Guten Abend im Stifterhaus, meine sehr geehrten Damen und Herren. Es ist mir eine große Freude, Sie heute Abend hier im Stifterhaus begrüßen zu dürfen, zu einer Buchpremiere, die ganz klar vor Augen führt, wofür dieses Haus, das Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich und insbesondere das in diesem Institut ansässige Oberösterreichische Literaturhaus steht. Nämlich für die Präsentation zeitgenössischer Literatur mit einem besonderen Fokus auf Literatur mit Bezug zu unserem Bundesland. Eine Oberösterreicherin kontaktiert einen oberösterreichischen Verlag mit der Idee, eine Anthologie mit Erzählungen von Oberösterreicherinnen zu machen. So ehrgeizig wie simpel muss man sich wohl den Auftakt des heute zu präsentierenden Bandes, der als Titel eine Zeile der oberösterreichischen Landeshymne trägt, vorstellen. Anhand der Programmatik und des Titels »Wann's nicht fortmust, so bleib« könnte manch einer auch gleich einem Denkfehler unterliegen und hinter diesem Buchprojekt eine erhöhte Provinzialität, eine regionale Engstirnigkeit oder gar unreflektierte Heimat-Tümelei wittern. Nichts könnte falscher sein, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn du nicht fort musst, so bleib? So lautet der exakte Titel des Bandes, der heute bei uns Premiere feiert. Die jüngste und die älteste Beiträgerin trennen annähernd 60 Jahre. Und damit verbunden unzählige Erfahrungen und hoffentlich gewonnene Einsichten. Müßig zu erwähnen, dass auch die aktuellen Lebenswirklichkeiten der Autorinnen dreier Generationen zwangsläufig verschiedene sein müssen. die Intention dieses durchaus originellen Buchprojekts, ist dieser Band eben gerade nicht die Abbildung einer hermetisch abgeriegelten und stilisierten Regionalität, sondern vielmehr der Versuch, die vielfältigen Themen, Lebens- und Imaginationsräume, die in Verbindung mit Begriffen wie Heimat, Herkunft und Identität stehen, aus der Perspektive von Autorinnen verschiedener Alters, verschiedener Herkunft und mit verschiedenem Hintergrund zu zeichnen. Auf der einen Seite ist es also in der Tat so, dass es Oberösterreichischer als heute Abend im Grunde nicht mehr zugehen kann in der Literatur. Auf der anderen Seite sehen wir aber gerade durch Projekte wie dieses, wie vielfältig und unterschiedlich wir alle, die sich einer Gemeinschaft zurechnen, in Wirklichkeit doch sind. Und das, obwohl wir von hier stammen, hier leben oder eine andere enge Zugehörigkeit zu unserem Bundesland haben. Bundesland haben. Die alles andere als einfache Aufgabe, diese einerseits gemeinschaftlichen und dabei andererseits doch höchst individuellen Aspekte im Rahmen von kulturpolitischen Überlegungen zusammenzudenken, obliegt dem für Kultur zuständigen Referenten, über dessen Kommen am heutigen Abend wir uns besonders freuen. Herzlich willkommen, Herr Landeshauptmann Thomas Stelzer. Danke fürs Kommen. Es ist natürlich kein Zufall, dass diese Buchpremiere in zeitlicher Nähe zum Internationalen Frauentag stattfindet. Steht diese Anthologie doch nicht nur im Zeichen Oberösterreichs, sondern darüber hinaus vor allen Dingen im Zeichen von Autorinnen aus Oberösterreich. Daher freut es mich, eine Vertretung des Frauenbüros der Stadt Linz begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen, Frau Anne Brack. Wie eingangs erwähnt, ist der Band, wenn es nicht fort muss, so bleib, in einem oberösterreichischen Verlag, genauer in einem oberösterreichischen Traditionsverlag erschienen, dem in der dritten Generation geführten Traunerverlag mit Sitz in Linz. Besonders erwähnenswert ist dies deshalb, weil Literatur üblicherweise im Gegensatz zu Bildung, Universität, Recht, Sachbuch und Gastronomie nicht zu den Kernbereichen des Trauner Verlags gehört. Wenn ich jetzt also den Eigentümer und Geschäftsführer sowie die für diesen Band zuständige Lektorin des Verlags bei uns begrüße, dann auch gleich mit dem Hinweis, dass ein weiterer gut geführter Literaturverlag unserem Bundesland wirklich gut zu Gesicht stünde. Herzlich willkommen, Rudolf Trauner und Regina Jaschke. Weil aus ihrer Idee Realität geworden ist, trägt sie sozusagen die Verantwortung dafür, dass wir uns alle heute Abend hier eingefunden haben. Neben der Herausgeberschaft hat sie auch einen literarischen Beitrag geleistet. Ich darf die Herausgeberin des Bandes im Stifterhaus begrüßen. Herzlich willkommen, Christa Brammes-Huber. Am allerbedeutsamsten jedoch sind ohne Zweifel jene 32 Autorinnen, die für dieses Projekt jeweils einen eigenen literarischen Text beigesteuert haben. Viele von ihnen sind heute hier, um der Buchpremiere beizuwohnen. Stellvertretend für alle Autorinnen darf ich jene drei begrüßen, die später aus ihren Texten für uns lesen werden. Herzlich willkommen Verena Dolowei, Marion Wiesinger und Marlene Gölz. Zu guter Letzt darf ich unsere heutige Moderatorin und die musikalische Begleitung des Abends willkommen heißen. Wie könnte es anders sein, bleiben wir auch hier ganz oberösterreichisch. Herzlich willkommen Christine Heiden und Marlene Duschlbauer. Ich wünsche uns einen anregenden und interessanten Abend und darf Landeshauptmann Thomas Stelzer uns seine Grußworte bitten. Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, dass das Stifterhaus als das Haus der Literatur und für Literatur in Oberösterreich auf Neuhochdeutsch würde man sagen, diese Buchpräsentation heute hosten darf. Aber ich finde auch beherbergen wäre ein schönes Wort oder ihr Raum und Platz geben genauso gut. Ich möchte es aber deswegen an den Beginn stellen, weil ich es für sehr bedeutend halte und ich freue mich darüber und ich bin sogar stolz darauf, dass das moderne Land Oberösterreich ein derartiges Haus hat und auch anbieten kann, wo Literatur und Bücher im Mittelpunkt stehen. Modern sind wir, weil wir bei allen technologischen Neuentwicklungen dabei sind, zum Teil mit dabei sein müssen. Zurzeit ist das, was in aller Munde geführt wird, die künstliche Intelligenz. Ich glaube aber, hier im Haus zeigt sich oder wird erlebbar, was wir Menschen, und vielleicht ist es naiv, aber ich bin überzeugt davon, immer den Technologien voraus haben werden, dass wir nämlich Gefühle haben und dass wir uns etwas ausdenken können, es niederschreiben können und andere damit auch beschäftigen können, die dann daraus wieder ihre Gedanken spinnen und ihre eigenen Welten erfinden. Und das wird etwas sein, was uns persönlich immer guttun wird. Es ist aber mit Sicherheit auch etwas, was der Entwicklung des Landes Oberösterreich sehr, sehr gut tut. Und darum freue ich mich, dass wir in unserem Stifterhaus hier diesen bedeutenden Abend miteinander begehen können. Ich möchte auch unserem Team im Stifterhaus sehr herzlich danken für die Arbeit, die hier geleistet wird. Und ganz besonders natürlich dem Trauner Verlag, der dieses Werk hier ermöglicht hat, neben der Herausgeberin Frau Brameshuber. Das Stifterhaus ist, und viele von Ihnen sind ja oft dabei, eine Möglichkeit, dass wir Texte, Bücher eben der Öffentlichkeit zugänglich machen, die Auseinandersetzung damit anbieten. Und mit diesem neuen Buch wird ein sehr starkes weibliches Gesicht oder viele weibliche Gesichter der oberösterreichischen Literatur hinzugefügt, erfreulicherweise. Und es sind viele Geschichten über unser Land, wie es ist, gesehen wird, wie es vielleicht sein sollte oder was an ihm vielleicht nicht so ist, wie sich manche das vorstellen. Ich kann jetzt nur darüber spekulieren, weil ich es noch nicht gelesen habe, nur von außen in Händen gehalten habe. Aber auf jeden Fall ist es mit Sicherheit ein Bogen, der auch wieder über unser Land gespannt wird, dass es ein sehr vielfältiges ist. Und in diesen Tagen, wo es auf der Welt, man könnte es ein bisschen flapsig formulieren, drunter und drüber geht, glaube ich, denken sich schon sehr viele, dass wir es ziemlich gut erwischt haben, dass wir hier daheim sein können in Österreich, in Oberösterreich. Und da möchte ich aber anfügen, dass mit dem gut erwischt die Sache eigentlich auch nicht ganz richtig getroffen ist. Denn es ist nicht alles nur geschenkt oder hat sich nicht von selber eingestellt, wie wir hier leben können, sondern da haben viele dazu beigetragen, mit ihren Leistungen, auch mit ihren Ideen, mit ihren Werken, die sie einbringen. Und es so gestaltet, dass wir ein sehr breites, gutes, gesamthaftes Leben voller Lebensqualität und Wohlstand hier haben. Und da gehört die Kultur ganz besonders dazu. Beigetragen haben, beitragen, das hat damit zu tun, dass man auch immer etwas fortentwickelt. In