Ich bin Judy Mederly, ich bin freischaffender Künstler und ich arbeite als Kunstlehrer. Ich komme aus Nordostsyrien, ich bin in Österreich seit 2014. In Syrien habe ich Anglistik und Amerikanistik studiert und in Österreich habe ich Malerei und Grafik an der Kunsthalle studiert bei Ursula Hübner. Ich bin nach Österreich gekommen wegen des Krieges. Das war 2014. Die Entscheidung war wirklich nicht so leicht. Ich und meine Familie, meine Eltern haben schon entschieden, dass ich irgendwo in so einem anderen Land leben soll, aber nicht in Syrien. Weil es geht um die Sicherheit, es geht um viele andere Dinge. Sie wollten, dass ich irgendwie lebe, aber nicht in Syrien. Und ich wollte auch persönlich nicht in diesem Krieg teilnehmen oder beteiligt werden. Meine Reise nach Österreich war überhaupt nicht so leicht. Mein Flugzeug, würde ich sagen würde ich sagen, ist besser. Es war so schwierig. Ich war einmal auf dem Innenfeld stehen geblieben. Ich habe nicht mehr gewusst, soll ich nach vorne gehen, soll ich zurückgehen, soll ich rechts oder links? Das war wirklich ein schwieriger Moment für mich. Zusätzlich war ein kleines Mädchen mit mir. Das war wirklich ein schwieriger Moment, ich werde das nie vergessen. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Und jede Bewegung war für mich... Ich habe mir gedacht, das Leben ist schon vorbei. Aber Gott sei Dank, nach zehn Minuten habe ich gemerkt, dass die Meerenfels hinter mir geblieben ist und das Schild war schon hinter mir. Als ich in Österreich eingekommen bin, das war das Moment, wo der Lkw-Fahrer die Tour aufgemacht hat und wir haben das Licht gesehen nach drei Tagen im Dunkeln. Das war so ein schwieriges Moment und das war ein schwieriges Erlebnis, drei Tage im Dunkeln in einem Lkw zu bleiben. Das war schon schlimm. Und natürlich, wenn man das Licht wieder sieht, das Licht von mir in der Literatur, ist es eine Hoffnung, ist es ein neuer Anfang. Und ich habe schon gewusst, es fängt ein neuer Abschnitt von mir in Österreich an. In dem Moment habe ich nicht gewusst, dass ich in Österreich überhaupt bin. Ich habe mich später darauf erfahren, dass wir in Österreich sind. Der Anfang in Österreich war überhaupt nicht so leicht für mich. Das war so, ich habe nicht mehr gewusst, von wo soll ich anfangen. Ich komme komplett vom anderen Sozialsystem, ich habe dort studiert. Dann auf einmal befinde ich mich in Österreich. Was soll ich machen? Dann habe ich mich entschieden, dass ich unbedingt die Sprache lernen soll. Natürlich musste ich gleichzeitig arbeiten. Aufenthaltstitel, es sind so viele Dinge, dass man von einem Sozialsystem aussteigt und ein anderes Sozialsystem einsteigt. Und diese Wechselung ist überhaupt nicht leicht. Natürlich geht es um die Wille. nicht leicht. Natürlich geht es auch um die Wille. Wenn man will, findet man immer einen Weg. Und Integration war für mich schon wichtig, weil ich war schon Künstler, immer auch in Syrien und ich wollte auch in diesen Weg gehen und ich wollte auch ein offener Mensch bleiben, offene Gedanken. Und ich wollte auch hier in der Gesellschaft integrieren, auch annehmen, so anpassen. Ich glaube, das passt gut. Ich wollte mich anpassen in der Gesellschaft. Und das habe ich geschafft, natürlich nach vielen Jahren. Aber leicht war es nicht. بيجنا تانا واجب رابيني أسكت ماتايا واجب رابيني Also die Gefühle, Gedanken ganz am Anfang waren für mich ein bisschen, das war so ein innerliches Krieg zwischen mir. Ich habe selber mich immer so viele Fragen gestellt. Was soll ich machen? Was soll ich arbeiten? Von wo soll