Ich freue mich über den zahlreichen Besuch zur Präsentation unseres mit einem sechsten Buches in den drei Jahren, wo wir jetzt offen sind. Schätzt ihr her? Und zur Einleitung zu diesem Buch, wo fängt man da an? Ich habe mir überlegt, vielleicht ganz am Anfang, bei der Erschaffung der Welt, in den ersten Versen der Bibel der Tora im Buch Genesis, da übersetzt ja Martin Luther so schön fatalistisch, am Anfang war das nichts, oder wie dann spät in der Übersetzung in der Septuaginta, also in der Übertragung des alten Testamentes, 70 vor Christus ungefähr, ins Griechische der damaligen Weltsprache. Am Anfang war das Chaos, aber wir Österreicher brauchen eigentlich diese Übersetzungen eigentlich, denn uns ist ja das Originalwort aus dem Edischen mit einem Swienerische übertragen worden. Und zwar interessanterweise genau in diesem Sinne, in dem es auch in der Bibel in den ersten Sätzen steht. Am Anfang war das doch, wo? Aber das ist jetzt noch ein bisschen, muss ich auf Abwägen zu führen eigentlich geht es mir um das was nachher kommt nämlich und Gott sprach es werde Licht und es werde Licht also worum es geht und es war nicht. Also worum es geht, und das ist so ein Prinzip in der jüdischen, christlichen, und das sollte man nicht vergessen, wenn man immer das aufzählt vom christlichen Abendland, auch der islamischen Begriffeinheit, das Worte macht haben und das Worte was bewerten. Ich habe da noch eine zweite Bibelstelle. Da sind wir ungefähr so 850 vor christus das erste israelische kaiserreich wurde erobert von lebogadnezar dem könig von babylon jerusalem wurde zerst, wurde komplett platt gemacht, der Tempel niedergebrannt, das Volk versklavt und nach Babylon überführt. Ich glaube das Lied von Bonnie M. hat drüber gesagt Babylon. Das behandelt das. Und Gott schickt so ziemlich die traurigste Figur der Propheten, Jesaja nach Babylon zu seinem Volk, das da gekettet in Lagern sitzt. Und Gott spricht zu dem Volk und sagt, höre, oh Israel, ich habe dich geschaffen, ich habe dich bei deinem Namen gerufen. ich habe dich geschaffen ich habe dich bei deinen namen gerufen vielleicht ahnt ihr schon wo ich jetzt hin will lieber waldraud lieber meinhard ihr habt josef fenster bei seinen namen gerufen Er steht ja in diesem Buch. Ich habe dieses Buch jetzt... Er ist hier noch in Umrissen kaum erkennbar. Am Ende des Buches ist dann das einzige Porträt, das auffindbar war. Da ist er dann scharf und zu sehen vor uns. Ich mag jetzt über dieses Buch nicht spoilern. Wir werden auch genug über den Inhalt heute hören. Es sind nur zwei Sachen, die mir wichtig sind, auch als Verleger und auch, das weiß ich, der Waldraud wichtig ist. Dieses Buch ist nicht, wie es anscheinend, weil das ja in einer Konzentrationslage endet, etwas, was wir als KZ-Literatur bezeichnen, sondern es ist vielmehr eine Sozialgeschichte, eine sozialökonomische Geschichte von der Familie aus dem Salzkammergut, aus Bad Ischl, Bad Gäusern, aus dem Milieu der Tagelöhner, dieses unglaubliche Heer von Arbeitskräften, die in dieser Zeit zur Verfügung gestanden sind. Heute würde ich sagen prekäre Arbeitsverhältnisse, vollkommen unsicher und diese Hoffnung von dem Wegzug vom Land in die Stadt, sich ein besseres Leben zu ermöglichen und manchen ist gelungen, der Familie manchen nicht. Und ich möchte mich dann noch kurz an Dana Arendt anlehnen, die ja diese Analität des Bösen geschrieben hat. Also diese Monster, die zugleich aber auch liebende Familienväter waren und ganz normale Menschen, aber trotzdem zu so unglaublichen Verbrechen möglich waren. Gleichzeitig gibt es auch diese Banalität der Opfer. Und hier haben wir eines von uns, das eigentlich nur durch Zufälle, wenn ich mich jetzt als Philosoph betätige, weil das Leben manchmal einfach ein Hund ist, der da unter die Schiene gekommen ist. Also es geht vielmehr um die sozialen Umstände in Oberösterreich hauptsächlich, als dass es KZ-Literatur ist. Dann hätte ich genauso von der Straßenbahn überfahren worden. Und das Buch hätte nicht viel anders ausgeschaut. Ich möchte mich jetzt noch ausdrücklich bedanken für die Zusammenarbeit. Es ist für mich immer eine große Reise, eine abenteuerliche Reise, so ein Buch zu machen. Und ich möchte mich bedanken dafür, dass wir im Zuge dieser vielen Besuche, die wir gehabt haben, hauptsächlich seit ihr nach Ischl gekommen, auch so was wie Freundschaft entstanden ist. Und wenn so was am Ende ist, ist es immer gut. Und ich kann euch nur sagen, auch dieses Buch ist gut. Josef Kinster ist mein Großonkel. Er wurde von der SS im Konzentrationslager deportiert und mit der Kategorie Berufsverbrecher versehen. Solche Begriffe vernichten die Geschichte des einzelnen Menschen. Vor etwa fünf Jahren habe ich begonnen, seinen verschütteten Spuren nachzugehen. Es wurde dabei immer deutlicher, dass Josef kein einzelner Fall ist, sondern für eine ganze soziale Gruppe von KZ-Häftlingen steht, die lange Zeit als Opfer des Nationalsozialismus verleugnet wurde. Seine Familie hat