Herzlich willkommen, liebe Zuseherinnen. Die Klimakrise, wo stehen wir und was erwartet uns? Das möchte ich versuchen darzustellen. Wer ist Scientists for Future überhaupt? Wir sind entstanden als Scientists for Future im Jahr 2019, als damals die Fridays for Future-Bewegung groß geworden ist, als plötzlich Millionen von vor allem jungen Menschen auf die Straße gegangen sind und für Klimaschutz gekämpft haben. Und in dem Moment haben sich im deutschen Sprachraum an die 30.000 Wissenschaftlerinnen innerhalb kürzester Zeit zusammengedacht und gesagt, ja, was die jungen Menschen da fordern, ist völlig berechtigt. Die Regierungen machen viel zu wenig für Klimaschutz. Es ist höchste Alarmstufe. Seitdem gibt es uns Scientists for Future. Ich freue mich, dass wir auch in Oberösterreich rund 200 Mitglieder bei Scientists for Future haben. Ja, das Klima. Warum verändert sich das Klima gerade so stark? Ursache ist der Treibhauseffekt und der ist eigentlich grundsätzlich einmal ganz toll, weil wenn es keine Luft, keine Atmosphäre auf der Erde gäbe, so wie das im linken Bild dargestellt ist, dann hätte es auf der Erdoberfläche durchschnittlich minus 18 Grad, weil einfach ein Großteil der Wärme, die von der Sonne eingestrahlt wird, wieder ins All verloren gehen würde. Und damit hätte sich auf der Erde nie ein Leben, nie ein Pflanzen, nie Tiere entwickeln können. Dadurch, dass es die Luft gibt, ist es so, dass ein Teil der Wärmestrahlung zurückgehalten wird und das passiert eben vor allem durch das ganz wenige CO2, das in der Luft enthalten ist. Das ist nur 0,027 Prozent, also eigentlich sehr wenig. Aber genau die bestimmen, dass ein Teil wie bei einem Glashaus der Wärme zurückgehalten wird und es nicht minus 18, sondern plus 15 Grad im Durchschnitt hat. Dadurch ist überhaupt erst Leben auf unserem Planeten möglich. Aber der Nachteil ist, wenn wir jetzt diesen Gehalt an CO2 in der Atmosphäre verändern, vor allem was momentan passiert, wir erhöhen ihn, dann wird auch mehr Wärme zurückgehalten und es kommt zu einer Erwärmung. Ja, wie schaut das mit dem CO2 aus? Also grundsätzlich ist es so, dass das CO2 in einem ständigen Kreislauf ist. Das heißt, es ist in der Luft, dann die Pflanzen, die nehmen das CO2 auf und mit Hilfe des Sonnenlichts und der Photosynthese wandeln sie es in Pflanzenmaterial um. Es ist eigentlich total faszinierend, dass Pflanzen im Prinzip aus Luft und Wasser so riesige Strukturen aufbauen können. Im Gegenzug werden dann, wenn Pflanzen verbrannt werden oder wenn sie zum Beispiel gegessen werden, das ist chemisch gesehen auch eine Verbrennung, entsteht wieder genau das CO2, das die Pflanzen aus der Luft aufgenommen haben. Und so bleibt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre über viele tausende Jahre eigentlich gleich. Jetzt ist es so, dass wir aber auch immer mehr Energie und Wärme brauchen als Menschen und wir haben irgendwann einmal entdeckt, dass vor langer Zeit sind immer wieder im Laufe der Jahrmillionen Pflanzenteile im Boden verschwunden, die sind dann zu Erdöl, Erdgas und Kohle umgewandelt worden und wenn wir die jetzt aus dem Boden holen und die zusätzlich verbrennen, dann entsteht auf einmal eine große Menge zusätzliches CO2, das wir in diesen Kreislauf dazu bringen. Und was das bewirkt, das werden wir gleich sehen. Das ist so eine Grafik, wie viel CO2 seit 1750 weltweit ausgestoßen wurde. Wir sehen also bis 1850 so gut wie gar