Herzlich willkommen zur heutigen Ausgabe des Kepler Salon. Ich habe mich sehr gefreut, ich freue mich immer. Ich bin wirklich sehr gerne Kepler Salon Gastgeberin, heute wirklich ganz besonders aus künstlerischen und aus persönlichen Gründen. Es wird Sie nicht überraschen, meine Gästinnen. Also Astrid ist, wenn ich der Grundpfeiler der Freundszene, so klingt sie mir so unscharmant, aber ich bin jetzt da schon langsam lang in der Freundszene unterwegs und also der tragende Stütze der Freundszene, sie kenne ich schon lange, aber wir haben einander bei einem Schreibworkshop erst kennengelernt und du bist ewig schon in Linz, länger als ich und gehst zu einem Schreibworkshop erst kennengelernt. Du bist ewig schon in Linz, länger als ich. Kann nicht sein. Geh zu einem Schreibworkshop und kannst da schon besser schreiben als ich. Es ist eine Frechheit gewesen. Wir haben uns beim Eisessen getroffen und ich habe von einem Buch erzählt, das ich sehr mochte. Und da hast du gesagt, das hast du geschrieben. Selbe Stadt, anderer Planet. Und dann hast du mitten auf der Straße stehen bleiben müssen, weil es gesagt hat, dass du hast den Kopf so angekaut und weißt jetzt nicht, ob es eine kleine Ohnmacht war. Ein magisches Kennenlernen. So, jetzt werden wir seriös. Liebe Damen und Herren, Astrid Esslinger und Verena Koch haben gemeinsam im Verlag Female Positions dazu sofort mehr ein Buch herausgebracht. Der Titel klingt jetzt wie ein Selbstlob, Amazing, das trifft es aber nicht, sondern es passt schon wieder zur kritischen Haltung des Verlags und der beiden Künstlerinnen. Amazing bezieht sich durchaus auch aus Kritik und Amazon und diesem blöden Tech-Brolligachentum. Aber weil es eben wieder nichts... Ach Gott, schaut her. Das ist ein Wahnsinn. Wir haben dasselbe. Über kleine Slapstick-Nummer einstudiert, aber erst, wenn uns nichts mehr zum Sprechen einfällt. Das ist viel zu früh. Amazing passt aber schon wieder als einfällt. Das ist viel zu früh. Amazing. Passt aber schon wieder als Titel. Es ist wirklich, ich habe es mit großem Genuss gelesen und angeschaut. Das Coole ist, dass man ja nicht nur wunderbare Texte hat, sondern auch die Bilder dann quasi besitzt. Also wir müssen alle zwei Minuten das Wort Buchverkauf erwähnen. Da sage ich jetzt lieber gleich, man kann das Buch heute kaufen. Hier. Genau. Da, schauen Sie, wo gewunken wird, aber auch, weil es sind ja auch Menschen verhindert, vielleicht krank oder soziophob, kann man nachvollziehen, sitzen zu Hause und schauen im Internet nach und genau dort im Internet kann man es bestellen. www.femaleposition.at Dort kriegt man es. Sie sollten es haben wollen. Schön. Ich bin jetzt gerade versucht, dass ich eure Biografien schon aus dem Buch heraus vorlese, weil sie sehr schön sind. Die sind zwar verkürzt, weil ihr beide schon so ein Övere geschaffen habt. Ist recht, wenn ich es vorlese, weil sie sehr schön sind. Die sind zwar verkürzt, weil ihr beide schon so ein Övere geschaffen habt. Ist recht, wenn ich es vorlese. Ich finde, das hat sich ja auch der Verlag und ihr habt sich ja auch. Astrid Esslinger hinterfragt in ihren Arbeiten gesellschaftlich geprägte Frauenbilder und reflektiert die Rolle des Menschen innerhalb der Biosphäre. Ihre serielle, intuitive Malerei thematisiert die globalen, normierenden Strukturen unserer Konsumwelt und setzt diesen ein poetisch-fragiles Gegenbild entgegen. Und wir alle drei sind freischaffende Künstlerinnen in Linz. Das eint uns auch, vor allem ihr Satz. Und die Frisur. Ja, genau. Verena hat noch ein Memo von uns beiden gekriegt. Ich hab gesagt, die sind zu lang, die Haare. Auf der Ankündigung ist es noch ein bisschen unharmonisch. Jetzt geht's, gell? Ich bin sehr zufrieden. Ja, dann bin ich froh. Das ist eigentlich streng beim Kepler-Salon. Verena Koch, Schauspielregie-Text, ich zitiere, hat eine große Liebe, spartenübergreifend in verschiedenen Formaten künstlerische Projekte zu entwickeln und erfolgreich zu realisieren, sagt ein gewisser Dennis Russell Davis. Ihre Arbeiten befassen sich mit Umweltthemen sowie feministischen Positionen und Utopien. Wir werden eine Lesopien. Wir werden eine Lesung bekommen. Wir sehen Bilder. Die Bilder waren zuerst da, wenn der Verlag nicht geschwindelt hat. Glaube ich aber nicht. Es scheint mein sehr seriöser Verlag zu sein. Und dann sprechen wir darüber. Ich habe einige Fragen vor. Was? Sollen wir nicht sprechen? Doch, vorher. Vorher sprechen. Dann versteht man es besser. Also es ist so, ich hatte beim Lesen das angenehme Gefühl, jetzt nicht vorher ganz viel Informationen zu brauchen. Es ist ein Bildtext-Pingpong. Dann starte ich vielleicht wirklich gleich mit der, ich sage zuerst nur was zum Verlag. Dass es wirklich alles ordentlich gemacht ist. Es ist eine Auflage von 400 Stück, falls ich jetzt den Buchverkauf noch weiter steigere, 400 ist wirklich nicht viel. Das ist heute im Grunde, das sind wir ja schon fast, also nicht jetzt kaufen gehen, aber gleich nach Ende dieser Veranstaltung. kaufen gehen, aber gleich nach Ende dieser Veranstaltung. Wo habe ich mir das vom Verlag? Der Verlag selbst versteht sich als Plattform für Literatur, Diskurs, Wissenschaft und Kunst. Ich zitiere, Positionen versteht sich als lebendiger Ort, an dem Sprache, Theorie und Gestaltung in produktive Resonanz treten. Jetzt bietet sich zu Anfang gleich die Frage an, wie ist es denn wirklich zu diesem Projekt gekommen? Astrid hatte Bilder und ich brauche jetzt da Texte dazu. ob wir uns das vorstellen können. Und das war super natürlich, weil Verena eine regelmäßige Atelierbesucherin ist, war, ist, hoffentlich weiterhin, weil sie ja unterrichtet an der Bruckner Uni und mein Atelier ist in der Rudolfstraße und da war oft ein Spontananruf. Ich bin fertig mit der Uni, bist du da? Und ich war überrascht, also ich wusste ja nicht, ob der Verlag wusste, dass wir eh schon im Austausch sind. Aber es hat gut gepasst und mir gefällt es sehr gut, dass das jetzt nicht so klassische Bildbeschreibungen oder Interpretationen sind, sondern dass das einfach vom Bild losgetreten zu einem eigenen Weg beschreitet. Ich würde sogar sagen, ich glaube, das habe ich euch mal erzählt. Ich gehe natürlich nicht nur zum Kaffeetrinken, sondern aus ernsthaftem Interesse in das Atelier von der ASI und natürlich weiterhin und auch gerne in andere Ateliers und ich bin so frei gewesen und sie hat es zugelassen, dass ich ihr Geschichten erzählt habe zu den Büchern. Also ich saß da, als ich noch rauchte und rauchte und trank Kaffee und habe gesagt, ah, da fällt mir ein, und dann ging das so los. Und das hat natürlich was mit dem zu tun, was Asis Bilder bei mir, heute sagt man, triggern. Und das ist eigentlich auch das richtige Wort. Und soweit ich das jetzt sagen darf, ist die Intention deiner Bilder durchaus, dass man sich was, also narrativ sagt man ebenso gerne, aber dass sie was Erzählendes haben. Ich sage immer, sie sind interpretationsoffen. Also ich freue mich ja immer, wenn mir wer etwas erzählt, was ich nicht wusste oder nicht. Das ist eigentlich das Spannende für mich. Also ich sehe die Bilder jetzt als Impuls oder Trigger vielleicht, ja. Und habe da überhaupt kein richtig Falsch oder was man darin sehen sollte oder müsste oder könnte. Außer wenn man sagt, das erinnert mich ans Patriarchat, das ich so toll finde. Das kommt sich dazu nicht ein. Ja, dann muss ichert mich ans Patriarchat, das ich so toll finde. Das kommt sich dazu. Ja, dann muss ich in mich gehen und mich fragen, was habe ich falsch gemacht? Wie male ich das jetzt um? Also ich wäre jetzt schon bereit für eure Kunst. Ja? Gut. Ganz freundlich, ganz dezent genickt. Also das ging aber schon so, dass Asi, dass ich mich vor ein Bild gesetzt habe und dann dazu die Geschichte mir überlegt habe. Oder die Geschichte ist eigentlich irgendwie dann dadurch gewachsen. Das muss man schon sagen. Also jedes Bild ist ein Bild. Innerhalb von zwei Jahren, wann immer ich