Hallo liebe zusehende Menschen, wir befinden uns heute im Areal der Post City in Linz. Sehr wahrscheinlich zum letzten Mal, denn dieses Gebäude wird demnächst abgerissen und muss leider etwas anderem weichen. Seit vielen Jahren findet hier herinnen, wie auch eben auch in anderen Standorten in Linz, ein internationales Festival zwischen Gesellschaft, Kunst und Technik statt, nämlich dem Ars Electronica Festival. Bei mir im Hintergrund ist es ein bisschen laut, denn das Festival befindet sich aktuell schon im Aufbau. Man kann bei diesem Festival international hoch angesehene Preise gewinnen, wie zum Beispiel der Goldenen Nika und es werden auch junge Talente gefördert und diese können auch Preise abkassieren. Heute spreche ich mit drei jungen Künstlerinnen, die eben einen solchen Preis mit dem Projekt Die moderne Hausfrau gewonnen haben. Rosa, Lucy und Barbara, ihr habt im Rahmen des diesjährigen Ars Electronica Festivals den EP Award of Distinction gewonnen. Ich greife schon ein bisschen vor, es ist ein Holzschrank, der wortwörtlich Schubladendenken sichtbar zeigt und wie tief verwurzelt Rollenbilder sind und wie sie heute in einem neuen Gewand sich reinszenieren. Wir sprechen da aber der Rollenbilder im Sinne von der Frau. Und da würde ich gern noch im weiteren Gespräch mehr darauf eingehen. Aber jetzt würde ich zuerst einmal danach fragen, wollt ihr mir euer Alter verraten? Okay, also wir sind alle 18 Jahre alt. Okay, deswegen, es ist ja die Kategorie eben auch unter 19, Create Your World. Und ich würde gleich weitergehen. Und zwar könnt ihr mir das Projekt in euren eigenen Worten ein bisschen beschreiben. Es ist ein Holzschrank, aber noch mehr. Was steckt dahinter? Okay, also generell, es geht darum, Schublandenken, also darauf aufmerksam zu machen. Weil man wird halt immer bewusst oder unbewusst in Schubladendenken gesteckt. Das ist halt menschlich, wenn aber halt auch nicht immer richtig. Und die wollen einfach darüber halt, also darauf aufmerksam machen und halt einfach so Menschen halt über den Tellerrand blicken lassen, dass wenn sie halt die Schublade aufmachen, halt sehen, so was dahinter steckt. Und das war eigentlich so der Grundgedanke. Wie seid ihr auf diesen Gedanken gekommen? Hat es da einen bestimmten Anlass gegeben oder wie hat sich das entwickelt, dieses Projekt? Also das Projekt hat sich halt so entwickelt, dass wir halt sehr viele Ideen irgendwie gehabt und wir wollten halt irgendwie das in einem zusammenführen. Deswegen war halt eine Installation wie ein Kasten gut, weil da haben wir viele Fächer und viele Möglichkeiten, wo wir uns selber austoben können auch. Und wir sind nämlich auch auf der Suche nach einem Kasten gegangen. Und da sind halt laufend dann eben die Ideen gekommen. Und dann haben wir auch eben den perfekten Kasten gefunden mit den Schubladen. Und so ist dann irgendwie alles entstanden, so im Laufenden quasi. Und halt mit dem Treadwild dran auf den sozialen Medien, also auf den sind wir halt auch gestoßen. Den fanden wir halt sehr interessant und halt spannend. Und wir wollten halt wissen, wie es halt dazu gekommen ist und halt wie das entstanden ist, was dahinter steckt. Ihr schreibt es auch, Schubladendenken ist menschlich, aber Selbstreflexion ist so viel wichtiger. Können Sie mir das ein bisschen genauer erklären, was ihr da den Besuchenden denn mitgeben wollt? Also es ist halt so, wenn man zum Beispiel seine Person sieht, dann steckt, also man hat halt gleich von Anfang an halt Vorurteile. Oder man geht halt gleich von Anfang an halt, es kommt halt drauf an, wie man aufgewachsen ist und halt andere Faktoren. Aber man steckt sie halt relativ so in eine Schublade, halt wortwörtlich. Und wir