Mein Wunsch Maler zu werden hat sich schon sehr früh entwickelt und ich konnte die Gewerbeschule in Innsbruck besuchen, in der ich in der Malereiabteilung gelernt habe und danach bin ich an die Akademie nach Wien gegangen und habe einige Semester bei Max Weiler und zwei Semester bei Arnulf Reiner studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Nächste Stufe war dann ein Ortswechsel nach Köln. Und das war eine sehr entscheidende Zeit. Das waren acht Jahre mit sehr vielen wichtigen Einflüssen und neuen Entdeckungen. Und was auch extrem lebendig war, die Kunstszene zu der Zeit. Das waren enorm viele Galerien, das war damals fast das Zentrum des Kunstbetriebes. Was auch ganz entscheidend war, was Köln geboten hat, war relativ günstigen Atelier- und Wohnraum zu der Zeit. Es war eine Stadt, die war leistbar und das hat eben viele Künstler angezogen und war dadurch auch lebendig. Was mir schon wichtig ist, ich muss sagen, in Frankreich ist mir immer sehr viel Wohlwollen und Begeisterung für meine Arbeit entgegengebracht worden. Ich habe dort wirklich meine schönsten Erfolge erlebt. Das war Maison Rouge zum Beispiel, das war eine Solo-Ausstellung mit Augustin Lesage und die Einladung in den Louvre. Sèvres ist die französische Porzellan- und Keramikinstitution und wird eigentlich seit einigen Jahrzehnten vom französischen Staat geführt und ist ein Universum für sich. Das ist Labor und Tradition, alles ist dort vereint. Mit der Zeit ergaben sich auch Möglichkeiten, durch meine recht großen Arbeiten auch Aufträge für den öffentlichen Raum zu realisieren. Ich habe den Wettbewerb in Salzburg für die Residenz gewonnen. Da bin ich nachher praktisch auf die Situation dort eingegangen, die nicht so leicht ist, weil es waren Voraussetzungen, dass die Reliefs, die im Gang sind und eigentlich auch der Kassenbereich schon gestaltet war. Also man hat praktisch Rücksicht nehmen müssen auf die Gegebenheiten. Rechts vom Boden sozusagen stehen die Säulen und ziehen sich über den Himmel und fallen auf der linken Seite oder rieseln auf der linken Seite über die Wand runter, weil diese Wand war die Wand, die schon gestaltet oder beziehungsweise vom Kassenbereich belegt waren. Für mich ist natürlich der Barocke extrem wichtig. Ich bin als Kind in barocken Kirchen gewesen oder wir haben den Gottesdienst in einer barocken Kirche erlebt. Also das prägt sehr mit opulenten mit vielen Stücken. Die asiatische Kunst ist extrem formenstark und sehr reich an Stilisierungen zum Teil auch und hat enorme Kraft. Und die war natürlich eine Kunst, die mich in den Museen natürlich sehr in den Bann gezogen hat. Meine Arbeiten waren grundsätzlich immer eher aus der gegenständlichen Welt, Architektur, Körper, aber es war immer auch abstrakt, weil die Konstruktion immer ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist. Insofern ist es eigentlich so, der Weg der Arbeit führt eigentlich immer vom Abstrakten ins Gegenständliche oder ins Lebendige, Biomorph, Körperliche. Für mich ist eigentlich auch wichtig, dass ich eigentlich alles selber mache. Vom Modellieren bis zum Glasieren, bis zum Einsetzen in den Ofen. Auch das Glasieren ist ein sehr wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Da gehe ich eigentlich den ganzen Foamen noch einmal nach, die ich modelliert habe und die haben sich ja eigentlich schon transformiert während der Trocknung. Das ist schon ein großer Unterschied, ob die Foam voll in der ganzen Feuchtigkeit, also 4 bis 5 Prozent größer ist. Das ist eigentlich der Abschluss der Plastik und der Skulptur. Und dann ab der Schrumpfung beginnt etwas Neues. Und irgendwie gibt man es durch die Glasur vielleicht wieder etwas zurück von dem, was sie als Form gehabt hat. Eine Transformation findet eigentlich schon statt, ab dem ersten Zeitpunkt, wo sie trocknet. WVZ heißt eigentlich nur Werkverzeichnisnummer und ich habe eigentlich damit begonnen in Köln zu zeichnen und die Blätter ohne zu zerstören wegzulegen, auch wenn sie in meiner Meinung nach misslungen waren. Und mit dem hat es eigentlich auch begonnen, dass ich dann auch mit den größeren Arbeiten diese Nummerierung beibehalten habe. Und es ist für mich kein Titel, weil ich Titel eigentlich kaum verwende, sondern einfach auch um eine Orientierung zu haben. Und sobald ich einer Sache auch einen Platz oder eine Nummer gegeben habe, habe ich sie nicht mehr angetastet. Die haben dann ihr Eigenleben geführt. Diese Figur thematisiert eigentlich Leben und Tod. Sie ist Geburt und Tod in einer Figur, die sich aus den Schicksalsgöttern und Göttinnen zusammensetzt. Mittlerweile hilft mir mein Bruder bei den Kisten und meine Frau hilft bei den Aufbauarbeiten, macht die Restaurationen. WVZ 383, das ist die große rosarote Skulptur, ist eine Arbeit, die ich für ein französisches Kunst- und Kulturzentrum im Zentrum Frankreichs gemacht habe. Diese bezieht sich auf den Grundriss und auf die Architektur vor Ort und auf die Maschinen, die ich dort vorgefunden habe. die Maschinen, die ich dort vorgefunden habe. Diese Arbeit habe ich in Säbre produziert und sie ist eines meiner schwierigsten Projekte dort gewesen. Sie ist aus Steinzeug, also sehr hoch gebrannt und da wird die Statik im Ofen, also bei hoher Hitze, schon sehr beansprucht. Beim ersten Versuch ist die Basis zusammengebrochen, weil sie auch schon Risse durch den Transport zum Ofen gehabt hat. Den habe ich ein zweites Mal modelliert. War ein wirklich abenteuerliches Projekt.