Zeit hatte, habe ich da gesessen und habe dann drauf geschaut, so lange, bis ich eine Geschichte hatte. Und das ist schon anders, als wenn man, weiß ich nicht, ein gotisches Bild anschaut und Proportionen und schöne Füße und was weiß ich nicht alles beschreibt. Das kann ich nämlich gar nicht. Das muss ich vorweg sagen. Ich schaue gerne Bilder. Mein Leben lang gehe ich gerne ins Museum, aber ich wäre niemals in der Lage, eine Bildbeschreibung zu machen, die mit der kunstgeschichtlichen oder handwerklichen Sache so, also ich könnte sie nicht durchs Museum führen, obwohl ich das gerne machen würde, aber das wäre dann anders. Der Blick. Plötzlich ist es da. Das Tier. Nicht geflohen. Warum? Vertrauen oder versehen? Oder versehen? Das Tier kennt seinen Mythos nicht. Das Tier benennt sich nicht. Guten Tag, ich bin Bambi, allein im Wald, mutterlos, weise. Es weiß andere Dinge, überlebenswichtige. Steht da, autonom, im autonom im Wald wie Märchen und schaut mich an. Und wie sein Blick meinen trifft, mitten ins Auge, bin ich kurz glücklich. Autonom ist das Tier und autonom springt es auf und davon. Ich mache auch einen kleinen Hüpfer, denn schließlich bin auch ich hier im Wald ein autonomes Wesen. Wesen. Amazing. Amazon is amazing. Fast wie eine gute Fee. Du willst was und bekommst es. Klick ist es da. Und so billig. Ja, wirklich unfassbar. Viel billiger als im Geschäft. Du weißt gar nicht mehr, was ein Geschäft ist. Nein, nicht das, was der Hund da auf der Wiese gemacht hat. Wie, du findest keins? Aber da war doch neulich noch eines in der Innenstadt. Da stand eine Verkäuferin drin, lebendig. Die wollte es etwas warm haben und Licht brauchte sie auch, um den Staub zu entfernen von den lagernden Waren. Und die Miete, die war auch nicht wenig, vielleicht eher ein bisschen zu viel. Und das hat alles zusammen die Turnschuhe ein bisschen teurer gemacht. Der Laden ist zu jetzt. Bei Amazon in Bad Hersfeld arbeiten diese Amazonen gemeinsam mit Drohnen und die können sogar fliegen. Neulich hatten die Amazonen die Nase voll, weil alles so billig sein muss, auch ihre Arbeitskraft. Die Amazone ist ja im Gegensatz zur Drohne ein Mensch. Die, von denen hier jetzt gleich die Rede ist, waren Frauen aus Spanien. Die fanden in Spanien gar keine Arbeit und dachten sich, etwas Besseres als nichts finden wir überall. Und sie reisten in meine Geburtsstadt. Da war der letzte Krieg vorbei, das ist erst 80 Jahre her, und danach war dort die Mauer. Und danach war dort die Mauer. Und tausende amerikanische Soldaten haben die beobachtet, den Todesstreifen. Außerdem haben sie Jazz gespielt auf unseren Volksfesten. Das habe ich bestaunt in meiner Kindheit. Und dann habe ich gestaunt, als die Mauer fiel und die Grenzen sich, kurzfristig zumindest, weiteten. Da gingen die amerikanischen Soldaten und ihre Kasernen standen leer, bis sie billig vermietet wurden an die vielen Amazonen und das Paradies der unbegrenzten Möglichkeiten, wo es unendlich klickt und Turnschuhe durch das All fliegen von Nord nach Süd, nach Ost, nach West, ziemlich viel Betrieb da oben im Gegensatz zur Innenstadt. Die ist nämlich inzwischen leer. Sie sagen, wenn Sie eine Pause brauchen. Ich will nicht zur Arbeit gehen, weil ich es vorziehe zu schlafen. Ich spiele eine kleine, unscharfe Frauenfigur, die ein Mann geschrieben hat. Unter der unscharfen Regie eines Mannes, der mir dazu Vorschläge macht, wie eine Frau sich zu bewegen hat, damit es attraktiv aussieht und noch schlimmer, was der Ausdruck dessen ist, was die Frau fühlt. Das ist die Körpersprache der Frau, sagt der Mann, wackelt dabei mit den Hüften und rudert mit den Armen. Auch zu ihrer Sprache hat er viele Vorschläge, muss er auch, denn er bekommt dafür deutlich mehr Geld als ich. Auch meine männlichen Kollegen, die zum Teil jünger sind, bekommen mehr. Das sei eben deren Marktwert, erklärt mir der Intendant. Also Schicksal, nicht Gender Pay Gap. Wir arbeiten auch unter der Regie und nicht etwa mit der Regie. Auch werden wir passiv verlängert oder eben gekündigt. Ob ich ihm zuhöre, will der Regiemann wissen. Er denkt, dass die Frau viel weniger Aggression und Renitenz in der Stimme haben sollte. Ich probiere das aus. Nein, sagt der Mann und wird wütend. Diese leichte Resignation, die du mir da jetzt vorführst, verrät deine eigentliche Haltung. Du unterdrückst da einen Vorwurf. Das ist sarkastisch. Aber diese Frau, die ist pur, ganz, ganz pur. Aha, sage ich. Ja, sagt er, ein unbeschriebenes Blatt. Aber sie nimmt die Welt doch wahr, sage ich. Ja, sagt er, aus einer anderen Perspektive, die nicht deine ist. Also deine, sage ich. Natürlich, sagt er, ich bin der Regisseur, mach hier keine schlechte Stimmung. Da ist es jetzt ganz still auf der Probebühne. Kein Blick, keine Geste, die mich unterstützt. Punkt. Kleine Szene Irgendwo im westlichsten Westen, in einer sehr alten Zeit. In einer sehr alten Zeit. Barbarische Kriege, Unwissenheit, Wüste Landstriche, vereinzelt am Horizont marodierende Sozietäten. Ein Anführer namens Creon, im Hintergrund ein brennender Wald. Alle kommen gerade von einem trüben Tümpel, wo sie sich Wasser zur Grundversorgung geholt haben und halten nun, jeder auf seinem gefüllten Wasserkanister sitzend, eine Versammlung ab. Raunen, flüstern, räuspern, der Eindruck einer Herde. Dann erhebt Creon das Wort. Creon, wo sind die anderen? Chor, in ihrem Safe Space für Shy Guys. Creon, was ist das? Chor, noch neu, gerade gegründet. Kriern. Wozu? Chor. Zwischen vielen einen Platz zu finden. Sprachlos. Kriern. Das hätten sie auch hier. Hier ist viel Platz für Self-Space. Chor. Safe Space. Creon. Und wozu soll das gut sein? Ich wollte Agora und Polis und Demo. Chor. Zu spät. Creon. Creon. Ich versuche doch, das Land, den Planeten in einen Self-Space zu verwandeln. Core, nicht Self-Space, Creon. Safe Space, das ist so weird. Sie denken anders, Creon. dann sollen sie es mir sagen. Chor, das wollen sie nicht. Zu spät, Creon. Sie glauben nicht mehr an dich. Sie haben lange zugesehen, wie du die Suchenden, die Fühlenden, die Natürlichen, die Zornigen, die Sexuellen und die Asexuellen, die Kleinen und die Schiefen, die Introvertierten, die Prelenden, die natürlichen, die zornigen, die sexuellen und die asexuellen, die kleinen und die schiefen, die introvertierten, die prekären, die dummen und viele andere nicht hast zu Wort kommen lassen. Creon. War doch ein großer Spaß. Wir haben gestritten, manchmal Verzweiflung und Weinen, na klar, und Ratlosigkeit, aber ich muss ja die Welt retten. Chor, so wird das nichts. Creon, es wird kalt. Jetzt hören Sie auch das Kluxen, oder? Die Schwimmerin. Die Schwimmerin Die Schwimmerin wird klein in dem großen Wasser, aber nicht verloren. Sie scheint Teil der Materie zu sein und sich darin auszukennen. Ob sie singt? auszukennen. Ob sie singt? Einem untreuen Gatten jedenfalls bringt Undina den Tod. Den Odysseus verwirren Sirenen. Die kleine Meerjungfrau verendet in ihrem Mitleid. Die Nixen erkennt man an ihrem nassen Saum. Vorsicht, das Donauweibchen ist nur vermeintlich lieb. Die Meduse jedenfalls lässt sich nichts mehr gefallen. All das ist die Schwimmerin. Aus dem, was sie umgibt, kam sie hervor vor Urzeiten und weiß darum. Hat keine Angst. Fürchtet sich nicht vor der undurchsichtigen Weite. Keine Angst. Ja, also jetzt können Sie sich das vorstellen, was mich sehr begeistert hat bei der Vorbereitung. Sprechen wir über das Politische und das Poetische. Also Poetisch ist natürlich übertragen auf die Bildwelt. Ich schätze es bei euch beiden, es ist auch der Verlag entsprechend positioniert, es gibt schon eine sehr klare Haltung, also klarer als die Szene, wo der Regisseur dir erklärt, wie es Frau sein geht, also wie du eine Frau zu spielen hast. Genau, erste Frage, es liest sich sehr autobiografisch. Ich würde es dir natürlich zutrauen, sowas zu erfinden, als gute Schreiberin, aber... Easy, das war so, stimmt's? Und easy, das Schlimme ist, es