meinem Gewerbe bekommt man oft vorgehalten, zum Beispiel von unseren Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, ihr mit euren Reformen dauernd, daauernd muss sich was ändern, immer ist was neu. Weil es doch eh so gut läuft oder weil es uns gerade eh so gut geht. Ich glaube, eine Erfahrung, die alle von uns machen, ist, dass leider unsere Welt und damit auch unser Menschsein so angelegt ist, dass wir am Ende eigentlich gar nichts festhalten können, so wie es ist. Wir können den Augenblick genießen, wenn es darauf angelegt ist, uns damit auseinandersetzen, aber wenn wir wollen, dass wir uns gut entwickeln können, einen guten Lebensentwurf haben, dann müssen wir uns eigentlich immer weiter bewegen und die Kunst und ganz besonders die Literatur ermöglicht uns das, dass wir uns auch für uns selber weiter bewegen können. Nicht im Sinne eines ständig krankhaften Getriebenseins, aber im Sinne eines Weiterwohlens, damit es vielleicht auch besser werden kann. Und insofern sehe ich auch die Auseinandersetzung mit Büchern, mit Literatur. Ich freue mich sehr, dass dieses Buch jetzt dazu kommt und sicher etwas ganz Besonderes auch für die Literatur, Szene und Geschichte unseres Landes ist. Zum Titel muss ich natürlich Bezug nehmen, weil ich mir nicht sicher bin, ob noch jemand im Saal ist, der so oft wie ich in der Woche diesen Satz auch wirklich singt oder sagt. Also ich kann so im Schnitt zwischen 25 und 50 Mal die Landesfilmne pro Woche anbieten. Vielleicht ist wer da, der sie mindestens so oft singt. Ich möchte aber das schon mit Bedeutung sagen, weil ich so gestrickt bin, dass für mich trotzdem jedes Mal ein kurzer, erhebender Moment ist, weil es einfach ein Identifikationsmerkmal für unser Land ist. Und weil gerade diese Textstrophe in der dritten Strophe, wenn es nicht fort muss, so bleibt, wenn man sich nur oberflächlich damit auseinandersetzt, auch missverstanden werden könnte. Zumindest nach meiner Deutung, so nach dem Motto, die wollen immer nur unter sich bleiben und nur am Ort und ja nicht hinaus. Also ich habe das bisher immer so verstanden und ich hoffe, das Buch belehrt mich nichts anderes oder keines Besseren sozusagen, dass ich aus dem Satz Freude schöpfen kann, dass wir es schön haben, dass es gut ist, hier daheim zu sein, dass mir das aber auch durchaus Kraft oder Neugier einpflanzt, hinauszugehen und dann wieder zurückzukommen und zu sagen, eigentlich schöner ist es schon da als anderswo. Aber dieses, aber dieses, das muss einfach sein vom Berufswegen, aber dieses, aber dieses Hinausgehen auf das Neue sich einlassen, das steckt für mich als Basis, so quasi, wenn man will, sich mit dem traditionellen Auseinandersetzens mittendrin. Daher freue ich mich sehr, dass wir dieses Buch präsentieren können. Lieber Rudi Trauner, lieber Trauner Verlag, liebe Frau Brameshuber, liebe Autorinnen, liebes Team vom Stifterhaus, herzlichen Dank, dass ihr uns diese Gelegenheit bittet. Ich wünsche uns einen schönen Abend, dem Buch vor allem wünsche ich aber viele interessierte Leserinnen und Leser, die es sicher haben wird. Alles Gute. Applaus So, einen wunderschönen guten Abend. Ich freue mich sehr, dass ich auch heute hier sein darf und mit Ihnen oder zu Ihnen sprechen kann. Mein Name ist Anne Brack, ich bin vom Frauenbüro der Stadt Linz und habe die Ehre, hier auch ein bisschen beitragen zu dürfen, eben zu dem Buch. Ich habe mich sehr gefreut, wie Sie damals auf mich zugekommen sind und einfach mich angesprochen haben, ob wir da nicht ein bisschen zusammenarbeiten könnten. Das Frauenbüro ist Ansprechpartnerin für alle Linzerinnen, ob sie nun fortgegangen sind oder zurückgekehrt sind, zufällig in Linz gestrandet oder gezielt hierhergezogen sind, ob sie schon lange hier leben oder erst seit ein paar Wochen. Und ob sie die Oberösterreichische Landeshymne kennen oder nicht. Wir sind für alle da. Wenn es nicht fort muss, so bleib. Kann ich so sagen, aber für mich ist eigentlich das Wichtigste bei dem Titel das Fragezeichen. Wenn es nicht fort muss, so bleibt. Es öffnet das Thema und es lässt Fantasie sowie unterschiedliche Zugänge zu. Ich habe das Buch gelesen am Wochenende, da war ich gerade unterwegs und das fand ich einfach sehr interessant, weil da war ich nämlich gerade dabei wegzufallen, wieder zurückzukommen. Also insofern hatte ich wieder neue Fantasien dazu. Ob es die Sehnsucht nach einem Zuhause ist oder das Gefühl der Fremde mit dem Begriff Heimat. Kommt immer so ein bisschen darauf an. Für mich als jemand, ich komme nicht aus Österreich, sondern ich bin auf einem ganz anderen Kontinent geboren. Und ich habe in mehreren Ländern gelebt und bin dort aufgewachsen. So ist die Suche nach meinen eigenen Wurzeln eigentlich immer lebensbegleitend. Immer so die Frage, was ist meine Heimat? Wo sind meine Wurzeln? Was bedeutet Heimat? Deswegen hat mich das Buch sehr angesprochen und ich habe immer die Frage gestellt, gibt es vielleicht mobile Wurzeln? Ich hätte nicht gewusst, wo zu bleiben, außer in dem Moment, in dem ich gerade wo bin. Also insofern sind meine Wurzeln immer in mir, habe ich mir gedacht. So habe ich mich gefreut über ein Buch mit 32 Geschichten von Autorinnen über das Kommen und Gehen, über das Ankommen und Weggehen, über das Zuhause sein und sich fremd fühlen. Gemeinsam ist allen Autorinnen jedoch, dass sie einen sehr persönlichen Moment entstehen lassen mit ihren Geschichten. Dafür danke ich allen 32 Autorinnen sehr, sehr herzlich. Übrigens muss ein bisschen Werbung machen fürs Frauenbüro 4. Diese 32 Autorinnen sind Marianne von Wilmer, Preisträgerin für Literatur. Habe ich mich auch natürlich sehr gefreut. Angelia Flamm hat 2011 den Preis gewonnen, Gabi Kreslena 2015, Marlene Gölz hat den Preis gewonnen 2017 und 2023 hat Barbara Rieger den Marianne von Wilmer Preis für Literatur gewonnen. Dass diese Frauen, also sie auch wiederzuerleben, dann in so einem Buch wiederzuerleben, das freut mich natürlich besonders. Vielen, vielen Dank, Frau Brames-Huber, dass Sie auf mich zugekommen sind. Es sind immer sehr spezifische und ungewöhnliche Ideen, die Sie mitbringen. Aber sie sind auch immer sehr authentisch, was ich besonders mag. Und durch ihre Bücher werden diese besonderen Ideen immer real. Also das ist ja auch was, man kann ja immer spinnen, aber dass die wirklich dann real werden und unseren Blick auf Dinge lenken, über die wir uns vielleicht sonst nicht so Gedanken gemacht hätten oder vielleicht nicht aus diesem Blickwinkel. So war es bereits bei den Buchstähler-Rebellinnen mit den persönlichen Geschichten aus dem Turmzimmer. Ich möchte mich bei Ihnen dafür sehr herzlich bedanken, dass Sie mich mitnehmen auf Ihrer Reise. Trauner Verlag bedanke ich mich sehr herzlich, dass Sie das Ganze eben auch begleiten und unterstützen und natürlich auch dem Stifterhaus. Und auch vielen Dank für die gute Zusammenarbeit und ich wünsche uns jetzt allen einen ganz, ganz, ganz schönen, wunderbaren gemeinsamen Abend. Dankeschön. Ich bin etwas kleiner als meine Vorgänger. Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, liebe Frau Brack vom Frauenbüro, sehr geehrtes Team vom Stifterhaus, verehrte und geschätzte Autorinnen, verehrte Damen und Herren. Es ist mir eine sehr große Freude, hier im Stifterhaus zu sein, als Herausgeberin dieses Buches, aber auch als Linzerin, die schon lange nicht mehr hier lebt. Gemeinsam möchte ich mit Ihnen unsere Anthologie feiern. Wenn ich das Buch in der Hand halte, sehe ich nicht nur eine Sammlung von Texten vor mir, ich sehe, was entstehen kann, wenn viele an eine Idee glauben und sie gemeinsam Wirklichkeit werden lassen. Im Mittelpunkt stehen 32 Autorinnen, die diesem Projekt ihre Stimme, ihre Fantasie und viel Zeit geschenkt haben. Und der Trauner Verlag, der von Anfang an an uns geglaubt hat und uns begleitet hat. Der Grundgedanke zu dieser Anthologie von Kurzgeschichten ist aus einer sehr persönlichen Motivation heraus entstanden. Seit vielen Jahren lebe ich in der Schweiz, doch trage ich Oberösterreich immer noch in mir, sprachlich, biografisch und emotional. Mit 18 habe ich Linz nach der Matura verlassen und bin nicht mehr zurückgekehrt. Das Studium führte mich nach Innsbruck. Dann bin ich anschließend in die Schweiz ausgewandert sozusagen und habe an der österreichischen Mission bei den Vereinten Nationen und bei der UNO gearbeitet. Dann folgten fünf Jahre in Paris und wieder Genf, 16 Jahre bei einer amerikanischen Firma im Bereich internationale Mobilität. Mein eigener Lebensweg war also von