Thank you. අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි අපි Musik Wir sind hier bei Memorial in Gusen. Ich bin hier schon oft vorbeigefahren, aber weißt du, was genau das eigentlich ist? Ich habe gehört, da war mal ein Konzentrationslager. Fragen wir den Rudolf Haunschmidt, der hat sich mit der Geschichte beschäftigt. Herr Haunschmidt, können Sie uns mehr darüber erzählen? Die Antwort ist hier sehr einfach. Dieses Memorial hier in Gusen steht nicht für ein Konzentrationslager, es steht für drei Konzentrationslager Gusen. Gusen 1, Gusen 2 und Gusen 3. Nur Gusen 1 war im Prinzip hier in Langenstein, wo wir jetzt sind, also das Lager Gusen 2 war zwar nur wenige hundert Meter von hier westwärts, aber die Ausbeutung der Häftlinge spielte sich in St. Jürgen der Gusen ab bei der Errichtung und beim Betrieb des unterirdischen Flugzeugwerkes Bergkristall. Und Gusen III, das war von hier etwa drei Kilometer Luftlinie nordwärts entfernt in der Ortschaft Lungitz, wo Häftlinge auch bereits seit 1940 an einem Ziegelwerk Zwangsarbeit leisten mussten und später eine Häftlingsbäckerei betreiben und auch ein Warenlager für die Messerschmitt-Flugzeugproduktion hier in Gusen, im Wiener Graben und vor allem auch in St. Georgen. Also dieses Memorial Gusen steht zwar in Gusen, aber es erinnert daran, dasszentrale in St. Georgen und so weiter und so fort. In den Jahren zwischen 1938 und 1945 war die gesamte Region über mehrere politische Gemeinden hinweg voll unter der Kuratel der SS und die grausame Misshandlung, das Töten von Häftlingen spielte sich nicht nur hier im KZ selber ab, im Schutzhaftlager, sondern eben vor den Augen, vor den Haustüren der lokalen Zivilbevölkerung. Das ist es, was Gusen ausmacht, was Gusen besonders macht, was aber auch wahrscheinlich ein Beitrag war, dass man nach dem Krieg über Gusen nicht mehr gesprochen hatte. Denn zu viele Menschen haben Unfassbares mit anschauen müssen. Dafür steht dieses Memorial. Musik Obwohl Gusen, der Komplex Gusen, viel, viel größer war als das Stammlager Mauthausen, haben nach den zehn Jahren, wo die Sowjetunion hier die Hand auf das deutsche Eigentum gehabt hat, die Österreicher sehr rasch die neuen politischen Verhältnisse benutzt dafür, um einerseits die wirtschaftlich interessanten Teile von Gusen nachzunutzen, aber zugleich alles, was an das Konzentrationslager erinnert, wegzumachen, auszuradieren. Und dieses Memorial hier ist entstanden Anfang der 1960er Jahre, es ist 1965 eingeweiht worden, von überlebenden Häftlingen, nur um eines zu erreichen, zu verhindern, dass die Österreicher die Krematoriumsöfen, die da drinnen stehen, hier wegbringen, zerstören, abtragen, so wie nichts gewesen wäre. Die beste Option wäre auch gewesen, die hier abzutragen und in das Zentrale Museum nach Mauthausen zu bringen. Die Überlebenden haben aber gesagt, das darf nicht passieren, denn würde man diese Öfen weggeben, dann wäre die gesamte Erinnerung an diesen größten KZ-Komplex in Österreich, an diesem grausamen KZ-Komplex, mit einem Schlag ausgelöscht gewesen. Und daher haben Überlebende mit eigenem Geldbitte aus Frankreich, aus Italien, aus Belgien Geld gesammelt, um aus eigener Tasche dieses Memorial hier zu errichten. dieses Memorial hier zu errichten. Es dauerte bis ins Jahr 1997, dass die Republik Österreich hier in Gusen, vor allem hier bei diesem Memorial, ihre Verantwortung wahrgenommen hat für die Geschichte, die hier passiert ist. Beschämend für uns muss sein, dass noch in den 60er Jahren, als das gebaut worden ist, eine Bedingung Österreichs gewesen ist, dass die Häftlinge das alles selber zahlen müssen und auf ewige Zeiten kein österreichischer Steuerschilling verwendet werden soll, um diese Anlage zu pflegen und zu erhalten. An diesem Beispiel sieht man, wie sich glücklicherweise die Haltung Österreichs zu diesem SS-Erbe, zu diesem NS-Erbe von damals, zumindest ab den 1990er Jahren zum Guten verändert hat. Und es ist sehr erfreulich, wenn ich heute hier stehen darf und weiß, so wie das vor wenigen Tagen Bundesminister Neham angekündigt hat, dass die Republik Österreich heute sogar bereit ist, den ehemaligen Steinbrecher anzukaufen, Teile der ehemaligen SS-Kaserne, des Appellplatzes, um hier ein weiteres klares Zeichen zu setzen, dass Österreich heute politisch anders denkt als noch vor etwa 50 Jahren. Auch dafür steht dieses Memorial. Es ist nicht nur ein Denkmal zur Erinnerung an die Keul der Nationalsozialisten hier in der Region, sondern es ist vor allem auch ein Denkmal, wie die Zweite Republik mit dem Erbe des Nationalsozialismus umgegangen ist und dass es lange gedauert hat, bis man sich objektiv den Herausforderungen und der gesamten historischen Wahrheit gestellt hat. Dieses Memorial hier ist architektonisch ein großer Kubus. Dieser große Würfel soll symbolisieren den Steinbrecher. 1960 dachten die Architekten, die das gebaut haben, ja der Steinbrecher wird irgendwann verfallen und weg sein und dann sollte dieser zentrale Kubus an den Steinbrecher erinnern. Nicht weil er ein Steinbrecher ist, sondern weil der Steinbrecher symbolisch für die industrielle Form der Vernichtung durch Arbeit von Menschen hier in Gusen steht. Besonders interessant ist auch, dass hier das Baumaterial ganz gezielt Beton ist. Nicht Granit, es ist Beton. Auch das ist eine Botschaft der Architekten von damals, denn durch diesen Beton soll das unterirdische Gusen sichtbar gemacht werden. Die riesengroßen Stollensysteme, die unterirdischen Fabriken, die man ja von der Oberfläche aus nicht sieht, die sind hier nach oben extrudiert sozusagen. Das ist auch der Grund, warum man nicht gerade durch ein Tor hereingeht, sondern in einem Labyrinth. Dieses labyrinthförmige Betreten dieses Ehrenhofes, in dem ich stehe, soll daran erinnern an dieses unterirdische, normalerweise nicht sichtbare Gusen, KZ Gusen, Gusen 1, Gusen 2, das hier in