Ich würde dich bitten, dass du kurz vorstößt. Ja, mein Name ist Christina Haslena. Ich bin vom Team Welthaus der Diözese Linz. Ich bin dort Referentin für Entwicklungspolitik und ich bin die Projektkoordinatorin von Fernsicht, der entwicklungspolitischen Film- und Dialogabende. Fernsicht, Film, Dialog, Entwicklung. Bitte gib uns doch einen kurzen Überblick über das Filmfestival. Was ist Fernsicht? Bei Fernsicht steht jedes Jahr ein anderes Land im Fokus und wir zeigen dann in verschiedenen Orten in Oberösterreich, in verschiedenen Kinos, Filme aus und zu diesemen, wo sie normalerweise in Österreich weniger erfahren und weniger Einblick haben, weil in den Medien wenig berichtet wird und weil man einfach so auch wenig über diese Regionen und Länder lesen kann. Und andererseits natürlich auch die Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Themen anzuregen und auch in der breiten Öffentlichkeit einfach da das Interesse zu wecken. Ganz wichtig für uns sind da auch die nachhaltigen Entwicklungsziele. Wir schauen uns auch immer an, wie werden diese Ziele in den Ländern umgesetzt, wo gibt es Herausforderungen, wo sind die Chancen. Wo gibt es Herausforderungen, wo sind die Chancen? Spannend ist vielleicht auch noch, dass die Fernsichtveranstaltungen Screen-Event umgesetzt werden oder auch geplant werden. Das bedeutet, dass wir schon bei der Planung über die Organisation, über die Durchführung darauf achten, dass die Veranstaltungen möglichst nachhaltig und ressourcenschonend gestaltet sind. Das ist ja wunderbar, so kann man sich das nur wünschen. Dieses Jahr ist ja das Schwerpunktland Burkina Faso. Welchen Hintergrund gibt es da? Ja genau, wie bereits erwähnt, das Festival gibt es jetzt schon seit 2004, das ist schon eine sehr lange Zeit, wo wir eben mit Fernsicht unterwegs sind. Und wir waren, letztes Jahr war der Fokus Albanien und Kosovo, davor haben wir gehabt, Philippinen waren, Zentralamerika, Kenia und so weiter. Und wir schauen natürlich, dass wir einfach auch verschiedene Regionen in den Blick nehmen. Westafrika haben wir jetzt schon längere Zeit nicht mehr gehabt. Jetzt war es uns einfach wichtig, dass wir da wieder mal auch den Blick hinlenken. Und Burkina Faso deshalb, weil es einfach ein höchst interessantes Land ist. Einerseits zählt es zu den am wenigsten entwickelndsten Ländern. Die Armut ist, fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Das Land ist ganz stark betroffen von den aktuellen Klimaveränderungen. Dürre und Bodenerosion ist recht problematisch dort. Und die Menschen leben zum Großteil von der Landwirtschaft, von der Subsistenzwirtschaft. Auch politisch sind Unruhen ein Thema, Terrorismus ein Thema. Das heißt, das ist eine sehr bewegte Zeit. Terrorismus ein Thema. Das heißt, das ist eine sehr bewegte Zeit. Und gleichzeitig hat das Land aber eine unglaubliche kulturelle Vielfalt. Also die kulturelle Landschaft ist unendlich vielfältig. Und in Burkina Faso findet tatsächlich das Fespa Co statt. Und das ist eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Filmfestival in Afrika, wo ganz, ganz viele spannende Filme aus Afrika, Afrika und die Aspera, gezeigt werden. Und das ist natürlich für ein Filmfestival, wir sind ja auch natürlich da sehr interessiert daran. Und insofern hat sich das so sehr gut ergeben und interessiert uns natürlich sehr. Sehr spannend. Das Festival findet im März bis April 2026 statt. Es sind Film und Gespräch an sechs Kinos an sechs verschiedenen Orten in Oberösterreich. Wie sieht das Programm von Fernsicht aus? Wir starten am 19. März im Programm Kino Wels mit dem Film Die Revolution frisst ihre Kinder. Das ist ein Spielfilm. Weiter geht es dann mit einem Programm für Schulen. Wir sind dann am 25. März und am 26. März einmal im Kino Freistadt und dann im Kino Kirchdorf und zeigen dort den Film If You're