wollten halt wirklich mit dem Kasten halt Besuchern die Möglichkeit geben, halt das zu hinterfragen und halt auch einmal halt darüber hinaus zu sehen. Und das und das einfach so zu entdecken. Weiter ist in eurer Beschreibung dabei gestanden, dass die Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensweisen der Frau eben schon steigt in unserer Gesellschaft. Auf der anderen Seite zeigt eben eine Schublade den neuen Tradewife-Trend in den sozialen Medien, der genau in die gegengesetzte Richtung geht. Bevor wir auf diesen ein bisschen weiter eingehen, könntest du mir erklären, was ist denn oder was versteht sie unter Tradewives und warum sieht sie das so problematisch? Also wir haben halt das beobachtet eben, dass quasi in der Frauenbewegung, dass halt eigentlich die Leute dafür gekämpft haben, dass halt die Frau nicht mehr zu Hause ist. Und dann haben wir halt gesehen in den sozialen Medien gibt es halt Frauen, die das eben promoten, wieder dieses Alte und wir fanden das halt irgendwie spannend, wollten ein bisschen schauen, was steckt so dahinter und wir fanden halt eben diese Influencer auch spannend, weil sie promoten quasi dieses und romantisieren dieses Treadwife-Leben, obwohl sie eigentlich selbstständig sind, weil sie mit diesem Content ja auch Geld verdienen und dann eigentlich gar nicht abhängig von ihrem Mann sind finanziell, weil sie auch eben auch eigentlich, dass es eigentlich ein Job ist. Und also wir sind halt auf diesen Kontrast gestoßen und dann kam halt einfach die Idee, weil wir waren halt so, wie kann das halt übereinstimmen und warum kommt das halt auf? Und vor allem jetzt auch mit der Herdprämie, es ist halt auch so, das geht halt auch wieder in die Richtung zurück. Und wir wollten halt dann einfach herausfinden, woher das alles kam und ob es halt eine Rückkehr, eine alte Muster ist oder ob es eine Neuen Wirkung ist. Und zeigt euer Holzkasten das auch auf, beziehungsweise wo nehmt ihr das wahr, dass die Akzeptanz von anderen Lebensweisen auf der anderen Seite zu dem Tradewife-Trend dann trotzdem auch steigt. Also die Akzeptanz zu anderen Lebensmodellen? Genau, also diesen Kontrast, auf den du gerade vorher auch gesprochen hast. Also ich glaube, es sind halt einfach nur die Frauenbewegungen und halt die Demonstrationen und was auch immer, dass sich halt ausgezahlt hat und dass man halt immer mehr Rechte kriegt. Zum Beispiel wird es auch mittlerweile auf den Equal Pay Day und sowas halt immer auch wieder aufmerksam gemacht und mit der Zeit ändert sich das halt auch langsam, also auf der Grundlage haben wir das dann. Okay und eben quasi jede Schublade zeigt also geht es ja ich glaube von dem Trend von den 1950ern geht es ja aus, oder? Und zeigt auch diese Schublade auf. Und ihr stellt eben dann euch auch so Fragen, wie zum Beispiel, welche Rollenbilder nehmen wir bewusst oder unbewusst wahr? Und ihr fragt eben auch die Besucher durch diesen Holzstrang, wie soll die Zukunft der Frau aussehen? Darf ich vielleicht die Fragen auch gleich an euch stellen? Also wo nehmt ihr vielleicht das oder erstes mal die Rollenbilder bewusst oder unbewusst auch wahr? Also uns war halt wichtig, dass wir auch mitteilen, dass halt jede Frau für sich selber entscheiden auch soll und dass man halt nicht jetzt sagt, ja okay, eine Frau gehört in die Küche, weil das war uns halt auch wichtig, dass wir halt auch überlegen, okay, wie ist es bei uns, wie wollen wir das dann haben und ja, dass wir halt nicht eben Frauen gleich in eine Schublade stecken und sagen, ja sie muss so sein, sie muss das machen, sondern dass wir es halt offen lassen, dass auch dann Leute, die halt unser Ausstellungsstück anschauen, dass sie dann sich halt auch