ist immer noch so, nicht? Ja, genau, dann gehen wir gleich schimpfen über unsere Betriebe. das war, so stimmt es. Und easy, das Schlimme ist, es ist immer noch so, nicht? Genau, dann gehen wir gleich schimpfen über unsere Betriebe. Also Literaturbetrieb kennst du auch, kann ich mitschimpfen. Kunstmarkt, Literaturbetrieb, Patriarchat, letzte Reste oder noch große Reste. Würdet ihr eure Kunst ohne Feminismus machen können? Entschuldigung, das ist eine total aufgelegte Frage, aber es ist einfach eine herzliche Einladung, zu schimpfen. Würdet ihr eure Kunst ohne Feminismus machen können? Entschuldigung, das ist eine total aufgelegte Frage. Es ist einfach eine herzliche Einladung, zu schimpfen. Konstruktiv zu schimpfen. Es ist mir schon ein bisschen ermüdend, da zu schimpfen, weil ich weiß jetzt nicht, ob ich am Mann anders verankert wäre am Kunstmarkt. Der Kunstmarkt ist halt einfach Business. Und für mich hat sich dann die Frage gestellt, Geld oder Leben? Also man opfert ja für eine Karriere sehr viel Zeit. Und ich weiß jetzt nicht, ob ich mir als Mann entschieden hätte, mehr Zeit zu opfern. Und ich weiß jetzt nicht, ob ich mich als Mann entschieden hätte, mehr Zeit zu opfern von meinem Leben. Also meine Überlegung war, es ist meine Lebenszeit. Also ich habe nur eine. Aber die Asi bewundere ich ja dafür, dass sie sehr autonom ist. Ein autonomes Wesen im Wald dieser Welt. Ja, und ehrlich gesagt zieht mich das ungeheuer an und ist auch das, was, also ich liebe das Theater und ich würde wahrscheinlich, aber ich mag keine Klinken mehr putzen, aber ich würde bestimmt auch, ich habe schon seit einem Jahr nicht mehr gespielt, ich weiß gar nicht, ob ich das noch kann, das ist ja auch ein Muskel, dafür inszeniere ich noch ein bisschen. Das macht auch Freude. Und ich habe das schon sehr mühsam gefunden, diese Bevormundung. Und ich habe dann bei der Asi gesehen, dass sie etwas macht, nachdem ich mich sehne, dass sie nämlich Regeln kennt, Kriterien hat und im Prozess die Freiheit, diese Regeln zu brechen und autonom damit umzugehen. Und ich habe das Wort mir gemerkt, hoffe ich jedenfalls, aleatorisch damit umzugehen, wie das Material reagiert und wie der Moment sich befindet. Und alle diese Sachen, die ich mir eigentlich für die Kunst wünsche und auch für die darstellende Kunst wünsche, weil es gibt nichts Schlimmeres als Schauspieler, die den Text lernen und sich genau überlegen, wie sie das alles machen wollen und dann auf die Bühne gehen und die Kollegen zwar wahrnehmen, weil sie würden sie ja sonst über den Haufen laufen, rennen, aber eigentlich vorgefertigt sind und sich nicht mehr überraschen lassen. Und genau das ist es, wenn ich eine Ideologie habe, dann ist es die, mich überraschen zu lassen, bis ich tot umfalle. Und das andere ist, dass ich sehr spätfeministisch geworden bin, weil irgendwie, als ich jung war, habe ich gedacht, es liegt an mir, wenn mir ein Mann was gesagt hat. Und dann habe ich auch ein sehr normales Leben geführt. Ich habe geheiratet und habe ein Kind und die sind beide männlich. Und ja, und ich habe erst so nach und nach, habe ich gedacht, oh, irgendwie, das stimmt was nicht. Übrigens habe ich mal mit Alice Schwarzer, ich habe mal Texte von Alice Schwarzer bei Italia gelesen und die wollte nicht alleine zum Bahnhof gehen. Und dann habe ich sie begleitet. Und da war damals noch dieser Drehpunkt und da waren so nackte, schwitzende Männer, die geboxt haben und unter diesen nackten, schwitzenden Männern haben Alice Schwarzer und ich ein Bier getrunken, das fand ich total angemessen. Am Linzer Bahnhof? Wieso haben sie so nackte Schwitze? Da war so ein großer Bildschirm vor einigen Jahren, wo immer nachts irgendwelche nackten Männer irgendeine Boxsportart gemacht haben. Ich kenne mich nicht so aus. Ich hatte schon Hosen an, aber kennt ihr das nicht? Das hieß Drehpunkt. Das war die Kneipe, die nachts noch auf hatte am Bahnhof. Wenn irgendjemand noch sich betrinken wollte, musste er da an den Drehpunkt gehen. Und da war diese große, große, diese große, große Bildschirm. Und da haben wir drunter gesessen. Und dann hat natürlich im Laufe meines Lebens habe ich natürlich feministische Aspekte kennengelernt, aber ich kann sagen, das hat lange gedauert und ist so allmählich gekommen. Und es ist eigentlich auch über die Literatur gekommen, weil Alice Gainsbourg, ich weiß nicht, ob ihr die kennt, das ist eine italienische Jüdin, die hat damals den Inoliver Verlag mitgegründet und die hat die ersten, kann man gar nicht sagen, feministischen Geschichten geschrieben, aber die hat die ersten frauenreflektierenden Geschichten im letzten Jahrhundert geschrieben, die einigermaßen scharf waren und die ich dann kennengelernt habe. Und ich liebe diese Literatur und so ging das dann so langsam weiter. Und da ist die Asi mir ja viel, viel voraus. Naja, da ist ein grundlegender Unterschied. Ich kann einfach alleine malen, da bin ich ja von niemandem abhängig. Ob ich mich dann in den Kunstmarkt begebe oder nicht, ist dann da eine andere Frage. Also ich habe auch dieses Projekt unter dem Label gesehen, also Kollaboration oder Inspirationsvorlage, Kollaboration. Jetzt weiß ich, dass ihr beide euch mehr als gut kennt, also auch künstlerisch. Aber darf ich das so unterstellen, du malst die Bilder alleine? Richtig. Und ich unterstelle dir jetzt aber positiv, dass du eben dann schon sehr gerne kollaborierst. Also Inspiration und Ausführung alleine, aber nie ganz alleine kämpfen. Sagen wir jetzt, bei der Kunstproduktion bin ich schon gerne alleine, weil ich da ungern Kompromisse eingehe. Aber natürlich braucht es einen Austausch, weil sonst ist es ja alles autistisch. wo du zwischen den Rollen hin und her springst und dann musst du aber erst wieder als Schauspielerin die Leben anderer spielen und kommst gar nicht dazu, deines zu spielen und dann spielt dir das Kind in diesem Text, ich weiß nicht, ob der autobiografisch ist, aber auch der liest sich wieder wirklich wie aus einem Guss, dann spielt dir das Kind eine Szene vor. Also mir gefällt das sehr, es ist immer ein sehr schöner Witz auch dabei. Es ist wahnsinnig viel Ernst, aber viel Witz dabei. Trifft es das eh? Anders könnte ich, glaube ich, gar nicht. Also ich sage, was mir gerade einfällt. Einer meiner besten Freunde, und es ist gut, wenn man an ihn denkt, vielleicht kennen ihn einige noch aus dem Theater, das war der Sven Christian Habich. Das war ein so begabter Komiker. Und das war mein Lieblingskollege. Und als wir ankamen, gab es ja hier große Probleme damit, Christian Habich, das war ein so begabter Komiker und das war mein Lieblingskollege. Und als wir ankamen, gab es ja hier große Probleme damit, dass jetzt so viele Piefkes kommen und zeigen wollen, wie Theater geht und dann auch noch witzig sein wollen. Und da haben der Sven und ich das mit Ach und Krach geschafft, in der Komödie Amphitryon, dass wir dann doch den ganzen Saal zum Lachen gebracht haben und wir haben geschwitzt, während wir in der Kantine darüber nachgedacht haben, was es für Unterschiede gibt im Humor. Und die gibt es. Und wie man die einatmen kann und wie man damit behutsam umgehen kann. Und wo es gemeinsame Nenner gibt, denen es zu finden gilt. Und damit haben wir uns sehr viel beschäftigt, Sven und ich. Leider habe ich gerade festgestellt, seit zehn Jahren tot, ich freue mich, dass ich noch mal kurz über ihn spreche. Er war ein toller Mann. Und der hat in der Palliativstation noch Witze gemacht. Und das habe ich mir gedacht, so muss es sein. Und in Kenntnis allem. Und der hat zum beispiel auch zu mir gesagt hier gibt es eine neue partei die heißt afd das wird furchtbar und ich habe gesagt wenn so eine kleine wurscht partei was denkst du denn doch hat er gesagt du wirst sehen der wird das wirkt alle schlimmernden kräfte das war auch vor 15 jahren oder so da ging es ihm noch gut da saß er da unten in der kantine und hat alle gewarnt die vorbeigekommen sind