Einen wunderschönen guten Tag, meine Damen und Herren, und willkommen zur vierten Folge Mein Weg, deine Chance, Gesichter des Erfolgs. Heute stellen wir Ihnen eine Frau vor, die ihren Weg mit Entschlossenheit, Einsatz und sozialem Engagement gegangen ist. Nervina Mamomic, vielen Dank dank dass du heute abend mein gast ist der wiener du bist im jugoslawien geboren bis nach österreich sehr jung gekommen hast vieles erlebt und ich bin wirklich gespannt auf seine erfolgsgeschichte noch einmal danke dass wir zeit genommen hast und dann diesem interview teil vielleichtimmst. Vielleicht, Nelmina, kannst du uns kurz erklären, woher du stammst in Bosnien-Herzegowina? Einfach mal deinen Lebensweg oder deine Lebenssituation dort erklärst, wie das war, damit wir einfach ein Bild dazu haben. Bitte. Herzlichen Dank für die Einladung einmal. Ja, ich komme ursprünglich aus Zentralbosnien, aus einer kleinen Stadt, die Bugojno heißt. Die ist sehr wirtschaftlich trotzdem, obwohl sie klein war, sehr weit entwickelt war damals. Ja, und ich bin nach Österreich mit sechs Jahren gekommen. Also ich bin sozusagen ein Gastarbeiterkind und war bis zu meinem 14. Lebensjahr in Österreich und bin dann wieder zurück nach Bosnien. Und war bis zu meinem 14. Lebensjahr in Österreich und bin dann wieder zurück nach Bosnien. Und nach vielen Wegen, nach Studium, das ich nicht abschließen konnte, bin ich wieder 1990 nach Österreich gekommen. Wenn du jetzt zurückdenkst, was waren so die Hauptgründe, warum du nach Österreich gekommen bist? Eigentlich wollte ich nicht mehr. Also ich wollte wirklich in meiner Heimat bleiben. Aber wie das Leben halt so spielt, also es war einfach, ich habe eine eigene Familie gegründet gehabt, habe ein kleines Kind gehabt und ich bin vor dem Krieg gekommen. Ich bin nicht als Flüchtling gekommen. Es war einfach die aussichtslose Situation. es war einfach die aussichtslose Situation also mein Mann war zwar beschäftigt aber das Gehalt hat kaum für Ernährung ausgereicht geschweige denn für was anderes aber was mehr für mich ausschlaggebend war war eben einfach diese Gespräche es kommt ein Krieg also 1990 vor dem Krieg waren so viele schon Geschichten. Also man sieht Soldaten in den Wäldern und ich hatte ein kleines Kind, also drei Monate alt war meine Tochter, wie ich wieder zurückgekommen bin. Und ich habe einfach nur die Intuition gehabt, ich muss weg. Ich muss weg, ich muss mein Kind retten. Also das war dann eher das Ausschlaggebende. Und wie war so deine Ankunftszeit, also die erste Zeit, wo du nach Österreich gekommen bist? Wie hat das ausgeschaut? Also das erste Mal als Kind war es natürlich anders. Also als Kind hat man da ein anderes Bild und auch andere Erfahrungen. Es war damals für mich ziemlich schwer als Kind mit sechs Jahren. Also ohne ein Wort Deutsch bin ich in die Schule gekommen, in die erste Klasse. Das war ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich und hat mich wirklich dazu gebracht, dass ich ziemlich schnell lernen wollte, weil mir das irgendwie unangenehm war. unangenehm war. Ja, und wie gesagt, als Kind war es einfach, man denkt nicht viel darüber nach. Ich habe viel beobachtet und auch meine Eltern beobachtet, wie schwer sie es damals hatten. Anders war es dann 1990, als ich mit meinem eigenen Kind gekommen bin. Ich hatte eine andere Ausgangsposition. Ich konnte die Sprache schon. Aber es war trotzdem, also war auch für mich prägend, dass nicht nur die Sprache notwendig ist, sondern es hat viele Faktoren gegeben, die eben für Menschen, die nach Österreich kommen, sehr du nach Österreich gekommen bist. Welche Personen oder Organisationen haben dir am Anfang geholfen, damit du dich da quasi einlebst? hinter der Gruppe der Jugoslawen auch ein starker