Danke Michael für die Einladung. Michael hat schon angekündigt, ich darf kurz ein paar Worte verlieren über das Projekt Fernsicht, entwicklungspolitische Film- und Dialogabende. Das gibt es jetzt schon einige Jahre. Einige Jahre dürfen wir hier im Stadttheater in Gewunden schon sein mit unserer Filmreihe. Das Ziel von unserer Serie Fernsicht ist, Länder, die vielleicht nicht ganz so in den Medien präsent sind, einem erweiterten Publikum ein bisschen zugänglicher zu machen, ein bisschen Hintergrundinformationen dazu zu bringen. Heuer ist es so, dass wir eben das Schwerpunktland Albanien bzw. auch den Kosovo ausgewählt haben. Die Veranstaltungsreihe findet an sechs Orten statt. Der heutige ist der fünfte. An dieser Reihe, an jedem Ort versuchen wir einen anderen Zugang zum Schwerpunktland zu finden. Für heute haben wir das Thema der Frauenrechte ausgewählt und an anderen Orten ist sehr stark um Themen wie interreligiöser Dialog gegangen. Es ist auch darum gegangen, die Natur darzustellen oder die Herausforderungen in Form des Wassernationalparkes an der Fjosa. Also wie gesagt, es gibt immer unterschiedliche Zugänge, die wir eröffnen wollen. Genau, ich möchte es aber gar nicht mehr recht viel länger, längere Zeit dafür verwenden, das Projekt zu beschreiben. Fernsicht ist ein Projekt, das vom Welthaus der Diözese Linz sozusagen seit Jahren angeboten wird. Das Welthaus der Diözese Linz bietet entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Wir machen die Bildungsarbeit auch für unsere Mitgliedsorganisationen, angefangen vom Katholischen Frauenwerk über die Dreikönigsaktion und weitere Partnerinvestungen aufziehen. und weitere Partnerinvestungen aufziehen. Und im Rahmen dieser Bildungsarbeit bereisen wir auch unterschiedliche Orte, um unsere Schwerpunktländer auch zu präsentieren und die Hintergrundinformationen dazu zu liefern. Zum heutigen Abend. Jetzt haben wir, wie der Michael auch schon gesagt hat, den Film Hive gesehen. Es ist natürlich immer schwierig, die Eingangsworte zu finden. Ich möchte es aber trotzdem versuchen und ich freue mich, dass dazu heute die Adriana mit mir als Gesprächspartnerin vor Ort ist. Die Adriana Scherifi ist Opfer des Vereins Union der albanischen Frauen und Diaspora und im Rahmen ihrer Tätigkeit unterstützt sie auch oder berät Frauen, wie sie aus solchen Situationen, wie wir sie im Film gerade beschrieben gesehen haben, herausfinden können. Der Film, wir haben es gesehen, bearbeitet ja mehrere Zugänge. Es geht eigentlich um nicht aufgearbeitete Trauerarbeit. Es geht um die Schwierigkeit des Abschiednehmens, nicht zu wissen, wie man Abschied nehmen kann und ob man schon Abschied nehmen kann. Wir haben uns aber heute gezielt dafür entschieden, einen anderen Themenkreis herauszunehmen. Und zwar wollen wir uns mehr mit dem Thema der Frauensolidarität beschäftigen und der Zusammenarbeit und des Zusammenwirkes der Frauen in Kosovo. Adriana, darf ich kurz noch die Worte verwenden, um dich vorzustellen und du ergänzt. Also ich möchte einfach nur mal kurz ein bisschen Hintergrundinformationen zu Adriana liefern. Also ich möchte einfach nur mal kurz ein bisschen Hintergrundinformationen zu Adriana liefern. Die Adriana ist seit 2023 als Pflegedienstleiterin für das Diakoniewerk in Garnierkirchen tätig. Der persönliche Bezug zum Film oder zu Panem bzw. dem Kosovo kam daher, dass sie im Alter von 14 Jahren mit ihrer Mutter als Asylwerbende aus dem Kosovo nach Österreich gekommen ist, in die wunderschöne Braunauer Gegend und dort auch in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Mauerkirchen die Ausbildung genossen hat. Ich habe es zuerst schon gesagt, sie ist Opfer des albanischen Bergverbands sowie der albanischen Frauen in Österreich. Das Anliegen in deiner