Herzlich willkommen zu unserer Folge der Serien! Wir beginnen und wir enden mit Infos dieses liebgewonnenen Medienformats, das uns mit dem Vorsatz nur eine Folge den gemütlichen Tagesausklang einleiten lässt, bevor wir uns nach dem Staffelfinale überrascht zur Uhr umdrehen und gedanklich das Thema Schlaf schuldbewusst abhaken. Dazwischen natürlich noch ein paar queere News aus der Welt. Kennt ihr ja. Anfang März wurden die Children's and Family Emmys verliehen. Unter den Preisträgerinnen befindet sich diesmal der 22-jährige schwule Schauspieler Joe Locke, der in der Serie Heartstopper den schwulen Teenager Charlie Spring spielt. Für diese Rolle in der dritten Staffel der Serie erhält er die Auszeichnung. Dabei wirkt er neben Heartstopper auch in der Marvel-Produktion Agatha All Along mit und besetzt eine Bühnenrolle an Broadway. Doch Heartstopper ist besonders erfolgreich. Die Autorin Alice Oseman erhielt den Preis für ein herausragendes Drehbuch einer Serie über junge Teenager. Heartstopper steuert derweil auf das Serienende zu, das mit dem Film Heartstopper Forever im Sommer abgeschlossen werden soll. Was meint ihr? Sollten wir Heartstopper in unseren Reviews vorstellen? Schreibt uns mal! Darüber hinaus gab es eine weitere Preisverleihung, die für uns queere Menschen besonders interessant ist. Die Organisation GLAAD setzt sich für die Belange queerer Menschen in Medien ein und hat kurz nach den Emmys ebenfalls eine Preisverleihung abgehalten. Sogar bereits zum 37. Mal. Da einfach die komplette Verleihung per Definition queer-relevant ist, erspare ich euch alle Nominierungen und Preise vorzulesen. Unter den besonders Bekannten waren aber zum einen Stranger Things als beste Dramaserie aufgrund des Outings des Charakters Will Byers und Heated Wild Worry als beste neue Serie. Die prämierte Dokumentation Come, See Me in the Good Light über die Dichterin und Aktivistin Andrea Gibson, ist sogar für einen Oscar nominiert. Umrahmt wurden die Preisverleihungen mit einem Gastauftritt der Ikone Liza Minnelli, die angesichts ihrer bald erscheinenden Memoiren den erstmals vergebenen und nach ihr benannten Liza Minnelli Storyteller Award erhielt. Getrübt wurde die feierliche Stimmung durch den Blick auf die gesellschaftliche Situation der USA, die in viele Dankensreden Einzug fand. Durch den Kulturkampf befürchte man sogar einen baldigen Genozid an Transamerikanern. Welche ebenfalls nominierte Serie ich unter den Preisträgern allerdings vermisse, gerade angesichts der großen genannten Namen, erfahrt ihr am Ende unserer Sendung. Haltet also dran. Österreich liberalisiert Regeln zum Geschlechtseintrag weiter Was bisher nur inter Personen vorbehalten war, gilt jetzt auch für trans Personen. Konkret heißt es, dass die Einträge inter, divers und offen genutzt werden können oder der Eintrag auf Antrag ganz leer gelassen werden kann. Dem vorausging ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs, dass nicht-binäre Personen das Recht haben, den Geschlechtseintrag löschen zu können. Nun hat das Innenministerium diesen Beschluss noch etwas erweitert und weitet grundsätzlich alle Regelungen für Interpersonen auf Transpersonen aus. Zustimmung kommt aus der queeren Szene. Die Vereine Hosi Linz und United, Verein für queere Angelegenheiten, zeigen sich erfreut. Nichtsdestotrotz bleibt ein Gutachten erforderlich als Nachweis für die Personenstandsbehörde, dass