ich anfangen? Ich kenne niemanden hier in Österreich. Aber natürlich mit der Zeit, Tag und Tag, wenn man arbeitet, wenn man mit den Menschen redet, man öffnet sich auch natürlich. Das ist sehr wichtig auch, weil wenn man natürlich mit den Menschen auch nicht redet oder man soll ein bisschen mutiger werden. Es gab auch so lustige Situationen, auch schwierige Situationen. Aber da genau in diesen Momenten kann man wieder was Neues lernen. Also ohne Fehler, man lernt nichts Neues. Und ich bin auch der Meinung, man soll Fehler machen, damit man was Neues lernt. Am ersten Monat, als ich in Österreich war, ich war in Treskirchen und in diesem Moment, ich war mit vielen Leuten in einem Zimmer und das habe ich vorher noch nicht erlebt. Wir waren so viele Menschen von unterschiedlichen Ländern und für mich war schon wieder was Neues. Ich habe diese Menschen nicht gekannt. Auf einmal war für mich schon wieder ein Gefühl, wo bin ich, was mache ich hier, warum bin ich hier gelandet. Natürlich habe ich mich auch so viele Fragen gestellt, wieso ich hier gelandet bin. Ich habe schon mein Studium in Syrien abgeschlossen und bin Künstler. Aber das ist das Leben auch. Es gibt so... Das ist das Leben. Schwarz, weiß, hell, dunkel. Man sieht, man erlebt alles auch. Man soll auch das Positive nehmen. Das bin ich auch. Ich bin ein optimistischer Mensch und ich nehme alles auch manchmal sehr oft positiv. Am Anfang in Österreich, ich war am Anfang in Wien, in Treskirchen, dann war ich in Freistaat, Wartberg. Und dort, ich war ein bisschen konfrontiert. Das war nicht so leicht, auch mit den Menschen umzugehen. Aber als ich habe gesehen, dass die Menschen uns helfen wollen, und natürlich das war für mich auch schon so, ich bin ein sehr sozialer Mensch, dann konnte ich mit den Menschen auf Englisch kommunizieren und das war super. Weil natürlich die Kulturen sind auch nicht gleich, sind unterschiedlich und man muss das so in Kauf nehmen. Wenn ich da bin, ich bin der Gast, ich muss mich anpassen zu diesen Leuten, nicht umgekehrt. Und das hat mich eingepasst und dann habe ich gesehen, aha, das funktioniert gut. Und das war schon ein gutes Signal für mich. Und wirklich, das war so in den ersten drei Monaten, die Leute in Warburg haben schon geschaut, haben mich unterstützt, die erste Einzelaufstellung in der Raiffeisenbank in Warburgburg auf der Eis zu machen und das war für mich schon Erfolg. Ich als Künstler natürlich, ich bin ein offener Mensch wieder, das sage ich noch einmal. Ich habe die Aufnahmeprüfung gemacht, ich habe die Aufnahmeprüfung erstes Mal nicht bestanden, das war schon logisch, das gehört dazu auch. Beim zweiten Mal, als ich die Prüfung bestanden habe, und die Kunst-Uni hat mich aufgenommen, das war für mich ein Moment, ich habe das gespürt, dass mich jemand im Herzen genommen hat. Und das war für mich, die Kunst-Uni war für mich auch ein Platz, ich konnte mich selber finden. Das Atelier, mein Atelier war hier in diesem Haus, ich habe hier studiert auch und das war wirklich eine tolle Zeit und vielleicht das liegt auch an den Menschen in diesem Bereich, weil die meisten Künstler sind auch offen und sie nehmen, also sie reden mit allen Menschen, alle Menschen sind gleich für die Kunst. Und das bin ich auch so. Vielleicht spielt das auch eine Rolle. Ich weiß in anderen Kreisen, wie das aussieht. Ich habe keine viele Erfahrungen, aber andere Kreise ja. Heimat für mich ist ein Platz, wo ich in Frieden leben kann. Zum Beispiel ist Österreich zu meiner zweiten Heimat geworden, weil ich fühle mich hier ganz