Bewegung geprägt, von Aufbruch, Ankunft, erneutem Weiterziehen vom Leben in mehreren Sprachen. Einen besonderen Perspektivenwechsel erlebte ich im Februar 2024, als ich eine Woche lang Turm-Ermetim im Mariendom war. Von 68 Meter Höhe auf seine Heimatstadt hinunter zu blicken, sie auf einmal ganz anders zu sehen, in Stille und mit Abstand, Sie auf einmal ganz anders zu sehen, in Stille und mit Abstand, hat mich für die Thematik Herkunft, Zugehörigkeit und Fremdsein abermals sensibilisiert. Dieses Spannungsfeld zwischen Weggehen und Bleiben, vielleicht auch ein Kennzeichen unserer Zeit, bewegt jedoch nicht nur mich. Die Autorinnen in unserem Buch, alle in Oberösterreich geboren oder sesshaft, setzten sich in ihren Geschichten mit genau diesen Fragen auseinander, jede auf ihre persönliche Weise. Aus dem Wunsch, diese vielfältigen Stimmen zusammenzuführen, ist das Buch entstanden, als literarische Auseinandersetzung mit Heimat und Identität. Der Titel, wenn es nicht fort muss, so bleib, geht auf die Zeile der oberösterreichischen Landeshymne zurück, die mir ewig in Erinnerung geblieben ist. Das Fragezeichen war mir wichtig. Es öffnet einen Dialog. Was heißt es zu bleiben? Was heißt es zu gehen? Die Autorinnen erzählen von Aufbruch und Rückkehr, von Zweifeln und Entscheidungen. Die Texte entfalten dabei überraschend vielschichtige Bilder von Heimat. Ein Satz aus Doris Kleumsteins Geschichte passt sehr gut zum heutigen Abend. Sie beginnt ihre Geschichte so. Meine Großmutter mütterlicherseits ist im Stifterhaus geboren. Susanne Huber verankert Heimat in der Landschaft des Mühlviertels. Renate Perfall wird, für sie wird Heimat zu einem konkreten Ort, nämlich dem Café Draxlmayr. Und in Gerlinde Regler Aspelmayrs Geschichte verkörpert Heimat eine Person, die Tante Rosi. Andere Erzählungen schildern Verlust und Veränderung. Claudia Thaller schreibt über das Verschwinden eines vertrauten Ortes der Linzer Eisenbahnbrücke. Ortes der Linzer Eisenbahnbrücke. Immer wieder spielen Großeltern eine wichtige Rolle als prägende Bezugsperson und als Brücke zwischen den Generationen. Johanna Czauca lässt ihre Großmutter fragen, ist Heimat hier auf Erden oder im Himmel? Corinna Antelmann formuliert, Heimat ist dort, wo ich bin. Dominika Meindl, die nach einigen Jahren in Wien nach Oberösterreich zurückkehrte, postuliert, man muss Oberösterreich nicht verlassen, sollte es aber zumindest für einige Jahre tun. Christine Mack meint, wer fortgeht, legt sein heimatliches Wesen Stück für Stück ab. Marlene Schachinger-Pusioll überlegt in ihrer Geschichte, was wir aus unserer Vergangenheit mitnehmen. Erfahrungen, Verletzungen, aber auch die Kraft, uns neu zu entwerfen. In Barbara Riegers Geschichte stellt eine Tochter die schlichte, aber große Frage an die Mutter, warum bist du nie fortgegangen? Neben nachdenklichen Tönen gibt es aber auch heitere Perspektiven. Katharina Riese entwirft einen Katalog von Sehnsuchtsorten. In Ingeborg Rauchberger-Speidag treffen sich Freundinnen alle zehn Jahre zur Matura-Feier wieder und ziehen ernüchtert Bilanz über ihre Lebenswege. Auch Carina Luger erzählt die köstliche Geschichte von George, der unbedingt nach Rom pilgern wollte, aber im Kobanauser Wald festgesessen ist. Mir war es ein zentrales Anliegen, unterschiedliche Generationen, und es wurde schon erwähnt, die jüngste Autorin ist 20, die reifste 80, sowie vielfältige literaturische Handschriften sichtbar zu machen und ihren gleichermaßen Raum zu geben. Die unterschiedlichen Perspektiven und Lebenswege verleihen dem Buch seine Lebendigkeit. Manche Autorinnen waren überrascht, wie viele Gedanken und Erinnerungen das Thema in ihnen wachgerufen hat. Kurzgeschichten eignen sich besonders für solche Themen. Auf wenigen Seiten öffnen sich ganze Lebenswelten. Ein Journalist aus der Neuen Zürcher Zeitung hat die Kurzgeschichte einmal als Hochseilakt der Literatur bezeichnet. Zwischen Kürze und Tiefe muss jedes Wort tragen, gerade darin liegt ihre besondere Kraft. In unserem Buch zeigt sich diese Kraft gleich 32 Mal. Das Thema Heimat ist derzeit ungewöhnlich aktuell. Doris Schmiedauer, Ehefrau des Bundespräsidenten und ebenfalls Oberösterreicherin, hat zeitgleich mit unserem Buch das Werk Land der Töchter Zukunftsreich in Anlehnung an die österreichische Bundeshymne veröffentlicht. Das zeigt, wie präsent die Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität heute ist. Die Texte unserer Anthologie wurden sorgfältigst lektoriert und alle Beteiligten arbeiteten mit großer Verlässlichkeit. Mein Kollege aus früheren gemeinsamen Anthologie-Projekten, Wolfram Schneider-Lastin hat mich dabei sehr unterstützt und ein erstes Lektorat übernommen. Den Autorinnen bin ich unendlich dankbar für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihre oftmals sehr persönlichen Geschichten. Ohne ihr Engagement gäbe es dieses Buch nicht. Und auch ohne die finanzielle Unterstützung von Kultur Oberösterreich und dem Frauenbüro Linz wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Dafür sage ich ganz herzlich Danke. Gleichzeitig haben wir 32 Autorinnen ohne Honorar mitgewirkt. Ich erwähne das bewusst, weil es auch etwas über die gegenwärtige Situation im Kulturbereich erzählt, darüber, wie sehr Idealismus gefragt ist und wie leicht wichtige Stimmen sonst ungehört bleiben. Kultur braucht Orte des Austauschs und eine Gesellschaft, die bereit ist, sie zu fördern. Wenn wir Kultur unterstützen, investieren wir in Geschichten, die Menschen verbinden und Perspektiven eröffnen. Und da habe ich gleich eine Idee. Unser Buch könnte als Repräsentationsgeschenk des Landes Oberösterreich dienen. Im Rahmen der Jugend- und Frauenförderung. Der Herr Trauner hat nichts davon gewusst. Viele fragen mich, was habe ich aus diesem Projekt gelernt? Vor allem eines, den Mut zu haben, Ideen auszusprechen und zu teilen, selbst dann, wenn sie am Anfang unrealistisch oder kühn klingen. Denn genau so beginnt etwas, das später Wirklichkeit wird. Ich freue mich sehr, die Anthologie heute mit drei großartigen Geschichten vorzustellen. Ich hoffe, dass das Buch anregt, über Herkunft, Wege und eigenes Verständnis von Heimat nachzudenken. Ich lade Sie ein, in die vielfältigen Texte einzutauchen und sie weiterzugeben. Oberösterreichischer Optimismus, der mir angeboren ist, getragen von weiblicher Stärke und Solidarität, kann viel bewegen. Ich freue mich jetzt schon auf unsere zweite Auflage. Vielen Dank, Frau Brameshuber. Dann ändere ich kurzfristig jetzt meine Einleitung und sage, wir präsentieren heute das künftige Repräsentationsbuch des Landes Oberösterreich. Vielen Dank. künftige Repräsentationsbuch des Landes Oberösterreich. Ich würde sagen, die ewigen Landeschroniken sind eh schon ein bisschen fad. Und hier gibt es eine Landeschronik der ganz neuen Art zu entdecken. Wir werden jetzt drei Autorinnen mit ihren Erzählungen vorstellen und ein kurzes Gespräch dazu führen. Alle drei haben eins gemeinsam, Sie haben es ja schon gesagt, es sind Oberösterreicherinnen. Ich nehme an, die meisten irgendwie hier geboren, weil man muss ja, wie bei den Schweizer Machern, Sie haben das ja vielleicht erlebt, dass in der Schweiz, wenn einmal diese Dialekthürde überspringen und diese Zeile überhaupt verstehen, oder? Wannst nicht fort, musst so bleib. Und dann kann man das ja auch noch in den verschiedenen Idiomen der oberösterreichischen Vierteln aussprechen. Das muss man ja erst alles verstanden haben und dann kann man auch darüber etwas schreiben, oder? Verena, du erlaubst mir. Die erste, die heute lesen wird, ist Verena Dolo, weil in Gmunden geboren, also aller dieser Dialektspielarten, darin firmenfreie Schriftstellerin, allerdings erst seit dem Herbst. Davor Juristin und Übersetzerin, als Juristin zuletzt, das ist ja auch interessant, wie wird man Schriftstellerin für Compliance bei den ÖBB zuständig? Etwas ganz anderes als das, worüber wir heute reden. ganz anderes als das, worüber wir heute reden. Verena Dolova ist jenen, die den Buchmarkt aufmerksam beobachten, schon aufgefallen. Sie wurde 2024 mit ihrem Buch Dorf ohne Franz für den österreichischen Buchpreis nominiert und hat da eine größere Aufmerksamkeit schon bekommen. Die Erzählung, die wir heute jetzt ausschnittweise hören werden, heißt Essen liefern. Vielen Dank für die schönen Worte und die Einführung. Herzlich willkommen und auch Dankeschön fürs Dasein. Ich lese einen Ausschnitt aus dem Text Essen liefern. Ich lese einen Ausschnitt aus dem Text Essen liefern. Beim nächsten Besuch ärgerte