Johann Gruber wird 1889 in Grieskirchen geboren. Früh verliert er beide Eltern und wächst getrennt von seinen Geschwistern auf. Er wird Priester, studiert in Wien Geschichte und Geografie und unterrichtet nach seiner Rückkehr nach Linz in einer Waisenschule. Er ist zurückgekommen nach Oberösterreich, nachdem er sein Studium beendet hat und hat aus Wien ein fertiges Studium, aber er hat auch viele moderne Ideen mitgebracht. Moderne Ideen heißt Reformpädagogik, das heißt Ideen, dass Mädchen und Knaben gemeinsam unterrichtet werden können. Die Ideen auch, dass man auf die Stärken von Schülern und Schülerinnen achten sollte und sie in ihrer Persönlichkeit wachsen lassen soll. Johann Gruber ist mit diesen Bestrebungen in seinem späteren Leben oftmals angeeckt. Grubers Einsatz in der Waisenschule stößt auf Widerstand. Er lässt sich nicht einschüchtern und leitet später die Blindenanstalt, wo er ebenfalls veraltete Muster aufbricht. 1938 wird er aufgrund erfundener Vorwürfe verhaftet und kommt schließlich ins KZ Gusen. Die Nationalsozialisten haben Johann Grubers politischen Häftling tatsächlich kategorisiert und ihn als politischen widerständigen Menschen verfolgt. Er selbst hat vor dem Anschluss, vor seiner Verhaftung Widerstand gezeigt, Aktivwiderstand gezeigt und wird auch im Konzentrationslager in Gusen ein widerständiger Mensch bleiben. Gusen bespann offiziell von 1940 bis 1945. In dieser Zeit waren zumindest 70.000 Menschen hier inhaftiert und vermutlich etwas mehr als die Hälfte überlebte dieses Lager nicht. Ganz genaue Zahlen gibt es dazu nicht, aber es waren zumindest 37.000 Tote. Die Nationalität der Häftlinge stellte sich zusammen aus sehr vielen verschiedenen Nationen, nicht nur aus Europa, sondern auch über die Grenzen Europas hinweg. Es waren auch amerikanische Gefangene zum Beispiel hier. Insgesamt sprechen wir von circa 30 Nationalitäten, wobei die größte Opfergruppe stellten die Polen. Die Polen, auch die Sowjets, sehr viele Spanier, sehr viele Franzosen, Italiener. Über Grubers Zeit im Konzentrationslager Gusen wissen wir nur aus Erinnerungen ehemaliger Mithäftlinge, die das KZ überlebten. Eigene Aufzeichnungen Grubers aus dieser Zeit existieren nicht. Vieles bleibt unklar, auch wie er genau zu seiner Rolle innerhalb des Lagers kam. Johann Gruber war am Anfang in Gusen eingesetzt im Revier, das war so eine Art Krankenstation im Konzentrationslager und war dort als Schreiber tätig, hat er da so eine Verantwortung gehabt, hat viel mitmachen müssen und viele Kontakte geknüpft im Revier. Später ist Gruber dann zum Kapo des Museumskommandos und mit archäologischen Ausgrabungen betraut worden. Wie genau er in diese Rolle kommt, ist wieder nicht genau nachvollziehbar. Wahrscheinlich spielt er eine Rolle, dass er einer der reichsdeutschen Häftlinge war, dass er Deutsch, aber viele andere Sprachen gesprochen hat. Und sein sozialer Status und seine frühere Ausbildung, also historisch, aber auch archäologisch schon, Wissen zu haben, war er sicher mit dabei. Bei Bauarbeiten entlang der Schleppbahntrasse bei St. Georgen stößt man auf archäologische Funde. Anfangs ignoriert, werden sie später zum Anlass für systematische Grabungen, ausgeführt von Häftlingen des KZ Gusen. Grubauer war dabei involviert und hat dann auch die Aufgabe gehabt, das Museum, das in Gusen für diese Funde eingerichtet worden ist, zu leiten. Da waren viele Personen involviert, viele Häftlinge involviert, aber auch der SS. Es war ein Anliegen, dass es gemacht wird und Gruber hat diese Position ausgenutzt, um ein Schmuggelnetzwerk aufzubauen. Das hat so funktioniert, dass im Lager Gusen viel gehandelt worden ist. Also mit allem, was irgendwie möglich war, haben Häftlinge getauscht und einen Schwarzmarkt gehabt. Es sind Zwiebeln gegen Kartoffeln, Kartoffeln gegen Suppe, Suppe gegen Zigaretten getauscht worden, je nachdem wer was irgendwie gebraucht hat. Und Gruber hat angefangen, dass er vom Wpersonal oder Zivilarbeiter, die manchmal Zigaretten als Prämien bekommen haben, aber auch von anderen Häftlingen Zigaretten kauft und diese dann mit den archäologischen Funden nach Wien rausschmuggelt und schickt. Die archäologischen Funde sind in Wien begutachtet und bearbeitet worden und dann wieder zum Teil ins Lager zurückgebracht worden. Und in den rückgesendeten Paketen waren anstatt Zigaretten Geldscheine, die Gruber genutzt hat, um mehr Zigaretten von zum Beispiel Zivilisten zu kaufen. Wie Grubers illegale Aktivitäten im Lager auffliegen, ist nicht bekannt. Klar ist, dass er am 4. April 1944 von der Gestapo verhaftet und in den Bunker des Schurhauses gebracht wird. Er wird dort mehrere Tage gefoltert und verstirbt am 7. April 1944. Der Leichnam Grubers wird im Krematorium von Gusen eingeäschert. von Gusen eingeäschert. Wir können natürlich nichts sagen zu dem, was Gruber tatsächlich motiviert hat, so ein Netzwerk aufzubauen oder sein Leben zu gestalten. Man kann das auf seinen Glauben zurückführen oder einfach auf seine Persönlichkeit, wie er aufgewachsen ist. Klar ist, er war durchgehend ein widerständiger und widerspenstiger Mensch. Und dieses Bedürfnis oder dieser Drang, andere zu unterstützen, ist jetzt nicht erst im Konzentrationslager gekommen. Das ist durchaus beeindruckend zu dieser Person, dass sie das einfach durch das ganze Leben durchzieht. seat. Thank you.