Arbeit möchte ich auch noch etwas beschreiben. Du hast es schon gesagt. Also dein Anliegen ist es, dass albanische und kosovarische Frauen in Österreich ein selbstbestimmtes Leben führen können. Du hast mit dem Verein ein eigenes Beratungsprogramm dazu aufgebaut, das auch den Auftrag hat, Ausbildungen hier in Österreich zu nostrifizieren unter anderem. Aber dazu wirst du uns dann selbst noch mehr erklären. Ich möchte auf jeden Fall jetzt den Moment lützen und mich dafür bedanken, dass du heute dabei bist und in diesem Sinne auch herzlich willkommen heißen. Als erstes möchte ich Sie alle herzlich begrüßen und danke für die Einladung. Es freut mich viel, dass ich heute da bin. Zu mir als Person, du hast das meiste eh schon gesagt. Der Weg bis zur Pflegedienstleitung für mich als Frau und vor allem als Frau mit Migrationshintergrund, vor allem aus dem Kosovo, war ich eine Steinige. Ich habe mich sehr wohl beweisen müssen, in meiner eigenen Community, als auch in österreichischer Gesellschaft, dass ich das erreicht habe, wo ich heute stehe. Zum Film. Es ist schwierig. Sie haben alle den Film gesehen, den habe ich selber vor ein paar Jahren, also am Anfang, wie er erschienen ist, auch in Linz vorgezeigt. Uns hat damals auch die Protagonistin, die Farioti, persönlich besucht und in unserem Vorhaben sozusagen begleitete, war sehr gut besucht, der Film. Und ich muss ehrlich sagen, das ist Lebensrealität unserer Frauen in Kosovo. Das gibt einige Parallelen wahrscheinlich auch zwischen dir und der Faye, also gerade was diese Frauenfrau betrifft, diesen Weg zu beschreiten, den du beschritten hast. Genau, ich möchte gleich mal dieses Thema wieder aufgreifen, die Bedeutung von Gemeinschaft und Solidarität unter Frauen hervorheben. Der Film zeigt, wie wir mehrmals gesehen haben, das Leben der Farie Hotti und diese Schwierigkeiten, die sie gehabt hat auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Vielleicht das Ergänzen dazu noch, am Schluss ist ja im Absprang gestanden, ein bisschen eine Information über die Genossenschaft, die habe ich jetzt nicht mehr nachrecherchiert. Aktuell arbeiten für diese Genossenschaft, die die Faria Hotti gegründet hat, 300 Bauernhöfe. Also das ist wirklich schon massiv ausgebaut, das Unternehmen. Bauernhöfe, also das Unternehmen hat sich schon massiv ausgebaut. Und der Großteil von Eiweiß, der da produziert wird, geht mittlerweile ins Ausland. Es ist aktuell der Stand, dass ungefähr 20 Prozent des Eiweiß im Kosovo verkauft werden. Der Rest geht in ganz Europa in die Läden, bis Schweden rauf, habe ich gelesen, wird dieser Eiber exportiert. Jetzt nochmal zurück zu ihr als Person, beziehungsweise den Frauen allgemein in Kosovo. Man hat immer gesehen, diese Diskrepanz auf der einen Seite, dieser Versuch, diese Stärke zu beweisen und sie als Frau in dieser männerdominierten Gesellschaft zu beweisen. Und ich habe es ganz interessant gefunden bei meiner Nachforschung, dass ja rein rechtlich die Frau im Kosse, wo der Mann ja gleichgestellt ist und unabhängig davon, ob sie jetzt verheiratet ist oder ob sie sozusagen noch nicht verheiratet ist, also zurück und ledig ist. Die traditionellen Vorstellungen von Geschlechterrollen seien weit verbreitet, das ist ein Zitat von der Ökonomin Dieter Dobranja, die da Arbeit geschrieben hat über die Beschäftigungssituation von Frauen in Kosovo. In der Praxis erledigen die Frauen den Großteil der unbezahlten Arbeit im Haushalt und in der Familie und hätten so deutlich weniger Möglichkeiten, einem bezahlten Job nachzugehen. Das haben wir wiederum im Film gesehen, wie schwierig es war, dass die Frauen bereit erklärt haben, in diesen Betrieb oder in diese Genossenschaft einzusteigen, weil der Widerstand der Männer einfach so stark ist. Das ist