ihn schon zu seinen Lebzeiten ignoriert, weil sein Leben in den schlechten Verhältnissen der 20er und 30er Jahre eine Richtung nahm, die seinen Brüdern nicht gefiel. Als 20-Jähriger war er in die Hinzowhunger-Demonstrationen verwickelt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er als Beteiligter auf dem Aufruhr wegen öffentlicher Gewalttätigkeit zu vier Monaten Kärker verurteilt. Danach fand er keine feste Anstellung, verdiente sich als Gelegenheitsarbeiter und wurde bis Anfang der 30er Jahre wegen einiger geringfügiger Delikte belangt. Meinem Vater war das Schweigen um seinen Onkel unbehandlich, ihm fehlten jedoch die Mittel, um selbst Nachforschungen anzustellen. Seine Zweifel hat er aufrechterhalten und weitergegeben. Die nächste Generation hat sich einen eigenständigen und kritischen Umgang mit der NS-Vergangenheit erarbeitet. Josef Finster soll nicht nur als ein Opfer des Nationalsozialismus in Erinnerung behalten werden. Er war ein Mann, der aus einfachen Verhältnissen kommend vor seiner Ermordung ein karges, aber ein eigenes Leben geführt hat. Einen besonderen Dank an Alexander de Göderin für das Vertrauen. Er hat das Projekt von Beginn an unterstützt und mit Rat und Tat begleitet. Dank auch an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Verlags und Dank an das Team der Buchhandlung, das die Vorbereitungen zu dieser Lesung getragen hat. Und ich danke Ihnen allen, dass sie gekommen sind Thank you. Musik Hañ... Hañ... Hañ... Hañ... Oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioioio L'esprit de l'esprit... ¶¶ Die Eltern Josef Finsters kamen aus dem Salzkammergut. Der Vater Leopold wurde in Bad Ischl als uneheliches Kind geboren. Sein Vater heiratete nach der Geburt die Mutter und legitimierte damit den Sohn. Leopold war Taglöhner, hatte keine Ausbildung, keine feste Stelle und arbeitete als Hilfsarbeiter dort, wo es Arbeitskräfte brauchte. Er ehelichte Anna Aigner, die auch aus Bad Ischl kam. Sie war Dienstmarkt bei einem Wirt. Zwei Söhne wurden geboren, Leopold und Franz. Im 19. Jahrhundert hatte die Region eine Umstrukturierung erfahren. Bei der Salzgewinnung wurde ab 1850 mehr und mehr die Kohle zur Befeuerung der Sudpfannen verwendet. Diese kam aus dem Hausruck und konnte mit der Eisenbahn in das innere Salzkammergut transportiert werden. Damit verbunden war ein Niedergang der Holzproduktion und der Traunschifffahrt. Holzknechte hatten früher zwei Drittel der Arbeitskräfte in der Salzproduktion gestellt. Allerdings standen viele von ihnen nicht im kaiserlichen Dienst, sondern wurden von Holzmeistern gedungen. Damit verblieben für sie die schlecht gestellten und unsicheren Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund übersiedelte die Familie nach Linz. Dort gelang es Josefs Vater, die unsichere Existenz als Tagelöhner im Salzkammergut, mit einer Stelle als K.K. Postamtsdiener in Linz zu verbessern. Josef war der dritte Sohn der Familie. Er wurde schon in Linz geboren, am 23. Februar 1900. Die nun fünfköpfige Familie wohnte am Stadtrand in der Niederleitstraße zur Miete, in einer Wohnung mit Küche, Zimmer und Kabinett. Die sozialen Bindungen an der Salzkammergut und Bad Ischl blieben erhalten. Leopold und Franz, die älteren Brüder von Josef, heirateten in Bad Ischl. Auch ihre Ehefrauen kamen von dort und stammten aus Familien von Dari-Löhnern. Josef besuchte acht Jahre eine Volksschule in Waldeck. Die Schule hatte fünf Klassen, was bedeutet, dass die Schüler mehrere Jahre einen Unterricht erhielten, bei dem zwei Schulstufen in einer Klasse zusammengefasst waren. Kinder aus besseren Kreisen wurden gegenüber jenen des niederen Standes oftmals bevorzugt. wurden gegenüber jenen des niederen Standes oftmals bevorzugt. Mitschülern fiel auf, dass Kinder, die wohlhabende Eltern hatten, im Unterricht kaum etwas gefragt wurden, dennoch aber immer in die nächste Schulstufe aufstiegen. Der Beginn des Krieges 1914 veränderte das Leben in der Stadt. Es war eine hektische Zeit der Mobilmachung. Linz war Garnisons Stadt. Die großen öffentlichen Hallen und Säle, auch die Schulen, dienten zur Unterbringung der Truppen. Aber auch unverbaute Felder in der Peripherie verwandelten sich in Heerlager. Josef hatte nach der Schule keine berufliche Ausbildung absolviert. Die Gründe dafür kennen wir nicht. Die Bedingungen, eine Lehrstelle zu bekommen, waren in den Kriegsjahren wenig aussichtsreich gewesen. Dazu kam, seine soziale Herkunft hatte ihn mit nur knappen Ressourcen ausgestattet. ihn mit nur knappen Ressourcen ausgestattet. Vermutlich fehlte es den Zugezogenen an sozialem Kapital, um Josef bei einem Handwerk oder in einem Betrieb unterzubringen. Das Wehrdienstalter war schon im Dezember 1914 auf 18 Jahre gesenkt worden. Josef kam im Februar 1918 zur Musterung und meldete sich freiwillig zum Militärdienst. Begeisterung für den Krieg kann in dieser Phase der Kriegsmöglichkeit und des allgemeinen Chaos bei der Demobilisierung der Truppen eher ausgeschlossen