kein CO2, das ausgestoßen wurde. Dann begann die Industrialisierung, es wurden immer mehr Kohle, Erdöl und Erdgas verbrannt. Und ab 1950 haben wir also eine drastische, dramatische Steigerung bis zum heutigen Tag eigentlich. Und wir sind mittlerweile auf einem Level von 38 Milliarden Tonnen weltweit. Das ist natürlich pro Jahr und das sagt einem jetzt nichts, das sind pro Kopf, pro Mensch auf dieser Erde 4,8 Tonnen. Sagt einem anderen nicht viel, was sind 4,8 Tonnen CO2? Wir werden nachher noch ein bisschen sehen, was das genau heißt. Sagt am anderen nicht viel, was sind 4,8 Tonnen CO2? Wir werden nachher noch ein bisschen sehen, was das genau heißt. Ja, und eine Grenze haben wir da hier überschritten, das war Anfang der 1970er. Das ist die Emission von 16 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Das hat man eigentlich schon lange gewusst, das ist die Menge an CO2, die die Atmosphäre noch verkraften kann. Also da sind wir jetzt wirklich schon seit gut 50 Jahren drüber. Also diese Grenze ist schon lange überschritten und wir sind mittlerweile beim vielfachen Wert. Ja, was hat das dann bewirkt, diese massive Ausschuss an CO2? Wir sehen, dass eigentlich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, das ist diese rote Kurve da, über die letzten tausenden Jahre, sogar 10.000 Jahre, eigentlich extrem gleichmäßig war. Also kaum Änderungen. Hier sehen wir den schwarzen Strich, das war die Erfindung der Dampfmaschine, wo dann eben der massive Einsatz von Kohle zunächst begonnen hat und später dann eben Erdöl, Erdgas, wie der Gehalt an CO2 immer stärker ansteigt und mittlerweile sind wir fast schon beim doppelten Wert, also gehen wir dem Wert, den es tausende Jahre vorher konstant gegeben hat. Ja und was passiert parallel? Eben der Treibhauseffekt verstärkt sich und die Temperaturen auf der Erde, die wir auch die letzten 2000 Jahre eigentlich immer ein bisschen geschwankt sind natürlich, aber sie haben sich jetzt auf einmal ab diesem Zeitpunkt dramatisch verändert. Sie steigen immer rasanter, die Grafik ist ursprünglich von 2023, ich habe sie auf 2024 erweitert und man sieht die Skala reicht gar nicht mehr aus. auf 2024 erweitert und man sieht, die Skala reicht gar nicht mehr aus. Wir haben 2024 die 1,5 Grad Marke überschritten. Mittlerweile haben wir für 2024 1,6 Grad Erwärmung. Das liegt einfach weit außerhalb von dem, was wir vorher in den letzten tausenden Jahren an Schwankungen hatten. Es gibt oft Menschen, die sagen, es hat immer schon Schwankungen im Klima gegeben, ja, aber nicht in so extrem kurzer Zeit so große Schwankungen und in den letzten paar tausend Jahren auch nicht in dieser Größenordnung. Ja, wenn man dann noch das letzte Eck da ein bisschen rauszoomt, dann sieht man die letzten zwei Jahre, diese zwei schwarzen Punkte da oben, wie das auf einmal nach oben noch davon schießt. Und es wird mittlerweile schon diskutiert, ob das statistisch schon relevant ist, dass dieser Trend, dieser rote Trend, der da angezeichnet ist, vielleicht gar nicht so weitergeht, sondern dass es da jetzt plötzlich einen Knick gibt und das Ganze auf einmal davon galoppiert und die Temperatur noch viel, viel stärker, viel, viel rascher ansteigt, als es wir die letzten Jahre gehabt haben und erwartet haben. Ja, 1,6 Grad Erwärmung weltweit, das klingt euch jetzt noch überhaupt nicht viel, 1,6 Grad, das ist ein Mittelwert über die gesamte Erdoberfläche. Wenn wir