Einen schönen Nachmittag, Silvana Steinbacher begrüßt Sie herzlich bei Literatur im Dorf. Sie vertraut darauf, dass ihre Figuren und deren Sprache ihre eigenen Regeln finden. Zu Gast bei mir ist heute Teresa Doppler. Zurzeit ist ihr vielfach ausgezeichnetes Stück Monte Rosa im Linzer Landestheater zu sehen. Teresa Doppler ist 1990 in Linz geboren, in Alkofen aufgewachsen. Sie studierte an der angewandten Sprachkunst und war Teilnehmerin beim Dramaforum Graz, um nur einiges zu nennen. Und ich freue mich, mit ihr heute über ihre Stücke, auch über ihre Figurenzeichnung und über einiges mehr zu sprechen. Und ich begrüße jetzt Teresa Doppler ganz herzlich. Ich habe vor einiger Zeit dieses Stück eben, das ich erwähnt habe, Monte Rosa im Landestheater gesehen. Und da geht es ja um zwei Bergsteiger, eine Bergsteigerin, die besessen sind von ihrer Selbstoptimierung. Also das war so ihr Thema oder auch die Gesellschaft, die sie zeichnen wollten und eben da die Bergsteiger sozusagen oder die Bergsteigerwelt gewählt haben als Folie sozusagen. Ja, ich, sagen wir mal, dieses Thema Selbstoptimierung, das ist jetzt schon so ein Schlagwort natürlich. Ich glaube, diese Figuren sind im Grunde fiktive Figuren und sind stark überzeichnet. Und die begegnen einander, checken sich ab auf Fitness, auf Alter, auf psychische, immer wieder sich gegenseitig übertrumpfen. Und das ist eine Überspitzung von Dingen, die man vielleicht erlebt in unserer Welt. Aber ich streue mich immer auch ein bisschen dagegen, dass man sagt, das ist eine Metapher. Ich finde, dass das doch eine sehr, sagen wir mal, eigenständige Welt ist und auch eine sehr absurde Welt. Also für mich war das eigentlich so eine Fiktion. Auch diese Bergwelt, die, sagen wir mal, sich da anbietet, weil es keine Infrastruktur gibt am Berg und keine menschlichen Zeichen eigentlich. Das heißt, man hat die Möglichkeit, dass man da wie auf so einer blanken Fläche eigentlich eine Welt entwirft, ohne dass man alles miterfinden muss. dass man alles mit erfinden muss. Also man kann eine Art Dystopie zum Beispiel schreiben, ohne dass man jetzt die ganzen Parameter sich überlegen muss. Also einfach nur diese Figuren am blanken Fels. Ich finde, es ist im Grunde ein sehr absurdes Stück und streift natürlich dann diese ganzen Themen, die Sie erwähnt haben. Aber mich hat mehr diese Fantasiefiguren und diese Fantasiewelt interessiert. Es sind ja auf sich gestellt, auch diese Figuren da. In dieser Bergwelt ist man einfach auf sich gestellt. Genau. Die tun zwar so stark und so groß und ziehen sich voreinander aus und zeigen sich die Muskeln, aber wenn man auszoomen würde, wären die dann trotzdem ganz verlorene kleine Gestalten im Berg. Das habe ich versucht, immer mitzudenken. kleine Gestalten im Berg. Das habe ich versucht, immer mitzudenken. Es sind ja auch keine Figuren, habe ich mir da immer gedacht, wie ich es gesehen habe, denen man jetzt auf der Straße begegnen würde, sind irgendwie so schemenhaft. Würden Sie dem zustimmen, dass das Kunstfiguren sind auch? Ja. Mich hat eben interessiert, wie kann ich also das sind ja Figuren, die, ich bezeichne sie als Bergsteiger. Ich würde aber sagen, die kamen vielleicht irgendwo mal aus einer Bergspalte gekrochen. Ich weiß gar nicht, wie man sich das vorstellen soll, aber die haben keinen Beruf. Die gehen jetzt nicht heim und legen sich irgendwo schlafen. Die putzen sich nicht die Zähne. Die sind komplett haben keine Biografie komplett entfernt von jeglicher Realität. Mit dieser Bergwelt. Entsprungen diesen Berg und die bleiben auch ewig auf diesem Berg. Also mit dem Beruf, das habe ich mir auch gedacht, irgendwann einmal beim Zuschauen, weil die eine gesagt hat, gestern war ich da und ich war da schon, ich weiß nicht, hundertmal und so. Ich muss sagen, ich kenne mich ja bei der Bergsteigerwelt gar nicht aus und ich habe zunächst einmal gedacht, Monte Rosa ist ein Fantasieberg. Aber diese Strecken, das gibt es ja offensichtlich alles und das haben Sie recherchiert. Genau, ich habe versucht, diese Routen, die da beschrieben werden, zu recherchieren und gleichzeitig ist diese Bergwelt so fiktiv auch zusammengesetzt. Was heißt fiktiv? Man weiß einfach nicht, wie viel Zeit dazwischen auch vergeht, zwischen den einzelnen Szenen. Also da ist man manchmal in den Dolomiten, dann ist man am Matterhorn, dann ist man, also das sind wahnsinnige Distanzen, die die zurücklegen, beziehungsweise vergeht da offenbar auch viel Zeit dazwischen, dass diese Strecken zurückliegen können. Ja, aber diese einzelnen Routen gibt es