werden. Möglich, dass er eine Zukunft in der Laufbahn eines Soldaten sah. Schließlich gehörte man in einer militärischen Einheit auch ohne Ausbildung zu einem besonderen Stand mit besonderen Pflichten und Rechten. Er wurde in ein K&K-Infanterieregiment eingegliedert, aber wegen des Kriegsendes noch im selben Jahr abgerüstet. Ein paar Monate später meldete er sich neuerlich freiwillig und trat am 1. Juni 1919 in die bayerische Reichswehr ein. Diese war nach der Niederschlagung der Ritterpublik entstanden. Bereits nach drei Monaten wurde das Dienstverhältnis wieder beendet, die Reichswehr aufgelöst. In den sozialen Verwerfungen der Nachkriegsjahre geriet der junge Mann mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Erstmals geschah das im Zusammenhang mit den Linzer Hungerdemonstrationen. Es gab in Linz und Oberösterreich ernsthafte Probleme bei der Versorgung der städtischen Bevölkerung mit Lebensmitteln. Es fehlte an allem, an Mengen ebenso wie an der Qualität. Die Bauern lieferten gewässerte und entrammte Milch, gleichzeitig blühte der Schleichhandel. Auch politisch spitzen sich die Auseinandersetzungen zu. Es kam zu Demonstrationen und Plünderungen. Am 10. Mai 1920 eskalierte die Situation. Am frühen Nachmittag Versammelte sich auf dem Linzer Hauptplatz Eine größere Menschenmenge Es drängten sich Männer Schulkinder, halbwüchsige Burschen Frauen mit und ohne Kinder wegen Sie kamen aus Unterschiedlichen sozialen und politischen Lagern Sicherheitswachleute und Gendarmen Versuchten den Platz zu räumen. Sie wurden beschimpft und ausgepfiffen. Ein Teil der Demonstranten versuchte in die Schlosskaserne einzudringen. Später hieß es, dass Jugendliche in schlecht bezahlten Stellungen oder ohne Arbeit den harten Kern der Demonstranten gebildet hätten. Es fielen Schüsse und es gab Tote und Verletzte. 14 Tage später wurde Josef von einem Wachmann an der Donauländer verhaftet. Dieser meinte in Josef einen der Aufhetzer bei dem Versuch erkannt zu haben, eine Wachstube zu stürmen. Josef war am 10. Mai auf dem Hauptplatz, bestritt jedoch seine Beteiligung an dem Aufruhr. Das Gericht verurteilte den 20-Jährigen zu vier Monaten strengen Arrest wegen öffentlicher Gewalttätigkeit. CINEMATIC MUSIC Thank you. A-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha- Worauf konnten wir uns bei den Recherchen zu Josefs Leben stützen? Ein direkter Zugang zu seiner Lebensgeschichte war uns verwehrt. Menschen seiner Klasse haben meist nichts hinterlassen. Von Josef gibt es keine Briefe, keine anderen persönlichen Aufzeichnungen, keine Berichte oder Anekdoten, wie sie in Familien häufig erzählt werden, sind überliefert. Wir mussten indirekte Wege gehen und jenen Spuren sammeln, die ihren Ämtern Gerichtsurteile und Polizeibotikollen hinterlassen hatten. Viele dieser Dokumente sind aus der Perspektive der anklagenden Obrigkeit verfasst. Sie geben Auskunft darüber, was ihm von der Behörde zu Last gelegt wird oder was sie ihm vorwerfen. Diese Zeugnisse sind nur bedingt vertrauenswürdig. Was Josef bewogen hat, Gesetze zu missachten, findet sich in ihnen kaum. Sie müssen gegen den Strich gelesen, danach befragt werden, welche Verhältnisse, welche Zwänge, welche Notlagen dahinterstehen. Geschichten des Scheiterns, die sich in ärmlichen Verhältnissen welche Zwänge, welche Notlagen dahinter stehen. Geschichten des Scheiterns, die sich in ärmlichen Verhältnissen ereignen, ebenso wie Geschichten der Bewältigung eines Lebens mit wenigen Chancen, können nicht geschlossen erzählt werden, wie das bei Geschichten des Aufstiegs der Fall ist. Sie erreichen die Gegenwart nur in Bruchstücken und oft in zufälligen Notizen. Umso wichtiger ist es, sie in allen Details und sorgfältig wahrzunehmen. In den folgenden Jahren misslang ich Versuche, einen Lebensweg einzuschlagen, der sich immer an Gesetz und Ordnung orientiert hätte. Gesetz und Ordnung orientiert hätte. 1921 starb Josefs Mutter. Seine beiden Brüder waren bereits verheiratet und lebten in eigenen Haushalten. Josef wollte es ihnen nachtun. Er heiratete Adele Lang, eine 18-jährige Dienstmarkt aus Linz. Es stellte sich jedoch heraus, dass die junge Frau keinen Sinn für eine Haushaltsführung besaß. Außerdem demütigte sie Josef, indem sie sich mit anderen Männern vergnügte. Damit wollte er nicht leben. Die beiden trennten sich. Im katholischen Österreich gab es damals noch kein ziviles Eherecht. Entsprechend dem Kirchenrecht galt die Ehe grundsätzlich als unauflöslich. Aber es gab die Möglichkeit, eine gesetzliche Trennung von Tisch und Bett zu stellen. Josef stellte einen solchen Antrag an das Landesgericht Linz. Dieser Ehe entstand kein Kind, beide Teile sind österreichische Bundesbürger und war der letzte gemeinsame Aufenthalt in Linz. Meine Frau hat mir von Anbeginn unserer Ehe die Wirtschaft nicht ordentlich geführt. Sie blieb auch tagsüber im Bett liegen und wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, fand ich fast nie etwas zum Essen vor, obwohl ich