sich Eva, dass sie ins Abendessen hineinplatzte. Eva sah Richtung Bett der Mutter, die aufrecht vor dem Essen saß, daneben der Vater. Ich kann es aber nicht aufessen, sagte die Mutter noch bevor sie Eva begrüßte. Die Mutter trug ein Krankenhausnachthemd, das im Sitzen über die Knie rutschte, wie schmal sie geworden war. Eva dachte an die warmen Oberschenkel der Mutter, an denen sie als Kind die Füße unter der Decke gewärmt hatte, wie an einem Heizkörper, weich wie frisch gebackenes Brot. Ein Pfleger kam ins Zimmer. Frau Ruth, das sind Ihre Tabletten für heute Abend. Er überreichte der Mutter eine Schale mit drei Tabletten. Die Mutter, die sich bedankte und fragte, ob sie die gleich oder später einnehmen müsse. Das sei egal, meinte der Pfleger. Seine Stimme klang mild. Die Mutter, die sich in die Krankenhausumgebung eingefügt hatte, Integral, meinte der Pfleger. Seine Stimme klang mild. Die Mutter, die sich in die Krankenhausumgebung eingefügt hatte, hilflos nannte sie es, als wäre jeder Widerstand gebrochen. Der Vater drängte zum Aufbruch. Er leerte Wasser in das Glas der Mutter. Das musst du austrinken, sagte er wie zu einem Kind. Evas Vater schultete ihren Rucksack und drückte im Lift Tiefgeschoss. Der schwarze Wagen des Vaters glänzte. Eva wartete, bis er aus der Parklücke ausgepackt hatte und stieg auf der Beifahrerseite zu. Sie fuhren aus der Parkgarage ins Freie durch die Stadt, dann auf die Autobahn auf. Vielleicht ende ich dort, wo du begonnen hast, sagte Eva, im Buchhandel. Eva sah, wie der Vater lächelte. Hamito von Dodera habe ich damals im Havelka im Klo gesehen, sagte er. Thomas Bernhard habe ich auch kennengelernt in Wien. Frost. Es war wichtig für die Buchhändler, die Autoren persönlich zu treffen. Hat nicht viel geredet, der Thomas Bernhard. Ein scheuer junger Mann. Erinnerst du dich noch an die Buchhandlung in Linz? Fast alle haben zugemacht. Es gibt nur mehr ganz wenige. Er seufzte. Jeden Samstag bist du mit uns in die Buchhandlung gegangen und wir durften uns ein Buch aussuchen, sagte Eva. Das war schön, sagte der Vater. Sie fuhren von der Autobahn ab entlang der Bundesstraße und bogen auf den letzten Berg hinauf Richtung Siedlung. Mühsam wird das, wenn wir nicht mehr mit dem Auto fahren können, sagte der Vater. Das Essen und überhaupt alles kann man sich liefern lassen, sagte Eva. Das ja, sagte der Vater, aber das andere, meinte ich, wegfahren können, wann immer man möchte, wenn das einmal vorbei ist. Der Nebel wurde dichter und setzte sich am Boden fest. Mit den Scheinwerfern tastete sich der Wagen den Berg weiter hinauf bis zur Kuppe, auf der ihnen ein Auto entgegenkam, ein zweites, bevor sie in die Straße zur Siedlung einbogen. Aus der Stadt bin ich weggezogen, doch die Stadt zieht mir hinterher, sagte der Vater. Sie fuhren an den Feldern des Bauern am Graben vorbei. Erinnerst du dich noch an den Schnee? Damals seid ihr hier Schlitten gefahren, weißt du noch, fragte der Vater. Dass ihr der Graben tiefer, der Hang steiler vorgekommen war, sagte Eva. Ob das eine kindliche Verzerrung der Wahrnehmung gewesen sei? Nein, sagte der Vater, den Graben haben sie aufgeschüttet vor einigen Jahren. Eva öffnete den Kühlschrank. Der Kater strich um ihre Beine. Weintrauben sind da, sagte der Vater, und Äpfel. Magst du einen Apfel? Butter und Brot habe ich auch. Warum er so bescheiden, so sparsam sei, fragte sich Eva, wollte er nicht einkaufen gehen? Sie gab dem Kater Futter. Danke, das passt gut, sagte Eva. Möchtest du nichts mehr essen, fragte sie den Vater. Er schüttelte den Kopf und schaltete den Fernseher ein. Es wäre nett, wenn wir noch zusammensitzen und plaudern würden, auch wenn ich müde von der Arbeit bin, auch wenn du keine Lust hast, dachte Eva. Der Vater hatte sich bereits abgewendet. Die Bettdecke in Evas Jugendzimmer war kalt. Sie steckte den Heizstrahler an, er knisterte. Im Bett tippte sie eine Nachricht an Andreas. Kalt hier, ihr fehlt mir, bis morgen. Kuss, Emoji. Am nächsten Morgen hatte der Vater das Frühstück zubereitet. Tee, Kaffee, Semmeln, Butter, Marmelade. Joghurt habe ich auch im Kühlschrank, meinte er. Es sei aber abgelaufen. Das mache nichts beim Joghurt. Man könne es bedenkenlos essen. Eva nickte, schnitt sich Weintrauben und Apfelstücke zurecht, schüttete Haferflocken in eine Schüssel und ließ ihn heißen Wasser quellen. Sie fröstelte. Kalt ist es. Hast du eingeheizt? Ja, es ist kalt, sagte der Vater. Die Regulierung der Heizung war Sache der Mutter, so wie das Einkaufen. Die Ordnung, die es zu erhalten galt. Eva schnürte sich die Weste enger um die Hüften, auch der Vater war in eine dicke Jacke gehüllt. Die habe ich dir mal zu Weihnachten geschenkt, du trägst sie oft, freute sich Eva. Ja, die Jacke ist so angenehm warm und praktisch, ohne Ärmel, da habe ich die Arme frei und kann mich gut bewegen, er ruderte mit den Armen. Wenn Mama keine Kraft hat zu kochen, wenn sie zurückkommt aus dem Krankenhaus, wirst du dann kochen, fragte Eva. Nein, das Kochen fange ich nicht mehr an. Er schüttelte den Kopf. Da wäre mir ein Lieferdienst lieber. Der Vater trank Tee und war in sein Handy vertieft. Bist du einsam, fragte Eva. Er sah auf. Seine dunklen Augen wirkten traurig. Ja, es ist schon trostlos im Haus allein, sagte er. Du bist doch gern Erem kommst du zurecht, fragte Eva. Ja, ich habe Wäsche gewaschen, sagte er. Dankeschön. Der Text ist natürlich noch nicht aus an dieser Stelle, sondern nur die Lesung aus dem Text. Aber es bleibt ein Motiv in diesem Text und das ist diese Frau, die selbst schon Familie hat, dass die weggegangen ist aus ihrer Ursprungsfamilie und die jetzt durch diese Krankheit der Mutter wieder in die Ursprungsfamilie involviert wird, stärker als sie das geglaubt hat, auch emotional stärker als sie das geglaubt hat. War das die Assoziation auf das Motiv des Fortgehens, über Kindheit, über Elternhaus zu reflektieren? Ja, also ich war sehr dankbar für diesen Titel. Also ich finde wirklich, der eröffnet wahnsinnig viele Möglichkeiten. Und ja, es geht darum, dass es immer eine Rückkehr gibt, auch wenn man ganz woanders lebt. Man kommt zurück, man hat die Wurzeln, man wird konfrontiert mit neuen Umständen, mit Krankheiten, mit Alter, mit Vergänglichkeit, hat auch die eigene Familie und es leben Generationen nebeneinander. Und das macht schon was mit einem, wenn man dieses Bewusstsein hat, dass doch das Leben vergänglich ist. Und ein Motiv, das mir aufgefallen ist, das ist so ähnlich, wie wenn man Bekannte trifft oder das spiegelt sich in manchen Geschichten ja auch, die man länger nicht gesehen hat, dann sucht man zuerst einmal das Verbindende, das häufig in gemeinsamen Erinnerungen ist. Und in der Geschichte merkt man ja, dass da offenbar auch etwas distanz ist zwischen der Tochter und dem Vater, der Mutter. Sie sucht ja auch mit dem Vater Anknüpfungspunkte. Die Bücher zum Beispiel sind dann ein Anknüpfungspunkt. Die Erinnerungen an den Schnee, also man frägt sich das dann auch. Sind Bücher so etwas wie eine verlässliche Heimat? Absolut. Also die besten Begleiter fürs Leben. Ja, sie sind einfach treu und man kann eintauchen in Welten, die ganz andere sind. Man kann einen Raum gewinnen für sich auch und hoffentlich auch für andere ihn eröffnen oder Leute berühren, bewegen. Aber es kommt halt ganz aus der Tiefe, dieses Gefühl, sich ausdrücken zu wollen in der Form von Schreiben und Lesen gehört da genauso dazu. Also ohne die Bücher wäre es ein armes Leben, für mich zumindest. Das hat jetzt auch biografische Züge. Auch biografische Züge, ja. Also die Fahrpläne waren es nicht am Ende, sondern zu wenig Literatur. Genau, genau. Mit dem Vater hat man das Gefühl, entsteht über die Bücher, über dieses gemeinsame Zeitverbringen, sie kann ihn ganz gut einschätzen und ist eigentlich auch gnädig mit ihm. Sie möchte irgendwie mit ihm reden, aber sagt, naja, passt schon, so ist er halt, der Vater. Die Mutter kommt ja dann im zweiten Teil noch einmal ein bisschen mehr vor. Mit der Mutter tut sich die Erzählerin ein bisschen mehr vor. Mit der Mutter tut sich die Erzählerin ein bisschen schwieriger. Und mich hat das daran erinnert, dass wenn man diese Zeile der Landeshymne fortführt, dann heißt ja der nächste Vers, denn die Heimat ist ente, glaube ich, so spricht man das richtig, ich bin ja eine auch zugereiste Niederösterreicherin, denn die Heimat ist ente der Zweitmutterleib. Das ist ja eine, sagen wir mal, kulturtypische Idealisierung des Mutterleibes, oder? In der Geschichte wird es aber nicht mitvollzogen