Rückhalt. Es hat wirklich Vereine gegeben, die sehr aktiv waren, wo sehr viele Konzerte waren. Also das war so meine Sozialisierung parallel zur Schule und zum Hort, den ich damals besucht habe. Also ich habe beides wirklich sehr intensiv erlebt. Und in den 90er Jahren war einfach das schon abhandengekommen. Also es war schon irgendwie vor dem Zerfall. Also in der ersten Zeit hatte ich auch nicht viele Möglichkeiten irgendwie. Ich hatte ein kleines Kind. Also Personen waren einfach zufällige Personen, die ich zufällig kennengelernt habe. Also wo ich nochmals gekämpft habe um meine Beschäftigungsbewilligung, meine Aufenthaltsgenehmigung. Aber da war eher der private Bereich und auch Zufallsbekanntschaften eigentlich. Wenn du jetzt wirklich auf deine schulische bzw. berufliche Ausbildung denkst, wie war das jetzt, bevor du nach Österreich gekommen bist, bzw. wie hat sich dein Weg dann in Österreich entwickelt? Bin wieder nach Bosnien in die achte Grundschule gekommen und dort habe ich dann nach der Grundschule ein sprachliches Gymnasium gewählt. Es hat geheißen Übersetzer für Deutsch und Englisch. Eigentlich war es Deutsch und Englisch. Deutsch, Englisch, richtig, ja. Und nach diesem sprachlichen Gymnasium habe ich versucht, in Sarajevo Germanistik zu inskribieren, weil mir ein Studienplatz in Aussicht gestellt worden ist, weil ich die Schule öfters in Jugoslawien vertreten habe, bei Wettbewerben und hohe Plätze damals gewonnen habe. Leider hat das nicht funktioniert und mit einigen Freundinnen haben wir uns entschlossen, weil wir jemanden gekannt haben in Pristina, in Kosovo, dort zu inskribieren und dann eventuell wieder zu wechseln. Dort sind wir angekommen und haben dann festgestellt, dass es Germanistik nicht gibt. Es hat Anglistik gegeben, habe gesagt, da passt auch. Habe dann dort Anglistik und Amerikanistik inskribiert und habe drei Jahre, also sechs Semester abschließen können. Im siebten Semester habe ich eine eigene Familie gegründet und habe dann im Fernstudium weitergemacht. Dann ist der Zwischenkrieg gekommen, bin nach Österreich gekommen. Ja, fast. Also ohne Beruf. Dann habe ich gelernt, was wichtig ist, was Beruf ist. Also bis dahin habe ich nur gelernt und Interessen gehabt und dann habe ich gemerkt, man muss auch einen Beruf haben in Österreich oder vielleicht überall und habe einfach mal starten müssen mit irgendeinem Job, also als Küchenhilfe. Und habe dann, nachdem ich meinen rechtlichen Status geklärt habe, überlegt, was kann ich so tun, was kann ich so, welche Kompetenzen habe ich und habe aus dem dann irgendwie nach Inseraten gesucht und habe dann verschiedene Stellen auch gefunden, die mir entsprochen haben. Aber irgendwie war das nicht die Erfüllung. Also ich habe schöne Tätigkeiten gehabt, aber irgendwie habe ich immer wieder auch Weiterbildungen, Ausbildungen gemacht. Neben dem habe ich dann in einer Ordination gearbeitet. Dort habe ich die Ausbildung zur Ordinationsassistenz gemacht. War schon besser, aber irgendwie hat mir immer was gefehlt. Und dann durch meine Tätigkeit bei Migrare bin ich so richtig angekommen und habe gewusst, das ist das, was ich eigentlich tun will. Ich will mich wirklich hier in dieser Gesellschaft nützlich machen und das ist mir durch diese Tätigkeit gelungen. Und dann habe ich dann endlich meinen Traum erfüllen können. Mit 48 habe ich meinen Master in Österreich gemacht in Bildungsberatung, weil eben ich hinter mir war ein nicht abgeschlossenes Studium, was mich immer irgendwie so gestört hat. was mich immer irgendwie so gestört hat. Und konntest du deine Qualifikationen, die du jetzt mitgebracht hast nach Österreich, auch tatsächlich irgendwie auch verwenden oder anerkennen lassen? Gab es da die Möglichkeiten auch zu der