Hallo liebe Zuseherinnen und Zuseher, meine Kamerafrau Elli und ich befinden uns anlässlich den 8. März auf der Demo zum Internationalen Feministischen Kampftag hier in Linz im Musiktheater und beim Volksgarten. Wie jedes Jahr ist es anscheinend auch dieses Jahr wieder Anlass, dass wir diese Demo begleiten und noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig das ist, hier daran teilzunehmen und für Rechte für alle Menschen einzustehen. Musik I love you. Schien, Schien, Asarie! Seit 100 Jahren gehen Frauen schon auf die Straße kämpfen für gleiche Rechte. Heute ist der internationale feministische Kampftag und der erinnert jetzt nicht nur an vergangene Kämpfe, wo unsere VorgängerInnen so viel erreicht haben, sondern erinnert uns auch daran, dass wir weiter kämpfen müssen für eine gerechte und gleichberechtigte Welt, weil wir können uns nicht ausruhen. Wir sehen es jetzt in Österreich, haben es gerade noch ein bisschen abwenden können, wir sehen es aber weltweit und in Europa. Der Rechtsruck gefährdet unsere Demokratie und Selbstbestimmung und diesem Rückschritt gilt es entgegenzutreten. Genauso ist es. Keinen Schritt zurück, nicht einen kleinen Schritt. Little girls can't be girls when there's men outside I remember the first time I was sexualized I was eight years old, riding on my bike And I was in a swimsuit cause it was hot outside I thought when I grew up into my teenage years I would have more luck, I'd have nothing to fear Till I was assaulted and frowned upon by my peers I was faulted for the way I appeared I'm not surprised and take what isn't theirs but what pleases women, lamb, money, natives in the name of Jesus I'm not surprised my rights were taken under the guise of a fetus they wanna protect the children but not when they actually need us not when they're gay, trans, homeless, poor, when they disagree only when they're in the womb but not when they're out in the streets abortion is illegal for poor women of color Wir sollten das an jedem Tag im Jahr machen, aber der 8. März ist halt nun mal so ein Tag, wo man speziell daran denken sollte und speziell aufstehen muss für die Rechte. Ich finde das ein unglaublich wichtiger Tag. Die Frauen vor uns haben schon ganz viel erreicht, aber es ist noch Luft nach oben. Ich arbeite im Kulturbetrieb und ich glaube es sind immer noch 16% Unterschied im Gehalt zwischen Frauen und Männern und das ist nicht in Ordnung. Und es gibt auch ganz viele Dinge mehr, für die wir heute auf der Straße sind. Und jede einzelne zählt heute. Weil wir einfach die Frauen unterstützen wollen, dass wir gleiche Rechte haben, die gleichen Möglichkeiten haben und genau gleich behandelt werden. Es ist einfach ein Tag, wo man darauf aufmerksam macht, dass Frauen immer noch nicht so gleichberechtigt sind, wie sie sein sollen und dass man einfach die Stimme erhebt für uns selber und auch für die, die was nicht können. Dass Frauen immer noch weniger Geld kriegen wie Männer, weil soziale Berufe einfach weniger bezahlt werden, das geht absolut nicht. Man hat gesehen, wegen der Corona-Pandemie, das sind mit Abstand die wichtigsten Berufe, die die Gesellschaft am Laufen halten und nicht irgendwelche Banker, die Geld herumschieben. Ich weiß, wahrscheinlich einer der wichtigsten Anlässe ist, zu denen man demonstrieren gehen kann, würde ich sagen, in der heutigen Zeit. Man muss schauen, was weltweit abgeht und es findet einfach eine derartige Unterdrückung statt, dass du anspeipst. Also in dem Sinn ist es fast Pflicht zu dem heutigen Tag auf die Straßen zu gehen. Warum ist es denn für dich wichtig, dass du auf die Straßen gehst? Es sind wahrscheinlich so viele Gründe, dass man es gar nicht auf einen Sitz aufzählen kann. Aber wenn es Geschichten sind, wie dass Freundinnen von mir vom Fahrrad gehen, mit dem Fahrrad nach Hause fahren, weil sie zu Fuß einfach Angst haben, dann sind das alle so kleine Sachen, die einen so ankotzen, dass es anscheinend unter der Männerschaft solche Monster gibt, dass man sich einfach als Frau am Abend nicht auf der Straße tragen kann. Und das sind so kleine Frechheiten. Es gab auch da so viel mehr, die man durchaufziehen kann, aber es kotzt mich so an. Man muss da irgendeiner von eine Partei ergreifen. ¶¶ ¶¶ Wir haben es gemeinsam gemacht. Dabei geht es um eine Organisation, die nennt sich My Voice, My Choice. Und die setzen sich ein für sichere, legale und vor