Musik Eine gute Erinnerungskultur, das heißt, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und dadurch die Möglichkeit zu haben, zu erkennen, warum Dinge so sind, wie sie sind, wie sie sich entwickelt haben und damit auch seine eigene Identität wahrzunehmen, ist ein ganz wichtiger Punkt, um aus der eigenen Geschichte zu lernen und Dinge besser zu machen. um aus der eigenen Geschichte zu lernen und Dinge besser zu machen. Gerade in unserer Region, wo die KZ Mauthausen und Gusen situiert sind, ist die Erinnerungskultur für diese Zeit besonders wichtig. Sie ist deswegen wichtig, weil wir uns an die Opfer erinnern. Und die Erinnerung an die Opfer ist ein aktiver Akt des Widerstands gegen den Naziterror ist. Auf der anderen Seite ist es ganz wichtig, dass wir aus dieser Erinnerung die Schlüsse ziehen, warum es zu dieser Situation gekommen ist, warum der Naziterror überhaupt stattfinden konnte und wie wir den Mauthausenschwur der Überlebenden erfüllen können. Niemals wieder darf es solche Ereignisse geben, die so menschenfeindlich sind. Nachdem in St. Georgen der größte Teil des KZ Mauthausen Gusen II unter Tage liegt, ist es notwendig, dass wir die Menschen darauf aufmerksam machen, durch verschiedene Maßnahmen, dass es dieses Konzentrationslager gibt. Wir denken, dass es eine adäquate Möglichkeit ist, mit Kunstwerken im öffentlichen Raum Anstoß zu geben, Auseinandersetzungsmöglichkeit zu geben und darauf hinzuweisen, dass es hier in unserer Region unsägliches Leid und Verbrechen gegeben hat und dass wir uns der Opfer immer erinnern müssen. Mein Name ist Ulrike Burger. Ich wurde im Sommer 1945, also kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in St. Georgen geboren, wuchs hier auf und erlebte eine unbeschwerte Kindheit. Von der Stelle, an der wir uns hier befinden, erbietet sich ein Blick über eine friedliche Landschaft. Eingebettet zwischen sanften Hügeln liegt die Ortschaft St. Georgen. Ein kleiner Fluss, die Gusen, wie fast alle meiner Generation, lange Zeit nichts. Man wollte vergessen. In Familien wurde nicht darüber gesprochen, auch in der Schule, sogar im Gymnasium wurde die Zeit nicht thematisiert. Sogar im Gymnasium wurde die Zeit nicht thematisiert. Mit 16 Jahren lernte ich meinen späteren Mann Rudolf Burger kennen. Von ihm erfuhr ich erstmals, was sich hier in unserer Umgebung zugetragen hatte. Rudolfs Großvater war als politischer Häftling vier Jahre im KZ Dachau zusammen mit Dr. Leopold Fiegl inhaftiert. Heinrich Burger nahm seinen Enkel jährlich zu den Befreiungsfeiern im KZ Mauthausen mit. Elisabeth Burger, Rudolfs Mutter, erzählte ihrem Sohn, was sie selbst gesehen hatte. Das Haus, in dem sie lebte, stand zwischen der Schleppbahn und dem Stollensystem. An ihrem Haus vorbei trieb die SS mit ihren Hunden die Häftlinge die letzte Wegstrecke zu den Stollen. Einmal wagte ein Häftling einen Fluchtversuch. Dabei wurde er von den Hunden der SS zerfleischt. Das gesamte Stollengelände war abgeschottet, niemand sollte sehen, was hier geschah. Die Häftlinge mussten unter unmenschlichsten Bedingungen für die Rüstungsindustrie Stollen in den Sandsteingraben. Bis zu 6000 Häftlinge arbeiteten zwischen 1944 und 1945 rund um die Uhr. zwischen 1944 und 1945 rund um die Uhr. Wer zusammenbrach, wurde geschlagen, getreten, erschossen. Es war nur Menschenmaterial, Nummern leicht ersetzbar. Mehr als 8.000 Menschen aus ganz Europa ließen im Sandberg zwischen St. Georgen und Luftenberg ihr Leben. Das ganze Ausmaß der Anlage ist nach wie vor nicht vollständig erforscht. Der Sandberg mit seiner grauenvollen Geschichte war in Privatbesitz. Das Gelände war daher nicht zugänglich. Ab 1995 begann die Aufarbeitung unserer Geschichte. Und