einer beispiellos gut gelungenen Form sichtbar gemacht worden ist. Und dieses Labyrinth, dass man hereingeht, hat auch einen Namen. Es heißt der letzte Weg der Märtyrer. Denn für zehntausende Häftlinge war der einzige Weg in der Freiheit der Weg durch den Kamin dieses, ja ich würde sagen, heiligen Ofens. Es ist ein heiliger Schrein für viele Nationen Europas, denn hier in Gusen wurden vor allem für die polnische Nation teilweise die besten Köpfe gezielt durch die Nationalsozialisten vernichtet und es gab für die nur den einen Weg in die Freiheit, das war der Weg eben durch den Kamin dieses Krematoriums, das durch dieses Memorial ehrenvoll seit 1965 eingebettet ist. Was wir auch hier sehen ist, vor mir diese Pflasterung, das ist auch nicht zufällig da, sondern die markiert den Verlauf der Lagermauer. sondern die markiert den Verlauf der Lagermauer. Ich stehe hier im Lager Gusen I, auf der anderen Seite war bereits die Freiheit und das perfide war, dass der Gremiodurmshof von Gusen nur etwa vier, fünf Meter weg war von der Lagermauer und auf der anderen Seite der Lagermauer, ungefähr 150 Meter entfernt, befand sich damals die Gemeindestube von Langenstein. Und das muss man sich mal vorstellen. Der riesige Einäscherungsofen ist 150 Meter vom Fenster der Gemeindestube der Gemeinde Langenstein entfernt. Jeder, der aufs Gemeindeamt musste, jahrelang, hatte den Geruch des verbrannten Fleisches der Menschen, der Opfer von Gusen, in der Nase. Gusen steht dafür, dass man nicht sagen kann, niemand hätte was gewusst. Im Gegenteil, die Menschen hier wurden ohne es zu wollen zu Zeugen unvorstellbarer Unmenschlichkeiten, die hier über viele Jahre lang von SS-Leuten, aber auch von ganz brutalen Kapos oder Häftlingsfunktionären den Menschen angetan worden sind. Wo ich etwa stehe, ein paar Meter hinter mir, war auch die Erschießungsmauer von Gusen. Bevor diese Mauer hier errichtet worden ist, wurden die Erschießungen gemacht zwischen den beiden Blöcken 6 und 7, den großen gemauerten Häftlingsblöcken, die heute noch stehen. Später dann eben hier eine Erschießungsmauer. Und auch hier typisch für Gusen, diese Effizienz des Vernichtens des Tötens. Man ist nur wenige Meter neben dem Ofen erschossen worden, exekutiert worden, damit die Wege kurz sind. Alles optimiert im Sinne der billigen Vernichtung von Menschen. Dafür steht dieses Memorial hier in Gusen. Das Juhaus war das Lagertor zum Konzentrationslager Gusen. Was genau bedeutet das und warum ist dieses Gebäude für die Erinnerungen heute ein so wichtiger Ort? Ja, wir sind jetzt hier am Schuhhaus des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen I. Hinter mir dieses große, prächtige, weiße Gebäude. Dieses Schuhhaus ist insofern von ganz besonderer Bedeutung für die Erinnerung, denn es ist in der Architektur unverkennbar ein Eingangstor für ein deutsches Konzentrationslager. In allen deutschen Konzentrationslagern schauen die Eingangstore ähnlich aus. Ein zentraler Turmbau und links und rechts ein Flügelbau, ob das in Dachau ist, in Buchenwald oder sonst wo. Nur in Mauthausen ist es ein bisschen anders, aber dieses Schuhhaus hinter uns ist eines, das für den Profi sofort erkennbar ist als Ikone für ein ehemaliges Konzentrationslager. Daher ist dieses Schuhhaus sehr, sehr wichtig, denn es ist in sich ein Monument, das darauf verweist, dass hier ein ganz großes Konzentrationslager einst bestanden hat. Dieses Schuhhaus war, wie gesagt, das Lagertor. Man sieht dieses Tor noch sehr gut und ständig symbolisch für die Schnittstelle zwischen dem Schutzhaftlager, dem Inneren des Konzentrationslagers und eben der Außenwelt. Nur die Außenwelt ist hier nicht die Freiheit für die Häftlinge, sondern die Außenwelt bedeutet schwerster Arbeitseinsatz, Vernichtung durch Arbeit, eben in den Steinbrüchen, beim Bau all dieser Infrastrukturelemente hier in Gusen, beim Bau von Straßen, beim Bau von Eisenbahnen, beim Bau der Verwaltungszentrale in St. Georgen, in der Sandgrube in St. Georgen, um eben die SS-Bauleitung auch mit den nötigen Baumaterialien versorgen zu können. Also eine Schnittstelle zwischen einerseits Unterkunft für die Häftlinge und andererseits dem täglichen fordernden Arbeitseinsatz für die Häftlinge. Und es ist auch interessant, in diesem Schurhaus war nicht die Kommandantur des Konzentrationslagers untergebracht, was man vielleicht glauben würde, sondern die Kommandantur war hier, wo ich jetzt stehe. Das war eine Holzbaracke zwischen diesen beiden Funktionsgebäuden. Denn da oben war typisch für Gusen untergebracht, das noch viel wichtigere in Gusen als die Kommandantur, das war der so genannte Arbeitseinsatz, das Arbeitseinsatzbüro. Von dort aus wurde eben dieser Industriepark der Waffen, es ist Gusen, gemanagt, teilweise direkt mit Befehlen, die aus Berlin hergekommen sind. Für Messerschmidt, für Steierdämler Buch, für die Heereszeuganstalt Wien und welche Firmen auch immer noch in der Gegend damals gewesen sind. In diesem Schuhhaus war aber nicht nur das Arbeitseinsatzbüro untergebracht, sondern im unteren Teil, heute hinter dieser Hecke versteckt, war der sogenannte Bunker. Das war das Lagergefängnis, ein ganz schlimmer Ort, denn in diesem Lagergefängnis, da hat die Gestapo, die hier ihr Büro hatte, die schwer Bunkerstrafen verurteilt waren, also waren hier eingekerkert, oft bis zum Verhungern. Und ich möchte hier verweisen an einen Österreicher, der hier 1944, just am Karfreitag, vom Lagerkommandanten höchstpersönlich umgebracht worden ist mit den Worten, du sollst verrecken wie dein Meister zur dritten Stunde, weil er eben Priester war. Dieser Gruber, der vor allem in St. Georgen sehr hoch verehrt wird, das Pfarrheim in St. Georgen wurde in Johann Gruberheim der vor allem in St. Georgen sehr hoch verehrt wird. Das Pfarrheim in St. Georgen wurde nach ihm in Johann Gruberheim umbenannt. Der ist hier als wichtiges