vor der AfD und hat so schrecklich recht behalten. Und ich denke, es gibt ja Leute, die können viel besser die Welt erklären und was Politik ist. Ich kann das gar nicht, weil ich immer wieder vergesse, wann welche Schlacht um welches Land war und wer die geführt hat und überhaupt. Aber ich denke, dass sich Politik mit Humor und Poesie verbinden darf bei mir. So mag ich es gerne. Es gibt ja da einen längeren Text, wo du schreibst, du hast am Deutschen Theater in Ungarn gearbeitet, nahe an der serbischen Grenze, wenn ich mir das richtig gemerkt habe. Und da habe ich mir gedacht, das ist so, also du sprichst da schon Dinge direkt an, das ist nicht alles ganz verborgen politisch, aber grundsätzlich beschreibst du die Atmosphäre, wie sie sich verändert. Und da habe ich mir gedacht, das ist so genau beobachtet, darum ist es auch so kongenial, deine Bilder und deine Textbilder, wo du dich jetzt nicht so vordergründig darstellst, sondern man merkt es einfach, so leichte Wetterveränderung. Ja, aber so ist es auch, so fühlt es sich auch an. Also das ist eine Seltsamkeit, wieso die Leute das nicht, also in einem Land, das seit zehn Jahren, wenn ich das mal so sagen darf, tendenziell faschistisch ist, sind die Straßen leergefegt und die Provinzstädte grau und es findet auf der Straße kein Leben mehr statt. Und den Leuten geht es wirtschaftlich so schlecht, dass sie gar nicht mehr beieinander sitzen können bei einem Glas Wein. Und mir ist es unklar, warum das funktionieren kann. Also weil es ist wirklich, also ich wüsste auch nicht und da bin ich aber auch wiederum schlecht, ich wüsste, also wie kann Frau Weide glauben, man könnte den Rentnern Geschenke machen, ohne Reiche zu besteuern? Und warum fragt sie niemand? Das ist ja eine einfache Rechenaufgabe. Wieso kann das alles so sein? Also das verstehe ich gar nicht. Und das mit dem Ungarn, das war schmerzhaft. Und im Übrigen, die Kultur und die Kunst, die werden ja so stiefmütterlich behandelt, bis zu dem Moment, wo solche Leute dann an der Regierung sind, dann ist es interessanterweise das Erste, was sie sich greifen und verändern. Also wie geht das zusammen? Erst ist die Kunst das Stiefkind und dann, wenn bei der Machtergreifung wird die Kunst zum das Erste, was gekapert wird. Und das ist auch in Ungarn der Fall. Man muss total aufpassen, wie die Spielpläne sind. Dass man das nicht, dass da nicht so viel Brecht drin ist und dass man das nicht so merkt und dass sich da nicht zwei Männer küssen und da hat er so ein Zeugs. Habt ihr jetzt, vielleicht ist das jetzt dann der Tiefpunkt des Abends und von da handeln wir uns dann wieder. Naja, es gibt ja keine gute Launepflicht. Ich möchte schon nur darauf hinweisen, dass wir uns jetzt alle, ich genieße diesen Abend jetzt auch sehr. Es ist sehr schön, wirklich ein sehr aufmerksames Publikum, das euch offensichtlich gerne mag. Aber habt ihr auch Angst, dass Kunst ein Luxus wird? Also es geht gar nicht mehr um das, dass die Politik dann die Kunst angreift. Man kann in der Steiermark schauen, das ist aber ganz wichtig, das stützt genau, was du sagst, aber rein finanziell. Naja, ich glaube Kunst ist grundsätzlich ein Luxus also jetzt nicht unbedingt als im Luxusbegriff, dass es elitär sein muss, aber es ist so ein Glanzlicht auf den Alltag, oder? Und jetzt um diese rechten Tendenzen, die haben ja nicht das gute Leben im Blick. Insofern, was soll man da ein Glanzlicht am Alltag setzen? depressiv im Sinne von, wem geht es da wirklich gut? Also die Machthabenden sind paranoid, weil sie ja fürchten müssen, dass irgendwer an ihrem Sessel sägt. Die haben ja, ich weiß jetzt nicht, ob die ein gutes Leben haben, und die anderen sowieso nicht. Ich glaube, der Strache hat es schon lustig gehabt, wenn man sich seine Koksrechnungen anschaut, aber das ist jetzt eine billige Polemik. Ja, aber ich weiß jetzt nicht, ob Sucht das Lebensfreude ist. Ich bin zum ersten Mal nicht mit Astrid einverstanden. Ich finde, Kunst ist kein Luxus. Also ich finde, Kunst ist, weiß ich gar nicht, das ist natürlich albern, wenn ich sage, es ist wie Essen und Trinken oder so, aber es ist, und wahrscheinlich habt ihr das auch schon alles tausendmal gehört, also ich meine es gibt Feuer, es gibt Essen, es gibt Trinken und es gibt Höhlenmalerei und das kommt sehr schnell zusammen und ich glaube ich glaube trotzdem, dass es der Luxus ist also für mich ist es der Luxus, ja und dann ist Kunst natürlich auch noch glaube ich schon wer die Hegemonie hat, wie man so sagt, es ist natürlich schon ein Machtmittel, es prägt das Denken. Und Denken ist auch kein Luxus. Und von da, also ich glaube, so sehe ich das. Das ist ja schön, wenn man Kunst machen kann. das. Ja, und es ist auch schön, wenn man Kunst machen kann und ich bin immer wieder total dankbar, dass ich in einem Mikrofon sprechen darf und da manchmal aufregen darf, das manchmal mit einem Kunstmännchen verbremen kann, aber dass man auch ein Ventil hat oder dass man sein Sendungsbewusstsein wo ankriegt, aber da bewegen wir uns wieder von der hohen Kunstfertigkeit eurer Arbeit weg, das will ich gar nicht. Es ist vielleicht der Moment gekommen, um das Publikum ins Gespräch zu holen. Machen wir es so, Gesprächsrunde und dann mindestens noch einen Block Lesen und Bilder. Ist das für... Wir haben gar nichts mehr. Dann liest du nur mal. noch einen Blog Lesen und Bilder. Ist das für... Wir haben gar nichts mehr. Dann lies nochmal. Also ich meine, das ist schon noch etwas Happening. Es ist ein sehr dünnes Buch. Das darfst du nicht sagen, wegen der Buchverkäufe. Es ist weitaus dicker und man hat ja dann auch die Bilder und nimmt sie mit nach Hause. Es ist ja auch nicht teuer. Nein, ich definiere da aber Luxus ja nicht in monetärer Sache. Wenn ich sage, für mich ist Kunst schon Luxus. Kunst ist jetzt nicht für das ganz brutale, unmittelbare Überleben wichtig und ich würde nie über jemanden sehr schlecht denken, ein bisschen vielleicht aber sehr schlecht, in dessen Leben Kunst überhaupt keine Rolle spielt. Für mich stimmt ja nicht. Irgendwie, man kriegt ja die Kunst nicht an. Aber dass wir als Frauen freischaffend uns jetzt schon seit einigen Jahren durchkriegen, das ist vielleicht auch eine Errungenschaft unserer modernen Gesellschaft. Ja, eine sehr bedrohte Errungenschaft. Also da gibt es, das müssen wir ernst nehmen. Den Backlash müssen wir extrem ernst nehmen. Und das ist ja auch der Punkt, wie emanzipierte, denkende Frauen von Trade-Wives abgelöst werden, wird die Kunst von Folklore abgelöst. Das ist einfach super gefährlich. Und ich glaube, das ist auch das, wo ich mich zu Hause schüttle wie eine nackte, eine nasse Katze und denke, da muss man irgendwie weitermachen. Oder Treadwives, die ja wiederum ein Business machen, außer Haus, was widerspricht. Oder die Sorge, die ich habe, dass nur mehr Menschen wie ich Kunst machen, also Ärztekinder. Ich meine, bitte nicht falsch verstehen. Das ist auch keine schlimme Selbstbezichtigung, aber ich würde so eine Kunst jetzt nicht wollen, wo wirklich nur das Erben ermöglicht, dass man sich das überhaupt traut. So, und jetzt liegt es an Ihnen, die Stimmung zu heben und uns Mut zu sprechen. Nein, Sie sind natürlich frei zu äußern, was Sie wollen, aber nur dann, wenn Sie es in den Würfel hinein äußern. Auch das ist... Sie wollen offensichtlich noch mehr hören. Wo ist der Kepler-Salon? Der Kepler-Salon ist keine Einbahnstraße. Jetzt klingt es wieder so, wie wenn es Mitarbeiterplus gibt, das stimmt auch nicht. Naja, dann machen wir noch ein bisschen Literatur, oder? Literatur und ein bisschen Kunst, bildende Kunst. Danke. Moment. Danke. Moment, danke. Bei mir ist der Begriff der Autonomie die ganze Zeit noch im Kopf, im Herzen. Also vor allem im Zusammenhang mit dem ersten Text, den du, Verena, gelesen hast. Und dann hast du gemeint, Astrid sei autonom. Und da versuche ich, so autonomie- und kunstpolitisch, kulturpolitisch zu denken, so wie diese