nun stehen wir hier, unter unseren Füßen, unsichtbar, ein Ort des Grauens. In meinem Text versuche ich den Kontrast aufzuzeigen. Hier die friedliche Landschaft, ein Ort, in dem sich gut leben lässt. Und darunter eine Vergangenheit, die wir nicht vergessen dürfen. Alles fängt klein an. Ein Bach kann zum Strom werden, der alles mitreißt, zerstört, vernichtet. zerstört, vernichtet. Menschen wie Juden, Zigeuner, Slaven, Polen, Behinderte wurden denunziert, als Untermenschen bezeichnet, gequält und ermordet. Der Führer wurde glorifiziert, er ist unfehlbar, das eigene Volk wurde heroisiert. Mit wohltönenden Worten begann eine unvorstellbare Katastrophe. Und wieder tönen vertraute Klänge über die Hügel. Wir zuerst. Nie wieder. Direkt an der Ortseinfahrt am Pfarrerberg, beim Hochbehälter, befindet sich ein Kunstwerk von Rudi Burger und Uli Burger. Es befindet sich direkt über dem unterirdischen Konzentrationslager Waffenproduktion Bergkristall. Es ist auch der Beginn der Bewusstseinsregion. Hier sieht man in die Landschaft direkt über den Eingang von Bergkristall, über das KZ Gusen zur Gedenkstätte Mauthausen. Man kann hier die gesamte Bewusstseinsregion erfassen und sehen, in wie großen Dimensionen damals dieser Nazi-Terror ausgeübt wurde. Tausende und tausende Menschen wurden hier ermordet. Von diesem Punkt aus, wo auch eine Geschichte erzählt wird, wo ein Gedicht angebracht ist, das sich damit auseinandersetzt, was ist nach 1945 passiert und wie erleben wir heute auch eine Renaissance dieses Naziterrors durch Neonazis, die immer wieder mit Gewalt in Erscheinung treten. Es braucht einen Hinweis, dass dieser Terror keinen Platz haben darf. Mein Name ist Rudolf Burger. Auch ich bin gebürtiger St. Georgener und habe mich schon als Schüler gefördert durch meinen Großvater für die NS-Vergangenheit unseres Ortes interessiert. Nach meiner Heirat begann auch meine künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Es entstanden Kreidezeichnungen, Linol-Schnitte und Gemälde. In den 1990er Jahren wurde der Kulturverein Tribene gegründet. In meinem Atelier fanden sogenannte Ateliergespräche statt. Auch da ging es häufig um die NS-Zeit in St. Georgen. Es entstand ein Video, das dann im Pfarrsaal vorgeführt wurde. Das Interesse der St. Georgener war groß. Circa 400 Personen füllten den Saal. Hier begannen erstmals Mitbürger, die diese Zeit erlebt hatten, zu erzählen. Die Geschichte dieser Schreckenszeit hat mich nie losgelassen. Es entstanden unter anderem Videos, die anlässlich der Befreiungsfeiern vorgeführt wurden. Neben zahlreichen Ausstellungen, die zum Teil schockierten, aber zu vielen Gesprächen anregten, entwarf ich auch ein Mahnmal. Diese steht heute in der Wimmingenstraße bei der Schleppbahnbrücke. Ein Modell für eine zweite Skulptur, die einmal verwirklicht werden sollte, stand lange in meinem Haus. Einmal war Erich Wahl bei mir im Atelier und war sofort Feuer und Flamme für die Verwirklichung dieses Projektes. Er war damals schon Bürgermeister von St. Georgen und wusste sofort, wo die Skulptur einmal stehen sollte. Nun hat sie endlich ihren richtigen Platz gefunden. Meine Gedanken dazu stehen auf einer Gedenktafel. Ich darf sie Ihnen vorlesen. Ich darf sie Ihnen vorlesen. Die Skulptur ist als Doppel-T-Profil ausgeführt. Im Gegensatz zum geschlossenen Kastenprofil ist diese Konstruktion offen. Ein ausgesetzter Mensch bietet eine verletzliche Angriffsfläche. Die sichtbaren Schweißnähte symbolisieren Verletzungen. Die Dynamik der leicht nach vorne in Richtung Bergkristall geneigten Skulptur gleicht einem Menschen, dessen schwere Last abgeworfen vor ihm liegt und dessen Haltung mahnt, nie wieder. An der ehemaligen Schleppbahntrasse, wo