eigentlich, oder? Ich weiß nicht. Also was die Mutterrolle hier betrifft, ist eigentlich schon diese Umkehr der Rollen. Also dass man als Kind ja immer gewohnt ist, egal wie alt man wird, dass man irgendwie das Kind ist. Und die Eltern sind stark und die beschützen dich und die sind für dich da. Und wenn dann auf einmal Schwächen oder Krankheiten zutage treten, ist es ganz schwierig für das Kind, das zu begreifen, dass eben diese starken Figuren auf einmal schwächer sind. Und mit dem ist es sehr schwer umzugehen auch. auf einmal schwächer sind. Und mit dem ist es sehr schwer umzugehen auch. Also da muss man erst wieder seine Position finden, die man da hat. Ja, man muss stark sein und man muss ermutigen und ist auf einmal halt in der umgekehrten Rolle, dass man die stärkere Person ist. Also gerade was jetzt die Gesundheit betrifft in dem Moment zumindest. Wenn wir nochmal zu diesem Begriff der Heimat kommen, oder der Heimat, was konnotiert das für die Autorin Verena Tollerwey? Ich will jetzt etwas Abgedroschenes sagen, wie wo man ist mit Menschen und so. Ich will jetzt etwas Abgetauschenes sagen, wie wo man ist mit Menschen und so. Ich glaube, schon viel mit Orten, aber nicht nur realen, sondern auch jenen, die im Kopf entstehen und das liefern für mich die Bücher auch, also die Heimat, darum trage ich sie, das klingt jetzt pathetisch, mit mir oder im Kopf zumindest. Und wo man herkommt, ich glaube, an einem gewissen Punkt des Lebens holt einen das in irgendeiner Form ein. Es muss jetzt nicht immer eine Rückkehr sein, aber man hat halt die prägenden Jahre, Man hat halt die prägenden Jahre, die halt wirklich nur einmalig sind in der Kindheit und Jugend, die wahnsinnig intensiv auch sind und die man, glaube ich, schon bis ans Lebensende sehr intensiv auch mit sich trägt. Jetzt haben wir diese Seite reflektiert, die in der Geschichte stark eine Rolle spielt, reflektiert, die in der Geschichte stark eine Rolle spielt, die Tochter, die mit den betagten Eltern wieder umgeht und die dann auch zurückkehrt in verschiedenen Ebenen dieser Beziehung. Jetzt hast du selbst auch drei Kinder, die gerade eine Heimatprägung erleben. Ist diese Heimatprägung für deine eigenen Kinder ganz anders, denkst du? Heimatprägung für deine eigenen Kinder ganz anders, denkst du? Glaube ich schon, aber ich glaube, das hat nichts mit dem Ort zu tun, wo sie aufwachsen. Also in Wien war das die ersten zehn Jahre und jetzt in Niederösterreich, Klosterneuburg. Aber die Generation, die jetzt durch die Digitalisierung schon ganz anders aufwächst, als ich aufgewachsen bin oder auch meine Eltern. Also ich merke da auch, wir haben da schon drüber geredet heute, dass unser Spielzeug, das sehr einfach war, war eigentlich nicht sehr viel anders als das von den Eltern. Also man hat aus bestimmten Gegenständen einfach Spiele erfunden, man hat Leute nachgemacht, man hat geschauspielert, man hat aus der Natur ein Steckerl gesammelt, also man hat sehr viel Fantasie auch entwickeln können, das fehlt schon ein bisschen, glaube ich, aber es hat jede Generation ihre Zeit, also für die Kinder ist es wahnsinnig schön und prägend, glaube ich, so wie Sie jetzt aufwachsen mit dem Handy. Wobei man dazu sagen muss, jetzt wo die Regierung das Social-Media-Verbot bis 14 beschließt, werden die Steckerl vielleicht wieder attraktiver werden als Spielplatz. Vielen Dank, Verena Tollewey. Vielen Dank. Applaus © transcript Emily Beynon ¶¶ A. ¶¶ © transcript Emily Beynon ¶¶ I am the king of the world. ¦ © transcript Emily Beynon Vielen Dank, Marlene Duschlbauer. Wir hören Sie dann ja noch einmal. Ich darf jetzt begrüßen Marlene Gölz. Herzlich willkommen. Marlene Gölz ist auch in Linz geboren, war nie aber Turmeremitin. Nein, noch nicht. Dieses Erlebnis steht noch aus, die Heimatstadt. Momentan wird die Heimatstadt von Weizenkirchen aus besichtigt. Ja, so kann man sagen. Marlene Gölz ist freie Autorin, veröffentlicht in vielfältigen Belangen ihre Texte, hat im Herbst ihr erstes Buch veröffentlicht mit dem Titel Himmelfahrt. Auf dem Cover habe ich gesehen, sind Frauenbeine drauf, soweit ich das gesehen habe. Ja, richtig. Ich habe es noch nicht gelesen. Also irgendeine Frau fährt tag in den Himmel. Das hatten wir auch schon öfter. Sie ist auch freie Mitarbeiterin hier im Haus, Lektorin und Moderatorin. Und wir werden den Text aus Ihrem Buch jetzt hören, der heißt Blaulicht. Ja, genau. Ich werde den Beginn lesen. Blaulicht. Gina saß auf dem Heizkörper und blickte auf den Schulhof hinaus. Die Fensterscheibe weinte, alle Farben schienen verschwunden. Über den grauen Platz zogen sich Schlieren, die Gina mit dem Zeigefinger nachzeichnete. Ihr Gesicht spiegelte sich unscharf in sanften Tönen. Ein schönes Profilbild wäre das. Gina zückte ihr Handy, lockerte ihr Kopftuch, löste eine Haarsträhne und noch eine. Gina, kommst du? Es war Jakob, der sie zurückholte. Nächste Stunde Chemie. Die anderen waren bereits vorausgegangen. Gina stand auf und holte ihr Heft aus dem Bankfach. Danke, sagte sie und lächelte ihn an. Die Neonleuchten im Klassenzimmer surrten und der Regen prasselte auf die Fensterbank. Als hätte er darauf gewartet, kurz mit ihr allein zu sein, fragte Jakob sie auf dem Weg zum Chemiesaal, ob sie am Wochenende mit ihm ins Kino gehen wolle. Sie kannten sich kaum, Gina war neu hier. Und obwohl sie schon 17 war, war sie noch nie mit einem Jungen ausgegangen. Ich weiß nicht, antwortete sie. Du weißt nicht, ob du willst, ob ich Zeit habe. Wie sollte sie das anstellen und überhaupt, was bildete er sich ein, sie in eine solche Situation zu bringen? Um nicht auf den Saum ihres Gewandes zu treten, hob Gina es beim Treppensteigen hoch. Da läutete es auch schon und die Stunde begann. Das Wochenende rückte näher. Gina wich Jakobs Blicken aus. Nach Schulschluss ging sie schnell davon und am liebsten hätte sie sich am Tag des Kunstunterrichts krank gemeldet. Da setzte er sich, wie immer, zu ihr. Sie spielen Your Name, diesen japanischen Film. Hast du davon gehört? Du magst doch Mangas. Du zeichnest doch so schöne. Da dachte ich, mehr wussten die meisten nicht von ihr, nur dass sie zeichnen konnte, am liebsten Mangas. Ihre Hefte waren voll mit diesen Gesichtern, große Augen, Stupsnasen, stachelige Frisuren in allen Farben, Frisuren, die sie selbst nie tragen würde. Ob sie nicht ein Comic zeichnen könne für die Matura-Zeitung, war sie gleich in der ersten Woche gefragt worden. Da hatte sie sich gefreut und verhalten Ja gesagt. Still war Gina und bemüht. Nach der Matura wollte sie studieren, Kunst oder Psychologie. Wenn es nach ihrem Vater ging, Medizin. Er war streng, er war Augenarzt, er würde sich durchsetzen. Er würde sich durchsetzen. Willst du, Gina? Ich habe das Buch gelesen, die haben es in der Schulbibliothek. Vielleicht hatte Jakob es auf ihrem Tisch liegen sehen, wahrscheinlich. Your name. Wusste er, worum es ging in der Geschichte? Dass das Mädchen in die Haut des Jungen schlüpfte und umgekehrt? Und was in den Handflächen der beiden geschrieben stand? Ich nicht, ich dachte nur, es könnte dich interessieren. Die Animationen sind genial. Ja, dann gehst du also mit? Nur wir zwei? Warum denn nicht? Jakob ahnte nicht, wie kompliziert das war für sie, ins Kino, mit ihm allein, ihr Bruder, ihre Eltern, wenn die... Okay, sagte Gina schnell, bevor sie es sich anders überlegte und sie verabredeten sich. Ihr würde schon was einfallen und in einem Programmkino würde sie niemand erkennen. Überhaupt eine neue Stadt, wer sollte da? In der Popcorn-Tüte, die sie sich teilten, berührten sich ihre Handrücken. Wie froh Gina war, in so viel Stoff gehüllt zu sein, in Stoff und Dunkelheit. Bei einer besonders romantischen Szene, als ich Mitsuhara und Taki auf der Treppe begegneten, flüsterte ihr Jakob zu, dass er diesen Film am liebsten selbst gemacht hätte und dass er auf die Filmakademie gehen wolle. Regie, das sei sein Traum. Gina erwiderte nichts. Ahnte er nicht, was sich gerade im wirklichen Leben abspielte, was mit ihr passiert war in der Popcorn-Tüte. Ich möchte auch mal jemand anderer sein, sagte Jakob. Aber du möchtest nicht ich sein, oder? Sie standen an der Bar und tranken keinen Alkohol. Chinas Vater versuchte, sie anzurufen. Warum nicht? Deshalb, sagte Gina. Ihr Vater schrieb eine Nachricht. Ich bin in der Stadt, kann dich abholen. Wo wohnt deine Freundin? Gina antwortete ihm nicht. Ihr Vater war doch nie unterwegs abends und sie hatte doch gesagt, sie nehme den Zug. Erzähl mir, wie es ist, du zu sein. Vielleicht ein