uns anschauen, wie das verteilt ist über die Welt, dann ist es sehr unterschiedlich und wir haben ja wirklich viele Regionen, vor allem am Land, weil das Land erwärmt sich schneller als das Wasser, wo wir jetzt schon Temperaturveränderungen von bis zu 6 Grad haben. Also das ist dann schon deutlich mehr. Und am Beispiel von Österreich sehen wir, das ist eine Karte, wo wir sehen, wie in Österreich die Temperatur erhöhen ist. Auch da gibt es schon, vor allem in den Zentralräumen, ist die Erwärmung schon 3 Grad gewesen 2023. Ich habe da leider noch keine aktuelleren Daten dazu. und jetzt kann man sich sagen, naja, wird es halt ein bisschen wärmer, ist sehr angenehm, brauche ich einen Wintermantel nicht so oft auspacken, im Sommer öfters baden gehen und so. Jetzt gibt es aber Regionen auf der Welt, vor allem in Äquatornähe, wo es jetzt schon sehr heiß ist und knapp an der Grenze ist, dass man dort überhaupt leben kann und wenn wir so weitermachen wie bisher, das ist eine Prognose für 2100, dann werden riesige Regionen in der Nähe des Äquators unbewohnbar, weil dort einfach viele Tage im Jahr eine Temperatur herrscht, die über der tödlichen Grenze liegt. Also da ist es dann so heiß, dass man nicht mehr länger als ein paar Minuten ins Freie gehen kann, weil der Körper einfach nicht mehr in der Lage ist, sich selber runter zu kühlen und man dann nach ein paar Stunden stirbt an der Hitze. Das ist eine düstere Prognose, die vor allem auch zeigt, dass Millionen bis Milliarden von Menschen, wenn wir so weitermachen, ihren Lebensort verlieren können und sich auch auf den Weg machen werden, um woanders einen Lebensort zu finden. Also da sind Flüchtlingsströme, wie wir sie aus den vergangenen Jahren kennen, einfach ein Klacks dagegen. Ja und eben ein bisschen wärmer bei uns, ja das war es eben noch nicht, weil wenn es wärmer wird, dann kann die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen und es kommt zu mehr Wetterextremen. Zum einen kann das eben zu mehr Trockenheit führen. Wir sehen hier in Frankreich den Loire-Fluss und 2022 im Sommer hat der so ausgesehen. Das Wasser war einfach weg. Oder hier, das ist der Ziegsee im Burgenland, eine kleine Ausgabe des Neusiedlersees, wo gern gesurft wurde. Da hat jetzt die letzten zwei Jahre so ausgesehen, das Wasser war weg, komplett. Oder hier in Niederösterreich wurde für den Föhrensee geworben, wohnen am See und inzwischen schaut dieser See so aus. Das Wasser ist auch hier verschwunden. Ja, Trockenheit auf der einen Seite und das andere Extrem ist zu viel Wasser auf einmal. Wir sehen hier ein Bild von einer Flutkatastrophe im deutschen Ahrtal. hier ein Bild von einer Flutkatastrophe im deutschen Ahrtal. Das Ausmaß der Verwüstung war enorm und es sind dramatischerweise wirklich 50 Menschen bei dieser Flutkatastrophe ums Leben gekommen. Das sind Katastrophen, die früher extrem selten waren, die jetzt immer häufiger werden und dazu kommen Ereignisse, wie es es noch gar nicht gegeben hat, in einem Ausmaß, dass jetzt quasi das Neue extrem wird. Wir sehen hier einen Film aus Hallein, das war 2021, da sind ganze Autos einfach wie Spielzeug von einem Bach fortgespült worden, der über die Ufer getreten ist, mitten durch den Ort. Wie können wir nun weitergehen? Was können wir dagegen machen, dass es noch schlimmer und schlimmer wird? Wir sehen hier nochmal, was wir vorher schon gesehen haben, die zunehmenden Treibhausgase bis zum