die Züge vom Bahnhof St. Georgien in das KZ Gusen bzw. in die unterirdischen Produktionsstätten von Bergkristall gefahren sind, ist zwar dieser Damm in der Landschaft noch erkennbar, doch ganz viele Menschen wissen natürlich heute nicht mehr, was diese Schleppbahnbrücke ist, was diese Schleppbahn ist, was diese Bahndamm bedeutet. Daher ist es uns wichtig, dass wir mit einem Kunstwerk der Familie Burger darauf hinweisen, dass hier die schrecklichsten Dinge, die man sich erdenken kann, passiert sind. Das Denkmal ist gestaltet aus Zaumfällen des Konzentrationslagers, die symbolisieren, dass die Menschen drinnen gefangen waren, Zwangsarbeiter waren, dem Masseterro ausgesetzt waren, aber auch außen wurde der Stacheldraht erkannt und die Bevölkerung hat natürlich auch die Storne des Stacheldrahts gespürt, weil es ganz große Repressionen gegen die Bevölkerung gegeben hat. So ist es ganz besonders wichtig, dass wir mit dem Kunstwerk darauf hinweisen, was hier passiert ist und die Möglichkeit geben, darüber nachzudenken und sich damit auseinanderzusetzen und seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen, auch selbstreflektorisch, wie hätte ich in dieser Zeit agiert? Hätte ich den Mut gehabt, dagegen aufzustehen? Daher ist es, denke ich, ganz wichtig, dass wir heute diese Hinweise in der Landschaft haben. Und ich danke dem Rudi Burger für dieses Denkmal, dessen Vater selbst in einem Konzentrationslager gewesen ist. Musik Anfang 2000 trat die Gemeinde St. Georgen mit einem Ersuchen an mich heran, ein Mahnmal zu gestalten. Es sollte die unfassbare Grausamkeit des diktatorischen Systems des Nationalsozialismus aufzeigen und die Unentrinnbarkeit aus diesem mörderischen Wahnsinn. Für die Installation setzte ich Materialien ein, die für diese Zeit symptomatisch waren. Das sind Stahl, Beton und Granit. Die Installation nimmt Bezug auf die damalige Situation des Raumes St. Georgen, Gusen, Mauthausen. Die Betonstäher für die elektrisch geladenen Zäune sind symbolhaft für das Stollensystem in Bergkristallen. Die Anordnung der Steher soll das Gefühl der Einkerkerung, der Uneindringbarkeit ausdrücken. Gleich überdimensionalen Krallen umspannen sie den in Ketten gelegten Menschen. Der Granitblock ist ausgebildet als Opferstein, auf den Abertausende einem mörderischen Wahnsinn geopfert wurden. Die auf der Oberseite des Blocks herausgehaulene Schale mit den Blutrillen erinnert einerseits an die Seziertische im Lager, andererseits ist die Kristallisationspunkt für Blut und Tränen der Opfer. Das Fundament, eine Stahlbetonplatte mit aufgelegten Bewährungseisen ist nur an einzelnen Stellen sichtbar. Ein fundamentaler Faktor für den Erfolg dieses totalitären Systems war der Aufbau von klaren Machtstrukturen. Sie umspannen das Volk wie ein Netzwerk. Getarnt durch Ablenkung, zum Beispiel Aufbau von Feindbildern, war dieses Netz für die Menschen nicht sichtbar, für manche aber erahnbar. Die aber wurden alle aus dem Weg geräumt. Nun, am Beginn eines neuen Jahrtausends sind wir alle zu besonderer Wachsamkeit und Solidarität aufgerufen. Ein globales Informationsnetz ermöglicht unvorstellbaren Fortschritt und Erfolg, Fortschritt und Erfolg, birgt aber auch die Gefahr unkontrollierbarer Manipulation und des Machtmissbrauchs. Terima kasih telah menonton Johann Gruber, ein Pädagoge, war im KZ Gusen als Häftling einer der Engel, einer der Gerechten, der ganz vielen Häftlingen und der Einsatz in eigenem Leben geholfen hat, zu überleben. Tausende sind ihm heute noch dankbar. Es ist wichtig, dass auf der einen Seite im Johann Gruber-Fahrheim Johann Gruber sichtbar wird auch als Person, Johann Gruber sichtbar wird auch als Person, dass der Weg über den