Mein Name ist Corinna Milborn, ich bin Infochefin bei ProSiebenSat1 Puls4, private Fernsehgruppe in Österreich und ich habe heute gesprochen über Menschenrechte und soziale Medien und habe den Titel Faschismusmaschinen gewählt. Ich glaube, dass soziale Medien durch ihre Funktionsweise dazu beitragen, dass es mehr Faschismus und weniger Demokratie gibt, dass es mehr Hass zwischen Bevölkerungsgruppen gibt und weniger Verständnis und dass weniger miteinander geredet wird. Anders, als man es ja am Anfang gedacht hat. Und ich glaube, dass das eingebaut ist in die Funktionsweise. Weil einfach alles, was Hass, was Wut ist, mehr Aufmerksamkeit bekommt, weil sich solche Blasen bilden, wo man nur unter Gleichgesinnten ist und es ganz einfach wird plötzlich, die anderen als das große Böse zu sehen. Und das alles ist wirklich demokratiefeindlich. Nebenbei zerstört diese Übermacht auch Journalismus und ohne Journalismus funktioniert Demokratie nicht. Früher hatte man ja die Hoffnung und eine Zeit war so, dass das Internet jedem die Möglichkeit bietet, seine Meinung zu äußern und dass dadurch ein riesiger Demokratisierungsprozess entsteht, weil jetzt jeder eine Stimme hat. Dann sind aber diese Plattformen gekommen und jetzt besteht das Internet ja großteils aus geschlossenen Plattformen, aus denen man kaum rauskommt. Also man kann ja auf Facebook nicht einmal einen Link posten, weil es gar nicht mehr gesehen wird. Die wollen, dass man dort bleibt und dort regiert der Algorithmus. Der entscheidet, was du siehst und was du nicht siehst. Du kannst ganz schlecht nur mehr was suchen, sondern du machst es auf und kriegst Sachen serviert. Und du kriegst Dinge serviert, die dich länger draufhalten. Und das ist Zeug, das dich wütend macht, das Hass erzeugt, weil das ist einfach so in der menschlichen Psyche, da hat man mehr Aufmerksamkeit dafür. Und Dinge, die deine Meinung bestärken. Und das alles ist schlecht für Demokratie. Und das ist das große Problem. Ich merke jetzt, dass viele sagen, mir ist das alles viel zu viel. Und ich verstehe das total. Weil wenn man jedes Mal, wenn man sein Handy in die Hand nimmt, wieder Nachrichten bekommt, die man nicht einordnen kann, von denen man auch gar nicht weiß, ob sie wahr sind oder KI generiert, dann führt das einfach dazu, dass man gar nichts mehr wissen will. Ich glaube, man muss sowas wie eine Hygiene fürs eigene Hirn, eine Informationshygiene betreiben. fürs eigene Hirn eine Informationshygiene betreiben. Mein Rat ist, sich zu beschäftigen mit Nachrichten im Rahmen von professionell aufgearbeiteten Dingen. Da sind Leute dahinter. In unserer Redaktion arbeiten Journalistinnen und Journalisten, die sind den ganzen Tag damit beschäftigt, die Fakten zu checken, das gut zu erzählen, alle zu fragen und das dann kompakt zusammenzufassen und sich das anzuschauen einfach. Oder sich eine Zeitung oder ein Digitalmedium zu abonnieren, wo eine professionelle Redaktion dahinter steht, der man vertraut und die einem diese Arbeit abnimmt. Und dann hat man auch mehr Raum im Kopf, um überhaupt diese Informationen zu verarbeiten und sich zu überlegen, was mache ich jetzt damit. und sich zu überlegen, was mache ich jetzt damit. Ich glaube, dass nicht kommerzielle Sender, Community-TVs ganz, ganz wichtig sind, weil das ist ja eine Plattform wirklich für die Leute, die rundherum sind. Da sind wirklich die Sachen drinnen, die direkt relevant sind für mich, wenn ich in dieser Stadt lebe. Und man hat auch noch die Möglichkeit mitzumachen. Und das alles sind Dinge, die kann KI näher setzen und die können diese globalen Medien näher setzen. Und deswegen hoffe ich, dass es Community TV möglichst gut geht und dass sie gut gefördert werden. Weil ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Bestandteil, wie sich Initiativen vernetzen, präsentieren. Und das ist alles, ohne dem funktioniert Demokratie ja nicht. Ich gehe hier voller Bewunderung für das Publikum weg, weil es war unglaublich aufmerksam über eine lange Zeit und es waren so interessante Fragen und Diskussionen dann und ich gehe mit einem richtig guten Gefühl hier weg, weil ich habe einen Raum gesehen voller Menschen, die sich für Menschenrechte interessieren, die mehr wissen wollen und die sich fragen, was kann ich tun und sowas ist schon toll.