ja auch Politiker. Sagt er, nun vertraust du den Landespolitikern? Naja, die versuchen schon das Beste, nicht? Und wie schaut es im Bund aus? Naja, die sind weiter weg in Wien. Und die EU? Na, die in Brüssel, mit denen brauchst du gar nicht kommen. Das Vertrauen ist nicht mehr da, obwohl 66 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, und auch darauf bin ich sehr stolz, 1995 dem Beitritt zur Europäischen Union zugestimmt hat. Meine Damen und Herren, das ist nicht nur eine Wertegemeinschaft, entschuldige, das ist nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern es ist in allererster Linie eine Wertegemeinschaft. Eine Wertegemeinschaft, die sich für Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte und Freiheit einsetzt. Und ich darf Ihnen vielleicht, falls Sie es möglicherweise auch noch nie selbst gelesen haben, die 13 Grundwerte, sowas wie die Gebote der Europäischen Union, 13 Grundwerte, sowas wie die Gebote der Europäischen Union, niedergelegtutz, Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern. Und Herr Bischof, geben Sie es zu, Sie haben sich jetzt kurzfristig mal gedacht, das sind doch die christlichen Grundwerte. Ja, es sind nicht nur die christlichen Grundwerte, sondern, ich habe das unlängst bei einer Diskussion gesagt, diese Werte, die geschützt werden sollen, auch vom Staat, wo der Rechtsschutz im Mittelpunkt stehen soll, auch vom Staat, wo der Rechtsschutz im Mittelpunkt stehen soll, diese wunderbaren Werte, wie sie hier auch wiedergegeben sind, die sollten Ziel auch jeder Religion sein. Und ich würde so weit gehen und sagen, in Zukunft haben Religionen vor allem dann eine Daseinsberechtigung, wenn sie die Werte des demokratischen Rechtsstaats unterstützen. Viele Religionen haben das schon begriffen. Aber es bedarf mehr als nur des Vertrauens in die Institutionen, also des Gesetzgebers, der Exekutive, der Rechtsprechung. Es bedarf unserer Beziehungsarbeit. Wir müssen Beziehungsarbeit leisten und das ist nicht leicht. Und wenn ich vorher die jungen Menschen hier gehört habe, dann habe ich gesehen, mit wie viel Stolz sie für ihre Sache brennen. Und das müssen wir tun. Beziehungsarbeit heißt für das Richtige brennen. Und nur wenn wir dafür brennen, können wir auch die Werte des demokratischen Rechtsstaats glaubwürdig anderen vermitteln und sie erhalten. Und glauben Sie, jeder von Ihnen, die heute hier sitzen oder die uns über den Livestream hier folgen, ist ein Multiplikator. Versuchen Sie es selbst einmal. Sie werden in den nächsten Monaten oft Gelegenheit haben, mit Leuten zusammenzutreffen, die Ihnen sagen, sie haben das Vertrauen in die Institutionen des demokratischen Rechtsstaats in Österreich gegenüber der Europäischen Union verloren, die ihnen Verschwörungstheorien aus den sozialen Netzen transportieren als Pseudo-Wahrheit und die ihnen Dinge erzählen, die sie entweder von der KI haben oder aus den Echokammern der sozialen Netze. Die vergessen haben, sich selbst Gedanken zu machen, was es für einrafsachen Wien, diese Gedenkstätte und die Dauerausstellung, die sich daneben befindet und sich eben mit dem Widerstand, mit der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz und mit einer Frage auseinandersetzt, die bis heute Gültigkeit hat, die Frage nach der Aufarbeitung nach 1945 in Österreich, nach dem Bewusstsein. Diese Räume sind während der Öffnungszeiten des Gerichtes ständig öffentlich zugänglich und ich biete natürlich auch regelmäßig Führungen an. Es war mir eine Freude, auch die Papa-Gruber-Gesellschaft schon in Wien begrüßen zu dürfen und Ihnen diese Räumlichkeiten näher zu bringen. Und glauben Sie mir, selbst Schulklassen, die vorher bei meinen Vorträgen zu schwätzen beginnen, werden sehr, sehr ruhig, wenn sie in dem Raum sitzen, wo sie wissen, an dieser Stelle wurden 1200 Menschen zwischen 1938 und 1945 geköpft im Drei-Minuten-Takt. Und dieser Raum ist fast so erhalten, wie er sich als ehemaliger Hinrichtungsraum in aller Brutalität dargestellt hat. Und dort erfassen sie auch emotional, was es heißt, der Willkür, der Brutalität, der Unmenschlichkeit eines diktatorischen Regimes ausgeliefert zu sein und gleichzeitig können sie dort auch lernen, für den demokratischen Rechtsstaat zu brennen, weil sie ihn als Privileg begreifen. Demokratie und Rechtsstaat gelten idealtypisch als siamesische Zwillinge. Nur im Rechtsstaat können demokratische Mitbestimmungsrechte und ein wirksamer Schutz der Menschenrechte durch unabhängige Gerichte garantiert werden. Meine Damen und Herren, was versteht man unter Rechtsstaat? Man hat begonnen, sich mit der Aufklärung 18. bis 19. Jahrhundert auch letztlich mit dem Rechtsstaatsbegriff auseinanderzusetzen. Auch Kant hat sich dazu geäußert. Kant wollte ihn auch, typisch Kant, mit Werten unterfüttern. Das wollten aber viele nicht, weil bedenken Sie, im 19. Jahrhundert, nach den Napoleonischen Kriegen, der Wiener Kongress gibt eine neue Ordnung in Europa und die lautet keine Demokratie, sondern metternischer Polizeistaat. Und jetzt stellt sich die Frage, braucht auch eine Diktatur sowas wie Rechtsstaat? Ja, auch die braucht es. Und man hat sich daher auf eines geeinigt. Man hat gesagt, naja, es muss Verfahrensregeln geben. Also auch im metternischen Polizeistaat gibt es Verfahrensregeln für den Zivilprozess, für den Strafprozess. Wenngleich die Richter immer noch der verlängerte Arm des Herrschers sind und keine Unabhängigengriff war, dass es Verfahrensspielregeln geben soll, an die sich vor allem die Verwaltung zu halten hätte und schon sowas wie ein bisschen Rechtssicherheit. Nicht Freiheit, aber Rechtssicherheit. Die Frage, geht das? Aber dieses formelle Rechtsstaatsverständnis hat sich lange gehalten, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Da hat man begriffen, dass ein Rechtsstaat ohne Werte, ohne Wertegerüst geradezu pervers ist. Die Nationalsozialisten haben es ganz bewusst pervertiert und haben gesagt, bei uns gibt es ihn auch, den Rechtsstaat, den nationalsozialistischen Rechtsstaat. Und dieser nationalsozialistische Rechtsstaat hat auch Spielregeln, nämlich die lauten, der Führer gibt es vor. was der Führer will und was im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie ist, nennen wir nationalsozialistischen Rechtsstaat. Sie sehen diese Perversität der Begrifflichkeit. Und jetzt, Europa liegt in Trümmern, Millionen Menschen wurden ermordet von einem unmenschlichen Regime in Vernichtungslagern, wie etwa auch in Mauthausen. Und jetzt besinnt man sich darauf, dass wir wieder Werte brauchen. es doch schon sehr lange zurückliegt, aber weil das schon etwas ist, was man sich vor Augen führen sollte. Es gibt nicht immer nur Schwarz-Weiß und manchmal gibt es so ganz kleine, helle Flecken, selbst in der dunkelsten Zeit. Der Paragraf 16 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches ist auch in der Nazizeit nicht abgeschafft worden, obwohl er pervertiert wurde und nicht berücksichtigt wurde und er gilt immerhin seit mehr als 200 Jahren. britannischen Polizeistaates am Ende der napoleonischen Kriege, tritt das allgemeine bürgerliche Gesetzbuch in Österreich in Kraft. Und jetzt sage ich Ihnen, was dort drinnen steht und das hat auch bis heute Gültigkeit und steht auch heute noch drin. Jeder Mensch hat angeborene, schon durch die Vernunft einleuchtende Rechte und ist daher als Person zu betrachten. Wie kann es bei so einer Bestimmung gelingen, Menschen zu Untermenschen zu machen und ihnen das Menschsein und ihre durch die Vernunft einleuchtenden Rechte abzusprechen? Ich habe bis heute keine Erklärung dafür. Ich habe bis heute keine Erklärung dafür. Und jetzt im Eindruck dieses Wahnsinns kommen die Menschen und Nationen und Völker zusammen und sagen, wir brauchen wieder unsere Werte. Und ich habe einen Pass mitgebracht heute. Nicht, weil es notwendig gewesen wäre, an der Endscreen seinen vorzuzeigen. Gott sei Dank haben wir keine Demarkationslinien mehr, die quer durch Österreich