ihr meinen Lohn, der damals etwas über 100 Schilling betrug, zur Wirtschaftsführung übergab. Meist setzte sie mir Kaffee, Schmarrn oder dergleichen vor. Sie wusch mir nicht einmal die Wäsche und besserte mir meine Kleidung nicht aus. Stets gab sie vor, dass sie nicht arbeiten könne, weil sie krank sei. Ihre Krankheit war jedoch nicht so arg, dass sie mir die Wirtschaft nicht hätte führen können. Zweitens, meine Frau Meine Frau führte seit etwa einem Jahr nach unserer Ehe einen unordentlichen Lebenswandel. Sie trieb sich mit verschiedenen Männern in Kaffeehäusern herum, besuchte mit ihnen das Kino, lud sie in unsere Wohnung in der Katzenau ein, wo sie ihnen aufkochte und das Geld, das ich ihr übergab, in Gesellschaft dieser Leute verbrauchte, sodass für die Wirtschaftsführung nichts übrig blieb. So war sie im Jahre 1923 mit einem Fleische im Café Tilly am Graben. Wiederholt wurde sie auch im selben Jahre im Kino Lifka, Schiff und so weiter gesehen. und so weiter gesehen. Drittens, aus den angeführten Gründen und auch deshalb, weil sich die Notwendigkeit herausstellte, dass auch meine Frau in Arbeit gehe, kam es zu häufigen Auseinandersetzungen, bis mich meine Frau im April 1923 verließ mit der Begründung, dass sie es bei mir nicht aushalten können, weil ich auf einer ordentlichen Wirtschaftsführung und Einstellung des liederlichen Lebenswandels bestand. Viertens, seit die Beklagte mich verlassen hat, steht sie mit verschiedenen Männern in intimen Beziehungen. Insbesondere führe ich an, dass sie im Juni oder Juli 1923 mit einem Anton Schmidt geschlechtlich verkehrt hat. Ich weiß dies daher, weil Schmidt mir selbst davon erzählte. Auch meine Frau hat eingestanden, dass sie mit Schmidt im Geschlechtsverkehr stand. Ende 1923 trat die Beklagte zu einem gewissen Mördenhummer in nähere Beziehungen, die nicht ohne Folgen gingen. Sie hat in den ersten Monaten des Jahres 1924 in der Frauenklinik abortiert. Da ich mit der Beklagten seit 1923 nicht mehr geschlechtlich verkehrte und sowohl die Beklagte als auch Mörtenhumer den Ehebruch eingestanden haben, mache ich diesen Scheidungsgrund insbesondere geltend. Es dauerte fünf Jahre, bis Josefs Antrag auf Trennung von Tisch und Bett stattgegeben wurde. Die 20er Jahre waren in Österreich alles andere als golden. Für viele herrschte Armut und Hunger. Ein einfaches Leben zu bewältigen war mit Last und dauernder Mühe verbunden. Josef empfand seine Vorstrafe als unüberwindbares Hindernis bei der Suche nach einer Arbeitsstelle. Zweimal versuchte er erfolglos, die Strafe tilgen zu lassen. In den folgenden Jahren wechselten Perioden, in denen Josef Beschäftigung hatte, mit solchen, in denen er arbeitslos war. Wenn bei Behörden oder amtlichen Formularen die Beschäftigung abgefragt wurde, gab Josef unterschiedlichste berufliche Tätigkeiten an. Selten bezeichnete er sich als arbeitslos. Die Liste der von ihm genannten Berufe war vielfältig und deutet auf aktuelle oder kürzlich ausgeführte Beschäftigungen hin. Beschäftigungen hielten. Bauarbeiter, Hilfsarbeiter, Malergehilfe und Maler, Kutscher, Reisender und Vertreter, Kraftfahrzeuglenker und Chauffeur. Wie viele andere Ausgesteuerte reagierte er auf die Chancenlosigkeit am Arbeitsmarkt mit dem Versuch, sich selbstständig zu machen. Er gründete eine eigene Handelsagentur und bot unterschiedliche Dienstleistungen an. Bis zum Jahr 1933 stand er mehrfach wegen minderer Delikte vor Gericht. Der Strafgesetz unterschied je nach Schwere der Tat zwischen Verbrechen, Vergehen und Übertretung. Bei Josef handelte es sich zumeist um Übertretungen, die bei Bezirksgerichten verhandelt wurden. Es ging um Armutskriminalität, um Diebstähle, Veruntreuungen oder Betrügereien, bei denen der Schadenswert geringfügig war, keine Waffe verwendet und keine Gewalt ausgeübt wurde. I don't know. Thank you. ¦ Musik Josef wohnte ab 1925 an ständig wechselnden Adressen, teilweise in einer der linksen Barackensiedlungen. Diese dienten als Behelfsquartiere für Wohnungslose. Die Stadt kannte das Problem der Wohnungsnot schon vor dem Ersten Weltkrieg. Linz war damals ein wachsendes Industriezentrum. Viele Menschen wohnten in Kellerlöchern, Kammern und auf Dachböden, weil sie außerstande waren, die hohen Mieten zu bezahlen. Der Zustrom an Kriegsheimkehrern tat ein weiteres. Die Stadt setzte einige Notmaßnahmen. Sie adaptierte die nicht mehr gebrauchten Kasernen zu Wohnzwecken und brachte Wohnungslose in bereits bestehenden Barackenlagern aus dem Ersten Weltkrieg unter. Viele dieser Baracken waren in einem erbärmlichen Zustand. 