Beispiel zum Grausamst ermordet worden. Das sind eigentlich die ganz wichtigen Daten zum Schuhhaus selber. Wichtig ist vielleicht eines, dass seitlich des Schuhhauses, etwa wo die Weiße Mauer ist, der elektrische Zaun begonnen hat und rechts davon, wo die Straße reingeht, da war eben dieser Postenweg, dieser Todesstreifen für die Häftlinge, den niemand betreten durfte. Musik Da stehen viele Baracken gleich neben der Straße. Warum stehen diese heute noch und was ist darin geschehen? Wir sind jetzt hier bei den sogenannten SS-Baracken, die eigentlich keine Baracken sind. Denn wenn man genauer schaut, sieht man, dass das solide gemauerte Gebäude sind, die die Häftlinge von Gusen hier im Jahr 1941 errichten mussten, als zentrale Gebäude der SS-Kaserne. Das war eine gute Infrastruktur, hier da drüben zum Beispiel ein Zentralheizungsgebäude, dass diese Gebäude hier nach dem Krieg nicht abgerissen worden sind, sondern nachdem die Sowjetunion Gusen weiter betrieben hat bis 1955, nachdem die Sowjetunion Gusen weiter betrieben hat bis 1955, war das sowjetisches Eigentum und wurde für Wohnzwecke, für Verwaltungszwecke weiterverwendet. Als dann nach 1955 diese Grundstücke zurückgestellt worden sind mitsamt den Häusern, dann wurden die adaptiert als Wohnungen für zivile Beschäftigte in der Steinindustrie hier in Gusen. Und das ist der Grund, warum diese Gebäude heute noch stehen, unweit eben des Schurhauses auch, als Erinnerung daran, dass hier, wo ich jetzt stehe, früher eine riesige Kaserne der Waffen-SS war, nämlich des sogenannten Totenkopf-Sturmbannes Gusen. nämlich des so genannten Totenkopfsturmbahnes Gusen. Gusen hatte einen eigenen Totenkopfsturmbahn, dieser Truppenkörper war unabhängig vom Sturmbahn des Lagers Mauthausen und er war von Anfang an auch stärker als jener des Lagerzwillings in Mauthausen. Schon 1940 waren hier mehr SS-Leute stationiert wie im Lagerbereich Mauthausen. Und der Wachsturm Bank Gusen hat zu Spitzenzeiten im Jahr 1944 bis zu 3000 Wachsoldaten umfasst. Also eine unvorstellbare Dimension, was hier für eine riesige Garnison damals gewesen ist. was hier für eine riesige Garnison damals gewesen ist. Das Besondere an dieser Parzelle, wo ich jetzt stehe, ist, dass dieses Grundstück zu den ersten gehörte, die die SS schon 1938, wenige Wochen nach dem Anschluss, schon gekauft hat für den Aufbau des späteren Konzentrationslagers Gusen. Das ist ein ganz wichtiges Detail, denn in den Geschichtsbüchern steht drinnen ja, Gusen ist irgendwann 1940 gegründet worden und ist eben auch da und wurde dann vergessen. Fakt ist hingegen, dass Gusen hier, wo wir jetzt stehen, schon von der ersten Minute an voll im Fokus der SS gestanden ist. Und der Grund liegt hinter mir, hier am Horizont, im Wald. Da ist der Steinbruch Gusen. Und dieser Steinbruch Gusen, der wurde schon im 19. Jahrhundert bewirtschaftet und er lieferte exzellenten Werkstein für Monumentalbauten. Zum Beispiel ist die Kettenbrücke in Budapest aus Stein von hier gebaut worden. Und an diese Tradition des Architekturbau wollte die SS hier anschließen und eben hier diese Steinqualität in Gusen gewinnbringend verkaufen, sozusagen für die Monsterbauprojekte Hitlers im Großdeutschen Reich, im gesamten Reichsgebiet. Zum Beispiel für den Ausbau des Reichstagsparteitagsgelände in Nürnberg oder auch zum Beispiel ist das Gebäude des Linzer Wasserstraßenamtes, heute sitzt einer Parteizentrale in Linz, aus Granit hier von Gusen gebaut. Oder auch ein Großteil der Unterführungen der Westautobahn zwischen Salzburg und Wien, wo täglich hunderttausende Autos drüber rollen. All diese Brücken sind großteils mit Werksteinen hier aus dem Steinbruch Gusen und aus dem Steinbruch Karstenhof aufgebaut. Was sieht man hier noch von dieser ehemaligen SS-Kaserne? Diese beiden Steingebäude. Das Interessante ist hier auf der südlichen Seite. Hier war das Wachlokal für den Wachsturmbann Gusen für die KZ-Bewachung. Es war nicht so, dass die SS nur auf den Wachtürmen stand, gleich unmittelbar unter Schutzhaft lag. Das war nur in der Nacht so. Tagsüber gab es hier eine sogenannte große Postenkette, die eine Länge von über 2,6 Kilometern hatte, wo hunderte SS-Leute standen und diese vielen Außenkommandos, die es in Gusengarb zu bewachen hatte. Und die Kommandozentrale für diesen Wachdienst, das war hier in diesem Gebäude südlich. Interessant ist auch im mittleren Teil, man sieht auch einen großen Schornstein, hier war das Heizhaus, aber eben nicht für die Häftlinge, sondern für die SS-Kaserne. Diese SS-Kaserne war zentral geheizt. Während die Häftlinge im Lager frohen, konnten sich die SS-Leute hier wenigstens aufwärmen. Interessant ist auch, dass die Zentralheizung damals gebaut wurde von der gleichen Firma, die auch den Berghof von Adolf Hitler am Obersalzberg auch mit einer Heizanlage ausgestattet hat. Man sieht hier, wie klein die Welt damals gewesen ist. Im hinteren Teil auch sehr schön noch zu sehen, zwei große Garagentore. Dort war die Lagerfeuerwehr von Gusen untergebracht. Es gab hier zwei Feuerwehrautos und eine eigene Lagerfeuerwehr, die natürlich auch mit KZ-Häftlingen bestückt war. die dann auch mit KZ-Häftlingen bestückt war. Das Besondere an dieser Lagerfeuerwehr war, dass ab 1944, als es Bombenangriffe gab hier auf Linz, auf St. Valentin, nicht weit von hier, da hatten die den Befehl, möglichst weit vom Lager wegzufahren, denn wenn da was passiert hier in Gusen, dass nicht die Feuerwehrautos beschädigt werden und dass die dann noch verfügbar sind. Aber man sieht das noch sehr schön, die Lagerfeuerwehr. Der nördliche Teil dieser Gebäude ist auch sehr interessant. Hier ging es darum, dass die SS hier ihr Badehaus hatte. Hier konnten sich die hunderten, tausenden Wachsoldaten duschen und reinigen. Hier war auch der sogenannte SS-Frisör untergebracht. Aber natürlich hat ein Häftling dort frisiert und rasiert. Und