reichen. Schlimm genug, 45 bis 55. Ich habe einen Pass mitgebracht, der sich nicht nur auf Formelle stützt. Ich lese Ihnen einmal vor, was drinsteht. Ich lese Ihnen einmal vor, was drinsteht. Name, Freiheit, Vorname, aller Menschen, Staat, Weltbürgerin, Geburtsdatum, 10. Dezember 1948, der Tag der Menschenrechte und die Behörde, die Ausstellende, die Vereinten Nationen. Und es ist der Pass der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den gibt übrigens Amnesty International heraus und jeder Mensch, egal aus welchem Staat, kann diesen Pass leicht erlangen. ganz wichtige Dinge drin und schon die Präambel lässt einen das Herz höher schlagen. Da steht drinnen, da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie, innewohnenden Würde und ihre gleichen und unveräußerlichen Rechte, klingt so ähnlich wie §16a BGB, die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet. Da die Verkennung und Missachtung dieser Menschenrechte zu Akten der Barbarei führen, die das Gewissen der Menschheit tief verletzt haben. Und da die Schaffung einer Welt, in der den Menschen frei von Furcht und Not, Rede und Glaubensfreiheit zuteil wird, als das höchste Bestreben der Menschheit verkündet worden ist. Und es endet, verkündet die Generalversammlung die vorliegende allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten, besorgen sie sich den Pass und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung dieser Rechte und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende Maßnahmen im nationalen und internationalen Bereich ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Verwirklichung bei der Bevölkerung sowohl der Mitgliedstaaten wie der ihrer Oberhoheit unterstehenden Gebiete zu gewährleisten. Meine Damen und Herren, wunderbar und diesem Ideal sollte man immer folgen, man sollte dafür brennen, nur man darf nicht verkennen, es ist eine Proklamation. Es ist eine Proklamation ganz wesentlicher Menschenrechte und wir werden noch über den Artikel 8 dann reden, Anspruch auf Rechtsschutz. Jeder Mensch hat Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz vor den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen alle Handlungen, die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzen. Aber es ist nicht mehr als eine Proklamation. Sie muss mit Leben erfüllt werden. Sie muss, wenn man will, einklagbar sein. Was nützen mir die schönsten Rechte, wenn ich nicht den Rechtsschutz habe, das heißt die Möglichkeit, meine Rechte auch durchzusetzen, sie, wenn nötig, vor unabhängigen Gerichten einzuklagen. Und am 10. Dezember 1948 ist der Stein geworfen worden in den Teich und jetzt sind die Kreise entstanden. Und diese Kreise sind die Kreise der Wertegemeinschaften. Und es war nicht mehr aufzuhalten. Und schon im Mai 1949, also ein halbes Jahr später, lautet der Artikel 1 des Bonner Grundgesetzes, die Bundesrepublik Deutschland wurde gegründet und hat sich im Artikel 1 gleich mal ihr Wertegerüst gegeben. Und jetzt sagen die gleichen Deutschen, die noch zweieinhalb, drei Jahre früher hier die Menschenrechte mit Füßen getreten haben, nein nicht alle, aber viele, die sagen nun im Artikel 1 des Bonner Grundgesetzes, vier Jahre vorher, 1949, 1945, die vier Jahre vorher noch so viele Menschen auf dem Gewissen hatten, die sagen nun, die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt und ich füge hinzu, aller Menschen. Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. und 1945 in Deutschland, ja, die Werte wiedergebracht haben oder es notwendig gemacht haben, sie so zu artikulieren. Und der Bischof hat heute zu Recht gesagt, Recht, Gerechtigkeit, Würde und Freiheit müssen wir wieder näher kommen. Genau das ist der Anspruch auf Rechtsschutz. Und der wesentliche Fortschritt, den die demokratischen Rechtsstaaten seit 1945 erzielt haben, meine Damen und Herren, ist die inhaltliche Absicherung von Demokratie, Menschenrechten undvention 1950, vor genau 75 Jahren, ins Leben gerufen und die von vielen so geschmähte Europäische Union, ohne die vieles an Rechtsschutz heute nicht denkbar wäre. Multilaterale Abkommen und wenn es auch manche populistischeren Politiker von Mitgliedstaaten, Orban und anderen nicht so gerne hören. Der Vertrag von Lissabon, die Verfassung der Europäischen Union steht über dem nationalen Recht. Und das ist gut und wichtig und richtig so. Ja, und jetzt stehe ich vor folgenden Punkt, wenn wir diese Aufforderung zur Handlung, zur Verwirklichung dieses gemeinsamen Ideals in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vergleichen mit der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950. Vor zwei Tagen haben wir das Jubiläum gefeiert. Dann sehen wir teilweise auch unterschiedliche Rechte, die garantiert werden. Vieles deckt sich ja, wenngleich nicht immer im gleichen Artikel. Also der Artikel 8 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Anspruch auf Rechtsschutz, der findet sich in Artikel 13 der Europäischen Menschenrechtskonvention wieder und lautet Recht auf wirksame Beschwerde. Jede Person, die in ihren in dieser Konvention anerkannten Rechten oder Freiheiten verletzt worden ist, hat das Recht bei einer innerstaatlichen Instanz, eine wirksame Beschwerde zu erheben, auch wenn die Verletzung von Personen begangen worden ist, die in amtlicher Eigenschaft gehandelt haben, muss man sich doch dagegen wirksam beschweren können. Also Sie sehen, der Artikel 8 findet sich hier im Artikel 13 wieder. Es finden sich viele andere Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in der Europäischen Menschenrechtskonvention wieder. Europäischen Menschenrechtskonvention wieder, das Recht auf ein faires Verfahren Monat durch die Ausstellung im Landesgericht zu dieser Gedenkstätte, sondern am liebsten gerne im Anschluss zu einer Dauerausstellung, die wir jetzt im Arbeits- und Sozialgericht in Wien im 9. Bezirk eingerichtet haben. Und die heißt Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat. Sie ist die Fortsetzung der Ausstellung, die einen so schockt. Diese Gedenkstätte, die Erinnerung an die Diktatur, das Bewusstsein, was konnte auch in Österreich passieren, 1938 bis 1945. Die Frage, ist das auch anständig aufgearbeitet worden, die auch dort gestellt wird und dann diese Ausstellung, die uns zeigt, die Werte sind zurück. Beginnend mit nach dem Krieg 1948, 1949, 1950, Gründung der Europäischen Union 1995 1995 der Beitritt Österreichs. All das kann einen schon stolz machen und wir sollen aber nicht nur stolz sein, sondern wir sollen brennenat, den diese internationalen Abkommen hier sicherstellen, der ermöglicht erstmals in der Geschichte der Menschheit durch die Europäische Menschenrechtskonvention die Einklagbarkeit. Jetzt ist es einklagbar auch bei internationalen Gerichten. ist einklagbar auch bei internationalen Gerichten. Und die Europäische Menschenrechtskonvention hat alle europäischen Staaten als Mitgliedstaaten, mit Ausnahme von zwei Staaten. Ein Staat ist nie Mitglied gewesen, Weißrussland, weil Weißrussland auch nie Mitglied des Europarats war. Alle europäischen Staaten waren Mitglied des Europarats bis auf Weißrussland. Können Sie sich vorstellen, warum Weißrussland nie Mitglied des Europarats war? Weil es das einzige Land Europas ist, das bis heute die Todesstrafe vollstreckt. Sehr fortschrittlich, der Europarat. Er hat als Mitglieds- und Beitrittsvoraussetzung die Abschaffung der Todesstrafe. Und wozu hat das geführt? Dass die Länder hinter dem eisernen Vorhang nach der Wende sehr rasch die Todesstrafe in ihren Ländern abgeschafft haben. Sie wollten Mitglied einer Staatengemeinschaft sein, des Europarats, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat einsetzt. Und Sie werden es nicht glauben, auch Russland wollte das, auch wenn sie vor eineinhalb Jahren ausgestiegen sind, weil sie sonst aufgrund des Ukraine-Kriegs wahrscheinlich ausgeschlossen worden wären. Also das sind die zwei Länder Europas, die nicht Mitglied des Europarats und auch