a Man. Das ist eine Dokumentation über Goldabbau im Borkiner Faso, über Kinderarbeit und Goldabbau. Da haben wir auch eine sehr wertvolle Kooperation mit der Drei-Königs-Aktion, die da extra für die Schulen und Klassen, die da teilnehmen, dann auch einen Workshop anbieten, genau zu dem Thema von dem Film. Also die wird da auch eigens ein bisschen dafür kreiert und zusammengetragen. Also die haben ja auch ein sehr vielfältiges Wissen natürlich. Und der wird dann angeboten, um das Ganze nochmal zu kontextualisieren. Dann geht es weiter am 8. April in Linz mit dem Film Watergirls. Da sind wir im Movimento in Linz. Und dann haben die Zusehenden gleich dreimal die Möglichkeit, den Film Kein Gold für Karl Sacker zu sehen. Das wird sein am 9. April im Kino Katzdorf, dann am 21. April im Stadttheater Gmunden. Da haben wir eine ganz wunderbare Kooperation mit der Kulturinitiative 0816, die da diesen Abend veranstalten. Initiative 0816, die da diesen Abend veranstalten. Und am 23. April sind wir dann im Kino Kirchdorf. Wunderbar, das ist ja wirklich sehr schön aufgestellt, das Programm. Und sehr vielfältig auch, wie man so schön hört. Wie geht es dir da bei der Ortsauswahl vor? Gibt es da irgendwie eine Idee dahinter? Ja, zum einen schauen wir natürlich, dass wir ein bisschen eine Verteilung haben, also dass wir uns nicht nur an einem Ort konzentrieren in Oberösterreich, sondern dass wir ein bisschen eine Verteilung haben, also dass wir uns nicht nur an einem Ort konzentrieren in Oberösterreich, sondern dass wir möglichst viele Menschen erreichen. Zum anderen schauen wir auch, wo gibt es möglicherweise KooperationspartnerInnen, mit denen wir zusammenarbeiten können, die da auch interessiert sind, wo das Ganze auch thematisch gut zusammenpassen kann, wo könnte auch vor Ort Interesse liegen für verschiedene Themen oder eben auch für das Land. Das ist natürlich immer auch spannend. Und dann, was auch im Sinne des Green Events ist, wir schauen natürlich auch, ob diese Orte auch, ob eine öffentliche Anreise zum Beispiel möglich ist, ob das möglichst barrierefrei ist. Und diese Dinge spielen natürlich auch eine Rolle bei der Auswahl. Und dieses Jahr zum Beispiel haben wir Kirchdorf dabei. Das ist ein Kino, da waren wir bis jetzt noch nicht. Also wir schauen, dass wir da ein bisschen eine Vielfalt auch dabei haben und natürlich eben auch Standorte dabei haben, wo wir schon seit langem immer wieder sind und wissen, dass das Interesse sehr groß ist und auch das Publikum, das sehr vielfältig ist, das ist dann auch immer wertvoll. Ja, ja. Welche Filme werden da gezeigt? Du hast die Titel eh schon angesprochen, aber vielleicht kannst du uns noch einen kurzen Überblick oder kleine Inhaltsangaben zu den Filmen geben. Ja, dieses Jahr haben wir mit Die Revolution frisst ihre Kinder einen Spielfilm im Gepäck. Das ist meines Erachtens ein herausragender Spielfilm. Es ist ein Spielfilm im Mockumentary-Stil, der vereint viele verschiedene Ebenen. Es ist einerseits eine fiktionale Geschichte, die sich aber als Dokumentation gibt und das Spannende ist hier auch, dass da auch tatsächliche Filmaufnahmen von einem historischen Moment dabei sind, die im Burkina Faso stattgefunden hat, ebenso wie Filmaufnahmen von Interviews, die tatsächlich geführt worden sind mit Personen aus Burkina Faso. Also das vermischt sich. Und da geht es darum, dass ein Grazer Puppenensemble oder Theaterensemble nach Burkina Faso reist und dort ein Theaterstück über die Französische Revolution inszenieren möchte. ein Theaterstück über die französische Revolution inszenieren möchte. Das Ganze findet 2014 statt oder spielt 2014. Und 2014 war es so, dass in Burkina Faso tatsächlich eine Revolution stattgefunden hat. Da wurde der langjährige Präsident Blaise Comparé, damals der war 27 Jahre in der Macht, wurde durch Proteste