Zeit? Zu der Zeit war das Thema Anerkennung absolut nicht gegeben. Also war auch nicht in der Gesellschaft ein Thema. Also es war immer noch das Klischee bei Personen, die aus dem Ausland gekommen sind. Also Frau Reinigung, so war es auch bei mir beim AMS. Also es hat mich keiner nach meinen Kompetenzen gefragt. Also ich war perplex. Ich habe mir gedacht, ich kann so viel. Und irgendwie habe ich mich dann selbst orientiert und habe nach dem, was ich geglaubt habe, dass ich gut kann, nach Inseraten gesucht und Stellen gesucht. Und es hat tatsächlich welche gegeben, wo genau das gebraucht wurde, was ich bieten konnte. Ja, aber es war eigentlich kein, also im System niemand da, der mir da irgendwie behilflich sein konnte. Oder ich wusste nicht, ob es jemanden gab zu diesem Zeitpunkt. Also ich habe mich da ziemlich alleine durchgekämpft. Du hast ja schon angesprochen, die Weiterbildungen und Umschulungen, die du ja schon gemacht hast. Welche waren das noch einmal? Also eine Ausbildung zur Ordnungsassistenz. Ich habe immer wieder selbst auch, also ich habe Konversationskurse besucht für Englisch, damit ich die englische Sprache nicht verlerne oder vergesse. Ich habe während meiner Tätigkeit auch als kaufmännischer Angestellte verschiedene diverse Weiterbildungen im Bereich EDV. Ich habe dann nachher ECDL auch gemacht. Dann bei Migrare habe ich interne viele Weiterbildungen und Ausbildungen und Seminare besucht, also in verschiedensten Bereichen. Man hört es ja immer so, heute Deutsch ist eigentlich der Schlüssel zu all dem Ganzen. Wie schwer oder leicht war es für dich mit der deutschen Sprache? Am Anfang hast du dir leicht oder schwer getan, die deutsche Sprache zu lernen? Also es ist schon vorteilhaft, dass ich mich ausdrucken konnte, aber manchmal sage ich, also spaßhalber, ich habe dann auch leider auch alles verstanden. Manchmal war es vielleicht nicht vorteilhaft, aber ich bleibe bei dem, also es ist wirklich die Sprache ist der Schlüssel, weil einfach trotzdem kann man dann sich besser ausdrücken. Also es ist einfach, also das ist für mich einfach Nummer eins, also die Sprache, die deutsche Sprache zu erlernen. Das ist ganz wichtig, was ich jeden Tag betone, weil sonst ist es wirklich schwierig. Wenn du jetzt zurückdenkst, was war die erste, du hast es glaube ich schon erwähnt, deine erste Arbeitserfahrung oder die erste Arbeitsstelle in Österreich, wo du dann angefangen hast zu arbeiten. Kannst du das kurz beschreiben, wie das für dich war? Also ich habe lange gebraucht, bis ich die Arbeitgeberin überzeugt habe, weil sie mich nicht wollte in der Küche. Sie hat damals schon gemeint, sie können viel mehr. Ich habe gesagt, ja, Studierende arbeiten auch andere Tätigkeiten. Also ja, es war für mich so ein Neubeginn. Zu dem Zeitpunkt war ich einfach dankbar, auch für diesen Job, weil einfach die Existenzgründung zu dem Zeit sehr wichtig war. Gründung zu dem Zeit sehr wichtig war. Ja, also ich habe wirklich vieles lernen müssen, also aus dem, was ich immer mit, also Kopfarbeit habe ich auf einmal körperliche Arbeit die Erfahrung machen können, was auch nicht unbedingt, also ich kann vieles Positives aus dem herausholen. Also ich denke, also es war wichtig, dass ich was tue, dass ich, dass man was tue. Dass man einfach losgeht und nicht wartet auf irgendwelche Gelegenheiten. Durch diesen Job haben sich viele andere Gelegenheiten für mich eröffnet. Gab es am Anfang wirklich Hürden bei der Jobsuche? Man hört das ja oft, man ist mit Diskriminierungen konfrontiert. Wie war das bei dir, also bei der Jobsuche generell? Und hattest du da Diskriminierungserfahrungen? Ja, auch. Also es war, aber nicht, also jetzt war das nicht für mich prägend. Irgendwie habe ich, ich weiß es nicht, ob es