eine ernsthafte Nicht-Übereinstimmung zwischen empfundener Geschlechtsidentität und dem im zentralen Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht vorliegt. Was bin ich froh, dass Österreich weiter an seinem Kurs festteilt, die Regelungen für queere Menschen zu verbessern und sich die Prognose aus den Koalitionsverhandlungen von vor über einem Jahr bewahrheitet. Nur dieser Behörden- und Ärztespießrutenlauf stören noch. Hm, wie wäre es hier mit einer Variante, die sich in politisch-konservativen Kreisen kürzlich so großer unbeliebt erfreut hat – einer telefonischen Transschreibung. Die AfD Sachsen hat im Landtag beantragt, das Selbstbestimmungsgesetz wieder aufzuheben. Als Begründung gibt Antragsteller Jörg Urban an, dass Kinder vor LGBTQ-Themen geschützt werden müssten und nennt als Vorbild das ungarische Homopropagandagesetz, das die Darstellung und Werbung für Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit verbietet. Als Beweis wird eine Aussage von Professor Roche Poncetti herangezogen, wonach die meisten Jugendlichen eine Geschlechtsumwandlung später bereuten und transsexuelle Menschen ein fünfmal höheres Suizidrisiko aufweisten. In der Fachwelt gelten Ponzettis Aussagen aber als zweifelhaft. Er stützte sich auf alte Studien, in die oft Kinder einbezogen wurden, die gar keine klar diagnostizierte Geschlechtsdysphorie hatten, sondern lediglich geschlechtsuntypisches Verhalten zeigten. Neuere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass 96 Prozent der Trans-Jugendlichen geschlechtsanfassende Maßnahmen nicht bereuen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die AfD glaubt also, die hohe Suizidrate unter Trans-Jugendlichen kommt daher, dass sie überhaupt in die Versuchung gebracht würden, das Geschlecht zu wechseln und das später bereuten? Und davor will sie nun alle Kinder schützen? Ja klar. Und wenn ich ein brennendes Haus mit Wasser lösche und hinterher erstmal renovieren muss, liegt das am fehlenden Wasser. Daher lasst uns Löschwasser verbieten. Überhaupt, was mischt sich der Staat in Form der Feuerwehr überhaupt in Hausbrände ein? Das ist doch Privatsache und soll es ja wohl bleiben. Da dachte sich Jörg Urban wohl, ach Urban, Orban, bei dem unbedeutenden Unterschied, kann man direkt die Politik des ungarischen Regierungschefs übernehmen und einfach Kinderschutz vorschieben, um eigene Hetze betreiben zu können. Hatten wir schon oft genug, wie häufig vermeintlicher Kinderschutz als Argument vorgebracht wird, um ungestört hetzen zu können, während ihnen Kinderarmut und Co. am Hintern vorbeigeht. Was soll diese andauernde Pädophilie-Unterstellung queerer Menschen, dass diese ein so besonderes Interesse an Kindern hätten? Zu viel über Lace-Chips mit Embryonalgewürz gelesen? Grüße gehen raus an Xav&I do. Ihr merkt, bohrt man nur tief genug, ist die AfD doch nur eine Verschwörung-Sekte, die spalten will. Daher lieber einfach zum nächsten Newsartikel, in dem klar wird, was queere Menschen wirklich an schulen wollen. Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat einen Gastbeitrag im Tagesspiegel veröffentlicht, in dem er sich für queere Menschen einsetzt. Er unterstreicht, was queere Menschen für die positive Entwicklung der Gesellschaft getan haben und wie aktuelle Tendenzen von AfD und anderen rechtskonservativen Kräften uns in unselige Zeiten zurückzuschleudern drohen. Daher ruft er dazu auf, sich weiter für Demokratie und Menschenrechte zu engagieren, besonders an Schulen, wo junge Menschen anfällig für bestimmtes Gedankengut zu werden scheinen. Dass Minderheiten geschützt werden müssen, führt er an den Beispielen beider Weltkrieger an, wo Minderheiten, Zitat, erst diffamiert, dann diskreditiert und dann ermordet worden, Zitat Ende. Schon dazu dürfe es nicht wiederkommen. Hingegen sei der Kampf für Vielfalt, Gleichheit und Inklusion gewinnbringend für die gesamte Bevölkerung und sei vorwiegend von Menschen aus angefeindeten Gruppen geführt worden, wie im Stonewall-Aufstand durch queere Menschen. Zudem bricht Wolf eine Lanze für den Begriff Vogue. Übersetzt bedeutet der Begriff Achtsamkeit und wenn alle Menschen achtsam wären, wären viele Probleme dieser Welt gelöst. Doch die gesellschaftliche Realität drifte in eine entgegensetzte Richtung. Wolf führt die USA als erschreckendes Beispiel an. Dort werde ein Kulturkampf von Menschen gegen Menschen, gegen Mitbürgerinnen und Mitbürger betrieben. Es ist vielleicht eine sehr vereinfachte Aussage. Aber es heißt, schlechte Menschen erwarten von anderen auch nur Schlechtes. Warum schimpfen diejenigen, die in AfD und rechtskonservativen Kreisen zurzeit immer lauter werden, gerade gegen den Begriff Vogue? Weil sie sich nicht vorstellen können, dass andere Menschen tatsächlich etwas Gutes wollen. Und zwar uneigennützig. In einer Welt, in der Superreiche noch reicher werden, weil sie andere ausbeuten und man also nur dann an die Spitze kommt, wenn man auf seine Mitmenschen scheißt. Warum sollte es dann Menschen geben, die sich für andere einsetzen? Amateurschiedsrichter Pascal Kaiser, der mit einem Heiratsantrag beim 1. FC Köln viral ging, steht unter Verdacht, Straftaten vorgetäuscht zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten Mitte Februar sein Zuhause. Kaiser hatte von zwei Angriffen und Drohu-E-Mails berichtet. IT-Forensiker fanden Hinweise auf fingierte Drohungen. Die ESC-Stars Conchita Wurst und Jay Jay haben Ende Februar ihren gemeinsamen Video-Podcast Bussi Blabla gestartet. Der war auch lustig. Der Elton John war auch lustig. Ich habe immer noch am Klo stehen. Aber hat Elton John gewusst, wer du bist? Der Elton John hat mir nach dem Sieg in London war, hat er mir ins Hotelzimmer Blumen geschickt. Und da war diese Karte dabei. We love you, xxx, Elton & David. Jeden Samstag erscheint die Sendung auf YouTube. Sonntags ab 20 Uhr auf Radio FM4. Themen sind Popkultur, Queerness, Mode und alles, was die beiden bewegt. Das Bundesinnenministerium hält an umstrittenen Plänen fest. Eine Verordnung soll Namens- und Geschlechtseintragsänderungen nach dem Selbstbestimmungsgesetz automatisch melden. Im Oktober scheiterte sie im Bundesrat. Queere Verbände kritisieren sie als Sonderregister für Transpersonen. Das Ministerium führt nun Gespräche mit den Ländern. Ziel, doch noch eine Zustimmung zu erreichen. Der Film Dreamers aus dem Jahr 2025 ist ein britisches Drama unter der Regie von Joy Garoro Akpuyoto. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Frau Isio, eine Migrantin aus Nigeria, die ohne gültige Papiere im Vereinigten Königreich lebt. Nachdem sie von den Behörden entdeckt wird, kommt sie in ein Abschiebezentrum. Dort wartet sie darauf, dass über ihren Asylantrag entschieden wird. Isio glaubt am Anfang fest daran, dass alles gut ausgehen wird, wenn sie sich an die Regeln hält. Sie möchte zeigen, dass sie ein ehrlicher Mensch ist und hofft auf eine faire Entscheidung. Doch das Leben im Abschiebezentrum ist schwierig. Die Bewohnerinnen müssen mit Unsicherheit, Angst und Langeweile umgehen. Viele wissen nicht, ob sie bleiben dürfen oder bald in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden. Im Zentrum lernt Isio ihre Mitbewohnerin Farah kennen. Farah ist selbstbewusster und hat weniger Vertrauen in das System. Sie glaubt, dass man manchmal eigene Wege finden muss, um frei zu sein. Trotz ihrer Unterschiede kommen sich die beiden Frauen näher. Aus Freundschaft entwickelt sich langsam eine Liebesbeziehung. Gleichzeitig entstehen auch Freundschaften mit anderen Frauen im Zentrum, die ähnliche Erfahrungen teilen. Es wird deutlich, dass jeder einen Grund hat, nicht in das Heimatland zurück zu können. Doch die Hoffnung wird immer wieder enttäuscht. Anträge werden abgelehnt, neue Probleme entstehen und die Zukunft bleibt unsicher. Isio muss sich fragen, ob ihr Plan, immer alles richtig zu machen, wirklich funktioniert. Schließlich steht sie vor einer schwierigen Entscheidung, weiter warten und hoffen oder selbst etwas riskieren, um eine Chance auf Freiheit zu bekommen. Der Film erzählt auf ruhige Weise eine sehr emotionale Geschichte, die hochaktuell ist. Er zeigt nicht nur die politischen und bürokratischen Probleme von MigrantInnen, sondern vor allem ihre persönlichen Gefühle. Themen wie Liebe, Freundschaft, Hoffnung und Angst stehen im Mittelpunkt. Besonders stark ist die Leistung der SchauspielerInnen, die ihre Figuren sehr glaubwürdig und authentisch darstellen. Die Atmosphäre des Films wirkt überaus realistisch und manchmal bedrückend. Gleichzeitig gibt es immer wieder kleine Momente von Wärme und Menschlichkeit im kalten System der Abschiebung. Dreamers ist ein nachdenklicher Film über Menschen, die von einem besseren Leben träumen. Er zeigt, wie schwierig der Weg zur Freiheit und Sicherheit sein kann, aber auch wie wichtig Mut und Zusammenhalt sind. Ein wirklich sehenswerter Film. You've applied for asylum. Why can't you be gay in Nigeria? It's illegal. I'm getting out of here. The first couple of nights are the hardest. You need to keep your head down and mind your business. I see how you look at each other. I think it's beautiful. I need to get out of here, not fall in love. Why can't you have both? I see how you look at each other. I think it's beautiful. I need to get out of here, not fall in love. Why can't you have both? Stop avoiding your feelings. And listen to your hearts. I feel like I... Like I'm losing myself in this place. I know they're going to send me back. We can fight this. It's not a problem! In here, people they come, they go. It's not easy to know anyone. It doesn't matter why we're here. Just how we live. Keep fighting. Freedom begins in the mind. If there was another way out, would you take it? Don't give up. It's what they want. Vielleicht seid ihr schon auf Social Media über Heated Rivalry gestolpert. Endlich wieder eine queere Produktion im Mainstream und zumindest ich habe etwas Hype wahrgenommen. Oh boy, die Serie ist aber auch… nervig. Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir erstmal rein, was in der Handlung passiert. Da ist von einer Rivalität die Rede. Einer Rivalität, wie sie gern zwischen Sportteams, in dem Fall Eishockey, und ihren Spielern vorkommt. An einer Hintertür einer Sportstätte in Saskatchewan, dem ländlichen Kanada, trifft Shane Hollander in einer Nachwuchsmeisterschaft das erste Mal auf Ilja Rozanow. Beide sind aufstrebende Eishockey-Talente, wenn nicht sogar die besten Nachwuchsspieler, die der Sport gerade hervorbringt. So werden beide gezogen, in professionellen Teams der größten Liga zu spielen. In rivalisierenden Teams, wohlgemerkt, falls ich das nicht schon erwähnt hatte. Und die Medien brechen diese Rivalität genau auf diese beiden Youngsters herunter. Die stehen im Fokus und im ständigen gegenseitigen Wettbewerb, wollen sich beweisen, wer der Bessere ist, was gerade am Anfang deutlich wird. Nicht nur in den Spielen, sondern wie sie auf Ergometern nebeneinander sitzen und sich gegenseitig die Ohren zustöhnen, während sie scheinbar versuchen, ganz Kanada mit Strom zu versorgen. Ab hier werden gern schon Wetten entgegengenommen. Wer ist wohl der Top und wer der Bottom? Come on, das ist doch die zentrale Frage in Mainstream-Serien, oder? Aber warum schafft es eine queere Serie nur dann in den Mainstream, wenn's von vornherein nur um Sex geht? Dabei sind die Sex-Szenen nicht mal ansprechend. Eher mechanisch und romantisch. Eben wie eine ATU-Werbung. Rein, rauf, runter, raus. Der nächste bitte. Außer Klischees passiert erstmal nichts wirklich überraschendes. Das zentrale Thema der Serie ist, wie die Starrivalen ihre Freundschaft plus im Versteckten ausleben müssen. Darüber hinaus ist es alles andere als hilfreich, dass Ilya aus Russland kommt und noch ganz andere Konsequenzen zu fürchten hätte. Ja, hätte, nicht hat. Alle angedeuteten Bedrohungsszenarien der Serie bleiben leere Hülsen. Wenn man schon dieses Setting wählt, warum geht man nicht in die Tiefe? Versteckte Paparazzi, pöbelnde Sportfans, mediale Schmutzkampagnen, psychischer Druck, vielleicht sogar Schlickertrupps auf dem eigenen Grundstück, eine immerwährende Gefahr und so richtiges Thriller-Feeling? Nö, nichts. Gar nichts. Man sieht zu, wie Shane und Ilya mit sich etwas hadern, wenn sie sich zum Ficken treffen, sich mehr aber nicht trauen. Nicht mal zum weiteren Umfeld der beiden gibt es mehr als ein paar Andeutungen. Da ist es alles andere als hilfreich, dass sich diese Situation über acht Jahre zieht. Mal ehrlich, wie realistisch ist das? Sollte es for real für mich vorgesehen sein, dass ich erst nach einer 8-jährigen Kennenlernphase zum perfekten Boyfriend finde, ich sterbe safe allein. Spätestens nach 2 Jahren wäre ich überzeugt, dass da auf der anderen Seite kein tieferes Interesse ist. Ach ja, zurück zur Serie, wo selbst ein Zeitraffer zu sehr ausgedehnt wird, bis man endlich in 2016 landet. Was die Monotonie hingegen etwas aufbricht, ist die ganz anders gestaltete dritte Folge, in der es um Scott geht, einen weiteren Hockey-Profi und wie er Kip kennenlernt und sich in ihn verliebt. Was ist zur Abwechslung erfrischend cute. Auch in anderen Kriterien hat die Serie eigentlich Potenzial. Gerade das Schauspiel sticht heraus und die Charaktergestaltung ist ausgefeilt. Man bekommt durchaus einiges von den inneren Konflikten mit. Ilias' Zerrissenheit zwischen Rollenerwartungen und eigenem Verlangen. Shanes Mitgefühl und Sorge. Nur einige Szenen wirken doch etwas unbeholfen. Alles in allem merkt man, dass Geld in der Produktion steckt. Szenen, Kameraführung, Schnitt