Musik Wir freuen uns sehr, hier im Schlossmuseum die erste museale Einzelausstellung von Elisabeth Plank zeigen zu können. Es ist die Ausstellung mit dem Titel Lyrics und sie findet in einem der drei neu eröffneten White Cubes statt. Das sind wunderbare neue Ausstellungsräume hier im Winzer Schlossmuseum. Elisabeth Plank ist mit ihrer Malerei eben die erste, die einen dieser Räume bespielt. Sie ist eine Künstlerin, die in Linz lebt, die in Wien studiert hat und über 40 Jahre in etwa hinweg jetzt ein Werk entwickelt hat, ein sehr spannendes, sehr interessantes malerisches Werk, aus dem wir jetzt eben wichtige Teile zeigen können in dieser Ausstellung. Und das beginnt schon hier. Einleitend haben wir zwei Werke gegenübergestellt, die sehen Sie hinter mir. Das ist ein Werk von 1983, mit dem es beginnt und ein Werk, ein ganz neues, aus einer der neuesten Serien von 2023. Also das markiert sozusagen diese 40 Jahre Schaffen von Elisabeth Planck, die beiden Pole, wenn man so will, zwischen denen sich dieses interessante Werk entwickelt. Thélo. Musik Was man an den beiden Werken erkennen kann, ist, dass Elisabeth Planck sehr, sehr unterschiedlich arbeitet. Dazwischen spannt sich eben diese ganze Ausstellung mit wirklich den unterschiedlichsten Werkphasen. Und das ist auch das Spannende an ihrer Arbeit, dass das Ganze zwar sehr unterschiedlich aussieht, aber immer eigentlich eine Untersuchung des Mediums Malerei ist, dem sie sich verschrieben hat. Elisabeth Plank lotet die Möglichkeiten der Malerei aus, den Umgang mit Form, mit Farbe, mit Komposition, mit verschiedenen Ebenen im Bild. Das ist eigentlich ihr Anliegen seit Jahrzehnten und da kommt sie immer wieder zu sehr unterschiedlichen und immer wieder auch neuen, innovativen Lösungen. Aber das ist sozusagen das Grundthema ihrer Kunst. Das können wir in der Ausstellung durch unterschiedliche Werkgruppen zeigen. Sehr oft arbeitet Elisabeth Plank seriell, das heißt wir haben auch verschiedene Werkserien hier in der Ausstellung versammelt und eben Werke aus den verschiedenen Phasen. Was auch noch interessant ist beim Werk von Elisabeth Plank ist, dass sie sehr konstruktiv das Großformat behandeln kann. Also sie hat keine Scheu vor dem großen Format, sie ist sehr souverän im großen Format und dafür eignen sich natürlich diese White Cube Räume ganz besonders für die Ausstellung von eben diesen Großformaten und die kommen hier im Raum einfach ganz wunderbar zur Geltung. Sie ist eine Künstlerin, die im weitesten Sinne allermeist abstrakt arbeitet. Es geht ihr nicht um Narration, es geht ihr nicht um Inhalte im Bild, sondern wie gesagt, es geht um die Grundbedingungen der Malerei. Sie arbeitet häufig mit dem Luftpinsel, also Airbrush, das hat sie schon in den 80er Jahren begonnen. Es gibt also immer wieder sehr spannende Serien, wo sie eben mit dem Luftpinsel arbeitet. Das gibt eine ganz andere Bildwirkung natürlich als der Pinsel, als die Malerei, aber sie lotet auch in der Malerei mit dem Pinsel alle Möglichkeiten eigentlich aus, die es gibt. Und was interessant ist an ihren Werkphasen ist, dass sie immer wieder wechselt zwischen Zeiten, wo sie sehr expressiv, sehr dynamisch, eruptiv fast arbeitet und dann wieder kontrollierter mit weniger Formen, mit reduzierten Formen, fast geometrischen Formen. Also das ist so ein Wechselspiel, das eigentlich über diese 40 Jahre hinweg immer wieder sich abwechselt und immer wieder neue Phasen ergibt, sodass es tatsächlich Werke in der Ausstellung gibt, wo man nicht glaubt, dass die von einem und derselben Künstlerin stammen. Das macht die Ausstellung auch besonders abwechslungsreich. Ja, wir stehen hier vor einer Werkserie bzw. vor mehreren Werken aus den Jahren 2007 und 2008. Man kann an diesen Werken sehr schön erkennen, wie Elisabeth Planck eben die Arbeit mit dem Luftpinsel-Airbrush zusammenführt mit der Arbeit mit dem Pinsel, wo sie sozusagen malerische Möglichkeiten anhand dieser beiden Techniken auslotet. Es ist eine ihrer sehr expressiven Phasen, sehr bewegte