natürlich ein Kalkül. Damit sind sie natürlich stärker amtsgefährdet als die Männer, nachdem sie keine Tätigkeit aufgeben und keinen Verdienst haben. Und so natürlich dem Ehemann, dem Vater oder auch in dem Fall den Schwiegereltern oder dem Schwiegervater von dem auch abhängig. Im Verständnis der Gesellschaft ist es so, dass die Kinderbetreuung oder die Pflege der Frau zusteht in Kosovo und hat natürlich einen zweiten Hintergrund, es ist kaum möglich, muss man auch sagen, also es gibt kaum ein Angebot für die Pflege in Kosovo und es gibt kaum finanzielle Mittel, um diese Pflege in Anspruch zu nehmen. und diese Pflege dann in Anspruch zu nehmen. Meine Frage, bevor ich mich als Neurolog verliere, wenn man sich das ganz erst einmal vor Augen hält. Also es gibt auf der einen Seite dieses Wissen, es gibt eines der besten und ausgeglichensten Gesetzgebungen, was Frauenrechte betrifft und die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft. Wir haben es da in den Filmen gesehen und wissen, dass es in der Praxis schwierig ist, das zu umsetzen. Welche Probleme haben die Frauen in der Region heute, insbesondere auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz? So würde man das in den Filmen sehen. Entspricht das dem Rollenbild? Du hast es sehr schön dargestellt. Es stimmt schon, dass gesetzlich Frauen in Kosovo gleichgestellt mit Männern sind. In Praxis schaut das Ganze etwas anders aus. Das kosovarische Parlament hat zum Beispiel fast die Hälfte der Abgeordneten weiblich. die Hälfte der Abgeordneten sind weiblich, aber ich sage immer dazu, ohne Stimmrecht. Auf jeden Fall, wie ihr auch schon im Film gesehen habt, sind die Frauen dort wirtschaftlich abhängig. Die besitzen kein Eigentum, weil das nicht üblich ist, dass Frauen Eigentum haben und natürlich diese Rollenbilder, aber auch die patriarchalen Strukturen ermöglichen eine Anerkennung der Frauen nicht inklusive. So wie es halt wünschenswert wäre. Wie geht es dann zusammen mit der Gesetzgebung? Naja, gesetzlich, auf Papier steht, also ist eh schön dargestellt, aber umgesetzt wird das Ganze nicht. Das heißt, haben die keine Möglichkeit, das einzuklagen? Sie haben wohl eine Möglichkeit einzuklagen, aber auch eine Klage bringt nichts. Weil? Weil eben da keine Unterstützung gibt. Okay. Ja, zum Ablauf hätte man es jetzt so vorgestellt, dass jetzt nur eine Frage los wäre, die mich selbst ein bisschen beschäftigt. Und dann würde ich gerne den Raum öffnen und Sie einladen, Ihre Fragen zu stellen. den Raum öffnen und Sie einladen, Ihre Fragen zu stellen. Es hängt immer noch ein bisschen fest bei diesem Rollenbild. Es gibt eines der stärksten Gesetze in Europa, was die Absicherung der Frau betrifft, auf Papier. In der Realität hört man daran, es schaut anders aus. Es ist ja nach wie vor so, dass der Nachwuchs auch gerne als Männchen empfangen wird und Frauen oder junge Mädchen nicht so erwünscht sind. Ein zweiter Punkt, der mich mehr beschäftigt hat im Einlesen oder in Vorbereitung auf dieses Gespräch, war ja diese Erbschaftsfrage. Und zwar habe ich gelesen, und jetzt wollte ich nachfragen, ob das wirklich stimmt, dass in der Erbschaftsfrage wird gesetzlich nicht zwischen den Söhnen und Töchtern unterschieden. Also die gesetzliche Lage ist wieder so, dass die Beistellung funktioniert, und doch wird immer patrilinear vererbt. Also Töchter und Witwen erhalten einfach nur einen Bruchteil der Immobilien, wenn sie überhaupt etwas erhalten. Ist das jetzt etwas Altes oder ist das heute auch noch so? Es ist heute noch so, man hat eine Möglichkeit auch zu klagen und sich auch durchzusetzen, dass man da in Erbrecht teilnimmt oder auch etwas bekommt, aber dann wird man in diesem Fall von der Familie ausgeschlossen. Und dann stellt man sich die Frage, tue