jetzt, manchmal nimmt man das persönlich, aber ich habe parallel zum Beispiel einmal eine Arbeit gesucht mit einer österreichischen Freundin. Wir haben fast dieselben Erfahrungen gehabt. Deswegen bin ich da ein bisschen vorsichtig. Aber es hat einmal eine Situation gegeben, wo mich jemand mehrmals nach meinem Familiennamen gefragt hat, wo ich dann gesagt habe, das ist das einzige Exotische an mir eigentlich. Also so in die Richtung habe ich schon verstanden, dass es deswegen vielleicht nicht wegen dem Job ist, aber grundsätzlich war es eher positiv für mich. Und wenn du jetzt wirklich an dein Berufsleben denkst, was ist wirklich so etwas, wo du sagst, auf das bin ich stolz in meinem Berufsleben? Gibt es da irgendwas, was du sagst, das ist ganz besonders für mich? Ja, das ist eine schwierige Frage. Ich bin immer stolz auf andere, auf mich selbst. Ich bin schon stolz, dass ich meine Ausbildung hier machen konnte, dass ich mein Studium abschließen konnte. Und das war wirklich eine Herausforderung zu einem Vollzeitjob und zur Familie. eine Herausforderung zu einem Vollzeitjob und zur Familie. Und ich bin schon auch auf meinem beruflichen Weg, den ich gegangen bin, sehr stolz. Also im Allgemeinen auch. Vielleicht kurz ein anderes Thema. Du hörst ja das Wort Integration des Öfteren. Da hast du sicher sehr viele Erfahrungen auch damit gemacht. Aber was ist so für dich persönlich das Wort Integration, wenn du das hörst? Ich bin schon so müde von diesem Wort irgendwie. Also ja, Integration, Integration. Ich glaube, oft wird viel zu viel gesprochen und weniger getan. Manchmal ist es vielleicht gar nicht so kompliziert. Also es ist einfach diese menschliche Begegnung, wenn man die zulässt, dann würden wir vielleicht viel weniger darüber sprechen, mehr tun. jemandem etwas aufzwingen und Vorgaben machen, die manchmal unrealistisch sind. Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und es gibt keinen einzigen, einen Weg, sondern es gibt mehrere Wege. Und wie gesagt, es ist vielschichtig und für alle Menschen gibt es kein Rezept. Also es ist einfach, man muss zulassen, einfach, dass man eine menschliche Begegnung schafft und ich glaube, dann wird vieles leichter. Ich meine, es ist ja sehr viel Zeit verstrichen, seitdem du hier nach Österreich gekommen bist. Wenn du jetzt sagen würdest, wie du dich fühlst, fühlst du dich eher als Österreicherin, als Bosnierin oder als beides? Oder als Jugoslawin? Wie würdest du wie du dich fühlst. Fühlst du dich eher als Österreicherin, als Bosnierin oder als beides? Oder als Jugoslawin? Wie würdest du das definieren? Es ist alles in mir. Das ist meine Identität. Sowohl Jugoslawien, Bosnien, Österreich. Ich lebe in der Zwischenzeit viel länger in Österreich. es ist einfach, also ich bin eher politisch verhandlagt. Ich fühle mich in vielen Ländern wohl. Aber wie gesagt, es gibt keine eine Identität. Ich habe mehrere Identitäten und habe lange Zeit gebraucht, bis ich das begriffen habe. Und seitdem ich das weiß, ist es wirklich schön und gut so. Welche kulturellen oder religiösen Elemente aus deiner Heimat pflegst du auch weiterhin? Ja, vieles. Obwohl ich lange in Österreich lebe, aber es prägt schon einen die Kindheit und auch das Familiäre. Also ich bin das, was ich bin und das, was ich in meiner Familie gelernt habe, gebe ich weiter an meine Kinder, so viel sie wollen. Und es wird nichts aufgedrängt, aber eigentlich stehe ich zu meinen Wurzeln und ich bin auch stolz auf meine Wurzeln und pflege das weiterhin. Sowohl das Kulturelle als auch das Religiöse, aber in einem angemessenen Teil. religiöse, aber in einem angemessenen Teil. Ja, wenn du jetzt wirklich schaust, auch dein Berufsleben, hast du da wirklich auch sowohl privat als auch beruflich