Bilder, sehr schnelle dynamische Bilder, die hier entstanden sind. Was bei Elisabeth Planck immer augenscheinlich ist, ist ein sehr souveräner Umgang mit der Farbe. Sie hat als Künstlerin tatsächlich eine sehr klare Vorstellung von der Farbe, von dem Umgang damit. Man muss auch dazu sagen, dass diese Werke alle entstehen ohne Vorzeichnungen oder ohne Skizzen. Also sie entstehen sozusagen am großen Format direkt an der Leinwand. Sie überlässt sich da sozusagen ganz dem malerischen Prozess. Das kommt sozusagen sehr tief aus ihr heraus. Sie ist aber gleichzeitig keine Künstlerin, die nicht reflektieren würde über ihre Kunst. Im Gegenteil, sie ist sehr gut vernetzt auch und hat auch sehr viel mit Künstlerkolleginnen immer wieder gearbeitet und auch diesen diskursiven Austausch über Malerei immer gepflegt. Mit Farbe wird also nicht nur gemalt, sondern auch gespritzt und wie auch immer eben es sozusagen im malerischen Prozess ihr dann am passendsten erscheint, gearbeitet. Also sehr oft ist es so, dass das Gemälde tatsächlich die Leinwand am Boden liegt und sie von rundum bearbeitet, dann diese Leinwand. Das war beim Hängen auch sehr lustig, weil es ist ja bei der abstrakten Kunst normalerweise so, dass man wissen muss, wie man das hängt. Es gibt nur eine Möglichkeit. Bei Elisabeth Planck ist es durchaus unterschiedlich. Sie hängt Bilder mal als quer, mal als Hochformat, was eben auch dafür spricht, dass sie sozusagen unabhängig von einer Richtung sind. Und so ist es eben auch beim Entstehungsprozess. Da entsteht das am Boden und die malerische Richtung ist sozusagen nicht vorgegeben, weil man sich um das Bild herum bewegen kann. Man sieht es auch dann, dass die Farben oft in eine andere Richtung fließen, als es sich jetzt von der Schwerkraft her erklären ließe, jetzt wenn sie an der Wand hängen. Also das ist sozusagen auch ein sehr offener Zugang zur Malerei, aber gleichzeitig ein sehr konsequenter, denn die Bedingungen von Malerei heißen ja nicht, dass ein Werk von Anfang an, eine Leinwand von Anfang an an der Wand hängen muss. In den 90er Jahren hatte Elisabeth Planck eine Phase, in der mehrere Aufstandsaufenthalte sehr wichtig wurden für ihr Werk. Und einer davon führte sie nach Japan und hat eine Phase in ihrem Werk begründet, die jetzt auffällig wenig Farbe enthält im Vergleich zu den anderen. Das ist die Serie Zeitcontainer, die Sie hier hinter mir sehen und die Serie Symmetrie und Symmetrie. Symmetrie und Symmetrie im Besonderen ist beeinflusst von japanischer Tuschmalerei und auch Schrift. Sie hat also eben diese Einflüsse aus Japan übernommen und hat sie sozusagen überführt in diese sehr reduzierte Malerei, beziehungsweise sind es Arbeiten auf Papier, in Wahrheit Reispapier, also auch das beeinflusst und hat Arbeiten, die mit wenigen Punkten oder einfach nur mit diesem Punktmotiv auskommen, eben überführt. Während in Zeitcontainer, das wirkt fast wie Pointillismus, ergibt sich sozusagen aus diesen vielen Punkten im Bild fast eine landschaftliche Wirkung, die fast so aussieht, wie wenn man aus der Vogelperspektive etwas betrachten würde, eine Landschaft betrachten würde, aber eben sind rein abstrakte Arbeiten, aber eben beeinflusst von diesem Aufenthalt in Japan. aber eben beeinflusst von diesem Aufenthalt in Japan. Die Rezeption von Elisabeth Planck, weil sie tatsächlich in den 80er Jahren eben schon ein sehr hochentwickeltes Werk vorgelegt hat und damals ja eigentlich eine große Malereiwelle war, also eine große Malereirezeption auch wieder gestartet hat mit den neuen Wilden, mit dieser dynamischen neuen Malerei. Das waren allerdings nur männliche Protagonisten. Das heißt, Elisabeth Planck wurde damals eigentlich, obwohl sie sicher von der Malerei her eben, man sie dort vermutet hätte in diesem Kontext, wurde sie also weniger wahrgenommen. Auch deshalb ist es uns jetzt ein großes Anliegen, ihr Werk breit zu zeigen, vielleicht etwas spät, aber nicht zu spät, und eben gerade diese hochqualitative Malerei auch in den Mittelpunkt zu stellen. you