ich mir das an? Also das heißt so ich mir das an? Der Preis ist viel zu hoch, also dass man sich, oder dass man den Weg nimmt und sozusagen sich von Erbrecht gebraucht macht. Ja, und jetzt geht mir die Frage weiter. Nachdem du ja Opfer von diesem Verein für albanische Frauen in der Diaspora. Betrifft diese Situation tatsächlich die Frauen im Albanien oder in Kosovo? Oder was sind deine Erfahrungen? Gibt es da Gemeinsamkeiten oder gemeinsame Herausforderungen zwischen den Frauen, die jetzt in Kosovo oder in Albanien leben, beziehungsweise den Frauen, die jetzt in der Diaspora leben? Also die traditionellen Rollenbilder, die nimmt man mit, egal wo man lebt, in Kosovo oder auch in Diaspora Österreich oder wo auch immer die Kosovaren unterwegs sind, die nimmt man einfach mit. Die Erwartungshaltung der Frau, das ist sich hauptsächlich oder ausschließlich für Familie sich kümmert, Haushalt und so weiter oder Erbrecht und alles, was dazu gehört, das ändert nach der Ausreise nicht. werden dann sozusagen in der Familie weitergegeben, manchmal bewusst oder auch unbewusst und auch in manchen Fällen aus Angst, dass man nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird. Und wenn man sich dann als Frau emanzipiert, so wie ich vor Jahren gemacht habe, dann wird man sehr wohl ausgegrenzt aus der Community, wo man lebt. Auch wenn die Familie zum Beispiel, so wie in meinem Fall gewesen ist, ich hatte Unterstützung von meiner Mama, sie hat mich dazu motiviert, mich weiterzubilden, dass ich vorankomme, selbstbestimmt lebe, selbstständig bin, aber die Gesellschaft, also unsere Community in Linz hat das nicht akzeptiert. Wie heißt das dann, wenn du sagst, dass du nicht akzeptiert worden bist? Beispiel, zum Beispiel damals, ich bin mit 19 von zu Hause ausgezogen und es wurde ja nicht gerne gesehen, weil man sieht nicht von zu Hause aus, bevor man geheiratet hat. Das heißt, die Erwartung ist da, man geht von einem Aufpasser zum Nächsten, vom Vater zum Mann. Also das heißt immer, wenn du geheiratet oder wenn du heiratest, kannst du ja machen, was du willst. Und ich habe damals, wie ich mich für die Ausbildung, Krankenschwisterausbildung entschieden habe, bin halt im Internat eingezogen und es wurde nicht gerne gesehen. Wir sind sehr gut vernetzt und es wurde ja sehr schnell gesprochen. Natürlich, jeder hat davon erfahren und ich bin von einer Veranstaltung, also einer kulturellen Veranstaltung damals, herausgebeten worden. Ich möchte gerne Sie einladen. Fragen zu stellen gibt es. Konkrete Fragen schon, die einem unter dem Nagel brennen, die gerne loswerden möchten oder die Sie gerne loswerden möchten. Bei jungen Frauen. Entschuldigung, allein darf ich ganz kurz. Nur, ich verstehe die Durchmessleistung, dass es heimisch ist, aber wir machen einen Mitschnitt vom heutigen Abend. Wenn wir vielleicht die Frage kurz wiederholen, dass wir es dann auch wahrnehmen. Die Frage war, wenn ich es richtig verstanden habe, emanzipieren sich die jungen Frauen heute und wie äußert sich das? Oder dann die Frauen auch mit? Sind die auch noch gesamt beantragt so untergeordnet oder haben Sie sich schon etwas gefragt? Die Erwartungshaltung ist nach wie vor da. Natürlich gibt es Erleichterung, wenn man mich, damals mein Alter 19, vor 25 Jahren und jetzige Generation, jüngere Generation darstellt. Es gibt natürlich Erleichterung, weil wir unsere Kinder motivieren und unterstützen auf selbstbestimmtes Leben. Aber Erwartungshaltung ist natürlich nach wie vor da. Also ergreifen Frauen Berufe? Gehen sie in die Berufsausbildung? Und üben sie die dann auch aus? Und üben sie die dann auch aus? Und üben Sie die dann auch aus. Es kommt drauf an, war die Frage jetzt für Kosovo oder hier? Es kommt drauf an, wo man lebt. In städtischen Bereichen