Kirchenplatz mit Wörtern gefüllt ist, die uns aufwühlen, die uns zum Nachdenken anregen. Und wir treten dann vor an den Spiegelsteg, wo die direkte Sicht zum Eingang vom Bergkristall gegeben ist. direkte Sicht zum Eingang vom Bergkristall gegeben ist. Und wir schauen auf den Spiegel zu unseren Füßen und sehen, dass uns in dieser Zeit durch dieses Naziterrorregime nicht nur der Himmel auf den Kopf gefallen ist, sondern bis zu unseren Füßen. Und ich denke, das symbolisiert auch diese Sprachlosigkeit und diese Wortlosigkeit, wenn man diesem Terror gegenübersteht. Dennoch müssen wir uns damit beschäftigen. Dennoch ist es wichtig, dass wir es aufarbeiten. Und dennoch ist es wichtig, dass wir Lehren für die Zukunft ziehen. Das symbolisiert der Spiegelsteg. In dieser Zeit ist uns der Himmel bis auf die Füße gefallen. Johann Gruber, geboren 1889 in Christkirchen, ermordet 1944 im KZ Gusen. Johann Gruber ist als Waisenkind aufgewachsen. Später wurde es ihm ermöglicht, eine höhere Schule zu besuchen und zu studieren. Er wählte das Priesteramt zuerst, später ging er nach Wien, studierte Pädagogik, vor allem war er auch ein Fan der Reformpädagogik, kam dann wieder zurück nach Linz. In Linz leitete er dann das Blindenheim. Aufgrund seiner neuen Methoden zur Erziehung fing er sich Streit mit den dortigen Schwestern an. Er ließ zum Beispiel die Tür zwischen dem Mädchen- und dem Bubentrakt öffnen. Für die Schwestern ging das gar nicht, für Johann Gruber war das normal. Und so versuchten ihn auch die Schwestern dort wieder loszuwerden. Mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich hatte Johann Grubler plötzlich zwei starke Gegner, einmal die Kirche und einmal den Nationalsozialismus. Ihm wurde dann auch noch vorgeworfen, dass er gegen Hitler sei, dass er sich an verschiedenen blinden Mädchen vergangen habe und das führte sehr schnell zu einem Schauprozess. Er wurde in das Gefängnis gesperrt und als er wieder entlassen wurde, gab es einen Schutzhaftbefehl und mit diesem wurde er in das KZ gesperrt. Zuerst kam er nach Dachau, von Dachau wurde er dann nach Gusen gebracht. In Gusen hatte er als Häftling eine leitende Funktion bei archäologischen Ausgrabungen. Es war ihm deswegen auch möglich für andere Häftlinge Essen zu besorgen. Er wurde auch der Zigarettenkönig genannt. Mit Zigaretten konnte man ziemlich alles in einem KZ kaufen. Er organisierte eine Lagerschule für junge Häftlinge. Erziehung war ihm sehr wichtig. Eines Tages flog aber sein Hilfswerk im KZ auf und er wurde am 7. April 1944 vom Lagerführer Seidler im ehemaligen Schurhaus, einem Gebäude das bis heute noch steht, ermordet. Hier in St. Georgen an der Gusen gab es schon länger Leute, die sich sehr für die Biografie von Johann Gruber interessierten und es gab schon länger Überlegungen, wie man denn auch für ihn ein Zeichen der Erinnerung hier im Ort schaffen könne. Und da entstand auch dann die Idee zu einem Denkmalprozess, der hier eben begonnen hat. Es wurde dann eine Ausschreibung gemacht für ein Kunstprojekt. Gewonnen hat dieses Kunstprojekt die Berliner Künstlerin Renate Herter und sie hat sich kein klassisches Denkmal überlegt, sozusagen keine steingemeißelte Figur, sondern es ist ein Prozess gewesen in fünf Schritten, die alleine gesehen kaum sichtbar sind, aber trotzdem große Wirkung haben. Und diese fünf Schritte waren unter anderem die Umbenennung des Pfarrheimes in St. Georg an der Gusen in Johann Gruber Pfarrheim. Ein sehr nachhaltiger Schritt, denn immer wenn Veranstaltungen da drinnen stattfinden, finden die jetzt im Johann Gruber Pfarrheim statt und es steht auch an der Außenfassade drauf. Ein nächster Schritt war das sogenannte Freiräumen. Es gab eben Blumentröge, die