schon wirklich, die ich dann erwähne. Genau. Aber die haben ja Zeit offensichtlich. Weil die haben auch nichts anderes zu tun. Die sind ewig gefangen, wie in so einer Art Hölle auch vielleicht. Also diese Bergsteiger-Hölle. Die machen nichts anderes. Und irgendwann heißt es dann auch, das ist ein Bergsteiger Hölle, die, genau, die machen nichts anderes und irgendwann heißt es dann auch, ja, das ist halt, das ist ein Bergsteigerleben, also, das, ja, die kommen da nicht raus und am Schluss glaube ich, genau, stehen sie am Gipfel und dann sehen sie die Küste und das gibt's, das ist tatsächlich, ich glaube, von irgendeinem Gipfel sieht man, ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt wirklich stimmt, aber jedenfalls sehen die Figuren die Küste in Ligurien und sagen dann, sie wüssten jetzt auch nicht, wie sie da hinkommen sollten. Also der eine fragt den anderen, warst du schon mal an der Küste? Und er sagt, nein. Aber er ist auch seltsamer Bergsteiger an der Küste irgendwie. Und sie wüssten auch gar nicht, wie sie da hinkommen. Also so. Sie tragen ja auch keine Namen, gell? Die sind irgendwie namenlos. Und auch geschlechtslos eigentlich. Im Grunde genommen ja. Im Text. Im Text. Ja, ja. Dieses Stück ist ja schon zehnmal inszeniert worden und vielfach ausgezeichnet. Also jetzt abgesehen von, ist natürlich schwierig, wenn ich Sie das frage, abgesehen von der Qualität des Stückes, aber glauben Sie, dass Sie da auch so diesen mit den Themen, auch so die, die den Puls der Zeit treffen? Ja, ich vermute, dass ich irgendeinen Nerv treffe. Ja, ich vermute, dass ich irgendeinen Nerv treffe. Ich glaube aber auch, dass dieses Stück vielleicht so reizt, weil einem als Regie viel freigestellt bleibt. Also der Text ist eben, was die Figuren betrifft, wie man die anlegt. Weil der Text ja so in der Schwebe bleibt oft, hat die Regie einfach sehr viele Möglichkeiten und das heißt, jede Inszenierung kann auch wieder ganz anders irgendwie sein und außerdem sind es nur drei Schauspieler, das sind auch die Theater immer froh, wenn es nicht so viele Schauspieler braucht. Schauen wir uns vielleicht einmal einen Ausschnitt bitte an aus Monte Rosa im Linzer Landestheater. Der wichtigste Muskel eines Bergsteigers ist sein Gehirn. Man fühlt sich wie neu geboren, wenn man so hoch oben ist. Findest du nicht? Wie lange lebst du schon? Fast 30 Jahre. Sind wir jetzt Partner? Ja, warum nicht? Zumindest vorübergehend. Ja, ja, einmal vorübergehend. Der wichtigste Muskel eines Bergsteigers ist sein Gehirn. Ich habe mir überlegt, ob du vorübergehend mein Partner sein könntest. Vielleicht funktionierst du ja gar nicht. Du wirst sehen, ich funktioniere. Ja, ja, das werden wir sehen. Steinschlag. Was hast du gesagt? Habe ich was gesagt? Ja, das Stück Monte Rosa ist übrigens noch bis 26. April im Linzer Landestheater zu sehen. Was mir auch aufgefallen ist, ist so ein Punkt, diese Figur, die wir da gesehen haben, auch mit dieser roten Mütze, erwähnt einmal, dass sein Partner, mit dem er offensichtlich doch einige Zeit zusammen war, plötzlich nicht mehr zu sehen war. Also das heißt, das kommt dann so durch, der könnte ja auch tot sein, aber besonders interessiert ihn das nicht. Sind Ihre Figuren empathielos oder haben die allgemein wenig Empathie? Diese Figuren auf jeden Fall. Also da ist Ihnen irgendwas abhandengekommen. Ich habe mich immer gefragt, haben die das verlernt oder haben die das noch nicht gelernt oder wo befinden wir uns überhaupt in der Zeit, aber mich hat gereizt, da so menschliche Konventionen zu brechen die ganze Zeit. Also oder gefühlerwartbare Gefühle oder das, was ein Mensch fühlen sollte oder normalerweise fühlt, einfach umzudrehen. Und dass zum Beispiel, wenn da jemand abstürzt, dass die dann eben so, also die wissen gar nicht, das ist nicht so, dass die bösartig sind oder dass sich die freuen darüber, sondern das ist einfach, das bedeutet ihnen gar nichts. Also die sind so komplett losgelöst von jeglichen menschlichen Regungen, losgelöst von jeglichen menschlichen Regungen, entwickeln dann schon eigene Regungen. Also im Laufe des Stücks, glaube ich, fängt da schon was auch zu arbeiten an in denen und die entdecken dann auch irgendwie die eigene Zerbrechlichkeit. Aber auch wie die sich begegnen und wie die dann eben sich voreinander ausziehen, um den Körper zu und zu axieren und die Fragen, die sich die stellen und das ist so, also das hat eben was ganz Unmenschliches und das war für mich so interessant, eben Figuren zu schreiben, wo man mal alles hinterfragt, also wo man auf