Was ist die Praxis als Reflexion und Aktion? Und da geht es uns nicht darum, Verbindungen zwischen Theorie und Praxis zu stellen, sondern sie dialektisch denken, mit Paolo Freire, als verschränkt und sich gegenseitig bedingend, in einem Versuch, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, durchzudenken, einzusetzen, im Kampf gegen Gewalt und Ungerechtigkeit. Es ist diese Praxis des Zusammenkommens, Zusammendenkens, Zusammenscheiterns, der gemeinsamen radikalen Reflexion, die ein Merkmal unserer mittlerweile beiden Organisationen, MAIDS und das Kollektiv, bildet. In vielen Gesprächen, Klausuren, Weiterbildungen, Protesten, Demos, haben sich viele von uns gewünscht, sich Raum und Zeit für Vertiefung nehmen zu können. Und wir hoffen, wir können das jetzt gemeinsam im Rahmen der Sonnenbildungswochen tun. Zwei Vorbemerkungen noch zum Titel. Wenn wir von Frauen sprechen, meinen wir Frauen, so wie Gubia sagt, mit vielen Sternchen. Also Frauen, Personen, die sich als Frauen definieren oder als Frauensorge definiert werden. Und noch eine Vorbemerkung, mit Basisbildung im Titel meinen wir nicht den engeren Feld der Basisbildung als Unterricht, sondern meinen wir Basisbildung für uns, gewissermaßen unsere politische Alphabetisierung alsisierung als Menschen, die mit deprivilegierten Frauen arbeiten. In unterschiedlichen Kontexten werden Kämpfe gegen Faschismus, Islamophobie und Unternehmensgier geführt. Kämpfen gegen Rassismus, Kapitalismus, Imperialismus und Fundamentalismus. Kämpfe gegen Polizeigewalt, gegen Aberkennung von Menschenrechten, gegen die ständige Einschränkung von Migrantinnenrechten, gegen Abschiebung. Kämpfe gegen die Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTIQ plus Personen. Kämpfe für gesundheitliche Versorgung, für reproduktive Rechte, für ökonomische Gerechtigkeit. Kämpfe um die Abschaffung des Gefängnisses und der Polizei. Kämpfe für die Rechte von Personen mit besonderen Bedürfnissen, Kämpfe um indigenen Landrechte und Souveränität und viel mehr. Und in diesen Kämpfen schreibt sich auch die Entstehung und das Weiterbestehen von MAIS und das Kollektiv ein. Wir möchten uns bei allen bedanken, die auf unterschiedlichen Ebenen zur Organisation beigetragen haben. Bei der Konzeptionsgruppe Daniela Rechling, Evelyn Kübelböck, Julia Strana, Kim Carrington, Nima Obaro, Radustina Kostadinova, Sabine Zopp, Sangeeta Sundaresam-Sturm, Virginia Bermudez, bei Rocio Del Rio Lorenzo und 2. Flamme Nova Mineva. Unser Dank gilt auch allen Verbündeten, die Beiträge gestalten und sie moderieren und vor allem den Frauen, auf deren Seite wir arbeiten und kämpfen. für ihr Kampf für Leben. Und ganz besonders möchte ich mich bei Uwe Saugasl bedanken, die seit Monaten bei der Planung, Organisation, Austausch mit den Vortragenden, den Einladungen, Entwerfen und Verwerfen von Fragen im Einsatz ist, um diese Veranstaltung möglich zu machen. Auch dafür, dass du uns immer in Anlehnung an Gramm schippen, die Pessimismus des Verstandes und Optimismus des Willens gelehrt hast. Danke, Julia. Hallo auch meinerseits. Ich bin Rufia Saugado. Ich sollte jetzt einige allgemeine Infos zur Technik weitergeben. Aber bevor ich diese Infos weitergebe, möchte ich weitere Danksagungen hier aussprechen. Und zuerst eben an Gergana Mineva, die gerade hier gesprochen hat. Gergana ist die Hauptverantwortliche, die Hauptbetreibende an der Recherche, an der Konzeption, an der Planung, Organisation dieser Veranstaltungsreihe. Und das ist die Person, die uns ihre Zeit und Wissen und Neugier und Unruhe geschenkt hat, sodass wir alle heute da sitzen und dass wir uns alle auch so beteiligen können in diesem Prozess. Challenges, Researching Parts, Sommerbildungswochen zu Basisbildung und Gewalt ist ein Projekt vom Verein Das Kollektiv in Kooperation mit MAIS und mit der Unterstützung von der Integrationsstelle des Landes Oberösterreich, der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung, von RTI Foundation Vienna, vom Frauenreferat des Landes Oberösterreich und vom Frauenbüro der Stadt Linz. Und jetzt die kurze Info zur Technik. Die Beiträge und die Diskussionsrunde zwischen den Vortragenden werden aufgezeichnet, wie sie schon oder ihr schon mitbekommen habt. In dieser Zeit können die Kameras ausgeschaltet werden wenn jemand nicht aufgenommen werden möchte natürlich während der vorträge und der kommentaren zwischen beiden referenten werden nur sie nur die referenten aufgenommen die anschließende plenar diskussion wird nicht aufgezeichnet und hier würden wir alle bieten die sich das vorstellen können, die Kameras einzuschalten. Wir möchten dadurch mindestens versuchen, trotz der Nutzung von solchen Maschinen, also von Zoom, einen Rahmen für einen Dialog zu ermöglichen. Wir haben laufend Fragen zu den besprochenen Themen über den Chat zu stellen. Wir werden sie im Rahmen der abschließenden Diskussion besprechen. Nutzen Sie bitte den Chat, auch bei Problemen, Kommentaren oder Kritik. Alle können ihre Mikros und Kameras natürlich selbst einschalten, wenn sie sprechen möchten. In der restlichen Zeit wäre es wichtig, dass die Mikros ausgeschaltet bleiben. Falls störende Geräusche auftreten sollten, würden die Moderatorinnen oder Hosts sie stumm schalten. Das können Sie oder ihr dann gern selbst aufheben, sobald die Geräusche beseitigt werden. Ende der Infos. erinnerte ich mich an einen Text. Mineirinho, eine Chronik von Clarice Lispector aus dem Jahr 1962. Clarice Lispector schreibt über die Hinrichtung von Mineirinho, einen Mann, nicht weiß, der als gefährlicher Kriminell in den weißen bürgerlichen Medien hochstilisiert wurde als ein Monster, eine Gefahr für die brasilianische Familie der weißen Mittel und Oberschichte. Der Polizist, der ihn ermordet, schießt 13 Schüsse. Nein, 13 Schüsse. Jetzt eine kurze Passage aus der Chronik von Clarice Lispector. Warum? Denn das erste Gesetz, das unersetzlichen Leib und Leben schützt, sagt, dass du nicht töten solltest. Dieses Gesetz ist meine größte Garantie. Also töte mich nicht, denn ich möchte nicht sterben. Und so lass mich nicht töten, denn getötet zu haben wird für mich wie Finsternis sein. Dies ist das Gesetz. Aber es gibt etwas, das mich den ersten und den zweiten Schuss mit der Erleichterung hören lässt. Beim dritten in Alarmbereitschaft versetzt. Beim vierten beunruhigt. Beim fünften und sechsten mich Scham bedeckt. Den siebten und den achten höre ich mit meinem vor Entsetzen klopfenden Herzen zu. Beim neunten und zehnten zittert mein Mund, beim elften sage ich erschrocken den Gottesnamen. Beim zwölften rufe ich meinen Bruder. Der dreizehnte Schuss bringt mich um, weil ich der andere bin, weil ich der andere sein möchte. Diese Gerechtigkeit, die über meinen Schlaf wacht, lehne ich ab, gedemütigt, weil ich sie brauche. Inzwischen schlafe ich und rede mich fälschlicherweise, wir, die wesentlichen Vortäuscherinnen. Forttäuscherinnen. Damit mein Haus funktioniert, verlange ich von mir als erste Pflicht, eine Forttäuscherin zu sein. Dass ich meine Revolte und meine Liebe nicht ausübe, die wackelt mein Haus. Ich muss vergessen haben, dass unter dem Haus das Land ist, der Boden, auf dem ein neues Haus gebaut werden könnte. Inzwischen schlafen wir und retten uns fälschlicherweise. Woran denken wir, wenn wir an Gewalt im Kontext unserer Arbeit denken? Denken wir an Frontex, an den über 630 Menschen, die allein in diesem Jahr in mittelmeerhafter Flucht ertrunken sind, und an die mörderischen Migrations- und Grenzregime, die diese Morde stützen? Oder an Moria und die unzähligen Morias auf dieser Welt, an militarisierten Grenzen, Pushbacks, Deportationen, Menschenunwürdigen, Lebensbedingungen und Folter? Denken wir an Gewalt gegen Frauen und Femizide, die, wie wir wissen, und uns zahlreiche Aktivistinnen aus und in unterschiedlichen Teilen der Welt zeigen, immer intersektionell betrachtet werden müssen und ihre Instrumentalisierung für die gleichen Regime? Oder denken wir an allen Frauen, die sich gar nicht auf den Weg machen können, um Schutz vor Ausbeutung, Missbrauch, Hunger und Krieg zu suchen? Denken wir mit Spivak daran, dass schwarz, Frau und arm zu sein, wie überall auf der Welt bedeutet, es dreifach abzubekommen? Denken wir an die brutalen, antimuslimischen, rassistischen, sexistischen, klassistischen, ableistischen, homophoben, misanthropischen Diskurse, die auch sich im Leben von Frauen und allen, die sich als Frauen definieren, materialisieren? Oder an die vielen Menschen, die nach wie vor nicht als Menschen gelten? Oder denken wir an Geschichte? Denken wir an Polonialismus? An die vielen ausgebeuteten Gebiete und Rohstoffe, die enteignete Länder, die zerstörte, aber auch assimilierte und vereinnahmte Kulturen und die Menschen, die gewaltsam und systematisch beherrscht, unterdrückt, vergewaltigt, versklavt, getötet wurden. seinen wirtschaftlichen, politischen, militärischen, kulturellen und psychologischen Konsequenzen oder an den Kapitalismus, dessen Siegeszug mit dem Raub vom Land, Genozid, Versklavung und Plünderung hinhergeht oder an die Gegenwart des Neoliberalismus, das durch Tod operiert, darauf aufbaut und davon profitiert oder mit Arosa et al. an jener außergewöhnlich räuberischen, finanzialisierten Spielart des Kapitalismus, die in den letzten 40 Jahren weltweit geherrscht hat. Oder daran, dass die lineare Vorstellung von Geschichte und Zeit, die konstruiert und gewaltvoll durchgesetzt wurde, ein Bestandteil der Moderne ist, die nach wie vor Dehumanisierungsprozesse vorantreibt und Menschen als rückständig in diese erfundene Zeitmaschine zurückkatapultiert, um sie weiter ausbeuten zu können und auf ihren Rücken die Vorstellung von Fortschritt und Modernität zu konstruieren und daran, dass die Konstruktion des Menschseins mit Maria Morganes aufgrund ihrer intimen Beziehung zu Gewalt durch und durch verdorben ist? Oder denken wir konkret an den österreichischen Kontext, an Verknüpfungen zwischen Sprachkenntnissen und Aufenthalt, an verpflichtende Wertekurse, an den langen erniedrigenden Asylverfahren, an fehlende soziale Absicherung, an fehlende Therapieplätze, an unzureichende Gesundheitsversorgung, an unzureichender Schutz für Frauen bei Trennung und Scheidung, an Mobbing in den Schulen und die psychische Struktur der Verwaltungsmaschinerie. Oder an unser Unterrichts- oder Beratungszimmer, der Raum, der in Bewusstsein darüber, dass er nicht außerhalb von Gewaltverhältnissen existiert, im Streben danach gestaltet wird, Neues entstehen zu lassen. Der Raum, wo die Körper und Stimmen derjenigen, die den Lernprozess unterbrechen mussten, um in einen anderen Raum wie in eine Zelle eingesperrt auf ihre Abschiebung zu warten, in ihrer Abwesenheit präsent sind. An dem Raum, wo Positionierungen, Appelle, Forderungen, Infragestellungen, Verzweiflung, Hoffnungsschimmer und Kämpfe entstehen, deren Ausgang sich nicht in den Kategorien Gewinn und Verlust fassen lässt. erholen? Oder danach, welche Rolle wir aus unseren unterschiedlichen sozialen Positionen einnehmen? Danach, wann wir Gewalt in unseren Unterrichtshandlungen reproduzieren? Oder ob Bildung ohne Gewalt überhaupt möglich ist? Fragen wir danach, ob Bildung zur Veränderung der Verhältnisse und nicht nur zu ihrer Reproduktion beitragen kann? Danach, was Bildung mit Gewalt