diesen Kirchenvorplatz unterbrachen als Linie. Diese Blumentröge wurden weggeräumt und es ist jetzt eine Einheit. Dahinter steht das Kriegerdenkmal. Solche Denkmäler findet man fast in jedem Ort in Österreich und es erinnert an die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. Dieses Kriegerdenkmal hier wurde dann mit einer Plastikplane verhüllt, nicht für immer, sondern für einige Monate. Das sorgte für viel Gesprächsstoff, aber auch für sehr gute Diskussionen, eben über den Umgang mit sogenannten Kriegerdenkmälern und was ist das eigentlich. Aber es waren sehr kontroverse Diskussionen auch, die dabei entstanden sind. Ein nächster Schritt war dann die sozusagen Wiederenthüllung. Außerdem wurde dann noch vor der Kirche am Boden ein Schriftzug aufgemalt am Boden. und so weiter. Das sind Wörter, die man nicht unbedingt mit einem KZ oder mit Johann Gruber in Verbindung bringen muss, aber eben auch kann. Und alle Menschen, die heute auf diesem Platz sich aufhalten, überschreiten diesen Schriftzug. Manche lesen, was da steht, andere nicht. Andere denken darüber nach. Ganz unterschiedlich wird damit umgegangen. Manche sehen es aber auch gar nicht. Und ein weiterer Schritt war eben ein Spiegelsteg, also ein Steg, der in Richtung der unterirdischen Rüstungsfabrik mit dem Tarnamen Bergkristall zeigt. Eine Rüstungsfabrik, errichtet von Häftlingen ab 1944 des KZ Gusen und einer der schlimmsten Orte, an dem er als Häftling im KZ-System Mauthausen-Gusen hat sein können. Nur wenige haben diesen Arbeitsplatz unter Anführungszeichen überlebt. Der Verein, Plattform Johann Gruber, hat eben nicht nur dieses Kunstprojekt initiiert und umgesetzt, es gab auch schon viele andere Schritte, die passiert sind. Ein Theater über Johann Gruber. Aber uns gibt es auch heute noch und wir veranstalten auch regelmäßig verschiedene Kultur- und Kunstveranstaltungen mit dem Thema Erinnerung, Gedenken. Uns ist es eben wichtig als öffentliche Initiative das Gedenken und Erinnern wach zu halten und verschiedenen Ismen gegenüber damit aufzutreten. Wir stehen eben für eine nachhaltige und auch vor allem öffentliche Erinnerungskultur und wollen dabei die Menschen, die in diesen Orten und in Österreich leben, einfach mitnehmen. Direkt über dem Eingang zu Bergkristall, dem unterirdischen Flugzeugwerk der Nazi, befindet sich ein Kunstwerk der Kunsthochschule Linz mit einem Schriftzug, wie erinnern. Es soll ausdrücken, dass wir oft Schwierigkeiten damit haben, wie wir denn das angehen, dass wir uns mit dieser Zeit auseinandersetzen, wie wir unsere Ängste und unser Trauma überwinden und wie wir auch damit umgehen, wie die Schuldfrage geklärt wird. Daher ist es ganz wichtig, dass dieses unterirdische Camp sichtbar gemacht wird durch eine Frage, die uns die Möglichkeit zur Auseinandersetzung gibt. Mein Name ist Leonin Lehner. Mein Name ist Sarah Feilmayer und gemeinsam mit Romana Hagajo und Clemens Schrammel haben wir das Projekt Wie Erinnern gestaltet. Wie Erinnern ist ein Leuchtschriftzug, der oberhalb der ehemaligen Stollenanlage in St. Georgen an der Gusen platziert ist. Wie erinnern ist als Frage formuliert, um sowohl den Besucherinnen als auch den Anrainerinnen die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrer eigenen Erinnerungskultur in Bezug zu setzen. Das Projekt ist im Rahmen des geladenen Wettbewerbs Denkstatt Papa Gruber 2012 konzipiert worden. Wir waren damals Studentinnen an der Kunstuniversität Linz und uns ist schon im Vorfeld bei der Begehung dieses Areal aufgefallen. In der Ausschreibung war eigentlich geplant, dass der Fahrplatz oben im Markt bespielt wird. Wir haben uns als Gruppe dann entschieden, sich über diese Ausschreibung