allem zugängliche Abtreibung in ganz Europa. Es gibt leider nach wie vor irgendwie Länder, wo einfach Abtreibung illegal ist und gerade bei der Situation, bei der politischen gibt es Länder, wo sich die Leute fürchten müssen, dass es bald auch so werden wird. Und sie sammeln Unterschriften, genau, und das ist eine ganz wichtige Sache und deswegen haben wir uns entschieden, dass wir das schön machen. Ich kann es auch noch mal gleich oben tragen. Ah, doch. Gut. Genau. Warte, einmal nur in die Kamera. dass wir das schön machen. Ich kann es auch noch mal gleich oben tragen. Ah, doch. Gut. Warte, einmal in die Kamera. Genau, es dauert nur fünf Minuten wirklich, den QR-Code zu scannen. Man kommt auf die Seiten hin, man braucht die Passnummer, weil es dürfen nur europäische Staatsbürger unterschreiben. Leider, sonst zählen die Unterschriften nicht. Aber wie gesagt, das ist eine Unterschrift, es dauert fünf Minuten, es kann wirklich so viele Menschenleben retten, es war voll wichtig. Genau, eine Unterschrift, aber ein Riesenunterschied. Aber jetzt habe ich nur eine grundsätzliche Frage, wie schaut denn das eigentlich so in Österreich aus? Ich meine, grundsätzlich ist ja jetzt die Abtreibung bei uns nicht verboten, aber auch nicht ganz legal. Habt ihr da selber Sorgen oder so? Ja, in Österreich ist einfach das Problem, dass entgegen der weitverbreiteten Meinung, Abtreibungen nicht legal sind. Sie sind nur straffrei. Das heißt, es ist immer nur eine Straftat und es geht ja nicht nur darum, dass man jetzt irgendwie Spaß hat und dann keine Konsequenzen davon hat. Es sterben wirklich jährlich Frauen dran, weil es einfach eine medizinische Leistung ist. Es kann so viele Komplikationen geben und wenn man keinen Zugang zu so einer simplen und wichtigen medizinischen Leistung hat, stehen einem da wirklich Menschenleben am Spiel. Und es ist in Österreich momentan nur möglich, das stimmt, es ist aber auch selber zum Zäunen, es ist extrem teuer und das ist auch eigentlich wieder ein Klassenproblem, weil gerade in ärmeren Sozialschichten ist das eben einfach kein zugänglicher Service. Und somit ist es gerade Leute, die was am meisten oft brauchen, verwehrt, weil einfach so ein hoher Preis dahinter steht. Und es ist aufgrund der politischen Situation auf der Welt und eben auch vor allem in den USA, sehr wohl in Österreich auch schon diskutiert worden, ob sie es wieder anschaffen, ob sie es strafbar machen und darum ist es gerade in Zeiten wie jetzt, wo es so unsicher ist und so viel auf der Kippe steht, voll, voll wichtig, dass man sich einfach klar positioniert und auch eben solche Aktionen unterstützt. Also unterschreiben, unterschreiben, bitte! Genau, das einzige, was ich da noch hinzufügen kann, ist einfach, es ist wirklich, es geht so schnell, dass Frauen Rechte genommen werden. Man hat das wirklich auf so vielen Ländern auf dieser Erde gesehen, gerade in Amerika hat man das gesehen, wie lange Jahre Frauen dafür gekämpft haben oder Menschen dafür gekämpft haben, dass sie gewisse Rechte haben, das Recht auf Abtreibung, das Recht, zu werden, einen Körper zu entscheiden und wie schnell das geht, kann man mit einem Fingerschnippen, dass einem die Sachen wieder genommen werden. Deswegen genauso in Österreich, man weiß nicht, was passiert und es ist so wichtig, dass man kämpft, dass man sich informiert. Bildung ist ein ganz wichtiger Punkt, so wie du das auch schon gesagt hast. Einfach Zugänge schaffen, einfach die Frauen unterstützen. Es gibt sicher Abtreibungen, die verhindert werden können, wenn die Frauen die nötige Unterstützung erhalten, finanziell, aber auch genauso das Umfeld, eine soziale Unterstützung. Also es gibt so viele Sachen, die so wichtig sind. Und ein sicherer Zugang zur Abtreibung gehört dazu, auf jeden Fall. Das Symbol haben wir uns sozusagen ausgeliehen von den südamerikanischen Frauen, die das schon länger verwenden, um gegen die Gewalt gegen Frauen zu protestieren, die dort viel viel stärker ist noch als bei uns. Aber das Besondere ist, bei uns in Österreich gibt es relativ wenig Gewalt, körperliche Gewalt, die mit Todesfolgen. Aber bei uns gibt es mehr tote Frauen im Jahresdurchschnitt als Männer. 