1932 übersiedelte Josef in die Dörflinger Straße 13. versielte Josef in die Dörflinger Straße 13. Die Adresse gehörte zu einer Barackensiedlung, die die Stadt als Notunterkunft errichtet hatte. Josef hatte sich mit Josefine Mach zusammengetan, die dort wohnte. Josefine war in Ivančići in der Nähe von Brünn geboren und dort noch heimatrechtlich zugehörig. Amtlich wurde Josef als ihr Lebensgefährte und Josefine als häuslich, das heißt ohne Beschäftigung, geführt. Josefine hatte drei Kinder. Bei allen Kindern enthalten die Geburtsscheine von einer Hebamme ausgehüllt, denn vermerkt unehelich. In den Zeilen für den Eintrag des Vaters fehlten die Angaben. Alles deutet darauf hin, dass Josef der Vater eines 1937 geborenen Mädchens und auch des dritten Kindes war, ein Mädchen, das im Februar 1939 zur Welt kam. Allerdings war er bei der Geburt seiner zweiten Tochter nicht mehr in Linz. Im Juni 1938 wurde er in Vorbeugungshaft genommen, der SS übergeben und in das Lager Flossenbürg deportiert. Am 12. März 1938 kamen den Nationalsozialisten an die Macht. Zwei Themen dominierten danach die öffentlichen Debatten in der Stadt. Das Problem der Arbeitslosigkeit sowie der Mangel an ausreichenden und menschenwürdigen Wohnungen. Österreich wurde sofort in den vier Jahresplan eingezogen, der für das gesamte deutsche Reich Geltung hatte. Für Linz bedeutete das nicht nur die Errichtung eines Hüttenwerks, der Hermann Göring-Werke, sondern auch Förderungen anderer großer Industrieprojekte. Besondere Betriebsankeit entwickeln die neuen Machthaber in Linz zur Frage des Wohnungselens. Dr. Hugo Jury, Arzt und interimistischer Minister für Soziale Verwaltung der oberösterreichischen Landesregierung im Dritten Reich, machte sich ein persönliches Bild von den Elendsvierteln. Jury galt als Verfechter der Rassenhygiene. Elendsviertel. Juri galt als Verfechter der Rassenhygiene. Er stellte schwerwiegende gesundheitliche Folgen vor allem bei den Kindern fest. Rachitis, typische Vergrümmungen der Wirbelsäulen und der Ernährung. Trotz dieser Missstände, so berichteten die Zeitungen, zeigten sich Politiker und Funktionäre angetan von dem rassischen Eindruck, den diese Leute mit ihren zahlreichen Kindern machten. Jury veranlasste eine ärztliche Untersuchung in allen Linzer Barackensiedlungen. Daraufhin erfassten in wenigen Tagen und mittels eines leidenhaft schlichten Fragebogens Erhebungsbeamte in Begleitung von Ärzten in 655 Haushalten die persönlichen Daten von deren Mitgliedern. Erfragt wurden auch Verwandtschaftsverhältnisse, verfügbare Einkommen und schließlich sollten die begleiteten Ärzte Notizen über den Gesundheitszustand der Familie eintragen. In welchen Familien gab es Erbkrankheiten? Wo herrschte Trunksucht? Lama Kepala Musik verantwortlicher Stelle, die der Arbeit steht. In dem die Sender auch mal nicht sagen kann, sie werden in die Zeitung gehören, noch auf der Straße ausgetratscht werden. Sündenwort über das, was in unserem eigenen Volk ausgemerkt werden muss. Es sind zwei Kategorien von Menschen. Einmal die Erkrankten im Sinne des Gesetzes, das heißt die Menschen, die ohne Schuld und ohne irgendein eigenes Vergehen unbegreiflich für sie in diesem Schicksal gelassen sind, erzkrank zu sein. Das heißt, drei der wahrscheinlichsten Anlagen, die sie im Laufe ihres Lebens unfähig zu einer vollen Leistung für die Nation machen. Ein solcher Erzkranker ist kein schlechter Mensch. Ein solcher Herzklanker ist nicht Gegenstand unserer Angriffe oder unseres Spottes. Ein solcher Herzklanker ist ein armer Teufel, der genauso anständig ist wie du und ich. Und deswegen wird ein unbegrenzter Schicksal diese Last auf die Schulter gelegt haben, der war nachts irgendwo und ist jetzt bei dem Leben. Und deshalb bringt ihn das Gesetz. Und dann kommen wir zu den Dichten, was als Dicht der Stimulierung so passiert. In der Gruppe der Erdpflanzen, die sterilisiert werden vom Grundsatz, stehen nun aber ärztlich belastete Menschen, die nicht erträgt, und trotzdem ärztlich in unheilbarer Miete sind. Das ist die Wollschuld genannt, asozial. Asozial. Verwechseln Sie bitte nicht mit dem ähnlich klingenden Wörterland um Sozial. Irgendwie ist das vorgekommen, so dass die auseinandergehalten haben. Das war der Dienstführer, der einem angestellten Urlaub verweigert hat und auch zwei Tage gekürzt. Der ist ein Assozialer. Das haben wir im Hintergrund überreicht, Das lange Wetter, das da gewischt wurde. Und so geht es nun auch nicht. Der Begriff für den Asozialen, der ist unsozial. Eine wahre Gehaltung, eine Erziehung, eine Ordnung, eine Einordnung. Sie soll mal einen Schliff packen, er soll Ihnen rechts und links in die Ohren hauen, wenn es nötig ist. Er soll Ihnen beibringen, was er für soziale Rechten hat. Aber man soll ihn nicht sterilisieren. Wohingegen wir sterilisieren wollen, sind Assozialen. Aber man muss einstehen. Wohlverstanden? Wir wollen das nicht. Augenblicken ist das in Deutschland leider noch nicht genützt. Für uns ist wichtig, dass der Kreis der Assozialen... Musik...... zu sagen, die in der praktischen Fürsorgearbeit stehen oder in der kreativen Arbeit stehen und sehr oft noch unter den Gedanken von vorgestern leiden. Ich bin der Meinung, das wäre alles Umweltschäden. So ein armer Mensch, der wäre in Verbrauchern und in die Umgebung umweltlos, müsste nun durch anständige Behandlung auf der Stelle gebracht werden. Das ist nicht wahr. Also