hinwegzusetzen und in der Präsentation dann ganz klar definiert, wir wollen mit dem Areal herunten bei der Stollenanlage arbeiten und hier eine künstlerische Intervention machen. Die Ausschreibung haben wir nicht gewonnen. Die Gemeinde St. Georgen hat aber unseren Vorschlag aufgenommen und 2019 wurde dann das Projekt hier realisiert. Eigentlich war das Interessante an diesem Areal diese Ambivalenz, dass etwas nicht mehr sichtbar ist oder teilweise sichtbar ist. Und das in Bezug zu setzen mit der Tatsache, dass die Zeitzeuginnen immer weniger werden und die Erinnerungen sich sozusagen von einem kommunikativen Gedächtnis in ein kulturelles Gedächtnis übergehen. Detlef Hoffmann spricht von einem Gedächtnis der Dinge und innerhalb dieses Gedächtnisses der Dinge werden Relikte symbolisch aufgeladen. Gedächtnis aus der Dinge werden Relikte symbolisch aufgeladen. Und damit historisch Klarheit geschaffen werden kann, müssen diese Dinge benannt werden. Und das Wir-Erinnern ist ein Benennen eines Relikts, nämlich dieses Stollenareals, das nur teilweise sichtbar ist, beziehungsweise des Arbeits- und Konzentrationslagers, das eigentlich nicht mehr vorhanden ist. Und im Benennen dieser Relikte schafft man Klarheit. Also nimmt man das Spekulative oder das, was sozusagen durch Erinnerung verändert wird, versucht man durch das Benennen diese Veränderung wieder wegzunehmen, also Klarheit zu schaffen und Zugang zu historischen Tatsachen zu haben. Es ist eigentlich so offen und als Frage formuliert worden, damit innerhalb dieses großen Feldes der Erinnerungskulturen jeder oder jede eine bestimmte eigene Praktik entwickeln kann, beziehungsweise sich einbringen kann. Der Erinnerungsprozess an sich ist etwas, was ganz differenziert und vielteilig verläuft und dadurch aber auch einen Bezug herstellt zu allen. Also es ist was Individuelles, aber gleichzeitig was, was sich auf alle und verpflichtend eigentlich bezieht. Und deswegen auch die Fragestellung, sodass jede und jeder Bezug nehmen kann. Und gerade auch in Bezug darauf, dass eben dieser große Moment oder dieser eigentlich schreckliche Moment, an dem niemand mehr als Zeitzeugin oder Zeitzeuge auftreten kann, dass es eine Form gibt, trotzdem das eben in diesem sogenannten kulturellen Gedächtnis zu behalten. Und ich glaube, also das als Frage zu formulieren, ist eben die praktikabelste Möglichkeit, die Leute mit ihrer Erinnerungskultur daran anschließen zu lassen. Also sich irgendwie als Teil... Genau, das ist ein aktiver Prozess. Genau, als Teil des Prozesses sich zu empfinden oder sich wahrzunehmen. In der heutigen Zeit verwächst der Ort und er ist nicht mehr sichtbar. Und das ist ein Hinweis, auf den man blicken kann und den ich vielleicht lesen kann, wenn ich lesen kann. Aber er markiert ja den Ort. Da ist was passiert. Und es ist wichtig, dass man da hinschaut. Wir erinnern Bezizi auf den Holocaust, aber natürlich gibt es auch viele, viele, viele andere Erinnerungskulturen. Also erinnern kann auch ein Erinnern der Genozide sein, die in allen möglichen Nationen dieser Erde passieren. Das ist jetzt kein partikulärer Prozess, sondern das ist ein Prozess, den jeder oder jede durchläuft und der wesentlich ist, um sich als politisches Wesen zu verstehen. Aber natürlich ist das Wir-Erinnern gedacht als etwas sichtbar machen, was langsam verschwindet, weil das Areal auch sehr unterschiedlich genutzt wird. Die Stollenanlage ist riesig, riesig groß. Es sind Teile des ehemaligen KZs nicht mehr vorhanden. Und das Areal ist in der Form also bezeichnet und markiert als solches, als Areal, an dem etwas Schreckliches passiert ist. Und somit bleibt es im Gedächtnis, also bleibt es in Erinnerung. © BF-WATCH TV 2021 you