heutigen Zeitpunkt. Und schon seit einigen Jahren hat man sich über Szenarien Gedanken gemacht, wie kann es weitergehen. Und das schlimmste Szenario ist sozusagen das oberste, das rote, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Dann würden wir 2100 eine Erwärmung von 4 bis 5 Grad haben. Das würde schon wirklich enorme Einbußen in den Ernteerträgen bedeuten. Das würde für viele Menschen bedeuten, dass sie keinen Lebensort mehr haben, dass viele Küstenregionen überflutet werden und so weiter. Jetzt gibt es ja die Pariser Klimaziele, die vereinbart worden sind und die hätten vorgesehen, dass man die gesamte globale durchschnittliche Wärmung auf 1,5 Grad begrenzt. Blöderweise haben wir jetzt letztes Jahr 1,6 Grad erreicht. Also wir sind über das, was wir erreichen wollten, eigentlich schon drüber geschossen. Und wir sehen auch, klar, warum, weil wir hätten schon vor einigen Jahren anfangen müssen, den CO2-Ausstoß massiv abzusenken. Wir sehen, wie das da vorher so langsam gestiegen ist, also wirklich mit einer extremen Veränderung das zurückzunehmen. Und das ist aber eigentlich eben nicht passiert. Dann gibt es da noch eine interessante Diskrepanz zwischen dem, was die Ziele der Staaten weltweit sind, das ist diese dünne Kurve, die kann man ziemlich gut festnageln, die Ziele sind verschriftlich und das Orange ist, was tatsächlich ausgestoßen wird aufgrund der Maßnahmen, die die Staaten weltweit setzen und das zeigt sich auch schon sehr gut auf. Nur ein Ziel zu setzen allein heißt dann noch nicht, dass die Maßnahmen dazu diese Ziele auch tatsächlich umsetzen. Ja und wenn wir wissen wollen, was das bedeutet, so eine Erwärmung, die uns da bevorsteht, dann ist es am besten einfach zurückzuschauen in die Geschichte. Wann hat es denn so etwas schon mal gegeben oder hat es so etwas überhaupt schon gegeben? Wir sind hier jetzt bei Null und wir schauen hier sozusagen rückwärts in die Geschichte der Erde und wir sehen aufgetragen, wie sich die Temperatur auf der Erdgeschichte verändert hat. Dieser blaue Bereich da, das ist der Zeitraum, wo es Menschen gibt, also die letzten 300.000 Jahre. Und in dieser Zeit, also die letzten 10.000 Jahre, war eigentlich die Temperatur fast immer in einem sehr kleinen Raum konstant. Und davor gab es eigentlich nur ein einziges Mal diese Spitze hier, das ist das Em, eine Zwischenwarmzeit. Das war vor über 100.000 Jahren, als die Neandertaler in Mitteleuropa gewohnt haben, da war es tatsächlich zwei Grad wärmer als jetzt. Was man von dieser Zeit weiß, ist, dass es bei uns ein mediterranes Klima gegeben hat, also ein ganz anderes, als wir es jetzt gewohnt sind, dass zum Beispiel in Grönland Bäume gewachsen sind, wo jetzt ein riesen Eisschild ist. Also es war eine ganz andere Welt, als wir sie jetzt kennen, aber zumindest noch eine halbwegs lebbare Welt. Und auch zum Beispiel der Meeresspiegel war damals um fünf Meter höher, das heißt viele Küstenregionen, viele Inseln werden unter Wasser, wenn wir diese zwei Grad erreichen. Ja, aber das war es dann auch schon. Also mehr als zwei Grad Erwärmung hat es, seit es Menschen gibt, auf dieser Erde nie gegeben. Es kann aber durchaus sein, dass wir immer auf drei, vier Grad Erwärmung hinsteuern. Was bedeutet das? Und da muss man eben wirklich ganz, ganz weit in die Erdgeschichte zurückgehen, um solche Zustände zu finden. Und lange, also bevor es Menschen auf der Erde gegeben hat, zum Beispiel