klar, der Lohnkreis ist ein z zivil-biologisch umstehender Gesellschaft. Mit charakteristischen, ältlichen Merkmalen und mit der Demenz immer seinesgleichen als Partner, als sexuelle Verunglückstragung zu. Das ist wichtig. In jedem Arbeitshaus in Deutschland finden sich einführende Menschen, von denen sagt man ja, die Kosten sind nicht die Lieblingsstange Geld, aber wir geben uns größte Mühe, die zu bessern und auf den richtigen Weg zu bringen. Und da ich dir von der Szene mitgehalten bin, hast du nicht selber gesagt, dass der Vater selbst heute ein Gauler oder Verbrecher ist und auch irgendwo Zeit seines Lebens nicht in Anstalt nimmt, wenn es von in Frankreich beschäftigt werden muss, der war nicht da. Das ist zwar der Einwand, der Fürsorge ist, wo der Anstaltsleiter von jetzt an, ja, Herr Parker, das ist schon richtig, aber es könnte ja sein, dass dieses Kind nun von der Mutter her wertvolle Erdanlagen hat, die genannt werden, wenn man da genutzt wird, ist es Matsch. Ein anständiger und auch nur durchschnittlich brauchbarer und tüchtiger Frau verbindet sich nicht mit einem charakteristischen Assozialen. Und das Kind, das Vater, ein bekannter Nachsprecher und Assozialer in München steht, hat garantiert eine Mutter gleicher Wertigkeit bzw. Unterwertigkeit. Und es ist ein Wahnsinn, Geld von Arbeitskraft, da auch zu erholen, nur das Produkt von zwei solchen mit der Welt ist, die Leute, die mit viel Mühe und Liebe und Betreuung bereitgestellt und eingeladen, dass solche Menschen sein. Nein, das ist ein Unmittelbarkeit. die die die die die die die Herr Flögel, wir haben die überwältigende Postbar gewesen, die hier. Die ist in der Theologie-Wahlzeit, die ich mir noch nicht bezeichnen muss. Sie ist in der Ausstattung, was ist der Kran nach vorne liegen. Wenn du nicht mitgehitzt gehst, dann tust du es hier. Ich möchte aber nicht, dass ich habe, was ich hier bin. Ich bin ein für und für dich. Ich will es aber nur mit nicht kümmern sein, dass man die Halluziane verlosen kann.... Herr Bolland, wir können nicht an die Sprenger-Maßnahmen angehen, sondern ich will, dass Sie in dieser Maßnahme sein können. ¶¶ Wie gut und wie schlecht die Absichten der oberösterreichischen Nationalsozialisten waren, die Mittellosen aus den Elendsquartieren zu holen. Die Abkranken wurden jedenfalls nicht für eine Umsiedlung als geeignet betrachtet. Die Realität blieb weit hinter diesen Planungen zurück. Die in Linz konzentrierte Ansiedlung von Großindustrie war mit einem enormen und sprunghaften Anwachsen der Bevölkerung verbunden. Im Jahr 1935 hatte Linz eine Bevölkerung von 109.000 Menschen. Bis zum Kriegsende stieg sie fast um das Doppelte. stieg sie fast um das Doppelte. Wo wurden diese Menschen untergebracht? Die Hälfte davon kam in den neu errichteten Hitlerbauten oder in Siedlungshäusern unter. Die andere Hälfte bestand aus sogenannten Gemeinschaftsfremden. Das waren etwa Kriegsgefangene, Fremdermütter. Für sie entstanden zusätzlich zu den alten Notstandsquartieren neue Barackensiedlungen. Linz wurde also unter der Herrschaft des Nationalsozialismus nicht von seinen Baracken befreit, sondern in eine noch monströsere Barackenstadt verwandelt. Den Haushalt von Josefine und Josef betrachtete man nicht als erbkrank. Bei der Erhebung in den Elendsquadrieren haben die Ärzte ihm, Josefine und den Kindern einen guten Gesundheitszustand bescheinigt. Sie wären also zur Umsiedlung geeignet gewesen. Das galt jedoch nicht für Josef Finster. Für ihn haben die Nationalsozialisten anderes vorgesehen. Sie entdeckten ihn plötzlich als Berufsverbrecher. Musik Erst drei Monate lag der triumphale Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich zurück. Die Linzer Bevölkerung war euphorisch, euphorisch über einen vermeintlich sozialen Aufstieg der Stadt. Abseits davon ereignete sich in der Nacht des 14. Juni 1938 eine groß angelegte Verhaftungsaktion der Linzer Kriminalpolizei. Die Aktion fand nicht nur in Linz statt. In ganz Österreich wurden mitten in der Nacht mehrere hundert Männer in polizeiliche Vorbeugungshaft genommen. Es gab keinen aktuellen Tatverdacht und keinen Haftbefehl. Alle waren wegen unterschiedlichster Straftaten vorbestraft, hatten ihre Haftstraßen aber bereits abgebüßt. Wie war so etwas möglich? Ab 1937 hatte das NS-Regime die Kriminalpolizei ermächtigt, an allen rechtsstaatlichen Verfahren vorbei gegen sogenannte Berufsverbrecher und sogenannte Asoziale vorzugehen. Ein Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei zu einem neuen nationalsozialistischen Polizeirecht macht deutlich, worum es ging. Ich zitiere aus dieser Verordnung. es ging. Ich zitiere aus dieser Verordnung. Der Reichsführer SS und der Chef der deutschen Polizei hat der deutschen Polizei die Aufgabe gestellt, die vorbeugende Abwehr aller das Volk und den Staat gefährdenden Bestrebungen durchzuführen. Dazu gehört auch die vorbeugende Verhütung von Straftaten gegen einzelne Volksgelassenen, gegen das Volksvermögen und gegen die