zu tun hat und was Bildung angesichts der Gewalt zu tun hat oder danach, wie wir unsere Praxis im Bildungsfeld und darüber hinaus gestalten angesichts dieser ganzen Gewalt und wie wir von dieser Gewalt profitieren. Bei einer Weiterbildung letzte Woche lautete die Einstiegsfrage, wo beginnt deine Auseinandersetzung oder deine Arbeit und mit wem solidarisierst du dich? Versuchen wir ein paar Sekunden darüber nachzudenken. Wo beginnt unsere Arbeit mit geflüchteten und migrierten Frauen hier im globalen Norden? Meine Antwort war, es beginnt mit der Wut. Doch die Wut nutzt uns nichts, wenn wir nichts damit machen. Und die Wut nutzt uns nichts, wenn sie nur auf einer individuellen Ebene bleibt. Hier folge ich dekolonialen Autorien wie Gloria Saldur und Fanon, wenn ich ergänze Wut und Liebe. Liebe, verstanden als Durchbrechen von dem, was auch immer kontrolliert wird, um Verständnis und Gemeinschaft zu finden. Mit Sandoval Liebe als Hermeneutik, als eine Reihe von Praktiken und Verfahren am Übergang aller BürgerInnen-Subjekte unabhängig von sozialen Klasse hin zu einem differenziellen Bewusstseinsmodus und seine begleitenden Methoden und sozialen Bewegungen. Die Liebe ist auch nur ein Beginn. Es ist die Haltung, von der sie ein Element darstellt, die eine Form der Interpretation und der Handlung generiert. Das Gemeinsame dabei ist nicht Gewalt. Das gemeinsame Element ist die situierte und transversale Hinterfragung von Gewalt. Die Einsicht in die Verschränkungen zwischen Gewaltformen eröffnet eine Perspektive, die Erfahrungen verbindet, die gleichzeitig spezifisch und expansiv, kritisch, aber nicht lähmend ist. Die organische Verbindung der Gewaltformen zu erkennen und dabei die Singularität der Erfahrung zu berücksichtigen, ermöglicht uns auch die Produktion einer Sprache, die über die Kategorisierung als Opfer hinausgeht. Veronica Gago, von der dieses Zitat stammt, schrieb im letzten Jahr das Buch »Die feministische Internationale – Wie alles verändern« und Ruth Gilmore sagt, um alles zu verändern, kann überall begonnen werden. Wir verstehen diese Veranstaltung als einen weiteren Impuls, eingeschrieben in unserer Praxis. Wir haben gelernt, dass wir das, was wir kritisieren und wogegen wir kämpfen, verstehen müssen. Daher begeben wir uns auf diesen Weg, auf diese Wege, die uns zu unterschiedlichen Kreuzungen führen, uns manchmal täuschen können, wo die Richtungen, wie wir sie kennen, im Gehen hinterfragt werden müssen. In Bewegungen ohne vorgefertigte Formen, auf der Suche nach einem Denken und Handeln, wird das System es nicht von uns erwartet. Oder mit Logonis ein widerständiges Denken und Handeln. Dabei wollen wir an unserer Praxis die Frage richten, wie wir über das hinaus hören können, was wir hören können. Und das erfordert von uns radikale Selbstreflexion und Reflexivität. Rassistischen, Sexistischen, Kursistischen, Zuschreibungen, Diskriminierungen und Angriffe, die das Leben der Frauen, mit denen wir arbeiten, prägen und teilweise verunmöglichen, führen uns auf Pfade, die sich verschränken, auseinanderdriften, ineinanderfließen, sich entfalten, immer in Bewegung, nie zu Ende. Durch die Pfade werden wir von Menschen begleitet, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen mit dem Thema beschäftigen. Wir ernähren uns den Fragen zur Analyse und Bekämpfung von Gewalt unter Erwachsenenbildern mit deprivilegierten, migrierten und oder geflüchteten Frauen aus kritischen, dekolonialen, postkolonialen, feministischen Ansätzen, immer mit Blick auf die Verschränkungen zwischen den Unterdrückungsverhältnissen und die gewaltvolle Wirkmacht, die sich dadurch entfaltet. Und die gewaltvolle Wirkmacht, die sich dadurch entfaltet. Das gemeinsame Gehen wird neue Lernprozesse eröffnen. Davon sind wir überzeugt. Und sie werden uns zu widerständigen Ansätzen führen, wie wir nicht nur Gewalt erkennen und benennen, sondern auch bekämpfen können. Nicht gelähmt sollen uns diese Wege zurücklassen, sondern voll mit kollektiver Wut und Haltung und Liebe, um uns eine gerechtere Welt vorzustellen und dafür zu kämpfen. Die Vorstellung des Programms, das jetzt folgt, wird nicht linear erfolgen, wie vermutlich schon erwartet wurde. Zuerst möchte ich mich aber bei allen Vortragenden und Moderatorinnen bedanken. Sie sind Akademikerinnen, Theoretikerinnen, Aktivistinnen, Organisierende, Verbündete im Kampf für eine gerechtere Welt im Stellungskrieg. Sie bewohnen unterschiedliche geografische, wissenschaftliche und aktivistische Räume. Sie bieten uns Einsichten aus ihrer theoretischen und aktivistischen Praxis und denken mit uns weiter. Wir sind zutiefst dankbar für die Gespräche, Reflexion, für die Zeit und den Einsatz, für die Solidarität und auch für Ihre Arbeit über diese Veranstaltung hinaus. Zum Schluss, bevor ich an Rubio übergebe, möchte ich mich auch bei allen bedanken, die hier sind heute und bei den nächsten Malen, die hier im Raum sind, unsere Kolleginnen. Wir freuen uns sehr auf diesen gemeinsamen Prozess. sehr auf diesen gemeinsamen Prozess. Ich darf jetzt dann so einen kurzen Überblick über das Programm geben. Wir beginnen die Präsentation eigentlich beim Ende, also beim Abschluss, also mit dem Abschluss der Veranstaltungsreihe, die eigentlich kein Ende darstellen soll, das hoffen wir. Die IG DAF, DATS-Basisbildung, ist ein widerständiger Zusammenschluss von Lehrenden, die sich mit den aktuellen Missständen nicht arrangieren und angesichts dessen nicht schweigen wollen. Neben den Protesten, Reflexionen und Aktionen, an denen sich auch viele hier beteiligt haben, gehört Wissensproduktion zu unserer Arbeit. Der Beitrag gestaltet sich ausgehend von kollektiven Empörern, die zu einem Prozess führten, bei dem die gewaltvollen Strukturen des zum Schweigen Bringens von migrantischen feministischen Perspektiven durchbrochen werden. Ich werde jetzt nicht alles erzählen, lade aber allen herzlich ein, am 30.07. dabei zu sein und mit diesem Beitrag die Veranstaltung gemeinsam abzuschließen. Im Versuch, die Gewalt, die Bildungszugehörigkeit, die Bildungszugehörigkeit in Innenwohnung so wenig wie möglich zu reproduzieren, haben wir auch einige Workshops bzw. Lesekreise organisiert, um Zugänge zu ermöglichen und Reflexionen zu vertiefen. Wir haben versucht, im Rahmen einer online Befragung mit Kollegen, die wir im April dieses Jahr 2021 durchgeführt hatten, die Wünsche und Bedürfnisse zu eruieren. 80 Prozent gaben an, dass das Thema ziemlich bis sehr relevant sei. Über 90% der Kolleginnen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, waren an einer Analyse vom Gewaltverhältnis interessiert. Über 95% erachten die intersektionelle Betrachtung vom Gewaltverhältnis als eher oder sehr wichtig. Nur Rassismus, Sexismus und geschlechtsspezifische Gewalt schienen noch wichtiger zu sein. Alle, die sich daran beteiligt haben, haben einen Praxis- und Methodenaustausch zum Thema Gewalt in unserem Feld als eher wichtig oder sehr wichtig erachtet. Den wollen wir mit dem Workshop zu Materialien und Methoden mit dem Titel Zusammenspiel – Wie das Thema Gewalt bearbeiten – gerecht werden. Geleitet wird der Workshop von Julia Strana und Radustina Kostadinova und findet statt am 30. Juli von 11.30 bis 15.30 Uhr. 1530. Der Lesekreis Alphabetisierung und ihre Fachbegriffe, Aneignungsbesuche, findet am Montag, 26.07.16 Uhr mit Daniela Reichling und Rube Sorgato mit mir statt. Dabei geht es um die kritische und transformative Aneignung von Fachbegriffen in unserem Feld, ein Prozess, der zur Schärfung unserer professionellen und politischen Positionierungen im Feld beitragen will. Um auch den Wunsch nach der Ausarbeitung einer intersektionellen Betrachtung zu erfüllen und besser an den Beiträgen anschließen zu können, haben Sengitersen, der Resensturm und Jörgen Minerva zentrale Begriffe aus dem Abstrakt ausgesucht, die wir gemeinsam diesen Freitag, den 6. von 10 bis 15 bearbeiten und in Bezug auf unsere Arbeit befragen werden. Daran anschließend werden wir uns mit dem Thema digitale Gewalt, das auch im Rahmen der Befragung hervorgehoben wurde, ausgehend von einem Video-Input von Nivedita Prasad widmen. Sie, Nivedita Prasad, wird gemeinsam mit Luzernika Schirte unter der Moderation von Sangeeta Sundaresen-Sturm sich am 19. Juli um 6 Uhr mit Rassismuskritik und antirassistischen Kämpfen in der feministischen, sozialen Arbeit beschäftigen. Rassistische Tendenzen, Kontinuitäten der Kolonisierung und damit zusammenhängende Kulturalisierungsskursen werden den Ausgangspunkt bilden, um darüber nachzudenken und auszutauschen, womit wir konfrontiert sind und welche Lehren wir daraus ziehen können. sind und welche Lehren wir daraus ziehen können. Dekoloniale Kritik, islamische Feminismus und Bildung nennt sich der weitere Pfad, den wir am 21.7. um 17 Uhr aufnehmen. Dekolonialität als Verb, als Bewegung, als Anspruch, als Haltung und als kollektives Projekt. Wir haben von Lana Schiri und Shenila Koyamoglu sehr viel gelernt und sind sicher, dass dieses Input uns auf weitere Pfade führen wird, um die Tiefe der Kolonialität zu verstehen und davon ausgehend andere Horizonte zu zeichnen. Durch die Pfade begleitet uns an diesem Abend Asma Ayad. Am 23.07. um 18 Uhr werden wir uns unter der Moderation von Asimina Goma gemeinsam mit Lilia Monzor und Gergana Mineva auf den Pfad begeben, der sich feministischer Kritik an Kapitalismus und Neoliberalismus, Bildung und Widerstand widmet. Wir werden versuchen, Zusammenhänge auszuarbeiten, um Wecke des Widerstands gegen die kapitalistische und neoliberale Gewalt auszulotten. Bei unserem nächsten Pfad am 28. Juli um 17 Uhr Breaking New Ground, Forschung zur Alphabetisierung mit Migrantinnen, führen uns Machter, Jung, Scholten und ich, Rubia Saugat, zu Fragen nach den Zusammenschlüssen und Allianzen, die im nicht nur an Lehrende in der Alphabetisierung richtet, sondern auch an WissenschaftlerInnen und AktivistInnen, an alle, die sich mit Schriftspracherwerb und Sprachermittlung auseinandersetzen und sich gegen Bildungsbenachteiligung einsetzen. Am Folgetage, diesmal am Vormittag, da Julie Choi sich aus Australien zuschaltet, wird sie uns gemeinsam mit Birgitta Busch durch Ansätze zur pädagogischen Flexibilität von the bottom of the heart führen. Widerstand gegen Silenzen und das Erkennen unserer eigenen Vulnerabilität. Verstrickung und Verbundenheit im Unterricht und in der Forschung bilden die Schwerpunkte. Ausgehend vom Wissen, dass wir uns nicht außerhalb der gewaltvollen Verhältnisse, die unsere Arbeit prägen, denken können. Heute wird unter der Moderation von Sushila Meshkirte ein für diese Veranstaltung erster Pfade geschlagen. Antikoloniale feministische Solidaritäten. Die Bedeutung von Klasse und alle anderen Unterschiede, die Solidarität zu einem transformativen Anspruch in seine Komplexität machen, werden anhand der Arbeit an der Basis in Bewegungen und kritischer Bildungsarbeit von Céline Béry und Kim Carrington erläutert. Um Begegnungen mit anderen und gemeinsame Kämpfe auf eine Weise zu überdenken, die diese Begegnungen lesbar machen und versucht, die hierarchischen symbolischen Ordnung neu zu ordnen. Jeder Block schlägt zwar eigene Wege vor, doch die Fragen wiederholen sich, tauchen immer wieder auf und beharren, führen von einem Thema ins nächste, schaffen