in der Kreidezeit, da war es 8 Grad wärmer als jetzt. Und die Schilderung, das liest sich wie aus einem Horrorfilm. Also die Erde war damals, die Luft war wie ein Dampfbad, es war heiß und extrem feucht. Meeresspiegel 250 Meter höher als heute. Also Bedingungen, die Weltmeere stinkende Kloaken, Bedingungen, wo es einfach für Menschen und viele Tiere und Pflanzen gar nicht mehr möglich ist zu existieren. Ja, und was in dieser ganzen Entwicklung eigentlich so fatal ist, ist das Phänomen der Kipppunkte. Man könnte sich das vereinfacht so vorstellen, wie dieses Ei, das dann an der Tischkante liegt, wenn ich das Ei auf den tisch verschiebe und aufhört zu schieben dann bleibt liegen wenn ich weit genug weg von der kante bin sobald ich aber zu nah an der kante bin und ich höre auf zum schieben dann fällt es weiter und ist kaputt ja das heißt ich kann auch wenn ich aufhören zum schieben den prozess nicht mehr stoppen und genau das passiert in vielen regionen diese erde oder steht uns knapp bevor. Riesige Eisschilder, die abschmelzen und wenn sie mal abgeschmolzen sind, auch nicht wieder zurückkommen oder der Permafrost in Sibirien, der auftaucht oder auch die atlantische Meeresströmung. Atlantic Meridian Overturning Circulation, toller Begriff, warmes Wasser vom Golf von Mexiko nach Europa bringt und dort eigentlich auf der gesamten englischen Insel, den britischen Inseln und auch Westfrankreich das Klima sehr mild macht, der könnte in den nächsten 20 Jahren, genau kann man es nicht sagen, aber erste Anzeichen zeigen, dass es passieren wird, zusammenbrechen, was heißt, dass es in England plötzlich ein Klima hat wie in Nordnorwegen, dass man also in England nicht einmal mehr Erdäpfel anbauen kann. Und man weiß von diesen Kipppunkten schon eine Zeit lang, aber die Beobachtungen zeigen, dass man sich eigentlich meistens verschätzt hat und zwar leider, man hat es unterschätzt. Also die Kipppunkte treten früher schneller ein, als man es sich erwartet hat, weil immer wieder neue Faktoren auftreten, die das Ganze noch zusätzlich beschleunigen, die man vorher nicht gekannt hat. Ja, wie schaut es jetzt in Österreich aus? Österreich hat CO2-Emissionen, die in den letzten 20 Jahren leicht rückläufig waren. 2020 hat die Regierung mit der grünen Regierungsbeteiligung beschlossen, bis 2040 den CO2-Ausstoß auf Null zu senken. Das heißt, bis 2040 kein Öl, keine Kohle, kein Gas mehr zu verbrennen. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Was ist tatsächlich passiert? Wir sehen also die gelbe Kurve als Ziel, die blaue, dieser Einbruch da, da wäre eine Idee, woher der kommt, warum es da auf einmal so runtergegangen ist um 2040. woher der kommt, warum es da auf einmal so runtergegangen ist um 20. Genau, also wir haben durch die Corona-Pandemie eine deutliche Reduktion geschafft, aber kaum war die Pandemie vorbei, ist es wieder nach oben geschnellt und dann kommt wieder ein Einbruch und der ist tatsächlich nur deswegen, weil aufgrund der wirtschaftlichen Lage und nicht, weil die Regierung so tolle Klimaschutzmaßnahmen beschlossen hat. Das heißt, es gibt eigentlich keinen Plan, wie man diesen Abstiegspfad erreichen will. Das fehlt immer noch, das wäre das Klimaschutzgesetz, das die schwarz-blaue Regierung nie verabschiedet hat und das jetzt die neue Regierung wahrscheinlich sowieso nicht mehr aufs Tapet bringen wird. Und das Schlimme ist, man könnte sagen, naja, wir sind eh