auch Kontakt jetzt zu anderen Communities, also zu Österreicher, Österreicherinnen oder nur speziell jetzt nur auf die bosnische Community bezogen? Nein, also bei mir ist es einfach so, also dass ich meine Freundschaften aus der Volks- und Hauptschule noch pflege. Ich bin sowohl in beiden Communities oder mehreren Communities. Das ist für mich eine Herausforderung. Ich finde es sehr interessant, mit Menschen unterschiedlicher Herkünfte zu kommunizieren. Für mich gibt es nicht das eine oder das andere. Ich kommuniziere auch mit der bosnischen Community. Also ich habe auch Kontakte und familiäre Verbindungen und auch Freundschaften, sowohl als auch. Du hast ja angesprochen, du arbeitest ja in einem Verein. Gibt es auch andere Vereine oder Organisationen oder vielleicht irgendwo, wo du dich ehrenamtlich auch engagierst, auch neben deinem Job? Früher war das mehr, in der letzten Zeit weniger. Ich war im Bosnischen Verein, habe ich mich engagiert damals. Wenn ich gerufen werde, bin ich auch in anderen Vereinen. Ich war unterwegs, beruflich auch im serbischen oder im kroatischen Verein, wo man mich einlädt, gehe ich auch der Einladung nach, aber momentan ehrenamtlich, aus familiären Gründen ist es momentan nicht möglich. Welche spezielle Rolle spielt für dich jetzt eigentlich die bosnische Community in Österreich oder in Oberösterreich? Wenn du jetzt wirklich sie herausnehmen würdest und sagen würdest, wie würde sie auf die bosnische Community schauen? Ja, das ist eine sehr entwickelte, glaube ich, Community, sehr aktive Community. Ja, für mich ist es auch dieser Kontakt sehr wichtig, eben weil einfach das ein Teil von mir ist, meiner Identität. Und ich bin mit mehreren Personen auch aus dieser Community im Austausch und gerne im Austausch. Gibt es irgendwelche Wünsche oder Ziele, speziell jetzt für die Zukunft, für dich, die du dir vielleicht noch vorgenommen hast? speziell jetzt für die Zukunft für dich, die du dir vielleicht noch vorgenommen hast? Ja, vielleicht wieder mehr zum Ehrenamt zurückzukommen. Es wird in ein paar Jahren hoffentlich mehr möglich, wenn ich mehr Zeit habe. Und eben einfach in diesem Bereich zu bleiben, weiterhin Menschen unterstützen zu können und sie begleiten zu können und meine Kompetenz und Fähigkeiten, die ich habe, auch der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Gibt es irgendwo wirklich einen speziellen Bereich im Ehrenamt, wo das genau zutrifft oder soll das so ähnlich nah sein mit deinem Beruf jetzt, was du noch ausübst? Ja, also es kann sein, eher nah an dem, was ich jetzt ausübe oder eher so, ich würde eher so in die Richtung Brückenbauerin gehen. Also so einfach weiterhin dieses Wort Integration, was ich nicht so mag, einfach vielleicht in die Richtung gehen, Brücken zu bauen, weil ich eben sowohl als auch in allen Communities Kontakte habe. weil ich sowohl als auch in anderen Communities Kontakte habe. Und das würde mein Wunsch sein, in diese Richtung zu gehen, einfach Menschen zu verbinden. Was wäre so deine final message der österreichischen Gesellschaft? Was würdest du der österreichischen Gesellschaft mitteilen? Nicht auf diese so vielen negativen, hetzerischen Parolen einzugehen und nicht alles glauben, was Medien manchmal von sich geben und sich auf Menschen einlassen und versuchen, Vorurteile abzubauen. Natürlich hat jeder Mensch Vorurteile, aber es ist einfach schon so viele negative Konnotationen da, einfach zu schauen, das eigenen Kopf und eigene Meinung zu bilden, das wäre wirklich wichtig. Wenn du jetzt zurückschaust auf dein Leben, auf dein berufliches Leben, auf deinen Bildungsweg, was würdest du sagen, ist für dich das Wort Erfolg? Wie würdest du den Erfolg jetzt auf dich persönlich definieren? Ja, also da kann ich