dem Nullpunkt eine Figur, wo man sich in jedem Satz eigentlich fragen muss, können die das denken? Also so wie, als wäre das so ganz weiß, also ein weißes Blatt Papier und die, man muss sich immer fragen, können die das jetzt denken? Können die das fühlen? Was, also nichts, nichts, äh, äh, muss aber sehr schwierig sein, stelle ich mir vor. Also Figuren, wie Sie sich jetzt gerade gezeichnet haben, ist doch äußerst schwierig, denke ich mir. Es ist dann schwierig, weil man fragt sich natürlich, was passiert dann zwischen den Figuren? Es muss ja dann doch, es kann sich nicht totlaufen in dieser Brutalität. Genau, und das wollte ich auch auf jeden Fall vermeiden. Und dann vielleicht möglicherweise monoton werden könnte oder so. Und dass das auch sinnlos wird. Also, dass man sagt, okay, was sehe ich dann? Was sehe ich da an, wenn das so brutal und so? Aber eben dann genau den Moment zu finden, dass die Figuren auf ihre eigene Weise irgendwie anfangen, da nachzudenken oder sich zu beobachten. Es fängt ja auch an damit, dass der eine den Helm verliert und der andere findet diesen Helm und gibt ihm diesen Helm. Naja, das ist so ein Moment, da hat jemand was verloren, also das ist ein bisschen verdächtig, für den ist er offenbar nicht so konzentriert und es sollte einem Bergsteiger natürlich nicht passieren, so sagt er, seine Ausrüstung zu verlieren. Da ist nicht alles, da stimmt nicht alles bei dem. Was löst das in mir aus? Ist das wirklich nur schlecht oder ist es auch interessant oder ist es auch lustig vielleicht? Und dann, ich glaube, es beginnen so kleine Denkprozesse der erfindet was. Also er erzählt dem einen was, was gar nicht stimmt und der andere wundert sich dann so, als hätte das erste Mal jemanden gehört, dass wer was erfindet oder einen Scherz, das ist ja auch eine Kulturtechnik, einen Scherz zu machen. Diese Fantasiewelt ist immer auch ein wenig abhandengeguckt, offensichtlich. Also mich interessiert ja auch immer besonders, wie Figuren entstehen. Also Sie haben gesagt, das ist ja ganz ein eigener Ausgangspunkt, dass Sie darauf vertrauen, dass Ihre Figuren und deren Sprache Ihre eigenen Regeln sind. Aber irgendwann einmal müssen Sie ja eine gewisse Mindestvorstellung haben von einer Figur. Mindestvorstellung haben von einer Figur. Mindestvorstellung? Ja, nein, meine ich nicht abwertend. Ich so, nur weil Sie sagen, Sie finden sie dann, Sie finden sie dann ihre Sprachen und finden sich selbst. Naja, sie müssen sich irgendwann mal so minimal voneinander unterscheiden vielleicht. Das hilft dann schon so, dass man sagt, okay, die eine Figur ist vielleicht eher so, die andere eher so, obwohl sich die alle sehr ähneln, aber trotzdem kriegen die dann so ein bisschen Umrisse. Und es ergibt sich tatsächlich, glaube ich, eine Theaterfigur nur aus dem, was sie von sich gibt. Oder bei mir zumindest. Ich entdecke dann bei jedem Satz, den sie von sich gibt. Oder bei mir zumindest. Ich entdecke dann bei jedem Satz, den sie von sich gibt, denke ich mir so, aha, okay, jetzt hat sich das von sich gegeben. Die Figur behauptet sich selbst die ganze Zeit. Ich finde es auch viel spannender, diesen Prozess nachzugehen, als von vorhin an eben zu sagen, das ist eine Anwältin, die hat zwei Kinder und ist leicht cholerisch, hat eine schwierige Vergangenheit. Also, dass man schon das so vollpackt mit dass man eher sagt, okay, was gibt eine Figur von sich und wo bringt mich das hin? Die formt sich selbst so. Ja, verstehe ich. Es ist ja auch, also stelle ich mir vor, beim Dramatiker oder bei der Dramatikerin besonders schwierig im Gegensatz zur Prosa, dass ja alles in Gesagten liegt. Also man kann jetzt nicht wie bei der Prosa das Innenleben beschreiben und was die Figur getan hat und wie sie dazu gekommen ist, sondern das muss alles in Dialogen sein. Ja, und es darf eben nicht gesagt werden. Genau. Das ist, glaube ich, das Reizvolle, aber auch das Schwierige, dass man sagt, man zeigt etwas, ohne es auszusprechen. Also man vermittelt, glaube ich, in der Dramatik oder bei Dialogen, wie schaffe ich ein starkes Gefühl oder einen starken Konflikt, ohne ihn zu benennen? Also was mir besonders gut gefallen hat, war die Aussage von Ihnen, ich möchte die Dinge aufbrechen und ausloten. Also Sie haben es teilweise schon angesprochen. Also das betrifft dann auch die Sprache, die Sie finden für Ihre Dramen, nehme ich an. Ja, so ein Schreibprozess, glaube ich, ist wie so eine Art Forschungsreise auch, wo man am Anfang vielleicht eine Art Versuchsanordnung hat, die irgendwie eine Spannung mal herstellt. Und