gut auf Kurs, also ein bisschen drüber, aber wir schaffen das schon noch, mit der roten Kurve da runter zu gehen, aber das ist wie ein Jojo, man weiß nicht, ob, wenn die Wirtschaftslage sich wieder ändert, das nicht wieder nach oben schnellt, weil es in Wahrheit keine Klimaschutzmaßnahmen sind, sondern eben nur Wirtschaftseffekte. Und je länger wir uns da Zeit lassen, je länger wir das hinauszögern, desto schwieriger wird es, weil desto steiler müssen wir runtergehen, damit wir dieses beschränkte Budget, auf das wir uns festgelegt haben, nicht überschreiten. Gut, ich möchte dieses Bild so irgendwie mit dem Versuchen, die Situation, in der wir es sehen, nochmal plastisch zu beschreiben. Stellen wir uns vor, wir sitzen in einem Bus und wir steuern auf einen Abgrund zu. Sobald wir das erkennen, wäre es doch das Beste, zu bremsen. Aber wie es momentan aussieht, fahren wir einfach weiter, weil irgendwie hat keiner Lust zu bremsen. Jetzt gibt es halt andere, die sagen, naja, nicht zu schnell bremsen, eher vorsichtig. Dann ist das leider auch nicht so wirklich hilfreich, weil der Bus wird trotzdem den Abgrund runterstürzen. Er wird halt nur an einer anderen Stelle zu liegen kommen. Das Einzige, was uns jetzt noch wirklich hilft, ist eine echte Notbremsung. Und selbst dann müssen wir dann ein paar Schrammen in Kauf nehmen. Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat es einmal so formuliert, wir können entweder gemeinsam handeln oder gemeinsam Selbstmord begehen. Ja, das ist eine grundsätzlich düstere Perspektive. Deswegen möchte ich noch damit abschließen, was können denn wir jetzt tun in dieser Situation? Wie können wir was beitragen? Das, was wir selber beitragen, ist unser Fußabdruck. Das ist der Durchschnittsbeitrag an CO2-Gasen pro Kopf in Österreich. Das sind 11,2 Tonnen, falls sich die Zahl vorher gemerkt hat, die 4,8 Tonnen im weltweiten Durchschnitt. Wir sind also da beim fast dreifachen Wert in Österreich vom weltweiten Durchschnitt. Das heißt, wir sind ein privilegiertes Land, eine privilegierte Region, wo wir überdurchschnittlich viel CO2 produzieren. Und wenn man sich das anschaut, woher kommt das? Also der Bereich Wohnen, da ist es ziemlich klar, wenn ich eine Öl-, Gas- oder Kohleheizung habe, dann verbrauche ich hier, also produziere ich hier das CO2. Der Bereich Mobilität ist auch noch relativ einfach, wenn ich mit einem Auto fahre, das Benzin- oder Dieselgetrieben ist, verbrenne ich Erdöl oder wenn ich in ein Flugzeug steige, natürlich genauso. Oder wenn ich in ein Flugzeug steige, natürlich genauso. Wobei, wenn ich für einen Flug über den Atlantik zum Beispiel, verursache ich bereits so viel CO2 wie eine Person in Österreich im Durchschnitt im ganzen Jahr. Also damit mit Fliegen ist es ziemlich schnell, vergrößert man seinen Fußabdruck leider ziemlich schnell. Dann gibt es die anderen Bereiche, wo es nicht mehr ganz so einleuchtend ist. Ernährung, man isst ja kein Erdöl und kein Erdgas und keine Kohle, aber die Produktion der Ernährung und vor allem die Produktion tierischer Lebensmittel, also Fleisch, Fisch, Käse, Milchprodukte, die verursacht relativ viel CO2. Und je mehr ich mich von Pflanzen ernähre, desto kleiner kann ich das machen. Dann gibt es schließlich hier einen ganz großen Sektor, das ist der Konsum. Und Konsum ist also alles, was ich kaufe außer Lebensmittel. Das heißt meine Kleidung, meine Schuhe, meine Elektronikartikel, meine