Zeitlichkeiten, die uns erlauben, die Vergangenheit zu analysieren und neue Horizonte zu beleuchten. Wir hoffen mit dem Sommerbildungswochen einige der Pfade aufzumachen, die es gemeinsam im Kampf gegen die Grausamkeit der Gegenwart einzuschlagen gilt. Und somit übergebe ich das Wort an Suschila Mischkierte und freue mich gemeinsam mit allen da und wahrscheinlich auch mit allen, die online sind, auf die Beiträge und Diskussionen. Vielen Dank. Vielen Dank, Hugia. Könnt ihr mich hören? Ja, ja. Super. Ich würde gerne für den Anfang noch möglichst viele bitten, die Lust drauf haben, ihre Videos anzumachen, damit wir ein bisschen ein Gefühl für den Raum bekommen können. Nur zur Info nochmal, die Veranstaltung wird aufgezeichnet. Das heißt, ihr seid jetzt quasi auch auf dem Video. Ihr seid jetzt quasi auch auf dem Video. Vielen Dank. Sehr schön. Bevor ich das sehr, sehr große Vergnügen habe, Céline Barry und Kim Carrington vorzustellen, würde ich ganz gerne noch ein paar Sachen zum Ablauf des heutigen Abends sagen. Und zwar werden wir starten mit je zwei, also mit kurzen Inputs der beiden von 20 bis 30 Minuten. Und danach werde ich Celine und Kim bitten, miteinander in Austausch zu treten, weil ich glaube, dass es ganz, ganz viele wichtige Schnittstellen gibt. Mal sehen, wie lange das dauert. Wir werden danach eine Pause machen von fünf bis zehn Minuten und die ganze Zeit über könnt ihr schon eure Fragen in den Chat posten. Wir werden dann nach der Pause nochmal zusammenkommen und die Fragen im Chat auch ansehen, schauen, wie viel Zeit noch da ist, wie viel Energie da ist und je nachdem dann mehr oder weniger vertiefend auf die Fragen von euch, vom Publikum eingehen. Genau, ja und Sangeeta unterstützt uns dabei und wird immer einen Blick auf den Chat haben und auch immer wieder Infos posten in den Chat, damit ihr up to date seid. Okay, so viel mal zum Formalen. Ich freue mich wahnsinnig, Teil dieser tollen Veranstaltungsreihe sein zu dürfen und gerade auch mit diesem Auftakt, wo Rubia ja auch schon gesagt hat, dass es wahrscheinlich ganz, ganz viele Anknüpfungspunkte auch über die Zeit, über diese Wochen hinweg geben wird, nämlich zum Thema antikoloniale feministische Solidaritäten, das ja wirklich ein extrem wichtiges, auch zeitloses Thema ist und eben nicht zuletzt im Feld der Bildungsarbeit. Und aus diesem Grund freue ich mich extrem, dass Selin und Kim beide aus ihrer Arbeitspraxis auch berichten werden, dass hier ein Raum geschaffen wird, in dem Selbstreflexion und auch Austausch stattfinden kann. Etwas, das ganz, ganz zentral dafür ist, um eben nicht Ungleichheiten und Hierarchien zu reproduzieren in der eigenen Bildungstätigkeit. zu reproduzieren in der eigenen Bildungstätigkeit. Und ja, ich freue mich sehr, dass hier einfach schon mal ein Raum entstanden ist, wo das passieren kann. Und ich denke, dass wir schon einiges auch über Scheitern, über Fallstricke feministischer Solidarität erfahren werden, aber wohl auch ein bisschen eben aus der Praxis, aus den Utopien, aus den Dingen, aus denen ihr viel lernen konntet oder mitnehmen konntet, auch einiges erfahren werden. barry kurz vorstellen sie ist wissenschaftliche mitarbeiterin am zentrum für interdisziplinäre frauen und geschlechterforschung an der tu berlin und forscht zu rassismus feminismus und intersektionalität in postkolonialen kontexten selin ist unter anderem teil des schwarzen community vereins each one teach one in berlin und in unterschiedlichen antirassistischen Initiativen aktiv, wie der Berliner Kampagne für die Opfer rassistischer Polizeigewalt und dem Berlin Muslim Feminists. Ich denke, ich werde Kim einfach dann vor ihrem Input vorstellen und würde dich, Celine, bitten zu beginnen gleich mal mit deinem Input über Perspektiven feministischer Solidarität im Kontext der klassistischen Ausgrenzung geflüchteter und migrierter Frauen. Vielen Dank. Ja, hallo, vielen Dank auch noch mal von mir für die tolle Präsentation und Organisation. Also ich habe ja mitbekommen einfach, was da hinter den Türen alles passiert. Und genau, also ich bin ganz froh, auch hier so diesen Auftakt zu geben. Ich habe eine Präsentation mitgebracht. Ich weiß nicht, macht ihr die oder soll ich die freigeben? Könntest du versuchen, sie freizugeben? Ansonsten ist Sangeeta auch vorbereitet. Aber dann kannst du selber weiterklicken. Das macht wahrscheinlich Sinn. Ja, das ist besser. Aber warum sehe ich den hin? Moment. Ja, dafür sind ja diese Vortreffen immer ganz gut. Ja, irgendwie sehe ich das hier nicht. Mein Bildschirm, merkwürdigerweise. Also vielleicht wäre es doch besser, wenn Sangeeta das freigibt. Aus irgendeinem Grund kann ich meinen Bildschirm hier nicht teilen gar kein problem würdest du mir dann einfach sagen wenn ich weiter schalten soll dann starte ich jetzt gleich wenn das passt Ja, genau. Also ich habe heute meinen Vortrag ein bisschen umgenannt, um das so ein bisschen greifbarer zu machen, was für mich hier jetzt gerade wichtig sein wird. Und zwar heißt der Vortrag feministische Solidarität im rassifizierten Kapitalismus, wobei ich feministische Solidarität vor allem in der Perspektive der Intersektionalität verstehe. von den marginalisierten Gruppen von Frauen und den Personen, die nicht in diesem zweigeschlechtlichen Modell sich wiederfinden, einbezogen werden. Und worauf ich mich heute ganz besonders konzentrieren werde, ist auf die Frage des rassifizierten Kapitalismus und der Frage der Klassenverhältnisse und der Klassenunterschiede unter Frauen. Ich habe jetzt die Ansicht ein bisschen geändert, damit ich euch auch sehen kann. Gut, und jetzt kannst du zur ersten Folie wechseln. Gut, und jetzt kannst du zur ersten Folie wechseln. Also, meine Fragestellung lautet wie folgt. Wie kann im Kontext des rassifizierten Kapitalismus eine intersektionale Praxis, die Frauen unterschiedlicher Positionierungen einschließt, gestaltet werden? Ich gehe in drei Schritten vor. Erstens gehe ich auf die Kolonialität von Klassenunterschieden unter Frauen ein. Zweitens auf die Relevanz oder den Raum, den die Klassenfrage im schwarzen Feminismus einnimmt und dann nochmal ausblickend schauen, wie feministische Praxis dekolonisiert werden kann. Nächste Folie, bitte. Nächste Folie bitte. unterschiedliche Theoretiker der Kolonisierung und der schwarzen Theorie in dem afrodiasporischen Raum nach vorne gebracht haben. Und der sagt, dass halt, der darauf sich bezieht, dass der Kapitalismus immer auch mit dem Kolonialismus verstrickt ist, ohne den Kolonialismus, ohne die Kolonisierung und ohne die Versklavung von schwarzen Menschen, People of Color und den ganz kolonisierten Territorien, wäre der Kapitalismus nicht möglich gewesen. Deshalb ist sozusagen die Begrenzung der Frage auch nach Arbeiterinnenkämpfen, gewerkschaftlichen Kämpfen in Europa auch einfach begrenzt, weil es gab immer auch ausgebeutete Arbeit, die überhaupt gar nicht vergütet wurde. Und deshalb ist eben diese Frage der Rassifizierung, wenn man Kapitalismuskritik betreibt, enorm wichtig und was dann halt postkoloniale und rassismuskritische TheoretikerInnen of Color beschrieben haben, ist, dass halt dieser rassifizierte Kapitalismus auch noch, und da kommt die intersektionale Komponente dann ins Spiel, vergeschlechtlicht ist. Das heißt, dass Frauen in kolonisierten Räumen und Frauen of Color in westlichen Räumen immer eine bestimmte Unterdrückung nochmal erfahren haben. Im Unterschied halt zu den Menschen, die als Männer konstruiert wurden, weil nämlich auch gesagt werden muss, dass diese Zweigeschlechtlichkeit auch ein Effekt von kolonialer Politik ist. Effekt von kolonialer Politik ist. Also als die Kolonisierung begonnen hat und europäische Nationen in die Welt gegangen sind und bestimmte Territorien unterworfen haben, gab es halt an vielen Orten eben keine Zweigeschlechtlichkeit in dem Sinn, den wir heute kennen. Und eben dieser rassifizierte Kapitalismusprozess, kapitalistische Expansionsprozess hat halt einfach zu einer ganz starken Prekarisierung und Unterordnung und auch zu der Produktion von kolonisierten Frauen in ihrer Position, wie wir sie heute kennen, geführt. geführt. Und was halt postkoloniale und dekoloniale Theoretikerinnen wie Vergès und Gutiérrez-Rodríguez beschreiben, ist, dass wir heutzutage im Kontext von neokapitalistischen Strukturen, also der Kolonialismus wurde ja formal überwunden, aber gleichzeitig wirken koloniale Kontinuitäten fort, in Bezug zum Beispiel auf bestimmte Verträge, die dann gemacht wurden, dass westliche Mächte immer noch bestimmte Kontrolle oder starke Kontrolle darüber haben, wie afrikanische oder asiatische Räume eben ihre Ökonomien entwickeln können. Und daraus entsteht halt einfach eine globale Ungleichheit und eine westliche Hegemonie, die halt eben kolonial ist und bis heute zu beobachten ist. Und ich spreche oft auch in Bezug auf den afrikanischen Kontext, den ich halt am besten kenne. Vielleicht oft auch in Bezug auf den afrikanischen Kontext, den ich halt am besten kenne. Und was halt zu beobachten ist, dass halt zum Beispiel afrikanische Gesellschaften, die ja total verarmt sind durch diese neokolonialen Strukturen, gezwungen sind oder den Druck haben zu emigrieren. Und wir sprechen heutzutage auch von einer starken Feminisierung von Migration. Dazu führt, dass diese Frauen hierher kommen, aber am Ende machen sie eine Arbeit in dem Fürsorgebereich und in sehr prekären Verhältnissen, damit weiße Frauen ihre Arbeitsverhältnisse, ihre Möglichkeit zu arbeiten auf dem Arbeitsmarkt und so weiter und aufzusteigen ermöglicht. der westliche Feminismus, den wir halt hier kennen und der dazu geführt hat, dass eben Frauen jetzt auch arbeiten wie Männer, nicht erfordert hat, dass die Haushalts- und Fürsorgetätigkeiten aufgeteilt wurden unter allen, sondern dass halt andere Frauen das machen, Frauen der Arbeiterinnenklassen, vor allem rassifizierte Frauen, also Frauen of Color und kolonisierte Frauen, ganz besonders die, die halt migrieren. Und dort auch nochmal ganz besonders die, die halt auch gar keinen legalisierten Status haben. So, und dies führt eben zu ganz strukturellen Unterschieden. zu ganz strukturellen Unterschieden, also da geht es dann auch nicht mehr darum, ja, Rassismus, du hast das Wort zu mir gesagt oder du warst unfreundlich zu mir oder so, sondern Rassismus oder Rassifizierungsprozesse werden dann verstanden auf der Basis dieser Arbeitsverhältnisse, die extrem starke Ungleichheiten produzieren, die zu Ungleichheiten führen im Zugang eben zu Ressourcen, also zu Einkommen, zu einem selbstgestalteten Leben und so weiter und so fort. Einfach die Entfaltungsmöglichkeiten werden dadurch halt strukturell eingeschränkt und daraus entsteht halt eine Rassifizierung der Gesellschaft, also der Sozialstruktur. Und das sind natürlich alles immer grobe Kategorien, aber die Kategorien, die ich hier aufgeschrieben habe, sind eben, dass es halt eben diese Klassenungleichheiten gibt strukturell, was bedeutet, dass es immer auch durchlässig ist. Also es gibt immer Ausnahmen. Also wenn jetzt zum Beispiel bestimmte Frauen, also ich bin ja jetzt auch an der Uni, aber wir wissen trotzdem, dass das Bildungssystem rassifiziert ist und dass natürlich schwarze Menschen unterrepräsentiert sind im akademischen Raum. So, aber eben, und