fragen, ja okay, also du sollst einfach die Rollenbilder aufbrechen, sozusagen, dass sie die Besucher, also dass die Besucher eben auch Gedanken darüber machen, okay passt, ein Rollenbild einer Frau ist jetzt nicht nur das, dass sie in der Küche steht und Essen für ihren Mann zubereitet, sondern eben auch zum Beispiel jetzt Bankmanagerin ist. Ja genau, richtig, dass halt dann jede Frau selbstbestimmt sein sollte und selber entscheiden sollte für sich, wie soll meine Zukunft ausschauen? Wir wollen auch damit jetzt nicht aussagen, dass generell die Rolle einer Hausfrau etwas Schlechtes ist, weil wenn man sich halt bewusst dafür entscheidet und nicht quasi dort reingezwungen wird, dann kann das auch eine gute Lebensentscheidung für einen sein. Und wir wollen halt nur darauf aufmerksam machen, was ist eigentlich diese Rolle davon, was steckt halt dahinter. Weil da steckt halt eben eine Geschichte an Sexismus dahinter, vor allem in den alten Werbungen zum Beispiel und dass man sich irgendwie ein bisschen dessen bewusst ist quasi, was die Geschichte eigentlich ist von dem Rollenbild, das wir so heute leben und sowas, ja. Habt ihr ein Objekt oder ein Fakt, den ihr quasi bei eurer Recherche entdeckt habt und eben auch in einen Schrank eingebaut habt, der euch besonders anspricht oder irgendwie besonders schockiert oder so? gilt sogar alles als Zeichen des Wohlstandes, wenn die Frau zu Hause bleiben konnte und sich um die Kinder kümmern konnte. Und das fand ich schon ziemlich interessant, das halt einfach zu sehen, weil das erfährt man gar nicht und das war einfach etwas komplett Neues und Unerwartetes auch. Und in den ganzen Werbungen von früher sieht man auch Frauen, die halt glücklich in der Küche stehen und halt kochen, putzen, den Haushalt machen und dann kommt halt der Mann nach Hause und gleich steht das Essen am Tisch und sie kümmert sich um alles. Und da haben wir uns halt auch gedacht, ist das wirklich so, dass es halt den Frauen so viel Spaß macht, jetzt nur zu Hause zu sein. Es ist ja auch als Hausfrau so, dass man hat ja quasi keine Pension oder man ist halt finanziell abhängig von dem Mann. Und das ist halt auch so etwas, dass halt, so ist man ein Hausfrau ist, dann ist man halt abhängig von einer anderen Person und dass man halt eigenständig als Frau quasi lebt, so wie man will. Was ist denn eure Wunschvorstellung in der Zukunft für eine Frau oder für Frauen und Kinderpersonen generell? Ich glaube generell einfach, dass halt jeder sich aussuchen kann, wie er halt leben will und halt, dass jeder halt wirklich frei entscheiden kann, was er machen mag. Wenn zum Beispiel die Wunschvorstellung von einem ist, halt zu Hause zu bleiben und sich halt um die Kinder zu kümmern, dass das halt für diese Person möglich ist. Das wäre halt sehr toll. Aber wenn es zum Beispiel jetzt ist, der Wunsch von einer Frau irgendwie ein Business zu haben oder halt irgendwie da relativ wirklich sich darum zu kümmern oder halt da im Berufsleben wirklich einzusteigen, dann soll das halt auch möglich sein. Und ja, genau. Dafür sollte man auch nicht verurteilt werden. Genau, und ihr habt eben dementsprechend dieses Jahr den EP Award of Distinction gewonnen für euer Projekt. Und übersetzt heißt es für besondere Verdienste. Ich weiß gar nicht, für was der EP, also das YP steht. Wisst ihr das? Nein? Aber was macht das mit euch? Was macht das für euch, wenn sozusagen dieses Projekt dementsprechend auch ausgezeichnet wird, wirklich auch von einem internationalen Festival und wie geht es denn dann weiter damit? Also für uns war es von Anfang an wichtig, dass das Projekt viele Menschen sehen und dass es halt auch viele Menschen erreicht, einfach nur um halt auf