dann schickt man eben die Figuren los und geht ihnen hinterher, so würde ich es beschreiben. Und man muss sich auch selbst überraschen, glaube ich, in dem Ganzen, weil was man sich ausdenken kann, jetzt was ich mir ausdenken kann in der The man, das dauert ja auch lange, das ist ja ein Prozess, wo man dann irgendwieken. So wenn man sich am Tisch hinsetzt und nachdenkt, am Reißbrett so, fallen einem viele Dinge, glaube ich, nicht auf oder ein. Das heißt, sie reflektieren dann immer wieder die Figuren auch. Schon dazwischen. Und ich weiß nicht, gestalten sie um oder... Und schreibe auch viele Versionen von einem Stück. Aha. Ja, muss man aufpassen, dass es nicht zu viele werden. Dass man irgendwann aufhört. In Zehnklassen. Genau. Ich sage es jetzt ganz banal, zu dringend mit sich sein. Ja, genau. Also Sie haben ja schon mit Mitte 20 ihr erstes Stück geschrieben, Was wir wollen. Der Titel ist ja eigentlich genau das, spiegelt das wider, was diese drei Figuren, finde ich, so gar nicht wissen. Also da geht es so um drei Geschwister, die nach Andalusien fahren, weil sie dort das Haus der Mutter geerbt haben, die verstorben ist. Ich habe mich da so ein bisschen zurückgerinnert, ich bin jetzt eine ganz andere Generation, aber ich habe mich so in diesem Alter auch irgendwie orientierungslos gefühlt. War das so auch das Gefühl Ihrer Zeit, dass Sie da so ein bisschen hineinverpackt haben? Das weiß ich gar nicht. Das ist auch schon so lange her, dass ich das Stück geschrieben habe. Ich weiß auch gar nicht, ob das damals was mit mir zu tun hatte. Ja, was man wahrnimmt. Ja, wahrscheinlich schon. Also dieses, was fängt man mit dem eigenen Leben an und immer dieses Weiter und das Nächste. Die will dann nach Spanien ziehen, die will da sesshaft werden und dann denkt sie aber, naja, dann doch lieber noch woanders. Also so eine Rastlosigkeit vielleicht, ja, die schon. Aber ich würde das jetzt nicht auf meine Generation, also ja, das Stück, aber das ist schwierig, das Stück, das ist schon so weit weg von mir, Mir fällt es richtig schwer, auch darüber nachzudenken, merke ich. Also das ist dann schon irgendwann auch einmal abgelegt. Ja, ja. Also es liegt jetzt ein bisschen nahe, so von mir aus gesehen, weil ich habe jetzt gerade so eine Biografie gelesen über den Tschechow. Und Tschechow war ja ein Dramatiker, der wirklich mit voller Autorität die Schauspieler, die Regisseure Anweisungen gegeben hat. Also so nicht. Und er will das ganz anders. Und er schreibt ihnen jetzt noch einmal Anleitungen. Und wie geht es Ihnen? Nehmen Sie dann die Inszenierungen zur Kenntnis oder geben Sie sanfte Ratschläge oder schauen Sie sich die Proben gar nicht erst an? Nein, die Proben schaue ich mir tatsächlich nicht an, weil ich auch meistens nicht eingeladen werde. Also am Anfang schon bin ich manchmal gekommen, aber jetzt irgendwie hat sich das aufgehört. kommen, aber jetzt irgendwie hat sich das aufgehört. Ich schaue mir aber natürlich die Inszenierungen dann sehr gerne an, also das will ich schon, also nicht alle, aber ich versuche das schon mir anzusehen. Natürlich habe ich eine Vorstellung, also ich glaube, ich habe schon einen Geschmack, wie jeder Mensch natürlich. Ist ja auch das eigene und ich weiß dann auch ob mir etwas gefällt und ich weiß auch warum es mir gefällt oder warum es mir nicht gefällt aber ich weiß auch, dass ich nie Regie führen könnte, also ich weiß auch nicht wie man das überhaupt schaffen kann in sechs Wochen so ein Stück auf die Beine zu stellen. Ich habe da auch großen Respekt davor. Und ich wüsste auch nicht, wie man mit Schauspielern umgeht. Man muss ja mit denen arbeiten können. Also wie sagt man jemandem Spiel so oder so, ohne dass man es ihm selbst vorspielt? Das braucht ja auch eine Sprache dazu. braucht auch eine Sprache dazu. Also ich wüsste nicht, wo ich da anfange. Und ich weiß, dass es absolut sinnlos ist, in Texte irgendwelche Anmerkungen zu machen, so Regieranweisungen, weil die werden sowieso nicht eingehalten. Und ich will es auch nicht, weil es einfach nicht elegant ist. Also genau. und das und, also, genau. Also, ja. Aber, ja, ich, ich genieße es immer sehr, wenn ich merke, dass ein Regisseur oder eine Regisseurin keine Angst hat und, also, keine Angst vor Spannungsabfall, keine Angst, keinen Stress, so, und das spürt man, finde ich. Also, wenn die Inszenierung so ganz in sich ruhend sich entfalten kann und nicht so, man das Gefühl hatt man, finde ich. Wenn die Inszenierung so ganz in sich ruhend sich entfalten kann und nicht so, man hat das Gefühl, da hat wer Angst, dass es zu wenig ist. Oder dass es runtergeht. Sie als A-Dramatikerin. Das spüre ich. Wenn ich diese Angst dahinter spüre. Oder auch bei den Schauspielern. Das ist, glaube ich, ganz schade. Unsicherheit. Unsicherheit. Also mir ist auch aufgefallen, um jetzt auch zu ihrer, zum Werden ihres Berufes auch zu kommen. Sie haben sehr viel Zeit und sehr viel in ihrer Ausbildung in Anführungszeichen. Weil, also ich bin Schriftsteller fast von Ausbildung her. Es gibt es ja immer noch wirklich nicht ohne Dramatik. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Also würden Sie sagen, es hat Ihnen viel gebracht, auch fürs jetzige Arbeiten? Ja, doch. Ich habe ja Sprachkunst studiert an der Angekannten, genau. Da war ich noch sehr jung, da war ich, das war zwischen 20 und 23 und ich würde sagen, das ist ein großartiges Institut und ich habe das sehr genossen, diese Zeit, auch die Klasse, die wir da waren und einfach so 14 Menschen, die alle Schriftsteller werden wollen, das ist so eine sehr schöne Stimmung und auch ein Rahmen, sich auszuprobieren und das vor sich zu rechtfertigen, dass man sagt, okay, man nimmt sich mal drei Jahre und studiert sozusagen und kann aber da dann einfach mal das Schreiben sich dem widmen. Aber das, genau, da war ich wahrscheinlich auch noch zu jung, um da wirklich viel mitzunehmen. Und da hat es auch noch andere Sachen, also das war eine Phase, wo mich auch noch viel anderes interessiert hat, sagen wir mal so, im Leben. Und was mich sehr geprägt hat, war das Forum-Text, dieser Lehrgang, der geht über zwei Jahre, das war halt 2018 bis 2020. Der ist geleitet eben von Edith Draxl von UNITÉ, das ist ein Verein aus Graz, die sich eben verschrieben haben der Förderung von Dramatikerinnen und Dramatikern und ganz viel auf die Beine stellen. Und Peter Waterhaus, der als künstlerischer Mentor dabei ist. Sein Blick auf Texte hat in mir ganz viel bewegt und ausgelöst. Es ist ja dann so, dass man eigentlich die eigenen Texte immer mitbringt und darüber spricht und die liest und dann einfach diskutiert und wie er, was er da drinnen für sich rauspickt und entfaltet, das ist einmalig und da ist schon was so ins Rollen kommen bei mir oder du hast das Gefühl gehabt, da habe ich dann nochmal mehr zu meiner eigenen Sprache auch gefunden oder zu meiner eigenen Form. Wenn einem das jemand so, weil das eigene ist ja einem auch oft, man sieht das eigene oft nicht. Und wenn einem das dann wer zeigt und man das erkennt, dann kann das eine große Kraft irgendwie sein, wenn einem das bewusst wird, dann kann das eine große Kraft sein, wenn einem das bewusst wird. Also davor, natürlich bevor Sie da Teilnehmerin waren, war schon klar, dass Ihnen das Dialogische mehr liegt. Das haben Sie bemerkt an der Angewandten, nehme ich an. dass irgendwie mich diese Form, also das Theaterstück, diese doch sehr strenge Form, aber auch sehr luftige Form, da ist ja nicht alles auserzählt und nicht alles, also es ist ja viel zwischen den Zeilen und man hat gar nicht die Zeit, alles auszuerzählen, sondern es ist oft nur eine Zeile und dann geht was auf, was gar nicht näher ausgeführt wird. Also dieses komprimierte, reduzierte hat mir auch gelegen, glaube ich, mehr als dieses breite Erzählen. dieses breite Erzählen. Und ich glaube, dass einfach sprachlich, dass man nochmal anders arbeiten kann. In Österreich hat das eine große Tradition, die Kunstsprache im Theater, mit Bernhard und Jelinek. Dass das einfach sprachlich sehr interessant sein kann. Und dass man eine Sprache wählen kann, die man vielleicht im Roman nicht durchhalten würde. Das sind ja auch, nehme ich an, auch Autorinnen und Autoren, die innen liegen. Ja. Auch das Absurde? Ja, genau. Und ich glaube, ich bin auch eigentlich zum Theater gekommen übers Lesen von Theaterstücken. Also ich bin am Anfang auch gar nicht so viel ins Theater gegangen. Aha, interessant. Ja, das habe ich dann, jetzt gehe ich sehr viel ins Theater, aber das eher eben Thomas Bernhard und aber auch Beckett und UNESCO und Harold Pinter und das hat mich wahnsinnig fasziniert, wie da eben das Absurde, wenn da so die Realität kippt plötzlich in was, wenn es einen in den Boden so wegzieht und Das ist auch nicht komisch, ist dann auch sozusagen finde ich so in ihren Stücken, es kommt auch nicht zu kurz, gell? Ja, ja, oft wundert es mich dann, an welchen Stellen das dann lustig ist in der Inszenierung, das sind oft ganz andere Stellen, als man selbst beim Lesen sich denken würde. Und man darf auch nicht, also ich glaube, man sollte gar nicht versuchen, witzig