diese Arbeitskommandos hier draußen in der SS-Kaserne waren nicht die besten Kommandos, die es für den Häftling überhaupt geben konnte. Weiter hinten schloss an das sogenannte Brotmagazin der SS und noch weiter hinten auch noch eine Kegelbahn. Man sieht hier, dass hier in diesem Umfeld auch ein bisschen für die Freizeitgestaltung der SS-Leute gesorgt worden ist. Zwischen den beiden großen Gebäuden, dort wo man den Flieder sieht, hier stand das sogenannte Führer- und das Unterführerheim, also das Casino sozusagen, oder die Unteroffiziersmesse, das Soldatenheim, um es zu übersetzen in die heutige Sprache. Und das Interessante ist nicht nur, dass hier immer wieder auch Saufgelage stattgefunden haben, also die SS-Leute haben da ihren Frust vom Wachdienst im Alkohol sehr oft ertränkt. Aber hier gab es auch zum Beispiel große Abende mit KDF-Stars, zum Beispiel Ilse Werner ist hier zum Beispiel geliefert, die war hier und hat hier für Unterhaltung gesorgt. Und es gab auch hier ein Lagerkino für die SS. Und das Interessante ist, dass bei diesen KDF-Abenden, aber auch bei Kinoabenden hier im Bereich der SS in Gusen, privilegierten Leuten aus der Bevölkerung es erlaubt war, ab und zu auch zu Gast zu sein. Das heißt, die SS war hier nicht komplett hermetisch abgeriegelt und hatte keinen Austausch mit der Bevölkerung, sondern das war ein ganz ein gutes Stelldichein. Und wenn man damals ein junges, hübsches Mädchen war, dann hatte man hier wahrscheinlich freien Zugang zu all diesen besonderen Einrichtungen Appellplatzes von Gusen I und sehen hinter uns das ehemalige Schurhaus von Gusen I, was im Prinzip hier markiert den Übergang zwischen dem Schutzhaftlager, wo wir jetzt stehen, und eben der Freiheit der Außenwelt und auch den Übergang zu den Außenkommandos des KZ Gusen, dass er über 50 Außenkommandos hatte, die alle von Häftlingen hier aus diesem Lager bedient werden mussten. Wo wir hier stehen, das war eigentlich schon ein bisschen außerhalb des Schutzhaftlagers, denn hier war ein großer elektrischer Zaun, etwa wo ich jetzt stehe. Und hier in dieser Randzone war der sogenannte Postenweg. Das war ein Todesstreifen zwischen dem Schutzhaftlager und diesen großen Granitmauern hier. Wenn man den betreten hat als Häftling, wenn es gelungen ist, über den Draht hinüber zuommen, da wurde scharf geschossen. Es gab rund um das Lager, so wie in Mauthausen, große Granittürme, die alle mit Maschinengewehren bestückt waren. Auch hier, gleich hinter mir, würde man noch sehen, diesen Balkon im Schurhaus, auch hier stand ein Maschinengewehr. Und hätte hier ein Häftling sich disziplinlos verhalten, hätte es sein können, dass hier aus kurzer Distanz mit diesem MG auch schon geschossen worden wäre. Interessant sind auch hier diese Tore dahinter uns, die uns daran erinnern, dass ein freier Zugang zur Geschichte von Gusen, zur Erinnerung an Gusen, eigentlich bis heute fast nicht möglich gewesen ist. Auch hier werden noch Originalschauplätze von der Öffentlichkeit durch schwere Tore, durch Schrankenanlagen getränkt. Und man kann wirklich nur hoffen, dass es gelingt in den nächsten Jahren in einer gemeinsamen internationalen Anstrengung und Einbeziehung der lokalen Bevölkerung hier die Seare alle zu öffnen und auch die Erinnerung an Gusen zugänglich zu machen. Nicht nur den Österreichern, sondern allen Menschen auf der ganzen Welt. Ja und hier hinter mir, erhöht über dieser verwachsenen Terrassenmauer, da oben befand sich früher die sogenannte Lokomotivgarage, auch etwas Besonderes zum KZ Gusen, denn alleine um das KZ Gusen zu betreiben, wurden über 20 Eisenbahn-Lokomotiven betrieben und das vier Jahre lang. Auch hier ein großer Unterschied zum Lager Mauthausen, wo kein Eisenbahnanschluss war. Hier in Gusen, wie gesagt, die große Schleppbahn von St. Georgen kommend bis herunter nach Gusen zum Steinbrecher in Richtung Werkschlosserei. Und hier oben eine weitere Eisenbahnanlage mit 90 cm Spurweite, die hier diesen zentralen Komplex in Gusen auch mit dem Betrieb im Wiener Graben verbunden hat. den Betrieb im Wiener Graben verbunden hat. Und über diese sogenannte Donaubahn, wie die hieß, die 1943 in Betrieb genommen ist, wurden nicht nur Materialien transportiert, sondern auch Häftlinge zum Beispiel von Gusen nach Mauthausen gebracht, zuerst in den Wiener Graben und von dort eben dann hochgetrieben in das sogenannte Stammlager. Thank you. Am Appellplatz in Gusen mussten die Häftlinge oft mehrere Stunden stehen. Warum mussten sie dort so lange, noch oft mehrere Tage oder Nächte dort stehen? Ja, wir sind hier am Appellplatz des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen I. Dieser Appellplatz hat eine Dimension von ungefähr 150 Metern mal 80 Metern, also ein riesengroßer Platz, mehrere Fußballfelder groß. Und hier auf diesem Appellplatz mussten die Häftlinge des Lagers Gusen I zweimal am Tag, morgens und abends antreten. Dieser Appellplatz war ursprünglich geplant, so wie das Lager Gusen I, für 8.500 Häftlinge. Zu Spitzenzeiten traten hier aber zweimal täglich an bis zu 12.000 Häftlinge. Das ist deutlich mehr gewesen als im Zwillingslager Mauthausen. Und das Interessante ist, wenn man diesen Appellplatz heute anschaut, man sieht ihn gar nicht, weil er ist total verwachsen und das ist einfach der Zustand von Gusen heute im Jahr 2021, während in Mauthausen der Appellplatz ein gepflegtes Museumsareal ist, ist hier dieser Appellplatz Gusen kaum zu erkennen, obwohl hier mehr Häftlinge gelitten haben als im Lager Mauthausen selber. Dieser Appellplatz war aber nicht nur ein Antreteplatz, sondern er wurde auch gezielt verwendet, um hier die Häftlinge zu disziplinieren. Das heißt, Häftlinge, die versucht haben zu flüchten, wurden hier vor 8.000 bis 12.000 angetretenen Häftlingen öffentlich hingerichtet. Also dieser Appellplatz ist auch ein Platz des Todes. Es gab hier große Laternenmasten