nicht Mitglied der Europäischen Menschenrechtskonvention sind. Menschenrechtskonvention sind. Alle anderen verpflichten sich nun eben, diese Grund- und Menschenrechte zu wahren und auch wirksamen Schutz zu bieten in den einzelnen Nationalstaaten, wie es der Artikel 8 noch proklamatisch in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vorgesehen hat. Und wenn es ihnen systematisch nicht mehr gelingt, diesen wirksamen Rechtsschutz sicherzustellen, wie beispielsweise aktuell in der Türkei, wenn das nicht gelingt, sind alle anderen Mitgliedstaaten, ist jeder einzelne Mitgliedstaat berechtigt, diesen Staat vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit einer Staatenbeschwerde zu bringen und zu sagen, du hältst dich systematisch nicht an diese Grundrechte, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt wurden und dann gibt es eine Verurteilung. So was gab es schon. In den 70er Jahren wurde Griechenland, damals Militärdiktatur, verurteilt. Die sind dann zwar einige Jahre ausgetreten aus der Menschenrechtskonvention, sind aber nach Ende der Militärdiktatur wieder zurückgekommen. Also Sie sehen, das ist nicht zahnlos und ich weiß genau, dass kurz nach dem Putschversuch, als Erdogan ja nicht nur die Unabhängigkeit der Rechtsprechung völlig beseitigt hat, indem er ein Viertel der Justiz eingesperrt hat. Ich weiß, dass etwa Norwegen und andere skandinavische Staaten versucht haben, hier mehrere Staaten dazu zu bewegen, damit es nicht nur eine ist, die Türkei vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. Ist aus politischen Gründen leider gescheitert. Zehntausende Beschwerden von türkischen Staatsbürgerinnen sind immer noch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig, die sich eben dann mit Individualbeschwerden nach Ausschöpfung des innerstaatlichen Rechtszugs dorthin gewendet haben. Aber es gibt auch eine Veröffentlichung, Sie können das ja im Internet nachlesen, der Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. der Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. Und da können Sie eben auch Verurteilungen und den Grund für diese Verurteilungen nachlesen. Und Sie können dort auch nachlesen, wie diese Werte, wie mit diesen Werten umgegangen wird und warum der Europäische Gerichtshof sehr differenziert Entscheidungen trifft. Und wenn heute Politiker auftreten und sagen, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat den Bezug zu Realitäten verloren, indem er verhindert, dass wir Leute, die schwere Delikte begangen haben, rasch in ihre Heimatländer abschieben können, selbst wenn ihnen dort Folter oder Tod droht, dann sagt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte natürlich, aber da habt ihr ja alle unterschrieben, das Verbot der Folter, der Schutz des Lebens. Wir können das jetzt nicht nur fallen lassen, weil einer ein Delikt begangen hat. Die Rechte sind doch unveräußerlich. Und wenn man sich's anschaut, unlängst hat ein Völkerrechtler das zu Recht gesagt, es gibt nur ganz wenige Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte über solche Fälle. Die meisten Abschiebungen gelingen deswegen nicht, weil die Heimatstaaten, die ja Diktaturen sind, die Leute gar nicht aufnehmen. Das heißt, da würde niemals ein Flugzeug, das etwa von Deutschland oder Österreich dorthin fliegt, dort landen dürfen, um Leute dorthin abzuschieben. Das heißt, daran scheitern die meisten Abschiebungen, dass eben Länder ihre Staatsbürger gar nicht mehr zurücknehmen und nicht an einer zu menschenfreundlichen Haltung, falls es die überhaupt geben kann, des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der unsere Grundrechte hier vertritt, genauso wie die Europäische Union, die ja die Europäische Grundrechtecharta beschlossen hat, die ist 2000 beschlossen und gemeinsam mit dem Vertrag von Lissabon Ende 2009 in Kraft getreten, sodass wir noch ein weiteres internationales Gericht zum Schutz unserer Rechte jetzt haben, nach Erschöpfung des nationalen Rechtszugs und das ist der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Meine Damen und Herren, es hat Professor Reiter Zattlokal, die Leiterin des Instituts für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien, einen sehr spannenden Vortrag gehalten. Wie konnte es passieren, trotz unserer heutigen Verfassung, die auch schon 1933 dieselbe war wie heute, dass 1933, 34 sukzessive der demokratische Rechtsstaat abgeschafft wurde und wie können wir heute verhindern, dass das vielleicht noch einmal passieren könnte und sie hat nur eine einzige Antwort. Sie sagt, das Einzige, was uns auf Dauer hier einen resilienten demokratischen Rechtsstaat erhalten hilft, ist Bildung, Bildung, Bildung. Bewusstsein schaffen, dafür brennen, Bewusstseinsregion. Damit schließe ich jetzt diesen Vortrag. Lassen Sie mich dann noch ein paar Worte zu Pfarrer Johann Gruber sagen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen herzlichen Dank. Und jetzt sage ich Ihnen, Pfarrer Johann Gruber ist eigentlich der Grund, warum ich heute hier stehe, weil es gab ja Ende der 90er Jahre ein Gesetz, das hieß Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetz, und Rehabilitierungsgesetz, wo Angehörige von Menschen, die von der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz verurteilt wurden, vor allem natürlich von den politischen Gerichten, also dem Volksgerichtshof und den Sondergerichten, die Möglichkeit hatten, auch schwarz auf weiß einen Beschluss des Gerichtes zu bekommen, wo steht, sie sind vollständig rehabilitiert. Das wären sie von Gesetzes wegen bei politischen Gerichten so und so gewesen, aber man wollte dem Wunsch vieler Leute entgegenkommen, die sagen, ja, es ist doch was anderes, wenn ich so einen gerichtlichen Beschluss dann in Händen halte. Und sie glauben gar nicht, wie ergriffen viele Menschen sind, wenn sie so einen Beschluss über ihre Angehörigen dann erhalten haben. Und da gibt es aber dann auch eine Passage, die sagt, ja, es geht nicht nur um politische Taten, die einem dort zur Last gelegt wurden, sondern auch, es gibt auch allgemeine Delikte, die dann hinein verflochten wurden in diese Urteile, wo man das Gefühl hat, da hat man jemanden, weil man ihn eben politisch doch nicht so streng bestrafen konnte durch die Gerichte, wie man gewollt hätte, noch schnell was Schlimmes unterschoben. Und was ist passiert bei Johann Gruber? Der war schon am Beginn, ab 1938, den Nazis ein Dorn im Auge, weil er ein standhafter Katholik war. Und das verträgt sich halt nicht mit einer unmenschlichen Ideologie. Aber damals gab es noch nicht so diese Möglichkeiten, ihn aufgrund seiner Aussagen oder seines Verhaltens, er hat halt nicht Heil Hitler gegrüßt, sondern weiterhin Grüß Gott, ihm lange hinter Gittern zu bringen. Jetzt könnte man sagen, man hätte ihn ja willkürlich einfach schon ins KZ schicken können, später ist er ja auch dann dort zugrunde gegangen. Aber interessanterweise am Beginn des Naziregimes in Österreich hat man noch eher versucht, hier die juristische Schiene zu fahren und weniger gleich die willkürliche ins KZ. Nicht bei allen. Jüdinnen und Juden hatten kein Recht auf Gerichtsverfahren. Die wurden entweder gleich umgebracht in den Kellern der Gestapo oder in den Vernichtungslagern. Aber eben bei einem Priester konnte man das jetzt so einfach auch nicht tun. Zumindest nicht 1938, 1939, 1940. Da war es dann noch so, da hat man die Gerichte bemüht. Und da fand man dann zwei Ministranten, die gesagt haben, das Schwein hat uns berührt. Das hat genügt, man hat dann ihn gefoltert. Er hat es zwar nicht förmlich zugegeben, aber unter der Folter ist der Widerstand etwas gebrochen gewesen und man hat ihn dann verurteilt eben wegen sexuellen Missbrauchs dieser beiden Ministranten. Es war kein massiver Missbrauch, also es soll zweimal hingegriffen haben, so die Anklage und das Urteil damals, aber das hat gereicht, um ihn jetzt endlich einmal zwei Jahre in Haft zu schicken. Zwei Jahre Haft und nachdem er dann