ja und ländlichen Bereich leider nicht. Also im ländlichen Bereich werden die Frauen, ist auch nicht gern gesehen, beziehungsweise sie werden nicht unterstützt, dass sie sich weiterbilden, weil sie sind so erzogen, dass eben eher für Haushalt zuständig sind und da braucht man keine Ausbildung dazu. Es gibt eine junge Gesellschaft in Kosovo. Wie schaut es an den Zugang aus zur schulischen Bildung? Also mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Kosovo fehlt eben unter junger Bevölkerung. Und Zugang zur Ausbildung bis Mittelschule und Weiterbildung, Studium und so weiter, städtischen Bereich, wie ich vorher schon gesagt habe, ist möglich, aber ländlicher Bereich nicht. Ich habe es spannend gefunden, wenn ich kurz ergänzen darf, dass 70 Prozent der Uni-Absolventen Frauen sind in Kosovo. Und dass dann die Schwierigkeit wiederum ist, dass die dann in den Job, das war glaube ich etwas, was du auch hingedacht hast, warum das dann diese Diskrepanz mit dem Jobbeitritt ist, oder? Also wie geht das zusammen? Es gibt so einen hohen AbsolventInnen-Anteil und trotzdem... Ja, weil der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger ist. Und natürlich werden Männer in solchen Fällen bevorzugt. Und ist es so, dass, vielleicht anknüpfend noch, dass dann, bleiben dann die Frauen im Kosovo oder gehen die dann eher ins Ausland? Ja, es ist unterschiedlich. Dadurch, dass es jetzt Visaliberalisierung gibt seit letztem Jahr, ist natürlich der Wunsch nicht nur von Frauen, sondern halt von der Bevölkerung dort, sie streben auch nach ein besseres Leben, ist der Wunsch, dass dann auch zu Familienangehörigen ins Ausland ziehen. Hast du da ungefähr Zahlen, von was man da spricht? Nein, Zahlen habe ich leider keine, weil es eben keine Zahlen dazu gibt. Und in Österreich sowieso nicht, weil in Österreich ein Aufenthaltstitel und Arbeitsbewilligung schwieriger ist, aber für Deutschland, ich habe heute von Verwandten, Bekanntenkreis gehört, dass hauptsächlich nach Deutschland fahren, um dort zu leben. Im ländlichen Bereich werden sie verheiratet noch. Familie, Bekannten. Und im städtischen Bereich sucht man sich den Partner selber, aber um Erlaubnis fragt man dann die Eltern. Unterschiedlich, also von 15. Lebensjahr bis, also wenn man mit 30 noch nicht geheiratet ist, dann wird man gestresst. Du bist die Obfrau von diesem Verein Frauen in der Diaspora. Kannst du uns kurz sagen, wie groß dieser Verein ist und dann eigentlich mit welchen Problemen ihr da zu kämpfen habt und ob ihr auch in Kosovo Leute oder Frauen unterstützt. Ja, unser Verein, wie vorher schon gesagt wurde, ist also Union der albanischen Frauen in Diaspora. habe ich vor fast, also im Jänner 2026, während zehn Jahren, den ich gegründet habe, die Initiative, mich für Frauenrechte einzusetzen, hat aber viel früher angefangen, weil, wie du gesagt hast, als ich mit 14 nach Österreich gekommen bin, habe ich mich mit Gleichaltrigen gestellt und mir war das nie, also ich habe nicht damit umgehen können, warum meine gleichaltrigen österreichischen Freundinnen mehr dürfen als wie ich. Und so hat ein Umdenken bei mir angefangen und habe versucht, halt andere Frauen sozusagen dabei zu unterstützen. Man kann niemanden dazu zwingen, aber unterstützen sehr wohl. Wir waren zeitlang als Fraueninitiative, eine kleine Gruppe der Frauen, haben unterstützt in unterschiedlichen Städten in Oberösterreich. Und bis vor fast zehn Jahren haben wir dann unseren Verein gegründet und wir setzen uns in unterschiedlichen Ebenen ein. Zwei Niveau, dann Beratungen begleiten, also zu Institutionen bis zu Gerichtsverhandlungen, wenn es zur Scheidung kommt und so weiter, wenn sich die Frauen unsicher fühlen, dann gehen wir mit. Und halt auch in einer Gewaltsituation, natürlich