der Bevölkerung zum Rücktritt gebracht. Und dieses Theaterensemble kommt zu diesem Moment und spielt das Theaterstück mit im Endeffekt Puppen von Blaise Comparé und von einem burkinischen Revolutionär, dem Thomas Sankara, der davor schon Präsident war, und sind dann der Meinung, sie hätten diese Revolution angefacht. Das heißt, der Film spielt auch ganz stark auf unser eigenes, oft unhinterfragtes oder unwahrgenommenes regionales europäisches Selbstverständnis an. Neokolonismus ist ein Thema, also das ist ein ganz spannender Film. Neokolonismus ist ein Thema, also das ist ein ganz spannender Film. Super. Dann haben wir noch dabei If You're a Man, das ist für unser Schulprogramm. Das ist ein Film zum Thema Kinderarbeit und zum Thema Goldabbau in Burkina Faso. Da geht es um handwerkliche Goldminen. Und da wird der 13-jährige Opio bei seinem Arbeitsalltag in die Goldmine begleitet und das ist ein sehr eindrucksvoller Film, weil auch wirklich ganz tief hinab die Kamera ihm in die Schächte folgt und man eben einen sehr guten Einblick in den Alltag bekommt eines jungen Menschen, der eben in so einer Mine arbeitet und auch in die herausforderungen und sorgen und die gegebenheiten dann haben wir noch dabei das ist ein film der junge frauen in burkina faso sind oder druck in der hauptstadt von burkina Faso auf ihren letzten Schuljahren begleitet in einer Ausbildung zu Kfz-MechanikerInnen. Natürlich Arbeitslosigkeit und auch Jugendarbeitslosigkeit ist in Burkina Faso ein recht heißes Thema. Und diese Frauen sind natürlich einerseits mit ökonomischen Zwängen konfrontiert, mit persönlichen Herausforderungen, aber auch mit gesellschaftlichen Erwartungen daran, was eine Frau zu sein hat, sein darf. Und man sieht auch eben ihren Weg und ihren Wunsch nach Selbstbestimmung und auch ihre Anstrengungen. Und das, was sie beschäftigt. Das ist auch ein sehr spannender Film. Und dann haben wir noch Kein Gold für Kalsaka dabei. Der Film fokussiert jetzt auf den industriellen Goldabbau in Burkina Faso. Da geht es um Kalsaka, das ist ein Dorf im Norden Burkina Fasos. Und da kommt eine britische Goldmine und betreibt dort eine Goldmine in Burkina Faso. Und nach wenigen Jahren ist diese Mine erschöpft und die Gesellschaft zieht sich zurück. Und den Menschen wurden zu Beginn Verbesserungen der Infrastruktur versprochen. Also Schulen, Gesundheitszentren und so weiter und so fort, Arbeitsplätze. Und tatsächlich geblieben sind einfach zerstörte Böden, zerstörte Lebensbedingungen. Und die Menschen versuchen dann einfach Aufklärung zu schaffen, Gerechtigkeit zu finden. Und dieser Film ist auch deshalb so spannend, weil der Regisseur einerseits selbst aus dieser Region stammt und das keine typische Dokumentation in dem Sinn ist, sondern der Regisseur da auch stark kommentiert. Es ist auch so, dass der auch die Menschen bei der Aufklärung unterstützt und durch verschiedene Kunstgriffe dann auch, ich sage jetzt mal, ein bisschen in den Spiel-Film-Charakter reinkommt und ein ganz eigenes Gefühl eben da ist. Und dieser Film ist eben auch beim FESPACO gelaufen. Ah, okay. Klingt auch sehr fein. Was sind für dich persönlich so die Festival-Highlights? Kann man das sagen? der unterschiedlichen Thematiken, aber auch, wir haben es zuerst ja schon angesprochen, wie wir unsere Standorte auswählen. Es macht natürlich einen Unterschied, welches Publikum vor Ort sein wird, welche Kooperationspartnerinnen mit uns zusammenarbeiten, aber auch die unterschiedlichen Experten und Expertinnen, die wir eingeladen haben. Also wir haben einerseits Menschen aus der Wissenschaft eingeladen, aber auch Menschen, die vielleicht selbst aus dem Land sind, Menschen, die sehr lange mit dem Land in Verbindung stehen oder mit Regionen und Themen in Verbindung stehen. Wir haben auch Menschen aus der Entwicklungszusammenarbeit