nur sagen, was ich meinen Kindern immer gesagt habe. Erfolg ist, wenn ich mich wohlfühle, wenn ich meinen Weg, meine Erfüllung gefunden habe. Wenn ich meinen Weg, meine Erfüllung gefunden habe. Und ich glaube, ein erfüllter und ein glücklicher Mensch ist auch mehr fähig, sich irgendwo einzugliedern, als wenn man irgendwelche Ziele hat, die vielleicht nicht erreichbar sind. Also für mich ist einmal das eigene Wohlbefinden der größte Erfolg. Wenn du jetzt wirklich noch einmal zurückdenkst und wenn du dir die Schlüsselmomente oder Schlüsselentscheidungen, die du ja getroffen hast in der Vergangenheit, die dich ja geprägt haben und zu dem gemacht haben, was du heute bist, kannst du dich noch einmal zurückerinnern und sagen, gab es da irgendwelche Momente oder Schlüsselsituationen in deinem Leben oder Personen, die dich wirklich auf diesen Weg gebracht haben, dass du zu dem heute geworden bist, was du bist? Ja, schwierig. Also mich hat das geprägt. Also die Hilflosigkeit meiner Eltern, das hat mich so geprägt. Und die haben mir immer geschworen, ich will einfach nicht hilflos sein. Und ich habe mir immer geschworen, ich will einfach nicht hilflos sein. Und auch dadurch, dass sie nicht die Sprache damals lernen konnten, weil das auch nicht Absicht war damals, als Gastarbeiter war man als Gast da und sollte man wieder gehen, es hat keine Angebote gegeben. Und durch diese schwere Arbeit, die sie verrichtet haben, haben sie auch keine Kraft gehabt, das zu erlernen. Und es hat schon Personen gegeben. Also was mich geprägt hat im Krieg in Bosnien, war eben der Hugo Scharnowski. Also damals, wie er einfach reagiert hat. Also wie der Krieg begonnen hat, war ich einfach perplex und habe einfach keine Worte gefunden, weil man einfach sich in dieser Situation nicht positionieren konnte. Irgendwie war einfach so ein Schweigen und er hat das so gut zu Wort gebracht und das hat mich wirklich so geprägt damals, als ich gesagt habe, ja man kann, man darf, man soll kommunizieren, aber es ist immer wichtig, wie. Und also die richtigen Worte zu finden, das hat ja gut gekonnt. Viele sehen ja wirklich den Erfolg am Ende des Weges, aber viele vergessen auch, was waren wirklich die Herausforderungen in der Vergangenheit. Was gibt es da wirklich, wenn du zurückdenkst und das jetzt noch einmal vergleichst mit dem heute, was Migranten und Migrantinnen immer wieder damit kämpfen, was sind wirklich tatsächlich die Herausforderungen für dich damals gewesen und wie siehst du die Herausforderungen heute, für die heutige Zeit? Ja, natürlich ist es eine große Herausforderung, wenn man nach Österreich kommt als Frau, ich weiß nicht, vielleicht auch als Mann oder wenn man eine Familie hat, schon gleichzeitig bei der Kindererziehung einfach aktiv zu sein, eine Existenz aufzubauen, Wohnungen zu finden, zu suchen. Also es ist einfach das neue Leben aufzubauen. Und ich habe auch mehrmals hin und her gewechselt. Das war auch für mich eine große Herausforderung, sich immer wieder anpassen zu müssen. Also auch in meiner ehemaligen Heimat war es nicht leicht, wie ich zurückgegangen bin als Kind, weil ich die Muttersprache nicht so perfekt konnte. Das habe ich nochmals lernen müssen, also diese schriftliche Ausdrucksweise und auch Verständnis. Sprache ist nicht immer Sprache. Das hat mich so geprägt, also das Sprache lernen. Es hat sich da durchgezogen immer in meinem Leben und darum war mir auch wichtig, dass ich Sprache damals studiert habe, also in Fremdsprachen und je mehr man Sprachen kann, desto kann man sich besser ausdrücken und auch besser durchboxen durchs Leben sozusagen. Ja, und ich glaube, und heute ist es nicht anders, wenn die Menschen nach Österreich kommen und einfach vor dem Nichts stehen. Also anders