Musik Es ist schön, dass wir zu diesem gemeinsamen Gedenken hier am Mahnmal für den Frieden zusammengekommen sind. Dieses Mahnmal steht gegen das Vergessen. Am 2. Mai 1945 sind im Müllviertel, auch in Gallener Kirchen, wehrlose, dürftig begleitete Männer gejagt und ermordet worden. Dieser Müllviertler, Herr Menschenhatz gilt unser Gedenken. Diese gehetzten Menschen waren kriegsgefangene Soldaten der Sowjetunion. Sie waren inhaftiert im KZ Mauthausen. Das nationalsozialistische Regime hatte qualifizierte kriegsgefangene Soldaten gezwungen in der Waffenproduktion zu arbeiten. An Waffen, die gegen ihre Heimat eingesetzt werden. In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar haben die noch relativ stärkeren Häftlinge, bestens abgesprochen, den Ausbruch organisiert. Sie haben sich zugesprochen, besser im Kampf fallen, als hier verrecken. 420 Häftlinge stürmten los, aber nicht wenige blieben liegen, hatten keine Kraft mehr. Nach dem Erstürmen der KZ-Mauer sind 300 in die Winternacht geflüchtet, in alle Richtungen, auch nordwestlich in Richtung Gallner Kirche. Der Kommandant des KZs hat sofort die Verfolgung angeordnet. Die SS-Männer haben so kommandiert. Die geflohenen Häftlinge sind Banditen. Diese sind sofort zu töten. Zu erinnern ist aber auch, dass nicht wenige Frauen ihr Entsetzen zeigten. Den Gehetzten Flüchtenden Essbares und Kleidung reichten. Frau Maria Reppelbauer und Frau Theodora Graver haben in Gallegriechen Menschen gerettet. Halten wir inne, denken wir und gedenken wir der Menschen, denen so ihr Leben genommen worden ist. Wir denken und gedenken an jene Menschen, die zum Mitmachen an dieser Menschenharz manipuliert worden sind und an jene Menschen, die sich zur Mittäterschaft manipulieren haben lassen. In Protokollen wird von einem Bauernhof berichtet, den eine Bäuerin allein mit Zwangsarbeiterinnen und Arbeitern bewirtschaftete. Sie musste vermuten, dass im Heu Häftlinge versteckt seien. Sie hat die Fahndungsgruppe herbeigeholt, sie muss gewusst haben, wie so eine Fahndungsgruppe wüten werde. Das hätte sie in der Nachbarschaft miterlebt. Die Fahnder haben zwei geflüchtete Häftlinge den SS-Seltern ihrer Gruppe übergeben. An der straßenseitig gelegenen Hauswand vor der Bäuerin und ihren Arbeiterinnen haben die SS-Seller diese ermordet Herzlich Willkommen! Mein Name ist Sven Lesemann, ich bin theologischer Vorstand des Diakoniewerkes und wir stehen hier an einer besonderen Stelle, an einem besonderen Ort. Wir sind hier, um gemeinsam zu erinnern. Wir sind hier, um gemeinsam zu handeln. So haben wir es eben von den Schülerinnen und Schülern auch gehört. Diese drei Worte, Gedenken, Erinnern, Handeln, sie sollen uns leiten heute Abend. Und hoffentlich auch noch morgen und übermorgen und die ganze Zeit. übermorgen und die ganze Zeit. Wir stehen hier an diesem Mahnmal, an diesem besonderen Ort für das Diakoniewerk, an diesem besonderen Ort für Gallner Kirchen. Wie schon so oft seit 1991, um Menschen, Mitmenschen zu gedenken, zu ehren, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Menschen, deren Leben keinen Wert haben sollte in den Augen derer damals, die über Leben und Tod entschieden haben. Schwer zu verstehen, schwer nachzuvollziehen, wie Leben unnütz bekannt oder genannt werden kann, als Ballast bezeichnet werden kann, Worte, die durchaus gang und üblich waren. Das war aber die Sprache. Und wir sprechen hier über Kinder, über Frauen, über Männer, die in Heimen lebten oder zu Hause, die einfach sie selbst waren. Mit ihren Fähigkeiten, mit ihren Träumen, mit ihrem Lachen. Fähigkeiten, mit ihren Träumen, mit ihrem Lachen. Verehrte Anwesende, Gedenkende, lassen Sie mich ganz deutlich sagen, Gedenken ist schön und gut, aber Gedenken ist nicht genug. Heute, heute hier in diesem Mahnmal besonderen Maße werden wir daran erinnert. Lassen wir die Vergangenheit in unsere gegenwart hinein sprechen wir erinnern uns damit die opfer und die betroffenen nicht vergessen werden wir erinnern uns damit wir lernen wozu menschen fähig sind in der grausamkeit aber auch in der mitmenschlichkeit wir erinnern uns, damit wir handeln, heute und in Zukunft. Nur zusammen gedenken, erinnern, handeln, können wir die Vergangenheit ehren und die Zukunft menschlicher gestalten.