diesen Bereich Haupt-Iden über, Und natürlich diesen Bereich Haupt-Iden über holen wir dann die Frauen vor Ort und begleiten dann zur Polizei, wo dann eine Anzeige stattfindet und begleiten dann von dort in einen sicheren Ort. Ob das jetzt Frauenhaus ist oder halt in einen anderen Stadt zu Verwandten, Bekannten und so weiter. Genau, das sind unsere Tätigkeiten in Österreich. Und in Kosovo unterstützen wir natürlich unsere Partnerinnen dort, die sich für Gleichberechtigung oder Gleichstellung der Frauen einsetzen. Wir haben vor ein paar Jahren auch zwei Frauenhäuser dort gegründet, weil auch in Kosovo ist eine Trennungsscheidung erlaubt. Man wird aber nicht wieder gesetzlich unterstützt, auch nicht von der Familie. Und wenn so eine Scheidung kommt, dann zieht die Frau aus und hat verliert aber das Recht über Kinder. Und wir haben dann gesagt, ja, irgendwie sollten die Frauen, die sich scheiden lassen wollen und doch Kinder mitnehmen möchten, sollten auch die Möglichkeit oder Unterstützung haben. Und so haben wir zwei Frauenhäuser dort gegründet und unterstützen die Frauen, die dann ein Dach über Kopf sozusagen benötigen, bis sie dann selbstständig sind, einen eigenen Job gefunden haben oder besser gesagt, bis sie nicht mehr unsere Unterstützung benötigen, stehen wir denen zur Seite. Das kommt zu einem langwierigen Projekt an. Ja, das stimmt, es ist langwierig, nicht leicht und auch nicht ungefährlich, wenn man sich vor allem in solche Länder, wo Gesellschaft sozusagen eine Anerkennung der Frauen nicht ermöglicht, dass man sie dann trotzdem durchsetzt, um eigene Ziele zu erreichen, ist nicht immer einfach. Und diese Projekte in Kosovo, wo genau sind diese Frauenhäuser? Also eines davon ist in Pristina, also Hauptstadt. Und zweite haben wir in einem Ort nicht weit von Film, wo gefilmt wurde. Der Ort heißt Dugacine, in einem kleineren Ort. Sind denn die Aufgaben da sehr unterschiedlich? Nein, wo der Bedarf war. Wir haben natürlich geschaut, weil Kosovo ist nicht so groß. Kosovo ist so groß wie Oberösterreich. Und wir haben dann geschaut, wo die Gesellschaften strenger, patriarchalisch unterwegs sind. Und dort haben wir geschaut, dass wir die Frauen je nach Bedarf auch unterstützen. Zu wem ist schon wieder das Gespräch verloren? Gibt es noch eine Frage bitte? Ich habe eine Frage zum Kosovo. Der Kosovo ist ja zum Großteil albanischstämmig, oder? Kosovo ist großteils albanischstämmig, das stimmt, also albanischsprachig, genau. Ist die Situation in Alban unterwegs wie Kosovo. Wie kann man das festzumachen, aber die Erwartungshaltung bzw. die Gleichstellung der Frauen in Albanien, also die sind auf jeden Fall besser unterwegs als wir in Kosovo. Wie viele Menschen wohnen überhaupt in Kosovo? Nicht ganz zwei Millionen. Nicht ganz zwei Millionen. Wie viele leben außerhalb? Sehr viele, die meisten leben im Ausland. Ja, natürlich zu damaligen, also vor Kriegszeiten, ich meine das Ganze hat ja in Gastarbeiterzeit angefangen, dass viele der Kosovaren ausgewandert sind. An Kriegszeiten natürlich wurden auch einige vertrieben. Und ein kleiner Teil der Kosovaren ist noch dort geblieben. Aber die Rollenbilder haben wir leider mitgenommen, auch im Ausland. Ich habe auch kein Bedürfnis danach zurückzugehen. Aber es ist schwierig. Ich bin, wie ich schon sagte, im Leben habe ich damals mit Ausziehen und dann auch Erbrecht usw. Das habe ich natürlich, weil ich als Vorbild viele Frauen in Kosovo sein wollte. Und ich hätte schon die Möglichkeit zurückzukehren, aber ich habe mein Leben hier aufgebaut und ich würde das nicht alles aufgeben, weil mir geht es gut hier. Durchschnittliche, also früher, ja, früher war vier und jetzt sind es zwei. Aber es gibt keine wissenschaftlichen Kennzahlen auch darüber. Wie in der