Volkskraft. Die polizeiliche Vorbeugungshaft soll das schärfste Mittel der Polizei sein, die Gemeinschaft vor dem Verbrecher und dem Asozialen zu schützen. Josef wurde am 14. Juni um 3.45 Uhr in seiner Wohnung in der Linzer Dörflinger Straße 13 aufgegriffen und in das Polizeigefängnis in der Mozartstraße eingeliefert. Wie der polizeiliche Überfall auf Josef im Detail vor sich ging, ist nicht dokumentiert. Aber wir wissen von einem überlebenden Zeitzeugen, der im Rahmen der selben nächtlichen Polizeiaktion in Wien verhaftet wurde, wie es vielleicht gewesen sein könnte. Im Jahre 1938, nach der Machtübernahme durch die Naziregierung in Österreich, wurde ich Mitte Juni 1938 um 4 Uhr früh in meiner Wohnung durch drei Polizeibeamte verhaftet. Ich wurde aus der Wohnung meiner Mutter, wo ich auch mit meiner Frau wohnte, rausgeholt mit der Begründung, ziehen Sie sich an und folgen Sie uns zum Polizeiladier in die Juchgasse. Auf mein Befragen, was denn los sei, wurde mir kurz zur Antwort gegeben, es handele sich nur um eine Auskunft, in längstens einer Stunde sei ich wieder hier. Da ich mich keiner Schuld bewusst fühlte, ging ich ganz ruhig mit den drei Beamten auf das Polizeirevier. Ich sagte noch zu meiner Frau und zu meiner Mutter, sie sollen sich keine Sorgen machen, wie sie ja selber hörten, käme ich ja bald wieder zurück. Doch sollte es anders kommen. Ich wurde auf der Polizei in eine Zelle gegeben, wo schon 20 Personen drinnen waren und die alle mit der selben Begründung von ihrer Wohnung von der Polizei abgeholt wurden, wie bei mir zu Hause. Wir warteten den ganzen Tag über und auf unser wiederholtes Fragen, was denn eigentlich los sei und weshalb wir eigentlich hier seien, wurde uns keine Auskunft gegeben. Auch unsere Angehörigen bekamen keine Auskunft. So verging auch noch die ganze Nacht in ewiger Ungewissheit über unser Schicksal. Am vorgehenden Morgen wurden wir mit dem Polizeiauto in das Polizeirevier Promenade im 9. Bezirk gebracht. Und dort sickerte schon das Gerücht durch, dass wir nach Dachau kämen, weil wir Nazi-Gegner seien. wir Nazi-Gegner sein. Am späten Nachmittag, so um 6 Uhr, wurden wir wieder auf das Auto aufgeladen und zur Abfahrseite Westbahnhof gebracht. Da waren wir aber schon auf circa 500 Personen angestiegen. Nun begann erst der richtige Leidensweg für uns alle, denn nun wurde es zur Gewissheit, dass wir in das KZ Dachau gebracht werden. Die Abfahrseite des Bahnhofes, wo unser Zug stand, war durch eine Kompanie SS Totenkopf abgesperrt und wir wurden wie Schlachtvieh in die Waggons verfrachtet. Wir mussten je zehn Mann in einem Abteil sitzen, Hände auf den Knien und mit hocherhobenem Kopf und offenen Augen immer in das Licht an der Decke sehen. Wer sich mit dem Kopf anlenkte und wer die Augen geschlossen hielt, wurde sofort von dem Posten, der vor der offenen Tür stand, mit dem Pistolenschaft oder von den immer durchgehenden SS-Offizieren mit der Reitpeitsche ins Gesicht geschlagen. In München wurden wir sofort in bereitstehende Güterwaggons umgeladen und fuhren sofort die kurze Strecke nach Dachau direkt ins Lager. Wir hatten bei dieser kurzen Fahrt bereits 13 Tote, die man willkürlich auf der Fahrt erschossen hatte. Möglich, dass sich die Abläufe bei den Verhaftungen und Deportationen Linz von jenen in Wien unterschieden haben. von jenen in Wien unterschieden haben. Vielleicht gaben die Linzer Beamten eine Begründung, warum sie Josef verhaftet haben und er nach Dachau transportiert werden sollte. Vielleicht auch nicht. Nicht zu wissen, warum einem die Gewalt, der man ausgesetzt ist, widerfährt, stößt einen in eine bodenlose Unsicherheit, steigert ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Andererseits, was hätten ihm die Polizisten sagen sollen? Dass seine Verhaftung notwendig sei, weil er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellte? Dass er als gefährlicher Berufsverbrecher angesehen werde und sie ihre Arbeit im Rahmen der vorbeugenden Verbrechungsbekämpfung erledigen würden? Nach einigen Tagen Zwischenaufenthalt im KZ Dachau überstellte man Josef in das Lager Flossenbürg. Flossenbürg gehörte zu jenen Lagern, die den wirtschaftlichen Interessen der SS dienen sollten. Die Bauvorhaben der Nationalsozialisten waren mit einer riesigen Nachfrage nach Baumaterialien verbunden. Um diesen Bedarf zu befriedigen, gründete die SS die deutsche Erd- und Steinwerke GessenbH. Als Arbeitskräfte sollten die Häftlinge in den Konzentrationslagern genutzt werden. Die Idee war, mittels Zwangsarbeit, Hunger, Willkür, Schikane und unter Inkaufnahme der Vernichtung von Menschen Gewinne zu erwirtschaften. Im Mai 1938 trafen die ersten Häftlinge im Lager Flossenbürg ein. Nahezu alle kamen sie aus der polizeilichen Vorbeugungshaft mit dem Etikett eines Berufsverbrechers versehen. Sie arbeiteten dort in vier Stellbrüchen. Als Josef in Flossenbürg eingeliefert wurde, hatte er wenig persönliche Habe bei sich. In die Karteikarte wurde eingetragen eine Mütze, einen