zu sein, sondern das ist eher so ein Humor, das sich ergibt so irgendwie. Na, bewusst witzig ist es. so ein Humor, der sich ergibt so irgendwie. Na, bewusst witzig ist es. Ja, es ist dann meistens eher traurig. Ich finde es dann die traurigsten Stellen. Aber nicht peinlich traurig, sondern einfach traurig. Also es ist so lustig, wie sich das umkehrt. Aufgefallen ist mir auch bei Ihren bisher vier Stücken, sie sind eigentlich so von der Thematik her alle doch sehr unterschiedlich. Also ich habe das, was wir wollen, habe ich erwähnt und auch Monte Rosa und möchte noch das Weiße Dorf, da handelt es, also man könnte nur Gegensätze finden jetzt von der, also Monte Rosa ist am Berg, das Weiße Dorf am Wasser. Vielleicht sagen Sie noch, bevor wir den Ausschnitt sehen, ein wenig ein paar Worte zu diesem Stück. Ja, das ist ein Stück, das spielt auf einem Kreuzfahrtschiff, das sich am Amazonas entlang bewegt. Und da begegnen sich zwei Figuren wieder, die sich lange nicht gesehen haben, zufällig wieder, ein ehemaliges Liebespaar, man weiß nicht genau, ob die wirklich ein Paar waren, jedenfalls waren die mal sehr verliebt und sind jetzt mit den neuen Partnern auf diesem Kreuzfahrtschiff und treffen sich da zufällig und dann ist es eigentlich das ganze Stück das Gespräch zwischen den beiden, die treffen sich immer wieder an der Reling und reden. Und es wird einfach klar, dass da sehr viel noch da ist am Gefühl. Und gleichzeitig sind die aber so High Performer, auch so Ende 30, die auch sehr pragmatisch und kühl dann oft in ihren Bemerkungen und ihrem Lebensgefühl. Also das wäre schon auch wieder so eine Parallele zu Monte Rosa. Die sind so ein bisschen verwandt, diese drei Stücke. Ja, schauen wir mal hinein, bitte. Hallo, Jean. Gut, unmöglich. Ich habe dich gesehen, als du an Bord gegangen bist, aber ich dachte, das kannst unmöglich du sein. Ich weiß, du siehst jemanden und denkst, diese Person kenne ich, dabei ist es ein Fremder. Ja, genau das dachte ich mir, als ich dich gesehen habe, dass das eine Fremde ist, die dir ähnlich sieht. Aber jetzt bist du es wirklich. Ja. Keine Fremde. Nein. Hast du mich gleich gesehen? Beim Einsteigen habe ich dich nicht gesehen, aber jetzt an Deck habe ich dich sofort erkannt. Ich bin an der Reling gestanden, du hast mich nur von hinten gesehen. Ich habe dich auch von hinten sofort erkannt. Woran? An der Art, wie du stehst und wie du den Kopf hin und her drehst, wenn du schaust. Daran hast du mich erkannt? Ja. Haben wir schon? Nein, ich denke nicht. Ich bin mir nicht sicher. Denkst du, wir fahren schon? Sie waren ja vor drei Jahren in Mexiko mit diesem Stück, das Weiße Dorf, zum Festival Theaterwelt eingeladen. Interessant ist ja auch zu beobachten, wie ist da der Zugang zum Theater? Was haben Sie denn da, ich weiß nicht, wie lange Sie da waren, aber was haben Sie denn da beobachten können? Das ist eine sehr spannende Frage, hat mich auch sehr beschäftigt im Nachhinein. im Nachhinein. Ich war nur zwei Wochen dort und dann gab es so eine aninszenierte Lesung von dem Stück. Also es war keine ganze Inszenierung, aber doch sehr aufwendig und sehr gut gemacht. Und dann gab es auch Gespräch mit Publikum und dieses Stück spielt eben am Amazonas. Ganz viel, also viele Gespräche gehen auch darüber, dass die Figuren so auf die Landschaft schauen und auch über Brasilien und über diese Einheimischen und was man einfach so im Amazonasgebiet sieht. Also auch irgendwie ein kolonialer Blick wahrscheinlich und diese reiche Schikaria, die sich da am Schiff entlang bewegt. Und in Mexico City wurde das dann teilweise sehr kritisch aufgenommen. Was ich verstehe, weil ich glaube, das Stück ist ein Stück für europäisches Publikum. Mich hat es auch gewundert, warum sie dieses Stück ausgewählt haben. Wobei zu sagen, es ist für europäisches Publikum, ist auch falsch, weil das große Thema des Stücks ist ja ein anderes und ein universelles Thema. Da geht es um, das ist eine Liebesgeschichte, aber da geht es auch einfach um die moderne Welt und um die moderne Arbeitswelt, um Kapitalismus und wie das unsere Beziehungen beeinflusst und das beschäftigt sicher die Mexikaner genauso wie uns. Aber trotzdem schwingen dann so Sachen mit. Man merkt, das hat ein bisschen einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen bei manchen. Und das hat mich sehr beschäftigt nachher. Und ich war auch froh, das mal in diesem Licht zu sehen. Ich würde nichts anderes machen an dem Stück und ich finde, das soll genauso sein. Und diese Figuren sind einfach diese Reichen mit