andermal. andermal. Gina schob zur Seite, was sie daheim erwarten würde. Jakob fuhr sie zum Bahnhof. Hoffentlich hatte sie auf dem Weg zum Auto niemand gesehen. Dass sie so still war, irritierte Jakob und er redete mehr als gewöhnlich. Über die anstehenden Prüfungen sprach er, dass er seinen Zivildienst im Ausland machen wolle und immer wieder stellte er Fragen über die Situation im Iran und Chinas Zuhause, die sie so schnell nicht beantworten konnte. Ihr war die Sprache abhandengekommen. Irgendwann sagte auch er nichts mehr. Das Radio hatte ihnen das Reden abgenommen. Danke. Dankeschön, Marlene Gölz. Da haben wir jetzt ganz die Welt gewechselt und doch auch wieder nicht. Wie ist zu der Zeile, wenn es nicht fort muss, so bleibt, diese Geschichte aufgetaucht? Ja, die kommt wirklich aus dem Nichts eigentlich, kann man sagen. Ich habe mich schon sehr an die Zeile gehalten und zwar wollte ich mich auch ein bisschen mit dem Urheber auseinandersetzen. Franz Stelzhammer, wir kennen ja auch andere Texte von ihm und ich wollte ehrlich gesagt nicht in meinen eigenen Heimatgefühlen wühlen und habe mir gedacht, ich gehe das Ganze von einer anderen Seite an. Was gibt es da zu stellen? Also eine antisemitische Ausritte beispielsweise. Also man kann das nicht trennen. Und ich denke, das ist auch Teil unserer, wenn es so etwas wie unsere oberösterreichische Identität gibt, dann gehört das dazu, das auch kritisch zu betrachten. Und ich glaube, so weit sind wir auch längst. Und diese Geschichte kam aus dem Nichts, jetzt auch diese zwei jungen Menschen, die wir da in einer Annäherung erleben, zwei ganz verschiedene Kulturen, ein junger Mann und eine junge Frau, die ganz offenkundig ihre Wurzeln im Iran hat oder zumindest ihre Familie kommt aus dem Iran. Gibt es dazu reale Erfahrungen oder Vorbilder, um das nachvollziehen zu können, wie sich das anfühlt aus der Perspektive dieser jungen Frau? Ja, also ich habe auch drei Kinder, wie Verena Doloway und ich muss sagen, bei uns liegen auch die Mangas auf dem Küchentisch und ich war kürzlich bei einem Matura-Ball und da war diese orientalische Schönheit, eine Schülerin, muslimische und ich habe dann über meine Kinder ein paar Geschichten über sie erfahren. Und das hat mich inspiriert, glaube ich, zu dieser Geschichte. Was ist das Inspirierende? Diese Problematik, die uns oft nicht bewusst ist. Also auch wenn wir uns offen begegnen, entstehen Situationen, die also dieser Jakob ist ja wahnsinnig naiv, er mag sie schon, aber er weiß nicht, in welche Situation er sie bringt. Und dieser kurze Moment vielleicht ihrerseits des Angenommenseins oder des Aufgehobenseins, auch das ist Heimat, Heimat ist dort, wo man sich sicher fühlt. Das mag vielleicht kurz so sein, aber im selben Moment, als er sich hat, in der Popcorn-Tüte, spricht er davon wegzugehen. Und das finde ich spannend. Diese Momente, in denen man sich in Sicherheit wiegt, die sind manchmal nur ganz kurz. Und Heimat ist vielleicht das Gegenteil von diesem Gefühl der Unsicherheit, dachte ich. Die Mutige in der Geschichte ist ja die junge Frau. Ja. In dem Moment, wo sie sagt, bevor ich mir das jetzt anders überlegen kann, sage ich jetzt einmal ja, oder? Ja, sie ist auf jeden Fall mutig. Und ich dachte, ursprünglich hieß diese Gina anders, ich weiß nicht mehr wie, aber sie war Muslimin. Und dann musste ich denken an Gina Amini, die 2022 ermordet wurde, weil sie ihr Kopftuch angeblich nicht richtig getragen hat von der iranischen Sittenpolizei. Und diese Frau wurde dann ja fast so eine Ikone der iranischen Frauenbewegung. Und das hat mir sehr imponiert, damals schon. Und ich habe es auch geschrieben vor den jüngsten Ausschreitungen. Und dann wurde es leider wieder so aktuell. Diese Geschichte hatte wirklich einen ganz drängenden aktuellen Bezug eigentlich. Ja, leider. Es ist so gekommen wieder. Wenn du dein Leben als Frau hier oder das deiner Töchter hier vergleichst mit dem, was dir in dieser Figur der China oder einer jungen Muslima in Österreich vor Augen steht, in Österreich vor Augen steht, wo siehst du da die größten Unterschiede oder das, wo wir am sensibelsten auch vielleicht miteinander umgehen sollten? Ich glaube, diese Lage der Welt, die führt uns wahrlich vor Augen, wie gut es uns hier geht und deshalb auch, wie es heute schon erwähnt worden ist, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Wir kommen nicht umhin, wir sind umgeben von diesen Nachrichten und müssen einfach sehr sensibel auch miteinander umgehen und unsere Privilegien auch wirklich zu schätzen wissen oder auch wie weit wir schon gekommen sind auch in der Frauenbewegung. Es ist noch ganz viel zu tun, aber bloß nicht zurückgehen. Also diese Gefahr droht ja auch manchmal. Du hast zuerst angesprochen, dass dieser Jakob sehr naiv ist und dass er gar keine Vorstellung hat, in was er sie bringt. Und es spielt ja auch in dem Ausschnitt, den wir jetzt schon gehört haben, spielt der Stoff eine Rolle, also die Bekleidung, dieses sich durch das Bekleidetsein, durch das lange Gewand wird geschildert, auch im Kino dann, sie fühlt sich dadurch ja sicher. Jetzt diskutieren wir auch in der österreichischen Öffentlichkeit sehr häufig darüber, dass quasi diese viele Kleidung weg muss, denn die sei mit unseren Frauenwerten eigentlich nicht vertretbar. In deiner Geschichte siehst du das etwas komplizierter? Ja, das ist keine Frage, die leicht zu beantworten ist. Ich glaube, auch dem Thema muss man sich sensibel nähern. Ich meine, diese iranischen Frauen, die bewundernswert sind, man kennt die Bilder, als sie sich da ihre Zöpfe abschneiden, das ist schon ein Akt der Befreiung und der Emanzipation. Aber wir wissen nicht, wenn wir da so pauschal urteilen, was passiert denn mit denen dann in den Herkunftsfamilien. Das muss man sich von Fall zu Fall mutlich ansehen. Ich weiß es nicht. Also du wärst im Zweifelsfall und plädierst auch mit dieser Geschichte für ein sachteres Aufeinanderzugehen, auf ein sachteres sich verstehen wollen. Ja, einen sensiblen Umgang miteinander, aber ich bin zum Glück keine Politikerin, sondern Schriftstellerin und kann da schreiben, was ich will. Habe jetzt auch keinen konkreten Auftrag. Aber ein Thema, das mir bei dieser Geschichte natürlich auch in den Sinn kommt, auch wenn wir jetzt über so ein Motiv wie, wenn es nicht fortmüsst, so bleibt. Auch wenn wir jetzt über so ein Motiv, wie wenn es nicht fortmüsst, so bleiben. Frau Bramesuber hat ja die verdienstvolle Aufgabe übernommen, da Autorinnen aus Oberösterreich zu versammeln. Eine Gefahr, die man darin sehen könnte, ist, dass man wieder ein Bild vermittelt, dass man irgendwo in Oberösterreich geboren ist, dass man eine oberösterreichische Kulturmentalität schon seit zumindest den Elterngenerationen mitbringt. Wir haben in dieser Anthologie jetzt, glaube ich, zumindest auch nicht iranischstämmige oder aus irgendwelchen anderen Kulturkreisen stämmige Frauen. Das ist mir bei der Geschichte aufgefallen, dass man da immer eigentlich aufpassen muss, dass man sozusagen nicht ein Heimatbild zementiert, das vielleicht ja gar nicht mehr stimmt, weil wenn man in eine Schule blickt, wie man in der Geschichte in eine Schule blickt, dann hat man ja sehr viele Identitäten, die sich da finden, mit vielen verschiedenen Hymnen, die Menschen so geprägt haben wie die. Und heute auch bestimmt viel mehr als früher. Und das erlebe ich schon, die Freunde meiner Kinder, das ist viel bunter. Und da ist auch der Umgang miteinander ganz ein anderer, scheint mir oft, aber man muss sich trotzdem das immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass es andere Hintergründe sind und zu dieser Zeile nochmal, wenn es nicht fort muss, zu bleiben, ich habe mich auch gefragt, ob das nicht so die österreichische Art ist oder vielleicht oberösterreichische Art ist, zu sagen, hey, ich mag dich, bleib da. Könnte auch sein, ich weiß es nicht. Also wir nehmen das jetzt einmal so an, dass das ist, das war jetzt ein schönes Schlusswort. Dankeschön. Danke. Thank you. Субтитры создавал DimaTorzok ¶¶ ¶¶ © transcript Emily Beynon um um I am the king of the world. 