das sind diese Kategorien, Frauen des globalen Südens gegenüber Frauen des globalen Nordens, weiße Frauen versus Frauen of Color und dann nochmal eben diese Klassenverhältnisse, dass Mittelklasse und Arbeiterklasse gegenüberstehen. Und dabei ist natürlich immer festzuhalten, dass, wie ich ja beschrieben habe, diese ArbeiterInnen, die Produktion von ArbeiterInnen mit Rassismus immer zusammenhängt. Okay, nächste Folie bitte. Das war sozusagen der etwas theoretische Teil und jetzt wird es alles irgendwie viel netter. Und was ich denke, was halt dann wichtig ist in diesem Zusammenhang, um einen intersektionalen Feminismus zu betreiben, ist halt zu fragen, wer macht eigentlich welche Arbeit, wer hat welchen Zugang zu Bildung, die ja ausschlaggebend auch dafür ist, welche Arbeit man dann am Ende macht, also welchen Zugang zu Bildung, Arbeit und Geld kommt welcher Person zu, welchen Gruppen und wer hat dadurch welche Interessen. Und das ist auch so eine Frage, die kommt aus der kapitalismuskritischen Reflexion, also Marxismus, dass halt sozusagen die Positionen, die wir innehaben im sozialen Gefüge, auch immer zu bestimmten Interessen führen. Und da gibt es dann immer Aushändlungsprozesseesse beziehungsweise Konflikte der Klassenantagonismus zwischen Arbeiter und bürgerlicher Klasse, ist ja der große, den wir so immer hören. Aber es gibt natürlich auch intersektionale Interessen, unterschiedliche Interessenlagen, die dann halt gegebenenfalls in Konflikt miteinander geraten. Und also jetzt kann ich ja mal ein bisschen sagen, was dieses Bild da repräsentiert. Es ist ein Bild von einem Empowerment-Kreis, Iwo San haben wir das genannt. Und da, das ist, es entsteht, dieser Kreis ist entstanden aus der Arbeit bei EOTO, die ich gemacht habe. Da habe ich eine Beratungsstelle für schwarze Menschen aufbauen dürfen in Berlin. Und dort kamen eben Menschen, um sich beraten zu lassen in Bezug auf Diskriminierung. Und was dort halt, also es war eine ganz, ganz wichtige Arbeit für mich. Und was ich dort halt ganz besonders gewertschätzt habe, ist, dass ich in den Austausch gekommen bin mit schwarzen Menschen aus ganz, ganz Orten, also eben leutafro-diasporische Menschen aus Lateinamerika, aber auch aus den USA, aber auch eben geflüchtete Menschen, die über das Mittelmeer überquert haben, MigrantInnen, die auf unterschiedlichen Wegen, über auch legale Migrationswege nach Deutschland gelangt sind und so weiter. Und auch eben die ganzen unterschiedlichen Generationen, die es unter Schwarzen in Deutschland gibt, also wie man ja immer sagt, die reichen ja auchategorien gibt, die dazu führen, Zugehörigkeiten gibt, die dazu führen, dass bestimmte Menschen auf ganz stärkere Weise diskriminiert werden als andere. Und natürlich spielt Klasse immer eine zentrale Rolle dabei. Und Aufenthaltsstatus, also eben wie diese ganzen Theorien von rassifizierten, vergeschlechtlichen Kapitalismus und in Bezug auf diese globalen Fürsorgeketten sagen, dass das findet einfach wirklich statt und das sieht man on the ground, wenn Menschen kommen. Was natürlich traurig ist und da ist vielleicht auch der erste Interessenkonflikt, den man so ein bisschen oder Interessenunterschied oder einfach so Unterschied in den Bedarfen gibt oder so, ist, dass halt in der Antidiskriminierungsberatung vor allem bürgerliche Frauen kommen, also bürgerliche Menschen allgemein. Also geflüchtete Menschen und migrantische Menschen kommen in das, was man so ganz klassisch Antidiskriminierungsberatungsstelle meint, tauchen oft nicht auf. Also das sind halt eben so Zielgruppen, die müssen auf bestimmte Weise erreicht werden, also eben Organisationen zusammenarbeiten, zum Beispiel bauen wir gerade einen Kreis auf, in dem wir mit International Women's Space zusammenarbeiten, damit überhaupt die Belange von geflüchteten Frauen Eintritt finden bei uns, weil dieses Modell, ich wurde diskriminiert überhaupt, ich bin hier angestellt, ich habe einen Vertrag, ich werde diskriminiert, ich will jetzt Beratung, weil ich will dagegen vorgehen. Das ist schon ein bürgerlicher Moment, also wo eben so diese auch Sicherheit besteht, dass da jetzt nichts Großes auf dem Spiel geht, weil wir wissen ja, dass Beschwerden gegen Rassismus immer am Ende gegen uns verwendet werden. Also ich will jetzt auch nicht zu viel sprechen. Wie viel Zeit habe ich noch? Also ich glaube, wir haben ein bisschen später angefangen. Ich würde sagen, noch mindestens 15 Minuten. Aber du darfst gerne noch ein bisschen länger machen. Perfekt, super. Genau und ja, also da sieht man schon einfach so, schon eine Ungleichheit wird sichtbar, wenn man aus der Perspektive einer Beraterin, Antidiskriminierungsberaterin spricht. was sichtbar wird allgemein auch in der Beratung, ist das, eben das, was ich vorhin schon angedeutet habe, es geht nicht um, es kommt auch vor, rassistische Beleidigungen mit dem N-Wort oder eben auch rassistische Gewalt oder so, ja, das sind alles Fälle, die auch passieren, aber der Großteil der Diskriminierungsvorfälle, die finden statt im Bereich Arbeit, der war immer ganz, ganz zentral und im Bereich Bildung. Und natürlich sind die Statistiken, die Beratungsstellen haben immer so qualitative Daten, die können wir als Anstoß nehmen, um zu reflektieren, es sind keine Statistiken und überall findet die ganze Zeit Diskriminierung statt. Aber eben, also das geht einfach weg von dieser Einzeltäter in Rhetorik, dass Rassismus Einzelfälle sind, sondern es ist einfach eine Struktur, die dazu führt, dass bestimmte Menschen und schwarze Frauen jetzt in diesem Fall nicht die gleichen Entfaltungsmöglichkeiten haben in Bezug auf Karriere. Und das hängt natürlich ganz stark auch mit dem Aufenthalt zusammen. Und das ist eben ein Effekt der EU-Migrationspolitiken, die wir heute kennen und die sich ja in den letzten Jahrzehnten enorm verschärft haben. Und es führt zum Beispiel dazu, was auch zur Migrationspolitik gehört, dass Bildungsabschlüsse, die Migrantinnen haben, auch wenn sie Hochgebildete sind, Akademikerinnen sind, nach Deutschland kommen und die Bildungsabschlüsse von afrikanischen Unis werden einfach nicht angenommen oder anerkannt. Und dann machen diese Frauen am Ende eben die Fürsorgearbeit oder Putzarbeit. Dann gibt es noch das Problem, dass halt illegalisierte Frauen oder geflüchtete Frauen, also geflüchtete Frauen, die jetzt in dem Asylsystem sind, die dürfen gar auch bis zu einem bestimmten Punkt, wo ihr, also ich spreche natürlich jetzt auch für den deutschen Kontext, ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, aber eben dürfen nicht arbeiten, dürfen nicht mal eine Sprachschule besuchen, solange ihr Asylantrag nicht sozusagen bearbeitet wurde. Und ganz besonders halt die Frauen, die gar nicht im System sind, die einfach wirklich illegalisiert sind und untertauchen und ganz stark eben von Solidaritätsnetzwerken abhängig sind, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen wieder, in denen sie natürlich auch eben nicht die Macht haben, durch das Recht oder durch irgendwelche, ein Einstehen für ihre Arbeitsverträge eben sich Sicherheit zu verschaffen in ihrem Arbeitsverhältnis. Und dann gibt es eben diese ganzen anderen Diskriminierungen von Personen, die Papiere haben, die eben hier auch groß geworden sind. Und dann also Frauen, die zum Beispiel aber jetzt einen Aufenthaltsstatus, einen prekären Aufenthaltsstatus haben, wo zum Beispiel auch der Aufenthalt an die Arbeit, an den Arbeitsvertrag geknüpft ist oder so. Da gibt es natürlich ganz starke Machtverhältnisse, wo die Arbeitgeber eine ganz starke Macht auch haben über die Frauen und die auch oft ausnutzen, also indem Überstunden gemacht werden, oft wird auch nicht bezahlt oder solche Sachen. Und dann aber sozusagen, also die Diskriminierung macht aber trotzdem nicht beim Aufenthalt Halt und das ist auch das, was ich oft gesehen habe und das sind auch eigentlich die meisten Fälle, die ich beraten habe, weil eben Beratung irgendwie scheinbar so ein schon bürgerlicher Zugang ist. Jedenfalls so, wie das halt in Berlin entstanden ist. Und da eben gibt es die ganzen Diskriminierungen in Bezug auf den Zugang zu Arbeitsverhältnissen, aber auch innerhalb von Arbeitsverhältnissen. Und was ich immer ganz, ganz beunruhigend fand, waren die Situationen, in denen ArbeitgeberInnen oder Vorgesetzte, Frauen, weiße Frauen, Vorgesetzte das nicht akzeptieren konnten, wenn zum Beispiel schwarze Frauen auch gute Arbeit geleistet haben oder so. dass sie sozusagen auch vielleicht Expertise haben auf bestimmten Gebieten, dass das nicht so gerne gesehen wird und dass es irgendwie wie so eine Konkurrenz gibt. Das sind Fälle, die ich wiederholend gesehen habe. Und dann eben diese Frauen unterdrückt werden, keine Aufstiegsmöglichkeiten bekommen haben, immer die schlechte Arbeit machen müssen, also auch wieder nicht im Verhältnis stehen zu ihren Qualifikationen und so weiter. Und so reproduzieren sich natürlich weiße Führungsriegen und das ist natürlich in Bezug auf die feministische Frage interessant, ist, dass da auch ganz viele Frauen dann in der Führung sind, aber das sind dann weiße Frauen und die befördern halt auch nicht die Teilhabe schwarzer Frauen. Okay, genau. Und das bedeutet halt für einen intersektionalen Feminismus einfach, dass die Frage der Klasse und der Klasseninteressen und der ganzen kleinen Unterschiede, die darin stattfinden, gestellt werden muss. Nächste Frage, bitte. Genau, und ich habe mir halt gedacht, dass es wichtig ist, nochmal darin zu erinnern, dass die Klassenfrage im schwarzen Feminismus schon immer gestellt wurde. Und ganz berühmt natürlich ist der schwarze US-Feminismus, wo schwarze Frauen immer, also die Nachfahren der versklavten AfrikanerInnen, die immer gezeigt haben, dass sie eine Produktion von Klasse und von Untergeordnetheit durch den Kapitalismus entstanden ist. Und genau, diese Reflexion gibt es natürlich auch in europäischen Kontexten und ganz besonders auch im afrikanischen Feminismus. Ich habe jetzt aber heute eine Kritik von Bell Hooks rausgeholt, weil ich denke, dass sie sehr interessant ist für die Diskussion. Und sie hat ein Buch, oh Gott, wie heißt es jetzt nochmal? Naja, in der deutschen Übersetzung heißt es, ah, Where We Stand, Class Matters, auf Deutsch übersetzt als die Bedeutung von Klasse. Und dort beschreibt sie halt, dass im Neoliberalismus, es geht nicht nur um Feminismus, aber sie spricht halt über den US-Kontext, aber man kann das natürlich, dort wo der Neoliberalismus nochmal eine andere Stufe hat, aber hier haben wir auch auf jeden Fall Neoliberalisierungstendenzen, die einfach die ganze Zeit voranschreiten und deshalb ist die Kritik auch wichtig für uns und sie sagt halt, dass der, dass in der Gesellschaft die Frage von Klasse unterdrückt wird und dass niemand von Klasse redet, obwohl Klassenmacht die ganze Zeit zunimmt und die Spaltung zwischen Reich und Arm immer größer wird. dass Feminismus eigentlich auch immer Klassismuskritik betrieben hat, aber der Feminismus, der am Ende erfolgreich war und nach vorne gegangen ist, ein Mittelklasse-Feminismus war, ein gleichstellungsorientierter Feminismus, der darauf aus mehr, das überhaupt erst diese Unterdrückung produziert. Und wo Bell Hooks dann eben Unterscheidungen trifft zwischen reformistischen