rausgekommen ist, hat schon die Gestapo gewartet und hat ihn ins KZ gebracht, zunächst nach Dachau, dann nach Mauthausen und dann nach Gusen, wo er in einer fürchterlichen Prozedur, danke vielmals, 1944 zu Tode gefoltert wurde. Am Karfreitag ist er dann diesen Qualen erlegen. Und jetzt haben wir beim Landesgericht festgestellt, es gab gar nicht so wenige Anträge auf Rehabilitierung am Beginn und das ist dann so quasi durch das Aktenverteilungssystem auf die Richter verteilt worden und jeder Richter, der so einen Akt gekriegt hat, hat sich erneut einlesen müssen in die Materie und das war nicht sehr zielführend, sodass ich dann gesagt habe, unser Personalsenat, der ja die jährlichen Geschäfte der Richter bestimmt, das ist ein richterliches Gremium von fünf Richtern, der soll sich doch überlegen, ob es nicht vernünftiger wäre, wenn zwei Menschen, die sich mit der Materie intensiv beschäftigen, wenn die zwei das abwechselnd machen und dann hat sich der Norbert Gersberger, ein Jugendrichter bei uns im Haus, und ich, wir haben uns dann bereit gefunden zu sagen, wir werden jetzt diese Verfahren, soweit sie noch nicht erledigt sind, zu einem Ende bringen und auch die neuen Verfahren erledigen. Und bis heute, es kommen nicht mehr sehr viele Anträge, bis heute bin ich dafür auch weiterhin mit zuständig. Und dann war das ein Akt, der schon Jahre anhängig war, da ging es jetzt nicht mehr um die Frage des politischen Delikts, sondern nur mehr um diese Sexualdelikte und dann hat sich sehr verdienterweise Dr. Freudenthal an mich gewendet, hat mir auch Gutachten vom Professor Reinhard Moos, der heute gerne hier gewesen wäre, dem es aber gesundheitlich leider nicht möglich war und der wunderbare Gutachten hier erstellt hat, der hat den Akt ganz genau studiert und diese Gutachten haben dann nachgewiesen, dass es Aussagen von diesen zwei Burschen nach dem Krieg gab, sie waren bei der HJ, dass man sie damals gedrängt hat oder gezwungen hat, den Priester zu verleumden, der den Nazis ein Dorn im Auge war. Und damit war die Entscheidung klar, dass nämlich hier aus politischen Gründen eine allgemeine Straftat vorgeschoben wurde, die mit höchster Wahrscheinlichkeit eben so nie stattgefunden hat. Interessant bei diesem Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetz ist vorgesehen, wenn die Richter historische Fragen haben, die auftauchen können, dass man damit eine Historikerkommission befasst. Und diese Historikerkommission, die sich, glaube ich, zwei oder drei Jahre lang diesem Akt gewidmet hat, hat am Ende dann vorgeschlagen, nicht zu rehabilitieren, weil, und das ist natürlich dann wieder, sie haben halt gewisse Teile übersehen gehabt und vor allem, sie waren in einer zeitlichen Situation dann gehalten, ein Gutachten zu erstatten, wo gerade verschiedene Missbrawürfe nachgegangen werden muss, eigentlich kontraproduktiv. übersehen hat, ist der Rechtsschutz des Einzelnen, des schon toten Pfarrer Grubers. Und dieser Rechtsschutz hat geboten, dass man sagt, man muss es halt ganz genau anschauen. Und wenn man es ganz genau anschaut, sieht man, Pfarrer Gruber ist zu Recht völlig rehabilitiert worden. Auch, weil wir heute ein ganz anderes Verständnis von Rechtsschutz haben. Vielen Dank. Vielen herzlichen Dank. Lassen wir die Worte des Präsidenten noch etwas nachklingen mit den Klängen des Seitenensembles. Bitte. Thank you. ¶¶ piano plays softly Nun kommen wir zu einem weiteren Höhepunkt des heutigen Abends, dem Bericht über den spannenden Entwicklungsprozess der Gedenkstätte Gusen. Ich bitte Gudrun Bloberger, die pädagogische Leiterin der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen, uns darüber zu erzählen und die Entwicklung anhand einer Präsentation zu zeigen. Ich danke sehr herzlich für die Einladung und auch für die Aufmerksamkeit. Und nach diesem intensiven Vortrag ist es jetzt gar nicht so leicht, die Kurve zu einem doch etwas anderen Thema zu machen. Aber ich möchte vielleicht eingangs sagen, Sie alle wissen, dass es an der KZ-Stätte Gusen gerade zu großer Neugestaltung und Weiterentwicklung kommt und dass sich nach Jahrzehnten, wo sich Mauthausen als zentraler Erinnerungsort in Österreich etabliert hat, nun auch in nächster Zeit so weit sein soll. Und 80 Jahre danach, würde ich sagen, ist es nicht zu früh, dass auch in Gusen ein angemessener Gedenkort zusätzlich zu der schon bestehenden Gedenkstätte geschaffen wird. Und um vielleicht am Thema des Menschenrechte-Festivals oder Symbiosiums anzuschließen, habe ich mir jetzt so gedacht, dass es eigentlich schon mit dem Thema auch insofern etwas zu tun hat, weil die Erinnerungen an die tausenden Toten in Gusen geschützt werden müssen und es auch ein Recht gibt, einen angemessenen Ort des Gedenkens zu haben. Also das greift vielleicht ein bisschen das Thema des Symposiums auch auf. Ich möchte sich ganz kurz über die aktuellen Entwicklungen bei der Neugestaltung und Weiterentwicklung der Gedenkstätte in Gusen informieren. Und zwar mit fünf Folien und wenigen Sätzen, die ich dazu sagen werde. Sollte jetzt die Folie weitergesprungen sein, Sie sehen hier ein historisches Luftbild auf der linken Seite. linken Seite. Das zeigt das Areal des Konzentrationslagers Gusen 1945. Sie sehen einen eingezeichneten gelben Bereich, das ist das ehemalige Häftlingslager und auf der rechten Seite im Vergleich dazu eine Luftbildausnahme aus dem Jahr 2025, wo man die heutige Situation sieht mit der Überbauung des ehemaligen KZ-Areals, mit eben der Wohnsiedlung in Gusen und eben auch der Industrieanlagen in Gusen. Sie sehen auf dieser Folie auch eingezeichnete, so ich würde sagen türkisfarbene Flächen, wo ich würde sagen türkisfarbene Flächen, die 2021 von der Republik Österreich angekauft worden sind und nun die Gelegenheit geben, die bestehende Gedenkstätte zu erweitern und neu zu gestalten. Wichtig dabei ist, dass diese Flächen eben zentrale Flächen im Zusammenhang mit der Geschichte des Konzentrationslagers Gusen sind, Zusammenhang mit der Geschichte des Konzentrationslagers Gusen sind und zwar die zwei noch erhaltenen ehemaligen SS-Baracken, der ehemalige Appellplatz in Gusen bis hin eben zu dem Bereich, wo der Steinbrecher noch erhalten ist. Auf der nächsten Folie und das ist gerade für hier, für St. Georgen an der Gusen auch wichtig, sieht man auch das Areal des ehemaligen Stollensystems Bergkristall in St. Georgen an der Gusen, wo ja die Rüstungsindustrie unter Tage verlegt worden ist und auch hier gibt es Möglichkeiten, die Verbindungslinien zwischen Gusen und St. Georgen an der Gusen sichtbar zu machen und den Vorplatz des ehemaligen Tunnelsystems auch mit in diese Neugestaltung der Gedenkstätte mit einzubeziehen. Auf der nächsten Folie wird der erste Entwicklungsschritt, der nach dem Ankauf der Grundstücke gesetzt worden ist, dargestellt und zwar ein breit angelegter Beteiligungsprozess. Wir von der Gazett-Gedenkstätte Mauthausen sind in der Lage, mit Beteiligung internationaler, nationaler, aber auch regionaler Vertreterinnen und Vertreter diese Neugestaltung und Erweiterung der Gedenkstätte gemeinsam zu realisieren. Deswegen gab es zu Beginn einen Beteiligungsprozess, aus dem ein Masterplan hervorgegangen ist, der die gemeinsam ausverhandelten Parameter für die Weiterentwicklung darlegen. Hier sehen Sie nun die Grundstücke, um die es geht und die dann in einem nächsten Schritt ausgeschrieben worden sind bei einem internationalen Wettbewerb, europäischen Wettbewerb, wo es darum gegangen ist, wie soll das künftige Areal gestaltet werden und wie sollen die Beziehungen zueinander auch sichtbar gemacht werden. Dieser Wettbewerb ist in zwei Stufen ausgeschrieben worden und letztendlich ist auch hier aus einem sehr intensiven Prozess ein Sieger gekürt worden von einer Jury und zwar ist das das Architekten-Team Querkraft, das vielleicht bekannt ist von anderen Bauten, die in Österreich gemacht worden sind, zum Beispiel das Museum Leonik in Kärnten, Neuhaus Sucher oder aber