Rock und eine Hose, ein Hemd, eine Unterhose, Schuhe und Strümpfe. Das war vermutlich die Begleitung, die er rasch übergezogen hat, als er in die Kriminalpolizei eine Viertelstunde vor vier Uhr früh in der Dörflinger Straße aus dem Bett geholt hatte. Was er sich schon im Gehen noch mitnehmen hatte können, waren das Zigarettenetui und ein Feuerzeug. Die Verhaftung lag 17 Tage zurück, das Etui wird schon leer gewesen sein. Auch diese Utensilien wurden protokolliert. Als Beruf gab er Mechaniker an, eine Tätigkeit, die bisher in seiner Liste von Tätigkeiten noch niemals aufgeschieden war. Unter der Rubrik Anschluss wurde auf der Karte Josefa Mach als Braut vermerkt, allerdings später wieder gestrichen und handschriftlich durch Name und Adresse seines ältesten Bruders Leopold ersetzt. Es gibt von Josef nur ein weiteres Dokument aus dem Konzentrationslager. Eine Niederschrift zu seiner Ehe mit Adele Finster. Das nationalsozialistische Gesetz zur Vereinheitlichung des Rechts der Eheschließung und der Ehescheidung beseitigte die in Österreich geltenden Regelungen für Ehen nach kirchlichem Recht. Um diese Ehen vollständig zu lösen, musste ein gerichtliches Verfahren lediglich prüfen, ob Ehegatten sich nach der Trennung wieder vereinigt haben. An einem frostigen Jännertag besuchte ein Amtsgerichtsrat Schönberger mit einem Justizassistenten Heiden vom Amtsgericht Wien-Florezdorf den Häftling Josef Finster. Er sollte als Auskunftsperson vernommen werden. Adele hatte den gerichtlichen Antrag gestellt, nach dem neuen Gesetz die Scheidung der 1922 geschlossenen und vom Tisch und Bett getrennten Ehe auszusprechen. Es hatte geraume Zeit gedauert, bis Adele von der Polizeidirektion Linz die Auskunft erhielt, dass ihr Ehemann in das KZ Dachau überstellt wurde. Auf ihre Anfrage kam die Information, dass die Einvernahme von Josef im Lager stattfinden könne. Laut der Niederschrift vom 12. Jänner 1939 im KZ Flossenbürg bestätigte Josef, dass eine Wiedervereinigung zwischen ihm und seiner Frau Adele nicht stattgefunden hat. Die Unterschrift auf diesem Dokument ist das letzte Lebenszeichen von Josef. Er war ein Mann mit schmächtiger Statur, 1,62 Meter groß. Drei Jahre lang überlebte er die Arbeit in den Steinbrüchen. Josef starb am 30. November 1941 um 9 Uhr an Herzschwäche, so die Behauptung der SS. Laut Karteikarte des Konzentrationslagers Flossenbürg wurde sein Nachlass, vermutlich das Zigarettenetui und Feuerzeug, fünf Tage nach seinem Tod nicht an den Bruder, sondern an die Kriminalpolizei Linz gesendet. Sampai jumpa. LSp4 2.70 L'automobile est disponible en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carrières, en 3 carri Schwarzes Lager Mit Schnee bespritzt wie Kalk, Flockenkericht bröckelt aus den grauen Wolken, Tollwütig jagt der Wind inzwischen den Wagen. Du mitleidloser Nord, wenn mich dieser Husten nicht so quälte, In Mark und Seele schneidet nasse Kälte. Der Heften ringt nach Luft, von ganzem Leib geschüttet. Ach, kalt, so kalt. Ach, wo ist die Wärme von daheim? Musik Die Geschichte von Josef Finster erweitert unser Wissen über die Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern. An seinem Fall wird die systematische Inhaftierung, Deportation und Ermordung der sogenannten Berufsverbrecher nachvollziehbar. Die vorbeugende Verbrechensbekämpfung angeblich zum Schutz der Gesellschaft vor phantasierten Verbrechermenschen vollzogen war ein Unrecht. Tausende von Vorbestraften wurden ohne Anlass verhaftet in die Konzentrationslager verbracht. Von dort kehrten nur wenige lebendig zurück. In der Erinnerungspolitik werden sie noch kaum als Opfer des Nationalsozialismus wahrgenommen und anerkannt. Es gab lange Jahre die Praxis, manche Häftlingsgruppen zu diskriminieren, zwischen wirklichen und falschen Opfern zu unterscheiden. Hinter dieser Praxis verbirgt sich eine höchst idealistische Haltung. Es ist irreführend und falsch, sich menschliche Würde als großartige, ernste, feierliche Angelegenheit vorzustellen. als großartige, ernste, feierliche Angelegenheit vorzustellen. Zur Menschlichkeit gehört auch Chaos, Formlosigkeit, Feigheit und Tapferkeit, gehört sich selbst und andere zu enttäuschen. Zur Menschlichkeit gehört der Versuch, in sich selbst hinauszuwachsen und besser zu werden. Ein Opfer muss nicht perfekt sein, um Mitgefühl und Gerechtigkeit zu verdienen. Die Frage ist, wem wollen wir in der Erinnerungskultur gedenken? Helden oder konkreten Menschen? Wir haben davon gesprochen, dass es von Josef keine persönlichen Zeugnisse gibt und wir uns bei den Nachforschungen nur auf amtliche Dokumente stützen konnten. Wir kennen nur der Sicht der Behörden auf ihn, nicht aber seine eigenen Wahrnehmungen auf die Welt, auf sein Leben und auf die Ereignisse, die ihm zugestoßen sind. Das hat aber vielleicht auch etwas Gutes. Das hat aber vielleicht auch etwas Gutes. Josef kann so umso besser seine Aufgabe erfüllen, ein exemplarischer Fall zu sein, der für viele andere steht. Aplausos. Thank you.