und so weiter – alles High Level. Schade, dass das Drehbuch dem nicht gerecht wird und die Musik etwas generisch ist. Doch dann kriegt Heated Rivalry ab der vorletzten Folge endlich doch die Kurve. Jetzt wird es Intense und das Zusammenspiel zwischen Ilya und Shane gewinnt endlich an Tiefe. Es folgen Gefühle und etwas echteres Drama. Tatsächlich schafft das Ende der fünften Folge einen mitreißenden Staffel-Höhepunkt und die letzte Folge hat mich mit viel Good Vibes plötzlich so sehr überschüttet, dass ich ganz perplex war. Wenn ich nur diese beiden Episoden betrachte, würde ich sagen, boah ey, eigentlich eine richtig geile Serie. Nur leider ist bis dahin einiges an Durststrecke zu überwinden. So zumindest gemessen an meinen Erwartungen. Vielleicht steht ihr ja auf fuck-a-dur-situationship-Porträts und könnt mit dieser ganzen Gefühlsduselei nichts anfangen. Ihr findet's auf HBO Max raus. Wir werden uns jetzt ziemlich oft sehen. Ja, Boston und Montreal spielen oft gegeneinander. Rosnus musst du sehen. Sie ist ein verdammter Filmstar. Gibt es auch schwule Eishockeyspieler? Keine, die das öffentlich sagen. Du kennst jemanden? Ja. Und welchen Namen bekomme ich? Das ist Jane. Jane. Wir haben uns schon ein ein paar Jahren verabschiedet. Ich dachte, das wäre etwas ernsthaftes. Das ist wirklich keine gute Idee. Was ist? Wie viel Druck spüren Sie von den Fans und der Eishockey-Welt insgesamt? Es ist schwer, so in der Öffentlichkeit zu stehen. Vor einem halben Jahr haben wir euch die ersten beiden Staffeln von School Spirits vorgestellt. Jetzt ist die dritte Staffel auf Paramount Plus draußen. Wie geht es also weiter mit Maddie, Simon, Xavier, Nicole und Co. sowie den Geistern Wally, Wanda, Jeanette, Quinn, Charlie, Jury und Mr. Martin? Falls ihr die grundlegenden Regeln der Geisterwelt noch nicht kennt, empfehle ich euch unsere Vorstellung der August 2025er Sendung, sonst würde diese Review nämlich zu lang werden. Doch auch neue Details werde ich euch nicht komplett spoilern, denn es bleibt wie in den ersten beiden Staffeln. Die Spannung der Serie macht das Ungewisse aus. Die vielen kleinen Rätsel, die die Welt der Geister immer wieder aufwirft. Dabei gibt es mit jedem gelösten Detail neue Fragen. Eine ist, was passiert eigentlich, wenn es das Gebäude, in dem die Geister gestorben sind, nicht mehr gibt? Denn sie sind nicht nur an dieses gebunden, sondern interagieren damit. Die Narben sind an ganz spezielle Orte gebunden. In die Erlösung schreiten die Geister durch eine Tür. Doch nun versucht die Bezirksleiterin, einen Abriss der Schule zu erwirken. Ob das aus noblen Gründen passiert? Natürlich nicht. Und es gilt, sie zu stoppen. Darüber hinaus – und jetzt solltet ihr doch weghören, wenn ihr die ersten beiden Staffeln noch nicht geschaut habt und nicht gespoilert werden wollt – entsteht folgende Frage. Die Schule ist nicht der einzige Ort, an dem Geister existieren. Könnte das, was sich die ersten beiden Staffeln hier ereignet hat, nicht auch an einem anderen Ort schon längst ereignet haben? Was, wenn Maddy nicht die einzige ist, die von einem Geist genutzt wurde, um wieder in die Welt der Lebenden zu gelangen? Auch in dieser Staffel gibt es ein paar neue Charaktere und hier ist die Serie besser geworden, sie einzuführen. Durch den zweiten Ort mit Geistern ist es selbstverständlich, dass es hier neue Personen gibt. Weitere ergeben