Hobbys. Also alles das verursacht insgesamt eigentlich einen riesengroßen Bereich, in dem ich halt bewusst konsumiere, wenig konsumiere, hochwertig konsumiere, auf Reparieren setze, kann ich hier meinen Beitrag deutlich reduzieren. Ja, und dann kann man sich zurecht fragen, was bringt es, wenn ich als einzelne Person das mache und wir sind so viele und viele andere machen es nicht. Und das ist natürlich gerechtfertigt. Natürlich, ich mache das für mich auch, weil es für mein eigenes Gewissen wichtig ist. Ich könnte mir selber nicht in den Spiegel schauen, wenn ich weiß, dass das verursacht so viel CO2. Also deswegen mache ich das natürlich für mich selber. Aber ich weiß auch, dass es ein viel zu kleiner Beitrag ist. Und wenn wir darauf warten, dass das alle freiwillig machen, dann werden wir es nicht schnell genug schaffen. Deswegen habe ich hier versucht, jetzt aufzulisten, was können wir denn machen, wo wir nicht nur sozusagen unseren eigenen Fußabdruck verringern, sondern wo wir das für möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen. Und da wäre zum Beispiel das eine Mal, andere Menschen informieren und engagieren, also möglichst nicht nur selber was tun, sondern mit anderen Leuten reden, andere Leute begeistern. und nicht nur für Einzelpersonen. Es ist natürlich so, nicht jeder Mensch hat so die Möglichkeit oder auch die Fähigkeiten, in Politik zu gehen und dort mitzugestalten. Jetzt gibt es aber andere Möglichkeiten. Ich kann Zeichen setzen in der Öffentlichkeit, ich kann an Demonstrationen teilnehmen, ich kann welche veranstalten und ich kann vor allem auch viele andere Menschen motivieren, da mitzumachen. Wenn Demonstrieren zu wenig ist, hat die Geschichte schon immer wieder gezeigt, dass es verstärkte Formen braucht, wie zivilen Widerstand. Also man denke nur an die Suffragetten in England, die für das Recht der Frauen zu wählen gekämpft haben und dabei eben, nachdem das Demonstrieren nicht mehr gereicht hat, wirklich zivilen Widerstand gemacht haben, weil sie bewusst Gesetze gebrochen haben, um auf dieses Anliegen aufmerksam zu machen und letztendlich damit einen Erfolg gehabt haben, nämlich dass Frauen wählen können dürfen. Ja und dann gibt es eben das Wählen. Auch da ist es natürlich so, wenn ich jetzt das Richtige wähle, mich informiere, dann ist es wieder nur so ein ganz kleiner Teil. Deswegen ist natürlich die Frage, wie kann man diesen Abdruck vergrößern. Das kann ich, indem ich versuche, das Wahlverhalten möglichst vieler anderer Menschen zu beeinflussen. Das ist nicht, indem ich ihnen sage, was sie wählen müssen, aber indem ich sie versuche zu informieren, was sie denn mit ihrer Wahl bewirken und was die einzelnen Parteien, die zur Wahl Wahl antreten, letztendlich vorhaben. Das Ganze nennt sich dann Handabdruck im Gegensatz zum Fußabdruck und beim Fußabdruck ist er so, der soll möglichst klein sein und beim Handabdruck ist es so, der soll möglichst groß sein. Also Ideen, wie ich für möglichst viele Menschen eine Veränderung, eine positive bewirken kann. Das können zum Beispiel so nette Sachen sein, wie dass ich in der Kantine von einem Betrieb, wo ich arbeite, mich dafür einsetze, dass es ein veganes Essen gibt, weil dann betrifft das gleich alle Menschen in der Kantine. Ja, und mit diesen Ideen möchte ich gerne abschließen und vielleicht habt ihr auch noch Ideen, wie wir alle unseren Handabdruck vergrößern können. Dankeschön.