und revolutionären Feminismus. Und bei diesem Feminismus spielen auch Frauen of Color, die sozusagen die aufstrebenden Frauen of Color, aufstrebende schwarze Frauen, die es eben auch gibt, dass die auch eben daran teilnehmen. Und wie wir vorhin gesehen haben, sind diese aufstrebenden Klassen, diese beruflichen, die Frauen, die jetzt arbeiten und erfolgreich sind und so stark daran beteiligt, Klassenmacht, also koloniale Klassenmacht zu produzieren und an der Unterdrückung von kolonisierten Frauen mitzuwirken, indem sie sie auch dann benutzen, damit sie selber arbeiten können. Dieses Konzept des Neopatriarchats, wie François Vergès sagt. Und genau, ich würde jetzt mal was vorlesen von ihr. Als privilegierte Frauen, ach so, da beschreibt sie es ja nochmal, als privilegierte Frauen durch Männer privilegierter Klassen größeren Zugang zu wirtschaftlicher Macht erhielten, waren feministische Diskussionen über Klasse nicht mehr alltäglich. Stattdessen wurden Frauen ermutigt, den wirtschaftlichen Gewinn wohlhabender Frauen als positives Zeichen für alle Frauen zu sehen. Das ist ja auch immer so die klassische ideologische Frage, das eigene Interesse wird als allgemein Interesse ausgedrückt. Aber dabei kommt es gar nicht allen Frauen zugute. In Wahrheit änderten diese Errungenschaften selten das Schicksal der armen Frauen und der Arbeiterinnen. Und da die Männer privilegierter Klassen sich weiterhin nicht um die anfallenden Arbeiten im Haushalt kümmerten, erforderte die Freiheit von schwarzen und weißen Frauen privilegierter Klasse die anhaltende Unterdrückung von Frauen der Arbeiterklasse. Als privilegierte Frauen das Haus verließen, um arbeiten zu gehen, musste jemand in diesem Haus bleiben und die schmutzige Arbeit erledigen. Und ich denke halt, als Frau, die arbeiten geht, und sich bildet, ist diese Frage für mich sehr relevant. Und es ist eine Frage, die relevant ist und die auch, ja, die Frage, okay, was machen wir jetzt? Also sollen wir jetzt nicht arbeiten gehen oder so? Also wie machen wir das jetzt? Also sollen wir jetzt nicht uns bilden und arbeiten geben, um irgendwie einen guten Job zu haben, um uns entfalten zu können? Genau, und da hat sie halt noch ein Zitat, jetzt kann die Folie nochmal gewechselt werden, was ich sehr, sehr schön fand und mich begleitet, aber ich weiß noch nicht genau, wie das zu machen ist. Die Frage der Solidarität unter Frauen ist die mögliche, trotz Klassenmacht. Und sie beschreibt halt aus eigener Erfahrung, einige von uns aus der Arbeiterklasse haben ihren Klassenstatus verändert und sind in Klassen mit mehr Privilegien aufgestiegen. Wir verstanden die wirtschaftliche Unabhängigkeit als ein entscheidendes Ziel der feministischen Bewegung. Wir haben aber auch geglaubt, ein Glaube, der sich heute durch Erfahrung bestätigt, dass es uns möglich ist, Klassenmacht zu erlangen, ohne dabei unsere Solidarität gegenüber jenen ohne Klassenprivilegien zu verraten. Ein Weg, wie wir dieses Ziel erreicht haben, war, ein einfaches Leben zu führen, unsere Ressourcen zu teilen und die Weigerung, sich auf den hedonistischen Konsumismus und die Politik der Gier einzulassen. Unser Ziel war nicht reich, sondern wirtschaftlich unabhängig zu werden. Und genau, das ist halt eben diese Frage, welches Leben wollen wir eigentlich als Frauen führen? Welches Begehren haben wir eigentlich? Was repräsentiert jetzt eigentlich Freiheit für uns und das gute Leben? Und da ist jetzt auch nochmal auf François Verges zurückzukommen, die halt in Bezug auf die Fürsorgearbeit und die Sauberkeit, also ja, Cleaning, also Care and Cleaning, denkt sie halt zusammen, Fürsorgearbeit, aber auch diese Reinigungsarbeit, die Müllentsorgung, weil das ja eben auch kolonial vergeschlechtlicht und ungleich aufgeteilt ist, dass jeder diese Arbeit halt mittragen muss und dass jeder sauber machen muss und dass jeder eben die Kinder aufpassen muss und auch die Älteren und so weiter. Okay, nächste Folie. dass die Kinder aufpassen muss und auf die Älteren und so weiter. Okay, nächste Folie. Gut, also kommen wir jetzt nochmal abschließend zur Frage der Dekolonisierung feministischer Praxis. Wie kann die aussehen? Also ich habe in einer Studie, das war meine Studie zur Doktorarbeit, In einer Studie, das war meine Studie zur Doktorarbeit, habe ich eine Forschung gemacht zum szenikalischen Feminismus in Dakar. Und dort habe ich mit jungen Frauen gesprochen. vor allem diese Frage gebildet zu werden und dann eine entsprechende Arbeit zu haben, ein ganz wichtiges Ziel, um sich sozusagen zu emanzipieren. Und ich habe das so, für mich stand das in starkem Kontrast zu dem, was eigentlich wirklich passiert auf der Welt. Und vor allem in Senegal wurde es noch mal stärker, wo koloniale Ungleichheiten noch auch stark zutage treten. Und zwar, dass halt eben der Zugang zu Bildung ganz stark ungleich ist und dort auch westliche Diplome natürlich viel, viel besser bewertet werden und bessere Aussichten auf Jobs haben. Und diese Diplome können sich aber nur die Ober- und Mittelklassen leisten. Und also der Zugang zu Bildung ist nicht so einfach. Aber danach, die Leute, die gebildet sind und den Abschluss haben, es gibt 93 Prozent von Arbeitslosigkeit. Ich nenne das Diplomé Choumeur, also diese Arbeitslosen Diplomierten. Und das stand für mich so ein bisschen im Kontrast. Also wieso haben wir eigentlich alle diesen Wunsch, obwohl der eigentlich gar nicht gut ist und gar nicht möglich ist? Und was ich auch beobachtet habe, ist, dass sie ja auch gleichzeitig von ganz, ganz vielen Frauen und Feminismen gesprochen haben. Frauen und Feminismen gesprochen haben. Und eben der antikoloniale Widerstand wurde ganz stark von zum Beispiel Analphabeten und so weiter geprägt. Es gibt ganz viele Menschen im Senegalese-Kontext, die nicht westlich gebildet sind und so und die Gesellschaft ganz stark mittragen. Und dass das irgendwie, das wird auch mitbenannt, aber das wird nicht als Emanzipation verstanden. Und ich denke, dass es, glaube ich, ganz wichtig ist, eben diese ganzen, das nochmal so irgendwie so den Blick zu öffnen für das Konzept von Emanzipation und zu fragen, welches Ziel haben wir eigentlich und welchen Feminismus wollen wir? Und ich glaube, es geht weniger darum, also es geht einerseits darum, natürlich diese Frage der Klassenmacht zu reflektieren, aber es geht auf der anderen Seite auch darum, so viel sichtbar zu machen, was eigentlich da ist und gar nicht in diesem hegemonialen Emanzipationsmodell beschrieben wird. Und genau, und auch noch mal diese Frage des revolutionären Feminismus zu fragen, und da sind diese Alternativen oder diese ganzen Feminismen, die man oft nicht so sieht oder die nicht als solche verstanden werden, total wichtig. Und was Bell Hooks halt auch sagt, ist, dass wir uns im revolutionären Feminismus ganz stark an den Perspektiven von armutsbetroffenen Frauen und Arbeiterinnen andocken müssen und die sozusagen ins Zentrum stellen müssen. Ich habe deshalb hier dieses IWS Radio mitgebracht. Das ist eine Radiostation, die von International Women's Space produziert wird. Das ist so eine Podcast-Sendung und das sind halt schwarze, afrikanische Frauen, also vor allem schwarze und afrikanische Frauen, die da eine ganz, ganz große Rolle spielen und die eben ihr Wissen teilen und auch eben so ein bisschen radikalere Positionen haben und abolitionistische Fragen, also Fragen stellen, die abolitionistisch zu verstehen sind, indem sie sagen, ja, die Grenzen müssen abgebaut werden, also eine starke Institutionenkritik und eben auch eine Kritik an Anbildung, an dem Bildungssystem, also an allen Institutionen, nicht nur die Grenzen, sondern es gleichzeitig auch eben afrikanische Frauen sind, die diese radikalen Positionen vertreten. Also es macht die Geflüchtetenbewegung allgemein, aber eben darauf beziehe ich mich zentral, weil eben von ihnen halt wieder der antikoloniale Anstoß für schwarze feministische Perspektiven kommt und das natürlich auch immer ganz informativ ist und wichtig ist für Feminismus allgemein. Genau, und ich denke, dass es ganz wichtig ist zu schauen, was macht denn eigentlich diese Geflüchtetenbewegung? Danke. ist zu schauen ja was macht man eigentlich diese geflüchteten bewegung dank vielen dank selin für deine wichtigen input der noch mal eben die rassifizierung und geschlechtlichen von kapitalismus hervorhebt der extrem ein wichtiges geflecht für den Bildungskontext ist. Und ich kann mir gut vorstellen, dass der Input von Kim da jetzt sehr schön anschließt. Vielleicht auch noch mal aus der Praxis. Ich werde Kim vielleicht vorher vorstellen, dann wird der Praxisbezug auch gleich klar. Für alle, die Kim nicht kennen, ich glaube, das sind relativ wenige in diesem Zoom-Raum. Kim Carrington ist seit 2003 beim Verein MAIS beziehungsweise das Kollektiv tätig. Sie arbeitet seit vielen, vielen Jahren in der Erwachsenenbildung mit begreiften und geflüchteten Frauen, als Englischlehrerin im Vorbereitungslehrgang zum Pflichtschulabschluss und als Lehrerin in der Basisbildung für Alphabetisierung und für Englisch. Und ja, Kim, willst du gerne gleich anschließen und übernehmen? Und vielleicht nochmal für die Leute, die hier zuhören ihr könnt jetzt schon fragen in den chat schreiben wir werden dann später darauf eingehen okay zuerst will ich auch nicht bedanken, dass ich da sein darf, auch mit euch, mit dir, Suschila, Selin. Ich bin geehrt. Danke. Das Kollektiv ist ein Ort, der kritische Bildungsarbeit, Beratungs- und Kulturarbeit geschehen im Dialog bzw. in Verschränkung damit. Ich muss mich schauen. Okay, ich glaube, ich werde es hören. Der Name der Organisation steht in Verbindung mit ihrem Ursprung, MAIS, einer Organisation, die sich immer als kollektiv verstanden hat. haben, trotz allem weiterzumachen, entschieden wir uns für diesen, für uns und unsere Handlung sehr bedeutsamen, prägenden und inspirierenden Namen. Mit dem Anspruch, Räume für kritische Diskussion und Reflexion zu pflegen im Spannungsfeld zwischen geförderter Organisation und politischer Kollektivität. Kollektivität als eine utopische Bedeutung und als Ziel, die Grenzen des Möglichen immer wieder und weiter zu verschieben. Das bedeutet, Kollektivität anstreben, ohne Differenzen auszublenden, in Widersprüchen verharren, sie aushalten und produktiv machen. In das Kollektiv arbeiten Menschen, die Veränderungen und gleiche Verhältnisse in der Gesellschaft anstreben. Menschen aus unterschiedlichen geografischen und sozialen Orten. Und jetzt will ich Ihnen einfach nur kurz sagen, ich sage ständig wir und ich meine wir als Kollektiv. Es gibt vielleicht eine Stelle, wo ich sage ich und das ist, ich spreche nicht für alle und wenn ich auch wir sage, wir sind keine homogene Gruppe. Wir sind sehr unterschiedlich. Wir haben unterschiedliche Positionierungen, unterschiedliche Formen von Handeln. Und manchmal kommen wir in Konflikt oder im Dialog miteinander. dass wir hier einen dogmatischen Umgang haben. Aber ich verwende trotzdem dieses Wir. Wir stehen das Kollektiv als ein Ort des Austausches, der Kritik des Widerstands und der kollektiven Gestaltung. Wir führen Entwicklungs- und Forschungsprojekte sowie unterschiedliche Bildungsmaßnahmen, die von Beratungsangeboten begleitet werden, durch. Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit fungieren vor allem als Mittel zur Sichtbarkeit der Anliegen der teilnehmenden Migrantinnen. In Verschränkung mit und in Ergänzung zu den Kursen entstehen an diesem Ort viele Prozesse und Projekte, Diskussionen und Aktionen. Ausgehend von unserer Arbeit in der Erwachsenenbildung mit migrierten und geflüchteten Frauen in das Kollektiv, die wir als kritische und politische Arbeit verstehen, beschäftige ich mich im Beitrag mit dem Thema der Solidarität aus einer intersektionalen Perspektive. Die Basis dafür bilden unsere Erfahrungen, Austausch, Reflexionen und auch die Momente des Scheiterns, die wir produktiv machen wollen. Solidaritätskonzepte sind mannigfaltig und spannen ein breites Spektrum an Formen von Zusammenhalt zwischen Individuen und Gruppen. Darunter auch jene, die zur Reproduktion und Verstärkung von Hierarchien und Ausschlüssen führen. Die antirassistische und feministische und somit notwendigerweise antikapitalistische Solidarität in der kritischen Bildungsarbeit mit geflüchteten und migrierten Frauen versteht sich hingegen als eine Solidarität, die uns zwingt, inhärente Spannungen, Ambivalenzen und Widersprüche aufzugreifen und zu reflektieren, ohne Differenzen auszugleiten. Der Beitrag soll Impulse setzen, um die eigene gesellschaftliche Position und die damit verbundenen Privilegien zu reflektieren. Ziel ist auch eine Auseinandersetzung mit unserem Verständnis von Solidarität auf einer kollektiven Ebene, um neue Wege der Solidarität einzuschlagen. Wie ich gesagt habe, es gibt sehr viele Formen und Arten von Solidarität. Es gibt sehr viele unzählige Definitionen, Verständnisse und Konzepte von Solidarität, die sich manchmal überlappen, komplementieren, widersprechen oder ganz voneinander weiter auseinanderklappen. Solidaritätskonzepte können ein breites Spektrum von spontaner oder vorübergehender Unterstützung bis hin zu politischer Solidarität und allem dazwischen und darüber hinaus umfassen. Diese unterschiedlichen Solidaritätskonzepte sind sowohl in linken als auch in rechtsnationalen Kontexten eingebettet. Und meiner Meinung nach ist auch der Begriff Solidarität an sich inflationär gebraucht. Es kommt mir vor, als ob es ein oberflächliches Modewort mit wenig Inhalt, das zu jedem Anlass missbraucht wird. Zum Beispiel Innenminister Nehammer mit der Lieferung von Gütern und Spenden von Stadt Österreich an Moria sagt, es sind 150 Paletten von Solidarität. Es sind 150 Paletten von Solidarität. 150 Paletten von Solidarität und kein einziger Mensch von Moria wurde aufgenommen von Österreich. In unserer Geschichte als Verein, Mais Kollektiv, sind zwei bestimmte Solidaritätskonzepte, die wir uns klar davon abgrenzen bzw. ablehnen. Und zwar die partikulare Solidarität und die karitative Solidarität. In Österreich stehen Arbeitnehmerinnen für Bewegungen bzw. Gewerkschaften historisch stark im Zusammenhang mit dem Begriff Solidarität. Während sie die Kämpfe der Arbeiterinnen führten, sorgten sie gleichzeitig dafür, dass der Genuss von diesen Errungenschaften an der Erwerbstatus und an Einkommensverhältnisse gewohnt war. Weiter sind die Arbeitnehmer, Vertreterinnen verantwortlich für die Aufrechterhaltung von protektionistischen Gesetzen, sprich Auslandebeschäftigungsgesetze, die an die österreichische Staatsbürgerschaft gebunden sind. Diese partikuläre Solidarität ist somit eine exklusive Club, der man entweder zur In-Gruppe oder zur Aus-Gruppe gehört und somit schafft Ausschlüsse migrierte Arbeitnehmerinnen. und somit schafft Ausschlüsse migrierte Arbeitnehmerinnen. Dieser partikulare Konzept der Solidarität kann nicht von uns getragen werden, denn viele migrierte und geflüchtete Frauen von dem Versicherungssystem ausgeschlossen bleiben. Das ist ein Konzept der Solidarität, der weit von einem Wir-lassen-keine-zurück-Konzept entfernt ist und widerspricht unserem Verständnis von gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Eine weitere Form der Solidarität wird als Nächstenliebe oder karitative Hilfe verstanden, deren Ziel ist, ein direktes Leid zu mildern. Dies sind Bemühungen, die zwar unmittelbaren Bedürfnisse decken und wirksam sein mögen, jedoch die Beziehung helfender Hilfsempfängerinnen, die daraus entsteht, reproduziert und verstärkt Hierarchien und Ungleichheiten, die ohnehin in der breiten Gesellschaft omnipräsent sind. Die Stärkeren helfen die Schwächeren. Die Reichen spenden an den Ärmeren. Die Gebildeten schreiben vor, was die Ungebildeten brauchen. So eine paternalistische Beziehung betrachtet die Betroffenen als unwissend und unmundig und behandelt sie dementsprechend nicht als handelnde Subjekte. Dabei untergräbt der Paternalismus das Potenzial, der bestehende unterdrückende Strukturen zu verschieben und neu zu definieren. Die antirassistische und feministische und somit notwendige Weisheit. Antikapitalistische Solidarität in der christlichen Bildungsarbeit mit Geflüchteten. Ups, Entschuldigung, ich habe gelesen. Bildungsarbeit mit Geflüchteten. Diese differenzierte Begriff der Solidarität aus einer intersektionalen Perspektive umfasst das tägliche und ständige Bemühen, strukturelle verankerte Ausschlüsse zu unterbrechen und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Diese wird vor allem in unserer zentralen Aufgabe, nämlich die kritische Bildungsarbeit, widerspiegelt. Und dazu zu der kritischen Bildungsarbeit, wie schon auch gesagt, wir haben unterschiedliche Momente der Solidarität. Wir machen Forschung hier, wir schreiben Positionspapiere. Und manche von diesen Momenten sind mehr sichtbar als andere, aber alle spielen eine wesentliche Rolle. Manche Momente sind mehr sichtbar als andere, aber alle spielen eine wesentliche Rolle für unsere Praxis. Wir, MACE, das Kollektiv, sind ein autonomer Migrantenverein, der durch viele Jahre, über 26 Jahre, einiges erlebt und überlebt hat. Unter anderem politisch motivierte Finanzprüfungen und finanzielle Krisen, wo ungewiss war, wie wir die Bude weiter erhalten sollten. Und trotz fehlender Finanzierung, trotz viel Stress, trotz Ungewissheit, waren Kolleginnen immer wieder bereit, die Kurse ohne Bezahlung weiterzuführen. Es ist sehr wichtig, das zu erwähnen, wenn wir sprechen über Solidarität, denn ich denke, ich kann im Allgemeinen sagen, dass wir hier im Verein bemüht sind mit allen unseren unterschiedlichen Positionierungen, Ausprägungen und Handlungen, die Ansprüche, die uns gestellt sind, gerecht zu werden. Wir erheben unsere Stimme, wie gesagt, durch Positionspapiere, Forschung, bei Demos. Wir schaffen Sichtbarkeit, besetzen Platz und provozieren Irritationen, um unterdrückende Systeme und Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft anzubringen. Es muss aber betont werden, dass sich mit Migrantinnen zu solidarisieren, ist definitiv nicht mit der Teilnahme auf einer Demo abgetan. Proteste und Demonstrationen keine gesellschaftliche Veränderung auslösen, sondern helfen nur bei einer vorübergehenden Empörung. Es braucht hingegen viel mehr Energie und Arbeit, denn die politische Solidarität ist von einer selbstreflexiven Haltung und Praxis bestimmt. Es fordert eine Analyse darüber, welche Faktoren, Hintergründe und Bedingungen die Ungleichheit durch hegemoniale Strukturen schaffen bzw. aufrecht erhalten. Dabei müssen wir uns fragen, wer von ungleichen Verhältnissen profitiert und wie wir als Subjekte aus unserer unterschiedlichen individuellen sozialen Positionen in sie verstrickt sind. Letztendlich zwingt die politische Solidarität, inhärente Spannungen, Ambivalenzen und Widersprüche aufzugreifen und zu reflektieren, mit der Anerkennung Differenzen sowie die unterschiedlichen Positionierungen. Ich glaube, was für mich sehr treffend ist, als in einem Satz, um unsere Arbeit, unsere Art von Solidarität zu verdeutlichen, ist ein Transparent, den wir erstellt haben für den 8. März. Und es liest wie folgt. Legt euch nicht mit uns an. wir sind viele und lassen keine zurück. Also wir, nochmals, wir sind viele und wir lassen keine zurück. Also keine Ausschlüsse, sondern so viel wie möglich Personen, die ohnehin prekarisiert sind in unserer Gesellschaft, die ohnehin prekarisiert sind in unserer Gesellschaft, Raum zu schaffen und eben darauf zu arbeiten, an eine inklusive Gesellschaft. Die Bildungspolitik in Österreich ist von einer neoliberalen Ideologie geprägt. Diese Ideologie vorschreibt das Konzept der das konzept der survival of the feders also das überleben der tüchtigsten der tauglichsten und fleißigsten und besagt dass wenn du das lernen nicht schaffst dann bist du selber schuld dazu Dazu wird deiner sogenannten Versagen mit einer Reihe von Sanktionen begegnet. Die Ursachen für diese Versagen bleiben unbeachtet und strukturelle Benachteiligungen werden völlig ausgeblendet und dadurch verstärkt. Wirtschaftliche Begriffe wie Leistungen, Wirtschaftliche Begriffe wie Leistungen, Kompetenzen, Input, Output, Outcome, whatever, sind schon längst in das Vokabular in Bezug auf Bildung bzw. Basisbildung eingedrungen. Es wird schnell klar, dass aus der Perspektive der Politik ein wirtschaftlicher Nützen voran haben, werden gesellschaftlich relevante Aspekte in den Hintergrund gedrängt oder sogar völlig ausgeblendet. und geflüchtete Personen längst nicht mehr als Menschen betrachtet, sondern als Ware, die eine wirtschaftliche Nütze haben können. Wiederum widerspiegelt sich das in der Bildungspolitik. Einige wenige Personen, die einem bestimmten Profil entsprechen, werden gesondert ausgewählt. Als Refugee, wenn du männlich und jung und gesund bist und eine Lehre machst, dann wird dein Bleiberecht auf einer parteipolitischen Ebene erkämpft. Migrierte und geflüchtete Frauen, die die Schriftsprache nicht beherrschen und die nicht ausreichende Deutschkenntnisse vorweisen können, die krank sind, die alt sind und die Behinderungen haben, sind Menschen, die nicht eine ausreichende wirtschaftliche Nütze mit sich bringen und sind in diesem Land nicht erwünscht. Das Kollektiv wehrt sich dagegen und zielt auf eine Bildung, die nicht im Sinne der Verwertbarkeit und des Arbeitsmarkts funktioniert, wo Menschen zu Humankapital degradiert werden. Bildung an sich ist ein Stabilisierungsmechanismus, die die Aufrechterhaltung der herrschenden Gesellschaftsordnung dient und die Kontinuität der kolonialen Zivilisierungsprozesses, in dem zum Beispiel migrierte und geflüchtete Personen werden beigebracht, wie sie sich in diesem Land verhalten sollen. Wie zum Beispiel, wie es gehört, die gute österreichische Nachbarin zu begrüßen oder wie der Müll gehört, getrennt zu werden. Wir entscheiden uns hingegen für eine kritische Bildung, die auf Fragen unterdrückender Lebensbedingungen der Gesellschaft fokussiert bleibt. Wir kämpfen für eine Bildung jenseits der rassistischen, sexistischen, klassistischen Reproduktion, klassistischen Reproduktion, weil wir davon überzeugt sind, dass Bildung Motor und gleichzeitig Ergebnis von Gerechtigkeit sein soll und nicht missbraucht werden darf für die Reproduktion von ungerechten Verhältnissen. Letztendlich wird darauf gezielt, Gesellschaftsveränderungen und Transformationen auf einer kollektiven Ebene zu bewirken. Zudem wird Wissensproduktion aus einer kritischen Perspektive betrachtet und sieht vor, dass sowohl Lernende wie Lehrende gleich