Rückkehrfrage, ich möchte da gerne was auslisten. Wie geht es dir? Begegnest du da irgendwelchen Feindseligkeiten, wenn du für die Projektarbeit in Kosovo kommst oder wie wirst du da aufgenommen? Wenn ich in Kosovo Urlaub mache oder aufgrund meiner Projekte? Genau, mit den Projekten. Also Feindseligkeiten, das war immer Begleiter von mir. Egal um welchen Projekte im Zusammenhang mit Frauenthemen. Ich wurde nicht immer beklatscht und auch gern gesehen, aber ich habe trotzdem mein Ziel verfolgt. Weil für mich persönlich sehr wichtig war, vor allem Bewusstsein aufzuwecken und zu sagen, es gibt was Schönes. Und wo begegnest du da vor allem oder wie äußert sie so eine Skepsis? Vor dem Biss. Vor dem Biss. Also zum Beispiel mit nicht begrüßen, mit Absicht, wie ich schon sagte, rausbitten. Ich habe auch, wie es ganz schlimm ist, Blattreißen gehabt. Also ein geschmissenes Fenster ist jetzt nicht so ungewöhnlich. Ich möchte jetzt gleich noch einmal meine abschließende Frage stellen. Ich erlaube es mir, die abschließende Frage zu stellen, möchte aber dazu einladen, also wir sind ja alle da, also wenn noch wer eine Frage hat, können wir gerne im Foyer draußen die Diskussion oder das Gespräch fortsetzen. Ich spüre den nackten, kalten Hauch des Abbruchs. Nein, das unterstelle ich jetzt gar nicht. Aber mich würde trotzdem eine persönliche Frage interessieren. Du hast das eh schon kurz angesprochen, aber nur, dass wir es vielleicht ein bisschen plastischer in den Sinn und vor Augen halten können. Im Grunde sind es zwei Fragen. Das eine ist, wie der Verein dazu beiträgt, die Situation der Frauen vor Ort in Kosovo zu verbessern. Und so ein bisschen in die Zukunft betrachtet, welche Hoffnung hast du für die Zukunft der Frauenrechte in Kosovo und welche Rolle können so Filme wie Hive oder auch so Projekte, wie es du betreibst, für diese Entwicklung spielen? Meine Hoffnung für Zukunft wäre, dass also Gleichstellung der Frauen nicht als westliche Luxus gesehen wird, sondern dass man halt so wie sonst überall anders auch gleichgestellte Männer sind, auch in Kosovo und nicht nur in Kosovo, sondern auch hier in meinem Community. Und Filme wie Hive spielen natürlich eine große Rolle, weil das zeigt Lebensrealität. Es ist ja nicht die Absicht dahinter und auch nicht Wunsch dahinter, dass wir als Opfer dargestellt werden, das will ich nicht. Ich möchte nicht, dass man mich als Opfer siegt oder auch die Protagonistin, das war auch nicht ihr Ziel, dass sie als Opfer gesehen wird, sondern vielmehr das Lebensrealität der Frauen in Kosovo gesehen wird und dargestellt wird. Dass man Tabu spricht und offen darüber spricht. Jetzt möchte ich gleich einmal in Kosovo vielleicht die alteste Frage fangen. Der Film ist ja beim Sundance Film Festival mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Das ist das Festival von Robert Redford, so ein Independent-Film. Er war für den Oscar nominiert, er ist auf zahlreichen Festen mit Preisen überhäuft worden. Was ich aber noch nicht rausgefunden habe, vielleicht kannst du das beantworten, wie ist der Film in Kosovo selber gelaufen? In Kosovo, also natürlich hat die Geschichte in Kosovo angefangen, aber viel mehr Aufmerksamkeit hat der Film in die Aspora gekriegt, als wir in Kosovo angefangen, aber viel mehr Aufmerksamkeit hat er für den Film in die Aspora gekriegt, als für in Kosovo. Aber wie ist er angekommen? Also mit sehr viel Kritik. Ich habe auch zum Beispiel, wie ich dem Film gesagt habe, in der Tabakfabrik, haben wir auch Teilnehmer gehabt, die uns also mit Mikrofon kritisiert haben, in Anwesenheit alle. Aber das gehört dazu, es ist so. Wir haben Meinungsrecht. Dankeschön, Herr Reiner, für die Ausführung. Danke für die Fragen. Herzlichen Dank für Ihr Kommen und einen guten Nachhauseweg.