mit Flutlichtanlagen, wo man die Häftlinge hier vor der angetretenen Mannschaft eben auf diesen Laternenmasten meistens erhängt. Wenn Fluchten gewesen sind, dann mussten die Häftlinge oft tagelang hier im Freien stehen, Tag und Nacht. Es gab hier in Gusen Kollektivstrafen. Also wenn ein Häftling versuchte zu fliehen, dann mussten hier tausende Strafe stehen, oft viele Stunden oder mehrere Tage lang. Es gibt hier zum Beispiel die Überlieferung des Häftlings Nowak, der von einer Baustelle in St. Georgen geflüchtet ist. Da mussten die Häftlinge hier zwei Tage und zwei Nächte stehen, ohne etwas zu essen zu bekommen. Und da muss man sich mal vorstellen, was das bedeutet für einen Häftling, der ohne dies die ganze Zeit hungert und dann noch mal mit zwei Tagen Nahrungsentzug bestraft wird. Also diese Szenen haben sich hier abgespielt. Ich persönlich stehe hier auf den Fundamenten der ehemaligen Häftlingsküche. Die befanden sich hier im Norden des Appellplatzes. In diese Richtung, etwa 150 Meter südlich, ist das Schurhaus von Gusen 1, das Lagertor, wo die Häftlinge das Lager verlassen mussten, jeden Morgen zur Arbeit. Es gab auch hier in diese Richtung ein zweites Lagertor, das ein bisschen später errichtet worden ist, mit einer Steintreppe, wo die Häftlinge auch von hier abmarschieren mussten am Morgen, eben zu den Arbeitskommandos in den Steinbrüchen, die wir da hinter uns gleich sehen, oder auch überhalb dieser Terrassenmauer oben in das Kommando Georgenmühle. Das war nichts anderes eben als dieses große Verlagerungswerk der Firma Steyr, wo Häftlinge in Tag- und Nachtschichten eben Bauteile für Gewehre, Maschinenpistolen und Flugmotoren produzieren mussten. Eben dieser Appellplatz, ein zentraler Ort auch für den Übergang der Häftlinge aus dem Häftlingslager hin zur Ausbeutung in den Steinbrüchen in den Industriebetrieben. Diese Steinmauer, die man im Hintergrund sieht, ist auch sehr bemerkenswert, denn die erinnert uns auch daran, dass dieses Areal, wo wir jetzt stehen, mühsam von Häftlingen manuell anplaniert werden musste. Also diese Terrasse hinter uns wurde künstlich geschaffen. Also die Häftlingengusen wurden nicht nur aufgerieben durch die Arbeit im Steinbruch oder bei der Errichtung großer Baustrukturen, wie eben der Steinbrecher hinter uns, sondern auch durch riesengroße Terrasierungsarbeiten, um dieses Gebiet hier für die wirtschaftliche Ausbeutung durch die SS entsprechend aufzubereiten. Was wir auch hier sehen, in diese Richtung die beiden Giebel, das sind die Heftlingsblöcke 6 und 7. Die wurden ursprünglich 1941, hat man begonnen die zu bauen, um endlich mal sanitäre Anlagen für die Häftlinge in Gusen anbieten zu können. Denn jahrelang war in Gusen nicht einmal vernünftige Toiletten oder Duschanlagen für die Häftlinge verfügbar. Diese beiden Gebäude sind eben Originalgebäude. Diese beiden Gebäude sind eben Originalgebäude. Sie gingen dann 1943 in Betrieb. Und es wurden pro Häftlingsblock, pro Gebäude, bis zu 1600 Häftlinge auf einmal untergebracht. Aber nicht, dass man glaubt, komfortabel in einem Hotel mit Zentralheizung, sondern diese beiden Gebäude, das waren quasi Rohbauten damals. Es gab nicht einmal Fenster drinnen und schon gar keine Heizung. Und in diesen kalten Ziegelgemäuern mussten eben die Häftlinge zum Beispiel im Winter 1943, 1944 oder 1944, 1945 entsprechend hausen. Unvorstellbar, aber für Feldniss St. Gusen war das noch eine gute Unterbringung. Aber für Feltnissen in Gusen war das noch eine gute Unterbringung, denn die anderen Häftlinge waren eben in ganz, ganz primitiven, schmutzigen und verdreckten Holzbaracken untergebracht. Das Besondere an diesen beiden Gebäuden ist der Raum zwischen den beiden Häusern, denn als diese Gebäude im Rohbau waren in der Zeit 1941 bis 1943, wurden zwischen diesen Gebäuden die Erschießungen in Gusen durchgeführt. Wir stehen hier wirklich auch an einem Schauplatz der Exekution von Häftlingen, die eben zwischen diesen beiden Gebäuden stattgefunden hat und es ist wirklich zu hoffen, dass auch diese beiden Gebäude, an denen auch das Blut der Häftlinge klebt, noch auch in öffentliches Gut übernommen werden können eines Tages. Von hier vom Appellplatz sieht man noch sehr gut hinten am Horizont die Felskanten des Steinbruches Karstenhof, der Karstenhofer Unterbruch. Ein riesiger Steinbruch, der eine zentrale Bedeutung hatte hier in Gusen. Aber dieser Steinbruch war nicht alleine, sondern darüberliegend, heute durch die Bäume versteckt, gab es noch einen zweiten Steinbruch, den sogenannten Karstenhofer Oberbruch. Und es führte von hier auch eine Stiege hinauf, ähnlich wie wir das von Mauthausen kennen, wo die Häftlinge eben täglich dann ca. 100 Höhenmeter zurückleben mussten, hier vom Appellplatz rauf eben zu diesem hoch oben liegenden Steinbruch-Oberbruch. In Summe gab es hier in Gusen vier Steinbrüche, also zwei Steinbrüche hier Kastenhof, da drüben den Steinbruch Gusen, der ursprünglich schon bestanden hat und der die SS auch hier nach Gusen und Mauthausen gebracht hat seinerzeit 1938 und weiter oben etwa einen Kilometer von hier noch den Steinbruch Pierbauer, der 1941 angelegt worden ist, aber der dann also spätestens ab 1943 nicht weiter ausgebeutet worden ist, weil da wurde die Produktion in Gusen von Granit umgestellt auf Kriegsproduktion. Interessant ist vielleicht auch noch, dass hier in Gusen bis zu 2800 Häftlinge in den Steinbrüchen in der Granitproduktion beschäftigt waren zu Spitzenzeiten. Und auch bemerkenswert ist, dass hier in Gusen immer deutlich mehr Häftlinge auch in den Steinbrüchen arbeiten mussten, als im Betrieb Wiener Graben eben unterhalb des Konzentrationslagers Mauthausen. 