dabei, die seit vielen, vielen Jahren dort in Burkina Faso Projekte betreiben oder betreuen und täglich in Austausch mit den Menschen vor Ort stehen. Und jede Kombination bringt natürlich ganz eigene Themen an den Tag. Und von dem her bin ich wirklich der Meinung, es lohnt sich, überall hinzuschauen. Auch wenn ein Film zum Beispiel mehrfach gezeigt wird, kommen dann unterschiedliche Experten, es ist ein unterschiedliches Publikum und ja, was ich auch noch nicht erwähnt habe, im Sinne der Barrierefreiheit zeigen wir die Filme auch alle bei freiem Eintritt, also wirklich ganz große Einladungen, alle die Interesse haben zu kommen, mitzudiskutieren. Toll, ja. Wir richten uns an ein ganz breites Publikum, also man muss auch kein Vorwissen haben, um teilnehmen zu können. Es ist für jeden etwas dabei. Super. Gibt es auch ein Rahmenprogramm am Festival selbst? Ja, das ist jedes Jahr ein bisschen anders. Wir haben uns dieses Jahr dazu entschieden, eben uns auf die Beiträge der Experten und Expertinnen zu fokussieren und eben auf die Kooperation mit den Workshops, weil die Thematik eben oder die Themen vielfältig sind und wir auch unseren Vortragenden da wirklich den Raum lassen möchten, da in die Tiefe zu gehen, das anzusprechen, was relevant und wichtig ist und auch was im Publikum aufkommt. Es kommen ja auch sehr oft dann ganz spannende Themen im Publikum auf, die man vielleicht im Vorfeld nicht bedacht hat. Und uns war es da ganz wichtig, einfach genügend Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen. Und dann auch im Nachhinein der Filme, dass auch einfach noch Zeit ist, informell beisammen zu sein und sich auszutauschen. Und vielleicht noch mit den Referierenden dann auch in Kontakt zu treten, wenn ich jetzt im Kinosaal keine Frage stellen möchte, aber das hinterher vielleicht noch tun möchte. Mhm, ja. Du hast gerade Workshops angesprochen. im Kinosaal keine Frage stellen möchte, aber das hinterher vielleicht auch tun möchte. Du hast gerade Workshops angesprochen. Genau, das sind diese Workshops, die im Rahmen der Schulvorstellungen dann angeboten werden von der Technikaktion. Okay, und um was geht es bei diesen Workshops? Die nehmen Bezug auf den Film If You're a Man und da geht es eben stark um Kinderrechte, aber in Bezug zu Gold. Gold ist ja auch ein Thema, womit sich die Drei-Königs-Aktion schon seit Längerem beschäftigt. Das sind ja ganz starke soziale und ökologische Folgen, die dieser Goldabbau für eine Region und auch für die Menschen vor Ort hat, die wir so oft gar nicht abschätzen können und von denen wir gar nicht wissen. Und dieser Film, oder dieser Workshop wird da eben eine gute Vertiefung ermöglichen zu dem Thema. Verstehe. Ja. Möchtest du noch irgendwas teilen, was das Festival Fernsicht betrifft? Ja, ich möchte natürlich die Gelegenheit nutzen und mich auch ganz herzlich bei unseren Fördergebern und Fördergeberinnen bedanken. Also Fernsicht wird dieses Jahr unterstützt oder schon länger unterstützt von der ADA, also der Austrian Development Agency, aus Mitteln der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Und natürlich von unseren vielen, vielen KooperationspartnerInnen, die das Festival einfach auch dann zu dem machen, was es ist. Und das ist eine wunderbare Zusammenarbeit, die seit vielen Jahren ganz, ganz toll funktioniert. Und auch wenn wir wieder zu neuen Standorten kommen, wie jetzt in Kirchdorf, wo wir noch nicht waren, wo man auf ganz viel Interesse stoßt und genau, dann wieder neue Verknüpfungen entstehen, neue Kooperationen entstehen und da möchte ich einfach ein ganz, ganz großes Dankeschön aussprechen. Ja, und natürlich eine herzliche Einladung an unsere Besucherinnen und Besucher und Interessierte an alle, die vorbeikommen möchten. Wir freuen uns. Wunderbar. Vielen Dank für deine schönen Worte. Danke an dich. Vielen Dank.