2018 waren es 41 tote Frauen und das ist Weltrekord, nämlich im Verhältnis. Verhältnis dazu, dass es ganz wenig Morde gibt. Und dagegen wollen wir protestieren. Und die Hand vor den Mund heißt einfach, man macht Frauen mundtot. Sie sollen über diese Gewalt schweigen und sie sollen sie erdulden, was die Leute eh tun. Wie Sie eben schon erwähnt haben, Österreich hat eine der höchsten Femizidraten innerhalb von der EU, innerhalb von Europa. Was macht das mit Ihnen, dann eben auch hier zu leben sozusagen und quasi mit dieser Tatsache im Alltag damit umzugehen? Es ist empörend. Es ist insofern empörend, als wir ja wissen, dass die Frauen den überwiegenden Großteil der unbezahlten Care-Arbeit machen, einen unbezahlten Großteil der unbezahlten Care-Arbeit machen, die bezahlte Arbeitszeit verringern, damit sie die unbezahlte überhaupt leisten können. Auf diese Weise weniger Lebens-Einkommen erzielen, auf diese Weise weniger Pensionsbeiträge einbringen und auf diese Weise in die Altersarmut rutschen. Und dafür kriegen sie null, nicht nur kein Geld, sondern auch null Respekt. Und das ist so empörend, das zerreißt mich fast. Und zwar seit ich eine junge Frau bin, seit ich sukzessive habe ich dann dazu erfahren, was da gespürt wird. Und jetzt bin ich 70 und stelle fest, so wenig hat sich geändert. Und das macht mich wütend. Und was ist dann Ihre Motivation, eben hier auf die Straße zu gehen und am 8. März sozusagen dann auch teilzunehmen und zu zeigen, dass Sie empört sind? Ja, das genau ist es. Diese Wut. Ja, genau. zu gehen und am 8. März sozusagen dann auch teilzunehmen und zu zeigen, dass sie empört sind. Ja, das genau ist es, diese Wut. Aber was bedeutet für Sie dann der 8. März? Der 8. März ist der Frauentag, an dem uns klar werden soll allen, ohne Frauen geht gar nichts. Und darum gehe ich hinterher mit meinen Freundinnen, dieses Plakat ertragen am Rücken, noch in den Film, ein Tag ohne Frauen, wo praktisch zum 50. Jahrestag, nicht ganz, aber zu 50 Jahren, Streik in Island praktisch eine Doku gebracht wird. Weil ich der Meinung bin, wir müssen demonstrieren, dass ohne uns das Werkeln nicht funktioniert. Und der letzte Doofi muss das auch verstehen. Und deswegen müssen wir auf die Straßen gehen. Und zwar auch die Männer. Also ich wünsche mir vor allem von Teilen der Gesellschaft, wir sind ja alle betroffen, aber ich meine, Männer sind vom Patriarchat nicht so sehr im Nachteil. Ich denke schon auch im Nachteil. Kannst du persönlich da was dagegen machen? Und wenn ja, was machst du dagegen? Ich kann Frauen auf jeden Fall... Ich kann Frauen unterstützen, indem ich schaue, dass gehört werden in jeder Konversation, dass vielleicht nicht nur Männer die tendenziell lauter reden und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die Aufmerksamkeit kriegen, sondern auch eben Frauen. Ich finde es einfach wichtig, aus Mannen Zeichen zu setzen, weil einfach heutzutage nicht mehr okay ist, dass Frauen auch für die gleichwertige Arbeit noch weniger verdienen als Männer zum Beispiel, unter anderem. Betrifft dich das Patriarchat auf eine gewisse Art und Weise? Kriegst du das selber irgendwie mit in deinem Alltag? Ja, ich glaube, das kriegt man auf verschiedene Ebenen mit, sei das jetzt im Beruf, in der Freizeit. Ich glaube, dass Männer ein Stück weit unter dem Patriarchat leiden, weil sie vielleicht das Gefühl haben, Emotionen oder Gefühle nicht zeigen zu können oder auszudrücken. Und darum bin ich halt da, einfach um ein Zeichen zu setzen für eine möglichst gleichberechtigte Gesellschaft. Was ist mein Wunsch? Mein Wunsch ist, dass die Leute endlich realisieren, speziell die Männerschaft, dass Männer so arg von einer feministischen Bewegung profitieren können, es fällt endlich ein toxisch maskulines Bild weg. Ich muss mich nicht mehr mit Leuten deppert in die Straße hauen, sondern kann mich einfach hinsetzen, wenn ich Frust habe zu weinen beginnen und es ist trotzdem ein männliches Bild. Man muss ja nicht mehr unbedingt nach seinem Geschlecht definieren, es ist ja eigentlich komplett Wurscht. Und das war für mich vielleicht einfach das Wichtige. Ich möchte mich nicht nach Geschlecht definieren, unbedingt, weil es für mich mehr oder weniger keine Relevanz hat und andere Personen sollen sich nicht mehr danach definieren müssen, weil sie dadurch unterdrückt werden. Es ist ein schöner Tag, um... Demonstrieren zu gehen. Für unsere Rechte zu kämpfen. Um für eine menschliche Zukunft, für eine feministische Zukunft zu kämpfen. Um für Frauenrechte einzustellen. Wie jeden Tag. Jeder Tag ist ein guter Tag für das. Smash the page Rocky! Danke dir!