auch Bildungscampus zum Beispiel in Linz. Also unterschiedlichste Bauprojekte, was dieses Team schon realisiert hat und hier eben zusammenarbeitet in einem interdisziplinären Team, das eben auch Landschaftsgestaltung und auch Bildungsarbeit mitdenkt. und auch Bildungsarbeit mitdenkt. Sie sehen hier einen Entwurf, dass Sie eine kurze Vorstellung davon bekommen, wie die Grundidee ist. Ich möchte Sie aber ganz herzlich einladen, am 17. November am Abend zu einem Informationsabend zu kommen, wo sich das interdisziplinäre Architektenteam vorstellen wird, das Siegerprojekt ganz im Detail besprochen werden wird auch einzubringen, weil es ganz wichtig ist, diese Arbeit und das Gedenken gemeinschaftlich getragen voranzubringen. Dankeschön. Jetzt freue ich mich besonders über Guy Dockendorf, den Präsidenten des Internationalen Mauthausen-Komitees, der erneut den weiten Weg aus Luxemburg auf sich genommen hat. Bitte auf die Bühne. Uns würde es sehr interessieren, wie Sie den Beteiligungsprozess der Gedenkstätte Gusen aus europäischer Sicht einschätzen. Schönen guten Abend. Ich bin acht Stunden heute Auto gefahren und bin ein bisschen kaputt, wie man auf schön Deutsch sagt. Deshalb bitte ich um Verzeihung, wenn das sich vielleicht ein bisschen wirr anhört, was ich Ihnen erzählen möchte. Ich möchte Ihnen erzählen, man hat mich gebeten, Andrea auf Achtig Gelacht zu reagieren, aber auch auf Gusen. Weshalb stehe ich hier? Ich stehe hier, weil mein Vater, mein Vater war im letzten Krieg als katholischer Pfadfinder einer der Gründer einer Widerstandsbewegung in Luxemburg gegen die Nazi-Herrschaft. Er wurde im Oktober 1943 von der Gestapohausen, Gusen und Ebensee, wo er am 6. Mai 1945 befreit wurde. Seit 1968, das sind also jetzt über 50 Jahre, hat er begonnen, er ist jetzt schon lange verstorben, wir machen das weiter, mit jungen Menschen in die verschiedenen KZs zu fahren, damit man von Ort und Stelle sich verstehen kann, was im Krieg Unwahrscheinliches geschehen ist. geschehen ist. Es ist erfreulich, dass die offiziellen Stellen in Österreich seit einer ganzen Reihe von Jahren eine richtige Erinnerungskultur erarbeitet haben. Dem war allerdings während vielen, vielen Jahren nicht so. Unser wichtigerster Satz von ihrem Präsidenten, Dr. Alexander Van der Bellen, der hier in Gusen vor ungefähr zwei Jahren Folgendes gesagt hat, Zitat, hätte es nicht internationalen und nationalen Überlebenden des Konzentrationslagers gegeben, wären wir heute nicht hier, denn Gusen wäre ausgelöscht worden, Gusen wäre ganz einfach verschwunden. Ein paar Daten. 20. Juni 1947. In dem Übergabedokument der sowjetischen Verwaltung an die Republik Österreich heißt das, das ehemalige KZ sei, ich zitiere, als Denkmal zur Erinnerung an die durch narzisstische Henkersknechte hingemonte Opfer zu erhalten. Häftlingsverbände beginnen gemeinsam mit Vertretern von verschiedenen Ministerien die KZ-Gedenkstätte zu konzipieren. Vertretern von verschiedenen Ministerien die KZ-Gedenkstätte zu konzipieren. 1948 entsteht die erste Version des von den Sowjets errichteten Denkmals, zu hören, dass im Februar 1945 ermordeten Generals der Sowjetarmee Karbyshev. Das heutige Denkmal ist eine zweite Version. Anfang Mai 1948, anlässlich der Befreiungsfeiern, wurde der Grundstein eines Denkmals für alle Opfer des KZ Mauthausen in Form eines Kinotafs auf dem Appellplatz gelegt. Im Herbst 1848 legte das Bundesdenkmalamt sein Gutachten zur Ausgestaltung der Gedenkstätte vor. Die ehemaligen Häftlinge forderten erfolgreich die Einbeziehung der Todesstiege als schützenswerte Subjekt. Im Jahre 1961 entstand auf Initiative des Italienischen Opferverbandes ein Verband zur Errichtung eines Memorials in Gusen, das die Kosten in ca. 87.000 österreichische Schillingen durch Sammlungen in Frankreich, Italien, Belgien und anderen Ländern aufbrachte. Eingeweiht wurde dieses Mahnmal 1965 und in einem am 11. April 1997, also 32 Jahre später, unter schriebenem Schenkungsvertrag übergab der Geschenkgeber im Grundbuch eingetragen als Comité international de Mauthausen, Ante National de Mauthausen, Comité du Souvenir du Grand de Gaussin, dieselbe Gedenkstätte an die Lager Gaussin, an die Bundesgebäudeverwaltung. Ich würde gebeten, noch ein paar Ideen zu Artikel 8 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu sagen. Wenn mir ein Unrecht geschieht, dann habe ich unter Artikel 8 die Garantie, dass mir von den Gerichten geholfen wird, dass, Anführungszeichen, das Recht gesprochen wird und ich dadurch wieder Gerechtigkeit erfahren kann. Diese Beziehung zwischen Recht und Gerechtigkeit ist fundamental, aber wird allzu häufig missverstanden. Es kann zum Beispiel ungerechte Gesetze geben, etwa wenn sie von einer undemokratischen Regierung verfasst und von nicht unabhängigen Gerichten durchgesetzt werden. In einem Unrechtsstaat ist das Gesetz, das Recht, ein Instrument der Mächtigen, die damit ihre Interessen gegen die Rechte aller anderen durchsetzen. Dies nennt man auf Englisch Rule by Law. Die Übersetzung von Rechtsstaat wäre Rule of Law. Von Rechtsstaat wäre Rule of Law. Deutschland hat unter der Nazi-Herrschaft das Paradebeispiel abgegeben eines Unrechtsstaates, wo die Gewaltentrennung absichtlich außer Kraft gesetzt worden war und das Recht dazu diente, Macht zu festigen und Menschen zu unterwerfen. Menschen zu hinterwerfen. In einem funktionierenden Rechtsstaat müssen nicht nur durch die Gewaltentrennung die Exekutive und Judikative voneinander getrennt sein, sondern die Gerichte müssen auch gänzlich unabhängig sein. Auch autoritäre Regime, auch heutzutage, zeichnen sich dadurch aus, dass Gerichte der Macht dienen und dass das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz nicht gelten gelassen wird. Das Recht dient der Politik und somit wird der Rechtsstaat zu einem Unrechtsstaat. Dabei sollte doch eine der zentralen Lektionen des Zweiten Weltkriegs sein, dass man niemals das Recht der Politik unterordnen sollte. Dagegen bietet Artikel 8 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte die Garantie, dass auf Unrecht mit Recht geantwortet wird. Die Willkür des Staates, häufig von der Staatsgewalt der Exekutive, wird durch Recht und Gesetz kontrolliert. Es ist die Bereitschaft, Macht einzuschränken, die den zentralen Unterschied macht zwischen autoritärer Willkür und demokratischer Rechtsstätlichkeit. Danke. Während unser Seitenensemble gleich wieder Musik spielt, sehen wir einen Film über die Ausstellung Archäologie. So fühlen wir uns mit dem Ort der Ausstellung, dem Haus der Erinnerung, verbunden. Thank you. © transcript Emily Beynon ¶¶ Thank you. ¶¶ Thank you. piano plays softly Einer der Initiatoren der Ausstellung Widerstand, Tod, Überleben hat sich schon auf den Weg gemacht. Ehrenobmann der Plattform Johann Gruber, Christoph Freudenthaler. Er wird uns etwas über die Entstehungsgeschichte sagen. Im Jahr 2020 hat der renommierte Künstler Christian Kosmos-Meyer es heute unter uns. Liebe Christian, du hast damals an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz ein Kunstprojekt Wetterleuchten am Horizont geschaffen. Und bei der Recherche hast du dir gefragt, wo sind eigentlich diese Kunstgegenstände? Das Denkmal war zu Ehren von Dr. Johann Gruber. Und du bist dann ins Naturhistorische Museum und hast dort diese Gegenstände entdeckt, ins Naturhistorische Museum und hast dort diese Gegenstände entdeckt, die über viele Jahrzehnte in den Speichern des Naturhistorischen Museums aufbewahrt worden sind. Du bist da ganz herzlich empfangen worden und dieses Kunstprojekt Wetterleuchten am Horizont an der Pädagogischen Hochschule hat uns vor Ort dann inspiriert, dass wir im Jahr 2022 eine Exkursion nach Wien unternommen haben. Wir sind ins Naturhistorische Museum und durften auch dich im Strafgericht Wien besuchen. Und bei dieser Exkursion ist die Idee entstanden, diese Gegenstände, die sollten doch am Ort, am Ausgrabungsort zur Ausstellung gebracht werden. Und aus