sicher. Österreich hat mir die Sicherheit gegeben und natürlich bin ich auch dafür dankbar und ich will das Beste auch in der Zukunft machen, damit ich Danke sagen kann. Sicherheit ist Heimat für mich. Es ist sehr wichtig auch zwischen den Kulturen, dass die Menschen immer lernen sollen, etwas zu nehmen und etwas zu geben. Die Kulturen sind unterschiedlich, die Sprachen sind unterschiedlich, die Menschen sind unterschiedlich. Und immer geben und nehmen ist das beste Rezept, das man den Menschen täglich benutzt. Und es ist auch ein Zugang zu allen Menschen. Geben und nehmen. Und das ist auch so in der Linguistik. Bei den Sprachen gibt es viele Sprachen, die nehmen nur Worte jedes Jahr und die verlieren auch andere Worte. Und das ist wie Pflanzen, die wachsen auch. So sind für mich die Kulturen auch. Ich weiß nicht, ob die Österreicher etwas von meiner Kultur lernen können. Das kann ich nicht ganz beantworten. Da kann ich keine klare Antwort geben, weil ich bin nicht in dieser Lage. Aber ich glaube, vielleicht ich als Beispiel. Es wäre nett, wenn die Menschen nicht alle gleich sind, die von Syrien kommen. Gibt es die Guten, gibt es auch die Guten. Wir sind unterschiedlich, dass man nicht alle Menschen gleich behandelt auf einmal. Oder alles auf einem Topf. Das finde ich manchmal unfair, wenn etwas passiert. In den Medien sieht man auch so viel, dass alle Menschen sofort in einen Topf geworfen werden und wir sind alle gleich behandelt. Und das finde ich ist ein Punkt. Ich kann auch nichts dafür, wenn etwas auf der Straße passiert. Ich präsentiere mich selber, ich bin ein Mensch, ich arbeite, ich bin integriert. Integration war und ist für mich sehr wichtig. Aber natürlich bin ich auch nicht verantwortlich für das, was auf der Straße passiert. Und natürlich umgekehrt auch. Wenn ein Österreicher etwas macht da draußen, natürlich sind alle nicht gleich. Ich habe so viele australische Freunde und ich mag sie sehr gerne. Ich bin stolz auf mich, weil ich so viel geschafft habe. geschafft habe. Mein Weg war nicht so leicht. Und Erfolg, für mich ist kein Wort, kein einfaches Wort, überhaupt nicht. Erfolg, jeden Tag kann man erfolgreich sein. Jeden Tag kann man was Neues machen. Jeden Tag kann man was leisten. Positiv denken, das ist mein Rezept auch. Und das bin ich auch immer so. Ich kann stolz auf mich sein, dass ich so viel erlebt habe und geschafft habe. Und ich bin auf diesem Weg, ich mache noch weiter. Das bin ich, ich glaube, das war ich vier Jahre alt. Und ich sehe, dass dieses Kind noch in mir ist, drinnen. Ich rede mit diesem Kind jeden Tag, wenn ich einkaufen gehe oder wenn ich etwas mache, ich rede mit mir selbst und das ist das innere Kind in mir, das ist diese Kunst, die ich heute bin. Und wir reden miteinander jeden Tag und irgendwie habe ich eine gute Verbindung zu diesem Bild. Also ich persönlich, ich rede über meine Erfahrungen in Österreich. Ich bin wirklich dankbar, dass Österreich 2014 hat, hat mich im Herzen genommen, hat mir die Sicherheit gegeben. Viele Menschen in Österreich, in Freistaat zum Beispiel, in Warbeck auf der Eis, sie haben uns unterstützt mit Liebe und sogar sie haben uns Kleidung gegeben. Das waren schon Momente, wo ich das wieder nicht vergessen und ich bin dankbar dafür, dass auch seitdem ich arbeite und ich habe Deutsch gelernt und ich habe Forschungsintegration Preis auch gewonnen. Natürlich das ist auch, ich bin ein guter Beispiel. Ich glaube auch, dass man hier auch etwas machen kann. Auch in diesem Land kann man positiv sein. Ich habe das Gefühl, dass von oben