🎵 Applaus Ich darf jetzt sehr herzlich begrüßen Marion Wiesinger. Herzlich willkommen. Marion Wiesinger hat Geschichte, Politik, Wissenschaft und Romanistik studiert. Manche kennen sie vielleicht, weil sie an einer großen Studie über Gewalt in Erziehungsheimen auch in Oberösterreich beteiligt war, die vor einigen Jahren präsentiert worden ist. Das ist ein Thema, das dich als Wissenschaftlerin in vielfältiger Weise und in verschiedensten Einrichtungen schon beschäftigt hat. Du bist darüber hinaus aber auch sehr engagiert in Fragen von Menschenrechten und Demokratie, hast da verschiedene große Funktionen inne und du bist vor allem die Präsidentin des österreichischen Peng-Clubs. Das ist ja auch nicht gerade nichts, kann man sagen, oder? Von dir ist erschienen das Buch Gäusern, eine erzählte Ortsgeschichte vor zwei Jahren. Der Versuch, Ortsgeschichte einmal anders zu erzählen. Und heute hören wir von dir einen Text, zumindest in Ausschnitten, der in der Anthologie abgedruckt ist. Und der heißt Die Öffnung. Schönen guten Abend. Da ist ein Raum in dem Haus meiner Vorfahren, der wurde vor vielen Jahren verschlossen. Ein Raum, von dem ich nichts wusste, den ich nie betreten hatte. Im hinteren Trakt, wo früher die Bäckerei war, lehnen seit Jahren Ski und Stöcke an einer Wand. Ich fuhr Kneißl. Franz Klammer damals auch. In einer der Endlotschleifen meiner Erinnerung springt der Kaiser in einem gelben Skianzug ins Fernsehbild. Auch ich stelle die Ski talwärts, in einem Satz fahre ich die Krippensteinabfahrt hinab. Ab der Hälfte griffig und im Tal sulzig. Ich höre das Geräusch von Schnee. Bei jedem Schwung kratzt, knirscht, knarzt oder zischt es. An sonnigen Stellen ist bereits Frühling. In den Waldpassagen hängt ein eisiger Hauch. Licht und Schatten, warm und kalt. Freiheit für ein Wiener Kind, denn ich fuhr schnell und bedenkenlos. Seit sie die ersten Schneekanonen gebaut haben, lehnen die Ski an dieser Wand. Keiner weiß mehr von dem dahinter verborgenen Raum. Erst als sich letzten Sommer rund um die Ski und hier deponierten Sonnenschirme und Liegestühle eine kleine Pfütze bildet, erinnert sich meine Mutter wieder daran. Man versiegelt keine Zimmer, habe sie damals zu meinem Vater gesagt, und heute wisse sie nicht mehr, weshalb er den Raum unzugänglich gemacht hatte. Ich klopfe gegen die Wand. Tok, tok. Riehgipsplatten. Da ist etwas. Ich orte das Holz eines Türrahmens. Hier könnte der Eingang gewesen sein. Dann gehe ich außen um das Haus herum. An dieser Stelle müsste der Raum sein und bemerke zum ersten Mal ein mit Balken verbarrikadiertes Fenster, als wäre es in diesem Moment erschienen. Ich rufe Milan an. Das haben wir gleich, sagt er. Ich komme mit der Flex. Eine Drainage müsse her, raten mir die größeren Handwerker, die sich am nächsten Tag einfinden. Sie deuten auf eine defekte Regenrinne und dunkle Stellen am Sockel des Hauses, messen sogleich den Platz für den Bagger und einen Sickerschacht aus. Man diskutiert die günstigste Beschaffung der Baumaterialien, Röhren, Folien und Kies werden benötigt. Ein alter Mann bleibt an der Hausecke stehen. bleibt an der Hausecke stehen. Hier hat es immer nach Brot gerochen. Du musst wissen, nach dem Krieg hat dein Großvater uns Kindern des Dorfs die Bruchstücke frischer Kipferln mit auf den Weg gegeben. Diesen Geschmack vergesse ich nie, sagt er und deutet auf das blinde Fenster. Langsam geht er weiter. Während Milan im Erdgeschoss die Flex anwirft, steige ich mit den anderen in den Keller. Wir schieben die Bretter eines Brunnenschachts beiseite, halten die leuchtenden Handys in die Dunkelheit. Da hängen Spinnern in glitzernden Netzen. Als wir auf den tiefen Grund des Brunnens blicken, steigt der Geruch nasser Erde auf, metallisch, fast scharf. Die Männer murmeln etwas über den intakten Brunnen und Grundwasser. Sorgfältig schieben sie die Bretter über die offene Stelle. Nicht ungefährlich hier, meinen sie. Bin durch, ruft Milan von oben. gefährlich hier, meinen sie. Bin durch, ruft Milan von oben. Mit einem Bein in dem geöffneten Raum stehend, winkt er mich herbei und flüstert. Da steht er, da ist er noch. Ich kann in dem Halbdunkel nichts ausmachen, bis einer der Männer das Gewölbe mit einer Taschenlampe ausleuchtet. der Männer das Gewölbe mit einer Taschenlampe ausleuchtet. Zögerlich betrete ich den Raum. Blaubarts Geheimnis kommt mir in den Sinn. Die Grabkammern der Pyramiden. Ich versuche, sicherheitshalber flach zu atmen. Da können wir Brot backen, wenn Krieg ist. Milan flüstert immer noch und beugt sich in den Brennraum des Backofens. Er bläst den Staub von der Temperaturanzeige, prüft die Klappen. Alles funktioniert noch, sagt der Fachmännisch. Ich stehe am Arbeitsplatz meiner Vorfahren, genau an der Stelle, wo die Bäcker und ihre Gesellen standen und das Brot in den Ofen schoben, während der Ort schlief. Ein unvermutetes Geschenk, das ich in meine Erinnerungen einpassen darf, das nicht mehr wegzudenken ist. Da ist Raum entstanden, den man mir verborgen hatte, aus welchem Grund auch immer. Vorerst lasse ich die Balken des Fensters geschlossen. Vielleicht öffne ich sie im nächsten Jahr. Man muss dem Vergangenen seine Zeit geben. Bleiben kann ich im Ort meist bis in den Spätherbst hinein. Noch legt sich die Sonne auf die Holzböden des Hauses, gibt schönes Licht, bis sie abends hinter den Kalmbergen versinkt. Im Gebirge erscheinen die Sterne, als hätte man sie angeknipst. Würde die Sparkasse nicht die Neonröhren in ihrer Auslage einschalten, die Bundesbahn nicht gleißende Leuchtkörper entlang der Traun aufstellen und wäre das Tal nicht mit weihnachtlichen Lichterketten erhält, gäbe es ein Firmament mit Sternschnuppen. In den Nächten der kalten Jahreszeit schiebt sich ein Grauschleier aus Licht, Brennstoffen und Abgasen über das Tal. Luftqualität ungenügend, zeigt das Handy an. Wie von einer Zeitmaschine in die immer gleiche Ausübung von gestrigen versetzt, finden nun Kripperlbau, Glöcklerpassen und Perchtenlauf statt. Brauchtumspflege ist eine Frage der Zugehörigkeit, wie Skifahren, Mountainbiken, Stand-up-Paddeln am Hallstättersee und allgemeines Saufen bei jeder Gelegenheit. Ab November stehen am Marktplatz die Punschhütten. Geöffnete Gasthäuser gibt es schon lange nicht mehr. Die frierenden Zecher werden von DJ Ötzi und Volksrockenrola Gabalier beschallt. Bügelt der Dirndl gescheit auf. Noch eine Runde. Für mich ist es höchste Zeit, in den Zug zu steigen. Obwohl die Nacht nicht schwarz wird, setzt mir die Dunkelheit zu. Bereits in Wien-Meidling fühle ich mich wieder wohl. In der U6 ein Menschengewühl. Es wird Deutsch, Türkisch, Arabisch, Englisch und ich glaube Serbisch gesprochen. Ich bin wieder daheim. derselbe Mond. Nur die Gäuserer schienen mir anders zu sein. Es kann natürlich sein, dass die Gäuserer Wert darauf legen, anders zu sein. Welche Erfahrung hat der Marion Wiesegger gemacht? Ja, da habe ich einen starken Verdacht, dass die es wirklich darauf anlegen, vor allem wenn es um Ischl geht, da ist natürlich dann ganz besonders. Aber ich muss schon sagen, ich bin ja in Wien geboren, das gestehe ich hier somit. Aber ich bin natürlich als Kind sehr viel in Gäusern gewesen und mir ist der Ort sehr, sehr ans Herz gewachsen. Es ist ja überhaupt so, dass in Wien bin ich daheim und in Gäusern bin ich beheimatet. Und das macht für mich schon einen Unterschied, weil ich auch dort verortet bin. Also man kann ja nirgends hingehen, ohne dass man gefragt wird, nicht nur wer man ist, sondern auch wohin man gehört, wo man wohnt, welche Familie und es wird überprüft, ob man nicht verwandt ist. Also ich habe mittlerweile in den letzten Jahren unglaublich viele Verwandte in Gäusern dazu gewonnen. Das passiert mir. Also irgendwelche Ecken gibt es immer, wo man sagt, ja, da ist der Zopf Alois, der war mit meiner Gruppe und so weiter. Das passiert einem auf der Maria-Hilfer-Straße nicht. Was macht dann die Marion Wiesinger, wenn sie heimgeht? Sie führt jetzt zu einem großen Gäuserer Stammbaum, damit es dann beim nächsten Mal auch funktioniert und man weiß, mit wem bin ich verwandt. Genau, das muss man sich schon merken. Das muss man sich dann natürlich auch merken, dass man dazu gehört. Wobei ich sagen muss, ich bin in Gäusern zugehörig, aber ich bin nicht integriert. Das ist nochmal ein Unterschied. Und wenn man mit allen verwandt ist, dann muss man lernen, dass man eigentlich über niemanden mehr schimpfen kann, gell? Nein, das ist aber Volkssport in Gäusern. Also das geht immer, weil man sich ja gut kennt und weil man ja auch die Geschichten voneinander kennt. Und das hat es natürlich auch spannend gemacht, ein Buch darüber zu schreiben mit den Erzählungen der Bewohner und Bewohnerinnen. Diese Geschichte führt uns ja sozusagen in so eine Klammerbewegung. Die Klammer ist irgendwie das Land, die Stadt und dazwischen der Berg oder die Berge. Aber der Berg, der in der Vorstellung des Kindes einer ist. Ist das auch eine Beschreibung