Hallo liebe Zuschauer und willkommen zu unserer Sendung. Ich bin Selma. Ich bin Marco. Und ich bin Daria und wir sind aus der Hacklinz und sind heute bei DOP TV zu Besuch. Heute haben wir eine Straßenumfrage für euch vorbereitet über das Thema Demokratie in der EU. Fühlen Sie sich, dass Sie sich an der Demokratie Österreichs mitbeteiligen können? Finde ich auf jeden Fall. Natürlich durch die Wahlen. Ich bin eine regelmäßige Wahlgeherin. Und auch Volksbegehren oder Volksbefragungen sind natürlich auch Methoden, wo ich mich auf jeden Fall beteiligen kann. Nein, welchen ist es? Zu wenig. Die Demokratie ist eine tolle Regierungsform, also ohne Zweifel. Aber es würde manchmal mehr Hausverstand und weniger Populismus der Regierung gut tun. Ja, durch die Wahlen ist die Möglichkeit gegeben. Ich kann wählen gehen. Ich bin selbst aktiver Gemeinderat und bin jeden Tag dabei, sozusagen. Das ist super. Nein, weil man darf erst ab 16 wählen und nicht überall. Ich finde schon. Und ich denke, ich könnte mich sogar mehr mit beteiligen, wenn ich mehr Engagement hätte. Ja, ich kann mit dem nur anschließen. Ich glaube auch, dass die Wahlen in Österreich ein Thema sind, das man wahrnehmen kann und muss, weil es um die Demokratie geht. Und auch mit der Mehrbeteiligung ist es eigentlich die eigene Faulheit, dass man im regionalen Bereich zu wenig macht, wo man etwas tun könnte. Was ist Ihre Meinung zu Österreichs Neutralität? Also ich finde es ein bisschen schade, weil die geschichtliche Ausstattung sehr gut war. Aber ja, es ist, was es sein muss. Und ich finde, es ist auch ein Teil gut, dass wir auch nicht angegriffen werden von anderen Ländern. Ich glaube, die Neutralität ist wichtig. Allerdings nur die militärische Neutralität, politisch kann man durchaus, kann auch Österreich seine Meinung sagen. Wird nicht so eingehalten, aber sonst ganz okay. Also ich glaube, dass die Neutralität nach dem Zweiten Weltkrieg für Österreich ganz wichtig war, also in den letzten Jahrzehnten. Jetzt durch die neue Situation, auch Kriegssituation in Europa, haben wir eine ganz neue Situation. Da bin ich mir selber nicht sicher, was da gut wäre. Das müsste man sicher unter den neuen politischen Rahmenbedingungen, kann man das vielleicht ein bisschen anders denken. Aber grundsätzlich finde ich, hat es uns in den letzten Jahrzehnten schon sehr viel gebracht. Und ich finde eigentlich, dass es gut ist, weil man ist dann nicht aktiv in irgendwelche Konflikte beteiligt. Natürlich, man kann immer Positionen beziehen, zum Beispiel wie den Krieg auf die Ukraine, den muss man einfach verurteilen. Das heißt nicht, dass man jetzt sagt, wir sind neutral und wir halten uns da ganz raus. Das geht einfach nicht. Aber an sich, Neutralität sollte man trotzdem hochhalten. Eine schwierige Frage, weil ich bin ganz im Sinne der Neutralität quasi großgezogen worden. Mittlerweile, seit wir bei der EU sind, finde ich die Frage nicht mehr so spannend. Also ich hänge nicht mehr so an der Neutralität, wie das früher war. Ja, so sollte es bleiben. Österreich sollte neutral bleiben. Ich finde, Österreich ist weniger neutral. Also man sagt halt immer, Österreich ist so ein neutrales Land. Aber wenn man hier lebt und so ein bisschen mit offenen Augen durch die Welt läuft, merkt man, dass das nicht so ist. Wir können in dem Sinn immer neutral sein, solange Russland, also unschuldige Länder, überfällt, kann man eigentlich nicht oder muss man eigentlich für die Verteidigung und für das Engagement für Frieden und für eigentlich die EU. Ganz einfach muss man dafür sein. Die Frage, die man sich stellen muss, ist, ob die noch zeitgemäß ist. Die kommt aus 1955 mit ganz anderen geopolitischen Voraussetzungen. Die Welt hat sich weitergedreht und da sollte man mit Neutralität einmal ergebnisoffen diskutieren. Bei mir ist es so, dass meine Kindern, die mittlerweile 40 plus sind, ich mitgegeben habe, Österreich ist ein neutrales Land und wir haben Gott sei Dank seitdem nie einen fremden Soldaten innerhalb der Landesgrenzen gehabt. In Zeiten wie diesem russischer Überfall auf die Ukraine muss man das Thema relativieren und bin ich bereit, über die Neutralität und deren Abschaffung nachzudenken, weil ich meine, dass auch zur Demokratie ihre Frage von vorher dazugehört, dass es eine wehrhafte Demokratie im positiven Sinne ist, nicht wie es manche