ist, wenn ich das plane, obwohl es auch da Herausforderungen gibt, und geschweige denn, wenn man irgendwo in ein Land kommt, wo man der Sprache nicht mächtig ist, wo man niemanden kennt, wo man von Null anfangen oder vom Minus anfangen muss. Also das ist wirklich eine harte Zeit und schwierig. Und ich bewundere immer Menschen, die trotzdem alles wieder so unter einen Hut bringen können und vieles schaffen können. Gab es in der Vergangenheit auch Rückschläge? Sicher hast du wahrscheinlich auch Rückschläge gehabt. Gab es in der Vergangenheit auch Rückschläge? Sicher hast du wahrscheinlich auch Rückschläge gehabt. Wie bist du aus diesen Rückschlägen quasi, bist du eher positiv damit umgegangen und hast das dann ummünzen können? Oder waren diese Rückschläge eher was Negatives für dich oder haben die dich dann irgendwie anders? Rückschläge sind für mich immer im Moment negativ. Rückschläge sind für mich immer im Moment negativ. Aber ich kann ziemlich gut dann irgendwie wieder Kraft schöpfen und aus Rückschlägen immer wieder Neues wieder aufzubauen. Und ja, Rückschläge sind auch ein großes Lernfeld. Also das ist für mich das Prägendste. Bei Rückschlägen lernt man am meisten. Und durch Rückschläge kann man sich auch am meisten weiterentwickeln. Und wie wichtig ist die Familie oder das Umfeld für dich beziehungsweise für deine persönliche Sehr wichtig. Das ist für mich, also natürlich Familie kommt auf Platz 1 und alles andere kommt dahinter. Wenn junge Menschen oder zum Beispiel Gründer oder Gründerinnen, denen du vielleicht einen Rat mitgeben würdest, was würdest du ihnen raten? Also an sich glauben und wirklich auch nicht sich vom Weg ablenken lassen. Also es gibt immer wieder Ratschläge vielleicht von der Umgebung. Man hat was in sich und man möchte vielleicht einen Weg gehen, der vielleicht nicht üblich ist, der unüblich ist, aber dann irgendwie auf Verstand hört. Natürlich ist es auch gut, Verstand zu haben, aber ich glaube, man sollte mehr dem Herzen folgen. Okay, ja, das hört sich ja gut an. Was zu haben. Aber ich glaube, man sollte mehr dem Herzen folgen. Okay, ja. Das hört sich ja gut an. Was motiviert dich vielleicht heute noch, dass du sagst, obwohl du schon so viel eigentlich erreicht hast, dass du noch weitermachst? Ja, es ist einfach meine innere Einstellung und einfach das, was mich ausmacht als Mensch, dass ich einfach kein Ende sehe in meinem Engagement und dem, was ich gerne tue, weiterhin tun werde. Druck ist ja meistens auch so ein Wort, das jemanden weiter auch prägen kann. Hattest du irgendwelche Druck-Situationen oder hast du noch Druck, dass du sagst, okay, das prägt mich dann auch weiterhin in meiner Arbeit und generell in meinem Tun? Druck ist einfach Alltag. Dann gibt es immer wieder, manchmal mehr, manchmal weniger. Da gibt es halt Druck und dann gibt es wieder die Entlastung. Und man lernt immer wieder, in diesen Situationen oder in Krisensituationen auch wieder Auswege zu finden. Und vielleicht kurz zum Abschluss, wo siehst du dich in den nächsten zehn Jahren? Was würdest du sagen, wie schaut dein ideales Bild in zehn Jahren aus? Also aufgrund meines fortgeschrittenen Alters bin ich in mindestens drei Jahren schon in Pension. Und dann werde ich sehen, was sich ergibt. Was ich dann weiter eben, welche Ideen, ich habe jetzt schon Ideen und arbeite schon ein bisschen daran, was dann nachher ist. Aber da bin ich noch offen. Okay, da sage ich nochmal recht herzlichen Dank, liebe Nermina, wir sind schon am Ende des Interviews und liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, vielen Dank auch an Ihnen, das war die vierte Folge von der Sendung, mein Weg, deine Chance, Gesichter des Erfolgs und bis zum nächsten Mal. Einen schönen Tag noch. Wiederschauen.