diese Thematik aufmerksam zu machen. Also das stand für uns eigentlich immer im Vordergrund, Anders halt als ein Preis oder halt die berufliche Zukunft. Wir haben auch sehr viel Mühe reingesteckt, dass wir wirklich den perfekten Kasten finden. Und wir sind auch in sehr viele Läden gegangen und das war ein ziemlicher Aufwand, dass wir jetzt wirklich den Kasten finden, weil uns waren halt eben die Schubladen noch wichtig. Und wir haben uns auch genau überlegt, okay, wie unterteilen wir das jetzt? Was ist uns wichtig? Wie können wir das gut vermitteln, dass es auch verständlich ist und vor allem nicht falsch verstanden wird, weil wir wollten jetzt nicht die Leute in eine Richtung lenken, sondern wir wollten es halt eben offen lassen, dass halt jeder sich ein eigenes Bild machen soll und haltut über den Preis, weil es halt eine Ehre ist und das gibt einem halt gleich auch viel Motivation, dass halt eben, wie gesagt, wir haben halt viel Arbeit reingesteckt und viel, viel Recherche und viel überlegt und es gibt einfach gleich so ein gutes Gefühl, dass das, was man macht, dann auch geschätzt wird und dass es auch wirklich eben Leute sehen quasi dann. wird und dass es auch wirklich eben Leute sehen quasi dann. Und das diesjährige Überthema sozusagen vom diesjährigen Ars Electronica Festival ist Panic, Yes, No. Ihr beschäftigt euch mit Ungleichberechtigung der Frau. Wie seht ihr das in der Zukunft? Sollte man jetzt in Panik geraten oder noch nicht? Also es kommt halt ein bisschen auf die Regionen an, quasi, wenn man es jetzt für Österreich sieht oder wenn man es jetzt für andere Länder quasi sieht, weil zum Beispiel im Nahen Osten bei den Taliban da zum Beispiel, da ist halt eben ein krasser Rückschritt von dem, was eben schon gekämpft wurde und dass man eben vielleicht die Menschen in dem Umfeld irgendwie aufklärt über die Themen und über die Geschichte. Und deswegen ist unser Kasten auch sehr spielerisch gestaltet, dass zum Beispiel jetzt auch jüngere Leute das einfach verstehen können und so. Aber ich würde sagen, sonst in Panik geraten sollte man eh nie wirklich. Und ich glaube, man soll es einfach gelassen sehen und halt auf sich zukommen lassen. Wie seht ihr generell euer Thema passend zum Überthema sozusagen, zu Panik an sich? Ich glaube, es geht halt auch sehr viel auf so Zukunftsängste und sowas ein und halt, das ist halt wirklich einfach die Entwicklung über Jahre hinweg und wie sich das entwickelt, von dem her finde ich, ist es schon gut passend. Okay, und geht ihr in die Zukunft eher gestärkt mit dem Preis und wie, also habt ihr das Gefühl, das ist ein Art Karriereboost oder einfach mal eine Anerkennung eurer Leistung? Wie geht es weiter? Also einerseits würde ich sagen, es ist halt eine Anerkennung für die Leistung und dass das Thema halt wirklich Menschen interessiert und das ist halt, also das hat uns schon sehr viel gegeben, dass halt wirklich auch Menschen dahinter stehen, die das halt interessiert und sonst natürlich ist es auch gut für halt die Karriere und sowas, aber ja. Und ich. Und sonst natürlich ist es auch gut für halt die Karriere und sowas, aber ja. Und ich glaube auch für uns ist es auch sehr schön, eben bei der Ars Electronica dann auszustellen, weil es ist halt ein sehr cooles Festival mit sehr vielen Leuten, dass man halt Leute kennenlernt und sich auch austauscht und so weiter. Ich glaube, es ist eine sehr nette Möglichkeit auch für Kontakte zu knüpfen oder man lernt jetzt auch immer Leute kennen, auch jetzt bei dem Interview. Das ist immer nett quasi. Sehr gut. Dann sage ich vielen herzlichen Dank für eure Zeit, wünsche euch alles Gute und eben auch noch viele besuchende Menschen von dem Projekt am Festival.