Autonomie. Also Astrid, bist du autonom? Wie verstehen wir heute autonom? Gibt es noch das Subjekt, das autonome Subjekt? Oder bin ich so pessimistisch? Wo ist diese Autonomie? Oder ist die Arbeit von Assi? Nein, ich glaube, die Arbeit ist gemeint, wo ich autonom agieren kann. Und dann habe ich ein kleines Erbe, was mir natürlich eine gewisse Autonomie ermöglicht. Also ich glaube, es geht um den Produktionsprozess. Das glaube ich meinte Verena damit, dass ich da autonom... Hat das mit dem Kein-Kompromiss-Eingehen? Ja. Natürlich ist man nie autonom, weil ja, also die Schwerkraft und alles wirkt. Es ist immer wieder eine Demütigung. Und das andere, das ich so anmerken möchte, so Kunst und Luxus. Für mich ist die Frage zu beantworten durch eine andere Frage, wer hat Zugang zu welcher Kunst auch. Insofern wäre ich sehr einverstanden mit dir, Astrid. Ja, ich glaube, ich definiere das auch aus einem proletarischen Background heraus. Ich bin kunstfrei aufgewachsen. Für mich waren dann die ersten Begegnungen mit Kunst, das war eher Musik, Literatur, die ersten haben irgendwie eine Tür aufgemacht. Ah, da gibt es noch mehr. Das muss aber doch nicht so sein. Ich war gerade in Frankreich und ich habe überlegt, ob das noch von Mitterrand kommt. Da waren die Museen voll mit kleinen Kindern und die müssen nichts bezahlen. Und das habe ich auch schon mal in Spanien erlebt. Ja, aber bei uns treiben sie ja auch die Schulklassen durch die Museen, weil sie Besucherzahlen bringen. Naja, ist ja so, oder? Und da hat man halt seine Gaude, das ist ja noch nicht unbedingt, dass das einen Zugang hat. Aber die Preise sind in Ländern, die irgendwann mal einen sozialistischen Kulturminister hatten, und das ist auch in Andalusien so gewesen, ich weiß nicht, ob es noch so ist, kulturminister hatten und das ist auch in andalusien so gewesen ich weiß nicht ob es noch so ist da konnten da kannst du hast du einen hast du einen gratis zugang zu goya und picasso das muss man erst mal schaffen und und das ist natürlich nur unten vielleicht eine utopie dass man das finanzieren kann aber ich habe es erlebt dass es geht und das und das das wäre schön wenn kunst kein luxus wäre das wäre schön, wenn Kunst kein Luxus wäre. Das wäre schön. Und es muss ja auch nicht ein Museum sein. Ich würde einwerfen, dass eine Kilometer Autobahn eher ein ganz schöner Luxus ist. Sie willst nicht polemisieren. Westring, sag ich gar nicht, aber irgendwo, glaube ich, die Öffentlichkeit immer. Naja, das ist aber kein Luxus, das ist eine Beschneidung der Lebensqualität. Deshalb finde ich, Kunst ist ein Luxus, weil es die Lebensqualität hebt. Mehr Autos, dreckige Luft, mehr Lärm ist nicht ein Heben der Lebensqualität. Darum würde ich das eben nicht Luxus nennen und Kunst schon Luxus. Aber ja, ich wollte auf das ja auch, also Kunst wird so manchmal mit einem Trall zum Luxus gemacht, oder weil es eben quasi, ja, pro forma, nicht für das Überleben notwendig ist. Naja, für das geistige Überleben schon. Ja, ich würde dem ja auch nicht widersprechen. Das ist ja ein totaler Luxus, wenn interessiert, geistiges Überleben. Es ist ja immer ganz transparent, was man sehen muss. Jetzt sind wir wieder bei M.M. Sonst wären doch nicht Österreich und wie das alles heißt so populär. Ich kriege ja jedes Mal einen Kulturschock, wenn ich die Kulturplase verlasse. Aber das ist der Mainstream. Insofern ist es einfach voller Luxus. denken wir mal, also einmal von diesem Luxusgedanken wegzukommen und einfach auch zu dem, was Kunst ja auch sein sollte. Und Kunst sollte auch politisch sein. Das ist einfach, finde ich, ganz, ganz wichtig, das einmal in dieser Perspektive oder von dieser Sichtweise her zu sehen. Und ich glaube, du bist ja auch ganz in deinem künstlerischen Schaffen auch sehr politisch. Mit deinen Botschaften, mit deiner Bildsprache, die du hast. Also so würde ich das ja mal in die Runde werfen. Ja, ich gehe jetzt nicht an die Arbeit ran, dass ich irgendein politisches Thema aufarbeite, aber ich arbeite halt aus einer Haltung heraus, die schon klare Positionen bezieht. Und das spiegelt sich, Gott sei Dank, automatisch dann wieder. Und du malst auch keine, also du beschäftigst dich mit Alltag und du beschäftigst dich mit Frauen und Einkaufswägen oder mit Frauen und Kindern oder du beschäftigst dich mit Frauen, die mit Frauen und Einkaufswägen oder mit Frauen und Kindern oder du beschäftigst dich mit einem, so eigentlich auf eine sehr, das sind sehr demokratische, also ich kann das nicht so gut sagen, aber es sind sehr demokratische Inhalte, die man da findet in deinen Bildern. Naja, es ist aus dieser, das Private ist politisch. Die Realität. Ja. Ich finde ja, bei der Kunst, das ist ein ganz verfängliches Wort, dass ich sofort eine Warnung aussprechen möchte, zugänglich, also im allerbesten Sinne. Das ist mir ein Anliegen, weil ich eben, wie gesagt, aus einem Hintergrund komme, wo ich nicht das bildungsbürgerliche, also ich habe diesen bildungsbürgerlichen Zugang nicht. Ich finde es wichtig, dass man in einer Sprache, in meinem Fall in einer bildnerischen Sprache spricht, die zugänglich ist. Sonst wäre es für mich wie ein Selbstgespräch. Oder halt irgendein abgehobener akademischer Diskurs, der dann, ja, das können andere Leute wahrscheinlich besser. Wobei mich natürlich auch durchaus einsetzt für eine unzugängliche Kunst. Ich finde das auch schon wieder sehr gut, dass Kunst unzugänglich sein kann. Muss ja nicht. Nein, ist eh okay, aber es ist nicht mein Anliegen jetzt, sagen wir so. Nein, ist eh okay, aber es ist nicht mein Anliegen, sagen wir mal so. Also ich finde akademische Diskurse nicht überflüssig, aber es ist nicht das, was ich zu bieten habe. Ich bin auch noch öfter Kunstgeschichte, aber die Tage habe ich schon ein Gang gelernt. Ich habe auch Kunstgeschichte studiert, das hat mich maßlos gelangweilt. Ich bin gar nicht erst auf die Uni gegangen. Ich meine, das ist natürlich jetzt eine ganz große Kunstfrage. Da kann man ganze Pro-Seminare darüber machen, Lehrgänge. Vielleicht ist es einfach wirklich nur eine persönliche Frage. Ich habe es noch nicht ganz geklärt. Jemand, der keine politische Haltung hat oder eine dumme, ich sage jetzt immer eine dumme politische Haltung oder eine, mit der ich wirklich überhaupt nicht übereinstimme, gelingt es euch, das trotzdem als Kunst zu sehen? Also ich kann es jetzt wirklich nur eher in der Literatur, es ist so eine Frage, die ich noch nie abschließend klären kann, oder jemanden, der mich vielleicht auch persönlich ärgert, oder der doofes sagt, und dann aber, wie geht es euch in dieser Frage? Ist es euch möglich, wenn ihr blöd findet, Ich kann schon sehr gut Person und Werk trennen. Also ich verstehe ja ehrlich gesagt auch nie, wieso Menschen so gerne die Künstler kennenlernen wollen. Weil ich mir denke, ich will mir von der Person das Werk nicht vertun. Natürlich auch nicht deswegen gelohnt, diese Frage zu stellen. Wobei mich auch nie die Frage interessiert, was will mir der Künstler oder die Künstlerin sagen, sondern mich interessiert auch immer nur, was sagt mir das Werk. Und auch sehr lustig, dass auch, ich glaube es sind auch deinetwegen viele gekommen, wollen sehr wohl die Künstlerin treffen. Also ich habe gerade überlegt, Ulbeck ist ein gutes Beispiel, der jetzt auf einmal nach rechts abdriftet. Aber deswegen schreibt er nicht schlechter als vorher. Das ist meine verdammte Aufgabe, das rauszukriegen, was ich davon lieber... Ich muss ja nicht, wenn ich etwas betrachte oder etwas lese oder mir auch etwas zuführe, muss ich damit nicht einverstanden sein. ich muss damit nicht einverstanden sein. Ich muss damit nicht einverstanden sein. Aber deswegen ist es trotzdem Kunst. Und ich finde es ehrlich gesagt auch gut, wenn wir aus unseren Blasriedigen in unseren, weiß ich nicht, tendenziell linken, moralisch einwandfreien Kunstblasen, sondern unsere Aufgabe wird sein, zu versuchen, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die