Wissensquellen sind. Dabei ist bestrebt, Lernsettings und Räume zu schaffen, um Dialog zu ermöglichen, die die Stimme und Perspektiven der Lernenden fördert, ohne sie zu romantisieren. Und wo zum Beispiel Werte und Wahrheiten diskutierbar bleiben und nicht verordnet und übergestülpt werden. Es ist darauf gezielt, Prozesse in Geheimzusetzen, wo migrierte und geflüchtete Frauen als handelnde politische Subjekte agieren können und wo ein kritisches Bewusstsein entwickelt und gepflegt wird. Ein Beispiel dafür. Zum Anlass des Flüchtlingstags im Juni 2018 wurde ein Brief von afghanischen Frauen, die sich in das Kollektivtreffen verfasst, veröffentlicht. Es ist auf unserer Website zu lesen. Der Brief mit dem Titel Das Warten in Angst. Also das wurde im Rahmen der Unterricht und das wurde eben thematisiert und hier war die Möglichkeit und auch der Wunsch der Frauen, das zu veröffentlichen, das zu lesen und einfach eine Möglichkeit hier zu handeln. Das wurde mit dem Ziel verfasst, die österreichische Öffentlichkeit damit Politik nicht auf den Rücken von Frauen und ihre Kinder gemacht werden, zu informieren. Wir machen ja auch Beratung. Die Beratung umrahmt unser Kursangebot, indem die Teilnehmerinnen werden unterstützt, wo es nötig ist, um den Kursbesuch zu sichern. Allzu oft sind es die Beraterinnen, die sozusagen an der Front sind, wenn sie mit dem AMS oder mit den Behörden auseinander setzen müssen und wenn es darum geht, dass für das Recht auf Bildung der Frauen zu kämpfen. Unser Angebot ist vorerst an migrierte und geflüchtete Frauen gerichtet, die weniger Privilegien haben als andere und die wenig formelle Bildung haben. Unabhängig davon, welche Papiere und oder welche Aufenthaltsstatus sie haben. und oder welchen Aufenthaltsstatus sie haben. Dies sind gerade diejenigen, die in dieser kapitalistischen Leistungsgesellschaft wenige Perspektiven haben und mehr prekarisiert werden. Die Kurse, die wir anbieten, sind keine Integrationskurse. Der Begriff Integration ist nicht nur längst aus unserem Vokabular verschwunden, sondern auch alles, was es mit sich bringt, lehnen wir kategorisch ab. Integration hier in Österreich wird mit Assimilation gleichgesetzt und ist ein Zustand, den wir gar nicht ertragen wollen. Wir wollen uns nicht in diese Gesellschaft integrieren, denn wir sie verändern wollen. In 2017 verordnete das damalige österreichische Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres verpflichtende Werte- und Orientierungskurse für migrierte und geflüchtete Personen. Wir solidarisierten uns mit migrierten und geflüchteten Frauen, indem wir verweigerten die Rechtfertigung und Legitimität dieser sogenannten Werte- und Integrationskurse, die eng in Verbindung mit Zwang und Sanktionen stehen. Es war damals und bleibt nach wie vor eine klare Entscheidung, uns nie für diese Integrationskurse zertifiziert zu lassen und wir bieten weder die Kurse, die Teilnehmerinnen auf die Integrationsprüfung vorbereiten an, noch nehmen wir diese Prüfungen selbst ab. Somit stehen unsere Forderungen der Entkopplung Sprachkenntnisse von Aufenthaltsrecht und Anspruch auf soziale Leistungen, wie zum Beispiel soziale Hilfe in Einklang mit unseren Ansprüchen auf eine Solidarität ohne Ausschlüsse. Wir sind einer der wenigen, wenn nicht das einzige Vereine in Österreich, die keine Integrationskursen führen. Wir können mit Stolz sagen, dass wir nicht an einer Bildung beteiligt sind, die für eine rassistische und gewaltsame Sprach- und Migrationspolitik instrumentalisiert wird. enorme Bedeutung für unser Verständnis von politischer solidarischer Praxis. Wir wagen es, weil anders zu tun wäre ein krasser Widerspruch zu den Prinzipien, an denen wir uns festhalten. Was aber uns klar sein sollte, Dass wir von einem Paradox stehen. Obwohl wir keine Integrationskurse per se anbieten, sind jedoch diese Kurse intrinsisch bestimmt für die Integration in einem Arbeitsmarkt, die diese Frauen ausbeuten wird. Trotzdem haben wir die Hoffnung, dass die Politisierung, der zum Beispiel die Prekarisierung der Arbeitsmarkt, die wir hier im Kurs machen, zum Beispiel die Behandlung des Themas Arbeitsrecht, dann dort draußen kollektiv ausgetragen wird. dann dort draußen kollektiv ausgetragen wird. Und nun zu Privilegien. Der Aufruf in der Pandemie, uns solidarisch zu verhalten, ist eng gefolgt mit dem grotesken Flöskel, wir sitzen alle im selben Boot. Die Absurdität dieser Redewendung ist unübertroffen, denn wir wissen doch alle, dass diese Pandemie bestehende Ungleichheiten und bedrückende Situationen nur noch weiter verschärft hat. Und wenn wir alle im selben Boot sitzen würden, dann wäre es ein undichtes Boot, bei dem nicht jeder Mensch gleich gut gerüstet ist. Und diese Krise unbeschadet zu überstehen. Entscheidende Faktoren des Überlebens sind Privilegien. Und Privilegien zu verschleiern bedeutet es, auf Kosten des Überlebens anderen zu akzeptieren. ist die Selbstreflexion über die eigene gesellschaftliche Position, um die eigene Komplizität in unterdrückten Systemen wie Rassismus, Sexismus, Ebulismus, Homophobie, Islamophobie, Klassismus und alle Ismen und alle Phobien anzuerkennen und wiederum in proaktive und potenzielle transformative Wege zu verstehen und zu begreifen. Wir genießen Privilegien in einigen Kontexten und unterdrücken in anderen. Wir nehmen zu verschiedenen Zeiten entweder dominanten oder untergeordnete Machtpositionen in Bezug auf verschiedene Individpositionen in Bezug auf verschiedene Individuen und in Bezug auf verschiedene Kontexten ein. Dabei müssen wir uns auch gleichzeitig fragen, wann nützen wir unsere Privilegien, um uns einen Vorteil daraus zu verschaffen. Nützen wir diesen Vorteile für uns selber oder um unsere solidarische Beziehungen zu stärken? Im Rahmen unserer Arbeit, die einzige Kategorie, die wir als Lehrende gemeinsam haben und die uns von Kursteilnehmerinnen unterscheidet, ist Klass und somit Bildung. Die Beziehung Lernende-Lernende ist eine, die von asymmetrischen Machtverhältnissen geprägt ist. Ferner können wir diese Privilegien nicht beliebig aufgeben, dass sie per Definition inhärente Vorteile, die auf Unterdrückungssysteme basierend sind. Privilegien werden niemals verschwinden, bis die Systeme, die in unserer Gesellschaft die Unterdrückung verursachen, verschwinden. Zentrale zu unserer Praxis ist die pädagogische Reflexlexion. Sei es in solche Räume, in Selbst-Evaluation, in Diskussionen, in Weiterbildung und so weiter. Es wird versucht, die Machtverhältnisse zwischen Lehrende und Lernende nicht zu verleugnen, sondern die gegebenen Verhältnisse zu hinterfragen und vor allem die eigene Verstricktheit in unterdrückende Systeme zu analysieren und dabei so wenig Gewalt wie möglich hier zu reproduzieren. Darum sind wir heute da. Unmögliche Selbstreflexion und Anerkennung von Privilegien würden jede Bestrebung nach einer politischen Solidarität unmöglich machen und wäre zum Scheitern verurteilt. Jetzt die Zeit, oder? Mache ich. Woran unterscheidet unsere Kurse von Kursen, die von anderen Bildungseinrichtungen eingeboten werden? Was macht uns aus? Praxis, Theorie, Haltung, Analyse und Kritik trotz immer enger Spielraum. Aber wir schaffen Spielraum. Wir wollen diesen selbstorganisierten Verein weiterhin führen, nicht bloß, um unsere Lohnarbeit zu sichern, sondern für die Weiterführung und Schaffung von Räumen wie dieser Sommer Bildungswochen für Diskussion, Reflexion und Handeln, um neue Wege zu Veränderungen zu schlagen und weiterhin Grenzen des Möglichen immer wieder und weiter zu verschieben. Weiter, weiter, weiter, aber nicht allein, denn wir sind viele und wir lassen keine zurück. Danke. Vielen Dank, Kim, für deinen tollen Input, wo du uns auch nochmal deinen oder auch euren kollektiven Zugang zu kritischer Bildungsarbeit verdeutlicht hast mit einigen Beispielen. Vielen Dank dafür. Ich würde jetzt gerne Celine einladen, falls du schon vielleicht Fragen hast an Kim direkt, einzusteigen in die Diskussion. Falls noch nicht, könnte ich sonst auch etwas reinwerfen, aber es wurde ja schon ganz vieles genannt und ich glaube, ihr arbeitet auch dann doch irgendwie in recht ähnlichen Kontexten. Also, bitte. Ja, danke erstmal, Kim, für den Einblick in eure Arbeit, die ich ja auch vorher gar nicht kannte, weil ich ja im deutschen Kontext bin. Aber ja, also ich bin total, also wir hatten ja eben schon mal so ein Vorgespräch, wo ich schon mal die Arbeit so ein bisschen kennengelernt habe und wo ihr beschrieben habt, und das kenne ich von EOTO auch, eben dieser Konflikt, der entsteht mit dem Staat, wenn der Staat bestimmte Sachen vorhat mit den Migranten oder mit den Schwarzen oder so und irgendwie eben ihre Demokratiearbeit machen wollen, die einerseits ideologisch ist, wir haben ja total viel gemacht, und auf der anderen Seite auch eben so bestimmte Gruppen dann in bestimmte Positionen bringt und so, also es gibt da ja dann eben auch Interessen irgendwie, die mithängen. Und eben es sind ganz, ganz starke neoliberale Tendenzen, die der Staat dann über diese Graswurzelorganisationen als Dienstleister, das meinte mal ein Kollege von mir, wir werden DienstleisterInnen vom Staat. Und das ist halt eine Position, die immer sehr, sehr frustrierend ist. Und deshalb finde ich das halt total wichtig. Wir probieren das auch bei EOTO. Aber es ist halt die Macht des Geldes und der Finanzierung dann ist schon extrem stark. Also man muss ja dann bestimmte, das ist ja alles ganz formalisiert, die Berichte müssen so und so, da müssen dann die Begriffe rein und es ist dann natürlich ganz wichtig zu überlegen, okay, welche Begriffe lassen wir dann wirklich in unsere Praxis und welche benutzen wir, damit die Finanzierung funktioniert. Und das sind interessanterweise auch Sachen, die halt die Projekte in afrikanischen Kontexten, die durch die Entwicklungsgelder finanziert werden, die wir auch kennen. Also dass da auch eine ganz starke Arbeitsteilung ist, um halt sich so viel Freiheiten wie möglich zu verschaffen, aber trotzdem halt diese Abhängigkeit von dem Geld, um überhaupt das zu machen. Und das ist halt immer so eine ganz große Frage. Machen wir das jetzt? Nehmen wir das Projekt oder nicht? Beides hat seine Qualitäten und seine Probleme. Also wir beantragen Projekte. Also wir haben unsere Auftrag, wir haben unsere Vereinsstruktur, wir beantragen und natürlich ist es schwierig, eben so dieses enge, ist, dass und wo diese Reflexionsräume wichtig sind, was in einer Projektsprache ist, Projektsprache, aber was wir tatsächlich hier im Raum machen, hier in unserem Tun machen, da müssen wir aufpassen, dass wir, dass nicht reproduziert diese Projektsprache. Natürlich müssen wir die Projekte durchführen, aber ich kann sagen, momentan haben wir noch diesen Spielraum. Wir wissen nicht, wie es sein wird in der Zukunft. Es wird, wie ich gesagt habe, immer enger, aber ich denke, wir schaffen es so, uns zu verbreiten und irgendwie dieses Raum noch gerade, denke ich mir. Naja, und eben, was ich halt auch beobachtet habe, eben diese Reflexionsräume sind total wichtig und da auch darüber zu wachen, eben diese Reflexionsräume sind total wichtig und da auch darüber zu wachen, dass die immer wirklich da sind. Denn sonst, was ja auch oft passiert, ist, dass Projekte total überfordert sind, weil die einfach