dieser Idee ist dann wirklich eine ganz wunderbare Zusammenarbeit entstanden, zwischen den Expertinnen und Experten vor Ort, aber auch mit der hohen Wissenschaft in Wien, vor Ort, aber auch mit der Hohen Wissenschaft in Wien, mit den Vertreterinnen des Naturhistorischen Museums, mit der Universität Wien, mit dem Bundesdenkmalamt, mit der Gedenkstätte Mauthausen. Und ich muss ehrlich sagen, dieser Prozess, wie diese Ausstellung in drei Jahren mit harter Arbeit entstanden ist, der war für mich persönlich sehr beglückend. Unter der Federführung der Bewusstseinsregion ist nun diese Ausstellung entstanden und ich darf hier ein paar Worte des Dankes sagen. Ich möchte einfach vorerst einmal dir, Christian Kosmas-Meyer, danken, dass du diese Gegenstände im Naturhistorischen Museum sozusagen wiederentdeckt hast. Du bist sozusagen der Ur-Initiator dieser Ausstellung. Ich möchte dir, lieber Bischof Manfred, recht herzlich danken. Du hast relativ unbürokratisch damals die Finanzierung dieses Kunstprojektes an der Hochschule seitens der Diözese Linz ermöglicht. Ich möchte aber vor allem drei Frauen besonders hervorheben. aber vor allem drei Frauen besonders hervorheben. Carina Krömer, Claudia Teune und Andrea Wahl. Ihr habt... Applaus Und ich möchte dazu sagen, all diese drei Frauen haben immer ganz wichtige Teams hinter sich und die sind heute auch da und die möchte ich bei diesem Dank wirklich mit einbeziehen. mit kundenfachexpertise und mit eurem zehn organisatorischen geschick wirklich zum gelingen dieser ausstellung ganz großartiges geleistet sie müssen sich diese ausstellung anschauen wir haben leider nur diesen film gesehen ich möchte als vertreter der regionalen szenerie ganz herzlich, die sitzen da ganz weit hinten, die Freunde der Ruine Spielberg, den Robert Hofstadler und den Ernst Mitmannsgruber. Ganz herzlich danken. Ihr habt großartige Forschung geleistet und ihr habt auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Ruine Spielberg und das Kommando Spielberg in das Konzept dieser Ausstellung eingebunden wurde. Und stellvertretend für die örtlichen Gedenkinitiativen möchte ich dich lieber Rudolf Haunschmidt, in den Vordergrund stellen. Du hast durch deine Arbeit den Stellenwert der polnischen Häftlinge auch im Kontext der Ausgrabungen von Gusen herausgearbeitet. Meine lieben Damen und Herren, kaufen Sie sich diesen Prospekt, diesen Katalog der Ausstellung. Es ist meines Erachtens ein ganz wertvolles Dokument, in dem die Kulturgeschichte, die Entwicklungspfade der Kulturgeschichte dieser Region von seit 3000 Jahren bis zur Gegenwart beschrieben wird. Und ich möchte bei dieser Gelegenheit dir, liebe Claudia Teune, ein ganz herzliches Danke sagen. Du hast mit einer Eselsgeduld die Endredaktion dieses Katalogs vollbracht und ich möchte allen autorinnen und autoren ein herzliches danke sagen für die tollen beiträge die da drinnen stehen vielen dank ich muss das noch einmal unterstreichen kaufen sie sich diesen Katalog. Ich habe ihn in einem Guss durchgelesen und war fasziniert. Möglicherweise ohne den Transport dieser Funde nach Wien gäbe es die Johann-Grober-Suppe nicht, weil ich herausgelesen habe, dass er so Lebensmittel wieder zurückgeschmuggelt hat mit der Transferwährung Zigaretten, um Menschen dort zu helfen. Apropos Grubersuppe, nachher dürfen Sie sich noch einmal stärken, weil Sie so lange hier durchhalten, es gibt noch etwas davon. Aber jetzt weiter im Programm. Ich darf jetzt begrüßen Katrin Vohland, Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Naturhistorischen Museums. Bitteschön. Ihr zur Seite stelle ich gern Christoph Basel, des Bundesdenkmalamts und als Vertreter der Botschaft der Republik Polen, Przemyslaw Gemberg. Sehr geehrte Festivalgemeinde und Freunde der Menschenrechte, ich freue mich wahnsinnig, dass ich hier bin. Ganz herzlichen Dank, weil dieses Thema so wahnsinnig komplex ist. Und es freut mich auch zu hören, dass Sie sich so willkommen gefühlt haben bei uns im Naturhistorischen Museum Wien. Und ich kann das nur bestätigen, ich arbeite mit wirklich unglaublich coolen Menschen zusammen und es ist tatsächlich auch ein Anliegen, uns mit den unterschiedlichsten Dimensionen der Sammlung auseinanderzusetzen und nicht umsonst wird die Ausstellung, die wir nächstes Jahr eröffnen werden, Gutes Sammeln, Böses Sammeln heißen, weil Sammlungen einfach so multidimensional sind. Und ich freue mich, dass wir zu dieser Ausstellung beitragen können. Und ich muss sagen, ich finde es auch spannend, dass Sie diese ganze Region als eine Bewusstseinsregion bezeichnen. Und ich glaube, das ist das, worum es geht, dass wir uns einfach stärker bewusst werden der Geschichte, also die Mechanismen zu verstehen, die damals dazu geführt haben, dass diese Verbrechen geschehen konnten, aber es eben nicht nur als, ja, das ist Geschichte, wir bauen hier mal ein kleines Denkmal, sich anzuschauen, sondern sich auch eben aktuell mit diesen Mechanismen auseinanderzusetzen. So wie Sie bin ich auch wegen dem Johann Gusen hier und ich habe das allererste Mal von dieser unglaublichen Schmuggel und auch Heldengeschichte gehört, von unserem leider schon verstorbenen Direktor der Prähistorischen Abteilung. Als ich 2020 ins Museum gekommen bin, war das das Erste, was er mir erzählt hat, dass dieses Projekt unbedingt fortgeführt werden muss. Er hat von dem Johann Gusen berichtet und es ist nicht nur so, dass er eben die Lebensmittel, Zigaretten, Dokumente geschmuggelt hat, sondern es muss einfach auch eine unglaublich zugewandte, innovative Persönlichkeit gewesen sein. Und was natürlich auch sehr spannend ist, ich habe dann diese Broschüre, die ich Ihnen auch nur ans Herz legen kann, dann auch sehr intensiv gelesen und bin noch auf den polnischen Zwangsarbeiterarchäologen Kazimierz Gelinek gestoßen, der eben auch schon damals mit großer wissenschaftlicher Umsicht Funde geborgen hat, aber eben als Zwangsarbeiter unsichtbar in der Geschichte verschwunden ist. Also unsichtbar, ein bisschen vernebelt. Ein bisschen vernebelt schien mir dann aber auch, ich weiß nicht, ob du da was zu sagen wirst, die Hertha-Ladenbauer-Orel, das ist die einzige Frau im Lager gewesen, die auch eine Rolle gespielt hat, aber noch nicht mal auf Wikipedia oder sowas findet man was zu dieser Zeit. Und sie war ja lange Leiterin auch im Bundesdenkmalamt. Aber es ist jetzt so ein bisschen leicht, aus dieser Perspektive so bewertend Sachen zu erzählen, weil wir auch wissen, dass sich Normen und Werte einfach auch über die Zeit verschieben. Und uns sind gar nicht immer alle Zwänge bewusst, unter denen die Menschen damals auch standen. Aber ich glaube, was uns sehr bewusst sein muss, ist, dass Sprache eine ganz starke Rolle spielt. Und letztlich sind ja Gesetze auch erst in wertgegossene Sprache, das, wie wir miteinander umgehen. Und was ich hier schon auch ganz oft höre, ist dieses Wir. Wer sind wir und wer sind die anderen? Also dieses Ausgrenzende ist was, was wir auch schon in unserer aktuellen Sprache wahrnehmen. Und das ist was, wo wir alle ganz große Verantwortung haben. Das heißt nochmal einen ganz herzlichen Dank an alle Akteure und Akteurinnen dieser Ausstellung, besonders der Bewusstseinsregion. Und ich hoffe, dass wir gemeinsam diese Ausstellung, diese ganzen Aktivitäten auch nutzen können, dass eben das Bewusstsein für diese ganzen Ausgrenzungsprozesse in der Geschichte und auch in der Gegenwart geschärft wird und wir auf diese Weise auch gemeinsam an einer demokratischen, friedlichen und sich in ihrer Diversität wertschätzenden Gesellschaft arbeiten. Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Messeer, dass ich als Präsident des Bundesdenken am Abend heute Abend auch ein paar Worte sagen darf. Es ist mir schon so viel gesagt, man weiß nicht, was man noch dazu sagen soll, aber vielleicht, Präsident Forsthuber hat ja darauf Aufmerksamkeit gemacht in seiner wunderbaren Festrede, dass wenn wir die Menschenrechte verteidigen wollen, dann brauchen wir einfach Bildung. Wir müssen wissen, wer wir sind, wo wir herkommen, wo wir hinwollen. Und das ist, glaube ich, ein ganz wesentlicher Teil auch der Aufgaben der staatlichen Kunst- und Kulturpolitik, die man ja ganz leicht auch jederzeit missbrauchen kann, wie wir ja auch wissen, aber die wir eben auch sehr wohl verwenden können, um ein gutes, gesundes Selbstbewusstsein zu haben, um eben, wie auch der Herr Bischof schon gesagt hat, die Menschenrechte, sie existieren in unserem täglichen Leben nicht. Wir müssen sie jeden Tag untereinander zwischen uns leben, nicht? Das sind unsere Selberechte, die Staaten verpflichten, aber eigentlich leben wir sie ja selbst. haben es auch gesehen, auch in unserer Geschichte nicht, wie rasch es auch in Österreich 1933 runtergehen kann, wenn wir einfach nicht selbstbewusst dafür eintreten, für uns und für den anderen, die wir, glaube ich, eben begegnen. Und da ist es, glaube ich, unsere Aufgabe, auch das Bundesdenkmalamt, unsere Geschichte darzustellen. Wir haben eine schöne Tradition, so auch vorher gesagt, das Bundesdenkmalamt hat ja schon 1948 eben das ehemalige Konstellationstag auch als Denkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes bewertet. Also wir haben auch die Tradition, dass wir eben, wir sind eben nicht die staatliche Einrichtung für Hurra-Patriotismus, sondern durchaus für eine differenzierte, für eine kritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Und Kollege Paul Maringer, der fachlich für die Unterschutzstellungen verantwortlich ist bei uns, hat mich heute Vormittag noch darauf aufmerksam gemacht, dass ein bisschen, ich möchte, dass Ihre Initiative und die großartige Tätigkeit, die Sie hier entfalten mit dem Menschenrechtssymposium, mit dem Festival, mit der Bewusstseinsregion, sehr wohl Ihnen überlassen. Aber ich habe mich darauf aufmerksam gemacht, dass im Zuge der Unterschutzstellungen vor 15 Jahren meine Vorgängerin Barbara Neubauer zu einem runden Tisch ins Bundesdenkmalamt eingeladen hat. Und da gab es drei Gruppen und ein wenig jedenfalls, Sie haben es getragen, Sie haben es gemacht, aber ein wenig, glaube ich, ist das Bundesdenkmal und meine V in den Gemeinden und nur so hat Kunst- und Kulturpolitik einen Sinn, wenn Sie es auch leben und das tun Sie in unglaublich beeindruckender Weise. Vielen Dank. Meine sehr verehrten Damen und Herren, vielen Dank für die Einladung zu der Veranstaltung, der Eröffnung, der Ausstellung. Ich darf die lieben Grüße von unserem Botschafter, Sennon Kocinjak-Kamisch, überbringen. Er ist leider verhindert, er konnte heute nicht kommen. Ich vertrete ihn und ich vertrete die Botschaft der Republik Polen in Wien. Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Erinnerung an die Opfer und an all diejenigen, die dazu beigetragen haben, wach bleibt. Wir sind dazu bereit, mit Ihnen zusammen im Dialog zu stehen. Und ich denke, die Aufarbeitung der Vergangen die Aufarbeitung als auch die Erinnerung und Bildung, die stehen alle zusammen und das ist ein Prozess, der nie enden wird, sowohl in dieser Gesellschaft, in der Gemeinschaft, die die Verantwortung dafür trägt und wir, so wie der Präsident Forstenhuber gesagt hat, wir brennen für die Sache und wir brennen für die Aufarbeitung, für die Erinnerung und für die Bildung. Vielen Dank. Und bevor wir jetzt den Klängen des Seitenensembles wieder lauschen, gibt es noch eine Videogrußbotschaft von Sebastian Schütze von der Universität Wien. Sollen wir das Seitenaushabel vorziehen? Ah, kommt schon. Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, es freut mich wirklich sehr, Ihnen einige Begrüßungsworte zur Öffnung der Ausstellung Widerstand, Tod, Überleben zu den archäologischen Ausgrabungen im Kontext des Konzentrationslagers Gusen zu übermitteln. Es ist eine wirklich besondere Ausstellung, die ein Thema aufgreift, das in der Komplexität nur durch die Kooperation mehrerer Institutionen zu realisieren war. Dem Naturhistorischen Museum Wien, dem Bundesdenkmalamt, der KZ-Gedenkstätte Mauthausen-Gusen und der Universität Wien. Und ich danke allen Kooperationspartnern für die wirklich optimale Zusammenarbeit. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, denke ich, welche Verantwortung und welche Mitschuld auch die Geisteswissenschaften, in diesem Fall die Archäologie, an den Geschehnissen der NS-Zeit tragen. Die Ausstellung macht das anhand der in den Jahren 1940 bis 1945 von Häftlingen des KZ Gusen durchgeführten Ausgrabungen an der Ruine Spielberg deutlich und verbindet dabei ganz verschiedene Perspektiven. Einerseits zeigt sie die bedeutenden Funde des dabei entdeckten Gräberfeldes der späten Bronzezeit. Gleichzeitig dokumentiert sie exemplarisch die Biografien einiger Häftlinge, die wesentlich zu den Ausgrabungen und ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung beigetragen haben, aber auch die unmenschlichen Bedingungen ihres Lageraltags. Und drittens macht die Ausstellung deutlich, wie stark auch archäologische Forschung für die NS-Rassenideologie instrumentalisiert wurde, wenn die Funde aus diesen Ausgrabungen etwa für die NS-Propaganda als Beispiele germanischer Urkultur präsentiert wurden. Die Ausstellung ist nicht nur ein wissenschaftliches Projekt, sondern sie ist ein Projekt mit hohem zivilgesellschaftlichem Anspruch. Es geht um die Verstrickung der Wissenschaft in die NS-Verbrechen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Bewusstsein zu schaffen, damit Ähnliches nie wieder passieren kann. Die Ausstellung ist wissenschaftlich und wissenschaftshistorisch bedeutend und zugleich ein wichtiger Beitrag zu unserer Erinnerungskultur. Ich gratuliere den Ausstellungsmachern zu diesem sehr anspruchsvollen und mutigen Konzept. Ich gratuliere auch zu dem sehr schön gestalteten Katalog und wünsche der Ausstellung großen Erfolg. Ich wünsche ihr, dass möglichst viele Menschen sich durch die Ausstellung auf dieses Thema einlassen werden und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend. Thank you. ¶¶ ¶¶ Aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, aran, Thank you. Wir können, nein, wir dürfen diesen Abend nicht beschließen, ohne auf unser reichhaltiges Programm den nächsten Tagen hinzuweisen. Und wer könnte das besser tun als die Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion, unsere Andrea Wahl. Ja, ich denke, wir können schon ganz schön stolz sein auf uns alle gemeinsam, was wir da gemeinsam schaffen. Es ist wirklich beeindruckend und auch sehr wertschätzend, wie Sie die Arbeit der Bewusstseinsregion sehen. Vielen herzlichen Dank an alle, die dazu beitragen und es ist schon gefallen, es ist eine Teamarbeit und die machen wir wirklich alle gemeinsam. machen wir wirklich alle gemeinsam. Und es ist auch eines gefallen heute schon, wie wichtig die Bildung ist und unsere Bildungseinrichtungen, die Kindergärten, die Schulen, die Volksschulen, die heute gezeigt haben, welche Gedanken sie sich machen. Die Mittelschulen, die morgen ihre Beiträge zeigen werden. Das Jugendforum, das morgen in der Arbeiterkammer stattfindet. Es ist genau die Arbeit der Pädagogen und der Pädagoginnen, die unsere Region so stark macht, die uns beigebracht hat, gelernt hat, dass wir einfach 28 Schulklassen mit 450 Schülern und Schülerinnen Workshops machen, sich mit Kinderrechten beschäftigen und aktiv dazu beitragen. Danke noch einmal an alle Bild Veranstaltungen, die wir schon im Vorfeld gemacht haben und die an diesem Wochenende los sind. hervorheben, herausheben. Im Anschluss an das Archäologie, an die Ausstellung möchte ich noch einladen, morgen und übermorgen findet wirklich ein hochkarätiges Symposium dazu im Haus der Erinnerung statt. Am Samstag finden viele Exkursionen statt. Ein Bus fährt hop on und hop off durch verschiedene Orte der Gedenkstätte Gusen. Wir besuchen die Ruine Spielberg, das Heimathaus. Es gibt noch Möglichkeiten mitzumachen. Es sind Plätze frei. Kommen Sie einfach morgen um 9 