sich aus dem Aufdecken der Entstehungsgeschichte der Geisterwelt. Also viel natürlicher und nachvollziehbarer als es mit Quinn und Yuri in der zweiten Staffel war. Dafür wirken manche neuen Geheimnisse etwas gekünstelt hinzugefügt. Plötzlich ist da beispielsweise ein Loch in Mr. Martens Narbe, das von einem Tisch verdeckt wurde. Ich verstehe ja, dass es nicht leicht ist für eine neue Staffel, neue Elemente in die Geschichte einzufügen, ohne die bisherige Handlung inkonsistent zu machen, aber hier sind die Stellen, an denen das Geflecht der Zusammenhänge nochmal aufgeknüpft und neu verwoben wurde, etwas zu lieblos kaschiert. Gekünstelt wirkt meiner Ansicht nach auch der Aufwuchs von queeren Charakteren. Versteht mich nicht falsch, queere Sichtbarkeit ist wichtig und auch wenn es bisher schon ein schwules Paar gab, ist bei weitem nicht das gesamte queere Spektrum abgedeckt. Das dachten sich die Producer bestimmt auch. Und man merkt, dass sie sich das dachten. Man merkt, dass die neuen queeren Facetten aus Prinzip hinzugefügt wurden. Das könnte Stirnrunzeln insbesondere bei nicht queeren Menschen hervorrufen und nicht unbedingt zum Verständnis beitragen. Trotzdem ist es gut, dass es nicht nur schwule Typen gibt, sondern auch, dass Lesbisch, Bi, Trans und Intersein eine Rolle spielen und das sogar nicht unbedingt in feste Schubladen eingeordnet. Auch hier gilt, wie im letzten Review, all das ist Neckarn auf hohem Niveau. Skull Spirits bringt Nervenkitzel mit und baut eine Spannung auf, die wow ist. Es fällt schwer nach einer Folge auszumachen. Diesmal hat sie mich sogar stark an Stranger Things erinnert. Es gibt eine rätselhafte Parallelwelt, korrupte Machenschaften, ein Monster von der anderen Seite und eine Gruppe Jugendliche, die dem ganzen nachgehen und Einhalt gebieten. Meiner Meinung nach steht School Spirits dem Stranger Things Vorbild in fast nichts nach. Schauspiel, Szenengestaltung, Handlung, all das läuft auf hohem Niveau und dann bringt School Spirits das Plus, mehr queere Vielfalt abzubilden. Damit hatte sich Stranger Things lange Zeit sehr schwer getan und erst in der vorletzten Staffel einen ganz vorsichtigen Schritt in die Richtung gewagt. Taut euch Spools Probes also an, ihr werdet es nicht bereuen. Ich bin gar nicht tot, richtig? Ich bin hier. Also hier, hier. Sie ist zurück. Kaum zu glauben, dass sie die Eier hat, hier wieder aufzutauchen. Scheiße. Ich bin Bezirksleiterin der Schulaufsicht. Jegliches Verhalten, das einem Verstoßen nur nahe kommt, wird keinesfalls toleriert. Ich hätte auf eine Privatschule gehen sollen. Ich weiß, was in den dunkelsten Ecken abgeht, aber ich will nicht unbedingt, dass mein Freund das auch weiß. Was mache ich hier? Ich gehöre nicht hierher. Weißt du, wenn ich irre wirke, dann weil ich mich auch so fühle. Ich weiß einfach nicht, wie ich das schaffen soll, in zwei Welten zu leben. Maddy! Maddy! Maddy! Es sind doch andere. Die sind nicht wie wir. Diese Schule ist eine einzige Todesfalle. Stopp! Stopp! Halten Sie an! Maddy! Wir müssen hier verschwinden. Schhh! Sofort! Stopp, stopp, halten Sie an! Wir müssen hier verschwinden. Pssst, sofort! Zum Abschluss ein Hinweis in eigener Sache. Habt ihr schon unsere frisch überarbeitete Website gesehen? Hier findet ihr übersichtlich alle Reviews wieder. Dazu unsere eigene Sternebewertung und natürlich, wann die nächste Folge erscheint. Haut mal drauf!