Drei, oder, oder, ja drei, hoi, joe, joe, ja drei. Doris, wenn man an einen Gesang denkt, denkt man automatisch Viergesang, Chorgesang und solche Dinge, aber eigentlich am wenigsten ans Jodeln. Also mir geht es zumindest so. Warum gibt es eigentlich gerade hier in Gallner Kirchen eine Jodelgruppe? Warum gibt es eigentlich gerade hier in Gallner Kirchen eine Jodelgruppe? Ja, das hat persönliche Gründe. Also ich habe in Wien Musiktherapie studiert an der Wiener Musikuniversität und habe mich da auch mit klassischem Gesang beschäftigt. Und ich wollte dann aber auch die traditionelle Gesangstechnik, die wir im Alpenraum eigentlich beherrschen, erlernen. Und das ist das Jodeln. Alpenraum eigentlich beherrschen, erlernen und das ist das Jodeln. Es gab ein Freifach-Jodeln, das am Volksmusik Institut in Wien angeboten worden ist. Das habe ich belegt und da habe ich Jodeln gelernt. Meine Jodellehrer, die Evelyn Fink-Mendl und der Norbert Hauer haben mir da sehr viel beibracht und eine Freundin aus Garnikirchen, ich stamme ja auch ursprünglich aus Garnikirchen, hat mich gefragt, ob ich das nicht auch hier vermitteln könnte und weitergeben. Und so ist es dazu gekommen, dass sich ein paar Leute in Gölnikirchen zusammengefunden haben, die auch gerne Jodeln lernen wollten. Und ihr seid jetzt schon eine zusammengeschweißte Gruppe, nehme ich an, oder? Genau, wir sind mittlerweile zwölf Leute. Das Jodeln ist eine ganz spezielle Gesangstechnik. Da geht es darum, dass man zwischen Brust- kopf stimme ein registerwechsel vollzieht also dass die stimmen lippen unterschiedlich schwingen zwischen bei den beiden registern das heißt er kennt schon wie du das erklärt dass sich jemand hinter einer stimme nicht so leicht verstecken kann man in vier gesang ist Chor, sondern er steht da ziemlich alleine als Jodler wahrscheinlich und muss sich da sehr auf seine Stimme konzentrieren. Dieser Unterschied Kopf- und Bruststimme, das würde mich jetzt interessieren, ihr habt jetzt wieder einen Proben-Nachmittag, können wir da vielleicht einmal kurz hineinhören und schauen, wie sich das so abspielt. Gerne. Ich singe, ich singe, ich singe, ich singe, ich singe, ich singe. Dann machen wir es einmal nur die obere. Ja. An singen. Drei oder oder, die drei. Dores, du hast eine jede Menge von Literatur mitgebracht. Was hat es damit für eine Bewandtnis? Ja, ich habe das mitgebracht, weil wenn man Jodeln lernt, ist man in einem Kurs mit vielen anderen Teilnehmern und kann das ja gut ausprobieren, wie das ist, wann Stimmen zusammenpassen. Und nachher ist man wieder alleine und bräuchte eigentlich wen Zweiten. Und da gibt es eine ganz gute Möglichkeit, nämlich es gibt so Jodelschulen, wo CDs dabei sind und man sich auf der CD den Jodler zuerst einmal in der gesamten Besetzung anhören kann und dann auch nur in den einzelnen Stimmen, zu denen man die eigene zweite oder dritte Stimme zum Beispiel dazu jodelt. zum Beispiel dazu jodelt. Und da habe ich ein sehr altes Buch mitgebracht von 1942, von Josef Pommer, der 444 Jodler und Juchz da drinnen aufgezeichnet hat. Das ist meines Wissens noch die größte Sammlung. 900 Jahre Galner Kirchen war vor kurzem ein Thema. Wie weit wart ihr da als Jodelgruppe eingebunden? Wir haben uns da beteiligt mit einem Projekt, mit dem Brückenjodeln. Das haben wir entworfen, eben von der Idee her und Konzeptplanung, insofern, dass wir gesagt haben, wir möchten aufzeigen, dass wir in Goli jodeln und auch unterschiedliche Klangplätze in Goli ausprobieren. Da gibt es ja einen Film, da werden wir ein bisschen hineinschauen jetzt. Gerne. Aber diese Informationen weiterzugeben ist ja auch auf den Almen und im alpenländischen Raum offenbar ein Gang und Gebe gewesen, schon vor vieler, langer Zeit. Wie sieht es denn da weltweit aus eigentlich mit dem Jodeln? Ja, da möchte ich gleich auf zwei Punkte eingehen. Das eine, was du gesagt hast, die Informationen weiterzugeben. Also das ist ja so der Ursprung, wie diese Technik, warum die überhaupt zum Einsatz kommt, ist, dass man weite Distanzen überbrückt, dass man sich etwas mitteilt. Im alpenländischen Raum war das halt von einer Bergseite über das Tal rüber zu anderen Bergseiten. Aber in der Steppe in Afrika zum Beispiel war das auch vonnöten, um sich zu warnen vor Gefahren oder zu schauen, ist da noch wer anderer unterwegs. Und das Jodeln oder die Technik von diesem Registerwechsel, die gibt es eben auch in Zentralafrika, in Kamerun, bei den Pygmäen, beim Volk der Baka. Da singen auch oft Frauen Jodler. Das sollte man kurz hineinnehmen. Das wäre interessant, ja. Und genauso findet man es auch im Kaukasus. Man findet es in Georgien, da habe ich es selber auch schon gehört. Oder auch oben im Norden Europas bei den Samen in Lapland. Da heißt es Jolken. Genau, es ist dieselbe Technik, hat halt einen anderen Namen und bewegt sich auch ein bisschen in einer anderen Harmonie als bei uns. Und in Mühviertel heißt es? Alman. Und in Wien heißt es Dudeln, zum Beispiel. In der Schweiz heißt es auch wieder anders. Hat aber nichts mit dem Weinkonsum zu tun in Wien, oder? Naja, die Musik und der Wein sind glaube ich ganz... passend zusammen. Ihr habt ja eigentlich am Fuße des Schloss Rittegg immer oder sehr oft die Möglichkeit, am Hof der Familie Mittermeier zu proben. Da kann man sich eh gleich einmal bei der Gelegenheit bedanken, dass die euch die Möglichkeit dort geben, zu proben. Und gleich dahinter ist ja das Schloss Rittegg. Eine schöne Kulisse. Und diese Kulisse sollten wir jetzt vielleicht auch noch ein wenig nutzen, wenn ihr vielleicht aufgrund eurer Probenarbeit etwas Neues erarbeitet habt und vielleicht im Hof um Schloss Redegg hören könnt. Das wäre schön. Oh © transcript Emily Beynon