Ende 30-Jährigen, die sich da diese Kreuzfahrt leisten und dekadent auch sind in ihren Ansichten. Aber ja, das hat natürlich eine ganz andere Wirkung dann so. Interessant. Sie haben die Kritik angesprochen. Wie gehen Sie denn mit Kritik um? Trifft Sie Kritik sehr? Oder nehmen Sie es hin? Ich glaube es immer nicht so ganz, wenn mir ein Künstler sagt, das ist mir so egal. Egal ist es einem nicht. Es kommt darauf an, von wem sie kommt. Ja, es kommt darauf an, von wem sie kommt. Und wie, ja, wenn ich das Gefühl habe, ich kann es besser nehmen, wenn ich das Gefühl habe, da hat wer vielleicht sogar recht, weil dann finde ich es interessant und dann denke ich mir, okay, da kann ich mir was nehmen. Wenn ich mir denke, da hat jemand einfach nur mit so Scheuklappen seinen Blick darauf, einen sehr engen Blick darauf, dann denke ich mir so, ja, okay, das nervt mich dann. Ja, ja, verstehe ich. Aber darauf, dann denke ich mir so, ja okay, das nervt mich dann. Ja, genau. Verstehe. Aber nein, also es hat mich noch nicht jetzt komplett zerstört oder so. Es war nicht auch, ja und es gibt ja dann auch oft positive und dann schlechtere Kritiken und dann denkt man sich, okay. Ja. auch oft positive und dann schlechtere Kritiken und dann denkt man sich, okay. Also das ist ja eine Frage, die ja auch immer den Regisseuren und den Schauspielern und Schauspielerinnen gestellt wird. Und ich muss sagen, ich denke es mir auch manchmal, wenn ich im Theater sitze und ich denke mir, finde ja ich fast noch jung bei dem Publikum. Und wie sehen Sie denn so die Zukunft des Theaters oder glauben Sie, dass es sich ganz, ganz anders entwickeln wird? Ich hoffe auch, aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass es verschwindet. Und ich glaube, das Theater ist jetzt einfach ein Raum, wo man analog sich trifft, ohne auf einen Bildschirm zu schauen und da einen Abend verbringt. Und das ist ja eine Seltenheit eigentlich, weil entweder sitzen wir alleine oder wir schauen auf einen Bildschirm. Also eine Abendgestaltung ohne Bildschirm, ich glaube, das wird immer wichtiger und das spüren die Leute. Ich glaube auch nicht, dass man das verlernt. Ich glaube, dieses Bedürfnis wird schon immer da sein. Und es ist einfach so was, es hat so was Unschuldiges und so was, so dieses einfach, Leute verkleiden sich und spielen anderen Leuten was vor. Das ist einfach so ein schönes, ja, schöne Sache. Also wie ist es dir als Zuseherin auch so gegangen? Und diese Zeit haben Sie ja auch erlebt. Da muss ich Sie dann ohnehin noch fragen, wie Sie sie erlebt haben als Künstlerin. Während der Zeiten der Pandemie gab es ja auch die Angebote im Netz. Aber ich habe mir dann gedacht, das ist einfach nicht das Gleiche. Angebote im Netz, aber ich habe mir dann gedacht, das ist einfach nicht das Gleiche. Weil wenn ich im Theater sitze, das ist dann der Augenblick, wenn es dunkel wird, wenn die Türen zugehen und der Vorhang hebt sich, das ist ganz was anderes. Und ich weiß nicht, ob diejenigen, die jetzt von den Jungen noch nicht drinnen sind, die haben das ja wenig erlebt. Ja, ich habe da auch zu wenig Einblick, wie das jetzt unter den, also sagen wir mal, den Anfang 20-Jährigen, ob die noch im Theater gehen. Man sieht ja, so viele sieht man nicht, das stimmt schon. Kommt auch darauf an, welches Theater natürlich, aber also grundsätzlich, ich glaube, es wird auch zu pessimistisch gesehen oft, weil die Theater haben jetzt auch wieder gute Zahlen, soweit ich weiß, und es sterben ja auch die Alten, aber trotzdem kommen dann doch immer wieder welche nach. Es ist ja auch schon seit 30 Jahren wird das ja schon, oder es wird noch länger. Also vielleicht geht man einfach lieber ins Theater, wenn man alt ist. Ich weiß es nicht. Aber ich glaube, man muss sich keine, ich mache mir keine Sorgen. Wie haben Sie die Pandemie erlebt? Am Anfang positiv. Das war eine Zeit, wo sehr viel passiert ist bei mir. So ein Moment, wo Heidelberg, da habe ich einen Preis bekommen, wo dann sehr viel Aufmerksamkeit mal war. Und dann bin ich viel herumgefahren und dann war ich erst mal so froh, dass mal alles weg war, also alles abgesagt. Ach wirklich? Ich war mal kurz... Ich dachte, Sie waren enttäuscht. Ja, ich war eigentlich dann mal kurz erleichtert. Aber nach einiger Zeit merkt man, dass man auch für das eigene Schreiben das braucht. Dass man den Austausch braucht, dass man auch Theaterabende braucht. Dass da irgendwie so ein Stillstand eintritt, der dann auch ins Schreiben geht. Also dass da irgendwie so ein Stillstand eintritt, der dann auch ins Schreiben