unterfinanziert sind. Es gibt dann so, ja, ihr könnt jetzt mal starten, oh ja, Antidiskriminierungsberatung für den Kulturbereich. Ja, wir geben euch eine halbe Stelle, gucken wir erst mal, wie es läuft. Und dann muss da eine Person so viel machen und dann ist man in so einem Teufelskreis, dass man bedient, bedient, bedient, aber dann irgendwie eben diese Reflexionsräume nicht hat und die sind aber eben extrem wichtig, um eben auch noch mal diese, das halt zu machen und sich Räume eben zu gestalten, wie du das beschrieben hast, in denen halt nicht eben über Integration und deutsch oder österreichisch werden wollen hinaus. Was ist unsere Position eigentlich dazu und was gibt es eigentlich noch für Erlebensweisen, die dann da sind und gestärkt werden können, um eine andere Praxis zu haben? Ich glaube eben, das spricht mehrere Sachen, mehrere Aspekte an. Wir sprechen über die tagtägliche operative Arbeit, aber es gibt auch diese politische Arbeit. Und diese politische Arbeit ist nicht bezahlbar. Und wir können nicht erwarten, dass wir, also das überspringt, dieser Projekt. Ja, das geht nicht ins Projekt. Das kann auch nicht sein. Und natürlich gibt es auch diese Frage, was ist bezahlte Arbeit, was ist Ausbeutung, aber wo hört es auf? Wie solidarisieren wir miteinander, um dieses Tun, um dieses Unterfangen voranzutreiben. Aber ich denke, hier ist es auch so, dass es eine wesentliche Frage ist, genau, was ist diese Lohnarbeit? Und da habe ich eben auch gesagt, wir machen das nicht nur für Lohnarbeit. Das ist möglicherweise auch, wenn es natürlich, wir haben unsere, meine, das will ich nicht verleugnen, ja, das sind Arbeitsplätze hier. Wir haben sehr viele Arbeitsplätze, wir haben 27 Leute, die darauf abhängig sind. Das will ich auch nicht ausblenden. Nur, es ist nicht nur ein Verein, die Kurse anbieten. Das, denke ich mir, macht uns aus. Dieser Anspruch etwas mehr, dieser Anspruch an politische Solidarität oder politisch-kritische Bildungsarbeit überspringt den Rahmen der bezahlten Arbeit. Ja, genau. Das ist dann eben wieder diese Community-Arbeit, eben die auch nicht bezahlbar ist, politische Arbeit, und die auch nicht bezahlt werden sollten, weil dann gibt es halt einfach auch ein Interesse an Kontrolle dessen, was dann die Vereine machen. Und das ist dann auch oft eine Diskussion, wenn dann die Geldgeber sagen, ja wie, also das Projekt machen wir und da sind wir uns einig. Wir haben uns gemeinsame Ziele entdeckt und wir haben einen Vertrag zu laufen. Wir haben Bewilligung von Projektgeldern und wir müssen das liefern und dazu haben wir uns geeinigt. Aber der Rest ist auch Vereinssache. Und manchmal überschreiten die auch so ein bisschen die Grenze und da braucht man halt eben dann auch einfach so Rückgrat und auch so, nein, also das lassen wir uns jetzt hier nicht sagen und eben um dieses, um sich nicht zu sehr davon dominieren zu lassen, aber natürlich versucht, wird das auch versucht, ja. Ich hätte eine Frage, ich fand es sehr interessant, ich mache eine eine Frage. Ich fand es sehr interessant. Ich mache eine ganz woanders. Ich weiß nicht, wie viel Zeit haben wir? Okay. Ich sage es vielleicht auch für alle, die das jetzt nicht hören könnten. Wir haben noch eine gute halbe Stunde Zeit. Wir werden eine Pause machen dazwischen dann. Also vielleicht einfach nach deiner Frage oder so, eine kurze Unterbrechung und dann kommen wir nochmal zurück. Okay, danke. Du hast gesprochen über das Dilemma mit Bildung. Was Bildung reproduziert. Was machen wir? Sagen wir, das reproduziert Ungleichheiten und verstärkt das Klassismus und die Klasse im Unterschied. Was machen wir? Sollen wir uns nicht ausbilden lassen? Und das ist auch meine Frage. Was machen wir mit diesen Privilegien, die wir haben? Wie gehen wir damit um? Wie ich gesagt habe, die sind nicht zu verschwinden. Wir können sie nicht beleugnen. Sie sind da. weil natürlich bin ich dafür, dass jede Person, die diskriminiert wird, die gleichen Chancen hat und eben Bildung ganz wichtig ist, um Chancen zu haben, zu einem bestimmten Einkommen zu kommen. Also langfristiger Vision, also das sind natürlich so die Leben, die jetzt da sind. Aber ich glaube, parallel dazu müssen wir langfristig auch überlegen, was für eine alternative Gesellschaft wir wollen. Also im Moment sind eben die Zwänge des Staates und eben die Sicherung des eigenen Unterhalts, ich meine, es machen nicht umsonst. Leute lassen sich ausbeuten und arbeiten unter dem Mindestlohn und so weiter und so fort. Also es scheint ja einen Grund zu haben und so. unter dem Mindestlohn und so weiter und so fort. Also es scheint ja einen Grund zu haben halt eben Personen jeder Klassenzugehörigkeit und jeder Vision für sich auch sich entfalten kann. neoliberale Modell sein. Aber natürlich gerade als Person, die selber jetzt irgendwie so Bildung im Überschuss hat und dann auch noch an der Uni arbeitet, also das ist ja überhaupt nicht meine Position zu sagen, was andere Personen machen sollen. Und ich weiß halt auch, dass natürlich eben, darüber hatten wir auch gesprochen, diese funktionale Alphabetisierung oder der funktionale Beherrschung der Sprache, ein bisschen wissen, wie funktionieren die Deutschen oder die Österreicher, worauf muss ich achten, einfach um gut zu navigieren, ist ja auch eine Machtressource und das ist natürlich wichtig. Und das ist auch, glaube ich, sollten wir natürlich nicht aus so einer Überheblichkeit, ja, das braucht ihr alles nicht, vor allem, wenn man es selber auch die ganze Zeit praktiziert, ja, das ist ja, wer Macht vermeiden, aber eben, so unterschiedliche Projekte und ich denke, es gibt sehr viele Gruppen und eben, da sind halt afrikanische Feminismen und Afrofeminismen auch so interessant, die nochmal auch zurückgehen und zeigen und darauf schauen, ja, was gibt es eigentlich für afrikanische Modelle, die in den Grassroots auch die ganze Zeit die Kolonisierung überlebt haben oder auch in der Kolonisierung im Widerstand sich entwickelt haben, um halt anders, um einfach so weiterzuleben. Also ich denke, dass ganz viel Sichtbarkeit ist einfach auf diese Gebildeten und so unter Aktivisten auch so dieses Gap zwischen denen, die machen dann so die Opfer rassistischer Polizeigewalt. Da geht es halt ganz stark, ja, du wurdest kontrolliert von der Polizei und so weiter. Also da wird geflastert oder in der Beratung, da wird geflastert. Und dann wird aber parallel und jetzt auch durch Black Lives Matter, auch in der COP jetzt mehr auch nochmal über die Funding der Police und so weiter. Also nochmal so langfristigere Perspektiven. Aber das geht auch nur, wenn genug Leute da sind. Weil solange nicht genug Leute da sind, müssen wir uns um jetzt kümmern. Und genauso wie die Person, die sagt, ja, ich brauche jetzt Bildung, weil ich brauche jetzt einen Job und ich brauche jetzt ein Einkommen. Also das ist halt irgendwie so das Problem. Wir sind so viel beschäftigt mit dem Jetzt. Und ich denke aber als so gebildete, also Leute, die so BildungsteilnehmerInnen sind und daraus auch eben Einkommen und Macht schöpfen oder sich eine starke Position in der Gesellschaft und Freiräume schaffen, diese Freiräume halt zu nehmen, um halt mehr politisch zu arbeiten. Also andere Leute, die halt dann eben viel zu viel arbeiten müssen oder eben keine Stimme haben. Also aber dafür brauchen wir natürlich viel Austausch. Man kann halt nicht in seiner Blase bleiben. Und ich meine, ich finde das ja auch super interessant, wie du meintest, dass bei euch sind ja voll viele Personen, MigrantInnen und Personen, die jetzt nicht eben diese deutsche oder europäische westliche Bildung, formale Bildung haben. Und bei EOTO total wenig. Also da seid ihr ja schon mal an einer Schnittstelle, die dafür ganz wichtig ist. Und EOTO zum Beispiel muss halt ganz stark darauf hinarbeiten. Das ist Teil, weil EOTO hat sich auch immer gedacht, dass diese antikolonialen Beziehungen total wichtig sind. Und die muss man aufbauen. Also man muss halt in Kontakt miteinander treten, reden. Also die Generation, die hier geboren sind und die Leute, die gekommen sind oder auch kommen, die müssen halt einfach die ganze Zeit sich austauschen, um halt zu sehen, worum geht es eigentlich? So, was müssen wir jetzt machen? Aber ist es auch so mit Lyoto eben auch auf dieses Konzept eben so, du hast es eben einmal erwähnt, über dieses Leadership-Programm, eben das, diejenigen, die sonst... Das ist halt ein Druck, den wir bekommen vom Staat. Es gibt halt so, dass da ein ganz starkes Interesse gibt daran, eben so interessante schwarze Persönlichkeiten zu fördern, die dann eben eine Rolle spielen und dann für alle Schwarzen sprechen und so weiter. Aber es geht jetzt nicht darum, dass jetzt irgendwie der rassifizierte Kapitalismus oder das Migrationsregime abgebaut wird. Und da muss man dann eben politische Arbeit leisten und sich das natürlich als Verein auch immer bewusst machen. Aber ich glaube, eben diese Graswurzelverbindungen und diese Räume, in denen darüber gesprochen wird, wie man sich halt auch sonst noch organisieren kann, sind wichtig. Und gleichzeitig ist natürlich für so einen Verein wie EOTO, der sehr viel Sichtbarkeit hat, ganz wichtig, darauf hinzuweisen. Also weil wir dadurch auch irgendwie so eine Sicherheit auch haben. Es erinnert mich eben aus den USA, wir haben eben so dieses Uplift as you climb. Also so praktisch. Dieses Projekt, der soziale Aufstieg der Bildung. Projekt, der soziale Aufstieg der Bildung und dann nimmst du ein mit, so praktisch dieser Body System. Genau. Da weiß ich nicht, ob das... Da frage ich mich, ob das aufgeht auf wirklich einer kollektiven Ebene. Genau, weil da ist ja eben, also es gibt ja keine Kritik am System an sich. Es geht einfach nur darum, dass wir alle oben sind. Aber das wird nie funktionieren, weil das oben ist abhängig vom unten. Also der Aufsteiger, die Mittelklassen, die bürgerliche Welt, die Reichen, der Reichtum, das ist abhängig von der Unterdrückung, die sich heutzutage in der rassifizierten, vergeschlechtlichten Arbeit stattfindet. Deshalb wird das niemals eine Lösung. Aber natürlich, also wenn wir uns in Sicherheit bringen und ich glaube, das ist auch so ein bisschen das, was Bell Hooks so ein bisschen beschrieben hat, sich in Sicherheit bringen durch ökonomische Stabilität. Ich kann essen, ich kann schlafen, ich kann mein Kind in Ruhe, dass es Kinderschuhe hat im Winter, dass ich das auch Klassenreise schicken kann und so weiter. Also das sind ja irgendwie, also sich in Sicherheit bringen und dann gucken wir weiter. Und aber dann eben, aber nicht halt so ganz nach oben gehen. Also dass man nicht immer so denkt, ah, ich kann jetzt noch weiter, ah gut, jetzt kann ich noch mal weiter, ah ja gut, jetzt kann ich noch mal weiter. Dann geht es überhaupt nicht auf. Genau, genau, also so Karriereorientierung vielleicht so in Frage stellen. Ich meine, ja, sorry, es muss sich jetzt, also ich meine, es wäre auch ein bisschen jetzt peinlich, das zu sagen und gleichzeitig halt wissenschaftliche Mitarbeiterin zu sein. Wie auch immer. Da komme ich jetzt eh nicht mehr raus. Aber wir haben ja von Anfang an gesagt, dass es auch um Widersprüche und Spannungsfelder in dem Bereich der Bildung geht und das ist einer von ganz, ganz vielen verschiedenen, würde ich mal sagen.