1000 Musik Ich stehe heute hier oben auf dieser damals von den Häftlingen künstlich geschaffenen Terrasse, wo das Kommando Georgenmühle gewesen ist. Und heute mit diesem schönen Wetter sieht man da in der Ferne auch das Alpenpanorama und das erinnert mich an Häftlinge, die auch hier standen und hier mitten aus dem KZ Gusen heraus in der Ferne die Alpen gesehen haben bei gutem Wetter und für die die Alpen eine Metapher waren für die Freiheit, ein Abbild der freien Welt, die es hier in Gusen selber nicht gab. Selbst die österreichischen Alpen haben einen Bezug zum Konzentrationslager Gusen. The Thank you. Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Der Steinbrecher ragt über die ganze Siedlung heraus. Was ist dort ges das erinnert an das industrielle Ausmaß der Vernichtung durch Arbeit von KZ-Häftlingen hier im Umfeld des Konzentrationslagers Gusen. Diese riesengroße Maschine wurde in den Jahren zwischen 1941 und 1943 von Häftlingen gebaut. Also was wir hier sehen ist das Produkt der Arbeit von Häftlingen. Es sind für die Errichtung dieses Riesengebäudes vor allem sehr viele Spanier damals ab dem Jahr 1941 zu Tode geschunden worden. Also es klebt hier richtig Blut an diesem riesen Gebäude. Als die Fundamentierungsarbeiten hier ausgehoben worden ist, hieß dieser Platz hier hinter mir im Lager Gusen I die Hölle. Also dieses Arbeitskommando, diesen Steinbrecher auszuschachten, den aufzubetonieren über mehr als eineinhalb Jahre, war für die Häftlinge von Gusen I die Hölle, ein Höllenkommando. Aber nicht nur die Errichtung war bereits höllisch für die Häftlinge, sondern auch später der Betrieb. Dieser Steinbrecher hatte eine Stundenleistung von 150.000 Kilo Granit, eine unvorstellbare Menge, ein riesen Ding. Es ist überliefert, dass damals das der größte Steinbrecher gewesen ist, der in ganz Europa betrieben worden ist. Diese 150.000 kg Granit pro Stunde mussten Häftlinge von hinten vom Steinbruch Karstenhof hierher schleppen und diese riesengroße Maschine permanent füttern. Pro Stunde wurden etwa acht bis zehn Eisenbahnwagons mit Gleisschotter voll gefüllt und wenn man sich fragt, ja was hat diese Riesenanlage für einen Sinn gehabt? Diese Riesenanlage war 1943, als sie in Betrieb ging, noch kriegswichtig. Denn der Gleisschotter, der hier produziert worden ist, das war ein Abfallprodukt der Steinproduktion hier in Gusen, der sollte dazu dienen, vor allem bei den Expansionsplänen des Deutschen Reiches in Richtung Osten, Russland, Ukraine hinein, den Gleisschotter zu liefern, den man brauchte, um die russischen Eisenbahnen entsprechend umzunageln. Dieser Gleisschotter hat dann auch im Jahr 1944 wieder eine besondere strategische Bedeutung bekommen. Als der Bombenkrieg losging und alle Bahnhöfe Adnang, Buchheim, Linz und so weiter schwer bombardiert wurden, dann war der Bedarf an Gleisschotter wieder extrem hoch, um diese Lebensadern des Großdeutschen Reiches auch mit Gleisschotter von Gusen immer wieder auch schnell zu reparieren. Also ein riesengroßes Industriedenkmal, das an den industriellen Maßstab der Ausbeutung von Häftlingen hier in Gusen erinnert. Für jene Häftlinge, die diesem Kommando Steinbrecher gearbeitet haben, ein Todeskommando. Eben Vernichtung durch Arbeit. Es ist überliefert, dass zum Beispiel im Sommer 1944 diese Arbeit Juden machen mussten. Das war ein ganz schlechter Job hier in Gusen. Und es ist traurige Gewissheit, dass zum Beispiel von 60 Juden, die hier diese Beschickungsarbeit machen mussten, nach vier Monaten nur mehr zwei gelebt haben. Das muss man sich mal vorstellen. Also was für ein Vernichtungspotenzial das Betreiben dieser Anlage für die Häftlinge damals hatte. Thank you. Musik Diese riesengroße Maschine, die vor allem für die Reichsbahn sehr wichtig war vom Produkt her, hatte natürlich einen Bahnanschluss, denn genau wo wir hier stehen, da verlief von hier dahinten kommend, man sieht noch diese Mauer entlang dieser Mauer, vorbei hier am Steinbrecher bis nach hinten zur ehemaligen Werkschlosserei. Das war der Endpunkt der SS eigenen Eisenbahn zwischen dem Bahnhof St. Georgen und dem Konzentrationslager Gusen. Denn so eine riesige Maschine hätte einen direkten Bahnanschluss ja keinen Sinn gehabt. Also wir stehen hier mitten auch am Kopfbahnhof des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen 1, dem Endpunkt auch von vielen Deportationszügen. Es ist überliefert, es gibt auch Bilder dazu, dass hier wo wir jetzt stehen, also in diese Richtung, vor allem ab dem Jahr 1944, wo Konzentrationslager wie Auschwitz oder auch Vlaschow evakuiert worden sind, kamen viele Häftlingstransporte genau hier an und wurden hier grausamst entladen. Und von hier weg, wo wir jetzt etwa stehen, wurden dann die Deportierten, teilweise auch bis ins Lager Mauthausen hinauf, getrieben. Also wenn man sich hinten diese Mauer anschaut, vielleicht auch eine Erinnerung über der Mauer, über dieser kleinen Terrasse, dort war auch bereits eine Werkshalle der Firma Messerschmitt. Die Firma Messerschmitt hat hier in Gusen ja Ende 1943, 1944 in einer großen überirdischen Produktionsanlage bereits Flügel und Rümpfe für den Messerschmitt 109 für das Kampfflugzeug produziert. Und eine solche Produktionshalle stand genau hier, anschließend an den Steinbrecher in Richtung Westen. Und man sieht hier eben noch den Mauerrest von dieser Terrasse, wo diese Halle stand. In dem Areal, wo wir jetzt auch sind, hat sich im Prinzip auch sehr wesentlich der sogenannte Industriepark der Waffen-SS ab dem Jahr 1943 etabliert. In diese Richtung, auch auf dieser riesengroßen Terrasse, wo wir jetzt stehen, Diese Richtung, auch auf dieser riesengroßen Terrasse, wo wir jetzt stehen, wurden zwölf ursprüngliche Steinmetzhallen der Steinproduktion umgewidmet und durch die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH an die Steier-Teimler Buch AG in Steier vermietet. Und es haben Häftlinge des Sündenkommandos Georgenmühle etwa000 Häftlinge hier für die Steierwerke produzieren müssen, Teile für Karabiner, für Maschinenpistolen und auch für Flugmotoren. Also man sieht hier, wenn