die Dinge ganz, ganz anders sehen. Und deswegen würde ich mal unbedingt sagen, ja, ich muss es mir nicht zu Hause, ich muss mich damit nicht entspannen oder ich muss es mir nicht zu hause an die wand hängen also denke ich ja ich muss auch nicht wagner hören oder so aber ich im Publikum. Bitte, wo ist denn der Würfel? Ah, da, Dankeschön. Jetzt. Ich möchte nur sagen, ich finde es großartig, dass ihr zwar einen gemeinsamen Weg gefunden habt dazu, weil ich euch zwar als jeweils einzelne Person ja kenne und auch weiß, dass ihr politisch seid und jetzt dann noch ein gemeinsames Werk macht. Dafür bin ich dankbar. Das finde ich großartig. Ja, danke an Daniela Schopf, Sandra Hochholzer und Susanne. Ja, aber das war jetzt mein Dank an euch und den Kälter ist einmal. Nimm ihn an, bitte. Das Zweite ist, ich finde es lustig, dass man euch jetzt die Frage stellt, wie weit ist die Kunst politisch? Kunst ist immer politisch. Es ist immer die Frage, in welche Richtung das geht. Ob es entpolitisiert, oder ob sie, weiß nicht, die Kräfteverhältnisse darstellt, ob sie den Mächtigen dient und so weiter, oder ob sie sogar vielleicht demokratisierend wirkt dazu. Also das könnte man sich immer mal genauer anschauen dazu. Ich finde es auch spannend, warum ihr zwei gerade diese Fragen kriegt. Für mich hat es einfach jetzt einmal getaugt, dass es Zeiten gibt, wie in diesen, dass es Widerstand gibt in irgendeiner Form. Und sei es nur in diesen kleinen Formen der Texte, wie es die Verena vorgelesen hat, wo es um die Rolle der Frau geht dazu. Also eigentlich ein kleiner Text. Und Back war großartig, dieses Bild dazu, dass der Mann der Frau erklärt, was weibliches Verhalten ist dazu. Und ich finde es auch schön, dass sich gerade geopolitisch auch etwas tut, dass in Amerika Leute auffangen, eigentlich die Künstler auffangen gegen diesen Wahnsinn, der dort gerade passiert, gegen diese Oligarchen und eigentlich auch gegen diesen Faschismus, den Aufkämmenden, auffangen Kunst zu machen. Und so sehe ich ja eure Geschichte. Und ich finde, die große Verantwortung ist das für euch, dass ihr das anbietet, aber es wird unsere aller Aufgabe sein, da was zu tun, nicht ihr seid verantwortlich, dass da was passiert, sondern wir, die da drinnen sitzen, sind alle verantwortlich, dass wir die Gesellschaft mitprägen und so. Und darum genieße ich es und sage danke, dass man ein paar so Bilder hat und die Texte dazu hat, die einfach versinken kann und Kraft tanken kann, in dieser Form diese Welt dann ein bisschen zu verändern. Das finde ich großartig. Dankeschön. Danke. Danke für diesen Beitrag. Danke. Sprechen wir nochmal über die Blasen. Immer ein herausforderndes Thema, oder wie man aus der Blase rauskommt. Erstmal, du bist immer geschockt, wenn du aus der Blase rauskommst. Das ist natürlich jetzt auch leicht ironisch gesagt, aber ich habe mir auch eine Frage vorbereitet. Es klingt total banal, ist es jetzt die Aufgabe der Kunst, dass uns auch tröstet, aber kann man das irgendwie in eine ordentliche Richtung bringen? Also doch, ich glaube, dass es die Aufgabe ist, dass es Mut macht. Oder wenn ich anknüpfen darf, Mut machen, genau. Trösten ist, das leitet ein bisschen in die falsche Richtung.fen darf, Mut machen, genau. Trösten ist, das leitet ein bisschen in die falsche Richtung. Man darf sich, glaube ich, privat trösten, aber... Oder halt bestärkt. Ich meine, was jetzt für mich die Literatur geleistet hat in der Pubertät, dass ich draufgekommen bin, ach, da gibt es andere auch noch, die sich komisch fühlen. Darf ich einhaken, was du da gelesen hast? Was hat dich da so empowered? Von bis... Was habe ich da gelesen? Simone de Bois, diese Franzosen, Camus, Dings, dann Günther Grass, Maxim Gorky, Dostoevskis, Henry Miller, Jack Herlock. Was sind deine literarischen Heldinnen der früheren Zeit? Also der ganz frühen? Meine? Bei mir war es Karl May, das sollte ich gar nicht sagen. Karl May war noch vorher. Oder lustig, bleiben wir vielleicht dabei, weil Karl May habe ich ja gelesen als Mädchen, das ist, ja, ja, leidenschaftlich. Genau, und man identifiziert sich da ohne, dass da irgendein queeres Element reinkommt, sondern man identifiziert sich, ohne Problem. Genau, weil die haben was da dürfen, das waren die Aktiven. Was hätte man eigentlich sonst wirklich gelesen als Mädchen? Ich bin schon im vorhergehenden Jahrtausend. Aber jetzt habe ich was Unseriöses wieder eingebracht. Ich möchte gerne Rumpelstilzchen mal sagen. Das war nämlich für mich wahnsinnig wichtig. Rumpelstilzchen ist eins meiner Lieblingsmärchen. Und das Interessante an solchen Märchen, wenn sie gut sind, ist, dass es so viele verschiedene Sachen zu entdecken gibt, dass ich jetzt plötzlich nach 40 Jahren denke, meine Güte, was ist das für eine seltsame Transformation, Stroh zu Gold zu spinnen? Darüber muss ich noch mal ganz viel nachdenken. Wofür steht das? Und gleichzeitig habe ich es als Kind geliebt, bin immer rumgerannt und habe geschrien, ach, wie gut, dass niemand weiß, es hat mich total befreit. Und später habe ich es geschrieben und auch inszeniert. in diesem Zusammenhang möchte ich Kinder erwähnen, weil Kinder haben eine Begegnung mit Kultur und das ist im Theater ganz toll. ich glaube, das ist, also für mich ist es keine, also wenn mich morgen jemand fragt, ob ich Rumpelschießchen spielen will, dann sage ich selbstverständlich. Aber wenn mich morgen jemand fragt, ob ich Heiner Müller spielen will, sage ich auch selbstverständlich. Das ist mir relativ wurscht. Also im Gegenteil, ich finde, Kinder sind ein ganz tolles Publikum. Vielleicht liebe ich sie fast noch so ein bisschen mehr. Und das größte Kompliment war, dass mal ein kleiner Junge, da habe ich die böse Stiefmutter gespielt. Und dann gab es Applaus und dann der kleine Junge hat nicht geklatscht, sondern ist aufgestanden und hat da, wo man dann so steht, um sich zu verbeugen, mit seinen Fäusten auf meine Schuhe gehauen und hat geschrien, du bist so böse. Du bist so böse. Und ich fand, das ist ein totalse. Du bist so böse. Und ich fand das ein total schönes Kompliment, ja. Also ich denke, und das ist, ich glaube, dass wir, und da kommen wir natürlich auf Bildung, also wenn ich so zu Hause meine drei Gedanken habe, dann denke ich, es geht um die Kinder. Und es ist genau da, wo diese Begegnung mit der Kunst stattzufinden hat. Und ich finde es eine Sauerei, an Bildung zu sparen. Und ich finde es eine Sauerei, in Bildung zu sparen. Und ich finde es eine Sauerei, in den Schulen die Lehrer zu überfordern. Das finde ich einfach eine Sauerei, in einem Land, wo alle Leute genug zu essen haben. Ich kann es gar nicht anders sagen. Es macht mich wütend. Und ich glaube, Kinder können aus allen Schichten kommen. Die schauen. Das geht ja halt irgendwann wie eine Muschel wieder zu. Na klar, wenn ich zu viel, weiß ich nicht was. Aber es ist übrigens auch Kunst, finde ich. Aber finde ich ganz toll. Niemand widerspricht. Gut. Genau, es geht doch auch darum, wo ist der Auftrag, diese Kunst überhaupt zu den Leuten zu bringen. Das ist doch der Job. Ja, finde ich. Sagen Sie was, wie sonst? So irgendeine Anekdote? Das ist nicht die Aufgabe der Gastgebenden im Kepler Salon. Danke. Das war eine gute Anekdote. Schade, dass ich es nicht erzählen kann. Nein, der Würfel kommt sicher. Der ist schon auf dem Weg. Es wäre wahrscheinlich schade. Ja, genau. Eine Frage an die bildende Künstlerin. An die Astrid. Ein großes Problem unserer Zeit ist ja Produktivität. Also das ist eigentlich als Krankheit ein Riesenproblem. Dem würde ich zustimmen. Ja, ja. Das habe ich mir gedacht. Aber wie ist denn das mit der künstlerischen Produktivität? Weil es ist ja immer so der Beigeschmack, also der Wunsch nach mehr und geht noch ein bisschen was. Naja, wenn es aus mir selbst herauskommt, finde ich, also dann muss ich dem eh nachgehen. Und sonst, wie gesagt, ich bin da am Kunstmarkt nicht wahnsinnig