von Österreich? Das Land, die Stadt und dazwischen ein Berg? Ja, das wäre jetzt sehr einfach, aber wir wissen natürlich, dass es große Unterschiede gibt in den Lebensformen. Und das Schöne am Land ist auch die Brauchtumspflege. Das kann man natürlich einerseits kritisch sehen, als Konservativismus, aber ich sehe es vor allen Dingen auch als ein Miteinander und auch eine gewisse Sozialisation der Jungen. Ich kenne das auch von Wien, wo gehen die jungen Leute hin? Und das ist sehr schön, dass miteinander, einander helfen und auch miteinander musizieren, was ja auch in Gäusern sehr, sehr stark ist. Und daher, wenn ich dann höre, jemanden sagen, man dürfe keine nicht mit der Gießkanne finanzieren und auch unterstützen, dann sage ich, es ist aber gerade die Gießkanne, die ich für demokratiepolitisch als sehr wichtig erachte, dass auch kleine Initiativen und Vereine hier sehr wohl auch Unterstützung bekommen. Das ist ganz wesentlich. In diesem Buch oder in dieser Geschichte, die beginnt ja mit der Öffnung eines Raumes und der Raum wird ja so beschrieben, dass da ein blindes Fenster ist. Das ist ja eigentlich auch die Aufgabe einer Historikerin, oder? Ja, also das ist klar, wo genauer hinzusehen, wobei natürlich diese blinden Fenster immer sind. Und wer Wissenschaft betreibt, weiß natürlich, dass sich das auch immer weiter bewegt. Es ist auch heute mein Kollege da, Michael Jong, den du ja auch kennst, von den Projekten. Und es entstehen dann oft interessante Zusammenhänge, wenn man schon glaubt, fertig zu sein. Und das ist nämlich auch beim Schreiben so, auch mit diesem inspirierenden Titel. Ich habe dann die Geschichte bearbeitet und habe mir dann nochmal durchgelesen und dann bin ich draufgekommen, was ich da eigentlich geschrieben habe. Welche Traumgeschichte, die kann so sein und die kann auch ganz anders sein. Bitte in der Wissenschaft hat man dann schon mehr Fakten. Aber was meine Geschichte betrifft, so war es auch. Also da war wirklich ein Raum, der verschlossen war. Und das hat mich natürlich sehr inspiriert, weil man ja auch nicht genau weiß, warum etwas passiert. Wenn man jetzt in andere Zusammenhänge kommt, also zum Beispiel, du lebst ja in Wien und bist Wien geprägt, aber Gäusern ist so etwas wie eine zweite Heimat oder eine Beheimatung, so hast du es ja jetzt genannt. Jetzt bleibe ich noch einmal bei diesem Bild des blinden Fensters und des verschlossenen Raumes. Das ist ja gerade im Umgang mit Geschichte, auch Geschichte eines Ortes, gibt es ja das häufig noch, wenn es in der Zeitgeschichte vor allem so Erlebnisse oder Ereignisse gegeben hat, wo man kollektiv nicht gerne hinschaut. Welche Rolle nimmst du da in Gäuser? Nein, als Historikerin. Bist du eine, die da auch Fenster öffnet, wo die dann sagen, naja, sind wir wirklich mit der verwandt? Also es ist ja so, dass man Fenster von innen öffnen sollte. Und daher ist es natürlich auch sehr wichtig, dass die Menschen auch dazu bereit sind. Und ich halte sehr wenig von drüberfahren und sagen, jetzt einmal aufzuschweigen. Ich halte das Schweigen nach dem Krieg und in den Jahrzehnten danach auch für eine ganz wichtige gesellschaftliche Funktion. So sehr wir natürlich uns mit Schuld auseinandersetzen, das, was Soldaten hier mitgemacht haben und an Traumatisierung, vor allem auch nach dem Ersten Weltkrieg, man kann manchmal nur weiterleben, wenn man versucht zu vergessen. Also glücklich ist, wer vergisst, um jetzt hier wieder eine Wiener Note hineinzubringen. Aber es ist dennoch so, dass ich gerade in diesen Familiengeschichten in Gäusern auf sehr viel gestoßen bin, wo ich mir denke, das hat schon einen Sinn gehabt, dass man auch versucht hat, normal weiterzuleben. Also so gesehen hat ein blinder Fleck oder ein blindes Fenster auch eine wichtige psychologische Funktion. Du hast das ja jetzt auch vorgelesen, dieser für mich Schlüsselsatz heißt ja, man muss dem Vergangenen seine Zeit geben. Das heißt, das hat ein eigenes Tempo, in dem sich Sachen dann auch wieder integrieren lassen in das Leben, auch in das Leben von Gemeinschaften integrieren lassen. Ja, das ist das Schöne auch an einem Ort, dass eben die gemeinsame Erinnerung so stark ist. Das heißt ja in der Stadt natürlich weniger, dass die Menschen das auch fortschreiben miteinander. Und es werden ja Geschichten laufend erzählt. Interessanterweise ändern sich die natürlich auch mit der Zeit. Und was mir halt in Oberösterreich gut gefällt, ist der Humor und der Schmäh, der auch dabei ist. Also die Wiener können es auch, aber hier ist dann doch, ob das jetzt Hausnamen sind oder kuriose Geschichten, Zeitgeschichte findet auch mit Humor statt. Aber natürlich auch mit Ausblendungen, Zuschreibungen und man entkommt seiner Geschichte schwerer am Land als in der Stadt. am Land als in der Stadt. In deiner Geschichte, die du jetzt auch vorgelesen hast, du kommst zurück in Mötling, ist dann sozusagen das Erlebnis von Heimat. Und da zitierst du verschiedene Kulturen, verschiedene Sprachen, die du wiederhörst. Aus deiner Sicht, wie wichtig ist es, dass es auch Anregungen durch ganz andere Kulturen gibt, durch ganz andere Herkunft gibt, damit auch Heimat sich in ländlichen Gebieten weiterentwickelt? Ja, das ist natürlich richtig und ich war da auch eigentlich im Salzkammergut manchmal enttäuscht, wie mit der europäischen Kulturhauptstadt umgegangen wurde, weil man eben die eigene Tradition oder das Brauchtum sehr in den Vordergrund gestellt hat und gar nicht so begriffen hat, was da von außen kommt. Und das war auch oft so als Abgrenzung zu dem Fremden. Das fand ich eigentlich sehr, sehr schade. Und da wäre natürlich dein Kulturprojekt sehr wichtig. Wodurch wird das eigentlich ausgelöst, deiner Erfahrung nach? Du hast dich jetzt sehr intensiv beschäftigt. Was ist da für eine Psychologie dahinter, die dieses Verhalten auslöst? Ja, vielleicht ist es auch ein bisschen ein Minderwertigkeitskomplex und vielleicht auch ein wenig Umgang mit Kunst, dass eben Menschen sagen, das kenne ich nicht, das ist mir jetzt sehr fremd, müsste ich da was verstehen? Also ich denke, dass hier Bildung oder auch in den Schulen mehr Kunsterziehung durchaus ein wichtiger Ansatz wäre. Ich finde das immer schade, so eine Abgrenzung da zu spüren auch, wie wohl es ja sehr viele ganz tolle Projekte gibt und dass ja viel auch vor Ort entsteht. Aber das war so ein Zeichen, dass ich mir gedacht habe, da müsste man noch mehr machen. Dass da nicht so auch so ein Spalt durch die Gesellschaft geht. Und das wollen wir nicht, aber nur das eigene. Wiewohl ja, wie gesagt, Brauchtum sehr, sehr wichtig ist, auch für die Identität. Aber Durchmischung wäre schon ganz gut. Und das findet natürlich ab Meidling sofort statt. Jetzt noch abschließend. Du schilderst ja auch, dass du einen Teil des Jahres immer in Gäusern lebst. Da suchst du dir natürlich die schöne Jahreszeit aus, den Sommer. Würdest du den Winter in Gäusern auch aushalten? Ja, durchaus. Würde ich schon, nur in dem alten Bäckerhaus ist keine Heizung. Also ein alter Holzofen, das ist vielleicht ein Grund. Aber der Winter ist natürlich genauso schön, das stimmt schon. Aber vielleicht ein bisschen düster manchmal. Das war jetzt das passende Schlusswort zur Heimatwerbung. Vielen Dank, Marion Wiesinger. Applaus ¦ ¦ A-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha- ¦ © transcript Emily Beynon ¦ A-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañ, Gizhiozhañha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha- GANZO Applaus muss man jetzt abwarten für die großartige Darbietung. Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden, bei den drei Autorinnen, die gelesen haben, Verena Dolova, Marlene Gölz und Marion Wiesinger. Auch bei Christine Heiden für sehr kurzweilige Gespräche, die sie organisiert hat. Sie haben jetzt drei Geschichten gehört, das heißt, es gibt 29 weitere für Sie zu erlesen. Das Buch, das möglicherweise das nächste Repräsentationsbuch des Landes Oberösterreich werden wird, sichern Sie sich noch ein Exemplar der ersten Auflage. Draußen am Büchertisch bereitgestellt von der Buchhandlung Fürstlberger können Sie ein Exemplar erwerben. bereitgestellt von der Buchhandlung Fürstlberger können Sie ein Exemplar erwerben. Bei uns geht es weiter am Donnerstag mit einem Abend aus unserer Reihe Neue Stimmen, literarische Debüts. Wir würden uns freuen, wenn Antonia Löffler und Anna Maschig ebenso viele Zuhörer bekommen, wie die Autorinnen heute. Ich danke Ihnen fürs Kommen und wünsche Ihnen einen schönen Abend.