wir uns diese Industrieruine Steinbrech anschauen, sie erinnert uns daran, dass Gusen nicht nur ein Konzentrationslager war, sondern eben auch ein riesengroßer Industriepark. Ganz am Beginn eben Steinproduktion, Granitproduktion im gigantomanischen Ausmaß und ab 1943 dann Umstellung der Produktion in Richtung Kriegsproduktion. Da hinten einfach Messerschmitt und in diese Richtung Steier, Daimler, Buch. Was ich auch sagen möchte, dieser Steinbrecher erinnert uns auch daran, in seinem gigantischen Ausmaß, dass das Granitwerk hier in Gusen damals in der Zeit des Zweiten Weltkrieges das größte und modernste Granitwerk der SS gewesen ist im gesamten Großdeutschen Reich. Wir werden das auch wieder hören, wenn wir in St. Georgen sind, bei der Verwaltungszentrale. Warum die in St. Georgen ist? Weil einfach schon von Anfang an, seit dem Jahr 1938, der Hauptfokus der Granitproduktion für die SS hier in Gusen gewesen ist. Aus dem Grund hat man auch hier in Gusen bereits 1938 sich die Schürfrechte für die Steinbrüche entsprechend gesichert. Denn es war klar, dass die Qualität des Gusener Steins genau dem entspricht, was die Nazis wollten, nämlich hier in Gusen zu produzieren für die Monumentalbauten von Speer, für Hitler in Berlin, Nürnberg usw. Architekturbauelemente. Dafür ist der Gusener Stein der beste gewesen. Und man weiß auch, dass zum Beispiel hier von diesem Granitwerk in Gusen man zum Beispiel große Granitplatten geschnitten hat, die man dann in Nürnberg verwendet hat, eben für den Ausbau des Reichsparteitagsgelände. Und ein Kuriosum auch noch, das ist gar nicht weit von hier, denn da hinten war auch ein Steinlagerplatz der SS für bereits fertig behaue Steine und es ist überliefert, dass hier in Gusen bereits gearbeitet worden ist am sogenannten Siegesdenkmal für den Zweiten Weltkrieg. Also auch interessant hier in Gusen für die Nazis war vollkommen klar, der Krieg kann nur gewonnen werden und es war hier in Gusen bereits der Auftrag vergeben für diese Siegeshalle in Berlin zu arbeiten und die Steine für die Siegeshalle, die lagen schon da hinten und sie wurden aber nicht gebraucht, wie wir wissen, sondern in den Nachkriegsjahren wurden sie dann durch die Sowjets zersägt und teilweise dienen diese Steine aus Gusen heute noch dazu, den roten Platz in Moskau zu pflastern. Das Konzentrationslager Gusen zieht sich bis St. Georgen an der Gusen. Öfters höre ich das Wort Testzentrale. Was genau ist das? Ja, wir sind hier jetzt in St. Georgen vor der sogenannten Testzentrale oder anders gesagt der sogenannten Testwerkgruppenleitung. Die Abkürzung Test steht für Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH. Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich nichts anderes als jene SS-Firma, die die Häftlinge in Gusen, aber auch in Mauthausen ausgebeutet hat. Und zwar in der Zeit zwischen 1938 und 1945. Diese Gebäude dahinter mir waren Bürogebäude dieser SS-Firma. Es war zugleich eine Außenstelle des sogenannten Wirtschaftsverwaltungshauptamtes der SS in Berlin. Also die Außenstelle St. Georgen haben wir da vor uns. Und hier drinnen waren also im Prinzip Büroräumlichkeiten für die Verwaltung der Ausbeutung der Häftlingsarbeit in Mauthausen und in Gusen. Aber auch, wie man es da hinten sieht bei dem schönen Balkon, auch Dienstwohnungen und zwar nicht für irgendjemanden, sondern Dienstwohnungen für die allerhöchsten Offiziere des KZ-Systems Mauthausen-Gusen. So hat zum Beispiel in dem Gebäude hinter mir kein Geringerer als der Lagerkommandant von Mauthausen eineinhalb Jahre hier in St. Georg gewohnt. Hier wohnte aber auch sein zweiter Mann in Mauthausen, der Schutzhaftlagerführer Georg Bachmeier wohnte hier, aber auch noch der Schutzhaftlagerführer des Lagerteils Gusen, Karl Schmilewski wohnte hier, später auch Seidler. Also alle hohen und höchsten Kommandeure hatten hier Dienstwohnungen, sie zogen es vor nicht in Mauthausen zu wohnen oder auch nicht in Gusen oder in Langenstein, sondern wenn du was warst damals, hast du in St. Georgen gewohnt. Also St. Georgen war damals der Wohnort der SS-Prominenz sozusagen. In St. Georgen haben die hohen SS-Offiziere und auch die Werksdirektoren ihre Freizeit verbracht. Es gab viele Gasthäuser, da ging es drunter und drüber. St. Georgen hatte damals den Beinamen Klein Paris, weil jede Vergnügung, die man gesucht hat in der Freizeit, die konnte in St. Georgen befriedigt werden. Dieser riesengroße Büro und Wohnkomplex hinter mir wurde natürlich ab 1940 von Häftlingen von Gusen gebaut. Und so friedlich diese Häuser heute noch ausschauen, diese Baustelle hier in St. Georgen war 1940 eines der gefürchtetsten Außenkommandos des Lagers Gusen I. Also hier für die Errichtung dieser Gebäude sind nicht wenige KZ-Häftlinge auch gestorben. Es gab nicht nur diese Verwaltungszentrale hier in St. Jürgen, hier oben, sondern in diesem Bereich da drüben die sogenannte SS-Führersiedlung, wo auch hochrangige Offiziere und auch hochrangige Funktionäre dieser SS-Firma Deutsch, Erd und Stein gewohnt haben. Unweit von hier, etwa 100 Meter in diese Richtung, wo heute die so genannte neue Mittelschule steht, gab es auch ein Lehrlingsheim der Deutsch-Heidensteinweger GmbH. Auch eine besondere Sache, denn dort wurden Jugendliche aus dem gesamten Reichsgebiet in St. Georgen in ein Internat gesteckt, um in den Betrieben um das Konzentrationslager Gusen eine entsprechende Fachausbildung zu bekommen, als Steinmetze, als Schlosser. Von Bedeutung ist auch, dass hier am regionalen Sitz der Test sozusagen, dass diese Test im Jahr 1944 eine besondere Bedeutung bekommen hat, nämlich auch als Auftraggeber für den Bau des riesengroßen Stollens Bergkristall in St. Georgen der Gusen, der dann in einem Joint Venture mit der Luftwaffe der SS über die Test hier in St. Georgen und auch der Firma Messerschmitt eben dazu geführt hat, dass nicht weit von hier