erfolgreich unterwegs. Insofern ist da kein Druck von außen. Und, sagen wir mal, meine Überlegung in jungen Jahren war, ich will nicht daran mitarbeiten, die Welt zu zerstören. Und da ist mir die Kunst eben als ein feines Feld vorgekommen, wo man nicht allzu viel Schaden anrichtet. Weil ich schätze ja die Faulen, weil die zumindest nichts ruinieren. Schön. Der Großteil der Arbeit beschäftigt sich ja damit, den Planeten zu zerstören. Man hat immer so das Gefühl, wenn man eine Überschrift für den Abend nachlesen, schreiben müsste, das ist der Titel. Ja, es ist ja ein wunderbarer Hinweis. Auf der anderen Seite haben wir ja gerade mit dem Kunstmarkt, von dem ja so viele Künstler und Künstlerinnen abhängig sind, eine Schwachstelle. Das ist ein Widerspruch in Wirklichkeit. Das ist halt Business. Ich meine, ob es jetzt, weiß ich nicht, was verkauft, also es ist dann wurscht, was verkauft. Ja, stimmt schon. Und wenn es das leisten kannst, dann ist die... Und da ist natürlich die bildende Kunst ein Luxusgut, weil da beneide ich die Musiker oder natürlich auch die Schriftsteller, weil so ein Buch kann sich jeder leisten. Ich würde ja keinem Musiker zustimmen. Also das ist ja auch ein Abschlag. Naja, Konzerte sind noch leistbarer wie jetzt eine Originalmalerei. Ja, aber ein Buch wird von der einen Person gekauft und dann erzählt sie voller Stolz, dass sie schon zwei andere glichen hat. Ich sage, ja eh, danke. Nein, eh. Und natürlich von einem Buchverkauf zu leben als Schriftstellerin ist auch schwierig. Also da musst du schon Bestseller-Autorin sein, dass das... Ja, es ist mühsam, aber es ist mir keine Mühe, bescheiden zu leben, insofern habe ich den Luxus, dass ich einfach mache, was mich freut. Darf ich ergänzend dazu fragen, wie seht ihr das, um überhaupt produktiv arbeiten zu können, wäre da ein bedingungsloses Grundeinkommen speziell für KünstlerInnen die Lösung oder schafft man da mit der Elite, wo dann alle neidig sind? Oder habt ihr da eine zündende Idee? Falls zufällig der Herr Konstantin Kultur mit uns zugeschaltet ist. Ich glaube, es wäre ein Grundeinkommen für alle Menschen, eine gute Basis, dass man sich wirklich überlegen kann, was will ich eigentlich tun mit dieser Lebenszeit, die mir hier zur Verfügung steht. Und ich weiß nicht, ob sich dann die Mehrheit der Menschen für destruktive Tätigkeiten entscheiden würde. Also ich würde das nicht auf Künstler, Künstlerinnen beschränken, sondern wirklich Also ich würde das nicht auf Künstler, Künstlerinnen beschränken, sondern wirklich breit sehen. Ich kann ja zum Wagner noch nachfragen. Ist das nicht irgendwie trotzdem großes Theater, was dieser Mensch da hinterlassen hat? Anekdote? Klar. Ich habe keinen Zugang zu Wort. Ich habe das coachen müssen für eine Sängerin. Ich habe eine Sängerin coachen müssen, ich sage Ihnen nicht, was die immer gesungen hat, sollte singen, gebettet weich auf sanften Mosen. Ist ja klar, was sie gesungen hat. Und da wurde ich dann engagiert, um das zu verbessern. Und damit musste ich aber diese ganzen Texte, und das war mir wirklich ganz schlimm. Entschuldigung, es war mir einfach wirklich ganz schlimm. Und dann, aber das ist, das sage ich jetzt hier so frech heraus, aber ich habe ganz viele Freunde, die lieben Wagner und verstehen ihn wahrscheinlich besser. Mir ist das zu viel. Darf ich da von Geschmack sprechen? Wahrscheinlich schon. Keine Ahnung. Es war nur die Neugier. Weil ich denke immer, er kommt ja aus einer ganz anderen Zeit. Wir lesen halt ja nicht mehr Hölderlin und so weiter. Und wenn man das liest, man muss jetzt erstmal irgendwo anders hinbeamen und dann ist es ja irgendwie ganz große Spur. Aber Hölderlin liebe ich zum Beispiel. Ja, ich auch. Aber gut, es ist nicht so, dass man da irgendwie das aufschlägt und dann kann man da irgendwie so irgendwie wie dieses wunderbare blaue Buch vermutlich, das ist uns ja viel zugänglicher und so glaube ich auch, dass der Wagner einfach in einer Zeit einfach vermutlich, das ist uns ja viel zugänglicher. Und so glaube ich auch, dass der Wagner einfach in einer Zeit einfach sein Werk geschaffen hat, die halt jetzt mal vergangen ist. Naja, und da würde ich mich jetzt aufs Glatteis vergeben. Ja, mach. Das ist auch eine sehr männliche Kunst. Könnte sein, ja. Und da gehe ich jetzt auch wieder vom Eis schon runter. Also ich habe gestern, das war in Brüssel auch, da gibt es gerade, es gibt so was Art and Gender. Da gibt es so eine Sache, wo die ganze, wo so junge Frauen durch das ganze Museum gehen und bestimmte Bilder besprechen, weil sie finden, das ist nicht korrekt und es sollte nicht unkommentiert da hängen. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, aber das finde ich interessant und das ist auch der Blick, den ich mir jetzt, wo ich älter bin, erlaube. wo ich älter bin, erlaube. Und der betrifft auch die Musik und der betrifft auch die Literatur. Aber das ist ganz mein persönliches Ding. Ich würde ungern sagen, das muss man so machen oder darf man nicht oder irgend sowas. Also weil das ist ja die Freiheit. Die Freiheit. Die Freiheit. Das nächste große Kapitel wird aufgetan. Der wäre vielleicht kurz überfallen mit der Frage, weil ich müsste es auch nicht sofort beantworten. Also einfach, das läuft jetzt auf der Tippsebene. Es hat ein Kunstwerk, eine Künstlerin, einen Künstler gegeben in der letzten Zeit, der die euch besonders begeistert hat. Ehe passend jetzt zu unseren Gesprächen. Ja, Astrid. Ja. Du bist auf Zack. Ja, wirklich. Aber natürlich, und ehrlich gesagt, ich bin den Namen so schlecht. Ich bin auch ganz schlecht in Namen. Wir kennen was anderes. Ich höre ja jetzt, ich werde Ihnen das dritte Mal diese Texte vortragen. Und ich habe die Texte vorher selbst gelesen, zig Mal und war schon ganz betriebsblind und konnte gar nicht sagen, ist das jetzt was oder kann das gar nichts oder so. Und jetzt höre ich es das dritte Mal und jedes Mal höre ich wieder was anderes. Also du liest schon immer dasselbe. Das ist wirklich faszinierend und das macht für mich eigentlich gute Kunst aus, wenn sie vielschichtig ist, dass man das oft, weil es gibt ja gerade in der Musik, man hört was einmal und da ist gleich irgendwie, dann beim dritten Mal freut es sich schon immer. Oder man hört, das erste Mal kann man nichts damit anfangen und dann beim dritten Mal fängt es sich schon immer. Oder man hört, das erste Mal kann man nichts damit anfangen und dann beim dritten Mal fängt es schon langsam an und auf einmal tut sich da was auf. Also so gesehen, das war jetzt toll, die dritte Lesung, wo ich mich wiedergesucht habe. Aber da stimme ich dann zu und weil der leicht frechen Anekdote, als wir beide einander kennenlernten im Schreibworkshop. Und dann habe ich gedacht, na, hoffentlich fällt es mir jetzt nicht um. Und dann kann ich mir nichts mehr machen. Na, ich schreibe es auf. Das ist zu unser aller Vorteil. Und du hast dann gesagt, die ist wirklich heiß und dann ist es nach dem Eis wieder gegangen und du hast gesagt, du kannst jetzt nichts schreiben, der Kopf gehorcht da noch nicht. Dann hast du hingesetzt und hast so einen tollen Text geschrieben, so in ein paar Minuten. Problemzonen war die gemeinsame Vorgabe, die wir gesucht haben. Das kenne ich mich mit aus. Aber alle haben das physische gut umschifft und du hast dann nämlich auch wirklich in dem Stil, den ich jetzt allmählich mir anmaße, zu erkennen, sehr schön assoziativ mit Persönlichen zugänglich gemacht. Da ging es auch ein bisschen um die Mauer, ne? Ja, du hast genau, du hast die Mauer eingebracht. Es scheint mich ja doch sehr, jetzt wo ich älter werde, ich musste nämlich immer mit meinem Großvater da spazieren gehen und wir mussten immer schauen über diese riesigen Felder und ich dachte immer, die DDR ist ein wunderschönes Land, weil da war der ganze Horizont gelb vom Raps und ich dachte, die sind viel reicher wie wir, weil wir haben nur so kleine Quadrate von irgendwas gehabt, die so aussahen