Uhr zum Haus der Erinnerung oder zu den im Programm angekündigten Treffpunkten. Die Jugendlichen sind morgen im Jugendzentrum Mauthausen aktiv. Es gibt einen Rap-Workshop und ein Konzert mit dem Rapper Kid Pax. Im heurigen Jahr sind wir auch das erste Mal in weiteren Gemeinden aktiv. Morgen am Freitagabend ist die erste Veranstaltung in Luftenberg, wo die szenische Lesung, die letzten Tage der Menschheit, gelesen vom Bruckmühle-Ensemble, wo übrigens auch unsere Moderatorin Juliane Bayerl mit dabei ist, mitspielt. Also morgen Freitag, 19.30 Uhr kommen Sie ins Forum Luftenberg. Kommen Sie ins Forum Luftenberg. Dieses Wochenende gibt es auch noch weitere interessante Rundgänge direkt vor Ort. Morgen Freitag um 13.30 Uhr findet unsere erste Veranstaltung in der Gemeinde Ried in der Riedmark statt. Dort wird es einen Rundgang zu historischen Plätzen in einfacher Sprache geben. Rundgang zu historischen Plätzen in einfacher Sprache geben und in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gibt es einen interessanten Rundgang Mauthausen vor Gericht. Vormittag um 9 Uhr geht es in Mauthausen auf die Spuren von Opfern und Täter. Am Sonntagnachmittag um 13.30 Uhr begeben wir uns auf die Spuren der verschütteten Geschichte in St. Jürgen und in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, gibt es auch einen begleiteten Rundgang durch die Gedenkstätte. jeden Freitag von 17 bis 18 Uhr die Möglichkeit geben, einen begleiteten Rundgang durch die Ausstellung zu machen. Die Ausstellung ist bis Ende 2026 zu besuchen. Die Ausstellung kann auch gebucht werden von Schulklassen ab der dritten Klasse, Volksschule, Mittelschule, Oberstufe, Erwachsene, bitte nutzen Sie einfach diese Angebote. An diesem Wochenende findet auch wieder unsere traditionelle Friedensandacht statt, heuer in der Pfarrkirche Mauthausen am Samstag um 18 Uhr. Samstag ist bei unserem Symposium auch immer der Workshop-Tag. Die finden in der Mittelschule in Mauthausen statt. Dort können am Samstagvormittag ganze Familien, also Eltern mit Kindern, sich dem Thema Mopping widmen und verschiedene Situationen durchspielen. Wir bieten auch Samstag ganztägig einen Workshop an, wie man eine Radiosendung gestaltet. Es gibt ja seit einiger Zeit Radio Freistaat, auch in unserer Region zu hören. Also alle, die selbst eine Radiosendung machen möchten, bitte kommt zum Workshop am Samstag in die neue Mittelschule. Und es gibt am Samstagnachmittag auch einen Workshop, wo Sie noch mehr erfahren können zu dem Projekt Stoppt Gewalt an Frauen, von dem wir heute schon gehört haben mit spanischen und italienischen Partnern und es wird auch das gemeinsame Statement des Festivals erarbeitet, wo wir alle Forderungen, wichtigen Punkte zusammenfassen und mit dem wir dann auch an die Öffentlichkeit gehen. Welche kulturellen Highlights warten noch auf uns? Am Samstagnachmittag gibt es in der Mittelschule Mauthausen das Kindertheaterstück Freiheit ab drei Jahren und die Eltern können sich bei einem Elterncafé austauschen und vernetzen. Am Samstag um 17 Uhr liest der Autor und Journalist Jürgen Pettinger aus seinen Büchern im Bäckerhaus und unser kultureller Highlight heuer ist Werner Gruber und die Mauthausener Gruppe Chess at Work, die am Samstagabend 20 Uhr im Donausaal einen unvergesslichen Abend gestalten. Herr Werner Gruber als Physiker experimentiert und zeigt, dass man eben mit Menschenrechten nicht experimentiert. Am Sonntag gibt es dann im Haus der Erinnerung um 10 Uhr das Literaturfrühstück mitinde enthüllt, die der bestialischen Morde an sieben geflüchtete Häftlinge der Mühlviertler Menschen hat erinnert und das Improvisationstheater Wagner & Co. Alles Impro geht auf aktuelle Themen zum Artikel 8 ein und es sind auch einige weitere Sozialberatungsstellen mit eingebunden, die uns bei diesem Symposium auch begleiten. Die Vernetzung in Richtung Zusammenarbeit Soziales steht heuer ganz im Vordergrund. Ja, ihr seht, wenn viele Menschen und Organisationen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammenarbeiten, jeder und jede seine, ihre Ideen einbringen kann, mithilft, mitbeiträgt, dann entsteht ein wirklich tolles gemeinsames Programm, auf das wir wirklich alle gemeinsam sehr stolz sein können. Vielen herzlichen Dank. Ich darf nun Bürgermeister Derntl auf die Bühne ersuchen, um seine Dankesworte. Danke, Andrea. Ich habe es eingangs schon erwähnt, beziehungsweise es auch wiederholt, die Gestaltung des Menschenrechtssymposiums, des Menschenrechtefestivals, die drei Tage, ist Teamarbeit. Und du hast ja gesagt, 40 Veranstaltungen, das lässt ein bisschen das Ausmaß erahnen, was für Aufwand das eigentlich ist. Und das ist sehr hervorragend, das zeichnet uns in der Region auch aus, dass wir gewohnt sind, so etwas auf die Füße zu stellen, den Aufwand auf sich zu nehmen. Und daher möchte ich einfach Danke sagen den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen, die beim Festival mitplanen, mithelfen, organisieren, plakatieren, Texte korrekturlesen, Kuchen backen, ihre Freunde und Bekannten zu den Veranstaltungen mitnehmen. Stellvertretend dafür möchten wir uns Epplinger Sitz, Robert Klausberger, Erwin Grinninger, Klaus Bachner und Manuela Reichl ganz besonders bedanken. Ein weiterer Dank gebührt natürlich dem Team im Büro der Bewusstseinsregion, Andrea, deinem Team, Jean-Osa Abdullazoda, Maria Dorfer, Claudia Haunschmidt, Farah Maskarimi, Mechti Kavani und natürlich dir, Andrea. Vielen Dank. Damit das Ganze funktioniert, braucht es natürlich auch ein Technik- und Livestream-Team. Da möchte ich Danke sagen bei Klaus Lehner, Daniel Klingler und Jan Dorfer. Und ohne Förderung gab es natürlich auch kein Menschenrechte-Symposium, also ein Menschenrechte-Festival. Da möchte ich Danke sagen an das Sozialkultur- und Bildungsministerium für die Unterstützung, sowie dem Nationalfonds, dem Zukunftsfonds. Dank gilt natürlich auch dem Land Oberösterreich, der Kulturabteilung für die Unterstützung, sowie der Arbeiterkammer, den Spendern und Sponsoren. Danke an Erassungsplus und LIDER, vertreten durch, ich sehe in unseren Reihen, Nikolaus Prinz und Manfred Hinterdorfer. Danke. Manfred Hinterdorfer. Danke. Abschließend würde ich jetzt noch ganz gerne die Carina Krömer und die Claudia Teune zu mir auf die Bühne bitten. Juliane Beierl und Andrea Wahl stehen eh schon in mir. Robert Hofstadler, die möchte ihr auch gleich zu mir auf die Bühne bitten. Applaus Vielen Dank für die Gestaltung des Abends. Danke schön. Vielen Dank. Bleiben Sie noch ganz kurz bei mir. Ich halte Sie nicht mehr länger auf, aber ich habe den Auftrag, den Eröffnungsabend zu beschließen. Und das möchte ich mit einem Zitat von Eleanor Roosevelt. Wo beginnen Menschenrechte? In kleinen Orten, ganz in der Nähe. So nah und so klein, dass die Orte auf der Weltkarte nicht gesehen werden können. Dennoch bedeuten sie die Welt für jede einzelne Person. Die Nachbarschaft, in der wir leben. Die Schule oder Hochschule, die wir besuchen. Die Fabrik, der Bauernhof oder das Büro, in dem wir arbeiten. In diesem Sinne tragen wir die Menschenrechte und ihre Botschaft weiter, wenn wir hier zu Türen ausgehen. Das Seitenensemble der Musikschule St. Georgen wird uns geleiten. Dankeschön. Ein Satz vom Bürgermeister Dantl noch, bitte. Ganz kurz noch. Wir sind zwar ein kleiner Ort, eine kleine Region, aber die Menschenrechte werden bei uns großgeschrieben. Und vielen Dank auch an dem Seitensamble der Musikschule St. Guggenhausen für die Begleitung heute Abend. Danke. Musik Thank you.... Das klingt schon schief. Eigentlich sind wir nicht mehr spielfähig. Wir sind so verstimmt, es ist so eine Hitze herinnen. Es ist einfach unmöglich. Es ist einfach so eine Hitze herinnen, dass die Instrumente so verstimmt haben, dass es für uns so wichtig ist. Ich kann das nicht mehr beantworten. Ich bin die Beste, dass die Instrumente so verstimmt haben, dass sie sind. Wir können das nachvollziehen. Wir können das nicht mehr verantworten. you