immer so negativ geschaut wird. Es gibt auch immer die Guten. Es gibt so viele gute Menschen. Ich kenne viele Freunde, die sind auch die Ersten hier geworden. Die schaffen das auch. Ich kenne viele Freunde, die sind Ärzte auch hier geworden und die schaffen das auch. Und das finde ich toll auch. Ich würde mir von Politik und Gesellschaft auch wünschen, dass die alle Menschen, die hierher kommen, sind alle, viele Menschen haben so viele Kapazitäten, sie haben Abschlüsse, sie können positiv sein, sie können gut sein für dieses Land auch. Weil es gibt immer so eine kleine Gruppe, natürlich sie machen irgendwas und natürlich in den Medien, das kommt, spiegelt zurück an uns alle und das macht es uns auch schwer im Leben hier auch, im täglichen Leben, wenn etwas passiert, auch manchmal ich schäme mich, obwohl ich gar nichts dafür und das hoffen die Menschen, aber ich kenne so viele Menschen, wirklich sind viele Freunde von mir, dass ich das nicht bin. Wir wissen das, wir sehen das auch und das finde ich auch toll, dass ich die Bestätigung bekomme, dass alle Osterhessen auch nicht so natürlich sind. Das finde ich super. Mit Reden kann man natürlich immer viel erreichen. Ich als freischaffender Künstler, mein Ziel ist immer, die jungen Generationen oder die Menschen allgemein aufmerksam zu machen. Ich bin ein Mensch gegen Krieg. Ich hasse Krieg. Soziale Gerechtigkeit ist mir sehr wichtig. Ich habe gerade einen Aufschlag in die Gedenkstätte Mauthausen und wege in die Freiheit bis 14. Dezember. Und es geht um, dass die jungen Generationen ein bisschen Gedanken machen um die Geschichte. Das war schon mal hier Krieg, aber Kriege sind überall natürlich. Die Menschen führen immer Kriege. Es ist gegen den Krieg, gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und so weiter. Wir haben natürlich, mein Ziel war auch, dass wir so viele Menschen erreichen und wir sagen Nein zu Krieg, Nein vor Rassismus, Faschismus und solchen Themen, weil ich bin auch betroffen in meinen Kindern, wir haben so viel Rassismus auch erlebt, rassistische Fälle auch. Wir durften Kurdisch nicht lernen in der Schule zum Beispiel. Wir mussten Arabisch lernen. Ich mag eh Sprache, aber trotzdem, wenn man die Muttersprache ist, ist das besonders. Ja, auf jeden Fall die Ausstellung ist, kann man schon drei, vier Stunden darüber reden. Ich habe zwei Jahre, ich war ja Präsident in der Gedenkstätte Mauthausen. Wir haben so viele Besucher bekommen. Herr Bundespräsident war dort, der Spanische König war dort. Wir machen so viele Workshops dort. Wir haben Kinder von ganz Österreich bekommen und wir haben mit ihnen gearbeitet und gemalt und über dieses Thema geredet. Ich wünsche mir, dass alle Menschen, die nach Österreich kommen, es wäre super, dass sie sofort die Sprache lernen, einen Beitrag leisten zum Integrieren. Integration ist etwas Tolles. Einfach Fragen stellen, hingehen. Ich rede über meine Erfahrung wieder, ein bisschen sich selber isolieren von diesen Kreisen, von den Heimatskreisen. Ich habe mich damals zum Beispiel von den ganzen ausländischen Gruppen isoliert und ich wollte natürlich in einen anderen Kreis kommen und das war wirklich erfolgreich und das war super, weil ich habe wieder neue Dinge gelernt. Und alle Dinge, die ich in meinem Heimat-Syrien war, waren auch nicht alle perfekt. Und ich konnte mich natürlich anpassen oder vergleichen. Das finde ich toll. Und von weit weg kann man sehen, okay, das war hier falsch, das hier ist richtig oder umgekehrt. Und man kann sich natürlich zwischen die zwischen den zwei Kulturen.