wie Küchenhandtücher von meiner Oma. Ja, und dann hat er, ja genau, das war es auch, und dann durften wir da nicht, und dann wollten wir als Kinder, wollten wir natürlich da reinrennen. Und dann wurden wir immer ganz doll festgehalten, und dann war das die Problemzone. Ja. Ich fand ja, dass du jetzt schon nur den einen oder anderen Text lesen könntest und wir das eine oder andere Bild dazu sehen könnten. Aber ich glaube, es gibt zwar noch Bilder, es gibt noch einen Stick, aber Daniela hat das nicht vorbereitet, weil man muss diese Bilder so bearbeiten und rundherum schwärzen und all sowas. Da haben wir nur diese Auswahl, weil wir dachten, wenn wir die alle lesen, dann kauft ja keiner mehr das Bild. Dann müssen Sie nur Fragen stellen. Ja. Wir können aber auch einen Wein trinken. Genau. Weil ich möchte Ihnen die Gelegenheit nicht nehmen. Ich schaue gerade, ob ich wirklich noch Fragen offen habe. Ich meine, ich habe eh so herum gemeandert. Wie wichtig ist euch engagierte Kunst? Das haben wir erledigt. Nein, darf ich euch ein bisschen segieren mit eigentlich einer sehr banalen Frage, die mich wirklich interessiert. Die Frage der Inspiration. Wie kommt die Kunst zu euch? Wie kommen die Ideen zu euch? Und wenn ihr wollt, ist es auch eine Einladung, wirklich konkret über eure Arbeitssituation zu sprechen. Was braucht ihr, was darf nicht sein? Ja, meine Arbeitssituation, ich sage immer, mein Atelier ist mein Isolation Tank. Also ich bin sehr gern da sehr abgekapselt. Und ich würde sagen, Disziplin ist eine Grundlage, weil wenn man auf die Inspiration wartet, kann man lang warten. Arbeitest du täglich oder fast täglich? Wenn jetzt nichts anderes ist. Also ich gehe nicht wegen zwei Stunden ins Atelier, weil da sollte es sich für mich nicht aus, Pinsel anzupatzen. Aber am liebsten habe ich die Situation, wenn ich weiß, ja, die nächsten Wochen ist mal nichts und da kann ich. Und dann die nächsten Wochen ist mal nichts und da kann ich. Und dann kommt es übers Tun. Also man kommt ins Atelier, denkt sich, ja, was male ich heute wieder, welche Farbe nehme ich? Und irgendwann tut man und denkt nicht mehr und da wird es dann spannend. Also man hat dann schon immer wieder Ideen und will irgendwas umsetzen, das ist aber irgendwie, also es geht erst los, wenn das quasi das Willentliche aufhört, sondern es passiert. Weil die Frau Vogel vor mir sitzt, es gibt jemanden, Michali Schicksend-Michaly. Das ist ein ungarischer Neurowissenschaftler, der den Flow erforscht hat. Er ist letztes Jahr gestorben. Und der hat den Flow untersucht, auch für Kunst. Also auch für Schauspiel. Da gibt es zum Beispiel ein Buch, das heißt Theaterspiel Flow. Das ist zwar nicht von ihm, sondern von einem seiner Schüler und so weiter. Und ich, Astrid hat es eigentlich schon beschrieben, ich könnte auch den Mund halten, aber es ist doch eigentlich so, das merke ich auch bei der Marke, wenn die Klavier spielt, eigentlich geht es doch grundsätzlich eher so, dass du handwerklich absolut geübt sein musst. Und das musst du ständig machen. Und dann kannst du, wenn du diese Disziplin hast, kannst du mit einem Thema, das kommt, glaube ich, eher. Manchmal kannst du es vielleicht auch als zugeworfen bekommen, wie einen Ball, den du auffängst. Das kann auch sein. Ich glaube, es muss ohne Zwang sein. Und dann kommt irgendwann der Moment, den die Astrid auch beschrieben hat, dieser Moment von dem Flow. So empfinde ich das. Und das ist aber ein seltener Moment und die Kurve bis dahin ist schon ein bisschen mühsam. Nein, es ist ein bisschen auch wie so navigieren mit einem Segelboot. Okay, du hast dann Wind, aber natürlich irgendwo willst du schon hin, aber der Wind weht auch in die andere Richtung. Dann muss man da ja schon so ein bisschen. Sie sind beide nicht für Panikflow zu haben. Was ist das? Druck so lange auf Halsen, ich projiziere jetzt gerade. Das habe ich hart. Bis man unter diesem Druck zerbirst und dann geschieht irgendwas. Nein, ganz im Gegenteil. Ganz das Gegenteil. Naja, im Theater gibt es eine Premiere, da hat man das sowieso. Aber dass ich das so wahnsinnig gern habe, kann ich nicht sagen. Die ganz wenigen Momente, wo ich, das ist genau wie mit dem Buch, in Wahrheit habe ich schon zwei Geschichten geschrieben und niemals über ein Buch nachgedacht. Einfach, also Selbstvergessenheit schätze ich sehr. Und ich muss ja mit dem Buch Gott sei Dank nicht mein Leben verdienen, weil das habe ich mit anderen Sachen gemacht und mache es noch. Und ich liebe diese Selbstvergessenheit, mit der man dann so was tun kann. Das gefällt mir am allerbesten. Aber das ist tatsächlich Luxus. Also doch. Wir kommen schon noch übereins. Oder geht es euch auch so, dass ihr manchmal, es ist ja eine große Freude und ein Privileg, freischaffend arbeiten zu können in dem Beruf, den man sich gewählt hat, aber ich habe dann auch immer wieder mit Menschen zu tun, die halt wirklich, das meine ich jetzt überhaupt nicht abwertend, nämlich im Gegenteil, die halt schreiben, weil sie es so gern machen, und die haben einen Brotberuf, und dann nehmen sie Zeit, oder gehen dann in Klausur für einen Monat, wenn es irgendwie geht, oder so am Abend zwei Stunden schreiben. Ich habe sie dann manchmal auch nicht, dass man sich das aus reiner Freude macht, ganz befreit von dem speziellen Druck? Also ich habe ja diesen Beruf gewählt, weil ich mir noch etlichen Ferialpraktikers dachte, ich bin nicht kompatibel für die Arbeitswelt. Also Ich lache jetzt übrigens nicht. Ich lache zustimmend über mich. Kafka ist ein gutes Beispiel. Der hat bei einer Versicherung gearbeitet und da kam nebenbei doch noch viel Schönes raus, oder? Also ich könnte mir das nicht vorstellen, dass ich einengendeinen Job mache und dann gehe ich heim und mache als Hobby Kunst oder als Freizeitgestaltung. Das ist wahrscheinlich auch ja, da hast du aber auch das Glück, dass du in dieser Zeit lebst. Und ich glaube, Kafka hat übrigens auch sehr schöne Beschreibungen von solchen Wellen, damit man sich die Finger nicht abschneidet von diesen ganzen Schutzgesetzen für Arbeit. Wie hieß das, Franz? Der hat Arbeitsschutz, der war engagiert über eine Versicherung, die sich um Arbeitsschutz bemüht hat. Und dann hat er so ein Sägeblatt entworfen, das hat eine Welle und das hat er so konzipiert, dass die Leute sich nicht so viel Finger abschneiden. Und wie er das beschreibt, das ist auch sehr schön. Also im Grunde gibt es da auch gar keine Trennung. Er schreibt schöne Beschreibungen von Stahlsägen und zu Hause schreibt er dann die Käfer. Weil er auch muss, weil er sonst nicht leben kann. Darum, ich wollte das jetzt nicht als Hobbyliteraten, Hobby Aquarellmaler abtun, sondern wirklich so, dass manche dann nicht die Möglichkeit haben, die große Leidenschaft auszuleben im Privaten. Naja, nachdem ich so isoliert produziere, bin ich eher eine introvertierte Person. Um rauszugehen, ist der Gelddruck nicht so un... und es ist natürlich wichtig weil sonst wäre es ja wie ich verstehe Kunst dann schon als Kommunikationsform sonst wäre es wie ein Selbstgespräch wenn ich nicht rausgehe aber ohne Druck bin ich nicht sicher ob ich dann rausgehen würde weil es halt wieder einmal notwendig ist dass was passiert Liebes Publikum es wird wieder so sein, dass dann alle euch privat bestürmen recht so um mit euch die großen Fragen zu betreiben naja, wenn es recht ist dann gehen wir in einen ganz friedlichen, schönen Sinkflug. Sind Sie einverstanden? Aber nur keine Scheu. Es ist noch Zeit. Sie können noch etwas fragen. Na, dann. Ja, habe ich etwas Wichtiges vergessen? Habe ich etwas Unwichtiges vergessen? Das Wichtige, was ich noch zu tun habe, ist, mich ganz herzlich beim Publikum zu bedanken für ihre sehr geschätzte Aufmerksamkeit und ihr zahlreiches Kommen. Aber es ist auch klar, dass sie zahlreich kommen und aufmerksam sind wegen unserer beiden Gästinnen Astrid Essling und Verena Koch. Einen sehr großen Applaus für die beiden.