auch unter der Erde eines der streng geheimsten Flugzeugwerke des Großdeutschen Reiches hier in St. Georgen installiert worden ist. Hier in diesem Bereich, also dieser Verwaltungszentrale, gab es auch eine große Werksküchenkantine, die noch vor wenigen Jahren hier bestanden hat. Diese Werksküchenkantine hat einfach dazu gedient, hunderte Beschäftigte, die hier in St. Georgen stationiert gewesen sind, Zivilisten entsprechend zu verköstigen, sodass sie nicht selber kochen mussten, sondern eben dann in dieser Betriebskantine versorgt werden konnten. Das war alles hier. sondern eben dann in dieser Betriebskantine versorgt werden konnten. Das war alles hier. Ja, und im Bereich gleich neben dieser früheren Werksküchenkantine gab es auch große Lebensmittelmagazine hier in St. Jorgen, eben um die SS-Leute entsprechend mit Lebensmitteln zu versorgen. In den Tagen der Befreiung hatten diese Lebensmittelmagazine hier eine besondere Bedeutung für die befreiten Häftlinge, die ja vollkommen ausgehungert gewesen sind und eben dann sich an diesen Lebensmittelvorraten hier teilweise zu sehr bedient haben. Leider sind damals viele Häftlinge daran gestorben, zu schnell zu viel ungewohnte Nahrung aufgenommen zu haben. Auch eine Sache, die eben hier in St. Jürgen leider passiert ist. Weiter hinten hatten die SS-Offiziere, die höheren, auch noch Schrebergärten. Auch der Lagerkommandant von Mauthausen hatte hier bis zum Schluss auch seinen Schrebergarten. Obwohl er dann schon in Mauthausen in einer Villa wohnte, hat er einen Großteil seiner Freizeit hier in St. Georgen verbracht. Es gab auch ein eigenes Gasthaus in St. Georgen, wo die höheren SS-Kommandanten hier einen Stammtisch hatten. Und zum Beispiel Franz Zieres war auch ein passionierter Jäger und hat es sehr genossen, hier mit den Jägern aus der Umgebung, mit den größeren Bauern aus Abinden zum Beispiel in der Freizeit auch auf die Jagd zu gehen. Also St. Georgen auch ein ganz wichtiger Ort damals für die Freizeitgestaltung jener Täter, die eben in Mauthausen und auch in Gusen damals im Dienst ihr Unwesen getrieben haben. Zwischen Gusen und St. Georgen an der Gusen gab es früher die Schleppbahn. Warum ist da ein Zug gefahren? Was erinnert heute noch daran? ein Zug gefahren. Was erinnert heute noch daran? Ja, wir sind hier jetzt an einem ganz wichtigen Monument in der Erinnerungslandschaft St. Georgen-Gusen-Mauthausen, der sogenannten Schleppbahnbrücke, die uns daran erinnert, dass einst zwischen dem Bahnhof St. Georgen-der-Gusen und dem Konzentrationslager Gusen eine eigene SS-eigene Eisenbahnverbindung bestanden hat. Diese ehemalige SS-eigene Eisenbahn hieß Schleppbahn damals und unterstreicht, welche immense Bedeutung das Lager Gusen damals für die SS hatte. Über diese Normalspureisenbahn sind nicht nur Häftlingstransporte in das Lager Gusen gekommen, sondern auch der gesamte Warenumschlag der Industrie der SS in Gusen für Steierdämler Buch, aber auch die gesamte Messerschmitt-Flugzeugproduktion ist alles über diese Schleppbahnbrücke gelaufen. Und wenn man hier diesen vorderen Teil anschaut mit dem orangenen Unterträger, das ist zum Beispiel eine Brücke, die ursprünglich ein paar hundert Meter flussaufwärts gestanden hat. Das war jener Brückenteil, der eben diese SS-eigenen Eisenbahnanlagen mit der unterirdischen Flugzeugfabrik Bergkristall in St.Georgien verbunden hat. Diese Brücke wurde einfach hierher versetzt, damit sie erhalten bleibt. Und diese Strukturschleppbahnbrücke ist hier eine ganz wichtige Erinnerung an die industrielle Dimension des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen, die eben auch einen eigenen Bahnanschluss hatte. Es gab ja nicht nur diese Schleppbahnbrücke hier, die heute noch erinnert, sondern gleich auf der anderen Seite der Straße, wo der Bahndamm breiter wird, da hatte die SS einen eigenen Übernahmebahnhof. Das ist eine ganz wichtige Infrastruktur gewesen. Denn wenn zum Beispiel Häftlingstransporte angekommen sind, dann wurden die zwar anfangs am Bahnhof St. Georgen entladen, später aber dann wurden die ganzen Züge hinuntergezogen bis direkt in das Lager Gusen, etwa auf die Höhe des Steinbrechers, wo wir heute schon gewesen sind. Und es durfte bis nach Gusen nur ein einziger Bediensteter der Reichsbahn mitfahren, denn ab diesem Übernahmebahnhof wurde der Zug übernommen von der SS, also damit einfach sichergestellt wird, dass keine unnötigen Zivilisten mit in das Konzentrationslager mitfahren mit diesem Zug. Um diese Eisenbahn bauen zu können, war es erforderlich vorher, den Gusenfluss hier entsprechend zu regulieren. Die Regulierung des Gusenflusses hier war ein eigenes Außenkommando des Konzentrationslagers Gusen, das natürlich auch gefürchtet gewesen ist, denn hier musste man bei jeder Witterung einfach den Fluss entsprechend begradigen. Aber auch dieses riesengroße Bahnprojekt mit über zwei Kilometern Länge war ein ganz gefürchtetes Außenkommando des Konzentrationslagers Gusen und es sind für den Bau dieser Eisenbahn vor allem sehr viele Spanier auch damals gestorben oder sowjetische Kriegsgefangene. Ja und das Besondere bei dieser Schleppbahnbrücke ist auch, dass sie im Herbst 1941 von den Häftlingen von Gusen in nur einem Tag und einer Nacht in einem Stück aus Beton gegossen werden musste. Und das alles unter SS-Bewachung, unter den Schreien, unter den Peitschenschlägen der Kapos, unter den Schüssen der hier bewachenden SS-Mannschaften. Also man sieht hier an diesem Beispiel dieser Brücke, dieser Bahnanlagen, dass sich hier in St. Georgen der Alltag der Konzentrationslager-Häftlinge mitten im Ort abgespielt hat. Das war nicht irgendwie versteckt in einem hinteren Tal, wo man keinen Einblick hatte, sondern diese ganzen Infrastrukturprojekte sind hier in St. Georgen vor den Fenstern der lokalen Bevölkerung gemacht wurden. Thank you. Terima kasih telah menonton Thank you.