geht. Sie haben ja jetzt schon sehr viel, also wirklich sehr viel Erfolg gehabt. Und jetzt so ganz banal gefragt, wo sehen Sie sich so in 10 bis 15 Jahren? Die wenigsten machen Pläne, ja, aber wahrscheinlich hat man vielleicht doch schon irgendwie so, oder haben Sie vielleicht schon irgendwie eine Vorstellung so vom künstlerischen, von der Künstlerischen Entwicklung? Richtung Well-Made-Play zu gehen. Ein Stück, das noch viel handwerklicher und besser, sagen wir mal, gemacht ist. Ich habe das Gefühl, die letzten zwei, Monte Rosa und das Weiße Dorf, das sind sehr intuitive Stücke. Und Realismus interessiert mich gerade sehr. Realismus in der Sprache, Realismus in den Figuren. Wie kann ich so realistisch wie möglich eine Geschichte erzählen oder Figuren zeichnen? Warum gerade realistisch? Wenn ich das Gefühl habe, das ist jetzt der nächste Schritt. Mich interessieren diese komischen Figuren nicht mehr, diese seltsamen. Ich habe genug davon. Es ist wahnsinnig schwer und ich scheitere eh dran. Man muss auch irgendwie daran scheitern, glaube ich. Aber ich bewundere eben so sehr diese ganzen, naja, Edward Albee, Tennessee Williams, diese englischen, britischen Dramatiker, die eben diese Stücke, die Wo man sieht, das sitzt einfach alles. Und meinten Sie, dass das auch, meinten Sie mit realistisch auch, dass ein Stück, dass die Realität so weit wie möglich abbildet? Auch die Gesellschaft irgendwie versucht dann einzufangen oder die Stimmung in der Gesellschaft oder zumindest zwischen drei, vier Figuren, dass man sagt, okay, das ist jetzt, ja, die haben eben schon Berufe und ein Leben und die sind verankert und die, eben nicht wie Monte Rosa. wahnsinnig schwer, das gut hinzukriegen. Aber es macht auch Spaß. Es ist einfach, ich finde, für mich ist es gerade so die Meisterdisziplin, an der ich irgendwie versuche, mich zu üben. Also ich kenne da so zwei Zugänge von den Zuseherinnen und Zusehern, für die Sie ja arbeiten, sozusagen. Also die einen lieben das, was Sie gerade geschrieben haben. Oder sagen wir mal, ich würde sagen, nein, ich weiß es nicht, aber viele. Und andere sagen, gerade jetzt in Zeiten, wo man die Realität ohnehin dauernd hat und sich mit der Realität abkämpfen muss, weichen sie gerne in irgendwie eine andere Welt aus. Ja, und das soll auch sein. Und ich glaube, das ist jetzt auch eine Phase, die ich durchmache. Das kommt auch sicher wieder was anderes, aber jetzt ist das gerade so ein Muss. Und an dem arbeiten Sie jetzt? Ja, genau. ein Kammerspiel so ein Abend einfach mit vier Figuren und ja mal schauen wie das dann am Ende es wird auch immer man kann es ja auch nicht planen und man kann es auch dann nirgends hin zwingen es kriegt dann eh was eigenes und ein bisschen seltsam wird es wahrscheinlich auch sein am Ende. Ich bin auch nicht dafür gemacht, ich merke auch, bei mir kippt es einfach schnell ins Absurde und ins... Es ist einfach, ich komme auch nicht ganz weg, ich komme nicht aus meiner Haut. Noch nicht erwähnt haben wir unsere blauen Augen. Das ist ein Stück von einem Paar, das im Einfamilienhaus lebt und dann auch zunehmend mit dem, was es macht, die Umwelt auch schädigt. Die bauen ein Haus. Also wollen ein Haus bauen. Ist dieses Vier-Personen-Stück auch so wieder in einem, weißt du, nicht in einem Trauten? Es ist ganz anders als unsere blauen Augen, aber es ist in einem Wohnzimmer, findet das statt, in einer Wohnung. Und zwei Paare, die haben sich lange nicht gesehen, weil ein Paar in Indien war, fünf, sechs Jahre, und sich dafür in einer Organisation für Bio-Baumwolle engagiert haben. Und die kommen zurück und sehen sich das erste Mal wieder. Wollen eigentlich nur kurz vorbeischauen und Hallo sagen und Wiedersehensfreude ist groß und machen so ein Sekt auf. Und jede Figur steckt so in ihrem eigenen, oder auch jedes Paar steckt so in seiner eigenen Phase oder bringt so die gewissen Konflikte mit. Und dann geht es aber auch um, naja, alles was jetzt so in der Luft liegt, einfach an Themen und Meinungen. Klingt sehr interessant. Ja, ja. Und ich muss schauen, dass die Fäden, dass ich die alle irgendwie zusammenkriege dann, weil es sind halt viele Fäden, weil es auch vier Figuren sind. Dann wünsche ich Ihnen auf jeden Fall alles Gute, ob sie beim Realistischen bleibt oder ob sie dann doch wieder, wie Sie so schön sagen, gierten. Und bedanke mich ganz herzlich fürs Kommen. Rosa, das zurzeit noch bis 26. April im Linzer Landestheater zu sehen ist. Verbringen Sie noch einen schönen Nachmittag. Silvana Steinbacher verabschiedet sich. Machen Sie es gut.