Politiker von ganz rechts meinen, aber dass man einstehen muss für die Demokratie auch mit Waffengewalt und da wird Österreich alleine sich relativ schwer durchsetzen. Also ist Neutralität zu überdenken. Finden Sie auch, dass es schlechte Aspekte der Neutralität gibt? Schlechte Aspekte sind dann, wenn ich als Trittbrettfahrer sozusagen mitfahren will, wie es Europa lange Zeit gegenüber Amerika gemacht hat. Aber man muss also selber in die Verteidigung und in die Wirtschaft so viel investieren, dass man ganz einfach stark genug ist, weil nur eigene Stärke lässt wirklich Demokratie zu. Unabhängigkeit letztlich von anderen. Welche Reformen würden Sie sich von der EU wünschen? Das ist eine gute Frage. Viel mehr Unterstützung für Jugendleute. Wege Richtung Ausbildung, Freiheit und solche Sachen. Keine Ahnung. Liegt es nicht? Nein. Ist gut. Ganz oben steht aus meiner Sicht die Abschaffung des Endstimmigkeitsprinzips, weil damit lehnt man die ganze Institution und das erzeugt in Wahrheit den Frust, der entsteht in der Bevölkerung über die EU. Abschaffung des Vetorechts. Also zurzeit können ja bei Abstimmungen ein einziges Land, kann quasi irgendwelche Beschlüsse von der EU kippen. Das sollte man verändern, reformieren. Ich meine, angefangen hat die EU mit sechs Mitgliedern und da hat es das Vetorecht gegeben. Und dann könnte man zum Beispiel sagen, man führt ein Fünf-Sechstel-Prinzip ein. Und so wird man nämlich dann auch nicht erpresst von Leuten wie Orbán oder so. Da kann man sich nicht so schnell erpressen lassen. Oder könnte auch tiefgreifende Reformen in der EU einführen. Welche Reformen würden Sie sich von der EU wünschen? Was ist das? Reformen würden Sie sich von der EU wünschen? Was ist das? Reformen sind Verbesserungen. Achso, Dönerpreis ändern. Was würde ich mir von der EU wünschen? Entbürokratisierung. Von der EU würde ich mir wünschen, dass mehr Einigkeit ist, dass die Legislative es zulässt, dass die Staaten vereint dastehen. Also dieses Einstimmigkeitsprinzip gehört weg, meiner Meinung nach, in der EU. Für mich selber, ja, weiß ich eigentlich nichts, dass ich mehr haben wollte. Aber so prinzipiell weniger Bürokratie, das ist eh, glaube ich, allgemein. Und eben dieses Einstimmigkeitsprinzip, meiner Meinung nach, gehört weg. Grundsätzlich bin ich überzeugte Europäerin. Es gibt, glaube ich, sicher viele Themen mit viel Bürokratie. Also Bürokratieabbau ist sicher ein Thema. Und was ich mir auch wünschen würde von der EU, sind, glaube ich, klare Aussagen, wie geht man mit Ländern um, die zwar Mitglied der EU sind, aber doch andere Werte vertreten. Ich sage jetzt einmal Beispiel Ungarn. Also da finde ich, hat die EU noch relativ wenig Handhabe, wie sie da eine gute klare Linie haben kann mit Ländern, die die grundsätzlichen Werte nicht so vertreten wie andere EU-Länder. Im Grunde als erstes, dass es mehr Stärke zeigt. Europas Wirtschaft ist eigentlich die stärkste der Welt und wir tun, als wären wir Gartenzwerge, die eigentlich betteln müssen, dass wir von den Mächtigen, also Amerika, Russland, China anerkannt werden. Müssten wir nicht, wir könnten Stärke zeigen. stärke zeigen? Ja, Abschaffung des quasi Veto-Rechts, was eben Staaten wie derzeit Slowakei, Ungarn und so weiter über Gebühr missbrauchen und dass die EU mehr mit einer Stimme sprechen würde und jetzt indirekt, dass sie unsere Politiker nicht hinter der EU verstecken. Böse Sachen kommen von der EU und gute Sachen werden hier gemacht. Also auch da mehr Verständnis in Österreich der örtlichen Politik für die EU. Wie stehen Sie zum neuen Kopftuchverbot für unter 14-Jährige, welches im nächsten Schuljahr eingesetzt werden sollte? Völlig sinnlose Symbolpolitik. Ja, an sich finde ich das nicht so schlimm. Also es sollte eigentlich jedem selber überlassen sein, wie er sich kleidet. Die Frage ist, wie sehr bekommt man Druck von der Familie, von intern und ja, es ist ein sehr schwieriges Thema. Also ich finde es sehr schlecht, weil Menschen sollten schon das eigene Recht haben, um anzuziehen, was sie wollen. Deswegen finde ich das nicht gut. Ja, das ist jaziehen, was sie wollen. Deswegen finde ich das nicht gut. Ja, das ist ja schwierig zu antworten. Das ist ja eine Sache von der Stadt. Im Grunde bin ich für Kopftuchverbot, aber es gehört natürlich sehr viel mehr dazu, weil es sind Symbole, die in vielfältiger Weise auch in anderer Hinsicht, also in anderen Religionen stattfinden. Also eine neutrale Haltung gegenüber der Religion würde den Staaten guttun. Trennung von Staat und Kirche, schlicht und einfach. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Schlicht und einfach. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe da... Es gibt Argumente dafür und es gibt Argumente dagegen. Aber ich habe da keinen Standpunkt. Kopftuchverbot. Du hast gesagt, unter 14-Jährige... Dem schließe ich mich im Wesentlichen an. Ich wäre aber zusätzlich noch für die Abschaffung sämtlicher klerikalen Symbole in Schulen. Also da gehört leider, es ist österreichische Tradition, wir sind ein katholisches Land gewesen, aber ich bin auch für die Abschaffung der Kreuze in den Klassenzimmern und so weiter. Also die Schule sollte rein sämtliche Symbole aller Religionen weglassen und nicht nur das Kopftuch alleine. Ja, weiß ich nicht. Also unser Hintergrund ist einfach das Abendland sozusagen, das christliche Abendland. Insofern stört es mich nicht, wenn ein Kreuz in der Schule hängt. Auch nicht in der Schule. Insofern eben auch andere Religionen ihre Zeichen setzen dürfen. Weiß nicht. Also es ist eine schwierige Frage. Also ich würde sagen... Das sollte nicht verboten werden. das sollte erlaubt sein. Nein, also ja, das sollte nicht verboten sein. Sowas soll nicht verboten sein. Aber so ein Mädchen unter 14... Ich weiß nicht... Sollte selbst entscheiden. Sollte selbst entscheiden, ja. Das wollte ich sagen. Also ich finde, es ist halt Unterdrückung für die Religion. Weil wir leben ja in einem Land, wo halt alles akzeptiert werden soll und Meinungsfreiheit und alles ist und Religionsfreiheit, das finde ich, sollte nicht verboten werden. Verbot sehe ich als übertrieben. Es sollte jeder so machen dürfen, wie er oder sie glaubt. Genau, also ein Verbot finde ich als übertrieben. Wie stehen Sie zum neuen Kopftuchverbot für unter 14-Jährige, welches im nächsten Schuljahr eingesetzt wird? Katastrophal. Also ich verstehe nicht, warum man, eben wie Sie gesagt haben, man sagt, es ist ja so ein neutrales Land und jeder hat ja eine freie Meinung und so. Aber sobald es um Islam oder Religion geht, ist es dann wieder doch paradox. Und ja, ich denke, jeder kann anziehen, was man möchte. Und vor allem ein religiöses Symbol sollte man nicht unterdrücken. Also das sehe ich ein bisschen differenziert. Das betrifft jetzt natürlich die Mädchen. Aber ich verstehe nicht ganz, warum man da nur bei den Mädchen ansetzt und nicht auch bei den Familien derer. Da geht es ja auch um, ich sage einmal, Aufklärung. Was sind die Rechte der Frauen in Österreich? Da würde ich eher auch bei den Familien, bei den Vätern und bei den Müttern auch ansetzen. Also im Sinne von mehr Bildung, Aufklärung. Also nur bei den 14-Jährigen, das ist mir eigentlich zu kurz gegriffen. Eigentlich neutral. Und welche Partei steht ja auch noch dort? Das kommt von der ÖVP. Wissen Sie eigentlich, von welcher Partei das kommt? Ich vermute, es ist gepusht worden von der FPÖ und die ÖVP wollte es durchsetzen. Bin ich nicht sicher. FPÖ. FPÖ. FPÖ. Oder ÖVP. Oder ÖVP. Ich habe gerade, ich muss kurz nachdenken, nicht AfD, sondern FPÖ. FPÖ? Nein, leider von der ÖVP. Hätten Sie das gedacht? Eher nicht. Es kommt von der ÖVP, so werde ich weiß. Man würde aber auch vermuten, dass es von der FPÖ kommen könnte. Haben Sie sehr recht. Ich glaube, es ist von der ÖVP gekommen, oder? Da liegen Sie richtig. Ich nehme an, es ist die ÖVP, aber im Endeffekt spielt es nicht in dem Sinne eine Rolle, sondern ich möchte, ich war Lehrer und ich möchte eigentlich nicht, dass Mädchen diskriminiert werden. Ich meine, da zählt natürlich der ganze Bereich dazu. Beschneidung, Diskriminierung im Alltag, oft zu wenig Bildungsmöglichkeiten für Mädchen, oft zu wenig Bewusstsein der eigenen Stärken und vieles andere mehr. Vielen, vielen Dank. Dankeschön nochmal. Vielen Dank dann für Ihre Antworten, für Ihre Zeit. Wir schätzen das sehr. Danke, wir schätzen auch, dass ihr euch die Mühe macht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das finde ich ganz toll, dass die Jugend solche Themen aufwirft und das macht. Und das ist ja auch eine Arbeit. Okay, danke. Danke Ihnen. Schönen Tag noch. Vielen Dank fürs Zuschauen und schaltet beim nächsten Mal wieder ein. Thank you for watching.